Archiv für das Tag 'Bäron'

Eine Zugfahrt, die ist lustig . . .

16. Dezember 2012

Eine Zugfahrt, die ist lustig,
eine Zugfahrt die ist schön,
denn da kann man fremde Länder
und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die macht müde,
eine Zugfahrt die macht schlapp,
und dann liefert man im Westen
einen miesen Kick nur ab.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist lästig,
eine Zugfahrt ist kein Flug,
fragt der Schaffner nach der Karte
hat man ohnehin genug . . .
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist billig,
eine Zugfahrt die macht krank,
das erklärt dann eine Pleite,
und der Coach sagt: „Vielen Dank!“
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist bieder,
eine Zugfahrt die ist schlecht,
deshalb darf man mal verlieren,
dazu hat man dann das Recht.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die killt Kräfte,
eine Zugfahrt die macht mau,
und dann kickt man eben grottig,
ja so tickt der HSV.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Jetzt wissen wir es. Genau. Der HSV flog in Leverkusen auf die Nase, weil er nicht geflogen ist. Vorher. Er verlor mit 0:3, weil er mit dem Zug nach Leverkusen fahren musste. Und weil die Zugfahrt länger gedauert hat, als man vorher dem Fahrplan entnehmen konnte. Sechs Stunden hat die Fahrt gedauert, ganz sicher ein paar Stunden zu viel – oder? Und diese Stunden rauben dann nicht nur die Kräfte, sondern auch den Willen (zum Killen). Und diese sechs Stunden lähmen nicht nur die Beine, sondern auch die Herzen. Leidenschaft ist nach einer solchen Zugfahrt dann auch nicht mehr zu erwarten. Weil ein jeder, okay, fast jeder, doch nur an die Zugfahrt zurückdenken muss. Und da Männer ohnehin nur eines zur Zeit können, denken sie eben nur an Zug – und nicht an Spiel, Sieg und Leverkusen. Das erinnert mich alles an Jim Knopf, Lukas und an Lummerland, vor allem an die Lummerländer Bergwelt. Die Berg- und Talfahrt des HSV erfuhr mit diesem trostlosen Auftritt im Westen nur noch eine weitere Fortsetzung. Wahnsinn. Jedes Mal, wenn man denkt, es könnte nach ob . . . Ach, lassen wir das.

Zur Erklärung des Themas Bahnfahrt. Trainer Thorsten Fink sagte nach der 0:3-Pleite in Leverkusen in die Mikrofone und Kameras: „Meine Meinung ist, dass die Brasilien-Reise nichts ausgemacht hat. Wir hatten sicherlich am Freitag eine schlechte Anreise nach Leverkusen, dass wir da sechs Stunden im Zug gesessen sind – und dann noch mal die Fahrt zum Hotel . . . Das war vielleicht etwas unglücklich mit der Woche, die wir dann hatten – aber die Brasilien-Reise, so denke ich, hat nichts ausgemacht.“
Aber die sechs Stunden im Zug. Die langten dann.

Wobei, ich schreibe ja gerade diese Zeilen, neben mir läuft das Spiel Hoffenheim gegen Dortmund. Die TSG ist gegenüber dem blutleeren Auftritt in Hamburg nicht wieder zu erkennen, jeder Spieler gibt Gas, geht zur Sache, wehrt sich, tritt kräftig zu. Eine vorbildliche Einstellung, die man in dieser Form bei den Hoffenheimern schon lange, lange nicht mehr gesehen hat. Es geht doch. So spielt man gegen einen Favoriten. Sorry, kommt mir gerade mal so in den Sinn. Muss aber nichts bedeuten.

Zurück zum HSV in Leverkusen. Ein Mann tat mir bei diesem desolaten Hamburger Auftritt ganz besonders Leid: Rene Adler. Der Keeper hatte sich bestimmt in seiner „zweiten Heimat“ besonders viel vorgenommen – und dann lassen ihn seine Vorderleute so etwas von im Regen stehen. Bitter, ganz bitter. Dabei zeigte Adler noch eine sehr gute Partie, er verhinderte ein Debakel. Was allerdings kein Trost sein konnte – für ihn. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, wir standen einfach viel zu weit weg von den Gegenspielern. Wir haben alle Tugenden des Fußballs vermissen lassen, da fehlt mir jedes Verständnis“, schimpfte Adler nach dem Spiel. An dem Brasilien-Trip aber wollte er das Versagen nicht festmachen: „Das war eine gute Reise, jeder hatte seinen Spaß.“ Genau. Und dann fügte Rene Adler noch an: „Bei einer solchen Reise stehen wir Spieler doch in der Pflicht. Da müssen wir mal die Arschbacken zusammenkneifen, da müssen wir runter fliegen, den Job machen und zurück. Und hier dann Bundesliga spielen – am nächsten Tag. Das aber haben wir nicht geschafft, und insofern haben wir hier versagt.“

Von einer Sechs-Stunden-Fahrt im Zug hat Rene Adler, ich weiß nicht, ob es aufgefallen ist – nichts gesagt. Er hat diesen stundenlangen Trip nicht mit einem Komma erwähnt. Und zum Thema Brasilien noch einmal der Trainer: Thorsten Fink hatte vorher gesagt: Man braucht nach so einer Reise acht Stunden, um sich wieder zu erholen – und fertig.“ Genau. Nur dürfen dann, zweieinhalb Tage nach den 48 Stunden, keine sechs Stunden Bahnfahrt mehr dazu kommen.

Aber es ist ja wie es ist. Und nun ist Winterpause. Wundenlecken ist angesagt. Und gesunden. Um dann mit neuem Schwung und neuem Mut gegen diese ominöse Berg-und-Talfahrt anzugehen. Immerhin, und das kann ein Trost für alle diejenigen sein, die vor dem Saisonstart Schlimmstes (mit dem HSV) befürchtet hatten, es stehen 24 Punkte zu Buche. Das bedeutet: Abstieg ist kein Thema. Egal wie schlecht es auch immer laufen wird, oder auch laufen könnte – absteigen wird der HSV nicht. Das ist für mich schon mal beruhigend. Das mit den Ansprüchen lasse ich mal bewusst außen vor. Das wird vielleicht dann auch wieder ein Thema, wenn Petr Jiracek, Marcell Jansen und vor allem Rafael van der Vaart wieder dabei sein werden. Vor allem die „ewige 23“ dürfte allein durch seine Präsenz dafür sorgen, dass sich alle Nebenleute viel mehr zusammenreißen werden – und es solche müden Auftritte wie in Leverkusen nicht allzu oft mehr geben wird.

So, dann gibt es noch ein Stückchen Erinnerungen an „alte“ HSV-Zeiten:

Dank eines Treffers des früheren HSV-Torjägers Paolo Guerrero haben die Corinthians Sao Paulo in Yokohama erstmals das Endspiel um die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Das Tor des Peruaners in der 71. Minute besiegelte einen 1:0 (0:0)-Sieg der Brasilianer gegen den Champions-League-Gewinner FC Chelsea. Vor 56 301 Zuschauern war es bei der Vereins-WM im dritten Finale der dritte Triumph einer Mannschaft aus Brasilien gegen ein englisches Team. Zuletzt allerdings war die Trophäe fünfmal in Folge nach Europa gewandert.

Bereits in der Vorschlussrunde hatte Paolo Guerrero, der seinen Schädel bis auf Schläfenhöhe kahl geschoren hat, per Kopfball den 1:0-Erfolg seines Teams gegen Al Ahly Kairo unter Dach und Fach gebracht.

Und dann gab es heute ja noch die Entlassung auf Schalke, die niemanden mehr überraschen konnte. Huub Stevens, der ehemalige HSV-Coach, ist in Gelsenkirchen vor die Tür gesetzt worden. Nach der 1:3-Pleite gegen Freiburg irgendwie nur logisch – bei dem Vorgeplänkel. Und es bestätigt mich noch einmal in meiner Annahme, dass Schalke kürzlich in Hamburg schon seine Talfahrt abgetreten hatte. Ich habe damals schon geschrieben, dass mich die „Knappen“ beim 3:1-Erfolg des HSV maßlos enttäuscht haben. Und so haben sie dann auch in den folgenden Partien gespielt. Wobei ich zu Stevens sagen muss: Ein guter Trainer, von dem ich noch immer überzeugt bin. Aber menschlich stand er sich mit seiner knurrigen, unbequemen und gelegentlich auch giftigen Art zu oft selbst im Wege. Deswegen bin ich gespannt, welcher Bundesliga-Klub nun den nächsten Versuch mit ihm wagen wird.

Dann gibt es noch das Buch-Gewinnspiel aufzuklären. Wer sich erinnern kann: Es gab in dieser Woche zwei Exemplare des HSV-Foto-Buches „Mythos HSV“ (von Thomas Metelmann und Hans Vinke herausgegeben) zu gewinnen.

Es wurde eine Frage gestellt:

Welche HSV-Spieler wurden im letzten Bundesliga-Aufeinandertreffen mit dem VfB Leipzig ausgewechselt?

Die Antwort: Das waren Thomas von Heesen und Karsten Bäron.

Die Gewinner sind ermittelt, es gab (erstaunlich, erstaunlich!) viele, viele User, die dieses Buch gewinnen wollten.

Hier nun die Glücklichen HSV-Fans:

Jens Reimer Schinkel in 55124 Mainz

sowie

Eberhard Stamms in Dessau-Roßlau.

Herzlichen Glückwunsch. Mit dem Gewinnspiel geht es schon in den nächsten Tagen weiter, denn es geht bereits am 20. Januar weiter mit der Bundesliga. Dann gastiert der HSV in Nürnberg (sonntags). Eine Woche später folgt dann das erste Erstliga-Spiel 2013 im Volkspark, es kommt der Nachbar von der Weser. Und zu dieser Partie gibt es dann auch die beiden Fragen und die beiden Gewinne.

So, und nun zum Schluss noch einmal ein kräftiges Dankeschön an Carl-Edgar Jarchow. Herr Jarchow, nicht nur Ihr Auftritt bei „Matz ab live“ war klasse und sehenswert, auch dass Sie uns mit ihrem Besuch – so kurz vor dem Weihnachtsfest – im „Champs“ (Schnelsen) beehrt haben, ist eine Super-Sache gewesen. Dafür auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön – wir wissen das zu würdigen! Und weil ich mehrfach (auch heute noch!) gefragt worden bin, ob Carl-Edgar Jarchow wirklich nicht „sauer“ auf „Scholle“ und mich war, oder er überhaupt missgelaunt war, dann kann ich nur sagen: nein. Wenn überhaupt ein wenig zu „merken“ war, dann lag es sicher nur an dem saft- und kraftlosen 0:3-Auftritt des HSV in Leverkusen. Da darf dann – in meinen Augen – ein Klub-Boss sehr wohl schon mal ein wenig verärgert durch die Welt laufen – auch durch eine „Matz-ab-live“-Sendung natürlich. Alle diejenigen, die sich diese Sorgen aber um Jarchow und uns gemacht haben sei nochmals versichert, dass der Herr Jarchow unserem Blog („Matz ab“) sehr wohl gesonnen ist – der Chef liest nämlich mit.

Ich wünsche nun allen Matz-abbern und ihren Lieben noch einen schönen dritten Advent, auch wenn nicht mehr ganz so viel davon übrig geblieben ist.

PS: Dortmund führt zurzeit in Sinsheim gegen Hoffenheim mit 3:1. Trotz der großartigen Gegenwehr der TSG.

17.07 Uhr

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