Archiv für das Tag 'Bester'

Auffälligkeiten meines Fußball-Jahres 2012

1. Januar 2013

Willkommen in 2013. Hoffentlich seid ihr alle gut und bestens in das neue Jahr gekommen – bei mir war das der Fall, auch bei „Scholle“ ganz offenbar, denn wer in der Neujahrsnacht um 3.53 Uhr noch persönliche Grüße – und dann fast fehlerfrei (!) – in den Blog stellt, der muss ganz einfach super gelaunt in den Januar gekommen sein. Für „Scholle“ hat dieser Monat dann ja auch gleich einen großartigen Höhepunkt, denn gegen Ende des Januars wird er ja Papa. „Gobi“ fragte mich beim Training, hoffentlich gebe ich das nun richtig wider: „Wird Scholle eigentlich Mutter oder Vater?“ Meine Antwort: „Mutter.“ Dann wissen hoffentlich alle Bescheid. Ansonsten möchte ich an diesem Tag nicht mit einer zu schwer verdaulichen Fußball-Kost aufwarten, es hat sich ja, bis auf die Tesche-Kacar-Sache auch nicht viel getan zu diesem Dienstag. Ich möchte noch einmal einen kurzen Rückblick auf das Fußball-Jahr 2012 aus meiner Sicht wagen, was mir positiv, was mir negativ aufgefallen ist. Aus HSV-Sicht.
Und wer vielleicht noch schnell einmal seinen HSV trainieren sehen will, bevor es an diesem Mittwoch mittags ins Trainingslager nach Abu Dhabi geht, der sollte um 9.30 Uhr im Volkspark sein, da soll die Mannschaft noch einmal trainieren, bevor es dann in den Flieger geht.

Bevor ich loslege muss ich vielleicht noch eine Sache klarstellen – in eigener Sache. In meiner Neujahrsansprache habe ich ja davon gesprochen, dass ich am Ende des Jahres 2013 kein Festangestellter mehr des Hamburger Abendblatts sein werde. Das ist auch richtig, denn ich werde am 24. September 2013 65 Jahre alt, am 24. November 2013 habe ich deswegen, so wurde mir von der Rentenstelle Stralsund mitgeteilt, meinen letzten Arbeitstag. Nun haben sich darüber einige Matz-abber ein wenig erregt, weil sie es gerne sehen würden, dass ich noch ein wenig weiter arbeiten solle – um „Matz ab“ am Leben zu erhalten.

Aus diesem Grunde schickte mir der User Dr. M. (der Name ist mir bekannt) eine Mail, die er von einem besorgten Freund erhielt, weiter an mich. Hier ein kurzer Auszug:

„Erstmal wuensch ich dir einen schoenen jahreswechsel. Ihr gebt dem dieter matz keinen festen vertrag mehr wie ich hoere. Per neujahresbotschaft. Verlaesst euch euer gescheaftssinn? Fussball boomt seit ewigkeiten. Der mann ist eine feste groesse beim hsv. Und bei euch sollte er es sein. Jeder liest seinen blog . Das wir noch ganz GROSS. Das faellt sogar mir auf. Der mann und das medium ist eigentlich pflicht. Plus. Versteh ich nicht. Du bist doch der macher dort vor ort. Mach es. Lieben gruss, Andreas.

Das war nur eine Mail (es gab aber auch Anrufe) von einigen in dieser Angelegenheit. Ich kann aber alle diejenigen, die sich da Gedanken machen, zunächst einmal beruhigen, denn es gab diesbezüglich schon Gespräche mit dem Chefredakteur Lars Haider, und es wird noch weitere geben – so denke ich. Nach den in der Neujahrsansprache genannten Zahlen hat das Abendblatt natürlich auch ein Interesse daran, dass „Matz ab“ den Lesern erhalten bleibt. Also, es ist alles im Fluss, niemand muss sich groß aufregen.

So, dann komme ich mal zu den Dingen, die mir im Fußball-Jahr 2012 gefallen haben.
Top war, dass:

. . . sich der HSV im Sommer noch so eben vor dem Abstieg gerettet hat.

. . . sich mit Heiko Westermann und Dennis Aogo zwei Spieler, denen es beim HSV nicht immer nur unbedingt gut ging, stets darum bemühten, einen gewissen Teamgeist in die selten einmal richtig gut funktionierende Mannschaft zu bekommen.

. . . sich Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten so großartig gesteigert hatte, nachdem er in der Startphase der Saison gleich mehrfach gepatzt hatte. Später war Drobny die Nummer eins dafür, dass der HSV die Klasse letztlich doch noch gehalten hatte.

. . . sich Romeo Castelen, der HSV-Pechvogel des Jahrhunderts, immer wieder an das Team herangekämpft hatte, dann aber gehen musste. Das ist zwar traurig und auch nicht top zu nennen, aber dass der frühere niederländische Nationalspieler immer noch nicht aufgab, sondern von einer Karriere im italienischen Fußball träumte, das ist einfach nur grenzenlos top zu nennen. Das ist, trotz des großen Pechs, hundertprozentiger Optimismus. Und verdient Anerkennung. Der Fußball-Gott hat es trotz allem nie so richtig gut gemeint mit Romeo. Leider. Und schade.

. . . sich Lotto King Karl bei jedem seiner Auftritte im Volkspark von seiner besten Seite zeigte. Voller Leidenschaft und Enthusiasmus – bei „Hamburg, meine Perle“. Immer und immer wieder, und immer wieder ein Hit. Wenn alle Spieler stets jene 100 Prozent, die Lotto (und Carsten Pape) am Spieltag bringt, ebenfalls bringen würden, dann stünde der HSV in der Bundesliga-Spitze.

. . . sich im engeren Umfeld der Profi-Mannschaft inzwischen (oder immer noch?) viele großartige Mitarbeiter „tummeln“, die dem gesamten Team ein sehr menschliches Gesicht verleihen. Stellvertretend seinen da genannt: Physiotherapeut Stefan Kliche, Busfahrer Miroslav Zadach, Zeugwart Mario Mosa und Teammanager Marinus Bester.

. . . im vierköpfigen Vorstand seit dem Frühjahr 2011 wieder Hand in Hand in voller Vertrauen gemeinsam und zum Wohle für den HSV gearbeitet wird.

. . . auch 2012 wieder verdienstvolle HSVer auf dem „Walk oft Fame“ verewigt wurden, diesmal waren das Udo Bandow, Thomas von Heesen, Willi Reimann, Branko Zebec, Fritz Laband und der großartige Günter Netzer. Der Dank gilt dem Initiator Andreas Maske und seiner Frau Carmen Pippig, die diese tolle Veranstaltung jedes Mal großartig organisiert.

. . . dass sich viele HSV-Spieler in dieser jetzt laufenden Spielzeit in ihren Leistungen gesteigert haben. Zu nennen wären da Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Marcell Jansen, Heung Min Son und (aber) vor allen Dingen Tolgay Arslan, der alle Skeptiker (auch oder vor allem mich), dass er die „Sechs“ nicht spielen kann, vom Gegenteil überzeugt hat.

. . . dass sich Rene Adler so schnell und so eindrucksvoll wieder in die alte Top-Form, die ihn einst zur Nummer eins in Deutschland werden ließ, gespielt hat. Der Mann ist längst wieder in Weltklasse-Format und hat dem HSV schon viele, viele Punkte gerettet. Der Top-Einkauf seit Jahren. Gratulation, Herr Arnesen, zu diesem geglückten Alleingang!

. . . dass sich Klaus-Michael Kühne nicht beirren ließ und daran festhielt, Rafael van der Vaart zurückzuholen. Der Milliardär und sein Niederländer sind ein nicht zu schlagendes Gespann – und „Raffa“ ein Garant dafür, dass nun alle HSV-Spieler mit höchster Konzentration ihrem Job nachgehen. Weil sich niemand eine Blöße – ihm gegenüber – geben möchte. Schon deshalb ist diese Van-der-Vaart-Rückhol-Aktion ein großartiger Coup gewesen.

. . . dass sich die Neuverpflichtung Milan Badelj von Beginn an so prächtig entwickelt hat.

. . . sich die HSV-Fans, vor allen die „harten“ im Nord-Westen, am 29. September von ihrer besten Seite zeigten. Wie sie in Sachen Flaggen und Fahnen und Plakaten auf die Beine stellten, um zum 125. Geburtstag des HSV zu gratulieren (mit großartiger Choreographie!), das war sensationell gut und kann gar nicht genug gewürdigt werden.

Ein Flop war im Jahr 2012, dass . . .

. . . David Jarolim den HSV verlassen musste. Ich schreibe das ganz bewusst an erster Stelle, denn ich weiß, dass ich mit diesem Gedanken nicht allein bin – im Gegenteil. Der größte Befürworter des Tschechen war zum Beispiel Uwe Seeler, der sagte: „Ich hätte Jaro niemals gehen lassen, denn er hatte als einer der wenigen HSV-Profis die Raute im Herzen.“ Stimmt, damit ist alles gesagt.

. . . der anfangs so großartige Gökhan Töre völlig die Einstellung zu seinem Beruf verloren hatte. Der junge Mann hat viel an den Füßen, aber der Kopf spielt ihm leider zu oft einen Streich. Wer nicht erkennt, welch ein großes Talent man eigentlich ist, und nichts dafür tut, um eine große Karriere zu starten, der im Gegenteil sich treiben lässt und nur die schönen Seiten am Fußball inhaliert, der wird früher oder später Schiffbruch erleiden. Töre war der Shootingstar der Hinrunde 2010/11, aber dann begriff er nicht, worauf es im Profi-Fußball tatsächlich und in erster Linie drauf ankommt. Thema verfehlt. Leider.

. . . sich Muhamed Besic, der heute gerade einmal 20 Jahre alt ist, zu schade war, um in der Regionalliga-Mannschaft des HSV zu spielen. Der (viel zu) schnelle Aufstieg zum A-Nationalspieler (Bosnien-Herzegowina) hatte ganz offenbar für zu viele Flausen im Kopf des jungen Mannes gesorgt – null Selbstkritik. So tritt man sein Glück mit Füßen.

. . . sich der HSV im letzten Saisonspiel, als der Klassenerhalt gerade mal perfekt war, eine solche blamable Partie wie die 0:1-Niederlage in Augsburg erlaubte. Das war krass. Das war auch katastrophal. Alle hätten frei und unbeschwert aufspielen können, um zu zeigen, wie gut sie wirklich sind – und dann dieser furchtbare Rohrkrepierer. Das war Leistungsverweigerung pur. Ein solcher Auftritt kann nicht gleich abgehakt werden, der muss im Gedächtnis jener bleiben, die daran beteiligt waren und ist ganz sicher auch (negativ-)geschichtsträchtig. Und wird so schnell nicht vergessen sein. Trotz vieler Gurkenspiele, die es auch in der Saison 2012/13 schon wieder gab.

. . . zum Beispiel die Partie in Düsseldorf eigentlich noch viel grottiger war. Dieser Auftritt war eine Frechheit, lag aber in der Negativ-Statistik nur knapp vor dem Kick in Leverkusen, als der HSV am Vortag sechs Stunden bei der Anreise per Zug verbracht hatte. Was Trainer Thorsten Fink zum Anlass nahm, nach der 0:3-Niederlage noch schnell und kurz einmal darauf hinzuweisen. Ein Eigentor, klassisch wie überflüssig.

. . . sich ein stellvertretender Aufsichtsrats-Chef wie Manfred Ertel während der Mitglieder-Versammlung im CCH mehrfach zu Beifall hinreißen lässt, als Reden gegen den neben ihm auf der Bühne sitzenden Vorstand Joachim Hilke gehalten wurden. Das mag ja die ausgelegte Meinungsfreiheit in diesem Lande dokumentieren, zu einem guten und vorbildlichen Vereinsleben passt es aber nicht – eher ist das Gegenteil der Fall. Ein Mitglied des Aufsichtsrates hat andere Möglichkeiten, einem Vorstandsmitglied des HSV die Meinung zu geigen, als diesen negativen Beifall. Auch wenn es in diesem Falle um die unsägliche Viagogo-Geschichte ging. So geht es trotzdem nicht.

. . . dass sich Aufsichtsrats-Boss Alexander Otto dazu entschloss, nicht wieder zu kandidieren. Weil die Arbeit ruft. Die rief aber auch vorher immer wieder – sogar laut. Und in diesen schwierigen Zeiten auch mit viel Vehemenz – aber ein Herr Otto ist doch längst eine Institution und dürfte auch über allem stehen. Schade, schade, der HSV verliert mit ihm einen wichtigen und großartigen Mann. Der nur schwer, ich glaube sogar, der nicht zu ersetzen sein wird. Jedenfalls nicht so schnell.

. . . sich Robert Tesche trotz seiner völlig überraschenden (und auch überflüssigen) Vertragsverlängerung nicht weiterentwickelt hat, im Gegenteil, er schien zuletzt nur noch seinen Vertrag „absitzen“ zu wollen.

. . . sich Neuerwerbung Paul Scharner nicht so entwickelt hat, wie vor allem ich erhofft hatte (ich habe sehr viel von ihm erwartet – auch als Führungsspieler). Es ist in seinem ersten HSV-Halbjahr nichts gekommen.

. . . die Dummen einfach nicht aussterben wollen. Und zwar diesmal die, die sich in Sachen Pyro-Technik im Stadion immer wieder versuchen. Eine verbrannte und „heißgeliebte“ Flagge müsste eigentlich jedem (wirklich jedem!) zu denken geben, denn ein solches Heiligtum durfte doch ganz einfach nicht „sterben“, aber einige merken offenbar wirklich nichts.

So, es ließe sich bestimmt noch der eine oder andere Flop finden, auch sicher noch so manche Top-Leistung, aber ich lasse es damit mal bewenden.

Ungläubig habe ich zur Kenntnis genommen (wieder einmal!), was hier einige bestens informierte User immer wissen – und wissen wollen. Und mit welch unqualifizierten Sätzen sie dann gleich lospoltern und gnadenlos nur ihre Meinung durchprügeln wollen. Thema Gojko Kacar. Wer da bessere Informationen hatte, der hätte schon ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Trainer führen müssen. Ich kann jedem, der diesen Mist lesen musste, versichern, dass es so, wie ich es geschrieben habe, richtig war. Ich kann es sogar noch ergänzen: Es wurde intern beim HSV nicht erst am Montag entschieden, Kacar zu Hause zu lassen (und nicht mit nach Abu Dhabi zu nehmen), sondern sogar schon am späten Sonntag.
Aber vielleicht gibt es ja sogar mal eine Entschuldigung für die gequirlte . . . Obwohl, diese Hoffnung habe ich eigentlich schon lange, lange verloren.

PS: Ich werde, weil ich nun wieder auf diese unqualifizierten Zwischenrufe eingegangen bin, sicherlich in aller Form vom Moderatoren-Team abgestraft, aber ich kann nur sagen: Tut mir Leid, dass es wieder mal passiert ist, aber das musste einfach mal raus. Denn ich hasse jede Form von Ungerechtigkeit.

In diesem Zusammenhang möchte ich einen Begriff schnell noch einwerfen, der mir bei der Neujahrsansprache noch durch die Lappen gegangen ist:
Toleranz.

Wenn in diesem Punkt alle in diesem Jahr mehr an sich arbeiten würden, dann hätten ganz sicher viel mehr Leute Spaß – auch an diesem Matz-ab-Blog. Toleranz – gepaart mit einem kleinen Hauch von Demut, das hätte schon was. Nicht immer gleich explodieren, nicht sofort alles in Schutt und Asche reden und schreiben, sondern erst einmal durchatmen und denn überlegen, in welcher Form sich dazu äußert (wenn überhaupt). Es ist bei uns („Matz ab“) ja wie im richtigen Leben. Erst denken, dann machen. Das gilt, und das liegt mir nach 2012 auch auf dem Herzen, auch für den Fußball, ganz speziell für den Bereich der Schiedsrichter. Kein Mensch ist fehlerfrei. Keiner. Von den Fußball-Profis wissen wir das alle. Nur die Schiedsrichter, so habe ich das Gefühl, sind die einzigen Menschen, die niemals einen Fehler machen sollen, machen dürfen – Schiedsrichter gelten für alle, die es nicht sind, als die seltene Gattung der fehlerfreien Menschen. Und sollte einer dieser fehlerfreien Menschen dann doch einmal daneben liegen, dann sollte bei uns allen in Sekundenschnelle mal an das kleine Wörtchen Toleranz gedacht werden. Das wäre jedenfalls mein allgemeiner Fußball-Wunsch für das Jahr 2013. Und ich bin mir absolut sicher, dass es uns allen danach etwas, vielleicht nur etwas, vielleicht aber auch etwas mehr, besser gehen würde.

So, das war mein Jahr zum neuen Jahr. In diesem Blog hat es auch einen „offenen Brief“ gegeben, der viele beschäftigt hat. Ich veröffentliche ihn hier noch einmal, weil ich weiß, dass nur ein Bruchteil der „Matz-aber“ noch die Kommentare lesen.

Offener Brief an den Vorstand des
HSV
21.12.2012

An den Vorstand
Hamburger Sportverein e .V.
Sylvesterallee 7
22525 Hamburg

Sehr geehrter Herr Jarchow,
Sehr geehrter Herr Arnesen,
Sehr geehrter Herr Hilke,
Sehr geehrter Herr Scheel,

wir Mitglieder und Fans des HSV sind in tiefer Sorge um die weitere Entwicklung unseres Vereins. Wir finden es befremdlich dass Aufrufe von CFHH und PT 98 auf der SC Plattform veröffentlicht werden.
Wir selber haben Stellung bezogen gegen die politische Hysterie der Innenminister und deren Intention, DFL u. DFB unter Druck zu setzen. Die große Plattform Fußball wird von der Politik missbraucht um vom eigenen Versagen in der Frage über Gewalt und Verrohung in unserer Gesellschaft abzulenken.
Trotzdem können wir nicht die Augen davor verschließen, dass einige Gruppierungen den Protest gegen das Sicherheitspapier zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen, und versuchen, andere Fans und Fußballfreunde ihre Aktionen aufzuzwingen.
Jeder gezündete Bengalo, Rauch und bewegliche Feuerwerkskörper sind ein Schlag ins Gesicht unseres HSV und kosten unserem Verein viel Geld. Auch die vulgären und antidemokratischen Schmährufe gegen DFB und DFL verunglimpfen unseren Verein und sein Ansehen. Das Verhalten dieser Leute ist, soweit sie HSV Mitglieder sind, absolut vereinsschädigend. Wir müssen uns nicht hinter Pseudonymen, Masken und Kappen verstecken um unsere Meinung sachlich und fair zu äußern.
Wir finden es auch sehr fragwürdig, dass einigen Ultra Gruppierungen im HSV so viel Spielraum gelassen wird- trotz der Tatsache, dass Sie offen für eine „legitimierte Fankultur“ eintreten, die Recht und Gesetz der Bundesrepublik mit Füßen tritt.
Wir sind für das was wir im Sport Fairplay nennen. Sport soll verbinden und nicht spalten.
Wir möchten hiermit zum Ausdruck bringen, dass wir jeglichen weiteren Stimmungsboykott und einen angedrohten Spieltagsboykott ablehnen, wie von den Fanvereinigungen CFHH und PT 98 gefordert. (http://www.hsv-sc.de/nc/de/news-anzeige/article/1212-geht-weiter.html?tx_ttnews[backPid]=6)
Des Weiteren distanzieren wir uns mit Nachdruck von Leuten die zur Gewalt und Pyroaktionen Aufrufen, die derzeit in diversen Internetforen und Netzwerken verbreitet werden. (Hier nur ein Beispiel dazu: https://www.facebook.com/events/510157715685852/)
Wir finden es super, dass sich jetzt erst Recht Mitglieder engagieren und äußern!
Wir fordern unseren Vorstand auf engagiert und entschlossen die Interessen des HSV und des Fußballsports zu vertreten.
Wir akzeptieren geschlossen sowohl unsere Stadionordnung als auch den Verhaltenskodex des HSV Supportes Club.

In diesem Sinne: NUR DER HSV!

Mit b-w-s Gruessen

Peter F. ( u. 25 Unterstützer)

18.47 Uhr

HSV als Tabellenvorletzter in Frankfurt

15. September 2012

Die Szene war symptomathisch für ihn. Nach dem Trainingsende schlenderte Rafael van der Vaart vom Platz, wenige Meter neben der Tür saßen drei Personen: Teammanager Marinus Bester, Uwe Eplinius, der frühere Physiotherapeut des HSV, und dessen kleiner Sohn. Jeder Star wäre an dem Knaben vorbeigegangen und hätte „Epi“ und den „Herrn Besten“ per Hand begrüßt. Das wäre für einen Star normal gewesen, aber nicht für „Raffa“ van der Vaart. Der gab dem Jungen zuerst die Hand, dann dem Vater. Mit dem lag er sich Sekunden danach sogar gefährlich in den Armen, denn sie „knuddelten“ sich so innig, bis der Niederländer von einer Stufe abrutschte. Zum Glück knickte er nicht mit dem Fuß um, was durchaus möglich gewesen wäre, aber das wäre dann wirklich noch der Höhepunkt gewesen.

In den 82 Trainings-Minuten zuvor hatte van der Vaart seine Klasse gezeigt. Der Mann hat es einfach, kann es einfach, zeigt es, als wäre es ganz einfach wäre. Ich hatte heute das Gefühl, als wäre er nicht nur reifer, abgeklärter und besonnener geworden, sondern dass er auch fußballerisch noch zugelegt hat. Er produziert Ideen fast am laufenden Band, er hat ein Auge für Raum und Mitspieler, er macht das Spiel manchmal genial schnell, dann wieder hält er klug den Ball, um das Spiel zu ordnen. Wenn ihm das morgen von 17.30 Uhr auch in Frankfurt gelingen sollte, fast in Perfektion, dann ist mir um diesen HSV nicht bange. Dann wird im Hessischen auch was geholt. Zumal ja nicht nur van der Vaart dabei sind, sondern auch Milan Badelj und Petr Jiracek. Diese drei Spieler geben dem HSV ein total neues Gesicht. Da kommt schon so etwas wie Vorfreude auf. Auch bei Trainer Thorsten Fink, der heute nach dem Training kurz mit den Pressevertretern sprach und dabei bis über die beiden Ohren strahlte. So sieht ein absolut optimistischer Coach aus, keine Frage.

Weil der HSV drei Mittelfeldspieler nun mehr an Bord hat, blieben auch zwei „alte“ Mittelfeldspieler zu Hause: Robert Tesche und Per Ciljan Skjelbred traten den Flug nach Frankfurt nicht mit an. Obwohl sie von Thorsten Fink gelobt wurden: „Beide haben in letzter Zeit sehr gut trainiert, aber das gilt auch für alle anderen Spieler.“ Tesche und auch Skjelbred können sich dennoch nicht beschweren, dass sie daheim bleiben müssen, denn beide hatten doch immer wieder ihre Chancen bekommen – und sie nur nicht nutzen können. Jetzt sind andere Kollegen eben mal an der Reihe.

Kurz Blick von den Profis zu den Amateuren. Die Regionalliga-Mannschaft des HSV trainierte unter der Regie von Rodolfo Cardoso parallel, und dabei war auch die Nummer vier des HSV, Sven Neuhaus. Als der Keeper – gemeinsam mit „Altmeister“ Richard Golz – vom Rasen ging, strahlte er dennoch über alle (Zwei? Vier?) Backen. Kein Frust, weil er „strafversetzt“ wurde, Neuhaus nimmt die Sache ganz professionell. Toll. Sportlich fair. Vorbildlich. Neben ihm trainierte übrigens Slobodan Rajkovic. Schon ein komisches Gefühl, den verbannten Innenverteidiger so abseits zu sehen, ohne jeden Kontakt zu den früheren Mitspielern. Und so wird es ja auch jeden Fall noch bis zur Winterpause sein, keine ganz angenehme Sache, aber in den Ostblock wollte er ja auch nicht wechseln . . .

Zurück zur Profi-Abteilung. Die Stimmung ist, wie schon in der Woche von Kapitän Heiko Westermann geschildert, wirklich prächtig. Festzumachen auch an der heutigen Aufwärmphase. Da mussten die Spieler kleine Trippelschritte durch eine am Boden liegende (bewegliche) Leiter machen, um danach den Ball zu spielen. Jeffrey Bruma brachte es fertig, die Leiter mit seinen Stiefeln „einzusammeln“, was den spontanen Beifall aller Kollegen und ein wildes Indianergeheul nach sich zog. Selbst Bruma beklatschte sein „Werk“. Und als es dann zur nächsten Übung auf den Nebenplatz ging, da gingen Artjoms Rudnevs und Skjelbred Arm in Arm – wie ein Liebespaar. Das zeugt doch von einer gewissen Harmonie im Team. Und als später Michael Mancienne bei der Torschuss-Übung ein (Traum-)Tor nach dem anderen schoss, da gab es wieder Applaus von den Mitspielern und dazu lautstarke Anfeuerungsrufe. Für morgen? Vielleicht trifft der Engländer ja in Frankfurt einmal so, wie er es heute gleich mehrfach tat. Hätte schon was – mit einem HSV-Sieg im Rücken natürlich nur.

An diesem Sonnabend stand auch wieder das so beliebte „Fünf gegen zwei“-Spiel auf dem Programm. Diesmal drei Stationen mit „sechs gegen zwei“. Wer dabei den Ball gegen die „zwei“ in der Mitte „verdaddelt“, der muss dann selbst in die Mitte. Als einmal Heung Min Son den Ball etwas zu schwach zu Tolgay Arslan kickte, der Ball nach dem Verlegenheitsabspiel von Arslan dann weggeschnappt wurde, da wurde die „Strafe“ geteilt: Arslan wollte zwar, aber Son ging freiwillig und zuerst in die Mitte; und als der Ball dort „einkassiert“ wurde, ging Son nach draußen (er hätte eigentlich erst beim nächsten Mal raus dürfen) – und für ihn kam dann Arslan (auch nur für dieses eine Mal). So geht es ja auch, geteiltes Leid ist halbes Leid.

Für alle diejenigen, die die Aufstellung tippen oder erfahren wollen. Der HSV wird so spielen, wie erwartet: Adler; Bruma, Mancienne, Westermann, Lam; Badelj, Jiracek; Son, van der Vaart, Jansen; Rudnevs.

Ein kleines Wagnis ist dabei für mich ja immer noch Zhin Gin Lam hinten links, aber Thorsten Fink hat sich so entschieden. Und wenn ich ehrlich bin, so hat der frühere Mittelfeldspieler heute im kleinen Trainingsspielchen einen ganz guten Eindruck hinterlassen, er war „giftig“ und hing meistens wie eine Klette an seinem Gegenüber. Okay, den kennt er natürlich auch bestens, mit welchem Frankfurter er es morgen zu tun bekommen wird, ist wohl noch offen. Und eventuell auch ein wenig unangenehmer. Aber drücken wir mal die Daumen, das es besser klappt als vor Wochen noch im Pokal in Karlsruhe. Und wenn nicht, dass Thorsten Fink spätestens zur Pause ein Einsehen hat und wechselt (Dennis Diekmeier rein). Abwarten.

Ab und an regnete es im Volkspark, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat. Auch die Trainingskiebitze waren bestens drauf und auch – alle – optimistisch. Wobei ein Thema aber durchaus kritisch angesehen wurde:
Kühne. Der Geldgeber, Mäzen, Sponsor, Gönner und Investor hatte ja in der „Welt“ noch einmal ordentlich gegen die Führung „abgeledert“. Und keiner wusste so recht, warum? „So kurz vorm einem so wichtigen Spiel? Was soll das? Damit tut er dem HSV doch keinen gefallen. Er sorgt doch nur für neue Unruhe.“ So hieß es am Rande des Volksparks. Was ich allerdings nicht so sehe. Den Spielern ist es doch egal, was da in der Führung läuft. Erstens lesen die meisten Profis ohnehin keine Zeitungen (weil es auch meistens gar nicht können!), zweitens geht es für sie doch, sich ins Team zu spielen – und dann auch erfolgreich zu sein. Für den HSV und für den eigenen Geldbeutel – mit der Siegprämie.

Ich glaube ja, dass es Klaus-Michael Kühne egal ist, wann und wie er etwas sagt. Er steht ganz einfach über allen Dingen, er sagt es dann, wenn es für ihn raus muss – so einfach ist das. Was hat er zu verlieren? Nichts. Er wird ja dringender denn je in Hamburg benötigt. Und in seiner Situation muss er kein Diplomat sein, er haut es raus und damit ist gut. Für ihn. Er hat sich Luft verschafft. Ob er sich damit auf Dauer einen Gefallen tut, weiß ich nicht (ihm wird es ebenso egal sein), aber er will sicher auch kein Amt beim HSV übernehmen. Wenn er für seinen Lieblingsklub Geld gibt, dann reicht ihm das – vielleicht nicht ganz. So verstehe ich jedenfalls seine Aussage, dass aus dem „ersten Mal“, als er dem HSV erstmalig finanziell unter die Arme griff, „nichts gemacht worden ist“. Damit meinte er sicher nicht, dass das Geld zum Fenster hinaus geworfen wurde, sondern die Tatsache, dass der HSV mit diesem Geld so gut wie keine Aufbauhilfe geleistet hat. Andernfalls hätte er jetzt wohl nicht erneut und schon wieder „eingreifen“ müssen. Was er ja zum Glück für den HSV noch einmal tat – ich jedenfalls bin noch immer total happy, dass es Kühne noch einmal wagte. Egal, was er danach und auch in Zukunft alles über den HSV und dessen Führung so alles „ablässt“. Wer für die Musik sorgt, der darf auch seinen Mund aufmachen – oder? So heißt es doch.

Ein Thema beim heutigen HSV-Training war auch die „Bomben-Partie“ zwischen Augsburg und Wolfsburg (0:0). Fußball zum Abgewöhnen. Haben alle unisono gesagt. Schlechter geht es offenbar nicht mehr, und so gesehen ist der HSV, egal wie es morgen läuft, schon mal aus dem Schneider, wie er den „schwarzen Peter“ schon mal los ist: Den grausamsten Fußball des Wochenende gab es diesmal bereits am Freitag zu sehen.

Allerdings: Ich bewundere die Augsburger trotz allem ein ganz klein wenig. Weil sie in ihren fußballerischen (und wohl auch finanziellen) Mitteln sehr limitiert sind, aber dennoch 90 Minuten rennen, kloppen, grätschen, fighten, laufen – alles geben. Die Einstellung dieser „No-name-Truppe“ ist vorbildlich, kämpferisch ist dem Abstiegskandidat Nummer eins nichts vorzuwerfen. Eine solche Einstellung wünschte ich mir auch gelegentlich von anderen Erstliga-Mannschaften . . .

So, wie die Partie in Frankfurt ausgeht, das wissen wir alle noch nicht, aber wir werden kurz nach dem Abpfiff auf jeden Fall wieder drüber reden. Wie immer im „Champs“ in Schnelsen (Burgwedel), und wie immer „uns Scholle“ und ich. Dazu mit zwei Gästen aus unserem „Matz-ab“-Kreis: Unser aller „Eiche“ wird wohl dabei sein (er ist gesundheitlich noch stark angeschlagen, will sich aber durchbeißen), dazu der „Master of Grätsche“, der ehemalige HSV-Abwehrspieler Carsten Kober. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr wieder zahlreich dabei sein würdet.

Kurz noch zum heutigen Spieltag – ein toller Spieltag! Der Mann des Tages ist für mich ja der Japaner Kiyotake, der Nürnberg zum 3:2-Sieg in Mönchengladbach schoss. Der kleine Mann gefiel mir schon beim 1:0-Sieg des Clubs gegen – ist mir entfallen. War am ersten Spieltag, zu lange her. Aber einen solchen kleinen Japaner, den könnte sich der HSV doch auch einmal einfangen . . . Oder?
Super war das Spiel Hannover – Bremen, und dann mit diesem Abschluss: Huszti mit Fallrückzieher zum 3:2-Sieg (drei Minuten waren da nachgespielt!), dann ab in die Kurve: Gelb. Dann noch Trikot ausgezogen: Gelb-Rot. Warum der ausgewechselte Schlaudraff auf den vierten Mann, Sascha Thielert von Buchholz 08, losgeht und ihn würgen will, ist mir nicht klar, aber die meisten Spieler kennen ohnehin nicht die Regel. Das war alles regelkonform. Selbst Hannovers Trainer Mirko Slomka hat „super“ in Richtung Schiedsrichter Aytekin gesagt – es wahrscheinlich (oder ganz sicher) aber anders gemeint. Nur so sind die Regeln. Die Vereine hätten alle längst mal „super“ sagen sollen – vorher.

PS: Der HSV ist jetzt die einzige Erstliga-Mannschaft Deutschlands ohne ein eigenes Tor. Und: Der HSV steht zurzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nur Hoffenheim ist schlechter. Aber das kann sich an diesem Sonntag ja noch alles ändern. Was heißt kann, es muss. Und damit meine ich nicht Hoffenheim!

Schönen Abend noch!

17.41 Uhr

“Fußball-Gott” Benjamin zurück zum HSV?

13. Juni 2012

Er könnte wohl spielen. Verraten aber, ob er am Abend auch tatsächlich dabei ist, das hat er nicht. Joris Mathijsen, der ehemalige Hamburger, hatte heute SMS-Kontakt mit seiner früheren Wahl-Heimat, dem Volkspark. HSV-Team-Manager Marinus Bester wollte ein wenig Spaß mit dem HSV-Abwehrspieler haben – vor dem Knüller Niederlande gegen Deutschland, am Abend um 21.45 Uhr. Es wurde heftigst geflachst. Bester schrieb Mathijsen: „Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du mitspielst – das wäre gut. Für Deutschland . . .“ Dem kann ich nichts hinzufügen. Außer, dass ich der Meinung von „Maschine“ Bester bin. Deswegen drücke ich Mathijsen ganz fest die Daumen. Er war ja nie der Schnellste einer, und wenn er nun über eine Woche nur eingeschränkt trainiert hat, dann kann er auf jeden Fall ja nicht viel schneller geworden sein . . . Und irgendwie möchte ich ja doch, dass die Truppe von „Clever & Smart“ gewinnt. Also die Truppe von Löw und Bierhoff.

Aber es wird ganz, ganz eng. Die Niederländer kämpfen schließlich schon um ihre letzte Chance. Doch wem sag ich das? Ihr seid ja ohnehin alle auf Ballhöhe. Es ist schon erstaunlich, wie das „gesamte Volk“ in diesen Tagen und Wochen mitfiebert – einfach toll, wie viele Fahnen ich an den Autos sehe, wie viele Damen und Herren in deutschen Trikots herumlaufen. Wahnsinn. Das war doch vor zehn, 20 Jahren nicht denkbar. Und obwohl die HSV-Fans ja für ihre unglaubliche Treue zu ihrem HSV gelobt wurden (völlig zu Recht!), bin ich trotz allem der Meinung, dass einige der HSV-Fans jetzt noch ein wenig lernen könnten. Nämlich ohne Wenn und Aber zu seinem Klub zu stehen (ohne dabei unkritisch zu sein). Ich denke dabei jetzt, während der EM, vor allem an die HSV-Nationalspieler (auch an die ehemaligen), zu denen einige HSV-Anhänger ja ihre ganz spezielle Meinung hatten und haben – und diese auch immer ganz exklusiv (oft auch anonym) mitteilten: „Der gehört da nicht rein, der ist viel zu schlecht – es ist geradezu lachhaft, dass der Nationalspieler ist . . .“ Usw, usw.
Die, die jetzt gerade in ganz Deutschland ganz emsig Flagge zeigen, die stehen fest zu ihrer Mannschaft. Und sie stören sich zum Beispiel ja auch nicht an der Frage, ob nun der lauffaule Mario Gomez Spitze spielen soll, oder doch besser sprunghafte Miroslav Klose? Wobei ich eher für den kleinen, wuseligen Marco Reus wäre . . . Aber das ist dann doch noch eine ganz andere Frage.

Um aber noch einmal auf Gomez zu kommen: Wie er die Kritik von Scholl verarbeitet hat, wie der Torjäger diese harte, überharte oder sogar auch unfaire Kritik in der Öffentlichkeit behandelt hat – das war Weltklasse. Ich stelle mir nur mal vor, wenn eine solche Kritik auf Mario Basler oder auf Lothar Matthäus hernieder geprasselt wäre – dann hätten wir auf Wochen in jeder Zeitung Schlagzeilen satt. Mario Gomez aber hielt den Ball wunderschön flach, ob nun auf Anraten des DFB oder auch des FC Bayern, oder aus eigenem Antrieb – egal, er hat sicher super verhalten. Und deswegen gönne ich ihm auch heute mindestes ein Tor – und ein gutes Spiel. Und Scholl war gestern, in der ARD (als Partner von Gerhard Delling), ja auch ein wenig zurückhaltender als sonst. „Scholl light“, sozusagen. Aber er wird auch während dieser EM noch wieder in seine alte Form zurückkommen . . . Aber, auch das muss mal gesagt werden, „Scholl light“ mit Delling oder Reinhold Beckmann ist immer noch dreimal so gut wie dien ZDF-EM-Sendung aus Usedom. „Olli, woher du das immer weißt . . .“, himmelte Frau Müller-Hohenstein ihren Partner Oliver Kahn an, und der sagte – dabei mit den Augen rollend: „Ja, ich habe ja auch mal ein bisschen Fußball gespielt.“ Ist nicht wahr! Das ist die ganz hohe Schule der Fußball-Moderation.

Themenwechsel. Mein Freund „Dicki“ steht mit den Super-Senioren des HSV am Sonntag im Endspiel-Turnier um die Hamburger Meisterschaft. Das findet am Sonntag am Grophuisring (Steilshoop) statt. Und was macht er, der über 60-jährige Fußball-Verrückte? Er fuhr am Dienstag schon mal zum Platz, um die Verhältnisse zu prüfen! Unfassbar. So klärt er schon mal die Stollenfrage, die Windverhältnis, ob der Platz abschüssig ist, wie die Sonne um 10.30 Uhr steht – und, und, und. Aber so ist er. Und es ist wohl auch nicht so ganz unnormal, denn, und darum habe ich das geschrieben, heute „turnte“ eine Delegation des FC Barcelona durch den Volkspark. Tatsächlich. Die Herren waren gekommen, um sich das Stadion anzusehen, um zu klären, was für jenen 24. Juli alles benötigt wird – wenn der große FC Messi gegen den HSV antritt. Ja, da wird selbst in einem Freundschafts-Kick nichts, aber auch nicht dem Zufall überlassen. Profihaft? Oder doch etwas übertrieben? Das überlasse ich euch. Aber wenn schon über 60-Jährige die Platzverhältnisse für den nächsten Sonntag überprüfen . . . Bislang sind übrigens schon 48 000 Eintrittskarten für dieses Spiel (HSV – Barca) verkauft worden – das lässt (demnächst) auf „ausverkauft“ schließen.

Noch ein Themenwechsel. Nächste Woche wird Collin Benjamin in Hamburg erwartet. Beim HSV. Der ehemalige HSV-Profi hat seine Profi-Karriere ja wohl an den Nagel gehängt, nachdem er zuletzt beim TSV 19860 München kaum noch regelmäßig gespielt hat – aus Verletzungsgründen. Kehrt „Collo“ nun in seine „Heimat“ Hamburg zurück, der kehrt er in seine „richtige“ Heimat zurück? Der HSV wäre eigentlich ja ideal für ihn, und Medien-Direktor Jörn Wolf sagte mir heute: „Er war hier Publikumsliebling, er ist ein verdienter HSV-Spieler mit vielerlei Talenten – vielleicht können wir ihn ja irgendwie an den HSV anbinden. Wir machen uns auf jeden fall Gedanken in diese Richtung.“ Toll. Würde ich riesig finden, wenn Collin Benjamin „Fußball-Gott“ hier in irgendeiner Form mitmischen würde. Und es klingt ja auf jeden Fall schon mal recht vielversprechend.

In aller Stille (fast schon klammheimlich) hat der HSV gestern (s)einen neuen Kunstrasenplatz an der Arena eingeweiht. Mit einem Spielchen zwischen Geschäftsstellen-Mitarbeitern. Sogar HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow, der frühere Linksaußen (?) von Komet Blankenese, trug sich in die Torschützenliste ein. Alter schützt vor Toren nicht . . . Aber zurück zum Platz: Was da alles in den letzten Jahren entstanden ist (muss ich auch mal den Vorstand vor Jarchow loben!), das ist schon klasse. Und hat nichts mehr mit dem Ochsenzoll früherer Jahre zu tun, das st schon enorm professionell, was sich da getan hat – und auch noch tun wird (dann dank Jarchow und Co).

In Sachen Neuzugängen allerdings hat sich auch heute nichts getan, wird sich auch so schnell nichts tun – denke ich jedenfalls. Zumal es ja auch dieses unwiderrufliche HSV-Motto gibt: „Erst verkaufen, dann einkaufen“. Die Spekulationen schossen nach Saisonschluss ja sofort wie Spargel aus dem Boden, aber nun herrscht auf diesem gebiet ja absolute Ebbe. Völlig normal. Und denjenigen, die nun schon Angst haben, dass gar nichts mehr passieren wird, sei versichert: es wird noch. Erst aber müssen die „Großen“, die Branchenführer in die Gänge kommen, bevor dann der HSV zuschlagen wird. Keine Panik also, wenn ihr weiterhin keine neuen Namen hört, es wird sich alles erst noch entwickeln. So mit Beginn des EM-Endspiels. Dann haben alle wieder mehr Zeit und Bereitschaft, an ihren Verein und an ihren Job zu denken.
Erst einmal aber ist EM.

So, einige Sachen noch am Rande.

Vielleicht kann jemand diesem „Matz-abber“ aus dem Hessenland helfen. Diese Mail erhielt ich zum Thema EM:

„Moin moin.
Habe ich das eben richtig gesehen, war da tatsächlich eine Raute im Stadion beim Spiel Ukraine gegen Schweden zu sehen – hinter dem rechten Tor?
Was könnte das für eine Bedeutung haben, es war doch in keinem der Teams ein HSVer dabei?
Besten Gruß, K.-G. Gutowski.“

Dann erhielt ich in diesen Tagen eine Mail, die mich sehr berührte. Ich habe mit mir gekämpft, ob sich sie öffentlich mache (was ich darf, ich habe mir die Genehmigung geholt!), habe mich dann dafür entschieden. Es soll ein kleiner Denkanstoß an alle „Matz-abber“ sein, dass uns doch alle vor allem der Fußball, der HSV und der Sport verbindet. Und dass hier Aggressionen, Arroganz und Häme fehl am Platze sind. Mensch sein muss der Mensch, so hieß mal ein Theaterstück, und das sollte vor allem das Motto sein. Vielleicht geben die folgenden Zeilen ja auch dem einen oder anderen User etwas, wenigstens etwas zu denken.

„Mein lieber Dieter,

ich hab mich ja unheimlich lange nicht mehr bei Dir gemeldet.
Und weißt Du was? Ich melde mich nicht wegen des Blogs, nicht wegen des HSV, sondern einfach nur so

Seit langem bin ich nicht mehr im Blog, wobei den lese ich schon noch, aber in die Kommentare schau ich seit letztem Jahr schon nicht mehr rein.
Ich kann und will mit den ganzen Kleinkrieg nicht mitmachen. Da muss ich mich echt fragen, ist es das wert, dass ich mehr Medikamente zur Beruhigung nehme, nur um mich über so etwas nicht mehr aufzuregen?

Nein.

Ich leb mit weniger Infos besser.
Außerdem hab ich hier auch genug zu tun – bin dabei, selbst wieder gesund zu werden.
Gefällt nicht allen Ärzten, die hatten mich ja mal als „untherapierbar” eingestuft (wegen einer schweren Knochenmarkserkrankung). Soll ich Dir mal was sagen? Die haben oft keine Ahnung.

Ich hab 25 Jahre gebraucht, um den fehlenden Baustein rauszukriegen, jetzt wird es zumindest krass besser, in 4 Monaten hab ich die Medikamentendosis auf 8% gesenkt!!!
Wenn ich könnte, würde ich die Medikamente schon ganz absetzen, denn ich brauch das nicht mehr, aber das geht nicht, weil man dann zu starke Entzugserscheinungen kriegt…
Aber wenn man überlegt, dass ich die letzten 2 Jahre kein Sport mehr machen konnte, nichts…
Und vor ein paar Wochen hab ich wieder angefangen, am ersten Tag gleich 1 Stunde Laufen… nach 4 Wochen dann 13 km . . .

Zu tun hab ich trotzdem genug . . .
(die nun folgende Passage – in der der „Matz-abber“ über seine ebenfalls erkrankte Ehefrau schreibt – habe ich gelöscht; Dieter Matz)

Mein lieber Dieter, Du hast zwar nie was dazu gesagt (soweit ich weiß), aber ich bin bei solchen Dingen recht feinfühlig… Ich hab oft gemerkt, dass es Dir nicht besonders gut geht. Darum denk daran, auch wenn z.B. ich (aber auch viele andere Menschen, die Dich gern haben) nicht immer schreiben, wir sind da und denken an Dich!

Und wenn man nicht bereit ist, klein bei zu geben… dann findet man auch einen Weg da raus. Du bist ein feiner Kerl mit dem Herz am rechten Fleck!

Hihi, lustig, wie die Dinge manchmal so spielen, während ich Dir seit 1 Jahr zum ersten Mal schreibe, kriege ich eine Nachricht, dass ein Kracher zum HSV kommen soll . . .
Das nenne ich Timing. Du sollst ja Bescheid wissen . . .
Aber deshalb schreib ich nicht, Du brauchst mir auch keinen Namen sagen!
Klar bin ich gespannt, aber ich kann warten, bis es raus ist.
Nee, nee, ich schreib nur wegen Dir, nicht wegen irgendwelcher Infos. Zumindest wunderst Du Dich jetzt wohl nicht mehr, dass man von mir nichts mehr gehört hat.

So mein Bester, Kroatien hat das 2:1 gemacht… und ich mach Schluss.
Ich wünsch Dir einen schönen Abend!

So, das war es in aller Kürze. Ich wünsche euch und euren Lieben einen wunderschönen und erfolgreichen Fußball-EM-Abend. Gutes Gelingen.

„Scholle“ und ich werden heute nach dem Schlusspfiff wieder bei „Matz ab live“ (im „Champs“ Burgwedel/Schnelsen) zu sehen und (hoffentlich) auch zu hören sein – mit zwei Top-Gästen: HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf und HSV-Profi Dennis Aogo. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr wieder einschalten würdet.

Bei der Gelegenheit, weil ich verschiedentlich gefragt wurde (wegen des FIFA-Aufnähers am linken Arm): Während der letzten „Wolfgang-Petry-Matz-ab-live“-Gedächtnis-Sendung (als ich den etwas dickeren Hals hatte . . .) hatte ich das Trikot von Oliver Bierhoff angezogen, das er im Endspiel 2002 in Yokohama gegen Brasilien trug. Und auch heute werde ich, das kann ich schon mal verraten, ein Bierhoff-Trikot tragen. Zufall. Aber es passt mir am besten (er groß und breit, ich mit der Größe, die leider nur in die Breite gegangen ist . . .). Der frühere HSV-Stürmer und heutige Nationalmannschaftsmanager trug dieses Trikot am 4. September 1999 in einem EM-Qualifikationsspiel Spiel in Helsinki gegen Finnland. Ich hatte Bierhoff, der beide Tore zum 2:1-Sieg der Deutschen erzielt hatte, vor dem Spiel um sein Trikot gebeten – und er machte sich nach diesem Spiel keine neuen Freunde (und Freude), denn er war tatsächlich der einzige (!) DFB-Spieler, der sein Trikot nicht mit einem Gegenspieler tauschte.
Ich sehe diesen finnischen Glatzkopf, der sich gegen Bierhoff bei einem Kopfballduell eine stark blutende Platzwunde am Kopf geholt hatte, noch heute in den dunklen Katakomben des Stadions vor Ärger platzen; er stieß Fluch um Fluch Richtung Bierhoff aus, weil der das Trikot nicht getauscht hatte.
Und ehrlich gesagt, mir war diese Aktion spätestens dann doch ganz schön peinlich. Aber Oliver Bierhoff hielt Wort, obwohl er beschimpft und bepöbelt wurde – unfassbar. Doch so ist er, der Oliver Bierhoff, er ist ein feiner Mensch – das kann ich jedem versichern, der es hören will (oder auch nicht – oder der eventuell auch voreingenommen ganz anderer Meinung ist).

Nochmals einen tollen EM-Abend für euch.

17.22 Uhr

Nächste Einträge »