Archiv für das Tag 'Benjamin'

Fink setzt gegen Hoffenheim auf Offensive – mit Lam links

6. Dezember 2012

***Korrektur Punkteschnitt Arslan***

Das letzte Heimspiel 2012 – es soll der Schritt nach vorn werden, den der HSV zuletzt immer wieder verpasste. „Wir sind noch immer nicht konstant genug, ganz klar“, hatte Rene Adler gesagt, „aber wir sind auf einem guten Weg.“ Und der soll auch faktisch mit einem Sieg gegen Hoffenheim untermauert werden. „Sollten wir das Spiel erfolgreich gestalten, wäre das ein guter Abschluss vor eigenen Zuschauern für eine gelungene Hinserie“, sagt Trainer Thorsten Funk und wird von Tolgay Arslan noch ergänzt: „Ein wirklich guter Abschluss wäre ein Heimsieg und der eine oder andere Punkt in Leverkusen. Warum sollten wir weniger von uns erwarten?“

Eine rhetorische Frage, klar. Dennoch war ich geneigt zu antworten. Denn wer hätte selbst nach der Verpflichtung von Rafael van der Vaart gesagt, dass der HSV nun in den Dunstkreis der internationalen Plätze gehört? Beziehungsweise: Gehört der HSV dort überhaupt schon hin?

Ich sage ja. Allerdings auch nur, weil mit Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen auch nur vier Mannschaften einfallen, die definitiv besser sind. Alles, was sich tabellarisch ansonsten noch in Europacup-Nähe tummelt ist entweder ebenso inkonstant wie der HSV (Stuttgart, Hannover, Bremen, Gladbach) oder nicht mal personell besser (Mainz, Frankfurt). Insofern klingt es vermessen und falsch, jetzt über die Plätze für die Europa League zu sprechen. Aber faktisch betrachtet, muss das das Ziel sein.

Und das ist es auch. Auch wenn sich kein Spieler hinstellt und sagt, dass dem so ist, lassen es fast alle durchblicken. Und warum auch nicht? Kleingeredet hat sich der HSV in den letzten 18 Monaten schon genug. Jetzt kann der Blick mal wieder voraus gehen. Zumal am morgigen Freitag im letzten Heimspiel der Hinrunde bis Platz fünf alles drin ist. Und um hier einen Aufschrei zu vermeiden: Ich sage NICHT, dass der HSV auf Platz fünf gehört. Ich sage lediglich, dass sich der HSV diesen Platz holen soll, wenn er ihm so auf dem Tablett serviert wird…

Ähnlich formuliert es Tolgay Arslan: „Wenn wir am Ende der Saison da stehen, nehmen wir das gern mit“, sagt der junge U21-Nationalspieler, der eher zu denen zählt, die was im Kopf haben. Arslan weiß auf jeden Fall, wie er sein Ziel erreicht. „Ich weiß aber auch, was uns noch fehlt, was ich noch nicht so gut mache. Und daran müssen wir, daran muss ich arbeiten. Es bringt nichts, jetzt zu hohe Ziele auszurufen, die unnötig Druck aufbauen. Wir wissen, dass wir noch vieles verbessern können und müssen. Das ist für uns als Mannschaft ebenso gültig wie für mich als Spieler.“

Wobei Arslan grundsätzlich sehr zufrieden sein kann mit dem bisherigen Saisonverlauf. Nachdem er anfangs drei Spiele verletzt verpasst hatte stieg er just zu Beginn des HSV-Aufschwungs ein: gegen Dortmund. Seither (s. dazu auch das Video) hat Arslan 20 Punkte bei 12 Spielen mit dem HSV geholt. Hochgerechnet wären das rund 57 Punkte am Saisonende – ein internationaler Tabellenplatz wäre garantiert. „Das ist mein großes Ziel“, so Arslan, „ich will irgendwann eine WM mitspielen – da gehört der internationale Wettbewerb mit dem HSV fast zwingend dazu.“

Gegen Hoffenheim soll dafür ein kleiner Schritt gemacht werden. Mit Arslan auf der Zehn. „Es wird ein schweres Spiel. Aber wir spielen zu Hause und sind der Favorit. Vor allem sind wir es den Fans schuldig, dass Jahr mit einem positiven Ergebnis abzuschließen“, so der Mittelfeldspieler. Zuerst Zu Hause – später auch noch in Leverkusen. „Aber so weit sollte noch keiner denken“, warnt Fink, der im heutigen Abschlusstraining die offensivere Variante spielen ließ. „Zhi Gin wird hinten links beginnen, weil er dafür prädestiniert ist“, sagt Fink, der allgemein eine sehr hohe Meinung von dem talentierten Youngster hat: „Er hat die Ballsicherheit, er spielt taktisch sehr clever – das habe ich schon beim Turnier in Südkorea gesehen. Er muss jetzt einfach nur mal zum richtigen Zeitpunkt ein richtig gutes Spiel machen.“ Ähnlich wie Arslan gegen Dortmund. „Genau“, so der HSV-Coach, „wer weiß, was für ihn noch möglich ist, wenn sich Dennis im linken Mittelfeld festsetzt…“

Unten festgesetzt hat sich inzwischen leider unsere U23, zu der ich aus aktuellem Anlass ganz kurz kommen möchte. Denn morgen steigt bei Werder Bremen II das kleine Nordderby – und Trainer Rodolfo Cardoso sowie sein Cotrainer Soner Uysal scheinen nicht wirklich optimistisch zu sein. „Es ist eine harte Phase“, so die zwei Ex-Profis, die mit einem personell engen Kader in der Regionalliga klarkommen müssen. Hoffnung macht da nur der Plan, in der Winterpause den eh schon sehr dünnen Kader nachzubessern. So soll neben David Jarolim nun auch Collin Benjamin wieder die Schuhe schnüren. Wobei es mich wundert, dass bei dem immer wieder betont „zu großen“ Kader der Bundesligamannschaft nicht immer drei, vier Profis abgestellt werden können. Aber okay, vielleicht hilft es ja, die zwei HSV-Ikonen Jarolim und Benjamin in den jungen Haufen zu integrieren. Denn klar ist: so sehr ich mich als Niendorfer über den HSV am Sachsenweg gefreut habe, die Zweite brauchen wir am Sachsenweg nicht – zumindest nicht als regulären Oberligagegner…

Zurück zum großen Bundesligafußball. 19 Leute wird Trainer Thorsten Fink morgen mit ins Tageshotel nehmen. Um 9.30 Uhr trifft sich die Mannschaft zum Frühstück. Anschließend gibt es ein kurzes Aufwärmtraining, ehe es ins Tageshotel geht, wo die Besprechungen samt Videoanalysen stattfinden. „Wirklich überraschen werden uns die Hoffenheimer eh nicht“, so Fink, der auch darüber informiert war, dass die TSG bereits heute in Hamburg gastiert, hier heute bereits trainiert hat und auch morgen noch ein kurzes Warmup machen wird. „Für die Ausrichtung unseres Spiels hat das eh keine Auswirkung…“

Selbstbewusste Worte, die hoffentlich am Freitagabend mit Taten bestätigt werden. Folgende Elf soll das richten: Adler – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Lam – Skjelbred, Badelj, Arslan, Aogo – Rudnevs, Son. „Egal, wer aufläuft – wir treten als Team auf“, weiß Arslan, der genau dieses Gefühl vor zwei Jahren, bei seinem ersten Versuch, hier Fuß zu fassen, nicht hatte. „Es ist absolut kein Vergleich zu der Mannschaft vor zwei Jahren. Wir haben heute eine harmonierende Mannschaft, die sich auch außerhalb der Trainingszeiten trifft. Es gibt keine Streitfaktoren – es sei denn, auf dem Platz muss mal was gesagt werden. Aber das gehört dazu.“ Anders als einst mit großen Namen wie Zé Roberto, Ruud van Nistelrooy oder auch Joris Mathijsen. Arslan: „Heute haben wir eine junge Truppe, in der die älteren Spieler gute Vorgaben machen und wir Jüngeren trotzdem Mitspracherecht haben. Dazu kommt, dass der Trainer genau unsere Sprache spricht.“

Na dann. Dann steht einem Sieg gegen die TSG Hoffenheim ja nichts mehr im Wege. Ich hoffe es. Ich tippe es. Ich glaube es auch.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend und bis morgen. Dann berichtet Dieter abends aktuell vom Spiel.

Scholle

“Fußball-Gott” Benjamin zurück zum HSV?

13. Juni 2012

Er könnte wohl spielen. Verraten aber, ob er am Abend auch tatsächlich dabei ist, das hat er nicht. Joris Mathijsen, der ehemalige Hamburger, hatte heute SMS-Kontakt mit seiner früheren Wahl-Heimat, dem Volkspark. HSV-Team-Manager Marinus Bester wollte ein wenig Spaß mit dem HSV-Abwehrspieler haben – vor dem Knüller Niederlande gegen Deutschland, am Abend um 21.45 Uhr. Es wurde heftigst geflachst. Bester schrieb Mathijsen: „Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du mitspielst – das wäre gut. Für Deutschland . . .“ Dem kann ich nichts hinzufügen. Außer, dass ich der Meinung von „Maschine“ Bester bin. Deswegen drücke ich Mathijsen ganz fest die Daumen. Er war ja nie der Schnellste einer, und wenn er nun über eine Woche nur eingeschränkt trainiert hat, dann kann er auf jeden Fall ja nicht viel schneller geworden sein . . . Und irgendwie möchte ich ja doch, dass die Truppe von „Clever & Smart“ gewinnt. Also die Truppe von Löw und Bierhoff.

Aber es wird ganz, ganz eng. Die Niederländer kämpfen schließlich schon um ihre letzte Chance. Doch wem sag ich das? Ihr seid ja ohnehin alle auf Ballhöhe. Es ist schon erstaunlich, wie das „gesamte Volk“ in diesen Tagen und Wochen mitfiebert – einfach toll, wie viele Fahnen ich an den Autos sehe, wie viele Damen und Herren in deutschen Trikots herumlaufen. Wahnsinn. Das war doch vor zehn, 20 Jahren nicht denkbar. Und obwohl die HSV-Fans ja für ihre unglaubliche Treue zu ihrem HSV gelobt wurden (völlig zu Recht!), bin ich trotz allem der Meinung, dass einige der HSV-Fans jetzt noch ein wenig lernen könnten. Nämlich ohne Wenn und Aber zu seinem Klub zu stehen (ohne dabei unkritisch zu sein). Ich denke dabei jetzt, während der EM, vor allem an die HSV-Nationalspieler (auch an die ehemaligen), zu denen einige HSV-Anhänger ja ihre ganz spezielle Meinung hatten und haben – und diese auch immer ganz exklusiv (oft auch anonym) mitteilten: „Der gehört da nicht rein, der ist viel zu schlecht – es ist geradezu lachhaft, dass der Nationalspieler ist . . .“ Usw, usw.
Die, die jetzt gerade in ganz Deutschland ganz emsig Flagge zeigen, die stehen fest zu ihrer Mannschaft. Und sie stören sich zum Beispiel ja auch nicht an der Frage, ob nun der lauffaule Mario Gomez Spitze spielen soll, oder doch besser sprunghafte Miroslav Klose? Wobei ich eher für den kleinen, wuseligen Marco Reus wäre . . . Aber das ist dann doch noch eine ganz andere Frage.

Um aber noch einmal auf Gomez zu kommen: Wie er die Kritik von Scholl verarbeitet hat, wie der Torjäger diese harte, überharte oder sogar auch unfaire Kritik in der Öffentlichkeit behandelt hat – das war Weltklasse. Ich stelle mir nur mal vor, wenn eine solche Kritik auf Mario Basler oder auf Lothar Matthäus hernieder geprasselt wäre – dann hätten wir auf Wochen in jeder Zeitung Schlagzeilen satt. Mario Gomez aber hielt den Ball wunderschön flach, ob nun auf Anraten des DFB oder auch des FC Bayern, oder aus eigenem Antrieb – egal, er hat sicher super verhalten. Und deswegen gönne ich ihm auch heute mindestes ein Tor – und ein gutes Spiel. Und Scholl war gestern, in der ARD (als Partner von Gerhard Delling), ja auch ein wenig zurückhaltender als sonst. „Scholl light“, sozusagen. Aber er wird auch während dieser EM noch wieder in seine alte Form zurückkommen . . . Aber, auch das muss mal gesagt werden, „Scholl light“ mit Delling oder Reinhold Beckmann ist immer noch dreimal so gut wie dien ZDF-EM-Sendung aus Usedom. „Olli, woher du das immer weißt . . .“, himmelte Frau Müller-Hohenstein ihren Partner Oliver Kahn an, und der sagte – dabei mit den Augen rollend: „Ja, ich habe ja auch mal ein bisschen Fußball gespielt.“ Ist nicht wahr! Das ist die ganz hohe Schule der Fußball-Moderation.

Themenwechsel. Mein Freund „Dicki“ steht mit den Super-Senioren des HSV am Sonntag im Endspiel-Turnier um die Hamburger Meisterschaft. Das findet am Sonntag am Grophuisring (Steilshoop) statt. Und was macht er, der über 60-jährige Fußball-Verrückte? Er fuhr am Dienstag schon mal zum Platz, um die Verhältnisse zu prüfen! Unfassbar. So klärt er schon mal die Stollenfrage, die Windverhältnis, ob der Platz abschüssig ist, wie die Sonne um 10.30 Uhr steht – und, und, und. Aber so ist er. Und es ist wohl auch nicht so ganz unnormal, denn, und darum habe ich das geschrieben, heute „turnte“ eine Delegation des FC Barcelona durch den Volkspark. Tatsächlich. Die Herren waren gekommen, um sich das Stadion anzusehen, um zu klären, was für jenen 24. Juli alles benötigt wird – wenn der große FC Messi gegen den HSV antritt. Ja, da wird selbst in einem Freundschafts-Kick nichts, aber auch nicht dem Zufall überlassen. Profihaft? Oder doch etwas übertrieben? Das überlasse ich euch. Aber wenn schon über 60-Jährige die Platzverhältnisse für den nächsten Sonntag überprüfen . . . Bislang sind übrigens schon 48 000 Eintrittskarten für dieses Spiel (HSV – Barca) verkauft worden – das lässt (demnächst) auf „ausverkauft“ schließen.

Noch ein Themenwechsel. Nächste Woche wird Collin Benjamin in Hamburg erwartet. Beim HSV. Der ehemalige HSV-Profi hat seine Profi-Karriere ja wohl an den Nagel gehängt, nachdem er zuletzt beim TSV 19860 München kaum noch regelmäßig gespielt hat – aus Verletzungsgründen. Kehrt „Collo“ nun in seine „Heimat“ Hamburg zurück, der kehrt er in seine „richtige“ Heimat zurück? Der HSV wäre eigentlich ja ideal für ihn, und Medien-Direktor Jörn Wolf sagte mir heute: „Er war hier Publikumsliebling, er ist ein verdienter HSV-Spieler mit vielerlei Talenten – vielleicht können wir ihn ja irgendwie an den HSV anbinden. Wir machen uns auf jeden fall Gedanken in diese Richtung.“ Toll. Würde ich riesig finden, wenn Collin Benjamin „Fußball-Gott“ hier in irgendeiner Form mitmischen würde. Und es klingt ja auf jeden Fall schon mal recht vielversprechend.

In aller Stille (fast schon klammheimlich) hat der HSV gestern (s)einen neuen Kunstrasenplatz an der Arena eingeweiht. Mit einem Spielchen zwischen Geschäftsstellen-Mitarbeitern. Sogar HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow, der frühere Linksaußen (?) von Komet Blankenese, trug sich in die Torschützenliste ein. Alter schützt vor Toren nicht . . . Aber zurück zum Platz: Was da alles in den letzten Jahren entstanden ist (muss ich auch mal den Vorstand vor Jarchow loben!), das ist schon klasse. Und hat nichts mehr mit dem Ochsenzoll früherer Jahre zu tun, das st schon enorm professionell, was sich da getan hat – und auch noch tun wird (dann dank Jarchow und Co).

In Sachen Neuzugängen allerdings hat sich auch heute nichts getan, wird sich auch so schnell nichts tun – denke ich jedenfalls. Zumal es ja auch dieses unwiderrufliche HSV-Motto gibt: „Erst verkaufen, dann einkaufen“. Die Spekulationen schossen nach Saisonschluss ja sofort wie Spargel aus dem Boden, aber nun herrscht auf diesem gebiet ja absolute Ebbe. Völlig normal. Und denjenigen, die nun schon Angst haben, dass gar nichts mehr passieren wird, sei versichert: es wird noch. Erst aber müssen die „Großen“, die Branchenführer in die Gänge kommen, bevor dann der HSV zuschlagen wird. Keine Panik also, wenn ihr weiterhin keine neuen Namen hört, es wird sich alles erst noch entwickeln. So mit Beginn des EM-Endspiels. Dann haben alle wieder mehr Zeit und Bereitschaft, an ihren Verein und an ihren Job zu denken.
Erst einmal aber ist EM.

So, einige Sachen noch am Rande.

Vielleicht kann jemand diesem „Matz-abber“ aus dem Hessenland helfen. Diese Mail erhielt ich zum Thema EM:

„Moin moin.
Habe ich das eben richtig gesehen, war da tatsächlich eine Raute im Stadion beim Spiel Ukraine gegen Schweden zu sehen – hinter dem rechten Tor?
Was könnte das für eine Bedeutung haben, es war doch in keinem der Teams ein HSVer dabei?
Besten Gruß, K.-G. Gutowski.“

Dann erhielt ich in diesen Tagen eine Mail, die mich sehr berührte. Ich habe mit mir gekämpft, ob sich sie öffentlich mache (was ich darf, ich habe mir die Genehmigung geholt!), habe mich dann dafür entschieden. Es soll ein kleiner Denkanstoß an alle „Matz-abber“ sein, dass uns doch alle vor allem der Fußball, der HSV und der Sport verbindet. Und dass hier Aggressionen, Arroganz und Häme fehl am Platze sind. Mensch sein muss der Mensch, so hieß mal ein Theaterstück, und das sollte vor allem das Motto sein. Vielleicht geben die folgenden Zeilen ja auch dem einen oder anderen User etwas, wenigstens etwas zu denken.

„Mein lieber Dieter,

ich hab mich ja unheimlich lange nicht mehr bei Dir gemeldet.
Und weißt Du was? Ich melde mich nicht wegen des Blogs, nicht wegen des HSV, sondern einfach nur so

Seit langem bin ich nicht mehr im Blog, wobei den lese ich schon noch, aber in die Kommentare schau ich seit letztem Jahr schon nicht mehr rein.
Ich kann und will mit den ganzen Kleinkrieg nicht mitmachen. Da muss ich mich echt fragen, ist es das wert, dass ich mehr Medikamente zur Beruhigung nehme, nur um mich über so etwas nicht mehr aufzuregen?

Nein.

Ich leb mit weniger Infos besser.
Außerdem hab ich hier auch genug zu tun – bin dabei, selbst wieder gesund zu werden.
Gefällt nicht allen Ärzten, die hatten mich ja mal als „untherapierbar” eingestuft (wegen einer schweren Knochenmarkserkrankung). Soll ich Dir mal was sagen? Die haben oft keine Ahnung.

Ich hab 25 Jahre gebraucht, um den fehlenden Baustein rauszukriegen, jetzt wird es zumindest krass besser, in 4 Monaten hab ich die Medikamentendosis auf 8% gesenkt!!!
Wenn ich könnte, würde ich die Medikamente schon ganz absetzen, denn ich brauch das nicht mehr, aber das geht nicht, weil man dann zu starke Entzugserscheinungen kriegt…
Aber wenn man überlegt, dass ich die letzten 2 Jahre kein Sport mehr machen konnte, nichts…
Und vor ein paar Wochen hab ich wieder angefangen, am ersten Tag gleich 1 Stunde Laufen… nach 4 Wochen dann 13 km . . .

Zu tun hab ich trotzdem genug . . .
(die nun folgende Passage – in der der „Matz-abber“ über seine ebenfalls erkrankte Ehefrau schreibt – habe ich gelöscht; Dieter Matz)

Mein lieber Dieter, Du hast zwar nie was dazu gesagt (soweit ich weiß), aber ich bin bei solchen Dingen recht feinfühlig… Ich hab oft gemerkt, dass es Dir nicht besonders gut geht. Darum denk daran, auch wenn z.B. ich (aber auch viele andere Menschen, die Dich gern haben) nicht immer schreiben, wir sind da und denken an Dich!

Und wenn man nicht bereit ist, klein bei zu geben… dann findet man auch einen Weg da raus. Du bist ein feiner Kerl mit dem Herz am rechten Fleck!

Hihi, lustig, wie die Dinge manchmal so spielen, während ich Dir seit 1 Jahr zum ersten Mal schreibe, kriege ich eine Nachricht, dass ein Kracher zum HSV kommen soll . . .
Das nenne ich Timing. Du sollst ja Bescheid wissen . . .
Aber deshalb schreib ich nicht, Du brauchst mir auch keinen Namen sagen!
Klar bin ich gespannt, aber ich kann warten, bis es raus ist.
Nee, nee, ich schreib nur wegen Dir, nicht wegen irgendwelcher Infos. Zumindest wunderst Du Dich jetzt wohl nicht mehr, dass man von mir nichts mehr gehört hat.

So mein Bester, Kroatien hat das 2:1 gemacht… und ich mach Schluss.
Ich wünsch Dir einen schönen Abend!

So, das war es in aller Kürze. Ich wünsche euch und euren Lieben einen wunderschönen und erfolgreichen Fußball-EM-Abend. Gutes Gelingen.

„Scholle“ und ich werden heute nach dem Schlusspfiff wieder bei „Matz ab live“ (im „Champs“ Burgwedel/Schnelsen) zu sehen und (hoffentlich) auch zu hören sein – mit zwei Top-Gästen: HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf und HSV-Profi Dennis Aogo. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr wieder einschalten würdet.

Bei der Gelegenheit, weil ich verschiedentlich gefragt wurde (wegen des FIFA-Aufnähers am linken Arm): Während der letzten „Wolfgang-Petry-Matz-ab-live“-Gedächtnis-Sendung (als ich den etwas dickeren Hals hatte . . .) hatte ich das Trikot von Oliver Bierhoff angezogen, das er im Endspiel 2002 in Yokohama gegen Brasilien trug. Und auch heute werde ich, das kann ich schon mal verraten, ein Bierhoff-Trikot tragen. Zufall. Aber es passt mir am besten (er groß und breit, ich mit der Größe, die leider nur in die Breite gegangen ist . . .). Der frühere HSV-Stürmer und heutige Nationalmannschaftsmanager trug dieses Trikot am 4. September 1999 in einem EM-Qualifikationsspiel Spiel in Helsinki gegen Finnland. Ich hatte Bierhoff, der beide Tore zum 2:1-Sieg der Deutschen erzielt hatte, vor dem Spiel um sein Trikot gebeten – und er machte sich nach diesem Spiel keine neuen Freunde (und Freude), denn er war tatsächlich der einzige (!) DFB-Spieler, der sein Trikot nicht mit einem Gegenspieler tauschte.
Ich sehe diesen finnischen Glatzkopf, der sich gegen Bierhoff bei einem Kopfballduell eine stark blutende Platzwunde am Kopf geholt hatte, noch heute in den dunklen Katakomben des Stadions vor Ärger platzen; er stieß Fluch um Fluch Richtung Bierhoff aus, weil der das Trikot nicht getauscht hatte.
Und ehrlich gesagt, mir war diese Aktion spätestens dann doch ganz schön peinlich. Aber Oliver Bierhoff hielt Wort, obwohl er beschimpft und bepöbelt wurde – unfassbar. Doch so ist er, der Oliver Bierhoff, er ist ein feiner Mensch – das kann ich jedem versichern, der es hören will (oder auch nicht – oder der eventuell auch voreingenommen ganz anderer Meinung ist).

Nochmals einen tollen EM-Abend für euch.

17.22 Uhr

Son von Beginn an dabei, wenn die nächste Serie durchbrochen wird….

25. November 2011

Sie sind Serienbeender. Und ganz ehrlich, eigentlich war es der HSV immer. Zumindest erinnere ich mich an die Jahre, in denen bei Wattenscheid ein gewisser Souleyman Sane Ewigkeiten nicht getroffen hatte und dann im Hamburger Volksparkstadion traf. Jahr für Jahr. Alle Serien, zumindest die für die Gegner negativen wurden in Hamburg beendet. Der HSV leistete Aufbauhilfe noch und nöcher. Eine Aufgabe, die sich in den letzten Wochen Frank Arnesen und Thorsten Fink auflasteten. Allerdings in eigener Sache. Beide sprachen die Mannschaft stark, richteten Spieler wieder auf. Und sie beenden Serien. Sieglosserien in Stuttgart (mit Cardoso), die Heimspielnegativserie nach 246 Tagen ohne Dreier – und jetzt auch Hannover? Gegen die Niedersachsen, die wir gern als „den kleinen HSV“ betiteln, konnte der HSV in den letzten 17 Spielen nur zwei Partien gewinnen. „Wir haben eine Negativserie beendet“, so Fink, „und ich verlange, dass wir jetzt weitermachen.“

Worte, die man wunderbar in den Lauf einen „Hannover-Fluch“-Geschichte stellen könnte. Allerdings sagte Fink sie gestern ganz sicher nicht darauf gemünzt. Vielmehr glaube ich, dass Fink sich darüber noch weniger Gedanken macht, als der eine oder andere Spieler. Selbst der letzte Siegtorschütze konnte sich zunächst gar nicht daran erinnern. „Ist das wirklich wahr“, fragte mich Collin Benjamin, der am Sonnabend um 13 Uhr mit 1860 München auf Armin Vehs Eintracht aus Frankfurt trifft, heute. „Das kann nicht der letzte Sieg gewesen sein“, so Collo weiter, „das ist ja ewig her.“ 2007 ist nicht wirklich ewig, aber lang genug, um zu lang zu sein. Ob er sich noch an die Stimmung erinnert? „Es war ein Derby, Mann“, so seine Antwort, „und Derbys sind nie angenehm. Da ist immer jede Menge Brisanz drin. Schon vorher – gerade wenn zweimal HSV gegeneinander spielen.“ Gerade Hannover, so Collin, der sich eigentlich gar nicht mehr zum HSV äußern wollte. „Ey Dicker“, so sein zurzeit leider sehr treffender Wortlaut, „das musst du verstehen. Das Kapitel ist abgeschlossen und ich würde mich unwohl fühlen, wenn ich mir vor einem wichtigen Spiel mit meinem Klub über den alten Verein Gedanken mache.“ Eine Antwort, die ich nur zu gern akzeptiere. Nicht nur deshalb: viel Glück Collo!

Wahrscheinlich tut man eh besser daran, sich im Vorfeld nicht zu sehr mit einer solchen Serie zu beschäftigen, zumal sie relativ ist, denn in den letzten 17 Spielen gab es zwar nur zwei Siege, dafür aber auch nur sechs Niederlagen bei neun Unentschieden. Rechnet man die letzten 20 Bundesligaspielen, kämen noch drei Siege hinzu. Insofern: machen wir, was Westermann macht. „Gar nicht darüber nachdenken. Da zählt wie in allen Spielen auch nur der Dreier. Und was Serien bedeuten, hat man gesehen.“ Nein, der Mannschaftskapitän betont lieber, ganz im Fink-Modus, „dass wir richtig gut drauf sind und den nächsten Schritt machen wollen. Wenn wir alle wissen, dass wir uns weiter mit harter Arbeit rauskämpfen müssen, spricht auch nichts gegen einen Sieg.“

Sch… auf die Serie! Zumal in der aktuellen Startelf kaum noch Spieler stehen, die schon mehr als zwei Derbys gegen Hannover gespielt haben. Eine Töre, einen Bruma oder Drobny wird das Ganze eh nicht interessieren. Dafür aber einen Heung Min Son. Der Südkoreaner erzielte in der vergangenen Saison in Hannover zwei Tore und – er spielt auch diesmal. Taktisch nicht wirklich überraschend, zumal Fink Son nach der Videoanalyse des Leverkusen-Spiels rückwirkend von aller Kritik freisprach. „Er hatte extrem viele Wege gemacht, stand oft frei und bekam einfach nicht die Zuspiele. Aber an sich war das gut.“ So gut, dass Son von Beginn an spielen wird.

Und das stand schon vor dem Abschlusstraining fest. Auch wenn Fink nie widersprochen hatte, wenn man ihn darauf ansprach, dass in Hannover erstmals die selbe Startelf der Vorwoche auflaufen würde. Nein, er hatte es geplant. Schon vor dem Abschlussspiel heute erhielt Son das Leibchen der A-Elf. Und das nicht nur, weil Berg schon vor dem heutigen Training leichte Leistensprobleme angekündigt hatte und letztlich das Abschlusstraining sogar vorzeitig abbrach. „Ich hatte schon gegen Hoffenheim einen Krampf in der Gegend und jetzt hat es wieder gezogen“, so der traurige Schwede, der in die Reise nach Hannover gar nicht erst mit antreten wird.

Ebenfalls traurig sein könnte Ivo Ilicevic. Auch der Zugang vom 1. FC Kaiserslautern wird nicht von Beginn an spielen, obwohl er es ob seiner Trainingsleistungen absolut verdient hätte. Das große Problem dabei ist, dass sich die beiden potenziellen Konkurrenten auf den Außenbahnen, Marcell Jansen links und Gökhan Töre rechts, in einer ebenso starken Verfassung präsentieren. Auch deshalb hat Fink den flinken Kroaten als Alternative für den Angriff im Auge. „Er ist ein logischer Gedanke“, so Fink, der nach Bergs und Mladen Petrics Ausfälle keinen nominellen Stürmer mehr auf der Bank hat, nach dem Training.

Ein reizvoller Gedanke, wie ich nach dem heutigen Training denke. Denn da überragte der Kroate im Abschlussspiel auf verkürztem Feld. Und das sogar zentraler als sonst – zumindest bewegte sich Ilicevic weniger auf seiner Lieblingsposition Linksaußen als im Sturmzentrum seiner B-Elf, die allerdings auch ohne nominelle Stürmer spielte. Aber, dieser Ilicevic, das ist sicher, wird gesund eine absolute Verstärkung. Der 25-Jährige ist vielleicht der handlungsschnellste Spieler der Mannschaft. Gepaart mit seiner Grundschnelligkeit und seiner ausgeprägten Technik, einem guten Schuss und einer erstaunlichen Robustheit im Zweikampf ist Ilicevic ein Spieler, auf den kein Trainer gern verzichtet. Auch Fink nicht, da bin ich mir sicher.

Das Schönste an solch einer Situation (also, dass Ilicevic nur deshalb auf der Bank ist, weil die anderen so gut drauf sind) ist, dass der HSV reagieren kann. Per Skjelbred, der sich in der Länderspielpause in den Testspielen als einer der Besseren präsentierte, rückte in den Kader nach. Zudem stehen mit Slobodan Rajkovic (letztes Spiel gesperrt) und Mladen Petric (Wade) zwei Spieler auf dem Sprung zurück in den Kader. Somit dürfte sich die Konkurrenzsituation vor dem Nürnberg-Spiel erneut verschärfen. Und genau das wollen alle. Der Trainer auf jeden Fall – und die Spieler müssen es zumindest sagen…

Aber was denke ich schon an Nürnberg, zunächst steht Hannover an. Und wenn Fink und die Spieler im Laufe der Woche eine Nachricht übermittelt haben, dann die, dass sie nicht an große Ziele denken wollen, sich lange nicht zufrieden geben und vor allem ausschließlich auf das nächste Spiel konzentrieren. Und das mache ich jetzt auch. Ich freue mich auf ein Nordderby, dass ich persönlich zugegebenermaßen noch nie als ein solches akzeptiert habe. Warum? Na, ich glaube einfach, dass es nur ein echtes und mit aller Brisanz ausgestattetes Derby jeder Art, also nur ein Stadt- (Pauli) und Nordderby (Werder) geben darf.

Aber okay das soll jeder halten wie er mag. Und wenn es für den einen oder anderen Prozent Zusatzmotivation sorgt ist es mir nur recht. Zumal ich mir sicher bin, dass es bei den 96ern ein harter Gang wird. Wie ich gehört habe, will deren (von vielen HSVern in den höchsten Tönen gelobter) Trainer sehr defensiv spielen lassen, setzt auf Standards und Konter des schnellen Mohammed Abdellaoue. Zudem soll der ebenfalls sehr schnelle Jan Schlaudraff dahinter die Fäden ziehen. Und auf Guerrero, der sich mit ganzem Körper in die Zweikämpfe wirft, warten mit Haggui und vor allem dem österreichischen Hünen und extrem körperbetont spielenden Pogatetz zwei richtig harte Nüsse. Zumindest körperlich. Dennoch, den Peruaner stört das nicht, im Gegenteil, er hat große Ziele: „Ich würde diese Saison gern die Zehn-Tore-Marke knacken, alles ist möglich“, so der Angreifer, dessen Bestmarke in der Bundesliga bislang neun Treffer (07/08 und 08/09) sind, zuversichtlich. Denn, das betonte Guerrero heute, er fühlt sich wieder richtig wohl. „Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt. Aber klar ist, dass ich am liebsten auf der Neun spiele.“ Und genau da sieht ihn sein neuer Trainer Thorsten Fink, mit dem er 2002/2003 sowie 2003/2004 zusammen für die Amateure des FC Bayern spielte. „Der Trainer kennt mich schon lange und hat mir gesagt, dass er mich auf der Neun sieht. Und dieses Vertrauen tut gut.“ Und das ist auf dem Platz mehr als deutlich erkennbar, wie ich finde.

In diesem Sinne, uns allen ein schönes Derbywochenende mit dem ersten heute Abend in Köln, dem zweiten morgen in Dortmund – und dem wichtigsten in Hannover.

Ich freue mich darauf.

Bis morgen,
Scholle

Kurz notiert:

Weil ich ihm einfach glaube: Während die allemal nicht zwingend seriösen Tageszeitungen in Lima berichten, Paolo Guerrero hätte nach seinem Autounfall den geschädigten Taxifahrer im Stich gelassen, hier Guerreros Version: „Ich hatte keine Schuld am Unfall, was sowohl Zeugen als auch die Polizei bestätigen.“ Vielmehr habe der Taxifahrer die Situation falsch wiedergegeben. „In Peru sind Versicherungen keine Pflicht. Der Taxifahrer ist kein reicher Mann, der hat nichts und wird mir auch nichts zahlen können“, so Guerrero, „deshalb habe ich ihm gesagt, dass ich den Schaden an meinem Wagen selbst zahlen werde. Daraus hat er gemacht, dass ich alles bezahlen würde, was ich so zwar nie gesagt habe, jetzt aber versuchen werde. Ich werde versuchen, ihm finanziell ein wenig zu helfen. Weil er es nicht hat – und ich es kann.“ Klingt irgendwie anders, als die Pressemeldungen in Lima. Die scheinen es mit Prominenten wie Guerrero nicht besonders gut zu meinen. Zuletzt hatte eine TV-Reporterin wiederholt behauptet, Guerrero nachts vor einem Länderspiel mit einer Frau gesehen zu haben. Ergebnis: Die Reporterin wurde nach Ansicht aller Beweise zu einer Haftstrafe verurteilt…

So könnte der HSV spielen: Drobny – Diekmeier, Westermann, Bruma, Aogo – Töre, Kacar, Rincon, Jansen – Son, Guerrero. Interessant: Nach dem Training schnappte sich Fink Aogo und Bruma. Gestiklirend zeichnete er den beiden verschiedene Spielsituationen nach, zeigte ihnen Laufwege auf. Mal sehen, wie sich das in hannover äußert…

Nächste Einträge »