Archiv für das Tag 'Beister'

Zum Auftakt gegen die Neuen

24. Juni 2014

Der Spielplan ist raus. Und der HSV hat es zu Beginn der Saison gleich mit beiden Aufsteigern zu tun. Ein leichtes Programm? „Nein“, sagt Ex-Kapitän Heiko Westermann. „Das ist sicher kein schlechtes Los – aber keiner weiß am Anfang, wo man steht. In Köln werden wir die ersten Punkte einfahren wollen. Das wird ein schönes Spiel – aber da wird uns eine euphorische Stimmung begegnen, nachdem sie wieder in die erste Liga zurückgekehrt sind.“ Und so ähnlich sehe ich das auch. Ich hätte die Aufsteiger lieber am achten, neunten Spieltag, wenn sich die erste Euphorie ob erdender Niederlagen etwas gelegt hat. So aber ist es schwer. Zumal nach aktuellem Stand, also mit dem jetzt vorhandenen Kader, jeder Gegner sehr schwer wäre. Das Programm:

1. 22.-24.08.2014 1. FC Köln - HSV
2. 29.-31.08.2014 HSV - SC Paderborn
3. 12.-14.09.2014 Hannover 96 - HSV
4. 19.-21.09.2014 HSV - Bayern München
5. 23./24.09.2014 Borussia M’gladbach - HSV
6. 26.-28.09.2014 HSV - Eintracht Frankfurt
7. 03.-05.10.2014 Borussia Dortmund - HSV
8. 17.-19.10.2014 HSV - 1899 Hoffenheim
9. 24.-26.10.2014 Hertha BSC - HSV
10. 31.10.-02.11.2014 HSV - Bayer Leverkusen
11. 07.-09.11.2014 VfL Wolfsburg - HSV
12. 21.-23.11.2014 HSV - SV Werder Bremen
13. 28.-30.11.2014 FC Augsburg - HSV
14. 05.-07.12.2014 HSV - 1. FSV Mainz 05
15. 12.-14.12.2014 SC Freiburg - HSV
16. 16./17.12.2014 HSV - VfB Stuttgart
17. 19.-21.12.2014 FC Schalke 04 - HSV

Dennoch, das war in dem Gespräch heute mit Westermann herauszuhören, innerhalb der Mannschaft ist die Hoffnung auf deutliche Veränderungen noch lange nicht erloschen. Und während sich im Umfeld (auch und vor allem hier) schon erste Enttäuschung breit macht, weil „tabula rasa“ bislang nur eine Position (Dietmar Beiersdorfer) betrifft, setzt Westermann weiter auf einen Neuanfang. „Es muss ja was passieren“, so Westermann, „und es passiert ja was. Mal abwarten, was da noch kommt.“

Ruhig bleiben ist in Glücksburg indes nicht. Während die sportliche Leitung weiter am Kader bastelt (Lasogga, Ostrzolek), lässt Trainer Mirko Slomka seine Jungs mächtig hart ackern. Freizeit wird zum Schlafen genutzt. „Rausgehen ist nicht. Das Training ist hart, aber notwendig. Das hat die alte Saison gezeigt. Das wissen auch wir Spieler. Wir müssen unser Kernproblem beheben. Dafür ist dieses Training nötig.“

Nur zu gern wieder voll angreifen würde Maxi Beister, der gestern seinen ersten Jogginglauf absolvierte. „Nach fünfeinhalb Monaten mal nicht Laufband sondern draußen – das ist schon ein richtig schöner Schritt Richtung Comeback“, so Beister freudestrahlend. Wann er an den Ball wieder darf? „Es kribbelt in den Füßen, aber in den nächsten Wochen ist das noch nicht vorgesehen. Da mache ich mir auch keinen großen Druck und warte ab, wie das Knie jetzt reagiert. Bisher ist alles gut verlaufen – und so soll es auch bleiben.“

Beister, der in Hamburg von allen Seiten (HSV, Fans, Medien) übermäßig gehypt wurde, lernt momentan auf die harte Tour. In der ersten Saison musste er sich vom Shootingstar zum Bankdrücker wandeln sehen und hatte seine erste Sinnkrise. In der vergangenen Saison sollte alles besser werden – wurde es aber nicht. Im Winter, in dem völlig unnützen und letztlich kontraproduktiven Indonesien-Trio riss sein Kreuzband. Die bisher schwerste Verletzung des noch jungen Außenstürmers. „Ohne Fußball ist es sehr hart. Aber auch jetzt lerne ich viel dazu. Über mich, über meinen Körper und sogar neue Trainingsmethoden.“

Und er will dabei sein. Mit nach Glücksburg zu fahren war für ihn keine Frage. Zusammen mit Rene Adler schuftet er im Kraftraum – wenn er nicht gerade laufen ist. Und er plant seine Rückkehr in eine Mannschaft, ohne Abstiegsnöte: „Da sind sich doch alle einig, dass wir nie wieder in so eine Situation geraten dürfen.“ Trotz des schwierigen Startprogramms (Beister: „Das ist alles andere als einfach gegen Aufsteiger – gerade zu Beginn“) glaubt Beister an Deutschland als kommenden Weltmeister – aber vor allem an den HSV: „Wir haben eine Saison hinter uns, die viel gelehrt hat. Wir müssen jetzt zeigen, dass wir daraus gelernt haben und es anders machen.“ Alles muss anders – würde ich sagen.

Aber das wird es nicht. Noch nicht. Und zugegebenermaßen habe ich auch Probleme damit, wenn ein Neuanfang gleich mit Kompromisslösungen auf verantwortlichen Positionen begonnen wird. Und ganz ehrlich: So, wie ich Dietmar Beiersdorfer kennengelernt habe, ist das auch nicht seine Philosophie. Von daher bin ich noch immer sehr gespannt, wie im Vorstand in Zukunft zusammengearbeitet wird. Dass alles gleich bleibt, halte ich für ausgeschlossen. Aber vielleicht ist da der Wunsch mehr Vater des Gedankens…

In diesem Sinne. Heute ist in Sachen Transfers nichts passiert. Ich habe bis eben telefoniert, weil ich es nicht glauben wollte, nachdem frohlockt wurde, Lasogga könnte schon am Mittwoch beim HSV auflaufen. Oder spätestens am Sonnabend Nicht einmal eine Beschwerde bei der DFL, die von sich aus schon lange ermitteln müsste, wie ich finde. Von daher heute alles kurz und bündig – ich will Fußball gucken. Sollte noch etwas passieren, melde ich mich natürlich noch bei Euch.

Scholle

P.S.: Am Donnerstag haben wir wieder eine Live-Sendung. Diesmal begrüßen Lars und ich einen alten Bekannten und absoluten Fußballfachmann: Michael Oenning. Dazu gesellt sich noch ein zweiter Gast, den wir aber leider noch nicht als fix verkünden können.

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