Archiv für das Tag 'Berg'

Ein Trainer und fünf Stuttgarter “Helden”

11. März 2013

„Eine hervorragende Mannschaft; und ein Trainer, der sich taktisch immer sehr viele gute Sachen einfallen lässt.“ Das hat niemand über den HSV gesagt, sondern der HSV-Trainer über den VfB Stuttgart. Vor dem Spiel am Neckar. Und dann gewinnt der HSV 1:0. Nicht weil er die überragend bessere Mannschaft gewesen ist, sondern wohl auch deshalb (oder vor allem?), weil sich der HSV-Coach taktisch etwas hatte einfallen lassen: Thorsten Fink. Vielleicht lässt sich ja demnächst Bruno Labbadia mal zu einem solchen Spruch hinreißen: „Eine hervorragende Mannschaft, und ein Trainer, der sich taktisch immer sehr viele gute Sachen einfallen lässt.“ Es war übrigens das erste Mal, dass der Fink dem Labbadia gezeigt hat, was eine Harke ist . . . Und das in seinem 50. Spiel als HSV-Coach – mit einer eher vorsichtigeren Taktik – um nicht Defensiv-Taktik zu sagen. Vorher hatte es ja in Hamburg die eine oder andere Stimme gegeben, die es nicht befürworteten, dass Fink auf nur eine Spitze setzen wollte, um dazu – wie zu Saisonbeginn – mit einer „Doppel-Sechs“ anzutreten. Und diese Änderung war genau richtig, sodass Thorsten Fink auch einmal kräftig gelobt werden sollte. Auch von den Skeptikern. Kapitän Heiko Westermann lobte die taktische Umstellung: „Erstmalig wieder mit einer Doppel-Sechs, ich glaube, dass das der Schlüssel zum Sieg war.“

Neben Fink hatte dieser Sieg auf Hamburger Seite auch weitere fünf Helden – für mich. Da sind zu nennen Rene Adler, Heiko Westermann, Tomas Rincon, Per Ciljan Skjelbred und Artjoms Rudnevs. Wobei Adler und Westermann in dieser Aufzählung wohl als „normal“ zu nennen sind – aber die anderen Profis?

Rincon, den ich ja gerne immer „Popeye“ nenne, weil er die Brust raus hat – und stets so aussieht, als wenn er fragen könnte: „Meine Herren, wo steht das Klavier?“ Dieser Tomas Rincon ist schlicht ein Phänomen. Immer dann, wenn er gerade mal benötigt wird, zeigt er, wie stark er eigentlich ist. Ich habe heute mit meinem Freund Bert Ehm über den HSV-Sieg gesprochen, und der Trainer von Germania Schnelsen befand: „Dieser Rincon hat unglaublich gut gespielt – wie immer, wenn er mal darf. Wenn ich HSV-Trainer wäre, dann würde Rincon immer spielen, weil er einfach klasse ist. Und er ist sich auch für nichts zu schade, der geht zur Sache, räumt mächtig ab- da bekommt jeder Gegner von Beginn an Respekt, und zwar gehörigen Respekt. So einen Mann brauchst du in der Truppe.“ Stimmt. Bitter aber für Rincon: Gegen Augsburg (am Sonnabend um 15.30 Uhr) wird er wohl wieder auf der Bank sitzen müssen, weil es dann doch wieder offensiver wird. Zwei Spitzen, die hatte Thorsten Fink bereits vor dem Stuttgart-Spiel angekündigt. Aber wie schön ist es zu wissen, dass dieser HSV nicht nur noch einen Tomas Rincon in der „Hinterhand“ hat, sondern dass sich dieser HSV auch schon wieder erlauben kann, einen so guten Mann wie Tomas Rincon draußen zu lassen.

Wobei zur „Doppel-Sechs“ auch noch zu sagen wäre, dass Milan Badelj zu Saisonbeginn ja auch noch einen Mann neben sich gehabt hat: Petr Jiracek. Und in dieser Konstellation ging der Stern von Badelj gleich so richtig auf. Er würde bestimmt jetzt auch dafür plädieren, künftig wieder mit der „Doppel-Sechs“ zu spielen – aber die beiden Spitzen haben damals, nach der Umstellung, auch sehr, sehr gut getan. Im nächsten Auswärtsspiel, das den HSV zum neuen Meister FC Bayern führen wird (nach der Länderspiel-Pause), sind aber ganz sicher wieder zwei Mann angesagt. Wahrscheinlich Rincon und Badelj.

Und dann zu Skjelbred. Der Fast-Ausgemusterte. Der Hin-und-her-Springer. Sowohl auf dem Spielfeld, als auch als Spieler überhaupt. Mal draußen, mal drinnen. Nachdem er im Herbst eigentlich schon durchgefallen war und auf der Abschiebeliste als Nummer eins geführt wurde. Und dann diese „Wiederauferstehung“. Fast unglaublich. Der Zögling von „JU aus Qu“, um es einmal sehr überspitzt zu formulieren, hat gewiss schon einige recht gute oder auch sehr gute Spiele abgeliefert, aber vielleicht war dieser Auftritt im Frühling von Stuttgart sein bester überhaupt. In dieser hervorragenden Verfassung wäre es kein Wunder, wenn er demnächst schon wieder eine Einladung von der norwegischen Nationalmannschaft erhielte – denn Spieler dieser Güte hat Norwegen bestimmt nicht allzu viele. Das muss mal festgehalten werden: Per Ciljan Skjelbred, das war eine Klasse-Partie von dir – herzlichen Glückwunsch. Und mehr davon. Es waren 90 Minuten Konzentration, Herz, Engagement, Leidenschaft und Willen (ohne Pause) erkennbar – das war vorbildlich. Und wenn wir uns daran erinnern, was der gute Per vor dem Spiel noch gesagt hatte, angesprochen darauf, was er über seine Rolle als Hin-und-her-Springer denkt? Da hat er doch verkündet: „Ich will zwar immer spielen, aber wenn es zum Wohle der Mannschaft ist, dann geht das eindeutig vor.“ Genau das ist die richtige Einstellung.

Die Null sollte, so wollte es der Trainer, in Stuttgart ja hinten stehen – und sie stand. Dank Rene Adler. Der eine Weltklasse-Partie ohne jeden Fehler ablieferte. Kompliment. Nach dem Tief Hannover und der undankbaren Nummer gegen Fürth zeigte sich der Nationaltorwart nicht nur von seiner besten Seite, sondern avancierte auch zum Matchwinner. Note eins für diesen Adler, obwohl ich, das gebe ich zu, vorher noch einige Bedenken gehabt hatte. Ich glaubte, dass sich der Keeper nun ein kleinen „Zwischentief“ genommen hätte, aber davon war in Stuttgart nun nichts, aber auch absolut nichts zu sehen. Und ich erinnere mich gerne an die Beurteilung von „Lotto King Karl“, der ja (gemeinsam mit dem Ex-Aufsichtsrat Frank Mackerodt – vielen Dank für euren hervorragenden Einsatz!) bei „Matz ab live“ zu Gast war. Hamburg „seine Perle“ sagte: „Adler und Neuer sind zwei der weltbesten Torhüter, wenn sie nicht die beiden weltbesten sind – ich war mir sicher, dass Adler wieder so gut halten würde, wie vor dem Hannover-Spiel. Der Mann ist super.“

Eben die Note eins. Die sich auch Heiko Wesermann verdient hat. Der Kapitän musste ja in der 64. Minute vorzeitig vom Platz, aber nicht, wie ich befürchtet hatte, wegen seines Kopfes (gegen den ja das Bein des Stuttgarters Martin Harnik geprallt war), sondern wegen seiner Wade. Die hatte schon während der gesamten Woche (nach dem Fürth-Spiel) für Kummer gesorgt, aber Westermann wollte sich durchkämpfen. Er hatte sogar, weil er sich so gut fühlte, auf eine Schmerztablette verzichtet, aber während der Partie ging es in der Wade immer schmerzhafter zu. Und bevor etwas ganz kaputt geht, ging er vorsichtshalber raus. Heute gab der HSV dazu bekannt: „Ein Einsatz am Sonnabend gegen Augsburg ist nicht gefährdet.“ Alles richtig gemacht, Käpt’n. Aber noch einmal: Heiko Westermann hat in meinen Augen in Stuttgart ein ganz großes Spiel geliefert. Viele Löcher gestopft, weite Wege gegangen, totalen körperlichen Einsatz (wie in der Szene mit Harnik) gezeigt – einfach nur großartig. Das sollte – endlich einmal – auch seine Kritiker anerkennen – und nicht immer gleich nach jedem kleinen Fehlpass aufspringen und ihn verdammen. Westermann ist unheimlich, und ich wiederhole das gerne, unheimlich wichtig für dieses Team.

Das könnte – eventuell – auch eines Tages über Jeffrey Bruma geschrieben werden. Noch aber ist es nicht ganz so weit. Weil sich in das Spiel des Niederländers ja bekanntlich immer einige oftmals unglaublich Böcke einschleichen. So zum Beispiel der eine Kopfball, den er über das eigene Tor setzte. Da hat sich doch so mancher gefragt: „Wieso hat er eine solche Nummer eigentlich noch immer drauf?“ Gute Frage. Obwohl ich glaube, dass es diesmal am Timing lag. Bruma ist zu früh gesprungen, traf die Kugel erst in der Landephase mit der Stirn, deswegen ging dieser Ball dann nach hinten los. Gefährlich aber sah es trotz allem aus. Und er wäre gut beraten, wenn er solche „Dinger“ künftig schon im Vorfeld bekämpfen würde. Stichwort Konzentration. Dass Bruma nach dem Spiel in einem Stuttgarter Krankenhaus mit vier Stichen an der Lippe genäht werden musste, dass hatte er dem „netten Herrn“ Ibisevic (aus Frust, weil er gegen Bruma keine Schnitte sah?) zu verdanken. Der VfB-Torjäger hatte wieder einmal mit dem Ellenbogen zugelangt – das wäre Rot gewesen, Herr Dingert (der ansonsten gut gepfiffen hat!). Diese Unsitte Ellenbogenschlag sollte ja eigentlich vom DFB massiver bekämpft werden, aber das wird wohl nichts. Wochenende für Wochenende sieht man solche brutalen Schläge, und höchst selten nur wird dafür einmal Rot gezeigt. Schade eigentlich, denn ich glaube, dass man nur so zu einer Reduzierung dieser üblen Fouls kommen könnte.

Wobei ich auch da die Herren Schiedsrichter mal in Schutz nehmen möchte, denn: Zeigt mal einer Rot, wird das ja spätestens am nächsten Tag irgendwie und irgendwo (von Experten) auseinandergepflückt. Motto: „Diese Rote Karte war aber so etwa von überflüssig.“ Ich bin in dieser Thematik ja immer ganz besonders begeistert, wenn Mario Basler so etwas sagt . . . Aber das ist dann doch wieder ein anderes Thema.

Ganz kurz möchte ich dann auch noch auf Artjoms „Rudi“ Rudnevs eingehen. Er trifft sensationell. Und wie schon lange kein HSV-Spieler mehr. Woche für Woche leisten wir Abbitte, am Sonntag war es noch einmal „Scholle“ – und es gesellen sich immer mehr (von Tag zu Tag) hinzu. Da kann man ja auch meckern wie man möchte (möchte ja keiner mehr!), aber die Zahlen sind nicht von der Hand zu weisen. Noch einmal Gratulation an alle, die den guten „Rudi“ schon immer so gut gesehen haben – aber ich kann nur sagen, dass Thorsten Fink ihn zu Saisonbeginn auch nicht unbedingt so gut gesehen hat – denn damals, wir erinnern uns, spielte ja noch Marcus Berg . . . Aber, bei dem Schnee von heute, das ist ja auch schon längst der Schnee von gestern. Kurios ist, dass Thorsten Fink in Stuttgart zur Pause überlegte, den Lette auszuwechseln – gegen Maximilian Beister. Wie gut, dass der Coach da noch rechtzeitig eine Eingebung hatte. Und: Dieses Rudnevs-Tor, ihr lieben HSV-Fans, sollte doch „Tor des Monats“ März werden, oder? Solche ein Hammer. VfB-Torwart Ulreich stand ja dort, wo der Ball über seinem Scheitel einschlug, aber zu halten gab es da nichts. Selbst wenn der Schuss auf Mann gekommen wäre, dann hätte der Stuttgarter Keeper nun “ein Loch im Bauch” . . .

So, das war es in groben Zügen, was zum Sonntags-Spiel des HSV von meiner Seite aus zu sagen wäre. Andere Stimmen könnt ihr – wie immer – bei „Matz ab live“ hören und sehen. Eines möchte ich aber schnell noch einmal aufarbeiten. Ich hatte Tolgay Arslan ja zuletzt, gegen Fürth, als guten Einwechselspieler beschrieben, musste das aber einen Tag später revidieren. Habe es ja auch getan – und zwar mit (der eigenen) Überzeugung. Dass Thorsten Fink nicht nachtragend ist, das zeigte er nun in Stuttgart, als er Arslan in der nicht ganz so unwichtigen Schlussphase einwechselte. Das zeugt davon, dass der Coach Vertrauen zu seinen Leuten hat – ein sehr gutes Zeichen. Besser: Noch ein sehr gutes Zeichen.

In Sachen Stimmung hatte dann auch Rafael van der Vaart (bei Sky) etwas zu sagen – und auch über die internationalen Startchancen: „Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft haben, es fehlt nur noch ein bisschen die Konstanz. Bei uns ist jede Woche anders: Heute ist die Stimmung positiv, gegen Augsburg kann es schon wieder anders sein.“

Fredi Bobic (Manager VfB Stuttgart) klagte bei Sky hingegen über die negative Stimmung unter den VfB-Fans: „Das ist bei uns ein Phänomen. Natürlich wollen die Fans die eigene Mannschaft siegen sehen. Aber das bringt der Mannschaft unheimlich wenig. An der Einstellung gibt es nichts zu mäkeln.“ Aber in Stuttgart nimmt es bisweilen schon komische Züge an – wie mir mein Abendblatt-Kollege Kai Schiller berichtete. Als Labbadia den Italiener Molinari einwechseln wollte, der Spieler sich auch schon erhoben hatte, da pfiffen die meisten VfB-Fans nach Leibeskräfte. Moliari setzte sich wieder – und kam nicht. Ud dass Mittelfeldspieler Hajnal nicht zum Einsatz kam, das kommentierte Labbadia wie folgt: “Was soll es, wenn ich einen Spieler bringe, der von den eigenen Fans immer ausgepfiffen wird . . ?”
Das klingt, in der Tat, nicht wirklich gut.

Dann möchte ich noch sagen, dass morgen um 14 Uhr trainiert wird (so es die Schneemassen erlauben!), und dann um 15 Uhr gegen Valerenga Oslo auch gespielt wird. Dann wohl eher vom zweiten Anzug – und ganz sicher auch ohne den angeschlagenen Kapitän.

Schlussphase jetzt von „Matz ab“:
Durch den Sieg in Stuttgart ist Platz vier und damit die Qualifikationsspiele zur Champions League nur noch einen Punkt entfernt. Dazu die Gedankenspiele des „Großmeisters“: „Wir hoffen, es geht so weiter, dann schaffen wir das“, sagt Rafael van der Vaart.

Und, weil wir so lange nichts von ihm gehört haben: Der Sport-Informations-Dienst hat heute auch darüber berichtet:

Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer vom russischen Fußball-Meister Zenit St. Petersburg erwartet durch die WM-Endrunde 2018 in seiner Wahlheimat einen Schub für die Vereine. „Ich denke, dass die russische Liga in den kommenden Jahren sehr stark zulegen wird. Allein wegen der anstehenden WM 2018 wird es infrastrukturelle Veränderungen geben. Deshalb werden sich auch die Vereine weiterentwickeln“, sagte der deutsche Ex-Nationalspieler in einem Interview mit dem kicker. Beiersdorfer sieht besonders noch einen Nachteil der russischen Eliteklasse gegenüber europäischen Top-Ligen wie der Bundesliga: „Die Infrastruktur und die Stadien haben allgemein Nachholbedarf.“ Die Konzentration der Macht bei den russischen Vereinen auf Konzerne und Oligarchen sieht Beiersdorfer als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. „Früher gab’s in der Sowjetunion Polizei- oder Armee-Sportklubs. Daraus sind jetzt eben neue Strukturen entstanden“, meinte der ehemalige Sportchef des Bundesligisten Hamburger SV.

Nun bin ich aber wirklich am Ende. Vielen Dank möchte ich aber schnell noch an die “Matz-abber” sagen, die uns bei der Block-House-Premiere in Eidelstedt Rückendeckung gaben (das war sehr schön!), und ein kurzes Dankeschön auch noch an „Horst Schlau“ (für den ausführlichen Bericht – war gut!) und für den folgenden Satz: “Wer Rechtschreibfehler gefunden hat, darf sie behalten . . .” Dank auch, und dann bin ich wirklich am Ende, an „We are family“, der dagegen protestiert hatte, dass ich einem Abstieg der Regionalliga-Mannschaft des HSV nichts Schlechtes abgewinnen könnte. Dazu sage ich: Es ist (leider) mein Ernst, dass ich nichts gegen einen Abstieg hätte. Wer sich als Talent nach „oben“ durchbeißen will, der wird es auch aus der Oberliga Hamburg. Zumal uns ja gerade zwei HSVer (ein Noch-HSVer), Jonathan Tah und Levin Öztunali gezeigt haben, dass es aus der Jugend (!) sogar ohne die Zwischenstation „Cardoso“ in die Bundesliga gehen könnte (oder kann?). In der Oberliga könnte der HSV zudem viel Fahrgeld sparen . . . Und auch die Platzmiete würde wegfallen. Es gäbe sicherlich einige Gründe mehr, die für einen Abstieg des HSV II sprechen würden. Wohl auch dieser Grund, dass eine (viel zu junge) Mannschaft deshalb absteigt, weil sie – vielleicht – zu schlecht ist.

18.08 Uhr

Rudnevs Spitze – van der Vaart dahinter

8. März 2013

Sonntags tippe ich für „Die Woche“, das ist eine Extra-Beilage im Hamburger Abendblatt, schon immer den nächsten Bundesliga-Spieltag. Einmal hatte ich so schon von neun Spielen acht Mal die Tendenzen richtig. Am vergangenen Wochenende von neun Begegnungen sieben. Immerhin. Und am vergangenen Sonntag habe ich mich dazu hinreißen lassen, bei Stuttgart gegen den HSV einen 1:0-Sieg für die Schwaben vorher zu sagen. Schande. Und Asche über mich. Irgendwie hatte ich nach dem 1:1 gegen Fürth das Zutrauen in die Hamburger Truppe verloren. Nun aber sah ich den VfB Stuttgart gegen Lazio Rom. 0:2, für die, die es noch nicht wissen, haben die Herren aus dem Ländle verloren. Und nun würde ich meinen Tipp vom Sonntag gerne noch einmal ändern – aber das geht aus technischen Gründen nicht. Das ist, so nennt man dieses Produkt („Die Woche“), ein Vorandruck. Und dieser Vorandruck ist nun schon, wie der Name es schon sagt, an diesem Freitag gedruckt. Natürlich mit meinem Tipp: VfB Stuttgart – HSV 1:0. Jetzt aber würde ich anders tippen. Weil ich davon überzeugt bin, dass der HSV am Neckar nicht verlieren wird. Ich denke sogar an einen 2:1-Sieg für die Finken – aber leider steht diese dumme 0:1-Niederlage in der HA-Beilage.

Warum ich jetzt anders tippen würde? Nicht deshalb, weil der HSV über Nacht wieder zur alten (Dortmunder) Stärke erwacht ist. Sondern vielmehr deshalb, weil Stuttgart gegen die Italiener ja so schwach war. Um Gottes Willen, was war das denn für eine Vorstellung? Wenn ich allein dieses eine Tor zum 0:2 sehe: Da läuft der Römer Onazi (in Wahrheit ein Nigerianer) von der Mittellinie los – und alle Schwaben gehen ihm freundlich aus dem Weg. Der Höhepunkt war der 2,50-Meter-Innenverteidiger Rüdiger, der die Hände wie beim Eislaufen auf dem Rücken hatte, artig zur Seite ging, anstatt sich in den Weg zu stellen. So etwas habe ich noch nie gesehen, bestimmt noch nie – erst recht nicht im internationalen Fußball. Deswegen: HSV-Sieg. Auch wenn ich weiß, dass VfB-Torjäger Ibisevic diesmal wegen einer Sperre nur zugesehen hat – aber ein guter Mann rettet diese harmlosen Stuttgarter auch nicht mehr. Wobei ich doch stark hoffe, dass dieses VfB-Trainer-Team noch einmal (und wenn es ein letztes Mal ist) auf Sakai hinten rechts bauen wird. Der Japaner spielt, wann immer ich ihn sehe, allerhöchstens Zweitliga-Niveau. Und als er gestern nach der Achtelfinal-Hinspielniederlage noch lange so kurz vor 21 Uhr allein und nachdenklich auf der verwaisten Spielerbank saß, da hat er sicherlich auch gegrübelt, warum er sich Fußball-Profi als Beruf ausgewählt hat . . .

Pech hatten die Stuttgarter allerdings in der Szene, als Debütant Alexandru Maxim den Ellenbogen des Römers Hernanes mit Wucht auf die Nase bekam. Es gab in der 38. Minute nur Gelb statt der überfälligen Roten Karte für den Übeltäter, und Maxim erlitt einen Nasenbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung. Da lag Schiedsrichter Tudor (Rumänien), der ansonsten recht gut gepfiffen hat, leider gründlich daneben.

Aber mal abgesehen von dieser Szene: Der VfB hatte in meinen Augen nur eine ganz starke Szene, als Okazaki mit einem fantastischen Flugkopfball (wie einst Uwe Seeler) an Lazio-Torwart Marchetti scheiterte. Wie der Keeper den gehalten hat, weiß er wahrscheinlich selbst nicht. Ansonsten boten die Schwaben nur biederes Mittelmaß – so spielt ein Tabellenelfter. Deswegen noch einmal: HSV-Sieg. Obwohl mir heute ein (Hamburger) Kollege eine Wette anbot, dass es wieder eine HSV-Niederlage geben wird. Ich habe aber abgelehnt. Ganz so weit ist die Überzeugung dann doch noch nicht gediehen . . . Aber noch einmal muss ich sagen: Wir reden ja schon seit Wochen davon, dass der HSV noch nicht das Zeug für die Europa League hätte. Aber der VfB? Und der ist immerhin noch der letzte deutsche Vertreter in diesem Wettbewerb.

Zum heutigen Training, das bei eisiger Kälte (weil der Wind aus dem Osten so penetrant pfiff?) stattfand – und mit einigen Regentröpfchen. Ich bin zuletzt in meinen Wagen gekrochen . . . Von dort aus aber habe ich alles gesehen. Bei der Torschuss-Übung gefiel mir Heung Min Son am besten, der Südkoreaner traf und traf und traf. Und jubelte auch am meisten und lautesten. Wie ei Lausbub. Da kam Freude (am Rand) auf. Die meisten anderen Schützen hatte meiner Meinung nach viel zu viele Fahrkarten dabei. Besonders dann, wenn mit dem „verkehrten“ Fuß geschossen werden musste. Erstaunt war ich dabei am meisten von Dennis Diekmeier, der – so sehe ich das rückblickend – quasi ohne linken Fuß ein richtig guter Bundesliga-Spieler geworden ist. Wenn ich da so an Heung Min Son denke, der einst nur mit einem rechten Fuß nach Hamburg gekommen ist, heute aber mit links einen präzisen Hammer nach dem anderen loslässt – alle Achtung. Das wäre vielleicht auch mal ein Fall für „Papa“ Diekmeier, denn Sons linke Klebe hat ja wohl größtenteils „Papa“ Son in Fleiß-, Freizeit- und Schwarz-Arbeit ausgebildet.

Nicht mit an Bord war im heutigen Training – erwartungsgemäß – Heiko Westermann. Er wird an diesem Abend noch einmal „verarztet“ und will dann morgen im Abschlusstraining (nicht öffentlich!) dabei sein. Er hofft, wie er selbst sagt, dass es gehen wird – er weiß es aber noch nicht. Ansonsten heißt das Innenverteidiger-Duo Slobodan Rajkovic und Jeffrey Bruma. Letzterer hatte heute nach dem offiziellen Trainingsschluss noch eine „Privat-Audienz“ bei Co-Trainer Frank Heinemann: Kopfball aus dem Lauf heraus. Auch Michael Mancienne war heute auf dem Platz zu sehen, aber er nahm noch nicht am Mannschaftstraining teil, ging auch früh in die Kabine. Das dauert noch. Und ich gebe zu, dass ich zu Saisonbeginn nie im Traum daran gedacht hätte, dass ich den Engländer eines Tages (und in dieser Spielzeit) mal vermissen würde. Aber ich vermisse ihn jetzt schon. Weil er im Zusammenspiel mit Westermann doch der beste Innenverteidiger des HSV ist – Bruma und Rajkovic kommen da (noch) nicht ran. Und dabei denke ich auch an das Trainingsspielchen, in dem mir Rene Adler viel zu viele Tore von den Reservisten eingefangen hat.

Apropos Trainingsspielchen. Dennis Aogo gefiel mir heute besonders gut, er sprühte vor Spiellaune – und schoss mit rechts das erste Tor in diesem Kick. Das sah richtig gut – und vielversprechend aus. Eine Überraschung hatte es in Sachen Aufstellung gegeben, denn Son sowie Maximilian Beister (schoss ein besonders schönes Tor mit der Hacke!) spielten gegen das A-Team. Und in diesem A-Team stürmte – neben der Spitze Artjoms Rudnevs – auch Rafael van der Vaart – als „verkappte“ (?) Spitze. Rechts spielte Per Ciljan Skjelbred, links Dennis Aogo, und auf der „Doppel-Sechs“ gab das Duo Tomas Rincon und Milan Badelj seinen Einstand. So könnte es auch am Sonntag aussehen, ich denke sogar, so wird es am Sonntag aussehen.

Unterdessen hat Trainer Thorsten Fink schon angekündigt, dass zum nächsten Heimspiel (gegen den FC Augsburg) wieder zwei HSV-Stürmer auf dem Rasen stehen werden. Oder besser: zwei HSV-Stürmer werden stürmen.

Kurz noch zum HSV-Gegner vom Sonntag und damit zum VfB-Coach. Mit Bruno Labbadia sprach heute Marcus „Scholle“ Scholz. Der ehemalige HSV-Trainer sagte ihm über seine Hamburger Phase: „Es war definitiv eine prägende Zeit für mich als Trainer. Es war meine erste Entlassung. Leider haben damals einige wichtige Leute im Verein die Nerven verloren, sonst wären wir noch ins Europa-League-Finale eingezogen. Es war sehr schade. Wir waren auf einem sehr guten Weg.“

Labbadia fühlte sich beim HSV oft allein gelassen: „Das war in Hamburg sicher ein Problem. Ich konnte mich damals als Trainer nicht immer gegen alles wehren, was von außen kam. Und es wurde viel hereingetragen. Ich konnte aber nicht laut sagen, was gesagt werden musste, weil ich sonst in einen Konflikt mit der Mannschaft geraten wäre. In solchen Fällen ist es gut, wenn man jemanden an seiner Seite hat. Einen Manager, der genau das sagt. Doch gerade in Hamburg wurden viele Dinge falsch dargestellt. Da hätte man mich verteidigen müssen. Ein Manager wäre damals sicher wichtig gewesen.“ Dietmar Beiersdorfer aber war gerade gegangen . . .

Zurück zum heutigen HSV-Training. Von den Reservisten gefiel mir an diesem Freitag Petr Jiracek am besten, der Tscheche wirkte unternehmungslustig und ballsicher – dazu auch schnell in seinen Aktionen. Er kommt. Da fehlt nicht mehr so viel. Einige gute Szenen hatte für mich auch Gojko Kacar, der mir positiv auffiel. Und gelegentlich hatte auch Marcus Berg einige vielversprechende Aktionen – um dann doch wieder beim nächsten oder übernächsten Mal einen kleinen Stockfehler zu produzieren. Dabei denke ich, wenn Berg mal so etwas wie Konstanz in sein Spiel bekäme, dann könnte er vielleicht doch noch einmal kommen, denn der Schwede macht auf mich zurzeit einen restlos fitten Eindruck.

Und ein Norweger wird – wieder einmal – zum Einsatz kommen: Skjelbred. Rein, raus, rein, raus, rein, raus – das ist sein Schicksal. Konstant ist bei ihm eigentlich nur, dass er die Achterbahnfahrt des HSV hautnah und wohl so wie keiner seiner Kollegen vorlebt. Mal ist er drin, mal ist er draußen, das geht ganz ratz-fatz. Und er sagt dazu lächelnd und verständnisvoll: „So ist das Leben.“ Um dann anzufügen: „Natürlich will ich immer spielen, aber wichtig ist, was für die Mannschaft gut ist. Erst kommt die Mannschaft, nur sie ist wichtig. Ich denke von Woche zu Woche.“ Und von Spiel zu Spiel. Träumt dabei davon, mal ein Tor zu schießen. Das tat er heute im Training – und die Freude darüber war bei ihm ebenso groß wie die gewöhnlich von Son. „Ich muss versuchen, häufiger in die Box zu kommen“, sagt Skjelbred. Doch bislang war er noch nicht so oft im gegnerischen Strafraum zu finden.

So könnte der HSV am Sonntag spielen – wobei ich eher nicht mit Westermann rechne:
Adler; Diekmeier, Bruma, Rajkovic, Jansen; Rincon, Badelj; Skjelbred, Aogo; van der Vaart; Rudnevs.
Schiedsrichter ist Christian Dingert (Lebecksmühle).

17.54 Uhr

Nur 1:1 gegen Fürth – eine große Enttäuschung! – Ergänzung: Horst Eberstein gestorben

2. März 2013

Ergänzung um 19:45 Uhr:

Diesen Bericht muss ich leider mit einer ganz, ganz traurigen Mitteilung beginnen. Die große HSV-Legende Horst Eberstein ist gestern im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit Horst Eberstein, der einst in der Leichatletikabteilung des HSV begann und der dann zum Fußball ging und für die Amateurmannschaft und später als Betreuer der Profimannschaft tätig war, verliert der HSV einen seiner größten Förderer überhaupt. Er war ein großartiger und verlässlicher Mensch. Wir alle sind tief betroffen und trauern mit der Familie Eberstein. Wir werden Horst Eberstein im Herzen tragen.



Das war wieder einmal ein herber Rückschlag für den HSV. Nur 1:1 gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth, das ist natürlich nicht nur zu wenig, das ist auch eine riesige Enttäuschung. Der HSV war zwar über weite Strecken überlegen und auch – selbstverständlich – die bessere und reifere Mannschaft, aber er vergab seine Möglichkeiten viel zu lässig. Gerade in der ersten Halbzeit hätte der HSV klar führen müssen, aber dann rächte es sich, dass Fürth wohl doch ein wenig unterschätzt wurde. Es gab zwar keine Niederlage, aber dieses Unentschieden dürfte wie eine Niederlage bewertet werden, denn an diesem 2. März 2013 war eindeutig ein Sieg, und zwar ein klarer Sieg eingeplant. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Der HSV war zu pomadig, wahrscheinlich auch zu sicher, dass es mit einem Dreier klappen würde – und dann kann man schnell mal eine solche Partie erleben. Kein Weltuntergang, aber ganz sicher auch zwei verschenkte Punkte. Und nun geht es nach Stuttgart – auch kein Selbstgänger. Schade, schade, HSV.

So, wir wollen gleich mit „Matz ab live“ auf Sendung sein, ich hoffe, wir sehen uns . . .

Frühlingsgefühle wollten an diesem Sonnabend nicht groß aufkommen. Was überwiegend an der Kälte lag, die sich breit und breiter machte. Ätzend. Und dann war das Spiel ja auch nicht gerade erwärmend. Obwohl der HSV sehr gut loslegte. Nach Sekunden hätte Marcell Jansen schon das 1:0 köpfen können – wenn nicht müssen, doch der Linksverteidiger brachte die Kugel aus drei Metern nur über die Latte und nicht ins Netz. Nach drei Minuten machte es Maximilian Beister, der erstmalig wieder eine Chance von Beginn an bekommen hatte, nicht besser. Der HSV-Stürmer lief allein auf Wolfgang Hesl, dem früheren HSV-Keeper im Kasten der Fürther zu, doch anstatt Beister den Ball quer auf den mitgelaufenen Artjoms Rudnevs passte, versuchte er es mit einem Heber – und scheiterte. Der gute „Rudi“ hätte die Kugel mit dem Ohrläppchen über die Linie lenken können . . . Zehn Minuten später versuchte sich Rudnevs, der diesmal wieder einige Bälle zu viel verstolperte, selbst aus 14 Metern, ab er Hesl zeigte sich auf der Höhe und hielt.

Das Tor aber, das ist so typisch(oder fast typisch), das fiel auf der Gegenseite. Gerade hatte der neben mir sitzende „Scholle“ noch gesagt, dass der HSV dieses Spiel locker mit 3:0 gewinnen wird, da passte Slobodan Rajkovic den Ball bei einer Abwehraktion unglücklich in die Füße der Fürther. Ein Steilpass, ein Heber von Durdjic über den zu zögerlichen Rene Adler – und schon hieß es 0:1 (14.). Das konnte nicht wahr sein. Die Spielvereinigung Greuther Fürth, der Tabellenletzte, der Aufsteiger, der gleich wieder absteigen wird, diese Mannschaft lag plötzlich 1:0 in Front. Wahnsinn. Diese Fürther konnten doch so herzlich wenig, das hatte in der ersten Halbzeit mit Erstliga-Fußball doch nur ganz wenig zu tun. So schlecht war in diesem Jahr noch keine Mannschaft in Hamburg. Und in der gesamten Spielzeit war wahrscheinlich nur Schalke so schwach wie diese Fürther, die aber, das sei ihnen bescheinigt, in der zweiten Halbzeit noch zulegen konnten – während der HSV das nicht mehr schaffte!

Immerhin ließ sich der HSV von diesem Rückstand nicht groß beeindrucken. Mal abgesehen davon, dass teilweise viel zu langsam und viel zu viel in die Breite gespielt wurde, wenn es um den Spielaufbau ging. Aber ab und an wurde doch zügig nach vorne gespielt und auch die Lücke gefunden. Das sah dann bis zur Strafraumgrenze ganz gefällig aus, aber dann war meistens Schluss. Dennoch stand es bald 1:1. Rafael van der Vaart schlug einen herrlichen 30-Meter-Pass in den Lauf von Dennis Aogo, der in der Sturmmitte auftauchte und den Ball per Kopf zu Beister legte. Der nahm den Ball an, drehte sich kurz und schoss die Kugel aus 12 Metern in den Winkel. Ein herrliches Tor (21.), das dem Spielverlauf dann auch schon eher entsprach – 1:1.

Der HSV drückte, der HSV hatte auch einige Gelegenheiten, so die von Aogo, der den Ball (nach Pass von Beister) aus 15 Metern über die Latte schob – aber bis zum Halbzeitpfiff blieb es bei diesem Unentschieden.

Nach der Pause kassierte Milan Badelj nach Sekunden die Gelbe Karte, und in der 50. Minute hatte Rajokovic seine beste Szene. Er schlug aus dem Anstoßkreis heraus in den Lauf von van der Vaart, der nahm den Ball schon im Fürther Strafraum herrlich an – und schoss viel zu früh. Er hätte Hesl fragen können, wohin er den Ball haben will, aber der Niederländer schoss überhastet und genau auf den Keeper – das war die riesige Möglichkeit zum 2:1. Sieben Minuten später wurde Badelj vom Rasen genommen, weil Trainer Thorsten Fink eventuell eine Gelb-Rote Karte befürchtete? Tolgay Arslan kam für die „Sechs“.

Der HSV blieb aber relativ harmlos. Ein Fallrückzieher von Heung Min Son (79.), eine große Möglichkeit für den eingewechselten Marcus Berg (84.) – das war es. Enttäuschend. Die Mannschaft wurde mit Pfiffen verabschiedet.

Die Einzelkritik:

Rene Adler hätte beim 0:1 vielleicht entschlossener und schneller aus dem Tor kommen müssen, ansonsten verlebte er einen ganz geruhsamen Nachmittag.

Dennis Diekmeier schlug einige gute Flanken von rechts, aber er hatte auch diesmal wieder einige Rückpässe (zu viel), wenn er es schon mal bis zum gegnerischen Strafraum vorgedrungen war. Da wäre eine Lösung eins gegen eins schon mal angebrachter . . .

Heiko Westermann war mit Sicherheit schon souveräner, er hat die HSV-Defensive nicht mehr so fest im Griff, wie er es schon in der Hinrunde mal hatte. Diese HSV-Abwehr ist einfach viel zu löchrig, es fehlt die Geschlossenheit. Sehr bemüht.

Slobodan Rajkovic begann zittrig, fahrig, unkonzentriert, zudem zeigte er sich wieder einmal sehr hüftsteif. In der ersten Halbzeit ein Sicherheitsrisiko, dann steigerte er sich ein wenig, rettete einmal in höchster Not gegen Zimmermann (66.).

Marcell Jansen hatte einige sehr gute Szenen, wenn er mit Anlauf nach vorne kam, aber es gab auch einige Situationen, in denen er nicht so auf der Höhe war. Note vier, würde ich mal sagen.

Milan Badelj begann konzentrierter als sonst, hatte einige vielversprechende Szenen, obwohl er es ganz sicher auch noch besser kann. Nach der Gelben Karte holte ihn Trainer Fink vom Platz (57.). Ein Fingerzeig in Richtung Stuttgart, wo der HSV am nächsten Wochenende antreten muss? Wahrscheinlich ja. Dann käme aber wohl Tomas Rincon zum Zuge.

Heung Min Son wollte wohl, aber es blieb beim Vorsatz. War schon mal wesentlich besser, war kaum zu sehen.

Dennis Aogo legte das 1:0 vor, hatte auch im Aufbau einige gute Szenen, in der zweiten Halbzeit aber war er nicht mehr so bestimmend. Note drei.

Rafael van der Vaart wurde in der ersten Halbzeit mehrfach übersehen, als er sich freigelaufen hatte (und den Ball forderte), aber insgesamt war das wieder nur eine glatte Vier. Von einem Mann seiner Klasse muss man mehr erwarten dürfen, aber so wie er die riesige Chance zum 2:1 vergab, so war auch sein Spiel . Zudem einige schlechte Standards.

Maximilian Beister wollte die Welt aus den Angeln heben, schoss dann ein schönes Tor, aber mit zunehmender Spielzeit war er immer weniger zu sehen.

Artjoms Rudnevs war an diesem Nachmittag nicht in der Lage, sein ganzes Können zu zeigen. Das war eine glatte Fünf. Spielet deswegen auch nur bis zur 75. Minute.

Tolgay Arslan (ab 56. Min. für Badelj) spielte einige gute Bälle nach vorne, war eine Belebung.

Marcus Berg (ab 75. Min. für Rudnevs) vergab in der 84. Minute eine ganz dicke Chance, als er den Ball am langen Eck vorbei setzte – das hätte der Sieg sein können.

Jeffrey Bruma (ab 87. Min. für Son) sollte für Rajkovic verteidigen – weil Rajkovic noch einen Ball ins Fürther Tor köpfen sollte, aber aus dieser Brechstange wurde nichts mehr.

So, wir gehen (hoffentlich) gleich auf Sendung mit „Matz ab live, unsere Gäste sind der ehemalige HSV-Profi Tobias Homp und der „Matz-abber“ Hannes Scherff.

17.31 Uhr

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