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Zinnbauer ist raus – Knäbel übernimmt

22. März 2015

Für Abendblatt-Blogs


***** UPDATE: Der HSV trennt sich per sofort von Trainer Joe Zinnbauer. Peter Knäbel übernimmt bis Saisonende. *****

Ja, das ging jetzt doch schneller als gedacht, aber es musste so kommen, da waren sich alle einig. Ein dickes Kompliment den Mopo-Kollegen, die heute schon meldeten, dass Peter Knäbel Interims-Trainer wird. Der Sportchef als interne Übergangs-Lösung, das kennen wir von Frank Arnesen und Holger Hieronymus. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt – sage aber auch, dass ich sehr, sehr skeptisch bin. Als ich das heute von der Mopo erfuhr, habe ich sofort an den 1. April gedacht – aber denkste! Für mich ist die gesamte Situation des HSV, die Entwicklung über die letzten Jahre, unfassbar, und dazu zähle ich auch den heutigen Tag. Was mag sich der Fußball-Gott bei solchen Entscheidungen denken?
Dass Peter Knäbel nun übernimmt, das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es sich (nur) um die nächsten (und letzten?) acht Bundesliga-Spiele handelt – und danach kommt dann der neue Mann. Es soll sich ja, so die Gerüchteküche, tatsächlich um Thomas Tuchel handeln. Mal abwarten.

So, das war ein kurzes Zwischenspiel, hier geht es nun weiter mit jenem Beitrag, den ich vorhin schon veröffentlicht hatte.
Gute Nacht!

„Jetzt müssen wir am Freitag gegen Hertha BSC gewinnen, das ist sehr wichtig. Wir müssen zeigen, dass wir eine Mannschaft sind.“ Gesagt hat es Dennis Diekmeier nach dem 0:3 gegen Hoffenheim, aber es dieses Zitat könnte von jedem HSV-Spieler und von jedem Offiziellen stammen.

 

So begann ich am vergangenen Sonntag. Diesmal ist das nächste Spiel, es geht immerhin in Leverkusen gegen die Werks-Elf, nicht so wichtig, als dass man drüber sprechen müsste, aber Dennis Diekmeier hat immerhin wieder nach der 0:1-Niederlage gegen Hertha BSC etwas gesagt. Und zwar dies hier: „Wir müssen weiter hart arbeiten.“
Wobei ich Dennis Diekmeier gar nicht verdammen will, und zwar überhaupt nicht, denn er stellt sich den Medien (da gibt es auch gewisse Verträge, weil die Medien ja einiges an Geld dafür geben), während andere K

 

ollegen schweigend in die Kabine schleichen. In den letzten Jahren aber ist es, das nur am Rande, in Hamburg in Mode gekommen, dass jene Spieler, die den Mut haben, sich auch bei Misserfolgen zu stellen, abgewatscht werden und total in Ungnade fallen – es gibt ja so viele Beispiele (Trochowski, Aogo, Westermann). Ich hoffe sehr, dass das mit Diekmeier nun nicht passieren wird, aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen.

 

 

Dass nun weiter hart gearbeitet werden muss, mag einige überraschen, aber es ist wohl die einzige Phrase, die nun gerade noch passt. Was soll denn jetzt überhaupt noch gemacht werden? Und was soll erst recht gesagt werden? Hart arbeiten – natürlich, aber hart wird nach Aussagen aller HSV-Profis in den, sagen wir mal, letzten 25 Jahren schon immer. Ganz, ganz hart. Ehrlich. Ist es wirklich mit „hart arbeiten“ getan?

 

Ganz offen gesagt: Ich kann dieses „hart arbeiten“ schon lange, lange nicht mehr hören, es geht mir schon seit Jahren total auf den Geist. Hart arbeiten ist in meinen Augen etwas ganz, ganz anderes. Und in Sachen HSV würde mir bei „hart arbeiten“ vorschweben, dass nicht nur einmal am Tag 90 Minuten abgerissen werden – unter dem Deckmantel „Training“. Bei „hart arbeiten“ wären die Herren Profis jeden Tag auf dem Acker, rund um die Uhr. Nicht nur, um zu rennen, sondern auch deshalb, um vor allem mit dem Ball besser klarzukommen. Und um Dinge wie zum Beispiel Standards zu üben. Aber darauf komme ich gleich noch.

 

„Wir müssen gegen Berlin nicht nur gewinnen, wir werden auch gewinnen.“

Hatte Trainer Joe Zinnbauer vorher versprochen. Weil er seiner Mannschaft offenbar vertraute. Zu sehr vertraute. Nach der Heimpleite sagte der Coach dann etwas geläutert: „Ich glaube nicht, dass die Qualität fehlt.“ Was aber fehlt denn tatsächlich? Wenn nicht die Qualität der Spieler? Liegt es dann nicht doch am Trainer? Oder woran krankt dieser HSV?

 

Sportchef Peter Knäbel erklärte zu diesem Thema: „Es ist nicht so, dass wir jetzt nur über den Trainer richten. Wir werden mit ihm darüber sprechen, was zu tun ist.“ Und weiter: „Ich mag keine Leute, die irgendwelche Treueschwüre machen, und an Tag eins zaubern sie plötzlich jemanden aus dem Hut. Es kann nicht sein, dass man nicht weiß, was man tun würde, wenn man in eine andere Richtung geht.“ Laut Knäbel aber soll es ja einen Plan B geben – der nun (demnächst, morgen oder heute?) greifen könnte.

 

An diesem Sonntag haben sich die Verantwortlichen getroffen, um zu analysieren. Und am Nachmittag sollte Joe Zinnbauer dazu kommen. Um aus erster Hand von seiner Entlassung zu erfahren? Ich glaube ja, dass es genau so kommen wird, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass es der richtige Schritt für den HSV ist. Auf der einen Seite wäre es der kleine Strohhalm, an den man sich jetzt noch klammern könnte, denn neue Spieler gibt es nicht mehr. Auf der anderen Seite aber glaube ich fest, dass diese Mannschaft auch von Mourinho, Guardiola und Wenger gemeinsam trainiert werden könnte, ohne dass sich eine Besserung einstellen würde. Ohne dass sich nur ein Hauch von einer kleinsten Besserung einstellen würde! Diese Mannschaft ist so schlecht, wie sie steht.

 

Weil es fußballerisch nicht passt. Zinnbauer, das wird überall hervorgehoben, hat diese Truppe endlich mal zum Laufen gekriegt, das ist sein Verdienst. Fußballspielen aber hat der HSV unter ihm leider nicht auch noch gelernt. Tore schießen erst recht nicht. Aber der gute Joe kann eben nicht zaubern. Dazu hätte er noch kurz einen Crash-Kurs bei Kalanag belegen müssen. Wer von Euch gestern die Erstliga-Spiele gesehen hat, der wird festgestellt haben, wenn er noch HSV gegen Hertha im Gedächtnis gehabt hat, dass keine andere Mannschaft einen so finsteren Fußball spielt, wie der HSV. Vielleicht noch Paderborn – aber es werden ja auch zwei Absteiger gesucht, der HSV kann ja nicht gleich beide Abstiegsplätze belegen. Was die Konkurrenz ja vor allem hat: Stürmer. Jungs, die Tore schießen wollen und es auch können.

Nein, meine Damen und Herren, ich habe den Glauben an diese HSV-Truppe total verloren, total. Da müsste nicht nur ein Wunder geschehen, sondern gleich mehrere, um diesen Club wieder einmal vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit zu bewahren – aber gleich mehrere Wunder auf einem Haufen? Das gibt es selbst beim HSV nicht. 15, in Buchstaben fünfzehn (!), von nunmehr 26 Spielen ohne eigenen Torerfolg? Das ist einfach nur erschütternd und entlarvend.
Gut an dieser fatalen Situation ist nur, dass man sich als HSV-Fans beizeiten ganz gelassen mit dem Thema Abstieg befassen kann, man kann es allmählich mal sacken lassen – und sich von Tag zu Tag – mal mehr, mal weniger – daran gewöhnen.
Zur Erinnerung: Das nächste Spiel steigt in 13 Tagen in Leverkusen, danach kommt der VfL Wolfsburg, dann geht es nach Bremen. Noch Fragen?

 

Als das 0:1-Spiel am Freitag vorbei war, da pfiffen die (meisten) Fans nicht einmal mehr. Es herrschte fast überall betretendes Schweigen. Die Enttäuschung war riesig. Und es war an jeder Ecke des Volkspark Resignation zu spüren. Wie schon in der Woche vorher. „Gewinnt der HSV nicht gegen Hertha, dann steigt er ab.“ Das war so oft wie noch nie zuvor zu hören. Selbst ein Punkt hätte den meisten HSV-Fans nicht gereicht – es wurde gar keiner. Und es mehren sich die Stimmen, die sagen: „Ich habe keine Lust und keine Kraft mehr, mich um diesen schwachen HSV zu sorgen. Das geht schon zu lange, seit Jahren, das ist für mich beherrschende Thema – dann steigt er eben mal ab. Dann ist es eben so, sie haben es wohl auch nicht anders verdient, weil sie auf allen Ebenen zu schwach besetzt sind. Und Ende.“

 

53 640 Zuschauer waren am Freitag wieder dabei. Sensationell! Okay, es war ein „Endspiel“, es ging um sehr viel, aber es ist dennoch immer wieder erstaunlich, dass bei dieser Art Fußball so viele Leute immer und immer wieder kommen und sich das antun. Wobei in Halbzeit eins vom HSV ja auch guter Fußball, okay, okay, ich korrigiere ein wenig auf ganz ansehnlicher Fußball, geboten worden ist. Zur Pause sprach ich mit einigen „Ehemaligen“ des HSV, die da alle noch total optimistisch waren, und auch „Dittsche“ (Olli Dittrich) soll ja zur Pause bei „Sky“ von einem HSV-Sieg überzeugt gewesen sein, denn er soll gesagt haben: „Der HSV gewinnt noch 4:0.“ Nachher traf ich den ehemaligen HSV-Torwart Horst Schnoor (Meisterkeeper von 1960), und der sagte mir total konsterniert (und wohl auch mit dem Schlimmsten rechnend) : „Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass wir dieses Spiel verlieren, weil Hertha in der ersten Halbzeit doch so schwach war . . .“ Das habe ich voll und ganz unterstrichen. Aber die Realität sah leider etwas anders aus.

 

„Die Gelb-Rote Karte war vielleicht wieder ein Knackpunkt – wie schon in der letzten Woche gegen Hoffenheim“, sagte Dennis Diekmeier. Aber es gab sie eben mal wieder – zur Unzeit (81. Minute beim Stande von 0:0) Und: Es war auch diesmal so, dass sie berechtigt war. Das war kein Pech, das war auch nicht hart, das war einfach Foulspiel. Was hat die Hand von Cleber im Gesicht von Lustenberger zu suchen? Nichts. Und das muss mal als Spieler auch endlich einmal begreifen – oder auch nur wissen. Erst hat der HSV eine riesige Anzahl von verletzten Stammspielern zu verkraften, kommt jetzt die Flut der Platzverweise? Es wäre fatal, aber dann gäbe es hinterher immerhin eine weitere Erklärung für den Misserfolg . . .

 

An diesem Morgen hatten sie ja im Doppelpass bei Sport1 (mit „Scholle“) auch das Thema, dass in Hamburg alle Spieler stets schlechter werden. Ist ja alt, das Ding. Uralt sogar. Und es stimmt ja auch. Hier in Hamburg ticken die Uhren eben ein wenig anders. Hier ist Leben, viel Abwechslung. Da geht man eben mal zur Premiere des „Queen-Musicals“, oder in diese oder jene Bar. Und wenn das nicht reicht, dann herrscht natürlich auch in der Umgebung einiges an Leben. Wie gestern am späten Abend in Rostock: Boxen mit Brähmer gegen Krasniqi. Saß da nicht auch ein verletzter HSV-Profi am Rande des Rings? Mir war so. Aber gut, ist ja Freizeit. Da kann man ja machen was willst du. Und man kann ja nicht 24 Stunden am Tag nur seine Verletzung pflegen und pflegen lassen, und auch nicht immer nur an den HSV und dessen Abstiegssorgen denken.

 

Aber ich will ja auch nicht abschweifen. Hier werden, die asbach-uralte Behauptung, die Spieler stets schlechter, dabei war ich stehengeblieben. Mir fällt bei diesem Thema der eine oder andere Name ein, muss ich gestehen, aber einer immer wieder etewas mehr: Jeffrey Bruma. Der konnte es hier, aus London kommend, nicht so, dass er Stammspieler wurde. Saß oft draußen, fiel nicht groß auf. Und irgendwie schien man an der Elbe froh zu sein, dass Bruma endlich weg war. Alles Käse, bloß zurück nach Holland. Und dann wird er dort (wieder) A-Nationalspieler. Nun kann man ja sagen: „Okay, der Bruma wird in eine zweitklassige Nationalmannschaft wie die Niederlande berufen, aber wer ist schon die Niederlande? Deutschland ist Weltmeister!“ Es wird sicherlich auch solche Leute geben, aber den Kern treffen die damit nicht unbedingt. Denn auch Bruma war ein Spieler, der eigentlich eine gute Veranlagung hatte, nur wurde die hier nicht genügend gefördert. Vielleicht wurde sein Talent auch gar nicht erkannt, es wurde sich aber auch nicht besonders darum bemüht. In Hamburg hat man als Profi zu funktionieren, ansonsten bist du hier verraten und (wirst) verkauft. Gelegentlich auch nur gekauft, um dann verschenkt zu werden. Auch diese Art von Luxus existiert ja im Volkspark.

Aber gut, so ist es nun einmal. Wir haben uns immer wieder und schon seit Jahren versucht daran zu gewöhnen. Zum Beispiel das Tor am Freitag. Es offenbarte gleich zwei riesige Mängel des HSV. Erstens war es eine der wenigen Standardsituationen für die Hertha, die zu diesem Treffer führte, und die wurde mal eben mustergültig vor das HSV-Tor geschlagen. Und dort standen die HSV-Spieler etwas unsortiert in der Gegend herum, sodass ausgerechnet der ehemalige HSV-Spieler Sebastian Langkamp (erinnert Ihr noch?) einköpfen durfte. Erstens: Langkamp war mal hier, konnte sich nie durchsetzen, ist aber in Berlin (fast immer) gesetzt. Und zweitens die Standards. Da kräuseln sich bei mir die Nackenhaare, und mein Hals wird langsam wieder dicker. Man oh man! Der HSV hat eine Vielzahl von Standards, aber nicht einen Spieler mit einem solchen Schuss, dass der Ball auch bis in die Gefahrenzone hineinschlagen kann. Die meisten Bälle verhungern auf halber Strecke und fliegen genau – und fast wie abgesprochen – auf den Kopf des ersten Gegenspielers. Garantiert. Darauf kann man wetten! Es ist unfassbar, wie dilettantisch da gearbeitet wird.
Und dann denke ich daran, wie die vielen Trainer im Training (oder vorher) Tausende von Hütchen aufstellen, damit sich die Spieler daran orientieren können, wenn sie laufen – mit und ohne Ball. Wie schön aber wäre es, wenn sie täglich mal Tausende von Standards üben würden, um den Ball wenigstens einmal gefährlich vor das Tor des Gegners bugsieren zu können! Einmal würde ja schon reichen. Man erinnere sich nur mal, dass bei jedem Freistoß vor dem Tor des Gegners alle kopfballstarken HSV-Abwehrspieler 60 Meter und mehr nach vorne laufen, in der Hoffnung, ein Tor köpfen zu können. Und dann köpft doch wieder nur der kleinste Spieler des Gegners, weil er ganz vorne steht. 120 Meter umsonst und ganz vergeblich gelaufen – das kostet Kraft.

 

Ja, das wäre eine meiner ersten Maßnahmen, die ich beim HSV treffen würde: Jeden Tag von morgens bis abends auf dem Acker (mit Pausen natürlich), und dann üben, üben, üben. Und nochmals üben. Und nochmals üben. Auch wenn einige Herren nicht glauben, dass sie so etwas nötig hätten. Aber sie sollten eben nicht immer nur labern, dass das nächste Spiel so wichtig ist, und dass es auf jeden Fall in auch in jedem Fall gewonnen wird.
Besondere Situation erfordern nun einmal besondere Maßnahmen, aber davon, meine Damen und Herren, davon haben die Damen und Herren in Hamburg, die das Sagen hier haben, noch nie etwas gehört. Und wenn doch, dann haben sie es alle nur geflissentlich ignoriert. Nur nicht zu viel ändern. Und schon gar nicht die Herren Profis verärgern. Die müssen hier schön und nach allen Regeln der Kunst „gepampert“ werden. Ganz brav und immer und immer wieder werden die Herren in Watte gepackt. Das nenne ich eben „hart arbeiten“. Weiterhin „hart arbeiten“ . . . Bis Leverkusen. Und danach das Spiel, das ist dann wieder ganz besonders wichtig.

 

So läuft es hier aber schon immer. Von ganz, ganz kleinen Ausnahmen mal abgesehen. Aber die sind auch nicht erwähnenswert. So ist es nicht nur bei Joe Zinnbauer, der leider in Sachen Programm und Anforderungen (vom Trainingslager in Dubai vielleicht mal abgesehen) nichts anderes gemacht hat, als alle seine Vorgänger. Und wenn ich gerade mal bei Vorgänger bin. Sind Euch nicht auch die Tränen gekommen, als Mirko Slomka im NDR-„Sportclub live“ davon sprach, dass er im Herbst bei dem Rausschmiss von Sportchef Oliver Kreuzer eigentlich hätte mit zurücktreten müssen? Er hätte zurücktreten müssen, der gute Herr Slomka? Hätte? Er hätte es wahrscheinlich auch fast gemacht. Aber dann schwebte ihm da doch dieses nette Wort von „Abfindung“ vor Augen. Rücktritt und Abfindung? Das passt aber irgendwie nicht so ganz. Deswegen dann doch besser keinen Rücktritt. Eher eine Klage einreichen, damit es auch genügend Abfindung gibt.
So wurde es ja auch gemacht. Aber ein halbes Jahr danach ist es eben doch besser, von einem eventuellen Rücktritt zu reden, denn dann denkt keiner mehr über Klage und Abfindung nach. Super, super – und so fair. Und so anständig. Nein, meine Damen und Herren, der Profi-Fußball hat schon was. Das ist ein besonders tolles und gut gehendes Geschäft.

 

Bei der Gelegenheit möchte ich mich für die viele Resonanz, die wir bekommen, die ich bekomme, bedanken. Wenn die Herren „dort oben“ und auf dem Rasen wüssten, wie sehr Ihr Euch sorgt, sie würden bessere Freistöße schießen, und sie würden auch das eine oder andere Tor markieren, da bin ich mir sicher. Leider wissen sie es nicht. Ich aber möchte Euch auch sagen, dass ich unheimlich viele Mails, sms und anrufe bekomme, privat, aber ich kann nicht alles beantworten, schon gar nicht überall zurückrufen – ich bitte um Euer Verständnis. Andernfalls müsste der Tag 30 Stunden und mehr haben. Und was nicht alles bei mir anruft? Leute, die dem HSV die nächsten Gegner verzaubern können, sie müssten nur mal eben mit einem HSV-Verantwortlichen sprechen. Leute, die den HSV-Spielern Mut und Leben einhauchen würden, wenn sie es nur dürften – ich soll es vermitteln. Und Männer, die einige Spieler auf andere Positionen stellen würden, auf die kein Zinnbauer oder ein andere Coach jemals kommen würde – die aber Erfolge versprechen. Natürlich. Oder die sich in Sachen Ernährung einbringen würden, wenn sie es dürften – ein besonders Müsli würde ganz besondere Kräfte in den Spielern wecken.
All diesen Leuten kann ich nur immer wieder sagen: Ich bin gar nicht in der Lage, mit so etwas beim HSV vorstellig zu werden. Sie würden mich vom Hof jagen, weil sie derzeit ganz andere Sorgen haben. Deswegen mein Rat: Geht zum HSV in den Volkspark und sprecht die Leute direkt an – sie werden sich sicherlich über so viel Hilfe und Sorge freuen.

 

Nebenbei, ganz nebenbei sehe ich zurzeit gerade Mainz gegen Wolfsburg (gerade mit 1:1 beendet). Das sieht nach Fußball aus. Und eben, kurz vor der Pause, kreuzten doch glatt mal vier Mainzer im Wolfsburger Strafraum auf. Auch unfassbar . . .

 

(So, um 20 Uhr habe ich die Mail eines Users, die sich um Thomas Tuchel drehte, wieder herausgenommen – auf ganz besondere Wünsche vieler Matz-abber)

 

PS: Morgen soll im Volkspark zweimal trainiert werden. Vormittags und nachmittags.

 

PSPS: Die Agentur vermeldet, dass Joe Zinnbauer als Chef-Trainer des HSV bereits abgelöst worden ist – und dass er wieder zurück zur U23 gehen wird. Das aber kann ich nicht bestätigen. Noch nicht.

 

Aber da in Sachen der aktuellen HSV-Analyse immer noch keine Entscheidung nach außen gedrungen ist, kann ich nur darauf hinweisen, dass ich mich hier sofort melden würde, falls etwas beim HSV passieren sollte – oder ist. Aber das könnte noch eine etwas längere Nacht-Vorstellung werden. Und nicht vergessen: Es geht jetzt und hier und heute nicht um Zinnbauer, sondern nur um den
HSV!
Dieter
17.19 Uhr

Fink und die Sehnsucht nach Training . . .

27. Juni 2013

„Der Trainer wartet sehnsüchtig auf den HSV-Start.“ So lautete heute der Untertitel zur Geschichte um Thorsten Fink in der Bild. Als ich das las, dachte ich spontan an zwei Dinge. Erstens geht es mir ja wie Fink, ich erwarte dem Start noch etwas sehnsüchtiger, bin ich der Meinung, denn meine Finger sind schon total wund – vom Sommerpausen-Saugen. Und zweitens könnte dem Mann ja sofort geholfen werden, denn ich glaube ja nicht, dass Vereins-Boss Carl-Edgar Jarchow den Trainingsauftakt auf den 1. Juli gelegt hat, ich glaube ferner, dass es auch nicht Vorstandsmitglied Joachim Hilke war, und erst recht nicht, dass das noch Frank Arnesen angeordnet hatte. Dafür ist – wohl – Thorsten Fink selbst zuständig, er hätte seine Sehnsüchte eben nur besser einschätzen müssen . . . Mir reicht es jetzt jedenfalls mit Sommerpause und Sommerloch. Und zwar gewaltig.

Zum Saisonstart am Montag hat Thorsten Fink übrigens meinem Kollegen Florian Heil gesagt: „Die Spieler hatten alle während der Sommerpause einen Trainingsplan bei sich, an den sie sich zu halten hatten – und dann bin ich der Meinung, dass fünf Wochen Vorbereitungszeit ausreichend sind.“ Zumal die Nationalspieler des HSV ohnehin am kommenden Montag noch nicht am Training teilnehmen werden, sie steigen erst im Trainingslager im Zillertal wieder ein. Fink rechnet am Montag mit 14 Spielern, die sich dann um zehn Uhr erstmals über den Rasen im Volkspark bewegen werden.

In Sachen Neuzugängen ist heute ausnahmsweise mal nichts passiert, es bleibt dabei, das bislang mit zwei Spielern, Jacques Zoua und Johan Djourou, Einigung erzielt worden ist. Das Warten auf Roque Santa Cruz dauert an, ebenso ist die Frage offen, ob auch Lasse Sobiech noch kommen wird. Kämen sie noch, dann ist der HSV für die kommende Spielzeit bestens gerüstet – davon bin ich jedenfalls überzeugt. Wenn dann auch noch die „Ladenhüter“ verkauft werden könnten, wäre ich absolut zufrieden. Das wird noch das Meisterstück für Sportchef Oliver Kreuzer.

Ein „Ehemaliger“ hat heute (s)einen neuen Club gefunden. Der SID meldete:
Der niederländische Nationalspieler Jeffrey Bruma (21) wechselt nach zwei Jahren beim HSV zur PSV Eindhoven. Der Innenverteidiger, der zuletzt vom FC Chelsea an den HSV ausgeliehen war, unterschrieb beim niederländischen Vize-Meister und früheren Europapokalsieger für vier Jahre. Zur Ablösesumme an Chelsea, das sich eine Rückkauf-Option für Bruma sicherte, machten die Niederländer keine Angabe. Der HSV, für den Bruma 39 Ligaspiele (drei Tore) bestritt, hatte von einer Weiterverpflichtung abgesehen.

Ich wünsche Bruma mehr (und viel) Glück, er hätte in Hamburg ein Großer werden können, aber er fand nie die richtige Einstellung zu Hamburg und dem HSV. Schade. Aber vielleicht macht er es ja in seiner Heimat nun besser. ER könnte eigentlich alles, nur müsste dazu dann auch der Kopf mitmachen.

Oliver Kreuzer hat sich heute auch mit den Beratern von Marcus Berg getroffen. Nach dem Gespräch waren sich alle drei Herren einig, dass es besser für den Schweden ist, wenn er in der kommenden Saison für einen neuen Arbeitgeber kickt. Aus Hamburger Sicht aber war das ja auch schon lange klar . . . Suchet, dann werdet ihr finden. Einen neuen Club.

Im Sport-Informations-Dienst stand heute auch eine Zusammenfassung über den HSV, aus der ich hier nun einen kurzen Ausschnitt hineinstellen werden:

Die Zeit der hanseatischen Zurückhaltung ist vorbei, der Hamburger SV schaltet in den Angriffsmodus. Wenige Tage vor dem Trainingsstart bläst der HSV zur Attacke auf die internationalen Plätze und gibt auf dem Transfermarkt Gas. Durch die Einigung mit Arsenal-Verteidiger Johan Djourou hat Sportdirektor Oliver Kreuzer nur 16 Tage nach seinem Amtsantritt eine erste Duftmarke gesetzt. Nach tagelangem Tauziehen mit dem Nordrivalen Hannover 96 verständigten sich Kreuzer und der Schweizer Nationalspieler auf einen Wechsel. „Ich bin mir der Sache sicher“, sagte Kreuzer und bezeichnete den gebürtigen Ivorer als „große Lösung für die Abwehr“. Der 26 Jahre alte Djourou kommt zunächst für ein Jahr auf Leihbasis, danach soll der HSV eine Kaufoption erhalten. Der Medizincheck ist für Montag, den offiziellen Start in die Saisonvorbereitung, vorgesehen. Djourou ist nach Stürmer Jacques Zoua (21/vom FC Basel) die zweite Neuverpflichtung Kreuzers in dieser Woche. Unaufgeregt und ohne viel Tamtam fädelte der 47 Jahre alte ehemalige Bayern-Profi seine ersten Deals ein. In den kommenden Tagen sollen Einigungen mit den beiden verbliebenen Wunschkandidaten Roque Santa Cruz (31/Manchester City) und Lasse Sobiech (22/Borussia Dortmund) folgen.

Über Djourou habe ich heute, im Laufe des Tages, einige Gespräch mit Kollegen (von auswärts) und Experten geführt, ihn loben alle. Er soll sowohl in der Defensive als auch in der Spieleröffnung gut sein. Letzterer Punkt ist ja für den HSV nicht ganz unwichtig, denn daran hat es ja oft genug gehapert. Ich lasse mich überraschen.

So, das war es in groben Zügen an HSV-Neuigkeiten am 27. Juni 2013. Ich möchte aber noch einmal auf das Thema Dauerkarten eingehen. Dazu rief mich vorhin der „Matz-abber“ „Friedrich Hebbel“ an, der um eine Klarstellung bat. Er hatte Schwierigkeiten mit seiner Dauerkarten (als Behinderter), die ihm entzogen worden war. Dazu sagt FH: „Ich war zu wenig da, deswegen war sie mir entzogen worden, das habe ich aber geklärt, das war ein Missverständnis – nun habe ich die Dauerkarte wieder, alles ist gut. Und ich gelobe Besserung.“ Es war, so unser User, kein Fehler vom HSV-Ticketing, es hat sich alles aufgeklärt. Und deswegen sollte nun auch hier kein anderer „Matz-abber“ mehr über den HSV und die Ticketing-Abteilung klagen, schimpfen oder meckern. Wie „Friedrich Hebbel“ schon sagte: „Alles ist gut.“

Zum Thema Dauerkarte habe ich heute noch etliche Mails und Anrufe erhalten. Da wurde schon viel Dampf abgelassen. Ich möchte, stellvertretend für die, die sich bei mir gemeldet haben, noch einen weiteren „Matz-abber“ zu Wort kommen lassen – auch anonym, weil ich ihn schützen will. Ich weiß aber, wer dieser HSV-Fan ist:

Hallo Dieter,
ich bin einer derjenigen, der Stein und Bein geschworen hat, sich kein weiteres Jahr eine Dauerkarte zuzulegen. Primär aus sportlichen Gründen, sekundär aber auch aus beruflichen und familiären.

Ich bin der gleichen Meinung wie dein Interviewgast im heutigen Blog. Seit Jahren muss man sich beim HSV lustlosen, charakter- und ideenlosen Fußball ansehen. Spätestens seit den ersten Spielen nach Bruna Labbadia. Irgendwann ist das Maß voll und man muss seine Konsequenzen ziehen. Zumal es keinen Grund gibt, weshalb die kommende Spielzeit besser werden sollte als die alte. Der HSV hat kein Geld und immer noch verderben viele Köche den Brei. Im Team befindet sich derzeit auch kein Spieler, mit dem ich mich identifizieren könnte (abgesehen von Rene Adler), wo ich sage: Geiler Typ!

Seit Jahren kann ich unsere Transferpolitik nicht nachvollziehen. Wieso man nie einen Blick auf die Spieler der Bundesliga- und Zweitligakonkurrenz wirft. Man könnte meinen, neue Spieler würden nach den Kriterien „Bekanntheitsgrad”, „hohe Ablöse” und „hohes Gehalt” verpflichtet werden. Es wird kein junger (deutscher) Spieler aus dem Hut gezaubert. Doch gerade diese Spielertypen braucht der HSV: Fußballer, die sich freuen, wenn der HSV anklopft und sich für den Verein zerreißen. Stattdessen werden bereits satte Profis geholt. Bruma ist ein gutes Beispiel, von mir von Beginn an kritisiert. Der kam nach Hamburg und meinte, er sei der Größte, weil er bereits bei der Reserve vom großen Chelsea F.C. kickte. Für mich fast Elia II.
Wie kann es nur sein, dass der aufmerksame Fan die Nieten einer Mannschaft frühzeitig ausmacht, aber die Vereinsführung blind auf den Augen zu sein scheint? Ich könnte viele Beispiele mehr nennen.

Zurück zur Dauerkarte: Wieso habe ich nun doch auf den letzten Drücker (zum Entsetzen meiner Frau) verlängert?
Nicht, weil ich denke, dass der HSV eine großartige Saison spielen wird, sondern weil ich HSV-Fan bin, die Besuche der Spiele zur Gewohnheit geworden sind und ich meinen angestammten Platz nicht verlieren wollte. Zur Not kann man die DK ja auch eine Saison „verpachten”. Natürlich hat man auch insgeheim die Angst, etwas zu verpassen. Die neuerliche Dauerkarte hat mir jedenfalls daheim schon richtig viel Stunk und Enttäuschung seitens meiner Frau eingebracht. Das erste Spiel gegen Hoffenheim geht schon flöten, da unser Sohn an dem Wochenende getauft werden wird (sein 2. Name ist im übrigen Joris – nach Mathijsen benannt). Mir tut es, im Gegensatz zu früheren Jahren, nicht mal leid, dass ich dem Spiel nicht beiwohnen werde. So weit ist es bereits gekommen.

Realistisch gesehen, wird es der HSV mit dem Abstieg zu tun bekommen in der kommenden Saison. Unteres Tabellendrittel. Hoffnung macht mir unser neuer Sportdirektor, der seine Sache bislang gut macht. Kreuzer war die richtige Wahl, insbesondere weil er sich in den deutschen Ligen auskennt und es gewohnt ist, kleinere „Transferbrötchen” zu backen. Der HSV wird meiner Meinung nach noch Jahre (oder gehöriges Glück) gebrauchen, um sich zu konsolidieren.

Viele Grüße aus . . .

Dann möchte ich mich noch kurz zum Confed Cup (heute Spanien gegen Italien!) äußern. Gestern das Halbfinale zwischen Brasilien und Uruguay (2:1). Dazu gab es von dr DPA heute eine ganz besondere Meldung:

Dafür würden Millionen Mädchen alles geben. Ein Kuss von Neymar und sei er auch nur angedeutet als Luftkuss mit der Hand. Uruguays Ávaro Gonzáles wurde dieses Glück zuteil. Doch der Mittelfeldmann schimpfte wie ein Rohrspatz. Als er raus musste, schickte Neymar ihm die ironisch gemeinte Liebesbekundung hinterher – und guckte nicht wie ein Gentleman. Der Jungstar kann auch anders.

Das sehe ich auch so. Mir geht der junge Mann schon ein wenig auf den Geist. Ein kleiner – oder großer – Schauspieler wächst da heran. Der macht aus jeder Feind-Berührung einen Film. Von Lionel Messi, das muss ich einmal sagen, habe ich solche Sachen nie gesehen. Nie. Da liegen Welten zwischen diesen beiden Stars. Ich denke, dass Neymar in Spanien richtig schön auf die Socken bekommen wird, weil eine solche Art bei keinem Fußballer gern gesehen ist. Entweder ändert er sich dann, oder er bekommt richtig auf die Stöcker. Und dann wird er hoch springen üben und lernen müssen, um weiterhin spielen zu können.

Gegen Uruguay bekam Neymar, das muss ich ihm mal zugestehen, schon reichlich. Er überstand es unverletzt. Glück gehabt. Wobei ich zweierlei zu diesem Spiel anmerken möchte. Erstens fand ich den chilenischen Schiedsrichter Enrique Osses sehr gut. Er erkannte bösartige Dinger, hatte aber ansonsten auch eine großzügige Art, das Spiel laufen zu lassen. Und ich dachte so bei mir, weil die Jungs aus Chile (die Spieler) ja auch stets und ständig mit haken und Ösen und allerlei Dingen spielen, die nicht so richtig zum Fußball gehören: „Mensch, dieser Osses weiß genau, wie Fußball geht, der durchschaut alles – es geht doch.“ Dabei habe ich so an früher gedacht habe, wenn solche Exoten die deutschen WM-Spiele gepfiffen haben, dann hatte ich immer das Gefühl, dass diese Jungs einen etwas anders gearteten Fußball bevorzugen . . .“ Ein bisschen Rugby, ein bisschen Kick-Boxen, ein bisschen Catchen mit Ball. Dieser Osses weiß aber, was im Fußball erlaubt ist – und was nicht. Das macht mir Hoffnung.

Und darüber schreibe ich nicht unbegründet – über die Hoffnung. Denn Brasilien – Uruguay, da ging es ganz schön zur Sache. Beide Teams waren da nicht zimperlich, es wurde ganz schön getreten und ausgeteilt. Und ich dachte so bei mir an das nächste Jahr. Hoffentlich verkraftet die deutsche Nationalmannschaft diesen einen Schuss mehr an Härte. Da bin ich mir wirklich nicht sicher. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass Deutschland kaum noch so richtig hart, gelegentlich ja auch unfair, zur Sache geht, da wird doch viel mehr Wert auf Fußball spielen gelegt. Ob das sich bei der WM 2014 durchsetzen wird? Ich habe meine Zweifel, ganz ehrlich. Was vielleicht auch daran liegt, dass die deutschen Schiedsrichter dazu angehalten werden, kleinlich und kleinlicher zu pfeifen. Hier wird ja alles geahndet, was nicht ganz sauber aussieht. Ein Bundesliga-Schiedsrichter hätte bei Brasilien – Uruguay so richtig schön Schwierigkeiten bekommen, auch davon bin ich restlos überzeugt. Leider.

Und wo ich gerade bei Schiedsrichter(ei) bin. Die DPA hat heute über die Bundesliga-Unparteiischen berichtet, und ich stelle den Bericht hier nun rein. Nicht deswegen, weil mir noch etwas an Länge fehlt, sondern deshalb, weil mir erstens die Schiedsrichterei am Herzen liegt, und weil zweitens wohl kaum einen Zeitung etwas von diesem „trockenen“ Thema Notiz nimmt, schon gar nicht in dieser Länge. Ich bin aber der Meinung, dass es sehr gut tut, so etwas mal zu erfahren, dann kann mal mitreden, wenn im Freundes-Kreis mal ein wenig heftiger diskutiert wird.
Und es muss auch nicht von jemandem gelesen werden, der mit Schiedsrichtern so gar nichts anfangen kann. Wer aber will, dann bitte:

Mit großer Gelassenheit blickt die deutsche Schiedsrichter-Spitze auf die Modifizierung der Abseitsregel, die von der kommenden Saison an auch in der Bundesliga gilt. „Das trägt zur Klarheit bei. Es ändern sich nur Nuancen, im Grundsatz bleibt alles gleich“, sagte Herbert Fandel, Chef der DFB-Schiedsrichterkommission. „Der mediale Wirbel war völlig unnötig“, konstatierte Fandel am Donnerstag zum Start des alljährlichen Vorbereitungslehrgangs, zu dem sich die Bundesliga- und Zweitligaschiedsrichter noch bis zum Sonntag im oberbayerischen Grassau treffen – direkt am malerischen Chiemsee.

Mit der Regelanpassung will der Fußball-Weltverband Fifa künftig verhindern, dass ein am Angriff unbeteiligter Stürmer einen Vorteil aus einer unglücklichen Abwehraktion des Gegners ziehen kann. In Zukunft sollen die Referees nämlich auch dann abpfeifen, wenn ein näher zum Tor postierter Stürmer durch eine kontrollierte Abwehraktion des Gegners in Ballbesitz gelangt. Bisher galt dies als passives Abseits, was dem Angreifer einen Torschuss erlaubte. Dieser Fall ist künftig nur noch dann gegeben, wenn sich der Abwehrspieler klar im Aufbauspiel befindet und ihm dabei ein Fehlpass unterläuft.

Neben dem klassischen Leistungstest (ein Lauf über zwölf Runden) im Saisonvorfeld und Athletikübungen hat der Deutsche Fußball-Bund für seine besten Referees deshalb jetzt verstärkt Videotrainings angeordnet. „Kurz und bündig“ werde das Thema abgehandelt, sagte Fandel – großen Umschulungsbedarf seiner Mannen erkennt er nicht.

Fifa-Schiedsrichter Deniz Aytekin sprach von einer „klareren Definierung“, die Regelanpassung werde „keine größere Herausforderung für uns darstellen“. Hellmut Krug, Schiedsrichter-Funktionär bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), sieht einzig die Assistenten an den Seitenlinien vor etwas Zusatzarbeit. „Sie müssen ganz genau drauf achten, ob ein (abwehrender) Spieler zum Ball gehen will oder eben nicht; ob es eine eigenständige und bewusste Aktion ist.“

Mit Ausnahme der Abseitsfragen wird sich im Schiedsrichterbereich zur neuen Saison wenig ändern. Angedacht sei, bald jedem Referee auch einen persönlichen Coach zur Seite zu stellen, kündigte Krug an; schon jetzt sei pingelige Fehleranalyse wichtig: „Die Spiele werden in einer Form akribisch aufgearbeitet, wie das sicher kein Trainer mit seiner Mannschaft macht“, betonte er. Wie in der Vorsaison werden dieselben 22 Referees auch kommende Saison in der Bundesliga pfeifen, kündigte Fandel an. „Wir sind momentan der Meinung, dass das die richtige Zahl ist. Wir bleiben bei 22“, betonte er. Womit auch klar ist, dass die talentierte Bibiana Steinhaus mindestens ein weiteres Jahr auf eine mögliche Nominierung für die Beletage warten muss.

„Jeder Schiedsrichter in der 2. Liga hat eine Perspektive bei uns“, sagte Fandel. Entscheidend – auch bei Steinhaus – sei für die Zukunft „nicht die Tatsache, dass sie eine Frau ist, sondern allein die Leistung“, urteilte der 49-Jährige. Zu Steinhaus’ internen Beurteilungen wollte er sich öffentlich gleichwohl nicht äußern.

Dafür darf sich auch die einzige Schiedsrichterin im deutschen Profifußball zur kommenden Saison auf mehr Geld freuen. Der erst 2012 eingeführte Grundbetrag wird von Juli an aufgestockt, wie der DFB schon im Mai bekannt gegeben hatte. „Das war ein wichtiger Schritt“, urteilte Fifa-Schiedsrichter Deniz Aytekin. Spitzenmänner wie der Bayer erhalten künftig einen festen Betrag von 60 000 statt bislang 40 000 Euro pro Saison, für all seine Erst- und Zweitligakollegen steigt das Fixgehalt ebenfalls „moderat“, wie Fandel kommentierte.

So, das zum Thema Schiedsrichter, aber zwei habe ich noch.

Erstens dieses Zitat, was ich ganz lustig fand:

„Peter bringt viel Erfahrung mit und hat sehr erfolgreich gearbeitet. Mir würde reichen, wenn wir mit ihm das Double holen.“
Hat Schalkes Cheftrainer Jens Keller schmunzelnd zur künftigen Zusammenarbeit mit Peter Hermann gesagt, der als Cotrainer von Jupp Heynckes in der Vorsaison mit Bayern München das Triple gewann.

Gestolpert bin ich über den Namen Hermann auch deswegen, weil er ja auch einst, und zwar im Jahre 1973, zwei Bundesliga-Spiele für den HSV bestritt. Das wusste ich zwar, aber was ich erst in der vergangenen Woche erfuhr – und zwar vom ehemaligen Assistenten des HSV-Präsidiums, Dieter Roth – war dies: Hermann verließ den HSV und schloss sich wieder seinem Heimat-Verein TuS Neuendorf an, weil er Heimweh hatte. Roth sagte: „Ich habe mich lange um ihn gekümmert, ich wollte ihn zum Bleiben überreden, aber das Heimweh war stärker . . .“ Ja, so etwas gab es früher auch mal. Heute doch undenkbar, oder?

Und dann noch dies. Der „Matz-abber“ Frank Schmidt aus dem Süden der Republik schcikte mir folgende Mail:

Hallo Dieter Matz,
dieses aktuelle Fundstück muss ich Dir schicken. Es ist ein Screenshot des Apple-eigenen Kartendienstes, wenn an als Suchadresse „Hamburg Sylvesterallee 7″ eingibt.

Ihr könnt da mal reinklicken – vielleicht wissen die Apple-Herren ja schon etwas mehr . . .

Und einen habe ich dann doch noch: “Scholle”, unser “Matz-ab-Scholle”, hat auf dem Trainermarkt zugeschlagen. Als Manager des Oberliga-Vereins TSV Niendorf hat “Scholle” den ehemaligen HSV- (und Bayern-) Profi Vahid Hashemian als neuen Liga-Coach verpflichtet, der “Hubscharuber” ersetzt Frank Hüllmann, der um eine Auszeit gebeten hat. Na dann “Scholle”, einen schönen Höhenflug mit Vahid und dem TSV.

17.28 Uhr

Nun aber – die Saisonbilanz, Teil eins

9. Juni 2013

Es tut sich was. Leider nur bei anderen Clubs. Beim HSV ruht, erwartungsgemäß, noch ganz still er See. Neuerwerbungen? Pustekuchen. Und Verkäufe? Fehlanzeige! Fast jedenfalls. Nur in Sachen Marcus Berg tut sich wohl etwas. Der Schwede soll, das berichtete der Kicker, nach übereinstimmenden schwedischen und griechischen Medienberichten bereits mit dem griechischen Klub Panathinaikos Athen einig sein. Der 26 Jahre alte Stürmer wird angeblich am Montag in der griechischen Hauptstadt zum Medizincheck erwartet und soll danach einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Na bitte. Das klingt doch gut.

Ansonsten aber ist ja auch noch so viel Zeit. Zudem kommt der HSV ja – zumindest in den letzten Jahren – immer sehr schwer aus den Puschen. Erst einmal verkaufen, damit Geld reinkommt. Und das mit dem Verkauf ist ja auch so eine Sache. Wer will schon Spieler, die der HSV aussortieren möchte, kaufen? Und das noch möglichst zu einem Spitzenpreis. Das hat Frank Arnesen nun ein Jahr lang nicht hinbekommen, und der neue Sportchef Oliver Kreuzer nimmt seine Arbeit ja auch erst am Dienstag auf. Ob er dann mit den von Trainer Fink aussortierten Robert Tesche und Gojko Kacar beginnen wird? Oder steht dann doch eher Heung Min Son ganz oben auf der Prioritätenliste? Bei Son hapert es ja schon lange. Während der Saison, in der sein Verbleiben (?) so oft in Aussicht gestellt worden ist, und jetzt zu Beginn der Sommerpause wieder. Eigentlich sollte mit Leverkusen doch schon alles klar sein – aber das scheitert wohl bislang an dem bevorstehenden Verkauf von Leverkusens Nationalstürmer Andre Schürrle zum FC Chelsea. Wenn dieser Transfer perfekt ist, dann wird wohl auch Son als Bayer-Neuzugang offiziell begrüßt werden können.

Also üben wir uns in Geduld. Mehr bleibt auch nicht. Per Ciljan Skjelbred hat es uns ja vorgemacht, dass man einen langen Atem braucht. Vier Jahre hat er nicht in der norwegischen Nationalmannschaft gespielt, nun feierte er sein Comeback. Ein kurzes, aber immerhin. Gegen (und in) Albanien wurde der HSV-Mittelfeldspieler in der 84. Minute eingewechselt, dann erzielte Norwegen (drei Minuten später) das Tor zum 1:1-Endstand. Immerhin nicht verloren. Wie auch Tomas Rincon, der mit Venezuela ebenfalls ein 1:1 schaffte, und zwar im Auswärtsspiel in Bolivien. Tschechien erreichte mit Petr Jiracek (und Jaroslav Drobny auf der Bank) im Team einen Achtungserfolg, denn es gab gegen Italien ein 0:0. Dagegen blamierte sich Kroatien mit den HSV-Profis Milan Badelj und Ivo Ilicevic mit einem 0:1 daheim gegen Schottland. Lettland traf es noch härter, denn es gab im Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina eine 0:5-Klatsche – die HSV-Torschützenkönig Artjoms Rudnevs von der Bank aus betrachten durfte.

Ich habe von all diesen WM-Qualifikationsspielen, das gebe ich zu, herzlich wenig gesehen, obwohl ich sonst alles sehe, was nach Fußball aussieht. Aber diesmal war ich viel auf Achse. Am Sonnabend traf ich bei einer Party eine „schöne Fee“, die mir ins Ohr flüsterte: „Hasan Salihamidzic ist ohne Verein und wäre ablösefrei zu bekommen. Er ist zwar mittlerweile 36 Jahre alt, aber er ist noch topfit. Und der HSV hat ja wenig Geld für neue teure Spieler – falls er den Brazzo nach Einsätzen bezahlen würde, wäre es doch einen Versuch wert. Oder?“ Naja. Ich bin kein Salihamidzic-Fan, muss ich zugeben. Und zuletzt in Wolfsburg hat er ja auch kaum noch gespielt- obwohl dafür nicht sein Alter ausschlaggebend gewesen sein soll. Wenn ich an den „Brazzo“ denke, er hat ja von 1996 bis 1998 für den HSV gespielt, dann habe ich immer Uli Hoeneß in den Ohren. Weil der FC Bayern ja dann der neue Arbeitgeber von Salihamidzic geworden war. Hoeneß sagte mir einmal: „Der Brazzo ist ein Phänomen für mich, so einen hatten wir hier noch nie. Der arbeitet jeden Tag wie ein Besessener, der gibt immer alles – und eines ist ganz besonders wichtig: er will sich jeden Tag verbessern.“ Was er in München ja auch wohl geschafft hat. Aber ich denke trotz allem, dass seine Zeit mit 36 wohl doch eher vorbei ist. Selbst für den klammen HSV. Oder hat da jemand eine andere Meinung?

Vielleicht ja auch erst dann, wenn man Hasan, den „Altmeister“, mit jenen Spielern vergleicht, die der HSV in der vergangenen Saison in der Abwehr hatte. Ich möchte heute, weil es doch einige „Matz-abber“ so gewünscht haben, mit der bislang ausgebliebenen Saison-Benotung der HSV-Spieler – und zum Schluss auch der Offiziellen – beginnen. Zuerst mit der Abwehr.

Rene Adler erhält von mir die Note eins – aber ich arbeite ja auch nicht bei einem Fachblatt. Der Nationaltorwart hat eine überragende Saison gespielt, in der er sich nur einen „Aussetzer“ erlaubte, nämlich den beim 1:5 in Hannover. Ansonsten hat Adler den HSV, davon waren und sind immer noch viele HSV-Altmeister restlos überzeugt, viele Punkte gerettet. Allein in der Hinrunde sollen es, so wurde mir oft genug vorgerechnet, acht bis zehn Punkte gewesen sein. Natürlich hat Adler 52 (von insgesamt 53) Gegentore geschluckt, und das ist schon eine gewaltige Zahl, aber ohne Adler hätte der HSV wahrscheinlich 75 oder mehr Treffer kassiert. Ich glaube, dass noch nie ein HSV-Torwart so viele „Unhaltbare“ gehalten hat, wie Adler – ihm ganz nahe kam, so denke ich, wohl Frank Rost. Note eins.

Jaroslav Drobny ersetzte Adler zweimal, und zwar beim 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach (16. Februar) und beim 1:1 gegen Wolfsburg (5. Mai.). Beide Male zeigte er, dass er nichts von seinem großen Können verlernt hat. Immerhin ist er ja auch noch in der Nationalmannschaft der Tschechen noch der Ersatzkeeper. Was Drobny ansonsten auszeichnet? Er ist ein absoluter Teamplayer und sorgt praktisch Tag für Tag für gute Stimmung. Allein deswegen musste er gehalten werden – und wurde er ja auch. Note drei.

Sven Neuhaus ist Torwart Nummer drei, kam aber nur zu Einsätzen in der Regionalliga-Mannschaft. Da war der Routinier aber in der schwierigen Phase, als der Abstieg drohte, eine Bank. Neuhaus wurde gelobt und gefeiert, weil er großartig hielt. Im Training zeigt er zudem eine hervorragende Einstellung, auch er ordnet sich ausgezeichnet ein und sorgt so für ein gutes Klima beim HSV. Auch seine Vertragsverlängerung ist nur zu begrüßen. Note drei.

Dennis Diekmeier hat in dieser Saison einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Schon in der Hinrunde zeigte er sich stabiler als in den Spielzeiten davor, in der Rückrunde, speziell gegen Ende der Saison, wurden seine Leistungen dann noch einmal deutlich besser. Auch wenn, das muss erwähnt werden, er noch Luft nach oben hat. Er kann sich besonders in der Defensivarbeit noch verbessern, da sollte er noch aggressiver, durchsetzungsfähiger und härter werden. Note drei.

Jeffrey Bruma brachte es in dieser Saison auf 18 Einsätze, wobei er acht Mal eingewechselt wurde. Der Niederländer gehört deswegen zu meinen ganz großen Enttäuschungen der Spielzeit 2012/13, weil er eigentlich die besten Voraussetzung hat, ein erstklassiger Abwehrspieler zu sein – aber das Phlegma . . . Ich habe höchst selten einmal bei ihm erkannt, dass er sich mit dem HSV zu 100 Prozent identifiziert. Deswegen ist sein Abschied aus Hamburg nur eine logische Konsequenz aus dieser Saison. Note fünf.

Heiko Westermann erhält meine Bestnote der Feldspieler. Weil er ein vorbildlicher Profi ist, der sich von der ersten bis zur letzten Sekunde für seine Mannschaft und seinen Club nicht nur einsetzt, sondern alles gibt. Das schreibt sich so leicht: alles gibt. Westermann aber hängt sich stets voll rein, er gibt nie auf, er versucht es auch in noch so aussichtlosen Situationen – hervorragend. Genau deswegen verzeihe ich ihm auch den einen oder anderen Fehlpass oder Stockfehler. Mit zehn Westermännern im Feld hätte der HSV in diesem Jahr ganz sicher international gespielt. Note eins.

Michael Mancienne begann großartig, war eine Stütze und gefiel im Zusammenspiel mit Westermann. Dann verletzte sich der Engländer und musste deshalb lange pausieren – und kam nicht mehr in jenen Schwung, den er noch in der Hinserie hatte. Mich haben seine unzähligen Quer- und Rückpässe genervt (und oft auf die Palme gebracht!), und ich kritisiere auch jetzt sein körperloses Spiel. Das ist zu wenig für einen Innenverteidiger in der Bundesliga. Note fünf.

Slobodan Rajkovic hatte sich über Monate selbst ins Abseits manövriert, feierte dann aber doch noch – etwas unerwartet – sein Comeback. Das sah mitunter nicht schlecht aus, gelegentlich sogar auch ganz gut – insgesamt aber ist auch das zu wenig gewesen. Dem Serben fehlt die Beweglichkeit, er hat eine zu lange Übersetzung. Er wird, so glaube ich, bei einem anderen verein versuchen müssen, seine Leistungen zu steigern, ich denke, dass er beim HSV keine Zukunft mehr haben wird. Note vier.

Marcell Jansen ist einer der Aufsteiger dieser 50. Bundesliga-Saison. Viele hatten den Nationalspieler schon lange aus der Nationalmannschaft verabschiedet, und plötzlich feierte der ehemalige Mönchengladbacher auch im DFB-Trikot ein Comeback. Hinten links. Vor allem dort hatte ich ihn schon verabschiedet – so geht es gelegentlich im Fußball. Jansen hat eine (fast) verletzungsfreie Saison gespielt, das allein ist schon ein bemerkenswerter Punkt in seiner Karriere, zudem hat er kämpfen gelernt. So oft, wie er in dieser Spielzeit grätschend am Boden lag, hat er es wohl noch nie geschafft. Ich ziehe vor dieser Steigerung meinen Hut und hoffe darauf, dass er nicht nur so weiter machen wird, sondern auch noch zulegen kann, Die nächste WM kommt bestimmt . . . Note zwei.

Zhi Gin Lam brachte es auf vier Einsätze hinten links, einmal schaffte er dabei volle 90 Minuten. Mit Sicherheit ist Lam ein Fußballer, der technisch einiges drauf hat, dennoch gehe ich immer noch nicht mit Trainer Thorsten Fink konform, dass dieser Zhi Gin Lam hinten links eine Zukunft hat. Da fehlt körperlich doch noch zu viel – auch wenn der Bayern-Kollege Lahm es Jahr für Jahr beweist, dass auch ein vergleichsweise kleiner Abwehrspieler seine (teilweise überragenden) Leistungen bringen kann. Da aber gibt es, wie gesagt, körperlich doch noch einigen Nachholbedarf. Note vier.

So, das war die Abwehr. Und irgendwie finde ich, das habe ich beim Schreiben dieser Zeilen für mich entdeckt, dass es durchaus noch Spaß bringt, sich noch einmal in dieser Form mit der abgelaufenen Saison zu beschäftigen. Ich war jedenfalls wieder mittendrin. Genau so, als stünde morgen schon das nächste Bundesliga-Spiel für den HSV auf dem Programm.

19.07 Uhr

7:3 in Meldorf – auch Drobny trifft! ##### Ergänzung zum Thema Sportchef

20. Mai 2013

Würstchen. Bier und Autogramme, dazu viele strahlende Gesichter. Das ganze Dorf war da . . . Nein, ich weiß gar nicht, ob Meldorf ein Dorf ist. 10 000 Einwohner – eine kleine Stadt. Auf jeden Fall war der schöne Sportplatz des abstiegsgefährdeten Schleswig-Holstein-Liga-Clubs mit 2700 Zuschauern bestens gefüllt. Der HSV war da, Sponsor Holsten hatte es möglich gemacht, TuRa Meldorf hatte den Bundesliga-Vertreter „gewonnen“. Da das Wetter auch mitspielte, denn es regnete ausnahmsweise einmal nicht, war diese Partie ein richtig schönes Fußballfest – und zudem noch eine Werbung für den HSV. Der gewann mit 7:3 gegen einen Gegner, der am morgigen Dienstag noch ein schweres Punktspiel im Abstiegskampf – und zwar beim SV Henstedt-Rhen – zu bestreiten hat. Erschwerte Bedingungen für die Amateure.

Der HSV trat in Meldorf ohne Rene Adler, Dennis Diekmeier, Heiko Westermann, Marcell Jansen, Dennis Aogo, Tomas Rincon und Heung Min Son an. Es spielten in Halbzeit eins: Jaroslav Drobny, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne, Slobodan Rakjovic, Petr Jiracek; Milan Badelj, Per Ciljan Skjebred, Ivo Ilicevic, Rafael van der Vaart, Artjoms Rudnevs und Maximilian Beister. Und diese Formation hatte nach Sekunden eine haarige Situation zu verkraften: Ein weiter Schlag von Meldorf-Torwart Pycha setzte in der HSV-Hälfte auf, Mancienne verschätzte sich und sprang unter dem Ball durch, und plötzlich stand Plötz frei vor Keeper Drobny. Der TuRa-Stürmer köpfte über und an Drobny vorbei, verfehlte aber auch um Zentimeter das Tornetz. Noch lange hielt sich der Meldorfer beide Hände vor das Gesicht, er konnte es nicht fassen, eine solche „Hundertprozentige“ vergeben zu haben.

Trotz allem fiel das erste Tor gegen den HSV. Von Bruma und Mancienne war nichts zu sehen, als Meldorfs Jeremejev allein auf Drobny zulief – und eiskalt traf. War das ein Jubel in der neunten Minute! Der HSV rückte die Verhältnisse danach aber schnell wieder zurecht. Rudnevs traf nach Zuspiel von Badelj zum 1:1 (16.), Ilicevic vollendete nach überragender Vorarbeit von Rudnevs zum 2:1 (18.) und Beister „hämmerte“ mit rechts ein – 3:1 (28.). Zwischendurch ließen Ilicevic und Rudnevs noch jeweils eine hundertprozentige Chance aus, dann tanzte Ilicevic „ganz Meldorf“ aus und legte den Ball mustergültig zur Mitte, wo Beister aus zwei Metern nur noch eindrücken musste (34.). Halbzeit.

Zur Pause wechselte der HSV dann kräftig aus, es spielten dann: Drobny, Skjelbred, Bruma, Mancienne, Angelo Langer; Matti Steinmann, Ndriqim Halili, Domink Masek, Ilicevic, Beister und Rudnevs. In der 55. Minute kam Josef Shirdel für den angeschlagenen Ilicevic.

Und der HSV ging zwei Minuten nach Wiederbeginn mit 5:1 in Führung. Rudnevs wurde im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter wollte Beister schießen, doch von hinten stürmte Drobny heran. Der Keeper schoss. Und wie. Meldorfs Torwart wurde getäuscht, er flog, flog und flog nach rechts, wunderschön, wunderbar hoch und weit, und Drobny kullerte die Kugel durch die Mitte ins Netz. Obwohl ich gar nicht weiß, ob der Ball das Netz erreicht hat, es war tatsächlich nur ein Kullerball . . .

Der eingewechselte Shirdel traf danach zum 6:1, Vorlage Masek (57.). Und dann war Meldorf mal wieder dran: Till Balzer verkürzte auf 2:6 und wurde begeistert gefeiert (69.). Der kleine Halili hätte dann ein Tor köpfen (!) können, doch nach Beister-Ecke traf der aus fünf Metern das Tor nicht – und hielt sich entsetzt die Hände vor das Gesicht. Für das letzte HSV-Tor sorgte dann noch einmal Beister, als er den Innenpfosten traf – Tor (79.). Den Schlusspunkt aber setzte nach einem Foul von Langer der Meldorfer Timo Braasch, der den Elfmeter zum 3:7-Endstand verwandelte. Ein Torfestival beim TuRa-Fußballfest, die Fans gingen zufrieden gen Heimat.

Auf eine Einzelkritik verzichte ich – natürlich. Für mich aber war Ivo Ilicevic diesmal recht auffällig. Der ehemalige Lauterer deutete mehrfach sein großes fußballerisches Können an, das, was er uns allen in der gesamten Saison vorenthalten hat. Der Junge kann was, das stand vorher schon fest, heute deutete er mehrfach seine Klasse an – wenn er jetzt noch etwas mehr Pfeffer in den Hintern bekommen würde, dann könnte er ein „Neuzugang“ für die kommende Spielzeit werden. Mir jedenfalls hat es gefallen, auch wenn ihm längst nicht alles gelang.

So, das war Meldorf, aber zwei habe ich noch. Einmal gab es eine Meldung vom NDR:

Hartwig und Schnoor kritisieren HSV-Führung

Die ehemaligen HSV-Profis Jimmy Hartwig und Stefan Schnoor haben die Vereinsführung des Hamburger Bundesligisten sowie Sportdirektor Frank Arnesen harsch kritisiert: „Ich ärgere mich über den Aufsichtsrat und den Präsidenten. Der (Arnesen, d. Red.) kommt aus Chelsea und bringt lauter Fallobst mit als Spieler. Ich sehe, wie es Woche für Woche schlechter wird“, monierte Hartwig am Sonntagabend im NDR Sportclub.

Auch Schnoor sieht in Arnesen den Hauptverantwortlichen für das erneute Verpassen der Europa League. „Er hat die falschen Spieler verpflichtet. Gerade wenn du kein Geld hast, zeigt sich doch, ob du ein Guter bist oder nicht. Wenn du Geld hast, dann ist es einfach. Aber wenn nicht, dann muss ich mir etwas einfallen lassen. Dann muss ich mein Netzwerk spielen lassen und einen Blick für Talente haben“, sagte der 42-Jährige. Der HSV sei nicht in der Lage, sich für Europa zu qualifizieren. „Du hast ein paar Spieler dabei, die versuchen voranzugehen und sich reinzuhauen. Aber ein Großteil der Mannschaft ist alleine aufgrund seines Charakters nicht in der Lage dazu.“

Auch Heung Min Son sei „nicht der große Spieler, zu dem er immer gemacht wird. Wenn man für ihn 14 Millionen kriegen kann, dann weg“, meinte Schnoor.

Das ging und geht mir alles ein wenig zu weit. Teilweise habe ich gedacht: Sitzt da Paul Breitner? Der glänzte auch immer mit einem Halbwissen – jedenfalls dann, wenn er nicht über den FC Bayern spricht. Und wenn er über den HSV spricht, dann wird aus diesem Halbwissen auch gelegentlich ein Viertelwissen . . .

Die „alten Herren“ des HSV, Hartwig und Schnoor, die hätte ich mal sehen wollen, wenn sie Sportchef beim HSV geworden wären. Motto: „Nun kauft mal ein – aber ohne Geld.“ Und ich hätte Schnoor und Hartwig auch gerne mal gesehen, wenn sie unter falschen Voraussetzungen zum HSV gelockt worden wären. Die hätten sofort die Kurve gekratzt, davon bin ich überzeugt. Nun gut, Frank Arnesen verdient beim HSV fürstlich, vielleicht hätten es Schnoor und Hartwig ja auch für diese Summe getan, ist ja eine gewisse Entschädigung dafür, dass dem Herrn (Arnesen) viel versprochen wurde, von dem der HSV später (nach dem Führungswechsel) nichts mehr halten konnte. Weil einfach kein Geld da war. Und dann hat Arnesen, den ich gar nicht groß verteidigen will, ja auch tatsächlich seine Netzwerke spielen lassen – und hat sich bei Chelsea bedient. Sein Netzwerk. Und dazu noch Ivo Ilicevic (den einst die Bayern haben wollten!) und Per Ciljan Skjelbred gekauft. Nein, nein, da machen es sich einige Herren viel zu leicht, denn damals, als Arnesen beim HSV begann, war hier wirklich finanziell das Chaos ausgebrochen – „Holland in Not“.

Und sollte Frank Arnesen jetzt beim HSV bleiben, was ich, da bin ich ehrlich, nicht so recht mehr glauben mag, denn es gibt Gerüchte, dass es hinter den Kulissen eifrig rumort (und schon nach einem Nachfolger gesucht wird! Sogar schon gesprochen wurde!), also wenn Arnesen bleibt, dann ist er jetzt und in diesem Sommer tatsächlich gefragt. Geld gibt es immer noch nicht, die Chelsea-Nummer funktioniert auch nicht mehr – jetzt kommt es darauf an, dass der Däne ein gewisses Improvisations-Talent besitzt, um tatsächlich aus Nichts Gold zu machen. Da wird man mal abwarten müssen. Und auch die Herren Schnoor und Hartwig werden es tun müssen: warten.
Und noch eines: Zum Thema Charakter (über das Stefan Schnoor sprach) hätte ich noch eine ganze Menge zu erzählen und zu schreiben, aber das werde ich zu einem späteren Zeitpunkt erledigen. Ganz sicher sogar. Als ich das beim NDR sah und hörte, hüpfte mein Herz vor Vergnügen. Oder war es doch eher der Zorn, der mein Herz hüpfen ließ?

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Beginn der Ergänzung, die kurz vor Mitternacht am Pfingsmontag vorgenommen wurde.

Das ist eine Ergänzung, die am späten Montag, kurz vor Mitternacht, zu dem Sportchef Thema vorgenommen wurde. Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Dienstag-Ausgabe in einem groß angelegten Artikel über die Entwicklung in Sachen „HSV-Sportchef“. Autoren des Artikels sind Alexander Laux und Kai Schiller. Sie haben mir gestattet, Auszüge ihres Berichtes zu übernehmen.

Es beginnt mit:

. . . was Arnesen zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste: er selbst ist offenbar der prominentester Streichkandidat des HSV. Wie das Abendblatt erfuhr, wird hinter den Kulissen bereits seit Wochen über eine vorzeitige Trennung des Managers debattiert. Innerhalb des Aufsichtsrats, der formell für die Bestellung und Absetzung des Vorstands zuständig ist, hat es bereits mehrere inoffizielle Gesprächsrunden zu der wohl wichtigsten Personalentscheidung des Sommers gegeben.

Weiter heißt es:

Der Personalausschuss (Manfred Ertel, Jens Meier, Christian Strauß und Eckart Westphalen) hat bereits mehrere Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt.

Und:

. . . Dabei ist Arnesen auch innerhalb des Vorstands nicht unumstritten. Der Hauptvorwurf: Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim teuersten Sportchef aller Zeiten habe nie gestimmt. So müsse man Arnesen zwar den Top-Transfer René Adlers hoch anrechnen. Gleichzeitig sei der Skandinavier, der 1,8 Millionen Euro verdient, aber für eine Reihe von Transferflops verantwortlich.

Gegen Ende des Artikels heißt es:

. . . Nun deutet alles darauf hin, dass Arnesen selbst einem Umbruch an der Spitze zum Opfer fällt. Aufsichtsratschef Ertel wollte die Vorgänge hinter den Kulissen zwar nicht kommentieren („Zu Gerüchten äußere ich mich nicht“), seine Gespräche mit mehreren Nachfolge-Kandidaten wollte er allerdings auch nicht dementieren. Wie das Abendblatt erfuhr gibt es derzeit drei Hauptkandidaten, von denen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der klare Favorit sein soll.

Was sagt der Sportchef dazu? Der Däne:

„Unser Mediendirektor Jörn Wolf hat mir morgens erstmals von all den Gerüchten berichtet“, sagte Arnesen am Montagabend dem Abendblatt, „vom Aufsichtrat hat dagegen niemand mit mir gesprochen.“

Wie gesagt, das sind lediglich einige Ausschnitte aus einem großen und umfangreichen Bericht. Ich danke den beiden Kollegen, dass sie mir gestattet haben, darüber schon vorab in „Matz ab“ zu informieren.
Bereits in meinem Bericht vom Meldorf-Spiel hatte ich ja schon kurz über den „Fall Arnesen“ geschrieben, dass es gewisse Gerüchte gibt. Die gibt es in der Tat schon eine geraume Zeit, ich habe davon schon vor mehr als 14 Tagen erfahren. Seit dieser Zeit habe ich gehört, dass auch der frühere HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer (jetzt Zenit St. Petersburg) erneut vom HSV angesprochen worden sein soll. Niemand allerdings wird das bestätigen.
Zur Personalie Andreas Rettig kann ich nur sagen: Sollte der DFL-Geschäftsführer (Nachfolger von Holger Hieronymus) tatsächlich die Nummer eins sein, so kann ich dem Aufsichtsrat und dem HSV nur gratulieren. Eine perfekte Wahl. Ich halte Rettig für einen erstklassigen Mann, er ist kein „Traumtänzer“, er stand stets mit beiden Beinen auf der Erde und hat in seinen bisherigen Bundesliga-Stationen gelernt, aus wenig viel zu machen. Ich jedenfalls würde Andreas Rettig mit offenen Armen beim HSV in Empfang nehmen.

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Ende der Ergänzung kurz vor Mitternacht am Montag.

So, dann gibt es noch die HSV-Tour nach Neuruppin. Wenige Tage nach dem Ende der Bundesliga-Saison 2012/2013 wird der HSV von morgen an (Dienstag) bis zum 24. Mai in das Resort Mark Brandenburg nach Neuruppin reisen. Dort wird der Bundesliga-Siebte um Trainer Thorsten Fink und Rafael van der Vaart herum an einer Teambuilding-Maßnahme des Resort Mark Brandenburg teilnehmen. Und am Donnerstag, den 23. Mai, findet dann auch um 19 Uhr ein Testspiel im Neuruppiner Volksparkstadion gegen den Sechstligisten und Lokalmatador MSV Neuruppin statt.
„Mit dem HSV hat nun erstmals auch ein Fußball-Erstligist das erstklassige Teambuilding-Angebot unseres Hauses für sich entdeckt“, freut sich Martina Jeschke, Hoteldirektorin des Resort Mark Brandenburg.

16.15 Uhr

Frankfurt wird nervös . . .

17. Mai 2013

Spannend wird es auf jeden Fall. Vielleicht sogar dramatisch. Und wenn es in Hamburg und Frankfurt lange Zeit 0:0 steht, dann wird mit jeder Minute mehr eine ganz besondere Atmosphäre in beiden Stadien herrschen. Dann gibt es eventuell ein Herzschlag-Finale. Und geht es nach dem Computer der Sport-Bild, dann wird an diesem Sonnabend ganz – oder auf jeden Fall fast ganz – Hamburg jubeln. Wer sich erinnert: Vor Wochen, Ende März, hatte die Sport-Bild die letzten Bundesliga-Spieltag tippen lassen. Von Udo Lattek und von Experten aus dem Wettbüros. Und vom eigenen Computer, Der SB-Computer hatte den HSV zwar letztlich auf Rang zehn einlaufen lassen (sich also „leicht“ geirrt), aber immerhin hat er für morgen folgende Spielausgänge getippt: Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 2:3, HSV – Bayer Leverkusen 3:1. Was will der Hamburger mehr?

Übrigens: Die Experten von Tipico haben den HSV auf Rang sechs einlaufen lassen, die von Bwin sogar auf Platz fünf. Letzteres kann nicht mehr geschehen, aber die Herren hatten eben Vertrauen in den HSV. Anders als Udo Lattek, der den HSV auf Rang zwölf enden sah. Knapp daneben ist auch vorbei, aber der gute Udo kennt sich eben auch etwas besser beim FC Bayern aus . . .

Die stehen hier und heute aber nicht zur Diskussion. Leverkusen muss morgen erst einmal besiegt werden, und dann muss gehofft werden, dass die Wolfsburger ihre gute Auswärtsform durch einen erneuten Dreier (diesmal in Frankfurt) unterstreichen. Unmöglich ist das alles doch nicht. Der VfL ist mit 25 Auswärtspunkten die drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga – hinter Bayern und Dortmund. Das ist doch etwas, das Mut machen müsste, ihr Hamburger. Und mit Leverkusen kommt eine Mannschaft in den Volkspark, die auswärts nur einen Punkt mehr geholt hat, als der HSV in der Fremde. Dass der HSV gegenüber der Werkself daheim nur 26 Zähler geholt hat, Bayer dagegen 39 – das verschweigen wir dann doch besser.

Egal aber was die Statistiken auch immer sagen, die Tagesform und vielleicht auch ein Hauch Glück entscheiden darüber, ob der HSV doch noch Europa packen wird. Die Hamburger sind heiß, das war heute beim Abschlusstraining zu spüren. Da wurde konzentriert gearbeitet – gepaart mit Spaß. Erst eine habe Stunde das obligatorische Kreisspielchen (drei Stationen), dann wurde immer zu dritt über fünf Meter gesprintet. Wobei die Spieler ganz genau darauf achteten, wer diesen Sprint gewonnen hat. Da wurde teilweise um Zentimeter gefeilscht. Dann gab es ein Abschlussspielchen, in dem die beiden Mannschaften bunt durcheinander gewürfelt wurden. Ein Team spielte mit Drobny, Westermann, Rajkovic, Rincon, Badelj, Co-Trainer Heinemann, Ilicevic, Sala, Skjelbred und Rudnevs, das andere Team mit Adler, Bruma, Jansen, Mancienne, Diekmeier, Aogo, van der Vaart, Jiracek, Son und Beister. Heung Min Son traf zuerst gegen Rene Adler, dann Maximilian Beister. Wie das Match (auf einem Viertel des Platzes) endete, das entzieht sich allerdings meiner Kenntnis, denn die nebenan trainierende „Zweite“ verließ den Rasen, und ich wollte unbedingt noch mit Andre Panadic sprechen. Der ehemalige HSV-Spieler (101 Spiele, fünf Tore als Innenverteidiger) ist im Moment mit seinem Sohn Mateo in Hamburg, „Panas“ Sohnemann trainiert – auf Vermittlung von HSV-Manager Bernd Wehmeyer – bis einschließlich morgen zur Probe beim HSV (Regionalliga-Team). „Pana“ ist mächtig stolz auf seinen Filius, wagt aber noch keine Prognose. Es „sehe ganz gut aus“ sagt er vorsichtig und will abwarten, was und wie sich der HSV nach dem Sonnabend entscheidet. Immerhin: Neben „Pana“ stand der frühere Bundesliga-Profi Uwe Fuchs, der sich einst auch als Trainer versucht hatte, heute aber Spielerberater ist. Er wird sich wohl künftig um Mateo Panadic kümmern und dabei behilflich sein, einen Verein zu finden – falls es mit dem HSV nicht klappen sollte.

Aber zurück zum aktuellen Geschehen, zum 34. Spieltag. Oh, als ich das schreibe, den 34. Spieltag, wird mir ganz „schwummerig“ – Schei . . .-Sommerpause. Das wird noch eine schlimme und über weite Strecken auch langweilige Zeit. Weil sich beim HSV ja auch in Sachen Ein- und Verkäufen traditionell erst gegen Ende der Pause etwas tut. Nun gut, damit müssen wir leben. Auch wenn es schwerfällt.

In Frankfurt scheinen sie inzwischen auch ein wenig nervös zu werden. Weil es aus Hamburg je den einen oder anderen Satz – von wegen des Drucks – gegeben hatte. Dazu schreibt die Agentur heute:

Trainer Armin Veh vom Tabellensechsten Eintracht Frankfurt hat vor dem Bundesliga-Finale am Samstag die Störfeuer vonseiten des Hamburger SV gekontert. „Wir haben einen Etat von 25 Millionen Euro, und der HSV macht in dieser Saison Schulden. Und dann sollen wir Druck haben. Das ist doch ein Witz. Da lache ich mich kaputt, wenn ich sowas höre“, sagte Veh einen Tag vor dem abschließenden Saisonspiel der Hessen am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky und Liga total!). HSV-Trainer Thorsten Fink hatte vor dem Showdown um Platz sechs gestichelt: „Wir haben nicht viel zu verlieren, Frankfurt dagegen schon.“ Auch Keeper Rene Adler hatte gesagt, dass der Druck bei der Eintracht liege. Dem Aufsteiger aus Frankfurt (50 Punkte) würde ein Sieg im Duell mit den „Wölfen“ für die Europa-League-Qualifikation reichen, und sogar ein Unentschieden, wenn zeitgleich Verfolger Hamburger SV (48) gegen Bayer Leverkusen nicht gewinnt oder bei einem Sieg nicht 13 Treffer aufholt. Die Eintracht könnte prekärerweise nach 33 Spieltagen auf einem der ersten sechs Plätze und einer tollen Saison noch aus den internationalen Rängen purzeln.

Veh muss noch um den Einsatz von Toptorjäger Alexander Meier (15 Treffer) bangen, der zuletzt wegen einer Sprunggelenkverletzung ausgefallen war. Kapitän Pirmin Schwegler stehe nach seiner Schambeinblessur auf jeden Fall im Kader, kündigte Veh an. Der Schweizer Mittelfeldspieler liebäugelt mit einem Wechsel nach Wolfsburg. Coach Veh, der die Hessen vor dieser Saison zurück in die Bundesliga geführt hatte, sprach im Vorfeld von einem schwierigen Spiel. „Wir wissen aber, dass wir etwas Großes erreichen können“, erklärte der 52-Jährige, der selbst ein Verpassen der Europa League nicht als Drama bewerten würde. „Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter. Auch Platz sieben wäre ein großer Erfolg.“

Für den HSV doch auch. Ernsthaft. Sollte es nicht mit Rang sechs klappen, dann sind Platz sieben oder acht auch akzeptabel. Für mich jedenfalls. Und daran, dass wir dann alle gemeinsam wieder auf die nächste Spielzeit hoffen, daran haben wir uns alle doch schon längst seit Jahren gewöhnt. Immerhin, und das kann selbst der größte HSV-Kritiker nicht von der Hand weisen, ist es in dieser Saison wieder bergauf gegangen – mit dem HSV. Auch wenn es diese berühmt-berüchtigte Berg-und-Talfahrt gegeben hat. Daran wird der Club sicher arbeiten – wenn Geld da ist.

Erst einmal abwarten, was der Sonnabend nun bringen wird. Beim HSV sind alle Mann an Deck, lediglich „Maxi“ Beister hatte heute während des Spiel ein paar Schwierigkeiten und musste sich behandeln lassen, ging dann auch, als das Trainingsende gekommen war, als erster Spieler in die Kabine. Thorsten Fink hatte zuvor eine engagierte Gemeinschaft trainieren sehen. Und der Coach sagte: „Wir sind heiß, wir brennen auf dieses Spiel.“ Dann sagte er auch noch: „Wenn Leverkusen aber genauso motiviert ist wie wir, genauso top drauf ist, dann werden wir keine Chance haben. Das ginge dann doch nur für uns, wenn Bayer eine Rote Karte bekäme – oder so. Die haben doch mehr Qualitäten. Die stehen doch ganz oben, haben Platz drei schon sicher. Der FC Bayern könnte gegen uns auch nur verlieren, wenn sie nicht hundert Prozent geben. Wenn aber zwei Mannschaften, von der eine qualitativ stärker besetzt ist, gleich motiviert sind, dann muss schon viel passieren, wenn die etwas schwächere gewinnen sollte . . .“

Tagesform. Ich sage, die Tagesform wird entscheiden. Und wenn die HSV-Mannschaft endlich von der ersten Minute an begreift – und dementsprechend zur Sache geht – dass es hier um sehr, sehr viel geht und dass das die allerletzte Chance auf Europa ist, dann ist der Unterschied – auch der qualitative – zwischen beiden Teams vielleicht doch nicht ganz so groß.

So, zum Schluss sie noch kurz erwähnt, dass der frühere HSV-Kapitän David Jarolim heute seinen 34. Geburtstag feiert – herzlichen Glückwunsch, „Jaro“ – und bis bald.

Dann findet auch morgen nach dem Spiel wieder die immer beliebter werdende „Matz-ab-live“-Talkrunde“ statt, für das wir eigentlich schon zwei Gäste seit Anfang Februar fest verpflichtet hatten: Manfred Kaltz und Harry Bähre. Rekordspieler Kaltz allerdings hat heute Nachmittag (leider) absagen lassen, sodass wir im Laufe des heutigen Abends noch um einen Ersatz bemüht sind. Wir sind am „röteln“ . . .

PS: Aus technischen Gründen ist das”Matz-ab”- Gewinnspiel noch nicht aktualisiert, es ist “am werden”, aber die Gewinner der Trikots und der Karten sind bereits benachrichtigt worden.

18.52 Uhr

Son geht, Son bleibt, Son geht – oder bleibt er jetzt doch?

14. Mai 2013

Er hatte es eilig. Immerhin musste er noch den Flieger nach London erreichen, der ihn zum Spiel Wigans bei Arsenal London befördern sollte. Paul Scharner tritt heute Abend für Wigan an – und Fink will zusammen mit Sportchef Frank Arnesen vor Ort überprüfen, inwieweit der Österreicher für den HSV in der kommenden Saison wichtig ist. „Ich muss Paul auch mal live sehen, und heute ergibt sich die Gelegenheit“, sagt Fink. Ob er sich auch andere Spieler ansieht oder sonstige Termine hat? „Keine Termine“, so Fink, „ich fliege tatsächlich nur wegen Paul hin.“ Okay, aber sollte noch jemand auffallen – Stift und Zettel haben Arnesen und Fink dabei, wie der Trainer versichert…

Der hatte zuvor auf einige Stammspieler im Training verzichten müssen. Dennis Aogo kuriert noch die Reste seiner Sprunggelenksverletzung aus, Petr Jiracek hat in Hoffenheim einen Schlag aufs Knie bekommen und Rafael van der Vaart leichte Wadenprobleme. „Alle drei wollen aber schon am Mittwoch wieder mittrainieren“, so Fink, der bei seiner Mannschaft ob des Saisonendspurts „einen gewissen Substanzverlust“ erkannt hat. Allerdings liege der noch im Erträglichen – und die Aussicht auf das Finale am Sonnabend im eigenen Stadion sei Schmerzmittel genug für alle Wunden. „Es ist deutlich, dass hier alle richtig heiß darauf sind, am Sonnabend das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Mannschaft die Überraschung erzwingt.“ Und sollte dies nicht gelingen, weil Frankfurt parallel punktet: „Dann ziehe ich den Hut vor der Eintracht“, so Fink, „dann haben sie es verdient.“

Stimmt. Egal wer am Ende auf welchem Platz steht, er hat es verdient. Wobei ich mir ebenso wie Fink sicher bin, dass sich Ex-HSVer Ivica Olic mit dem VfL Wolfsburg in der Partie bei Eintracht Frankfurt nicht hängenlassen wird, nachdem sie nunmehr neun Spiele in Folge nicht verloren haben und noch die Chance auf einen einstelligen Tabellenplatz haben. Zudem liegt der psychologische Druck bei den Hessen. „Frankfurt hat den Vorteil, nur einen Punkt zu brauchen und ein Heimspiel zu haben. Aber auf der anderen Seite haben wir den psychologischen Vorteil, nur gewinnen zu können, während Frankfurt eine ganze Menge zu verlieren hat.“

Stimmt. Aber ob’s was nützt?

Egal wie, der HSV muss zuerst einmal gegen Bayer Leverkusen gewinnen. Und die Werkself ist nicht nur tabellarisch nach Bayern und Dortmund der drittschwerste Gegner, den man haben kann. „Taktisch, technisch und physisch ist Bayer top“, lobt auch HSV-Trainer Fink. Zurecht. Denn die Leverkusener sind spielstark, können hervorragend kontern und sind bei Standards gefährlich. Es fehlt an nicht vielem. Außer vielleicht an der Motivation im letzten Saisonspiel, da es für Bayer um nichts mehr geht. Der dritte Rang ist gesichert – weder nach oben noch nach unten geht etwas. „Ich glaube nicht, dass die sich hängenlassen“, sagt Fink, der ein heißes Spiel erwartet: „Alle, ob Spieler, Trainer oder Zuschauer, können sich auf ein geiles Finale freuen.“

Wobei so kurz vor Saisonende auch schon die ersten Andeutungen von Analysen durchsickern. Heute bei Fink. „Wir hatten 48 Punkte mehr oder weniger als Ziel ausgegeben und die jetzt erreicht. Die haben wir auch nicht von irgendwelchen Elfen geschenkt bekommen sondern uns erarbeitet. Wir dürfen uns ganz sicher nicht belügen, da gibt es einiges, was wir verbessern müssen. Aber wie wir nach den großen Rückschlägen in München, Hannover oder hier gegen Schalke zurückgekommen sind zeigt, dass der Kern der Mannschaft da ist. Und der will jetzt die 51 Punkte, was top wäre.“ Immerhin sei man in der Vorsaison 15. Gewesen und jetzt achter. Fink: „Das ist eine absolut positive Entwicklung.“

Allerdings eine, die noch deutlich besser hätte ausfallen müssen. Die Ansprüche, die der HSV hat, können nicht jenseits irgendwelcher Europapokalplätze liegen“, bilanzierte auf der 20. Hamburg-Soirée am Montag Günther Netzer die wechselhafte Saison schon vor dem letzten Spieltag. „Man kann nicht zufrieden sein. Die Mannschaft hat kein Vertrauen geschaffen. Man muss sich nur mal vorstellen, welche Punkte der HSV in dieser Saison liegen gelassen hat“, sagt der vielleicht geeignetste Kandidat für einen HSV-Vorstandsposten, der allerdings und leider weiterhin jegliche Mitarbeit bei seinem Ex-Klub ausschließt.

Ausgeschlossen ist zudem ein letztes Mitwirken von Tolgay Arslan, dessen Kreuzbandzerrung noch immer nicht auskuriert ist und die den jungen Mittelfeldmann vor echte Probleme stellen könnte. „Es sieht nicht gut aus bei ihm“, sagt Fink, bezogen auf einen Einsatz Arslans und ergänzt: „Das wird eng für seine EM-Teilnahme.“ Hintergrund: Arslan zählt noch immer zum Kader der U21-Nationalelf, die vom 5. bis 18. Juni in Israel um den EM-Titel kämpft. Bitter für Tolgay, dem ich von hier gute Besserung wünsche und für den ich beide Daumen gedrückt halte. Er hätte sich so einen krönenden Abschluss absolut verdient.

Verdienen ist ein gutes Stichwort. Das will der HSV mit Spielerverkäufen. Unter anderem stand und steht auch ein Verkauf von Heung Min Son noch auf dem Zettel. Und während in den letzten Tagen immer wieder Champions-League-Finalist Borussia Dortmund als Hauptinteressent genannt wurde, scheint sich dieser Wechsel plötzlich zu zerschlagen. Denn trotz des Dementis von Werders Kevin de Bruyne soll der Transfer des Belgiers zum BVB bereits eingetütet sein. Einzig die Einigung zwischen BVB und Chelsea, von denen de Bruyne an die Weser verliehen ist, steht noch aus. Zudem sollen BVB-Boss Watzke samt Trainer Jürgen Klopp und Manager Michael Zorc in Brasilien bezüglich eines offensiven Mittelfeldspielers und in Porto in Sachen Stürmer fündig geworden sein: Jackson Martinez gilt inzwischen als heißester Kandidat für die wahrscheinliche Nachfolge Robert Lewandowskis.

Zudem gilt intern als hochwahrscheinlich, dass Son ein Engagement in England nicht dem HSV vorziehen werde. Im Gegenteil, heute habe ich das erste Mal seit Wochen wieder einen Offiziellen sagen hören, dass er eher mit einem Verbleib Sons rechnet. Nun denn. – eine Fortsetzung der Arie ist sicher. Geplant ist, dass sich Son im Laufe der kommenden Woche erklärt. Aber dazu werde ich Euch im Laufe dieser Woche hoffentlich noch ein wenig mehr berichten können.

Und wo wir gerade beim Thema Angreifer sind: Während ich vor zwei Wochen an eine taktische Aussage Finks glaubte, als er Maxi Beister hoch lobte, hat sich dieser die Komplimente inzwischen wieder ehrlich verdient. Im Training gibt der reumütige Youngster Vollgas und scheint vieles wiedergutmachen zu wollen. Und das sieht gut aus. Deutlich besser sogar als noch vor der überflüssigen Roten Karte. Weiter so, Maxi!

Klar ist, dass am Sonnabend nur Jeffrey Bruma verabschiedet wird. Für die restlichen Verkaufsposten hat sich bislang noch kein Abnehmer gefunden. Kacar scheint sich mit Hannover einig werden zu können und Slobodan Rajkovic soll Interessenten aus Russland haben, dort aber nicht hingehen wollen. Aber ansonsten ist noch alles ruhig. „Der Markt bewegt sich schon“, hatte Frank Arnesen vor 14 Tagen gesagt. Allerdings bewegt sich selbiger bislang am HSV vorbei. Aktuell marschiert auch ein Stürmerkandidat am HSV vorbei: Daniel Ginczek wechselt vom FC St. Pauli voraussichtlich nach Nürnberg. Der HSV, der einen groß gewachsenen Stürmer wie Ginczek (22 Jahre alt, 17 Tore, 191 Zentimeter hoch und 80 Kilogramm schwer) sucht, ist nicht in der Verlosung, worüber sich heute einige aufgeregt haben. Und ehrlich gesagt, zählte auch ich zu denen, die in Ginczek einen richtig Guten erkannt haben wollten. Dennoch bin ich aktuell nicht der Meinung, dass der HSV Ginczek holen muss. Im Gegenteil, der Pauli-Recke ist mir einem Rudnevs zu ähnlich. Und obwohl sich Fink zitieren lässt, Ginczek wäre interessant und würde ins Anforderungsprofil passen, glaube ich, dass der HSV besser beraten wäre, einen langen Stürmer zu nehmen, der über etwas mehr technische Fähigkeiten verfügt. Denn davon gibt’s beim HSV keinen und genau den will Fink. Insofern bin ich diesbezüglich ganz entspannt. Noch hat der HSV ja Zeit.

Nicht vorbei sein wird es mit HSV-Spielen nach der Partie gegen Leverkusen, da die Mannschaft ab kommenden Dienstag für drei Tage (21. Bis 24. Mai) eine Abschlussreise mit Teambuilding-Caharakter nach Neuruppin unternimmt. Die Tour wird durch ein Testspiel gegen Neuruppin abgerundet. Und das alles ja vielleicht doch noch als Europa-League-Teilnehmer.

In diesem Sinne, bis morgen! Da wird um 15 Uhr an der Arena trainiert.

Scholle

Rhythmuswechsel für das schier Unmögliche

8. Mai 2013

Was’n Tag! Sommerwetter, und dann noch eine XXL-Trainingseinheit. Sagt der Trainer. Und er hat Recht, denn mit gut 110 Minuten war es eine der längsten Einheiten der Rückrunde. Allerdings auch nur, weil morgen frei ist. Der Vatertag gehört den Spielern und den Trainern. Und diese Maßnahme sorgt für mächtig Verwirrung.

Wie kann man nur zwei Tage vor einem solch wichtigen Spiel frei machen?

Eine Frage, die Thorsten Fink mit einem von ihm gewünschten „Rhythmuswechsel“ beantwortet. Und wer auch immer sich hier jetzt echauffiert und schreit, dass das alles gar nicht mehr wahr sein kann, dem sei gesagt: es kann! Denn auf den letzten Metern der Saison holt und verliert ein Spieler durch einen Tag Pause keine Fitness. Ganz sicher nicht. Einzig der psychologische Faktor ist diskutabel. Und ob der gut ist oder nicht, das entscheidet sich mit dem Ergebnis in Hoffenheim. Ergo: abwarten.

Abzuwarten bleibt auch, wer aufläuft. Heute im Trainingsspiel mischte Fink bunt durcheinander. Wobei Gojko Kacar fehlte. Der Serbe hatte sich am Dienstag das Knie überstreckt und pausierte heute. „Er hatte in der Nacht eine Reaktion und ist vorsorglich zum Arzt“, so Fink. Eine endgültige Diagnose hatte ich bis jetzt noch nicht, liefere diese aber natürlich nach, sobald sie da ist.

Relativ klar scheint, dass Kacar an sich nicht mehr lange da ist. Nachdem Hannover 96 im Winter Interesse bekundet hatte und der Wechsel überraschend platzte, soll es jetzt etwas werden. Dem Vernehmen nach fordert der HSV knapp zwei Millionen Euro Ablösesumme – die Niedersachsen scheinen dennoch interessiert.

Kacar wäre damit der erste einer ganz langen Reihe von Spielern, die den verein verlassen (sollen). Am Dienstag hatte ich im Abendblatt die Liste veröffentlicht, und zu dieser gesellt sich mit immer größer werdender Wahrscheinlichkeit auch Heung Min Son. Der Südkoreaner hatte dem Verein mitgeteilt, bzw. mitteilen lassen, dass er die sportliche Entwicklung abwarten wollte und dass der internationale Wettbewerb eine gewichtige Rolle spielen würde. Und ob das etwas wird oder nicht, wissen alle in zehn Tagen. Bis dahin will sich der Torjäger mit Ladehemmung entschieden haben. Vieles deutet daraufhin, dass sich Ligakonkurrent Borussia Dortmund die Dienste Sons sichern kann. Der BVB hatte bereits vor einigen Monaten bei Son-Berater Thies Bliemeister angefragt und hat jetzt durch das Erreichen der Champions League das nötige Kleingeld in der Tasche. „Es gibt noch nichts Neues“, sagt Bliemeister, der Verhandlungen mit dem BVB aber dementiert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da Verhandlungen laufen.“ Und er sollte es wissen. Dennoch deutet der Berater sehr wohl an, dass es sehr bald eine Entscheidung geben dürfte. Und das ist gut so.

Angesichts der aktuellen Finanzlage hoffe ich, dass dem HSV noch ein Millionenangebot ins Haus flattert. NDR 90,3 hatte heute erneut von dem drohenden Rekordminus berichtet. In der Agenturmeldung heißt es:

„Die wirtschaftliche Lage des Hamburger SV ist möglicherweise noch deutlich prekärer als erwartet. Nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 aus Kreisen des Fußball-Clubs steuert der HSV im laufenden Geschäftsjahr auf den Rekordverlust von24 Millionen Euro zu. Bisher war ein Minus von rund 15 Millionen Euro erwartet worden. „Ich weiß nicht, wo das herkommt und werde irgendwelche Zahlen, die in die Welt gesetzt wurden, nicht weiter kommentieren“, sagte Clubchef Carl Edgar Jarchow….
….Allerdings geht auch der Vorstandsvorsitzende schon länger von einem „Minus im zweistelligen Millionenbereich“ aus. Fest steht, dass der HSV nach Defiziten von 4,9 (2010/11) und 6,6 Millionen Euro (2011/12) zum dritten Mal in Serie ein Geschäftsjahr tief in den Miesen beenden wird. Dass der Traditionsclub die Lizenz für die nächste Saison dennoch ohne Auflagen erhalten hat, ist seiner Liquidität zu verdanken. Denn zum Nachweis seiner Zahlungsfähigkeit stehen dem Club allein aus einer im Vorjahr erzielten Fan-Anleihe 17,5 Millionen Euro zur Verfügung.“

Umso wichtiger werden aktuell Spielerverkäufe. Entweder die acht, neun Streichkandidaten werden Geld bringend verkauft – oder die Son-Millionen müssen es richten. Denn dieser HSV braucht noch Verstärkungen. In allen Mannschaftsteilen – die Torwartposition mal ausgenommen. Und dafür wird Geld benötigt, auch wenn Fink sagt: „Es geht auch ohne viel Geld. Wir müssen nur einfach ein gutes Auge haben.“

Aber schon die Streichliste zeigt, dass der HSV damit seine Probleme hat. Wenn ich überlege, dass mit Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic, Jeffrey Bruma und Jacopo Sala gleich vier Chelsea-Transfers verkauft oder wieder abgegeben werden sollen – Frank Arnesen wird eine Menge zu erklären haben, nachdem der fünfte Mann vom FC Chelsea, Gökhan Töre (allerdings gewinnbringend) bereits verkauft ist. „Wir werden uns zeitnah nach Saisonende hinsetzen und die Saison analysieren“, kündigt Vorstandsboss Carl Jarchow an. Ginge es nach Fink, könnte dieses Treffen schon früher stattfinden. Und sein Kompagnon in Sachen Kaderplanung stimmt zu: „Wir sind ständig im Gespräch und wissen, dass wir immer bereit sein müssen. Der Transfermarkt bewegt sich dieses Mal schon deutlich früher als in den letzten Jahren.“ Verantwortlich dafür war unter anderen der Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern – der ja auch unmittelbare Auswirkungen auf den HSV haben könnte. Stichwort: Son…

Dass es heute widersprüchliche Meinungen zum Thema Bojan Krkic gibt, wundert mich nicht. Aber es lässt mich befürchten, dass dem HSV ein altbekanntes Problem bevorsteht: Uneinigkeit. Schon bei der letztjährigen Kaderplanung hatten Fink und Arnesen bei der Spielerauswahl teilweise unvereinbar unterschiedliche Meinungen. Zudem hatten Arnesen und Jarchow unterschiedliche Vorstellung, die Investitionssumme betreffend. Erst die Intervention Kühnes in Sachen Rafael van der Vaart und der misslungene Saisonstart brachen den Damm und der HSV investierte. „Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Ansichten“, sagt Fink, „aber letztlich machen wir das zusammen. Immerhin muss ich mich an dem Erfolg der Mannschaft ja auch messen lassen.“ Ebenso wie Arnesen, dessen Vertrag im Herbst, also nach der Kaderzusammenstellung für die neue Saison, besprochen werden soll.

Momentan deutet vieles daraufhin, dass der mit 1,8 Millionen Euro teuerste Sportchef-Vertrag der HSV-Geschichte nicht verlängert wird. Dem Dänen werden nicht allein eine falsche Spielerauswahl vorgeworfen. Immerhin setzte er sich bei Adler gegen alle Widerstände durch. Arnesen wird auch vorgehalten, im Winter sein Ziel, Spieler zu verkaufen, verpasst zu haben. „Im Sommer hat er die Möglichkeit, seine Kritiker Lügen zu strafen“, sagt ein Aufsichtsrat – allein ihm fehle der Glaube daran.

Der fehlt mir noch nicht. Ich will ihn einfach haben und gehe die Sache aus Prinzip schon optimistisch an. Wie bei der Tipprunde, in der der HSV bei mir seit 2003 nicht einen Punkt abgegeben hat. Ich hoffe einfach, dass Arnesen im Sommer nicht nur viele Spieler absetzen sondern auch qualitativ hochwertige dazugewinnen kann. Für ihn, für die Mannschaft, für den Verein – und vor allem für die Fans. Die dürfen sich übrigens darüber freuen, dass Dennis Aogo seine Kapselbeschwerden ausgestanden hat und ebenso wie Marcell Jansen wieder voll zur Verfügung steht. Lediglich Ivo Ilicevic musste heute passen. „Er hat leichte muskuläre Probleme“, so Fink, der einen Einsatz des Kroaten nicht ausschließen will.

In diesem Sinne, bleibt gesund, genießt den Vatertag und drückt die Daumen, dass das nahezu Unmögliche doch noch möglich wird…

Scholle

P.S.: Großen Respekt habe ich vor Sir Alex Ferguson, der nach 27 Jahren als Trainer von Manchester United zurücktritt. Der 71-Jährige ist mit 13 englischen Meistertiteln, fünf Pokalerfolgen und zwei Champions-League-Titeln der erfolgreichste Fußballtrainer Großbritanniens.

“Jeder muss sein Duell gewinnen wollen!”

3. Mai 2013

„In diesem Sinne, bis morgen. Da wird wieder um zehn Uhr trainiert und es sollen alle Feldspieler bis auf Marcus Berg dabei sein können. Dieter wird ebenfalls dort sein und Euch an gewohnter Stelle berichten.“

So endete „Scholle“ gestern. Aber so schön, wie er es angedacht hat, wurde es dann doch nicht. Gleich zwei HSV-Profis fehlten heute beim „Kurkonzert“. Marcell Jansen hat sich nun noch eine Magen- und Darm-Grippe zugelegt, Ende offen. Ich meine damit, dass sein Einsatz am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg, im vorletzten Heimspiel der Saison, doch fraglich ist. Und zudem hat sich Michael Mancienne Oberschenkel-Probleme eingefangen, er setzte deswegen heute aus – und wir auch beim nicht-öffentlichen Abschlusstraining am Sonnabend fehlen – und damit auf gegen die „Wölfe“ am Sonntag. Ich lasse mir da keine Hintertür offen, Mancienne wird ausfallen – Ende. Für ihn kommt Slobodan Rajkovic in die Mannschaft, und wenn ich Trainer Thorsten Fink richtig interpretiere, dann hatte er das ohnehin so geplant. Weil der Coach einen rustikalen Abräumer braucht. Und das war Mancienne zuletzt nicht, der Engländer war eher genau das Gegenteil eines Abräumers. Wobei ich jedem User, der nun genau dieses Gegenteil suchen wird, selbst überlasse, wo er mit dieser Suche endet . . .

Thorsten Fink sagte in Sachen Innenverteidigung: „Ich hatte schon in dieser Woche überlegt, ob ich Slobo spielen lassen werde – von der Aggressivität her.“ Sollte Jansen auch nicht spielen können, so wäre Zhi Gin Lam sein Ersatzmann – und nicht Dennis Aogo. Der ehemalige Linksverteidiger der deutschen Nationalmannschaft wird so oder so (diesmal) Nur auf der Bank sitzen. Erklärung von Fink, warum er Aogo nicht als Linksverteidiger bringen wird: „Dennis hat es in seinem letzten Spiel als Linksverteidiger, das war das Spiel gegen die Bayern, nicht so angenommen – finde ich. Von der Ausstrahlung her.“

Das wird nicht die einzige Änderung sein, die Thorsten Fink vornehmen wird – gegenüber dem mageren 1:4-Auftritt in Gelsenkirchen. Petr Jiracek wird im rechten Mittelfeld auflaufen Heung Min Son links. Vorne wird Artjoms Rudnevs einzige Spitze sein, und auf der „Doppel-Sechs“ werden sich Tolgay Arslan und der wieder genesene Milan Badelj (trainierte heute ohne Pause und ohne Beschwerden mit) versuchen. Auf geht’s, Buam.
Jiracek soll deswegen rechts spielen, weil er sich so besser um Wolfsburgs Diego kümmern kann, denn der kommt vorzugsweise über links und zeiht dann zur Mitte – das könnte Jiracek als Linksfuß dann bestens „begleiten“.

Vom heutigen Training nur zwei Dinge. Beim abschließenden Schießen auf die „Hütte“ von (abwechselnd) Rene Adler und Sven Neuhaus schoss Rafael van der Vaart das schönste (Traum-)Tor – der Niederländer hob danach beide Arme gen Himmel und sucht mit seinen Augen dort oben jenen Herrn, der ihm bei diesem Schuss so trefflich half. Gleich am Anfang war aber die Szene, die mich am meisten begeistert hat: Beim Kreisspiel (fünf gegen zwei) wurden Jacopo Sala (er gleich zweimal) und Jaroslav Drobny getunnelt. Nach dem dritten Tunnel brachen alle Spieler in ein wahres Indianergeheul aus, alle lachten. Drobny (als „Geschädigter“) und Jeffrey Bruma hielt es nicht mehr auf den Beinen, beide kippten vor Freude aus den Latschen und wälzten sich vor Lachen auf dem Boden herum. Welch eine Szenerie! Und nicht auszudenken, wenn die Stimmung auch noch am Sonntag um 19.25 Uhr so herrlich ungezwungen und toll wäre. Jetzt sind alle Hamburger gefordert.

Von der Ausgangsposition her könnte es ein heißes Spiel geben. Ohnehin gibt es gegen Wolfsburg immer ein schwer und hart umkämpftes Match. Und oft genug haben die „Wölfe“ dem HSV schon (auch in Hamburg) ganz kräftig in die Suppe gespuckt. Ich sprach heute mit einem Mann, der beide Seiten schon erlebt hat, der sowohl in Hamburg als auch in Wolfsburg Publikumsliebling war (und ist): Roy Präger. Der frühere Wirbelwind wird nicht beim Spiel sein, er ist mit der Jugend-Fußballschule des VfL beschäftigt. Präger über seine Erwartungen für Sonntag: „Es wird sicher ein packendes Derby, wie immer, wenn der HSV und der VfL aufeinanderprallen. Die Voraussetzungen für ein intensives und spannendes Spiel sind gegeben, denn der HSV muss gewinnen, und der VfL, der in meinen Augen auch noch eine Minimal-Chance auf Europa hat, auch. Beide müssen Gas geben, und das kann und wird nur zum Wohle aller Fans sein. Auf einen Tipp möchte ich mich nicht festlegen, aber der VfL ist ja bekanntlich sehr auswärtsstark – es wird nicht leicht für den HSV.“

Das weiß auch Frank Arnesen. Der Sportchef: Wir stehen vor drei Finals, Wolfsburg ist das erste davon. Wir spielen zu Hause, wir müssen auch zeigen, dass wir zu Hause spielen – gegen Düsseldorf zuletzt ist es uns gelungen, denn wir haben gewonnen. Gegen den VfL müssen wir dieselbe Einstellung auf den Platz bringen, wie in der ersten halben Stunde gegen Düsseldorf.“ Der Däne war gestern Gast beim Training, war auch heute dabei und unterhielt sich lange Zeit mit Thorsten Fink. Über die Lage sagte Arnesen: „Zwei Tage vor einem Spiel ging es heute recht locker zu, es wurde viel gelacht – so muss es auch sein. Man muss entspannt sein, und ab Sonnabend wird sich dann konzentriert, dann kommt die Spannung bei den Spielern. Erst die Freude, und dann alle Energie für diese 90 Minuten. Ich will eine HSV-Mannschaft sehen, die diszipliniert spielt, die konzentriert spielt, und in der jeder Spieler seine Duelle gewinnen will. Jeder muss jedes Duell gewinnen wollen, das will ich sehen.“

Das HSV-Team wird am Sonntag nicht nur körperlich gefordert sein, sondern auch mental. Immerhin geht es um – wahrscheinlich – die letzte Chance, das Ticket nach Europa zu lösen. Es ist also auch eine Frage des Kopfes. Frank Arnesen ist davor nicht bange: „Die Mannschaft hat es im vergangenen Jahr, als es gegen den Abstieg ging, gezeigt, dass sie dass kann, dass sie damit umgehen kann. Sie ist damals damit sehr gut umgegangen, deswegen sehe ich diesbezüglich keinerlei Probleme.“ So sehen es wahrscheinlich auch die meisten HSV-Fans. Die lagen am vergangenen Wochenende, nach dem 1:4-Debakel auf Schalke, alle am Boden, die meisten davon sind auch erst am Mittwoch oder Donnerstag erst wieder aufgestanden – aber nun sind sie auch wieder da. Voll da. Sieg gegen Wolfsburg, davon waren heute so viele Trainingskiebitze überzeugt – restlos überzeugt.

Ist es nicht phänomenal, wie schnell die HSV-Fans doch vergessen können? Spätestens am Freitag ist alles wieder gut, dann ist selbst ie größte Wunde wieder verheilt – dann beginnt die Zeit der Träume. „HSV-Sieg“ – es gibt ja gar nichts anderes. Arnesen lacht: „Solche Einstellung ist auch genau die richtige, solche Einstellung muss es auch bei jedem unserer Spieler geben. Die müssen auch sagen, dass sie Wolfsburg weghauen, ganz klar – wir spielen zu Hause, wir haben noch etwas aufzuholen. Natürlich wissen wir, dass Wolfsburg die drittbeste Auswärtsmannschaft ist, dass der VfL jetzt schon lange nicht mehr verloren hat, aber wir müssen auf uns selbst gucken. Wir haben in dieser Saison schon gute Spiele zu Hause angeliefert, weitaus bessere als in der Spielzeit davor, und deswegen gilt es für uns nun, diese Reihe der guten Spiele fortzusetzen.“

Die hat es, um ein wenig Wasser in den Wein zu kippen, sicherlich gegeben. Aber es gab auch Spiele wie die gegen Fürth, Augsburg und Freiburg, die waren dann doch nicht ganz so geglückt. Daran sollten sich die HSV-Spieler dann doch besser nicht orientieren. Ich wollte wissen, ob auch Frank Arnesen vorher noch mit der Mannschaft sprechen wird, aber er sagt: „Ich spreche mit dem Trainer, der Trainer spricht mit der Mannschaft. Ich habe viel Vertrauen zu Thorsten Fink. Wir haben nach dem Schalke-Spiel gesprochen, das ist jetzt aber abgehakt, es geht weiter – und jetzt sind die Spieler wieder gefragt. Jeder weiß, um was es geht.“

Ein anderes Thema schwebt in diesen Tagen und Wochen stets über dem Sportchef: Spielerverkäufe. Erst muss verkauft werden, bevor eingekauft werden kann. Wie weit sind die Verkäufe gediehen? Arnesen: „Da ist noch nichts passiert. Das ist auch völlig normal, denn das Geschäft fängt im Juni an, nachdem die Saison beendet worden ist. Aber trotz allem rede ich jetzt schon viel, ich rede mit Beratern und auch mit Spielern, die zu uns kommen wollen. Aber meine Hauptaufgabe ist erst einmal die, zu verkaufen. Das wissen wir. Und wir wollen die Spieler behalten, die uns weiterbringen sollen.“ So war die Situation ja auch schon vor einem Jahr. Arnesen erinnert sich: „Damals musste ich auch verkaufen, um dann Rene Adler, Artjoms Rudnevs und Milan Badelj holen zu können, und ich habe verkauft. Gökhan Töre und Paolo Guerrero waren das. Im Winter aber war das sehr schwer denn jeder weiß, dass die Ein- und Verkäufe zu 90 Prozent im Sommer stattfinden.“

Immerhin wissen die Verantwortlichen des HSV, dass sie etwas tun müssen – bezüglich der kommenden Saison. Frank Arnesen: „Ich rede viel mit Thorsten Fink, wir sind uns einige darüber, dass wir Verstärkungen brauchen. Aber wir werden darüber erst offensiv werden, wenn die Saison beendet ist. Erst kommen die drei letzten Spiele, und wenn die absolviert worden sind, dann reden wir mit den Spielern. So oder so.“ Der HSV sucht, das ist ja schon durchgesickert, einen Innenverteidiger und einen großen Stürmer. Mindestens.

Spieler, die beim HSV bleiben – oder auch gehen müssen – die werden im Moment von Frank Arnesen bearbeitet. Jaroslav Drobny gehört dazu. Arnesen: „Ich bin ganz positiv, aber leicht wird es nicht. Denn Drobo, der gemeinsam mit seinem Berater mit mir ganz offen spricht, hat einige gute Angebote von Clubs, bei denen er als Nummer eins spielen könnte.“ Es geht auch um Dennis Diekmeier, der wohl bleiben dürfte, und es geht im Tomas Rincon, der noch ein Jahr Vertrag hätte. Beste Voraussetzung, um den HSV in diesem Sommer zu verlassen denn dann kassiert der Club noch Ablöse. Arnesen: „Tomas ist ein hervorragender Junge.“ Stimmt. Aber das zeigt er regelmäßig nur in seiner Nationalmannschaft, nicht so sehr beim HSV. Weil er so konstant ja auch selten einmal spielen durfte. Es geht auch um Sven Neuhaus. Das wurde ja zuletzt schon als fast perfekt gemeldet, und da ist es wohl auch. Es sollen nur noch Nuancen fehlen – und dann die beiden Unterschriften. Arnesen: „Es sieht in diesem Fall sehr gut aus, wir sind uns zu 99 Prozent einig.“

Klingt gut. Neuhaus ist ein Super-Typ, der bestens zum HSV passt. Und zu allen anderen „Patienten“: Gut Ding will Weile haben.

Zunächst aber geht es ja auch nur um die drei letzten Bundesliga-Spiele: Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen. Und dann wird ein Schlussstrich gezogen und abgerechnet. Aber auch erst dann.

PS: Schnell mal wieder in eigener Sache. Wir sind am Sonntag unmittelbar nach dem Schlusspfiff wieder mit „Matz ab live“ auf Sendung, unsere Gäste werden diesmal das HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel und der frühere HSV-Profi Tobias Homp sein – ich freue mich schon sehr auf die beiden Herren. Und ihr seid hoffentlich wieder bei und mit uns, es würde uns auf jeden Fall freudig stimmen. Ein schönes Wochenende für euch und eure Lieben.

PSPS: Das HSV-Abschlusstraining am Sonnabend ist nicht öffentlich.

17.53 Uhr

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