Archiv für das Tag 'Bliemeister'

Son wird wohl gehen – nur: wer ersetzt ihn?

5. Juni 2013

Oha, das werden einige anstrengende Tage in dieser Sommerpause. So wie heute, wenn beim HSV wirklich nicht viel passiert. Denn Oliver Kreuzer werkelt offenbar auch tatsächlich noch nicht am Kader und der Rest macht Urlaub. Bis Montag. Dann geht es wieder los und das Transferkarussell dreht sich wieder – auch mit dem HSV.

Zumindest ist für Montag ein erstes Treffen des neuen Sportchefs mit dem wohl entscheidenden Spieler vorgesehen: Heung Min Son. Obwohl, besser gesagt: nicht mit Son selbst, dafür aber mit dessen Berater Thies Bliemeister. Und dieses Treffen soll weniger den Inhalt haben, Son zum Bleiben zu überreden denn vielmehr wirtschaftlichen Nutzen und sportliche Bedeutung anhand der bis dahin eingegangenen Angebote abzuwägen. Bislang sind beim HSV keine offiziellen Anfragen eingegangen geschweige denn bearbeitet worden. Aber sie werden erwartet.

Es wird sogar einiges erwartet. Nachdem aus England zumindest Liverpool wohl kein Interesse mehr an Son zu haben scheint, ist von der Insel nur noch Tottenham in der Verlosung. Deren Angebot ist das finanziell für Son reizvollste. Allerdings belegt ein simpler Fakt, dass es weder Son noch Bliemeister in erster Linie ums Geld geht. Vom FC Liverpool bekam der Berater das Angebot, Son möge seinen Vertrag in Hamburg auslaufen lassen und dann in der kommenden Saison zum FC wechseln. Für den Fall wäre der Südkoreaner ablösefrei und würde die Engländer eine hohe Ablösesumme ersparen. Das Perfide – wenn auch allemal nicht unnormale in diesem Geschäft: Die Engländer sollen Bliemeister, der sich dazu nicht äußern will, ein Handgeld von fünf Millionen Euro geboten haben. Ebenso Son. Wobei Spieler und Berater an sich bei fast jedem Wechsel mit einer “finanziellen Zusatzmotivation“ rechnen können. Nur eben nicht in der Höhe.

Allerdings: Bliemeister, dessen Familie sehr eng mit der Familie Son befreundet ist, lehnte ab. Dem Berater, den Frank Arnesen mal als „einen super Jungen mit großem Verantwortungsbewusstsein“ lobpreiste, ist der nächste Schritt seines Schützlings wichtig. Dass der Wolfsburg heißen könnte, mochte Bliemeister heute weder bestätigen noch dementieren. Klar ist aber, dass die in meinen Augen glanzloseste Mannschaft der Bundesliga – neben Hoffenheim – durch Dieter Hecking als Trainer und Klaus Allofs als Manager eine gehörige Portion aufgewertet wurde. Und dass dort finanziell das Potenzial zur Spitzenmannschaft vorhanden ist, ist auch klar. Allerdings würde ich in diesem Zusammenhang nur schwer verstehen können, wenn sich Son für den VfL und somit gegen Bayer Leverkusen und die mit der Werkself verbundene Champions League entscheidet. Sollte die Wahl tatsächlich am Ende zwischen Bayer und VW fallen – ich wüsste, wohin ich wechseln würde.

Profitieren will davon der HSV mit einer saftigen Ablösesumme. Zwischen zehn und 15 Millionen Euro soll Son wert sein. Geld, das sofort in den Kader gesteckt werden sollte. Allerdings, nicht für eine Ablösesumme für Eren Derdiyok. Schon gar nicht für vier Millionen, wobei ich das eh ausschließen würde, wenn ich Kreuzers grundsätzliche Ausrichtung richtig verstanden habe. Der wollte auch einen Drobny halten – aber nicht für rund eine Million Euro. Weil das zu teuer wäre.

Ebenso Derdiyok. Das Interesse an dem Schweizer ist bereits seit Anfang Mai bekannt. Obwohl der zuletzt teilweise verletzungsbedingt, teilweise ob des Trainers Entscheidung bedingt nicht zum Zuge kam. Dem Vernehmen nach ist der Schweizer in Hoffenheim nicht glücklich und die Verantwortlichen mit ihm ebenso wenig. Da bietet sich ein HSV-Interesse an. Zum einen, weil der 24-Jährige mit 191 Zentimetern Länge und technisch besten Voraussetzungen dem Idealbild Finks ähnelt. „Der spricht zwar immer wieder von einem „Stoßstürmer“, den er suchen würde, meint damit aber einen Mittelstürmer, der groß, kräftig, kopfballstark und vor allem gut am Ball ist. Bis auf das Letzte findet er alle Attribute in Artjioms Rudnevs. Und noch einen Stürmer wie den Letten – wo sollte der spielen? Nein, der HSV braucht und sucht nach einem spielerisch guten Sturm-Hünen. Derdiyok wäre eine gute Idee, wie ich glaube. Nur nicht für vier Millionen Euro. Zumal nicht, weil man schon mit der Personalie des Sportchefs unnötig hohe Kosten hatte.

Einer, der in die Fußstapfen Sons treten soll, ist Maximilian Beister. Beister gilt intern als erste Alternative für Son – zumindest aus den eigenen Reihen. Fraglich ist nur, wie Beister mit dem dadurch entstehenden Druck auf seine Person umgehen kann. Schon vor der abgelaufenen Saison hatten hier viele Blogger, Dieter, ich und auch innerhalb des Vereines etliche davor gewarnt, den Hype um Beisters Rückkehr zu übertreiben. Letztlich aber, den Saisonverlauf als Grundlage nehmend, muss man eingestehen: Beister kam damit nicht klar. Er maulte im Training, überreagierte im Spiel und zeigte wenige gute Auftritte. Dennoch glaubt HSV-Idol und U18-DFB-Trainer Horst Hrubesch daran, dass Beister Son ersetzen kann. Vor allem, weil er den Südkoreaner nicht für den „Überspieler“ hält, der beim HSV unersetzbar wäre. „Hat Son denn eine überragende Saison gespielt? Ich habe ihn zumindest nicht oft wirklich stark in Erinnerung. Beister selbst mag ich gar nicht vorschnell beurteilen, dafür habe ich ihn viel zu selten spielen gesehen“, so Hrubesch, der bei angemessener Ablösesumme Verständnis für einen Verkauf des besten Hamburger Torschützen hätte.

Auch ich glaube daran. Allerdings setze ich voraus, dass sich bei Beister ein Umdenk- und Reifeprozess einsetzt.

Apropos, auch ich muss mich zügeln – in meiner Vorfreude auf Hakan Calhanoglu. Oliver Kreuzer hatte sich gestern ebenfalls euphorisch geäußert – für den einen oder anderen auch zu euphorisch. Für mich gestern nicht. Heute aber muss ich relativieren: Alles, was gesagt wurde, kann und soll eintreffen. Aber es darf nicht die grundsätzliche Erwartung sein. Ansonsten laufen wir Gefahr, uns ein Juwel durch verfrühten Erwartungsdruck unnötig kaputt zu machen.

Wobei mich Fink hoffen lässt. Der urlaubende Chefcoach hatte mir Mitte der Rückrunde in einem längeren Gespräch mal über Calhanoglus Verpflichtung erzählt: „Hakan ist ein Juwel, das Zeit braucht.“ Daher habe man sich auch entschieden, den Deutsch-Türken nicht sofort nach Hamburg zu holen und stattdessen mit Rafael van der Vaart die zentrale Position zu besetzen. „Und das werden wir auch in der kommenden Saison nicht anders machen. Hakan hat allemal das Zeug dazu, irgendwann Rafael zu beerben – aber wir brechen nichts über den Zaun.“ Gut so. Aber angesichts der finanziellen Situation dürfte es zur neuen Saison nicht mehr allzu viele Hochkaräter geben – und je weniger davon kommen bzw. da sind, desto mehr Hoffnung liegt auf Calhanoglu. Fink dazu: „Egal, was passiert, Hakan ist eine Investition in die Zukunft und wird reifen. Reifen dürfen.“ Und glaubt man Kreuzer, den Calhanoglu nach eigener Aussage sehr viel zu verdanken hat (Interview auf www.hsv.de). Calhanoglu über Kreuzers Engagement in Hamburg: “Für mich ist das klasse, weil ich mich gut mit ihm verstanden habe. Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat damals, als ich noch in der U19 gespielt habe, dafür gesorgt, dass ich mit ins Trainingslager der Profis durfte. Auch danach hat er sich häufig die Zeit genommen, mit mir über Spielsituationen zu sprechen. Er hat mir dann erklärt, wie ich etwas hätte besser lösen können und mir Tipps gegeben.“

Hoffen wir, dass Calhanoglu und Kreuzer ihre letzte erfolgreiche Phase mit nach Hamburg hochgebracht haben und fortführen. Aber vor allem hoffe ich, dass Calhanoglu sich seine Zeit nimmt, um zu wachsen. Denn dann, da wette ich drauf, wird Calhanoglu eine Vollgranate….

In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder mit Dieter. Ich melde mich am Freitag wieder und werde versuchen, die Ausgliederungspläne etwas näher zu erläutern.

Scholle

Sportchefposse, Teil zwei? Aufsichtsrat beurlaubt Arnesen!

22. Mai 2013

Und täglich grüßt das Murmeltier… Wenn es nicht so tragisch wäre, es wäre schon fast wieder komisch. Allerdings offenbart die Sportchef-Posse, die es schon jetzt wieder einmal ist, die Problematik des HSV in vollen Umfängen. Mal wieder wird ein im Geschäft nicht unüblicher Vorgang frühzeitig bekannt und dadurch problematisch – es sagen wie Andreas Rettig sogar schon Kandidaten ab, bevor es offizielle Verhandlungsmandate gibt. Nur, um eines klarzustellen: Der Vorgang findet bundesweit bei fast allen Proficlubs in ähnlicher Form statt. Sogar fast genau so, wie jetzt beim HSV. Der wesentliche Unterschied dabei: Bei den meisten Clubs wird das nicht bekannt, bevor Tatsachen geschaffen werden. Selbst die Entlassung Arnesens wurde vermeldet, bevor der Auflösungsvertrag unterschrieben wurde.

Warum wieder alles bekannt wurde?

Weil schon gremienintern nichts geheim bleibt. Das oberste Vereinsgremium schafft es nicht, geschlossen ein Projekt zu verfolgen. Auch, weil der Personalausschuss (Ertel, Strauß, Meier, Westphalen) eigenmächtig Verhandlungen aufgenommen hatte und die anderen sich übergangenen fühlen. Allerdings, und damit komme ich zum banalen Kern des Kernproblems: wenn die anderen Räte den HSV an erster Stelle hätten, würden sie intern rügen und nach außen ruhig sein – zum Wohle der Sportchefsuche, zum Wohle des HSV. Denn alle wissen, dass das Bekanntwerden Kandidaten die aktuelle Verhandlungsposition des HSV mit möglichen Zugängen schwächt, Spieler abschreckt und die Suche nach einem neuen Sportchef massiv erschwert. Aber leider können einige der elf Räte ihr Ego einfach nicht hinter das Vereinswohl hintenanstellen. Und das kann böse auf den HSV zurückfallen – wenn sie nicht schnell den neuen Mann finden, der alles richtet.

Und auf dem Weg dahin musste der Aufsichtsrat einen ersten Kandidaten wieder streichen: Andreas Rettig. Der DFL-Geschäftsführer sagt ab. „Ich habe einen bis Ende 2015 laufenden Vertrag bei der DFL, den werde ich erfüllen. Das habe ich auch Liga-Präsident Rauball mitgeteilt“, ließ Rettig per Pressemitteilung verlauten. Und es ist kein Geheimnis mehr, dass Rettig der frühen öffentlichen Diskussion um seine Person vorbeugen wollte und durch das sich anbahnenden monatelange Hin und Her Schaden für sich und seinen Posten bei der DFL befürchtet hat. Zu recht.

Es ist schon bitter, dass sich beim HSV auf oberster Ebene gegenseitig Knüppel in die Beine geschmissen werden. Und ausgerechnet derjenige, der bei der letzten Sportchefsuche – damals in seiner Funktion als Journalist – die zugegebenermaßen ebenso dilettantische Sportchefsuche des HSV sinngemäß als dilettantisch bezeichnete, ist jetzt eine der Triebfedern bei der Wiederholung der Posse. Und ich kann nur hoffen, dass der HSV sich der Folgen der damaligen Sportchefposse bewusst wird – denn die führten dazu, dass der HSV heute da steht, wo er steht – und diesmal schnell einen Nachfolger präsentiert.

Wo er beim HSV steht, weiß auch Felix Magath nicht. Der hat zwar den prominentesten Namen aller bisher genannten Kandidaten, steht aber längst nicht ganz oben auf der Liste. Und das, obwohl der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Ertel noch immer einer facebook-Gruppe angehört, die den Arbeitstitel „Lieber Herr Magath, kommen sie nach Hause“ (https://www.facebook.com/pages/busty-kat/179834642095723#!/photo.php?fbid=374538292654598&set=a.319699004805194.71689.319662298142198&type=1&theater) hat. Dem Europapokalhelden Magath lagen zwar inoffizielle Anfragen einzelner Aufsichtsräte vor – aber das hat noch nichts zu bedeuten. Offizielle Anfragen kann es letztlich nur mit Aufsichtsratsmandat vom Personalausschuss der Kontrolleure geben. Und das war bisher nicht der Fall. Im Gegenteil, es kocht mal wieder jeder Rat sein eigenes Süppchen…

Weiterhin oben auf der Wunschliste rangiert dem Vernehmen nach durch die Absage Rettigs jetzt Jörg Schmadtke. Der ehemalige Düsseldorf-Keeper und zuletzt Sportchef von Hannover 96 gilt als schwieriger Zeitgenosse im Umgang, als Talententdecker – aber nicht als Visionär in Sachen Nachwuchsarbeit. Seine Transfers bei Hannover 96 als Basis genommen, würde ich ihm ein gutes Auge attestieren. Allerdings macht es mich ein wenig stutzig, dass sich Schmadtke aus privaten Gründen bis zu seinem Ende im April bei Hannover 96 rausgezogen hatte und immer wieder davon gesprochen hatte, auch einen kompletten Ausstieg nicht auszuschließen. Zumal er dabei immer wieder seinen Wunsch formulierte, in der Nähe seiner in Düsseldorf lebenden Familie sein zu wollen.

Aber, und da bin ich mir ganz sicher, es werden noch viele Namen öffentlich gespielt, ehe es den finalen Kandidaten gibt. Rettig – gestrichen. Magath – teuer und unwahrscheinlich. Schmadtke – sicher ein Kandidat. Ebenso wie KSC-Macher Oliver Kreuzer. Und auch Dietmar Beiersdorfer. Der wurde in den letzten Wochen immer wieder mal angerufen. Auch von Aufsichtsräten. Immerhin ist bekannt, dass Beiersdorfer seine Heimat beim HSV sieht. Und etwas mehr Identifikation mit dem HSV tut dem Klub nur gut. Zumal dann, wenn sie mit fachlicher Kompetenz verbunden ist. Aber Beiersdorfer wollte sich auf keine näheren Gespräche einlassen, solange keine Fakten geschaffen werden. Zudem müsste der Aufsichtsrat – und damit schließt sich eine Beiersdorfer-Rückholaktion eigentlich schon aus – geschlossen hinter der Verpflichtung stehen.

Das ist eine Bedingung von Beiersdorfer, der seine Lehren aus dem unrühmlichen Ende im Juni 2009 gezogen hat. Damals fühlte sich Beiersdorfer vom Aufsichtsrat im Stich gelassen. Zudem teilte Beiersdorfer den Kontrolleuren mit, dass er einen laufenden Vertrag habe (der zudem sehr gut bezahlt ist…), den er grundsätzlich einhalten wolle. Wenn er früher gehen würde, müsste er es dem Klub rechtzeitig mitteilen können. Und dieser Zeitpunkt scheint bereits verpasst zu sein. Und so bliebe Beiersdorfer am Ende einer von vielen Namen, die gehandelt wurden. Einer von vielen. Auch von einigen, die wir noch gar nicht genannt haben – aber sicher nennen werden. Weil einer immer redet.

Reden wollten auch Frank Arnesen und Heung Min Sons Berater Thies Bliemeister über einen neuen Vertrag. Das dürfte hinfällig sein. Ausgerechnet jetzt in der entscheidenden Phase – aber das hatten wir ja schon eingangs des Blogs. Auf jeden Fall aber scheint jetzt nach Tottenham und Dortmund auch Bayer Leverkusen richtig Ernst zu machen. Die Werkself ist wie der BVB an einer Verpflichtung von Bremens vom FC Chelsea ausgeliehenem Kevin de Bruyne (wie gern ich den hier sehen würde….!) interessiert, der Belgier aber tendiert zum BVB. Sollte Bayer seinen Wunschspieler nicht kriegen, soll Son die Lücke schließen. Geld genug ist vorhanden, Champions League ist erreicht – und der HSV führungslos. Wer jetzt auf Sons Verbleib wettet, dürfte gute Quoten bekommen…

Abgelehnt wurde Arnesens Vertragsentwurf für eine Verlängerung des Ersatzkeepers Jaroslav Drobny. Zu teuer, heißt es. Und: nachverhandeln! Nur, wer das macht, ist fraglicher denn je. Scheel wohl eher nicht. Also Jarchow? Oder doch Hilke, der schon beim Transfer van der Vaarts Verhandlungen übernommen hatte? Hauptsache, es macht jemand, bevor sich der/die Spieler gegen den HSV entscheiden.

Es bleibt festzuhalten: Gewonnen hat der HSV mal wieder nichts. Im Gegenteil, er verliert. Mal wieder. Viel Renommee – und viel Zeit. Viel wertvolle Zeit, um zweifellos vorhandene Mängel im Kader zu beheben. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Für Sonntag ist die nächste Aufsichtsratssitzung anberaumt – und es könnte schon Ergebnisse geben. Obwohl, ganz ehrlich? Es sollte unbedingt Ergebnisse geben.

Und zum Abschluss: Dass ich hier eine Petition, bei der inzwischen schon 3000 Leute für Arnesen unterschrieben haben, unerwähnt gelassen habe, hat ebenso wenig politische Hintergründe wie sportliche Relevanz für die Causa Arnesen, die am heutigen Mittwochabend vom Aufsichtsrat persönlich mit Arnesen abgeschlossen werden soll. Ich will auch den Protestmarsch am 29. Mai nicht verschweigen, wo friedlich gegen den Aufsichtsrat demonstriert werden soll, wie es heißt. Der Marsch beginnt am 29. Mai um 18.30 Uhr auf dem Parkplatz braun. Wobei beide Fakten für mich nur einmal mehr unterstreichen, dass im Moment bei diesem HSV nicht viel zusammenpasst. Nicht einmal, was zusammen gehört.

In diesem Sinne, sofern nichts Dramatisches mehr passiert – bis morgen. Da werde ich den Tag über unsere neue facebook-Seite (www.facebook.com/groups/matzab) versorgen und am Abend vom HSV aus Neuruppin berichten.

Bis dahin, Euch allen einen schönen Restmittwoch!
Scholle

Arnesen: “Slomka will Kacar unbedingt” – Fink überlegt, Beister spielen zu lassen

10. Mai 2013

So dick ist er wirklich nicht, Trainer Thorsten Fink. Im Gegenteil. Dennoch glaubt er, er habe gerade eine Menge Gefühl in seinem Bauch. Gefühl für die richtige Aufstellung, und vor allem: das richtige Gefühl für den ach so unumgänglich notwendigen Sieg in Hoffenheim, der den Traum von der Europa League ein wenig weiterköcheln lassen könnte. Sofern Freiburg und/oder Frankfurt patzen. Wie sich die Mannschaft über die Spielstände in den anderen Stadien informiert? „Gar nicht“, so Fin, „wir haben eh keine Wahl und müssen uns auf uns konzentrieren.“ Dennoch, sollte der eigene Spielstand einen gewissen Motivationsanschub benötigen, würde er im entsprechenden Fall über die Ergebnisse der anderen Spiele (Freiburg in Fürth und Frankfurt in Bremen) berichten. „Wenn’s helfen kann, klar. Ansonsten sind wir gut beraten, uns auf unser Spiel zu konzentrieren.“

Und das könnte Veränderungen erfahren. Nachdem Artjoms Rudnevs zuletzt Ladehemmung hatte, könnte er durch Maximilian Beister ersetzt werden, während Heung Min Son mit großer Wahrscheinlichkeit auf der rechten Außenbahn bleibt. Wetten würde ich allerdings nicht auf diesen Wechsel, auch wenn Beister im Abschlussspiel häufiger traf als Rudnevs – immerhin blieb der Lette bei null Treffern.

Die Aussagekraft von Trainingseinheiten ist zudem hinlänglich bekannt. Genau zweimal empfanden Trainer Thorsten Fink und/oder Spieler die Trainingswoche als zu schwach – ansonsten stimmte die Einstellung stets. Herausgekommen sind dabei 45 Punkte in 32 Spielen. Keine atemberaubende Ausbeute. „Es müssen sechs dazukommen, wenn wir uns die Chance erhalten wollen“, sagt Frank Arnesen. Der Sportchef war heute mal wieder Trainingsgast und nahm sich anschließend noch Zeit für ein Gespräch mit Matz ab. Ob sich seine Arbeit massiv verändert, wenn der HSV das Unmögliche noch erreicht und in der kommenden Saison international spielt? „Finanziell nicht so sehr“, sagt der Däne, „aber emotional ist es nicht unwichtig. Es gibt schon Spieler, bei denen ein internationaler Wettbewerb den Unterschied machen kann.“ Zumal dann, wenn andere Vereine selbigen zu bieten haben.

Im Gegensatz zu den Schilderungen meiner Kollegen aus den letzten Wochen war Arnesen heute richtig entspannt. Er antwortete auf fast alle Fragen. Einzig die nach Bojan Krkic wollte er nicht näher beantworten. Klar ist aber, dass er zusammen mit Fink in Mailand war und mit Krkic sowie dessen Berater gesprochen hat. Zudem kennt er den Spanier mit doppelter Staatsbürgerschaft – er ist auch Serbe – schon seit dessen früherer Jugend. „Das stimmt“, so Arnesen auf meine Frage, ob er Krkic tatsächlich seit dessen 15. Lebensjahr auf dem Wunschzettel hat. „Ich kennen ihn seitdem, werde aber jetzt nichts weiter zu ihm sagen, weil er nicht hier ist. Es macht auch keinen Sinn, jetzt über Namen zu spekulieren.“

Und obwohl ich das in den letzten Jahren immer genau so gesehen hätte – diesmal ist es anders. Denn ich glaube sehr wohl, dass es ein sehr gutes Zeichen sein könnte. Zuletzt war immer nur zu hören, dass der HSV finanziell nichts machen könne. Das ist vielleicht realistisch – aber die trüben Aussichten schrecken auch gute Spieler ab, die ambitioniert sind. Allein die Tatsache, dass der HSV bei der Suche nach Neuen sehr wohl in die oberen Regale greifen will, dürfte ein gutes Signal sein für andere Spieler, die der HSV gern hätte.

Aber okay, Fakt ist, da beißt die Maus keinen Faden ab, es müssen Spieler verkauft werden. Das wissen alle, das kann keiner mehr leugnen. Und der erste Spieler dürfte schon sehr bald verkauft werden: Gojko Kacar. Zumindest gibt es nach dem Winter auch jetzt wieder ernsthaftes Interesse der Niedersachsen an dem Defensivallrounder. Insbesondere Hannovers Trainer Mirko Slomka scheint sehr angetan von Kacar. „Slomka will ihn scheinbar unbedingt“, sagt Arnesen, der in Sachen Ablösesumme keine Kompromisse eingehen will. Rund zwei Millionen Euro ruft der HSV für den 26 Jahre alten Serben auf, der Spieler selbst will rund 1,5 Millionen Euro verdienen. „Letztes Mal war es weniger der Spieler als sein Umfeld, woran es gescheitert ist“, erzählt Arnesen – und ich lasse das so stehen.

Nicht minder wahrscheinlich ist inzwischen der Abgang von Heung Min Son. Das sagt mir mein Bauchgefühl. Ob er geht? „Es gibt Interessenten“, sagt Arnesen und nennt die zwei Hauptverdächtigen: Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund, wobei er bislang persönlich nur Kontakt zu Tottenhams Boss Daniel Levy hatte. „Es gibt noch keine offizielle Anfrage aus Dortmund“, so Arnesen, der allerdings von Sons Berater Thies Bliemeister über das Interesse des Champions-League-Finalisten informiert wurde. „Die beiden Klubs scheinen am hartnäckigsten zu sein“, so Arnesen, der damit zu rechnen scheint, Son zu verkaufen.

Es wäre aus meiner Sicht eh das Beste. Nicht, weil ich Son nicht schätze – im Gegenteil: der Südkoreaner hat riesiges Potenzial und kann dem HSV sicherlich weiterhelfen. So, wie er es in dieser Saison mit seinen elf Treffern bereits gemacht hat. Aber, und das ist für mich entscheidender, er stagniert in den Punkten, die ihm lange vorgeworfen werden: seinem Defensivverhalten. Da lässt er den Kopf inzwischen das eine oder andere Mal oben, okay. Aber Defensivzweikämpfe verliert er ebenso ohne Gegenwehr wie Offensivzweikämpfe, wenn sein Gegner an hm dran ist. Dann gibt’s ’nen kleinen Rempler und Son kommt aus dem Tritt. Aber vor allem geht es hierbei um Geld, und zwar um viel Geld. Rund zehn Millionen Euro stehen auf dem Plan und dürften am Ende zu rund 15 Millionen anwachsen, wenn sich Tottenham und der BVB tatsächlich weiter beide um Son bemühen. Und diese Millionen bracht der HSV, um nachzurüsten. Soll heißen: aus einem (Son) mach zwei, drei, vier Verstärkungen. Krkic inklusive, wobei ich ehrlicherweise an dessen Eignung zweifle. Wenn einer reichsten Klubs der Welt, der AC Mailand, nicht bereits ist, 13 Millionen zu zahlen, Barcelona seinen Angreifer trotz der jungen Jahre aber abgeben will und der sich im Profibereich nirgendwo richtig durchsetzen konnte, dann ist das ganz sicher kein Selbstgänger. Den wiederum sollte der HSV bei einer angedachten Investition um die zehn Millionen Euro holen. Flops in dem Ablösebereich kann sich der HSV – im Gegensatz zu Milan, Barca oder auch Bayern und Dortmund nicht erlauben. Da braucht der HSV die berühmten „besseren Augen“, die Fink bei der Auswahl Neuer angekündigt hatte. „Wir werden alles genau abstimmen und Risiken minimieren“, hatte Fink angekündigt – und Arnesen bestätigt: „Wir haben eine längere Liste interessanter Spieler, über die wir uns unterhalten werden. Dabei sind auch Namen, die man uns nicht sofort zutraut, wir greifen auch nach dem Unmöglichen. Das muss sein.“ Ansonsten hätte man nicht alles versucht…

Klingt gut,

Alles versucht hatten auch Dieter und ich, um Holger Hieronymus zu uns in die Matz-ab-Live-Sendung zu bekommen – und jetzt hat es geklappt. Morgen ist der ehemalige HSV-Abwehrchef, -Interimstrainer, -Sportchef und ehemalige DFL-Geschäftsführer im Block House Eidelstedt zu Gast. Und ich freue mich auf ein sehr interessantes, kurzweiliges Gespräch. Ebenso wie auf den ersten Sieg in Hoffenheim für den HSV.

In diesem Sinne, Daumen drücken, Augen zu – und durch. Wenn es am Ende die Europa League wird – umso schöner.

Bis morgen.

Scholle

Fink sagte heute, er würde auch noch überlegen, ob er zentral mit Aogo oder Rincon beginnt. Ich lege mich einfach mal fest, so könnte der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Jansen – Rincon, Badelj – Son, van der Vaart, Jiracek – Rudnevs.

Rhythmuswechsel für das schier Unmögliche

8. Mai 2013

Was’n Tag! Sommerwetter, und dann noch eine XXL-Trainingseinheit. Sagt der Trainer. Und er hat Recht, denn mit gut 110 Minuten war es eine der längsten Einheiten der Rückrunde. Allerdings auch nur, weil morgen frei ist. Der Vatertag gehört den Spielern und den Trainern. Und diese Maßnahme sorgt für mächtig Verwirrung.

Wie kann man nur zwei Tage vor einem solch wichtigen Spiel frei machen?

Eine Frage, die Thorsten Fink mit einem von ihm gewünschten „Rhythmuswechsel“ beantwortet. Und wer auch immer sich hier jetzt echauffiert und schreit, dass das alles gar nicht mehr wahr sein kann, dem sei gesagt: es kann! Denn auf den letzten Metern der Saison holt und verliert ein Spieler durch einen Tag Pause keine Fitness. Ganz sicher nicht. Einzig der psychologische Faktor ist diskutabel. Und ob der gut ist oder nicht, das entscheidet sich mit dem Ergebnis in Hoffenheim. Ergo: abwarten.

Abzuwarten bleibt auch, wer aufläuft. Heute im Trainingsspiel mischte Fink bunt durcheinander. Wobei Gojko Kacar fehlte. Der Serbe hatte sich am Dienstag das Knie überstreckt und pausierte heute. „Er hatte in der Nacht eine Reaktion und ist vorsorglich zum Arzt“, so Fink. Eine endgültige Diagnose hatte ich bis jetzt noch nicht, liefere diese aber natürlich nach, sobald sie da ist.

Relativ klar scheint, dass Kacar an sich nicht mehr lange da ist. Nachdem Hannover 96 im Winter Interesse bekundet hatte und der Wechsel überraschend platzte, soll es jetzt etwas werden. Dem Vernehmen nach fordert der HSV knapp zwei Millionen Euro Ablösesumme – die Niedersachsen scheinen dennoch interessiert.

Kacar wäre damit der erste einer ganz langen Reihe von Spielern, die den verein verlassen (sollen). Am Dienstag hatte ich im Abendblatt die Liste veröffentlicht, und zu dieser gesellt sich mit immer größer werdender Wahrscheinlichkeit auch Heung Min Son. Der Südkoreaner hatte dem Verein mitgeteilt, bzw. mitteilen lassen, dass er die sportliche Entwicklung abwarten wollte und dass der internationale Wettbewerb eine gewichtige Rolle spielen würde. Und ob das etwas wird oder nicht, wissen alle in zehn Tagen. Bis dahin will sich der Torjäger mit Ladehemmung entschieden haben. Vieles deutet daraufhin, dass sich Ligakonkurrent Borussia Dortmund die Dienste Sons sichern kann. Der BVB hatte bereits vor einigen Monaten bei Son-Berater Thies Bliemeister angefragt und hat jetzt durch das Erreichen der Champions League das nötige Kleingeld in der Tasche. „Es gibt noch nichts Neues“, sagt Bliemeister, der Verhandlungen mit dem BVB aber dementiert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da Verhandlungen laufen.“ Und er sollte es wissen. Dennoch deutet der Berater sehr wohl an, dass es sehr bald eine Entscheidung geben dürfte. Und das ist gut so.

Angesichts der aktuellen Finanzlage hoffe ich, dass dem HSV noch ein Millionenangebot ins Haus flattert. NDR 90,3 hatte heute erneut von dem drohenden Rekordminus berichtet. In der Agenturmeldung heißt es:

„Die wirtschaftliche Lage des Hamburger SV ist möglicherweise noch deutlich prekärer als erwartet. Nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 aus Kreisen des Fußball-Clubs steuert der HSV im laufenden Geschäftsjahr auf den Rekordverlust von24 Millionen Euro zu. Bisher war ein Minus von rund 15 Millionen Euro erwartet worden. „Ich weiß nicht, wo das herkommt und werde irgendwelche Zahlen, die in die Welt gesetzt wurden, nicht weiter kommentieren“, sagte Clubchef Carl Edgar Jarchow….
….Allerdings geht auch der Vorstandsvorsitzende schon länger von einem „Minus im zweistelligen Millionenbereich“ aus. Fest steht, dass der HSV nach Defiziten von 4,9 (2010/11) und 6,6 Millionen Euro (2011/12) zum dritten Mal in Serie ein Geschäftsjahr tief in den Miesen beenden wird. Dass der Traditionsclub die Lizenz für die nächste Saison dennoch ohne Auflagen erhalten hat, ist seiner Liquidität zu verdanken. Denn zum Nachweis seiner Zahlungsfähigkeit stehen dem Club allein aus einer im Vorjahr erzielten Fan-Anleihe 17,5 Millionen Euro zur Verfügung.“

Umso wichtiger werden aktuell Spielerverkäufe. Entweder die acht, neun Streichkandidaten werden Geld bringend verkauft – oder die Son-Millionen müssen es richten. Denn dieser HSV braucht noch Verstärkungen. In allen Mannschaftsteilen – die Torwartposition mal ausgenommen. Und dafür wird Geld benötigt, auch wenn Fink sagt: „Es geht auch ohne viel Geld. Wir müssen nur einfach ein gutes Auge haben.“

Aber schon die Streichliste zeigt, dass der HSV damit seine Probleme hat. Wenn ich überlege, dass mit Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic, Jeffrey Bruma und Jacopo Sala gleich vier Chelsea-Transfers verkauft oder wieder abgegeben werden sollen – Frank Arnesen wird eine Menge zu erklären haben, nachdem der fünfte Mann vom FC Chelsea, Gökhan Töre (allerdings gewinnbringend) bereits verkauft ist. „Wir werden uns zeitnah nach Saisonende hinsetzen und die Saison analysieren“, kündigt Vorstandsboss Carl Jarchow an. Ginge es nach Fink, könnte dieses Treffen schon früher stattfinden. Und sein Kompagnon in Sachen Kaderplanung stimmt zu: „Wir sind ständig im Gespräch und wissen, dass wir immer bereit sein müssen. Der Transfermarkt bewegt sich dieses Mal schon deutlich früher als in den letzten Jahren.“ Verantwortlich dafür war unter anderen der Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern – der ja auch unmittelbare Auswirkungen auf den HSV haben könnte. Stichwort: Son…

Dass es heute widersprüchliche Meinungen zum Thema Bojan Krkic gibt, wundert mich nicht. Aber es lässt mich befürchten, dass dem HSV ein altbekanntes Problem bevorsteht: Uneinigkeit. Schon bei der letztjährigen Kaderplanung hatten Fink und Arnesen bei der Spielerauswahl teilweise unvereinbar unterschiedliche Meinungen. Zudem hatten Arnesen und Jarchow unterschiedliche Vorstellung, die Investitionssumme betreffend. Erst die Intervention Kühnes in Sachen Rafael van der Vaart und der misslungene Saisonstart brachen den Damm und der HSV investierte. „Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Ansichten“, sagt Fink, „aber letztlich machen wir das zusammen. Immerhin muss ich mich an dem Erfolg der Mannschaft ja auch messen lassen.“ Ebenso wie Arnesen, dessen Vertrag im Herbst, also nach der Kaderzusammenstellung für die neue Saison, besprochen werden soll.

Momentan deutet vieles daraufhin, dass der mit 1,8 Millionen Euro teuerste Sportchef-Vertrag der HSV-Geschichte nicht verlängert wird. Dem Dänen werden nicht allein eine falsche Spielerauswahl vorgeworfen. Immerhin setzte er sich bei Adler gegen alle Widerstände durch. Arnesen wird auch vorgehalten, im Winter sein Ziel, Spieler zu verkaufen, verpasst zu haben. „Im Sommer hat er die Möglichkeit, seine Kritiker Lügen zu strafen“, sagt ein Aufsichtsrat – allein ihm fehle der Glaube daran.

Der fehlt mir noch nicht. Ich will ihn einfach haben und gehe die Sache aus Prinzip schon optimistisch an. Wie bei der Tipprunde, in der der HSV bei mir seit 2003 nicht einen Punkt abgegeben hat. Ich hoffe einfach, dass Arnesen im Sommer nicht nur viele Spieler absetzen sondern auch qualitativ hochwertige dazugewinnen kann. Für ihn, für die Mannschaft, für den Verein – und vor allem für die Fans. Die dürfen sich übrigens darüber freuen, dass Dennis Aogo seine Kapselbeschwerden ausgestanden hat und ebenso wie Marcell Jansen wieder voll zur Verfügung steht. Lediglich Ivo Ilicevic musste heute passen. „Er hat leichte muskuläre Probleme“, so Fink, der einen Einsatz des Kroaten nicht ausschließen will.

In diesem Sinne, bleibt gesund, genießt den Vatertag und drückt die Daumen, dass das nahezu Unmögliche doch noch möglich wird…

Scholle

P.S.: Großen Respekt habe ich vor Sir Alex Ferguson, der nach 27 Jahren als Trainer von Manchester United zurücktritt. Der 71-Jährige ist mit 13 englischen Meistertiteln, fünf Pokalerfolgen und zwei Champions-League-Titeln der erfolgreichste Fußballtrainer Großbritanniens.

Son und Dortmund – läuft da was?

21. Februar 2013

Oha, die Verbindung Son und Dortmund nimmt ja tatsächlich Fahrt auf. Und das, obwohl ich mir gerade heute noch einmal aus berufenem Munde beim HSV habe sagen lassen, dass eine Vertragsverlängerung in Hamburg schon sehr wahrscheinlich ist. Dennoch, ich bekam heute einen interessanten Anruf aus Westfalen. Ein Kollege war dran und bat mich um Hilfe, eine Rufnummer betreffend. Und während wir uns grundsätzlich über Fußball, den HSV (er ist HSV-Fan) unterhielten, kam er auf das Thema zu sprechen: Heung Min Son. Er habe gehört, dass auch in Hamburg die Konkurrenz aus Dortmund gefürchtet würde, nachdem Robert Lewandowski sich mit den Bayern geeinigt hatte. Zudem erzählte er mir, dass der Dortmunder Julian Schieber nach Lewandowski abgegeben werden soll und der BVB alle Initiative der Verpflichtung von Edin Dzeko stecken wollten.

So weit so bekannt.

Neu war mir allerdings, dass sich der BVB tatsächlich mit der Personalie Heung Min Son beschäftigt. Der Südkoreaner wäre flexibel einsetzbar und entspräche dem Anforderungsprofil von Trainer Jürgen Klopp, der durch den Verkauf Lewandowskis fast schon mehr Geld in der Kasse haben dürfte, als er ausgeben kann. Klar ist, dass ein Gehalt von zwei bis drei Millionen (so viel dürfte Son beim HSV geboten bekommen) per annum für den Meister kein Problem ist. Zumal nicht, weil Son mit Hanwha Solar und Kumho Tyres auch beim HSV Sponsoren mitgebracht hat, die Millionen in die Klubkassen spülen. „Mit Kagawa hat der Klub sportlich und wirtschaftlich beste Erfahrungen gemacht“, so mein Kollege, der sich zu diesem Thema länger auch mit BVB-Klubboss Hans Joachim Watzke unterhalten hat. „Watzke hat mir bestätigt, dass Son durchaus ein Thema für den BVB sei. Ich habe daraufhin bei Sons Berater Thies Bliemeister angerufen und ich habe ihn danach gefragt. Bliemeister sagte mir, dass es ihn nicht verwundere, dass es aber keinen persönlichen Kontakt diesbezügliche geben würde.“

Nun muss man dazu sagen, dass Bliemeister in Dortmund gut bekannt ist, weil er einst Ilkay Gündogan vertrat und für diesen sowohl beim HSV als auch beim BVB erste Verhandlungen führte, ehe sich Gündogan (so musste er weniger Provision zahlen) doch von seinem Vater vertreten ließ. Zudem ist festzustellen, dass sich Son in Hamburg sehr wohlfühlt und der HSV bereit ist, seinen Vertrag dramatisch anzuheben. Aber so ungern ich es sage – Son und Dortmund, das könnte passen… Insofern setze ich volles Vertrauen in Sportchef Frank Arnesen, den Vertrag mit dem Südkoreaner, der immer mehr Mängel abzustellen weiß, schnellstmöglich und langfristig zu verlängern.

Egal wie, am Sonnabend steht Son für den HSV auf dem Platz. Der umworbene Angreifer soll dabei helfen, dass der vierte Sieg im sechsten Rückrundenspiel eingefahren wird und mit Hannover ein weiterer Verfolger (nach Gladbach letzte Woche) auf Distanz gehalten wird. Immerhin will „Hannover auch….“, sagt Fink und unterbricht seinen zugegebenen Freud’schen Versprecher, „Hannover will in die Europa League. Sie wittern ihre Chance und haben eine starke Mannschaft.“ Ob noch mal so ein Spiel wie das in Dortmund erwartet werden kann? Fink schüttelt den Kopf. „Beim BVB war das ein riesiges Spiel, das kann man nicht so leicht wiederholen. Zumal 96 vorbereitet ist. Die wissen, dass wir auswärts keine Angst haben.“

Fürwahr. Van der Vaart gestern und Fink heute haben es richtig erkannt: dieser HSV hat sich den Respekt in der Liga erarbeitet. „Der HSV kommt gefestigt zu uns“, lobt Hannovers Trainer Mirko Slomka, der ansonsten noch mit dem heutigen Euro-League-Spiel gegen Anschi beschäftigt war. Ein Spiel, das sich Fink vor Ort ansehen wollte. „Es ist nicht weit weg und bietet sich an, live vor Ort die ein schönes Spiel anzuschauen, die Mannschaft zu beobachten und die Stimmung mitzuerleben“, so Fink, der zwar grundsätzlich keine Nachteile für die Niedersachsen ob des Spiels sieht. Allerdings sagte er heute auch: „Hannover ist offensiv stark, stark bei Kontern und spielt mittlerweile sehr gut Fußball. Sie können auch das Spiel machen. Hannover hat eine tolle Mannschaft, aber sie leiden auch unter der Doppelbelastung.“ Ernst gemeint oder nur ein kleines Psychospielchen? Ich glaube, es ist eher Letzteres…

Nicht immer ernst, weil gut aufgelegt, ist auch Per Skjelbred. Der Norweger ist frisch verheiratet, frisch zum Stammspieler aufgestiegen und nach langer Zeit beim HSV endlich richtig glücklich. „Es war schon eine schwierige Situation“, blickt der sympathische Mittelfeldmann kurz zurück, um gleich wieder den Blick nach vorn zu richten: „Im Moment ist alles gut. Aber das ist auch klar. Wenn du spielst, und das gut – dann kommt das Selbstvertrauen.“ Und davon hat der Kämpfertyp eine Menge gewinnen können. Zumal ihn Trainer Fink unter die ersten 14 Mann im Kader zählt. „Ich schaue nur von Woche zu Woche“, so Skjelbred, „aber klar ist, dass sich meine Familie in Hamburg sehr wohlfühlt. Meine Kinder und meine Frau sind sehr glücklich. Wie ich. Ich will in Hamburg bleiben.“

Und das will Fink auch – von Skjelbred. „Ich sehe das genauso“, sagt der Trainer auf den Wunsch des Norwegers angesprochen. Ob es überhaupt noch nötig sei, das vor einigen Monaten angekündigte Gespräch mit dem Norweger über dessen Zukunft in Hamburg zu führen? „Wir reden ja sowieso immer. Und wenn er was hat, kann er immer zu mir kommen. Aber ich muss ihn im Moment nicht ansprechen.“ Weil alles passt und nichts gegen einen Verbleib des Rechtsfußes spricht.

Arslan und Skjelbred – zwei Aufsteiger in einer Saison, die unpassenderweise auch noch um dieselbe Position konkurrieren. Zunächst hatte Arslan mit starken Leistungen die Nase vorn. Doch als er für einen Moment schwächelte, war Skjelbred da. Mehr noch: Schon bei Finks Umstellung vom 4-2-3-1-System auf Raute (4-4-2) erarbeitete sich Skjelbred seinen Platz im Team – damals mit Arslan im zentral-offensiven Mittelfeld. „Ich habe gegen Schalke meine Chance bekommen – und sie genutzt.“ Bis auf die Partie gegen Frankfurt, die 0:2 verloren ging, wirkte er seither immer mit. Und er weckte das Interesse in seiner Heimat. Ob der Nationaltrainer Norwegens ihn schon angerufen habe? „Nein“, sagt der Mittelfeldspieler, „aber ich habe gehört, dass er nach mir gefragt wurde. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal dabei sein darf.“ Verdient hätte er es.

Verdient haben wir uns alle den dritten großen Fußballabend in Folge. Heute natürlich mit einem besonderen Augenmerk auf Hannovers Rückspiel gegen Anschi. Ob ich mich freuen würde, wenn 96 viel Kraft lassen müsste, wurde ich gefragt. Und ich muss mich Finks Antwort auf dieselbe Frage anschließen: Ich freue mich am meisten, wenn Hannover gewinnt, in die nächste Runde einzieht und weitere Punkte für den DFB sammelt. Wer weiß, wann der HSV das nächste Mal auf den Uefa-Koeffizienten angewiesen ist…

In diesem Sinne, Euch allen viel Spaß heute Abend! Und bis morgen. Da wird leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

Scholle

Kurz notiert:
Rene Adler, Slobodan Rajkovic und Heiko Westermann trainierten heute problemfrei mit. Alle drei sind einsatzbereit für das Spiel in Hannover. Somit dürfte Adler Drobny ersetzen und ansonsten die Startelf aus dem Gladbach-Spiel beginnen.

Auf die Frage, ob der Nachname von Per Skjelbred als „Schellbrett“ oder wie geschrieben ausgesprochen wird, antwortete der Norweger völlig unberührt: „Eigentlich Schellbrett. Aber sche… drauf.“

Auf die Frage, was Fink von der Torkamera hält, antwortete der Coach diplomatisch: „Wenn man so noch besser sehen kann, dann ist das okay. Ich finde sie grundsätzlich gut. Ansonsten finde ich aber, sollte man nicht ständig alles hinterfragen. Es gehört doch dazu, dass die Leute nach den Spielen leidenschaftlich diskutieren können. Gerade diese Emotionen machen doch den Fußball aus.“ Recht hat er.

Dieser HSV KANN Nachwuchs – aber er muss jetzt aufpassen

10. Dezember 2012

Sie sind zumindest alle gesund geblieben. So viel sickerte inzwischen aus Brasilien durch. Am Dienstagmorgen um 7 Uhr werden Thorsten Fink und Co. am Hamburger Flughafen zurückerwartet. Anschließend geht es zum Auslaufen an die Imtech-Arena, ehe alle Spieler, Offizielle und Journalisten den Versuch starten sollen, das Jetlag schnellstmöglich auszukurieren. Apropos: Seine Verletzung hat Maximilian Beister nahezu auskuriert. Gut möglich, dass der Zweifach-Torschütze der letzten Wochen schon am Sonnabend in Leverkusen wieder zum Einsatz kommt. Und ich lege mich einfach mal fest: Sollte Beister wieder gesund sein, wird er auf jeden Fall neben Artjoms Rudnevs auflaufen, nachdem sich Heung Min Son in Wolfsburg und vor allem gegen Hoffenheim nicht gerade aufdrängte – mal ganz diplomatisch formuliert.

Denn das, was Son derzeit abliefert, ist bitter. Nach seinen sechs Toren hatten viele den Südkoreaner im Profifußball angekommen gesehen. Ich noch nicht. Im Gegenteil. Mir war und ist es ein Rätsel, dass Son bis hin zu Arsenal, Liverpool etc. gehypt wurde und dabei das Lernbare nicht umsetzt. Zumal er sogar teilweise über deutlich mehr Talent verfügt als ein Großteil gleichaltriger Bundesligaprofis. Ob er in Verhandlungen steckt und den Kopf gerade nicht frei hat? „Nein“, sagt sein Berater Thies Bliemeister, „wir haben uns darauf verständigt, im Januar oder Februar in Ruhe in die Gespräche zu gehen. Uns hetzt da nichts.“ Warum sein Schützling momentan auf dem Platz nicht zur Geltung kommt? „Schwer zu sagen. Ich glaube auch, dass wir darüber nicht diskutieren würden, wenn das erste Ding gegen Hoffenheim drin gewesen wäre. Dann würde die Frage andersrum gestellt werden. Dann würden alle wieder von den tollen sieben Toren sprechen und von Millionenangeboten gehört haben.“ Interessante Worte des rührigen Beraters. Ob denn nichts an den Millionenangeboten aus England dran sei? Bliemeister weicht aus: „Auf jeden Fall ist das jetzt nicht unser Thema. Sonni spielt eine insgesamt sehr gute Hinrunde und fühlt sich hier sehr wohl, weil der Trainer ihm vertraut und seine Sprache spricht. Natürlich gibt es immer Möglichkeiten – aber die erste ist der HSV.“ Denn hier könne sich Heung Min Son weiter bestens entwickeln.

Womit ich schon beim Thema bin. Denn heute, wo die Profis mal in der Luft sind und so weder erreichbar sind noch trainieren, möchte ich mich einer sehr netten Geschichte mit einem (hoffentlich schon baldigen) Happy End widmen, dem HSV-Nachwuchs. Im Speziellen: Jonathan Tah.

Der 17 Jahre junge Innenverteidiger des HSV, der schon bei den U-19-Junioren mitspielt ist ein Naturtalent. So zumindest hat es seine „Entdeckerin“, Christiane Harms einst gesehen. Zu recht, wie sich herausstellen sollte. Auf jeden Fall hat Christiane Harms vor 13 Jahren als Sozialpädagogin in einem Altonaer Kindergarten gearbeitet. Dort entdeckte sie den außergewöhnlich beweglichen und körperlich ausgebildeten Jonathan. Sofort fiel ihr ihr Bruder ein, Sebastian Harms, seines Zeichens damals wie heute Jugendtrainer beim HSV. „Sie sagte mir, dass sie einen Jungen habe, der mit Sicherheit irgendwann bei mir spielen würde und es vielleicht sogar zum Profi schafft“, erinnert sich der aktuelle U14-Trainer Sebastian Harms. Sie war total begeistert von Jona’s Bewegungen und war fassungslos, dass er schon in dem zarten Alter von drei, vier Jahren über ein Sixpack (sehr gut ausgebildete, sichtbare Bauchmuskulatur – quasi wie bei mir…, Anm. d. Red.) hatte. Damals dachte ich, die spinnt“, so Sebastian Harms, „aber keine zehn Jahre später holten wir Jonathan tatsächlich aus Altona zum HSV.“ Und heute gilt Jonathan Tah als das größte Talent Deutschlands. Auf einer heutzutage selten gewordenen Position, als Innenverteidiger jagt nicht nur die gesamte Bundesliga hinter dem 1,93-Meter-Hünen hinterher – auch das Ausland hat bereits ernst gemacht und erste Millionenangebote für das HSV-Juwel geboten.

„Er ist unser größtes Abwehrtalent“, sagt Arnesen, der sich augenblicklich in Vertragsverhandlungen mit Tah befindet. Dessen Vertrag würde 2014 auslaufen – allerdings nicht, wenn es nach Arnesen geht. „Wir werden alles daran setzen, ihn bei uns zu halten. Mehr noch, wir versuchen ihn jetzt schon für den Profibereich- und Herrenbereich freizuholen.“ Dafür läuft ein Antrag auf Sondergenehmigung bei der DFL und dem DFB.

Gleiches gilt für Levin Mete Öztunali, den Enkel von HSV-Idol Uwe Seeler. Auch für den 16-Jährigen hofft der HSV eine Freigabe für den Erwachsenenbereich zu bekommen. Ebenso wie die Unterschrift des Offensivallrounders, dessen Vertrag beim HSV im Sommer 2013 ausläuft. „Wir stehen in Gesprächen“, sagt Vater Mete Öztunali, der sich ansonsten sehr bedeckt hält, „weil es uns in erster Linie um die sportliche Perspektive geht.“

Und die sollte der HSV doch aktuell bieten können. Immerhin stehen derzeit mit Heung Min Son, Tolgay Arslan und Maximilian Beister mehr Spieler regelmäßig in der Startelf als je zuvor. Ein Umstand, der gern vergessen wird – der aber Fakt ist und dem Umstand geschuldet, dass der HSV den Umbruch fährt. Weitgehend weg von teuren Zugängen, hin zu Talenten. Aus dem eigenen Verein ebenso wie aus anderen Klubs. „Das macht es uns natürlich auch leichter, intern Zusammenhalt zu entwickeln, weil wir durch die gemeinsame Altersstruktur auch interessemäßig näher beieinander liegen. Zudem ist es in einem Kader ohne gleich 15 oder 20 große Namen leichter für uns, uns durchzusetzen“, sagt Tolgay Arslan, der hinzufügt: „Ich würde gern mal den Trainer sehen, der in einem entscheidenden Spiel plötzlich den gerade aus der Jugend hochgerückten Tolgay Arslan für beispielsweise Ruud van Nistelrooy bringt.“

Gib es selten. Zugegeben. Aber aus der Not heraus kommt das vor. Und so hat sich auch die Dortmunder Spitzenmannschaft gebildet und gilt noch immer als Vorbild wie auch als Hoffnungsschimmer für alle klammen Klubs. Dieter hat mich vorhin angerufen und mir auch den größten, erfolgreichsten deutschen Fußballklub als Beispiel genannt: den FC Bayern München. Der hat auch Ende der Sechziger, Anfang der 70iger etliche Talente aus den eigenen Reihen hochgezogen und sich so in der Bundesligaspitze festgesetzt.

Nun ist natürlich weiter offen, ob ein Beister, ein Arslan, Tah oder auch Öztunali am Ende derartige Weltklassespieler werden wie es ein Breitner oder ein Hoeneß zu ihrer Zeit waren – aber es ist den Versuch allemal wert. Mehr noch, der HSV täte sehr gut daran, seine Talente schnellstmöglich zu verlängern. Denn, und das ist im Jugendbereich bekannt, beide Talente wurden in den letzten Jahren immer wieder mal gesprochen – aber dass sich wirklich von oben jemand um sie kümmert, ist eher selten. Frank Arnesen muss sich jetzt die Zeit nehmen, die nach langer Zeit wieder vorhandenen Talente langfristig zu binden, den HSV mit dem Ruf zu verbinden, dass hier auf Talente gesetzt wird. Beste Argumente dafür hat er mit Arslan, Beister, Son, Lam allemal. Wobei ich gerade geneigt war, Matti Steinmann dazuzuschreiben. Der allerdings, so war von einem Jugendtrainer zu hören, wird im Moment auch nicht mehr beachtet. Allerdings, und da muss ich sehr vorsichtig sein, sind solche Aussagen absolut subjektiv und mit Vorsicht zu genießen. Insofern, so lange ich Matti nicht erreichen kann, lassen wir die Trainermeinung mal so im Raum stehen.

Wichtiger aber, und damit möchte ich den heutigen Blog beschließen, ist mir der Hinweis darauf, welch riesige Chance sich dem HSV aktuell bietet. Er muss im Profibereich kleinere Brötchen backen und hat damit jedes Alibi, um junge Talente zu verpflichten und auch einzusetzen. Der HSV hat die Lizenz zum Versuchen. Vor allem, wenn die Talente aus der eigenen Jugend kommen. Insofern heißt es jetzt für Arnesen, nicht mehr länger abzuwarten, sondern Vollgas zu gehen und die außergewöhnlichen Talente langfristig zu binden. Und um hier mal eine Lanze zu brechen: Dieser HSV KANN wieder Jugendarbeit – er muss sie nur jetzt in den Mittelpunkt stellen. Zumal – und davon habe ich mich selbst schon mehrfach überzeugen können -, im alles überragenden U-15-Bereich (C-Regionalliga) wartet gleich eine ganze Horde von unfassbar großen Talenten auf den HSV…

Schöne Aussichten. Zumindest, wenn sich der HSV jetzt kümmert und auch der Profibereich (Arnesen und Fink vor allem) seinen Nachwuchs in den Mittelpunkt rückt. Denn, und das ist im kleinen Fußball nicht anders als bei den „Großen“ – junge Spieler wollen einfach wahrgenommen werden. Persönliche Gespräche – wie sie beim HSV zwar bis zu Beiersdorfer und seit Michael Schröder wieder geführt werden, aber insgesamt einfach noch zu selten sind – sind da Gold wert.

In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder mit Dieter!

Scholle

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