Archiv für das Tag 'Behrens'

Großer Fußball in HH: Brasilien – Dänemark

25. Mai 2012

Und schon wieder ein neuer Name. Hamit Altintop, der Mittelfeld-Biene von Real Madrid (einst Wattenscheid 09 – welch ein Unterschied!), soll beim HSV im Gespräch sein. Der Wahrheitsfaktor aber, so würde ich das alles einstufen, liegt für mich nur bei 0,02 Prozent. Obwohl ich den Deutsch-Türken allein deswegen schon gerne beim HSV sehen würde, weil Trainer Thorsten Fink ja einen Mann sucht, der auf der „Sechs“ spielen kann – und gleichzeitig auch das Spiel nach vorne ankurbelt, der Ideen hat, und der dazu auch mit einem mächtigen Schuss Tore aus der zweiten Reihe erzielen könnte. Letzteres fehlt dem HSV ja schon lange und auch total. Nicht umsonst ist Altintop zu Real Madrid gekommen, der kann schon was. Aber erstens werden da ganz andere Klubs, nämlich jene, die viel Geld in der Kasse haben, am Start sein und mit bieten, und zweitens will Altintop mit Sicherheit auch weiterhin international spielen , und das nicht nur in einem Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona. Also würde ich bei dem Thema HSV/Altintop den Ball erneut ganz, ganz flach halten. Schön wäre es ja, allein mir fehlt der Glaube.

Die einzige Personalie, die sich heute beim HSV getan hat ist die, dass wieder ein junger Mann von Bord gegangen ist. Hanno Behrens aus der Zweiten, ein Mann von Rodolfo Cardoso also, wechselt zur neuen Saison in die Dritte Liga, er geht für ein Jahr zum SV Darmstadt 98. Viel Glück! Beim HSV hat der 22-jährige Mittelfeldspieler zuletzt bei der Tingeltour über die Dörfer mitgespielt, war teilweise auch nicht schlecht, aber für „ganz oben“ hat es offenbar noch nicht gereicht. Vielleicht entwickelt er sich ja nun im Hessenland – obwohl der HSV nichts davon hätte, denn Behrens ist nicht ausgeliehen worden.

Mehr tat sich heute nicht beim HSV (jedenfalls weiß ich im Moment nicht mehr!). Ich bin verschiedentlich auf meinen letzten Bericht angesprochen worden, warum ich den Namen Artjoms Rudnevs nicht im Zusammenhang mit Paolo Guerrero gespielt habe – als zweiten HSV-Stürmer? Ich hatte ja eher mit Dirk Kuyt geliebäugelt . . . Und dann gibt es neben Guerrero ja auch noch Heung-Min Son und Marcus Berg. Mal abwarten, wer das Rennen machen wird. Zu Rudnevs: Ich wünsche dem Letten ja viel, viel Glück in der Bundesliga, aber er muss sich in der für ihn neuen Spielkasse ja auch erst einmal durchsetzen und behaupten. Der international erfahrene Norweger Per Ciljan Skjelbred lässt schön grüßen . . . Deshalb warte ich mit Artjoms Rudnevs lieber erst einmal ab, denn nicht alle meine Bekannten, die aus Polen kommen oder sich mit dem polnischen Fußball etwas besser auskennen, sind davon überzeugt, dass uns (dem HSV) Rudnevs auf Anhieb helfen wird. Schön wäre es ja auch in diesem Fall, aber einige „Experten“ sind da schon etwas vorsichtiger.

Aus Polen kamen ja schon einige Spieler zum HSV, als Stürmer waren es Jan Furtok (1988 – 93), Marek Saganowski (1997) und Richard Cyron (1991-92) – alle waren sie Nationalspieler, nur Furtok konnte sich letztlich durchsetzen. Dazu behaupteten sich in der Bundesliga auch die Mittelfeldspieler Waldemar Matysik (1990 – 93) und Miroslaw Okonski (1986 – 88), die zu Stammspielern wurden. Wobei mir Saganowski bis heute ein Rätsel blieb. Er hatte beste Anlagen, wurde später noch Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, spielte u. a. für Feyenoord Rotterdam, Legia Warschau, Vitoria Guimaraes, AC Troyes, Southampton und Athen – da hätte ganz einfach mehr kommen müssen. Mehr als Mitläufer waren auch Pawel Wojtala (1997- 98) und Jacek Dembinski (1997 – 01) nicht, in diese Kategorie gehört auch der Stürmer Marek Trejgis (1997 – 99), der es über die Amateure bis in die Bundesliga schaffte, es aber nur auf elf Einsätze brachte.

So, das war kurz ein Abstecher in den internationalen Fußball, an diesem Sonnabend wird es im Volkspark ja noch ein bisschen internationaler – dann treffen um 15.30 Uhr Dänemark und Brasilien aufeinander (live im ZDF). Endlich wieder einmal „richtiger“ Fußball in Hamburg! So sagen es viele Freunde und Bekannte von mir. Wie ungestillt der Hunger nach „Fußball“ in dieser Stadt ist, das zeigt doch die Tatsache, dass das Spiel fast ausverkauft ist. Es kamen heute noch 400 Tickets aus Dänemark zurück, die sind bis zum Abend noch online zu bestellen, ansonsten ist die Tageskasse Nord-Ost von elf Uhr an geöffnet. Rechtzeitiges Kommen sichert noch die letzten Plätze . . . Schiedsrichter dieser Partie ist übrigens der Münchner Dr. Felix Brych – schon lange nicht mehr in Hamburg gesehen, aber bei Abstiegskandidaten werden eben auch keine Spitzenleute eingesetzt.

Zum Thema Dänemark fällt mir im Zusammenhang ein ganz besonderer Tag ein: der 15. November 2000. Da gab der Hamburger Innenverteidiger Ingo Hertzsch sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft, die an diesem Abend in Kopenhagen das Länderspiel gegen Dänemark mit 1:2 verlor. DFB-Teamchef war damals Rudi Völler. Hertzsch machte fast zwei Jahre später auch noch ein zweites Länderspiel (auch unter Völler), und zwar am 21. August 2002 beim 2:2 in Sofia gegen Bulgarien. Dann war Ende mit der ganz großen internationalen Karriere – für den Chemnitzer im HSV-Trikot. Und ich höre heute noch immer so viele „Experten“ sagen, dass Hertzsch ja eher kein Nationalspieler war – und er war es eben und trotz allem dennoch. Die zwei Einsätze (über 90 Minuten) kann ihm niemand nehmen. Und, ganz nebenbei, im HSV-Anhang gibt es ja nicht wenige kritische und überkritische „Fans“, die auch dem einen oder anderen Hamburger mehr grundsätzlich absprechen, ein „richtiger“ oder „verdienter“ Nationalspieler zu sein. Auf Namen verzichte ich lieber. Ich kann aber nur sagen, dass ich mich (als HSV-Fan) über jeden HSV-Profi gefreut habe und freuen werde, der es in die Nationalmannschaft geschafft hat – oder es noch schaffen wird. Über jeden! Denn Nationalspieler wird man ja nicht (nur) deshalb, weil man groß und stark und besonders gut aussieht, sondern weil „Mann“ ja irgendwie und irgendwann auch mal gute oder besonders gute Leistungen gezeigt hat. Oder?

Wo ich gerade bei „Mann“ bin. Es gibt ja immer noch HSV-Anhänger, die sich über die abgemeldete Frauen-Bundesliga-Mannschaft beschweren. Völlig berechtigt, in meinen Augen, ich bedaure das auch sehr. Aber, um das noch einmal aufzuwerfen: Glaubt hier eigentlich noch irgendjemand, dass der HSV immer noch genügend Geld in der Kasse hat? Von wegen der Bilanzen und so! Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hat, dass es in diesem Klub so gut wie „null Kohle“ gibt, dann ist es doch diese Tatsache, dass das Frauen-Kapitel kurz, schmerzlos und ein wenig brutal zugeklappt wurde. Das ist doch ein Debakel und ein Desaster für einen Klub wie den HSV. Ein Offenbarungseid. Oder gibt es auch dazu Einwände?

Zum Thema Vereinspolitik (und was dazu gehört) haben mich auch privat wieder und noch immer viele, viele Mails erreicht – was mich freut. Zeigt es mir doch, dass sich viele HSV-Mitglieder doch ein wenig mehr (und auch sorgenvoller) mit ihrem Verein beschäftigen, als ich noch während der Fortsetzung der Mitgliederversammlung angenommen hatte. Stellvertretend möchte ich dazu einen Brief veröffentlichen, weil ich glaube, dass einige von euch diesem Absender ganz sicher helfen können – indem ihr ihm ein paar Tipps gebt. Los geht es (ungekürzt und von mir unbearbeitet):

„Moin, moin lieber Dieter,

bevor ich Dich mit einer weiteren Frage „belästige”, hoffe ich, dass Ihr, Du und Deine Frau, gesundheitlich wieder voll oben auf seid. Da ich (mal wieder) nicht weiß, wer mir außer Dir auf meine Frage antworten könnte, stelle ich Dir eben diese:

Die Supporters, bei denen ich seit Jahren Mitglied bin, obwohl ich mich seit geraumer Zeit keinesfalls richtig vertreten fühle, stellen sich meiner Meinung nach total quer und blockieren eine positive Entwicklung des Vereins. Ganz kurz, leider gibt es zu den Supporters keine Alternative, sonst wäre diese Alternative meine Wahl. Schließlich möchte ich auf der einen Seite zum Ausdruck bringen, ich bin ein Fan vom HSV. Auf der anderen Seite möchte ich mein Meinungsbild trotzdem irgendwie auch wiederfinden.

Es gibt, so war zu lesen, zwischenzeitlich 71.000 Mitglieder, von denen ca. 53.000 Mitglieder stimmenberechtigt sind. Wäre es nicht eine Verpflichtung der Supporters, eine Umfrage zu starten und deren Mitglieder um deren Meinung zu dem Thema “Fern-/Briefwahl” zu befragen? Offensichtlich gibt es ausreichend Stimmen, die sich dafür aussprechen, die aber die Reise zu einer Mitgliederversammlung nicht antreten können, um ihrer Stimme entsprechend Gewicht zu verleihen.

Die Supporter-Führung um Herrn Bednarek – besteht wirklich ernsthaftes Interesse – die ja die Meinung aller Mitglieder vertritt, müsste sich doch um ein Meinungsbild bemühen.
Es kann doch nicht genügen, zu behaupten, dass man 70.000 Mitglieder vertritt, obwohl es genügend Gegenstimmen gibt. Nicht umsonst wurden doch die „Initiative Pro HSV” gegründet oder eben die „Realos” erfunden. Sollte das wider meinem Empfinden tatsächlich ausreichend sein, dass die Führung der Supporters weiterhin in dieser Hinsicht tatenlos bleibt, welche Möglichkeiten hätte man, um an die einzelnen Adressen zu kommen, um zumindest einen Kettenbrief per e-mail ins Leben zu rufen?

Ein weiterer Gedanke wäre, wenn schon keine Fernwahl zugelassen wird, zumindest einen Bevollmächtigten bestimmen zu können. Und überhaupt, da bemüht man sich, Märkte im Ausland zu erschließen … Und was ist, wenn tatsächlich in China oder Korea Fanclubs gegründet werden? Welche Rechte hätten diese Mitglieder? Stimmentechnisch wohl keine. Verlangt man wirklich, dass diese Mitglieder Tausende von € investieren, um nach Hamburg zu reisen? Es gibt doch jetzt schon Fans des HSV, die im Ausland leben.
Ich wiederhole mich, das kann es nicht sein.

Ich habe das Gefühl, da gibt es eine Führungsebene, die Gleichgesinnte um sich eint. Und diese wenden sich an gewisse Fanclubs, meiner Meinung nach nur, um für ihr Handeln Mitläufer zu finden. Das erinnert mich … na ja. Ich zweifle ganz gewiss nicht an der Intelligenz der SC-Führung, darauf haben sie lange hingewirkt. Steter Tropfen höhlt den Stein, Aber die Leute, die sich vor den Karren spannen lassen, den muss doch eigentlich klar sein, dass sie helfen, dem Verein in seiner Weiterentwicklung zu schaden. Oder denken die überhaupt nicht nach und folgen bloß dem Herdentrieb?

Das betrifft auch das Thema „Aufsichtsrat”. Das die Anzahl der Räte unbedingt reduziert werden muss, sollte eigentlich jedem klar sein. Nimmt man die Verpflichtung von Adler als Beispiel, wie lange hat das gedauert, bis unterschrieben werden durfte?
Die Entscheidungswege sind zu lang.

Wäre es nicht normal, dem Vorstand ein Budget zur Verfügung zu stellen und hierüber frei verfügen zu lassen? Und nur, wenn dieser Betrag aufgebraucht wurde und evtl. ein wenig Geld fehlt, um beispielsweise noch einen guten Spieler zusätzlich verpflichten zu können, dann müssten die hohen Herren angesprochen werden. Man kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass fähige Fachleute erst einmal 12 Laien fragen müssen, ob sie das Geld entsprechend anlegen dürfen. Das ist alles so unbefriedigend.

Im Sinne des HSV muss da etwas passieren. Allerdings bin ich da alles andere als hoffnungsvoll.

Nun gut, genug gejammert, ich breche hier ab.

Schöne Grüße, F.

Um zum Abschluss noch einmal auf „meinen“ Fußball zurückzukommen: Ich habe vom „Kicker“ die Unterlagen zur Wahl der „Fußballer des Jahres“ erhalten – und auch schon beantwortet in die Post gegeben. Ich will euch gerne verraten, dass ich in diesem Jahr einen totalen Außenseiter zum „Trainer des Jahres“ gewählt habe – und zwar Jos Luhukay. Grund: Was der Niederländer mit dem FC Augsburg geleistet hat, ist einfach nur grandios zu nennen. Mal ganz ehrlich, wer von euch hat vor Saisonbeginn nicht auch auf den Aufsteiger FC Augsburg als klaren Absteiger getippt? Und sogar Wetten drauf gelegt? Für fast alle war Augsburg doch schon vorher der klarste Verlierer der Saison 2011/12 – wie damals Tasmania Berlin, so hieß es immer wieder und überall. Und dann geht dieser Luhukay so zur Sache, dass er ein kleines (großes) Fußball-Wunder vollbringt. Hut ab! Das soll ihm mal einer nachmachen.

Neben Luhukay standen bei mir noch zwei seiner Kollegen zur Wahl, letztlich aber entschied ich mich gegen Lucien Favre (toll, was er aus dem Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach gemacht hat!), und ich entschied mich auch gegen Christian Streich, der den SC Freiburg nach dem Abgang von Torjäger Papiss Demba Cisse und in schier auswegloser Lage doch noch gerettet hat. Als Cisse in der Winterpause zu Newcastle United wechselte, da hörte ich überall: „Jetzt ist Freiburg weg!“ Kompliment, Herr Streich, das war im Abstiegskampf einen wahre Meisterleistung. Und das zeigt mir, dass ein Trainer nicht (!) unbedingt den ganz großen Namen haben muss, um zu solch sensationellen Taten fähig zu sein.

Apropos großer Name. Jetzt, wo ich das schreibe, läuft bei Sky (nebenbei) ein Bundesliga-Spiel mit Schalke. Und mit Raul. Schade, dass dieser große Sportsmann die Bundesliga wieder verlassen hat, er war für mich der Größte. Weil er trotz seiner riesigen Erfolge immer hübsch auf dem Boden und ein Mensch geblieben ist. Vorbildlich und zur Nachahmung empfohlen. Und Dank an Felix Magath. Lieber Felix, dass Du ihn einst nach Gelsenkirchen geholt hast, dass Du Dich überhaupt an einen solchen großen Namen herangetraut hast – einsame klasse! Raul von Real Madrid zum FC Schalke, wer hat, als er das damals erstmalig vernommen hatte, nicht an eine Ente geglaubt? Aber manchmal werden (Fußball-)Träume eben auch wahr. Und wenn ich so an Rafael van der Vaart denke . . . Bitte Herr Kühne, bitte helfen Sie. Oder eventuell auch „nur“ mit Hamit Altintop. Der könnte dem HSV sicher auch ein wenig helfen.

PS: In eigener Sache möchte ich schnell noch loswerden, dass „Scholle“ und ich morgen wieder nach dem Länderspiel Schweiz gegen Deutschland mit „Matz ab live“ auf Sendung sind. Es wird, so unser Vorhaben (und falls es keine Absage mehr gibt) ein Journalisten-Stammtisch. Nach dem Schlusspfiff in Basel.

17.41 Uhr

Auswärtssieg! 12:0 in Schönkirchen

1. Mai 2012

Toller Mai-Feiertag an der Kieler Förde. Der HSV gewann beim Sechstliga-Vertreter Concordia Schönkirchen mit 12:0 und dürfte mit diesem engagierten Auftritt auch wieder einige Fans zurückgewonnen haben. Es war fix was los auf’m Dorf! Der HSV war die Attraktion, und das Spiel schon Tage vorher mit 2500 Zuschauern ausverkauft. Ja, der Dino zieht eben immer noch. Das Wetter bilderbuchartig, der Rasen wie in der Champions League, und mit Udo Scholz ein bundesliga-erfahrener Stadionsprecher – der Rahmen passte schon mal. Eine liebevolle Veranstaltung, da machte es auch nichts, dass es vor dem Spiel ein Interview mit HSV-Sportchef „Arne“ Arnesen geführt wurde. „So hieß ein verstorbener Onkel von mir“, sagte Frank Arnesen und übte Nachsicht. Es gibt ja Wichtigeres. Fußball zum Beispiel. Und auch in diesem Punkt konnte dieses Spiel einiges bieten.

Concordia Schönkirchen, Tabellensiebter der Verbandsliga Ost (in Schleswig-Holstein), stellte sich nicht wie der FC Chelsea gegen den FC Barcelona auf die eigene Torlinie, sondern spielte munter mit. Und zahlte Lehrgeld. Denn die Tore schossen nur die Hamburger. Die ersten drei mit einem lupenreinen Hattrick Paolo Guerrero. In der 13. Minute profitierte der Peruaner von einem sensationellen Antritt, den Gökhan Töre hinlegte (ja, wenn der Fürst Laune hat!) – 1:0 (13.). Das 2:0 legte sich „Guerrera“ (so der Sprecher) 120 Sekunden später selbst auf, und das 3:0 legte Jacopo Sala vor. Der Italiener war in der ersten Halbzeit der auffälligste Hamburger, ihm gelangen einige schöne Kabinettstückchen (wenn auch lange nicht alles). Nach dem 3:0 aber gab es viel Lob für Sala auch von der Bank.
Nach einem Arslan-Eckstoß köpfte Hanno Behrens das 4:0 (32.), den Torschütze störte es wohl wenig, dass er als „Hanne“ Behrens „verkauft“ wurde. Für den 5:0-Halbzeitstand sorgte Tolgay Arslan, der allerdings – wie auch Guerrero – noch zwei „Hundertprozentige“ vergab. Wie auch Sala, der das Kunststück fertig brachte, den Ball aus fünf Metern über das vom Keeper verlassene Tor zu heben.

Die Fans waren trotz allem zufrieden und glänzender Laune. Der HSV hat auch in Schleswig-Holstein immer noch sehr viele Anhänger. Auf einem Plakat der HSV-Fans prangte groß: „Jaro, du bist HSV“. David Jarolim (Knöchel) fehlte aber in der Förde, ebenso Sven Neuhaus, Heiko Westermann, Mladen Petric und Dennis Aogo. Der HSV begann in Schönkirchen mit: Mickel; Diekmeier, Behrens, Mancienne, Lam; Tesche, Skjelbred; Sala, Töre; Arslan und Guerrero. Zur zweiten Halbzeit kamen Stritzel (für Mickel), Besic für Mancienne, Son für Lam und Berg für Guerrero.
Um schnell noch die erste Halbzeit abzurunden: Neben Sala gefiel mir vor allem Zhi Gin Lam als Linksverteidiger (!) sehr gut. Der junge Mann ist ja nach seinem Raketenstart (bei Rodolfo Cardoso) seit einigen Wochen in der Versenkung verschwunden, aber in Schönkirchen zeigte er, dass er ein feiner und sehr guter Fußballer ist. Hanno Behrens, hinten rechts auch ungewohnt, gefiel mir durch sein Kopfballspiel.

Die Hamburger Überlegenheit hielt im zweiten Durchgang unvermindert an: Das 6:0 erzielte Son (59.), zum 7:0 traf Arslan (62.), das 8:0 markierte Marcus Berg (66.) mit einem Heber. In jener Minute gingen auch Sala und Behrens vom Platz, für sie kamen Angelo Langer und Daniel Nagy. Im vereinsinternen „Tunnelwettbewerb“ führte zu diesem Zeitpunkt klar Gökhan Töre vor Heung-Min Son . . .
Die restlichen Treffer: Daniel Nagy 9:0 (73.), 10:0 Son (76.), 11:0 Berg (77.) und 12:0 Arslan (78.).

PS: Da ich jetzt zurzeit noch in Schönkirchen auf einem Holzsitz hocke, wird es mit dem heutigen Bericht noch etwas dauern – den werde ich erst nach der gelungenen Heimfahrt verfassen, es wird also noch etwas dauern. Aber Trost gibt es ja ein wenig durch diesen „Auswärtssieg“ – hoffentlich.

16.58 Uhr

Luzern wird ein echter Härtetest

2. September 2011

Stell Dir vor es ist Länderspiel, und keiner vom HSV ist dabei. Dabei hatte ich heute beim Vormittagstraining noch eine Sekunde lang ein wenig Hoffnung, weil Dennis Aogo fehlte. Auf meine Frage, warum der Abwehrspieler denn wohl fehlen würde, bekam ich zu hören: „Der wurde kurzfristig noch bei der Nationalmannschaft benötigt, Jogi Löw hat ihn nachnominiert.“ Hahaha. War natürlich ein Scherz. Aogo hatte einen freien Tag geschenkt bekommen, weil sein Bruder heute heiratet. Wie nett. Gefehlt haben diesmal auch noch Dennis Diekmeier, der ein wenig Oberschenkel-Probleme hat, auch Hanno Behrens war nicht anwesend: Adduktoren-Schmerzen. Geübt, um das noch zu sagen, wurde am Vormittag reichlich Passspiel, dann – fast hätte ich geschrieben bis zum Erbrechen – Aufbauspiel mit Abschluss, gegen Ende gab es noch ein kleines Spielchen.

Da waren Neuhaus, Westermann, Kacar, Bertram, Jarolim, Castelen, Jansen und Petric eine Truppe, sie spielten gegen Mickel, Guerrero, Sternberg, Tesche, Skjelbred, Berg, Zhi Gin Lam (aus der U 23) und Mancienne.

Und ansonsten? Das Nachmittags-Training wurde kurzfristig gestrichen. Und: Ich fühle mich nach nur einem Tag schon wieder toll von Euch aufgenommen. Als wäre ich nie im Urlaub gewesen. Hervorragend. Es ist alles wie immer. Wie schön. So macht „Matz ab“ doch Spaß. Vielen Dank für alles!

Um noch einmal auf meinen gestrigen Beitrag zurück zu kommen: Ich habe Blödsinn geschrieben. Wie immer. Ich habe Muhamed Besic bei Reha-Trainer Markus Günther gesehen (von Weitem sehr entfernt . . .), dabei war das gar nicht Besic, es war Neuzugang Sala. Den kannte ich ja noch nicht. Sorry. Dafür entschuldige ich mich, denn ich möchte ja nicht durch Falschmeldungen glänzen.

Und um noch einmal auf die deutsche Nationalmannschaft zu kommen. Das Buch von Philipp Lahm hat ja für reichlich Wirbel gesorgt, steht aber in vielen Bestseller-Listen auf Platz eins. Zweck erfüllt. Um es gleich zu sagen: Ich finde dieses Werk höchst überflüssig, halte es auch für völlig falsch, dass ein noch spielender Nati-Kapitän ein solches Buch verfasst, aber er ist eben ganz schlecht beraten. Hätte er Schneid gehabt, hätte er dieses Buch noch in letzter Sekunde stoppen lassen, Geld genug hätte er für eine solche Aktion ganz sicher gehabt. Nun gut, er hat es nicht getan. Was ich aber dazu sagen möchte: In einem Punkt muss ich Lahm zustimmen. Das Training der Nationalmannschaft war lange Jahre ein Witz.

Ich habe 1987 mein erstes Länderspiel für das Abendblatt gemacht, wer nachrechnen kann: Franz Beckenbauer war der Teamchef. Seit dieser Zeit habe ich mich immer gewundert, wie die Herren Nationalspieler trainieren. Lustig war es anzusehen. Darüber habe ich einmal im Fernsehen (Dropkick bei Eurosport, moderiert von Rudi Brückner) mit Karl-Heinz Riedle und, so glaube ich, Rudi Assauer, heiß diskutiert und gestritten. Riedle behauptete, dass bei der Nati so trainiert wird wie im Klub. Ich kam nicht dagegen an, behauptete aber das Gegenteil. Das sage ich rückblickend noch heute. In das Nati-Training kam erst System und so etwas wie Ernsthaftigkeit, als Jürgen Klinsmann und Joachim Löw den Laden übernommen hatten. Da konnte man dann Training sagen.

Ein Zeitzeuge dieser „Misere“ ist, so erinnere ich mich schwach, auch Werder-Trainer Thomas Schaaf, der früher das „lahme Training“ monierte. Und zwar in dieser Art: Spieler, die zur Nationalmannschaft fahren und nicht zum Einsatz kommen, die haben eine Art Urlaub verbracht. Sie haben weit weniger trainiert, wie jene Werder-Spieler, die in Bremen geblieben sind und hier trainieren mussten.
Deswegen hat Schaaf seine Spieler, die als Ersatz zur Nati reisten, auch nur höchst ungern ziehen lassen, denn sie haben beim DFB (zu früheren Zeiten) ganz einfach zu oft auf der faulen Haut gelegen. Aber, wie geschrieben, das hat sich in der Neuzeit (und seit Klinsmann/Löw) geändert. Musste ich aber trotz allem loswerden.

Zum Thema Nationalmannschaft wurde heute HSV-Kapitän Heiko Westermann befragt. Ob es wehtue, dass er wieder nicht dabei sei? Der Abwehrspieler ehrlich und rustikal: „Ist zwar Scheiße, dass ich nicht dazu gehöre, aber so ist es eben im Moment . . .“ Es liegt wohl auch an der schlechten Situation, in der sich der HSV derzeit befindet. Westermann weint aber nicht. Er hat keinen Kontakt zur Nati und zum Bundestrainer, sagt aber entschlossen: „Das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir mit dem HSV die Kurve kriegen.“ Genau.

Statt heute gegen Österreich spielt Westermann morgen mit dem HSV in der Schweiz gegen den dortigen Überraschungs-Tabellenersten FC Luzern. „Und auf dieses Spiel freue ich mich total, diese 90 Minuten sind das Highlight für mich in der Länderspielpause. Das ist ein echter Test für uns, Luzern soll sehr gut drauf sein, hat nur drei Gegentore bislang kassiert, wir werden hart gefordert, jeder Spieler sollte das wie ein Bundesliga-Spiel ansehen und dementsprechend auch zur Sache gehen“, sagte Heiko Westermann. Und fügt hinzu: „Luzern ist auch eine schöne Stadt, das Stadion ist toll, es ist ausverkauft – das hört sich alles gut an.“ Und vielleicht überrascht der HSV ja auch wie die Luzerner, indem sie dort aufsteigende Form verraten und – mal nicht verlieren.

Kurz sagte Heiko Westermann auch noch seine Meinung zum Lahm-Buch: „Es hat mich überrascht, dass er damit auf den Markt kam, ich habe nichts davon gewusst. Grundsätzlich ist es so, dass es jeder selbst wissen muss, was er macht. Er wusste es wohl vorher, dass das nicht ohne Ärger abgehen würde. Ich bin kein Freund davon, wenn Leute beurteilt werden, ob nun Trainer oder Spieler. Aber wenn er mit den Reaktionen zurechtkommt, mit sich selbst ins Reine kommt, dann ist es für ihn eben okay.“

Zurück zum Länderspiel. Gut oder schlecht für den HSV, dass es diese Pause gibt? Ich persönlich finde sie nach wie vor gut, denn irgendwie scheint wieder ein wenig Ruhe in die Stadt (Hamburg) eingekehrt zu sein. Westermann sieht es ein kleines bisschen anders: „Ich fand es zuletzt so, dass wir nicht so schlecht drauf waren. Deswegen hätte ich es gut gefunden, wenn es gleich weitergegangen wäre. Mit einer solch miesen Punktzahl in eine Pause zu gehen, ist nämlich nicht so von Vorteil . . .“ Kann ich auch verstehen. Jeder Spieler ist ja bemüht, schlechte Spiele (oder den entstandenen Schaden) so schnell wie möglich zu beheben. Und das dauert nun immerhin 14 Tage . . .

Dann wartet Werder in Bremen. Ebenfalls eine harte Nuss. Ich hatte Werder in dieser Saison mit im Abstiegskampf erwartet, scheine mich aber (einmal mehr) getäuscht zu haben. Vielleicht jedoch wirkt sich ja der Weggang von Per Mertesacker doch noch nachteilig aus. Abwarten. Heiko Westermann geht aber eigentlich davon aus: „Sein Wechsel zum FC Arsenal ist sicher ein Vorteil für uns, aber trotz allem ist Werder mit bislang neun Punkten der Favorit. Wir müssen dieses Spiel aber – gemeinsam mit den Fans – als eine Chance aufnehmen. Wir können dieses Spiel gewinnen, warum sollten wir es nicht gewinnen? Wenn wir so auftreten wie gegen Köln, dann ist das möglich. Und mit einem Sieg hätten wir dann mit einem Schlag viel Sachen wieder gutmachen.“ Westermann weiter: „Wir haben sicher Respekt vor Werder, aber wir sollten keine Angst haben. Wir können da gewinnen, das ist klar – aber wir haben bislang kein Spiel gewonnen, haben erst einen Punkt. Mit einem Sieg hätten wir sicher auch das nötige Selbstvertrauen.“
Um das Feld von hinten aufzurollen?

Abwarten.

So, ich möchte heute noch einen Schlenker auf ein ganz besonderes Spiel machen:

Beim siebten „Tag der Legenden“ treffen an diesem Sonntag am Millerntor mehr als 70 Fußballhelden aus drei Generationen aufeinander. Beim „Showdown am Millerntor“ sind, neben anderen, Jens Lehmann, Jürgen Klopp und Kevin Keegan dabei. 23 000 Hamburger haben sich ihre Karten bereits im Vorverkauf gesichert, im Vorverkauf und an der Stadion-Tageskasse (geöffnet ab 9 Uhr) sind noch rund 1000 Stehplatzkarten erhältlich.

Der Reinerlös des Benefizspiels kommt der von TV-Moderator Reinhold Beckmann 1999 gegründeten Jugendinitiative NestWerk e.V. zugute, die sich u. a. mit kostenlosen Sport- und Musikangeboten für Jugendliche in benachteiligten Hamburger Stadtteilen engagiert. Schirmherr ist in diesem Jahr Boxweltmeister Wladimir Klitschko.

„Hamburg gegen Deutschland und den Rest der Welt“ heißt das Spiel, bei dem einige der erfolgreichsten deutschen Fußballer aller Zeiten antreten. Im „Team Deutschland“ sind u. a. Franz Beckenbauers „Helden von Rom“ – Andreas Brehme, Guido Buchwald und Olaf Thon – ebenso wie die 96er Europameister Markus Babbel, Fredi Bobic, Dieter Eilts und Thomas Helmer. Nach seinem überraschenden Kurz-Comeback bei Arsenal London in diesem Frühjahr betritt auch Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann erneut die große Fußballbühne. Auf eigenen Wunsch will er im Sturm spielen, u. a. an der Seite von Oliver Neuville. Erstmals läuft Meistertrainer Jürgen Klopp am Millerntor auf – unter der Regie von „Team Deutschland“-Coach Felix Magath, der gemeinsam mit Stefan Effenberg an der Seitenlinie stehen wird.

Für das „Team Hamburg“ laufen zahlreiche HSV- und Pauli-Heroen auf. Neben Manfred Kaltz, Stefan Beinlich, Franz Gerber, Richard Golz, Bernd Hollerbach und Dirk Zander stehen u.a. auch HSV-Trainer Michael Oenning und St. Pauli-Coach André Schubert im Kader. Erstmals ist sogar HSV-Ikone Kevin Keegan am Millerntor dabei – der „Kleine“ wird eventuell der Größte sein.

Die Lokalmatadoren wollen ihre Erfolgsbilanz beim „Tag der Legenden“ weiter ausbauen: Im Vorjahr feierten 24 500 Zuschauer im ausverkauften Millerntor einen 3-2-Heimerfolg der Hamburger – und sorgten für einen neuen Besucherrekord.

Schiedsrichter des legendären Spiels sind in diesen Jahr Walter Eschweiler und Bernd Heynemann.

Rund um das Ballspektakel am Millerntor gibt es ein großes Familienprogramm mit Aktionen, Autogrammstunden und einer Showbühne. Die Stadion-Moderation übernimmt Lou Richter. In der Halbzeitpause wird Stefanie Heinzmann live auftreten.

Der NDR übertragt das Match live in seinem Fernsehprogramm (ab 15 Uhr). Abends wandelt sich der „Tag der Legenden“ zur glamourösen „Nacht der Legenden“: Im „Schmidts Tivoli“ auf dem Kiez treten Sonntagabend u.a. Olli Dittrich, Ralf Schmitz und Dick Brave and the Backbeats auf. Erwartet werden 600 geladene Gäste: Neben allen Fußball-Legenden kommen u.a. Prominente aus Sport und Kultur wie Wladimir Klitschko, Ina Müller, Johannes B. Kerner, Matthias Opdenhövel, Michael Stich, Frank Schätzing und Dieter Pfaff.

Auch wenn es das ungeliebte Millerntor ist – geht (bitte) hin zu diesem Spiel, denn es ist ja auch für einen guten Zweck.

16.21 Uhr

3:1 und 1:3 in den Niederlanden

23. Juli 2011

„Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend.“

Sagte einst Albert Einstein.

Der HSV ist noch nicht abgestiegen, der HSV spielt immer noch in Ersten Bundesliga – und ich bin immer noch guter Hoffnung. Trotz des „Schlachtfestes“. Ich will mich auch nicht groß rechtfertigen, ich will erst recht nicht zurückrudern, ich will nur sagen: Dieser HSV ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, Deutscher Meister zu werden. Richtig? Und dann möchte ich sagen, dass mir deswegen angst und bange wird, weil in der vergangenen Saison auch Klubs in Abstiegsgefahr waren, die damit niemals gerechnet hätten: Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, und, und, und. Und das könnte immerhin auch dem HSV passieren. Und das hat nichts damit zu tun, dass im Trainingslager Zillertal sehr gut gearbeitet wurde. Bundesliga ist kein Kindergeburtstag – lasst uns doch alle mal abwarten.

So, alles andere überlasse ich jedem von Euch.

Zum Turnier in den Niederlanden. Der HSV trat am Abend gegen den Viertliga-Vertreter VV Berkum mit folgender Mannschaft an:
Hesl, Götz, Labus, Sternberg, Jansen; Jarolim, Besic; Castelen, Nagy, Behrens; Ben-Hatira.
Dieses Team spielte auch gegen Zwolle, es gab keinen Wechsel.

Die erste Mannschaft des HSV hatte zuvor 90 Minuten lang im Stadion trainiert, mit von der Partie Mladen Petric, der morgen wohl gegen den FC Groningen spielen wird, und auch Robert Tesche, der zuletzt wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte.

Erfreulich: Romeo Castelen war erstmalig seit dem 20. September 2009 wieder einmal von Beginn an dabei, und der Niederländer war davon absolut begeistert. Vor dem Anpfiff schüttelte er jedem Bekannten lächelnd die Hand – es war vor nur 1200 Zuschauern (darunter 120 HSV-Fans) das Comeback des Jahres. Um es vorweg zu nehmen: Castelen spielte in den ersten 45 Minuten (so lange dauerte die Partie gegen Berkum) unauffällig.

Der HSV gewann diese Auftaktpartie, die teilweise einem Fehlpass-Festival glich, mit 3:1. Und führte dabei schon nach einer Minute und 39 Sekunden 1:0. Das Tor hatte Hanno Behrens erzielt, er nutzte die gute Vorarbeit von Marcell Jansen. Auch auf der Gegenseite klingelte es entsprechend schnell, denn nach zwei Minuten und 33 Sekunden hieß es schon 1:1. Der umjubelte Torschütze der niederländischen Amateur-Truppe war van der Meule. Er profitierte von einer Fehlerkette des HSV, an der Janek Sternberg, Robert Labus und Jansen beteiligt waren. Ohnehin machte die HSV-Defensive in diesem Kick eine denkbar schlechte Figur.

Und die Niederländer wirkten nicht nur übermotiviert, sie waren es auch. Sie gingen teilweise recht robust, überhart und auch unfair zur Sache. Höhepunkt dieser Treterei war ein böses Foul von van Egmond, der David Jarolim ganz übel von den Beinen holte. Der Tscheche musste einige Zeit behandelt werden.

Das zweite HSV-Tor erzielte Änis Ben-Hatira auf Vorarbeit von Daniel Nagy (13.), das 3:1 markierte Muhamed Besic (28.), der von Jarolim und Ben-Hatira in Co-Produktion bedient wurde.

Und nun noch das zweite Spiel:
Der irgendwie unmotiviert wirkende HSV hat gegen den FC Zwolle (Zweite Liga) mit 1:3 verloren. Das Ehrentor erzielte David Jarolim, der nach einem Foul (oder war es eine Schwalbe?) den Elfmeter zum 1:2 verwandelte (35.). Den 1:3-Endstand in diesem sehr mäßigen Spiel markierte der junge Ashton Götz (seit einer Woche 18) mit einem Eigentor.

Jarolim, so interpretiere ich das, spielte 90 Minuten in der „Reserve“, weil Sören Bertram, den eine Magen- und Darm-Grippe plagte, ausgefallen war.

Und noch etwas Erfreuliches:

Die Geburtstagskarte der „Matz-abber“ ist heute DOCH NOCH angekommen! Super. Frau M. hat sich sehr gefreut und bedankt sich ganz, ganz herzlich.

Gute Nacht!

20.18 Uhr

Erstes Spiel in Holland 3:1 gewonnen

23. Juli 2011

„Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend.“

Sagte einst Albert Einstein.

Der HSV ist noch nicht abgestiegen, der HSV spielt immer noch in Ersten Bundesliga – und ich bin immer noch guter Hoffnung. Trotz des „Schlachtfestes“. Ich will mich auch nicht groß rechtfertigen, ich will erst recht nicht zurückrudern, ich will nur sagen: Dieser HSV ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, Deutscher Meister zu werden. Richtig? Und dann möchte ich sagen, dass mir deswegen angst und bange wird, weil in der vergangenen Saison auch Klubs in Abstiegsgefahr waren, die damit niemals gerechnet hätten: Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, und, und, und. Und das könnte immerhin auch dem HSV passieren. Und das hat nichts damit zu tun, dass im Trainingslager Zillertal sehr gut gearbeitet wurde. Bundesliga ist kein Kindergeburtstag – lasst uns doch alle mal abwarten.

So, alles andere überlasse ich jedem von Euch.

Zum Turnier in den Niederlanden. Der HSV trat am Abend gegen den Viertliga-Vertreter VV Berkum mit folgender Mannschaft an:
Hesl, Götz, Labus, Sternberg, Jansen; Jarolim, Besic; Castelen, Nagy, Behrens; Ben-Hatira.

Die erste Mannschaft des HSV hatte zuvor 90 Minuten lang im Stadion trainiert, mit von der Partie Mladen Petric, der morgen wohl gegen den FC Groningen spielen wird, und auch Robert Tesche, der zuletzt wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte.

Erfreulich: Romeo Castelen war erstmalig seit dem 20. September 2009 wieder einmal von Beginn an dabei, und der Niederländer war davon absolut begeistert. Vor dem Anpfiff schüttelte er jedem Bekannten lächelnd die Hand – es war vor nur 1200 Zuschauern (darunter 120 HSV-Fans) das Comeback des Jahres. Um es vorweg zu nehmen: Castelen spielte in den ersten 45 Minuten (so lange dauerte die Partie gegen Berkum) unauffällig.

Der HSV gewann diese Auftaktpartie, die teilweise einem Fehlpass-Festival glich, mit 3:1. Und führte dabei schon nach einer Minute und 39 Sekunden 1:0. Das Tor hatte Hanno Behrens erzielt, er nutzte die gute Vorarbeit von Marcell Jansen. Auch auf der Gegenseite klingelte es entsprechend schnell, denn nach zwei Minuten und 33 Sekunden hieß es schon 1:1. Der umjubelte Torschütze der niederländischen Amateur-Truppe war van der Meule. Er profitierte von einer Fehlerkette des HSV, an der Janek Sternberg, Robert Labus und Jansen beteiligt waren. Ohnehin machte die HSV-Defensive in diesem Kick eine denkbar schlechte Figur.

Und die Niederländer wirkten nicht nur übermotiviert, sie waren es auch. Sie gingen teilweise recht robust, überhart und auch unfair zur Sache. Höhepunkt dieser Treterei war ein böses Foul von van Egmond, der David Jarolim ganz übel von den Beinen holte. Der Tscheche musste einige Zeit behandelt werden.

Das zweite HSV-Tor erzielte Änis Ben-Hatira auf Vorarbeit von Daniel Nagy (13.), das 3:1 markierte Muhamed Besic (28.), der von Jarolim und Ben-Hatira in Co-Produktion bedient wurde.

Zurzeit spielt der HSV gegen den Zweitliga-Klub FC Zwolle. Mit dem Resultat dieses Spiels melde ich mich nach dem Schlusspfiff.

19.39 Uhr

Etwas mehr defensive Leidenschaft

25. November 2009

Eigentlich wollte ich mich heute einem Reizthema widmen, doch das verschiebe ich mal auf morgen, weil ich mich sonst in der Länge dieses Beitrags verzetteln könnte. Stattdessen möchte ich Euch ein paar Eindrücke des heutigen Trainings schildern, das zu den sehenswertesten der vergangenen Wochen zählte.

Zunächst einmal konnte man Mladen Petric länger als eine Stunde mit dem Ball am Fuß bei Einzelübungen beobachten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein weiteres Mal ziemlich überrascht war, wie weit der Stürmer schon zu sein scheint. Ohne in sein operiertes Gelenk schauen zu können, würde ich sagen, dass die Chancen sehr gut stehen, dass Petric noch vor der Winterpause zurück in den Kader kehren wird. Vielleicht ja auch schon ein Tickchen früher als Mitte Dezember. Der Mannschaft würde er als Alternative in jedem Fall gut tun. Und selbst wenn Petric anfangs nur für Mini-Einsätze in Frage käme, beispielsweise für die letzten zehn Minuten, dürfte er „für den Kopf“ des Teams eine viel gewichtigere Rolle spielen.

Das anschließende Trainingsprogramm von Bruno Labbadia hatte es in sich, vor allem, was den Spaß-, Zweikampf- und Teamcharakter betrifft. Nach dem Aufwärmprogramm bat Labbadia seine Mannschaft (erneut gespickt mit zahlreichen Talenten und Nachwuchskräften Christian Groß, Gerrit Pressel, Henrik Dettmann, Hanno Behrens, Maximilian Beister plus Tolgay Arslan und Tunay Torun) in eine Art Fußball-Käfig. Zwei Tore mit zwei Torhütern (Rost und Hesl) im abgesteckten Feld auf ungefähr 15 Metern Länge und acht Metern Breite – und dann ging es im direkten Eins-gegen-eins-Duell jeweils 30 Sekunden hoch her. Die Tore wurden den zwei gekennzeichneten Mannschaften (eine mit roten Leibchen, eine mit gelben) gutgeschrieben. Da war ordentlich Dampf drin. Jerome Boateng saß gegen Joris Mathijsen meistens auf dem Hosenboden. Marcell Jansen feierte gegen David Jarolim einen Hattrick in zehn Sekunden, und Christian Groß (der unheimlich positiv auffiel) landete gegen Eljero Elia einen beeindruckenden 2:1-Erfolg. Da kam Spaß auf, da war Begeisterung spürbar. Anschließend sah der Rasen danach an einigen Stellen aus wie nach einem Regenwurm-Massaker. Und leider gab es auch wieder einen „halben“ Verletzten: Dennis Aogo.

Der Linksverteidiger brach die Einheit wegen einer Verhärtung der hinteren Oberschenkelmuskulatur ab und begab sich in Behandlung. Mal sehen, ob die Physiotherapeuten ihn bis zum Spiel in Mainz wieder auf Vordermann bringen.

Apropos Aogo: Der deutsche U-21-Europameister hat ja eine Einladung aus Nigeria erhalten und steht dort offenbar für einen Platz in der A-Nationalmannschaft zur Disposition. Beim HSV dürfte diese Nachricht zunächst einmal die Alarmglocken schrillen lassen. Natürlich wissen Bruno Labbadia und Co., dass so eine Anfrage aus Afrika für einen Mann wie Aogo eine große Ehre ist. Und natürlich wissen sie auch, dass Aogo abwägen wird, wo er mehr Einsatzchancen hat: in der deutschen A-Nationalmannschaft oder in der nigerianischen. Andererseits würde eine Entscheidung Aogos für Nigeria einige negative Klubfolgen haben, denn neben anstrengenden Länderspielreisen steht ja auch ein Afrika-Cup mitten in der Bundesligasaison an. Und für so ein Turnier gibt es eine Abstellungspflicht.

Nun gut, den Teufel brauchen wir auch nicht gleich an die Wand zu malen. Aogo weiß ja, dass es auch in Deutschland nicht gerade ein Überangebot an gestandenen Linksverteidigern gibt. Und er weiß, dass Joachim Löw ihn bereits seit einiger Zeit beobachten lässt. An Aogos Stelle würde ich noch etwas länger warten als bis zur Winterpause, um diese weit reichende Entscheidung zu treffen. Ich hoffe (natürlich auch aus Hamburger Sicht), dass er sich für den DFB aussprechen wird.

Zurück zum Training heute. In Sachen Tempo, Spaß und Spektakel war das wirklich ordentlich, was Bruno Labbadias Männer da gezeigt haben. Da war Leben drin und keine gedämpfte Stimmung wie noch während des Bochum-Spiels. Manchmal fehlte mir persönlich allerdings der letzte Biss, die letzte Hartnäckigkeit im Verhindern von Toren. Gerade bei solchen Übungen auf engstem Raum kommt es immer wieder zu harten Duellen, auch zu ein paar erzwungenen Stürzen und Tritten, da waren mir die Profis und auch die Nachwuchsleute aber gerade in der Rückwärtsbewegung manchmal etwas zu brav.

Bitte nicht missverstehen: Ich will keine Tretmaschinen sehen, auch nicht zu üblen Fouls animieren (schon wegen der Personalsorgen!), aber wenn alle Spieler so leidenschaftlich und rigoros verteidigen würden wie heute beispielsweise Frank Rost, Marcell Jansen oder Joris Mathijsen, dann hätte der HSV manch Gegentreffer nicht kassiert. Das ist auch ein Aspekt, den Trainer Labbadia meines Erachtens noch mehr in den Mittelpunkt rücken sollte. In Sachen Offensivbegeisterung kann man der Mannschaft ja ohnehin nichts vorwerfen, und hierbei werden die Jungs ja auch immer wieder animiert zu spekulieren, nachzusetzen und Szenen gedanklich erst abzuhaken, wenn der Ball im Toraus oder im Netz gelandet ist. Diese Denkweise muss in der Defensivarbeit auch Einzug halten. Und dabei gilt die gleiche Regel wie im Angriff: Was im Training nicht umgesetzt wird, kann im Spiel auch nicht funktionieren.

PS: Prominente Trainingszuschauer gab es heute übrigens auch: Ex-Profi Stefan Böger (jetzt DFB-Juniorencoach), Hansi Müller und Marcus Marin schauten sich Bruno Labbadias Einheit interessiert an.

17:55 Uhr

In eigener Sache
Pfeil
0  00 : 00 : 00
Tage  Std.  Min.  Sek.