Hitzefrei. Das hätte was. Hab ich mir jedenfalls für mich so gedacht. Dass dem mitnichten so würde – war klar. Und auch Trainer Thorsten Fink schien sein Pensum am heutigen Trainingstag den Temperaturen nicht wirklich anpassen zu wollen. Im Gegenteil: Mit hartem Zirkeltraining schien er den einen oder anderen Profi (Beister, Skjelbred) schon am Vormittag in die Knie zu zwingen. Ein Härtetest – zumal der Survival-Trip nach Schweden unmittelbar bevorsteht. Eine Reise, die der Mannschaft hoffentlich das lehrt, was sie in der Saison brauchen wird: Willen.
Wobei Fink den bei seiner Mannschaft erkannt hat. Immer wieder betont der Trainer, dass die Mannschaft charakterlich wachse und während der bisherigen Vorbereitung – insbesondere beim Peace Cup in Südkorea – den absoluten Willen zu Siegen gezeigt hat. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, wird der HSV-Trainer nicht müde zu wiederholen – und heute hatte er tatsächlich mal richtig Grund zur Freude. Denn mit Milan Badelj und dessen Klub Dinamo Zagreb ist Einigkeit erzielt worden. Der 23-Jährige, der gestern durch ein eher glückliches 3:2 in die nächste Champions-League-Quali-Runde eingezogen ist, unterschreibt demnach in den nächsten tagen einen Dreijahresvertrag beim HSV. Der Haken dabei: Badelj soll für Zagreb noch die weiteren Quali-Spiele spielen. „Wir sind uns grundsätzlich einig, dass Badelj spätestens zum 30. August zu uns wechselt“, ließ HSV-Mediendirektor Jörn Wolf vom Sportchef Frank Arnesen ausrichten, der heute erst um 12 Uhr aus Zagreb zurückgekehrt war. Am Dienstag hatte sich der Däne in Zagreb mit den Verantwortlichen getroffen, nachdem Fenerbahce Istanbul dem Vernehmen nach Badelj ein besseres Angebot als der HSV unterbreitet haben sollte. Arnesen verhandelte – offenkundig erfolgreich – und sah sich am Abend noch Badelj live im Quali-Spiel gegen den bulgarischen Klub Ludogretz Razgad an, in dem sich Zagreb nur knapp mit 3:2 einer Blamage entziehen konnte.
Dennoch, Badelj spielte gut. Im Internet war das Spiel live zu sehen und auch heute noch könnt Ihr Euch die entscheidenden Szenen ansehen – an den Badelj allerdings nicht beteiligt war. Dennoch agierte der Kapitän auch als solcher und übernahm bei den Kroaten im Mittelfeld das Kommando. Ohne selbst zu hohes Tempo zu besitzen, agierte Badelj als Taktgeber. „Ich werde erst etwas über ihn sagen, wenn der Vertrag unterschrieben ist“, ließ sich Fink heute kein eigenes Statement zum ersten Mittelfeldzugang entlocken.
Und obwohl der HSV weiter alles daran setzt, seinen Neuen möglichst bald in Hamburg präsentieren und vor allem in die Mannschaft einbauen zu können, scheint es schwierig zu werden. Trotz der stolzen Summe von nunmehr 4,5 Millionen Euro Ablösesumme muss der HSV warten, hat sein Glück nicht selbst in der Hand. „Hab Geduld, wir arbeiten alle emsig an unserer Zukunft und haben einen Plan“, hatte Fink mir gestern gesagt und er fügte heute hinzu: „Wir machen das Richtige. Und wenn es erst etwas später etwas wird, dann ist das so. Aber uns ist der Charakter sehr wichtig, wir wollen eben keine Söldner. Deswegen dauert es etwas länger.“
Nur, wie lange hat dieser HSV noch Zeit? Am 19. August steigt der Pokalfight beim Drittligisten Karlsruher SC. Das sind noch 24 Tage. Eine Woche später ist Bundesligaauftakt – und bis dahin dürfte Fink Probleme bekommen, seine Mannschaft mit Badelj und all den Neuen, die dann noch kommen sollen (meiner Meinung nach müssen!) einzuspielen. Oder soll der jetzige Stamm die von allen Trainern und Spielern als so besonders wichtig titulierte Startphase meistern?
Hoffentlich nicht.
Denn bislang hat die Mannschaft, und das ist kein Schwarzmalen sondern ein bedachter Hinweis, an Qualität eingebüßt. Das ist so. Und das wissen auch beim HSV alle. Dass ein Töre für rund sechs Millionen Euro verkauft wurde ist okay, wenn man bedenkt, dass der Deutsch-Türke bis zum Schluss Probleme hatte, sich zu integrieren – zumindest sportlich. Dass heute Macauley Chrisantus zum Medizincheck nach Las Palmas geflogen ist, ist bei rund 50000 Euro Ablösesumme vielleicht eher eine Randnotiz. Der Verkauf von Paolo Guerrero indes nicht. Rund fünf Millionen Euro kassierte der HSV. Die 50 Prozent Verkaufsbeteiligung von Chelsea an Töre einberechnet, kassierte der HSV somit rund acht Millionen Euro. Und ziemlich genau diese Summe verschlingen die Transfers von Artjoms Rudnevs und Milan Badelj. Und auch wenn ich der HSV-Führung recht gebe, dass sowohl Töre als auch Guerrero nicht zwingend einfach zu führende Spieler waren – ob der HSV dadurch stärker geworden sind, mag ich noch nicht abschließend zu beurteilen. Finanziell bleibt allerdings kaum noch etwas übrig, da auch das 3,5-Millionengehalt Guerreros auf Rudnevs und Badelj aufgeteilt wurde. Die 220000 Euro Jahresgage Töres fällt da eher weniger ins Gewicht.
Dennoch plant der HSV noch einen guten Zehner zu holen. Nachdem ich heute erneut einen Anruf bekommen habe, in dem mir mitgeteilt wurde, dass Michael Ballack in der Stadt ist, muss ich eines klarstellen: Michael Ballack hatte vor einigen Jahren tatsächlich engeren Kontakt zum HSV, wechselte damals aber zu Bayer Leverkusen. Und das, obwohl er damals wie heute eine Wohnung in der Hafencity besaß. Insofern, das lassen auch die Auskünfte des HSV vermuten, ist Ballack nicht die Lösung auf der Zehn.
Aber wer weiß. Auch Raffael, der für zehn Millionen Euro (plus eine Erfolgsprämie bis zu vier Millionen!!!) nach Kiew wechselt, wurde zunächst ausgeschlossen und war dann wieder Thema.
Allerdings glaube ich nicht an die Lösung mit einem Spieler, dem von vielen Seiten nur noch bedingte Bundesligatauglichkeit attestiert wird. Ich bin hier in der Formulierung bewusst vorsichtig, weil ich Ballacks Fitnessstand nicht beurteilen kann – aber wirklich positive Stimmen sind zu der Personalie nicht zu vernehmen.
Dennoch bleibt es für mich die Personalie schlechthin: die Zehn. Denn selten beim HSV habe ich eine Vorbereitung miterlebt, in der sich so viel Hoffnung auf eine neue Personalie stützte. Und ehrlich gesagt, macht mich das sehr, sehr skeptisch. Denn was soll ein einzelner Spieler leisten, um den großen Erwartungen gerecht werden zu können. Einen Platz in den Top-Ten geben die Verantwortlichen intern als Ziel aus. Allerdings, und da wiederum bin ich mir sicher, reicht dafür nicht Badelj und ein Zehner – dafür muss der HSV insbesondere in der Innenverteidigung und im Sturmzentrum zulegen.
Wenn das mit Bordmitteln gelingt – okay. Aber danach sieht es momentan eher nicht aus. Leider nicht.
Gute Nachrichten kommen dagegen von Tomas Rincon, dessen Schienbeinverletzung nicht operiert werden muss. Der Venezolaner soll konservativ behandelt werden und muss so „nur“ noch gut sechs Wochen pausieren. Und im Gegensatz zu Zhi Gin Lam (Fink: „Er soll sich hier optimal vorbereiten und auskurieren, damit er möglichst bald wieder angreift“) reist Rincon sogar mit in die schwedische Wildnis.
Allerdings stehen noch zwei wichtige Einheiten bevor. Die erste steigt morgen um zehn Uhr an der Imtech-Arena, die zweite am Abend um 18.30 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt beim Test gegen die dort beheimatete Eintracht. „Ich werde abends jeden eine Halbzeit spielen lassen“, so Fink.
In diesem Sinne, bis morgen. Vielleicht ja schon mit dem neuen Zehner? Es wäre zu schön…
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Heißt es im Volksmund. Ist wohl auch was dran. Aber ich kann mich erinnern, dass wir im Kollegenkreis so gut wie fassungslos waren, als wir am Donnerstag von der deutschen Aufstellung für das Italien-Länderspiel erfahren hatten. Und ich bin mir sicher, dass wenn der Bundestrainer seine 20 Millionen „Kollegen“ im Lande gefragt hätte, dass er mindestens zehn Millionen Einsprüche gegen diese Elf geerntet hätte. Wenn nicht noch viele, viele mehr. Nun gut, es ist jetzt ohnehin nicht mehr zu ändern, aber was nun im „Nachhinein“ auf „Jogi“ Löw einprasselt, das hätte ich nicht vermutet. Vor dem Halbfinale wurde er in ganz Deutschland als „Über-Jogi“ gefeiert – und nun hat er mit einem Spiel plötzlich soooooo viele Gegner gewonnen. Eine höchst zweifelhafte „Ehre“. Und wer da nicht alles was zu sagen hat. Ballack, Thon, Schumacher und, und, und. Besonders die ehemaligen Nationalspieler äußern sich ja jetzt sehr, sehr kritisch. Bin gespannt, wann in diese „Hetze“ auch noch der eine oder andere Bundesliga-Trainer mit einsteigen wird.
Mein Freund Klaus ist ja einer von den 20 Millionen Bundestrainern hierzulande. Er sagte mir heute am Telefon: „Ich würde jetzt Matthias Sammer als Bundestrainer bringen. Bei dem wären solche Fehler ganz sicher nicht vorgekommen.“
Mag ja sein, aber dafür passieren dem dann eben andere Fehler. Wer ist schon fehlerfrei? Ein Bundestrainer sicher nicht. In Deutschland gab es jedenfalls noch keinen fehlerfreien Bundestrainer. Um noch einmal kurz meine Meinung in Sachen Italien-Aufstellung einfließen zu lassen: Podolski, Gomez und Kroos hätten bei mir nicht gespielt. Und wenn man ganz, ganz ehrlich ist, dann gehörte auch Schweinsteiger nicht mehr in diese Mannschaft, denn der war bei dieser EM nie bei 100 Prozent. Zu keiner Phase.
Irgendein schlauer Mensch hat kürzlich, weit vor dem Italien-Spiel, zu mir gesagt: „Der hat nach seiner langen und schweren Verletzung beim FC Bayern viel zu früh wieder angefangen. Der sollte gegen diese verdammten zweiten Plätze ankämpfen, aber das ist ja bekanntlich gescheitert. Damit jedoch ist er verheizt worden, sodass er bei dieser EM nur mit höchsten 60 Prozent dabei war.“
Kann ja sein. Eventuell waren bei Schweinsteiger aber auch ganz besonders die drei zweiten Plätze des FC Bayern zu spüren, bei ihm haben sie eventuell doch mehr Wirkung gezeigt, als er, als der DFB und als „Jogi“ Löw zugeben wollen. Natürlich gehört Schweinsteiger in die deutsche Nationalmannschaft, natürlich gehört er auch zu den festen Größen des europäischen Fußballs, aber man muss eben auch mal „nein“ sagen können. Schweinsteiger selbst aber sagte vor dem Italien-Spiel: „Ich bin fit.“ Wie bitte? Durch einen Crash-Kurs? Er mag schmerzfrei gewesen sein, aber ganz sicher nicht fit. Und ich bin gespannt, wie lange es in der kommenden Saison dauern wird, bis der „Schweini“ wirklich wieder zu hundert Prozent fit ist. Aber wenn es ein solches Vertrauensverhältnis zwischen Spieler und Bundestrainer gibt, wie es offensichtlich der Fall ist, dann hätte Löw seinem Star vielleicht in einem Vier-Augen-Gespräch klar machen müssen, dass es für die Mannschaft diesmal besser ist, ohne ihn . . .
Aber das ist vielleicht auch ein wenig zu viel verlangt. Und warum bei Schweinsteiger anfangen, wenn schon Podolski und Gomez „mittun“ dürfen? Ich wurde ja bei „Matz ab“ ausgelacht, als ich kürzlich schrieb, dass mir der FC Arsenal Leid täte. Weil die Engländer einen Mann gekauft haben, der seine Zukunft schon hinter sich hat. Da bin ich auch mal gespannt, wie sich das so auf der Insel entwickelt. Sehr, sehr, sehr gespannt sogar. Ich habe das Gefühl, dass Podolski unter die Denker gegangen ist. Er denkt zu viel über sein Spiel nach, statt wie früher unbekümmert den direkten Weg zum Tor zu suchen. Ich jedenfalls war total entsetzt über diese EM-Vorstellung des Kölners, besonders natürlich über diese 45 Minuten gegen Italien. Außer einem Foul von ihm habe ich nichts gesehen.
Nun gut, jetzt bin ich auch noch einmal mittendrin statt nur dabei. Interessant fand ich, was ZDF-Experte Oliver Kahn (43), Vize-Weltmeister von 2002 und dreimaliger „Welttorhüter des Jahres“, im Gespräch mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein zum deutschen Scheitern im EM-Halbfinale gesagt hat. Da war nämlich enorm viel Kluges und Wahres dabei:
„Was ich in den letzten Jahren beobachtet habe, ist so ein bisschen das Verleugnen ganz wichtiger, ganz zentraler Tugenden und Werte, die den deutschen Fußball früher ausgemacht haben – Grundeinstellungen wie Zweikampfhärte, Wille, Leidenschaft, Einsatz. All das hat bei der deutschen Mannschaft diesmal gefehlt. Wir tun so seit einer gewissen Zeit, ca. seit 2006, als bräuchten wir all diese Tugenden nicht mehr, als könnten wir alles immer ganz leicht, spielerisch lösen. Man hat gerade in diesem Spiel gesehen, wie wichtig diese Dinge sind. Eine dieser Tugenden heißt: Verantwortung übernehmen. Wenn es 0:1 oder 0:2 steht, wo ist dann der Spieler, der Verantwortung für das Team übernimmt…?“
Oliver Kahn sagte auch:
„Es ist oft von den ‚flachen Hierarchien’ im deutschen Fußball die Rede. Der Nachteil dabei ist, dass die Spieler nicht zur Verantwortung erzogen werden. Und genau das hat in diesem Spiel letztlich gefehlt. Wir sollten uns auf die alten Tugenden besinnen, die den deutschen Fußball groß gemacht haben. Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie wir die modernen Facetten des Fußball, die Spielphilosophie mit den alten deutschen Tugenden verbinden können.“
Und dann gab es noch eine kleine Kritik an Löw:
„Diesmal hat das Konzept, das der Bundestrainer sich ausgedacht hat, alles andere als funktioniert. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft in diesem taktischen System noch nie zusammengespielt hat. Kroos hatte die Aufgabe, Pirlo fast schon in Manndeckung auszuschalten. Das hat dazu geführt, dass sich Özil und Kroos fast immer auf den Füßen gestanden haben. Özil hat auch versucht, das Zentrum zu besetzen. Damit waren zwei in der Mitte, und die ganze rechte Seite blieb dann praktisch frei.“
Dabei waren dem früheren Welttorhüter auch folgende Dinge nicht verborgen geblieben:
„Wenn dann noch solche Fehler im Defensivbereich gemacht werden, eigentlich einfache, unverständliche Fehler, Konzentrationsfehler, dann muss man sich nicht wundern, wenn man gegen so eine hoch motivierte Mannschaft wie die Italiener rausfliegt. Fußball ist ja zunächst einmal ein Fehlervermeidungsspiel. Es geht darum – gerade auf diesem Niveau – so wenig Fehler wie möglich zu machen. Wenn Du natürlich solche Klopse machst wie die deutsche Mannschaft im Defensivbereich, die Italiener geradezu dazu einlädst, die Tore zu erzielen, dann wird es natürlich sehr schwierig.“
Alles war recht ist, aber da hat Kahn schon viel Wahres gesagt. Ich habe ja auch bei „Matz ab live“ unseren Gast Lotto King Karl gefragt, ob Deutschland nicht auch der eine oder andere „harte Hund“ (einer wie der Spanier Ramos, wie van Bommel bei den Niederländern) fehlt? Mein Kollegen „Scholle“ hat mich ausgelacht, als ich meine Bedenken über unsere Innenverteidigung äußerte. Badstuber und Hummels wollen Fußball spielen. Deutschland war und ist stolz darauf, nur noch ganz wenige Fouls zu begehen – aber was nützt einem ein Fairness-Preis, wenn man die großen Titel nicht gewinnt? Balotelli ist eine richtige Kante, der zur Not auch durch Betonwände marschiert – mit dem Kopf voran. „Scholle“ aber sagte zu mir: „Ach was, der Balotelli ist doch auch kein Überflieger, der hat doch keine überragende Saison gespielt. Nein, nein, den legen die Deutschen schon an die Kette . . .“
Wie Kahn schon sagte: deutsche Tugenden. Ich weiß, ich weiß, keiner kann das mehr hören. Aber fehlt uns nicht so einer wie der frühere Stuttgarter „Eisenfuß“ Karlheinz Förster? Oder Jürgen Kohler? Oder ein Willi Schulz? Von dem hieß es stets: „Wer an Schulz vorbeikommt, hat selber schuld.“ So richtige „Hacker“ gibt es doch heute gar nicht mehr. Einen „Treter“, der schon beim Auflaufen die Ellenbogen ausfährt. Der einem Angst und Schrecken einjagt, wenn man ihn nur sieht. Die deutschen Abwehrspieler wollen „nur spielen“. Um keine Freistöße in Tornähe zuzulassen. Mag ja sein, dass so etwas auch ganz gut ist, aber einen Balotelli bekommt man nur zufassen, in dem man ihm auch mal die Kante gibt. Ohne unfair zu sein – einfach nur mit gesunder Härte. Spanien hat diesen Ramos, und der wird dem Balotelli schon zeigen, wo Bartel den Most holt.
Und so sehr ich es auch begrüße, dass in Fußball-Deutschland den jungen Leuten, sogar den ganz jungen Leuten das Fußball „spielen“ beigebracht wird – es dürfte auch schon der eine oder andere Hauch von Härte vermittelt werden. Heute sind die jungen Fußballer, die kurz vor den Bundesligen stehen, alle super und großartig mit viel, viel Technik ausgebildet, aber einen Schuss sollte irgendwann doch auch mal wieder ein Thema werden. Die Mischung macht’s.
Um noch einmal kurz auf Oliver Kahn zurückzukommen: Er war trotz allem nur zweiter Sieger bei dieser EM, denn sein frühere Kollege Mehmet Scholl, der war bei der ARD der große Gewinner dieser EM. Trotz des „Wundlegens“ mit Gomez. Was Scholl alles während dieser Meisterschaft an fußballerischen Weisheiten verkündete, wie er fußballerische Feinheiten aufklärte und erklärte, das war erste Sahne. Der Mann hat es drauf, und ich kann dem großen Trapattoni nur beipflichten: „Scholl wird mal ein großer Trainer.“
Und wo ich gerade bei Irland (Trapattoni) bin. Die Uefa wird den „irländischen“ Fans (würde Rudi Völler sagen, ich kann es mir nicht verkneifen!) einen Sonderpreis verleihen – weil diese Anhänger während der EM-Tage so positiv aufgefallen sind. Die haben gesungen, geschunkelt, gefeiert – obwohl die Iren nur verloren haben. Irlands Ikone Roy Keane waren die grünen Partys nach Niederlagen allerdings ein großer Dorn im Auge. Er sagte während der EM: „Ich denke, die Spieler und Fans müssen ihre Mentalität ändern. Lasst uns nicht gegenseitig verarschen, die Anhänger wollen ihr Team gewinnen sehen. Wir sind ein kleines Land, aber lasst uns hin und wieder nicht nur mit dem Rumgesinge zufrieden geben.“ Was der ehemalige Kapitän der irischen Nationalmannschaft jetzt wohl sagt, dass Irland nun noch einen Preis für das Rumgesinge erhält. Wird Keane eventuell am Fußball generell zweifeln? Vielleicht. Ich aber habe mir damals schon gedacht: Jetzt dürfen die Fans schon nicht mal mehr singen, schunkeln und feiern. Sind zuschlagende Krawall-Brüder denn doch erwünschter? Oder wie kann man sich den idealen Zuschauer denn „schnitzen“? Schlagen sollen sie nicht, singen, schunkeln und feiern sollen sie auch nicht – eines Tages, da bin ich mir sicher, werden wir schon noch den „idealen Fan“ haben. Ob ich das allerdings noch erlebe, das bezweifle ich doch stark.
So, ansonsten bin ich froh, dass wir morgen den letzten EM-Tag vor uns haben. Nicht wegen der EM an sich, nein (es hat doch viel Spaß gebracht), sondern deswegen, weil einen Tag später der HSV in die neue Saison starten wird. Herrlich. Wunderschön. Endlich. Die Bundesliga hat uns wieder. Natürlich nicht gleich und sofort, aber den Hauch davon erleben wir auf jeden Fall schon mal. Und wenn dann noch der eine oder andere neue Spieler nach Hamburg kommen wird, dann sieht die ganz Geschichte ja auch schon wieder viel freundlicher (für den HSV und seinen Anhang) aus.
Zur Erinnerung: Morgen, nach dem EM-Finale zwischen Spanien und Italien, ist „Matz ab live“ wieder in Schnelsen und damit im „Champs“ zu Gast, und wir haben zwei besonders tolle Gäste: HSV-Kapitän Heiko Westermann und HSV-Heimkehrer Maximilian Beister. Ich freue mich – auch auf euch, wenn ihr wieder dabei seid. Ansonsten muss ich zugeben, dass ich gesundheitlich ein wenig schwächele – Magen-und-Darm-Grippe, aber volle Delle, den ganzen Tag im Bett. Und wir hatten so viel Sonne heute. Aber das sind wohl Nachwirkungen des deutschen EM-Aus . . .
Ist ja EM. Und ich habe gerade – per Zufall und wieso auch immer – in der Redaktion ein altes Bundesliga-Sonderheft in die Hände bekommen. Eines von der Saison 2010/11. Als ich darin blätterte, las ich eine Überschrift von einem Interview mit Rudi Völler. Der Sportchef von Bayer Leverkusen gab da den gewagten Satz von sich: „Michael Ballack wird der ganzen Liga guttun.“ Tat er aber dann doch nicht, wie wir heute wissen. Und dabei hätten viele HSV-Fans den Herrn Ballack doch so gerne in Hamburg und beim HSV gesehen. Aber, und nun zur EM, was stört uns dieses Geschwätz von gestern? Auch die ganz Großen können sich irren. Wie auch die Kleinen: Ich habe mich ja jetzt ein weiteres Mal geirrt, denn ich habe nicht an einen deutschen Sieg gegen Portugal geglaubt. Es war zwar eng, aber die Löw-Truppe hat gewonnen – also lag ich daneben. So geht das im Fußball. 1:0-Siege, so heißt es in unserem Sport, sollen die schönsten sein. Und obwohl es ja viele Sportsfreunde hierzulande gibt, die der deutschen Mannschaft ein schlechtes Spiel attestieren – ich halte dagegen. Deutschland hat das Spiel gemacht, die Portugiesen haben Beton mit ein wenig härterer Härte angemischt.
In der Totalen im Fernsehen sah man es oft eindrucksvoll: alle Portugiesen im und am eigenen Strafraum. Und die Deutschen, die mit vier, fünf, sechs oder gelegentlich mit sieben Mann angriffen, bissen sich immer wieder fest. Räume dicht. Und mit Mann und Maus kann man gegen diese Portugiesen eben nicht stürmen, denn dann läuft man ins offene Messer. Habt ihr noch in Erinnerung, wie Ronaldo einmal Mitte der zweiten Halbzeit auf links abging? Wie Schmidts Katze. Wie von einem anderen Stern. Hat er den Raum, ist er nicht zu stoppen. Deswegen war dieses Spiel so gefährlich für die DFB-Auswahl. Seien wir alle zufrieden, dass es am Ende einen 1:0-Sieg gab – ich hätte auch mit einem 0:0 gut leben können. Zumal es einige deutsche Spieler gab, die lange nicht ihre 100 Prozent abgerufen haben: Lukas Podolski war bei 60 Prozent (höchstens), Bastian Scheinsteiger bei 70 Prozent (höchstens), Philipp Lahm bei 80 Prozent (allerhöchstens – oder allerhöökschtens, wie Löw sagen würde). Da muss es noch einige gewaltige Steigerungen geben. So wie die von Mats Hummels, der der überragende Mann im deutschen Team war. Zum Glück hatte Löw nicht auf per Mertesacker gesetzt – dann hätte ich auch am Bundestrainer arg gezweifelt.
Wobei, das muss ich schon zugeben, ich nach dem Spiel auch noch etwas andere Sorgen hatte. Die mit „Matz ab live“. Da hatten wir ja mit dem ehemaligen HSV-Profi Detlef Spincke und dem Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, Eberhard „Eddy“ Münch (auch Gründungsmitglied Eintracht Norderstedt, Mitglied im DFB-Sozialausschuss, und, und, und), zwei sehr gute, ich möchte fast sagen überragende Gäste, die viele großartige Sachen über den Fußball zu sagen hatten. Aber am Übertragungsort wollte natürlich gefeiert werden. Da kamen sich dann Disk-Jockey, Musik und „Matz ab live“ mitunter – und nach meiner Meinung zu oft – in die Quere. Ich gebe zu, ich wollte schon während der „Sendung“ einige Male hinschmeißen, und ich hatte auch danach einen total dicken Voll-Hals. Das drückt sich dann wie folgt aus: Mikrophon von Kopf und Mund genommen, Lederjacke angezogen, den beiden Technikern des Abendblattes die Hand gegeben (Danke und tschüs) – und weg. Es hat keine Minute gedauert, bis ich das Lokal verlassen hatte und im Auto saß. Und wenn ich zum Schluss gesagt habe, dass das die letzte Sendung gewesen sei, so war das lediglich und nur für diesen Ort gedacht. Wir werden uns etwas anderes einfallen lassen (müssen), so geht es jedenfalls nicht.
Obwohl ich auch zugeben muss, dass ich „volles“ Verständnis habe für die Fans. Die jubeln während des Spiels mit, die haben „VUwe-VUwe-Seelas“ (die Dinger aus Südafrika!), Trompeten, Tröten und Rasseln mitgebracht, die schreien und ein pfeifen und sind – wie wir – in Deutschland–Trikots gekommen, die wollen natürlich feiern. Die wollen dann auch die Sau rauslassen. Nach einem Sieg und zehn Bier. Und dann kommen wir und – bitten um Ruhe. So geht es natürlich auch nicht. Und das müssen wir schon auf unsere Kappe nehmen, ganz klar. Falsch gedacht und falsch geplant.
Obwohl, und dann ist auch Schluss mit diesem Thema, „uns Scholle“ sagt, alles sei vorher – das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis – mit dem Wirt abgesprochen gewesen. Was für mich aber total egal ist. Du kannst einfach keine bierseligen Fans mit einem Knopfdruck abschalten. Ich mag aber, das sei noch gesagt, Wolfgang Petry – auch richtig schön laut. Das war ja unser „Rausschmeißer“. Und Ende.
Zum Fußball. Fast jedenfalls. Ist ja EM. Und Frau M. hat sich natürlich auch Deutschland gegen Portugal angesehen. Wir sprachen spät in der Nacht noch drüber. Sie: „Ich verstehe nicht, dass diese Sache mit Boateng und er Gina-Lisa so im Mittelpunkt steht. Als gäbe es keinen Fußball . . .“ Und was sagst du so zum Spiel? Frau M.: „Cristiano Ronaldo, der gefällt mir. Ein toller Spieler. Und sieht nebenbei auch gut aus. Und dass der ein so großer Star ist, das merkt man ihm nicht an, der meckert doch nie, der ordnet sich total unter – da ist nichts von Star-Gehabe oder Arroganz erkennbar. Toller Mann und toller Spieler.“ Und ein Deutscher? Gibt es auch einen deutschen Nationalspieler, der dir gefällt? Frau M.: „Ja, du wirst es vielleicht nicht glauben, aber das ist der Mesut Özil.“ Wieso der? Frau M.: „Der spielt klasse, wie der mit dem Ball umgehen kann – wie kein anderer Deutscher. Und trotz der Tatsache, dass er ja eigentlich ein Star ist, der bei Real Madrid spielt, ist er immer auf dem Teppich geblieben. Der ist kein Lautsprecher, im Gegenteil, der ist immer still und bescheiden – der gefällt mir in seiner Art einfach, der ist großartig.“
Vielen Dank für diese kleinen weiblichen EM-Randaspekte, Frau M.
Mir hat ja, um beim Thema zu bleiben, stets Mehmet Scholl gut gefallen. Als Spieler, aber auch als ARD-Experte ganz besonders. Er spricht Klartext mit einer gehörigen Portion Schalk im Nacken, mit einer Prise Ironie und mit viel fußballerischem Sachverstand. Gefällt mir, diese Mischung. Während seiner Zeit als Nationalspieler habe ich ihn ja kommen und gehen gesehen (bei der Nationalmannschaft), hatte aber nie auch nur annähernd ein gutes Verhältnis zu ihm. Zum Beispiel gab es mit ihm nie ein Einzelgespräch für mich. Und wenn wir uns mal zufällig im Hotel über den Weg liefen, dann blickte er stets zu Boden – und husch, weg war er. Nicht etwa, weil er so schüchtern war oder ist. Das ist er nämlich ganz sicher nicht Er ist nur ein Mensch, der mit der Presse und den dazugehörigen „Fuzzis“ nicht viel zu tun haben wollte. Deshalb machte er immer einen ganz großen Bogen um uns (Journalisten). Ähnlich wie Oliver Kahn, der ja ohnehin nur mit den ganz großen Illustrierten sprach – wenn er sich überhaupt einmal dazu herunter ließ. Okay, gelegentlich kam er zu Pressekonferenzen, da durfte ich ihm dann auch die eine oder andere Frage stellen – aber das war es dann auch schon. Kurios ist für mich nur, dass zum Beispiel diese beiden medienscheuen Spieler, Kahn und Scholl, jetzt nicht nur die ganz großen Fußball-Experten für ARD und ZDF sind, sondern dass sie auch fleißig Reklame machen. Werbung mit Scholl und Kahn ist „in“, läuft auf allen Kanälen. Ich jedoch frage mich, warum ich ausgerechnet das kaufen sollte, was mir zwei „Jungs“ anpreisen, die mit dem „Fußvolk“ eigentlich nie so richtig etwas zu tun haben wollten. Aber Werbung ist wohl so.
Um auf Mehmet Scholl zurückzukommen: Als ARD-Mann neben dem von mir sehr geschätzten Reinhold Beckmann hat der „liebe Scholli“ die Einsatzbereitschaft von Mario Gomez beim Auftaktsieg der DFB-Elf gegen Portugal hart kritisiert – wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt: „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss“, sagte Scholl nach dem Portugal-Spiel in der ARD: „Es war zwischenzeitlich wirklich extrem, wenn man geschaut hat, dass die Mittelfeldspieler, die Abwehrspieler, sie wollten nach vorne spielen, sie wollten in die Spitze spielen. Aber da war keiner. Und das ist immer die Frage, wie lange hält eine Mannschaft so was aus.“
Wenn Gomez dann nicht treffe, gehe die Diskussion los. „Das könnte er ganz einfach vermeiden, in dem er einfach mehr tut fürs Spiel“, befand Scholl und wünschte sich einen lauffreudigeren Auftritt des Angreifers mit einer Torquote von 45 Treffern in 58 Pflichtspielen in dieser Saison.
„Man braucht heutzutage Stürmer, die auch nach hinten laufen. Das gibt es eigentlich im modernen Fußball nicht mehr, dass ein Spieler einfach nur zentral bleibt, keinen Ball kurz haben will, sondern nur irgendwo auf Flanken hofft, oder auf einen Laufweg, der sich auftut hofft, oder auf eine freie Straße, die er benutzen kann. Insgesamt ist das zu wenig“, erklärte Scholl, in der neuen Saison Trainer der Amateure beim Gomez-Club FC Bayern.
Oha. Zwei Münchner bei der EM. Aber diese beiden Münchner werden sich schon demnächst auch wieder beim FC Bayern über den Weg laufen. Wie sie sich dann wohl begegnen werden? Da scheint dicke Luft programmiert zu sein. Wobei ich ganz klar sagen möchte, dass Scholl auch in diesem Fall nicht so falsch liegt. Und ich finde es einfach klasse, dass er es auch schonungslos ausspricht, obwohl er damit einen Vereinskollegen kritisiert. Ohnehin halte ich Scholl in Sachen Experte für den besseren Mann – gegenüber Kahn. Um da mal klar Stellung zu beziehen.
Kurze Randnotiz während der EM: In Polen gibt es ja, von Nationaltrainer Franciszek Smuda eventuell in die Welt gesetzt, das Gerücht, dass nach diesem Turnier die Dortmunder Jakub Blaszczykowski, Lukasz Piszczek und Robert Lewandowski (Manchester United bietet angeblich 18 Millionen Euro für ihn) keine Dortmunder mehr seien werden. Was unglaublich hart für den Meister wäre, keine Frage. Aber es ist eben alles auch eine Sache des Preises. Und der Schmerzgrenze. Dortmund seinerseits soll sich nun auch in den Kampf um Edin Dzeko (Manchester City) eingeschaltet haben – zuletzt waren die Bayern sehr um den ehemaligen Wolfsburger bemüht.
Bin mal gespannt, wie sich das alles entwickeln wird. Piszczek wird mit Real Madrid in Verbindung gebracht, und ich könnte das verstehen. Dieser polnische Verteidiger hat mich in der vergangenen Saison – neben dem Schalker Raul – am meisten beeindruckt, wie er den Platz rauf und runter rennt, wie ihm der Ball gehorcht – klasse, einfach nur klasse. Er spielt mir den Verteidiger schon fast perfekt. Es würde ihm aber bei allen Madrid-Plänen aber wohl doch ein wenig mehr helfen, wenn die polnische Mannschaft wieder ein bisschen besser spielen würde – als die letzten 60 Minuten gegen die Griechen. Mal abwarten, wie sich „ein Drittel Dortmund“ (oder „eine Hälfte Bundesliga“) so entwickelt.
Begonnen habe ich ja mit einem alten Bundesliga-Sonderheft. Aussteigen möchte ich für heute mit der brandaktuellen Schiedsrichter-Zeitung des DFB, das „Offizielle Organ für die Schiedsrichter im deutschen Fußball-Bund“. Die lese ich immer gründlich von vorne bis hinten durch – das ist schon Tradition. Wir bekommen das „grüne Ding“ regelmäßig und kostenlos in die Redaktion – und ich bilde mich auch dadurch immer ein wenig weiter. Zum Beispiel bei kniffligen Regelfragen. Man lernt ja nie aus. Wie wäre es damit: Der Torwart hat den Ball sicher gefangen. Er wirft das Leder zu einem Mitspieler, der im Strafraum steht. Weil der Abwehrspieler einen Gegenspieler hinter sich vermutet, köpft er den Ball in die Arme des Torwarts zurück. Muss der Schiedsrichter eingreifen? Solche Fragen – und noch viel schwerer – finde ich ganz spannend.
Aber zum Kernthema: Ein wenig erstaunt war ich, als ich in der jetzigen Ausgabe 4 (Juli/August – ja, die Unparteiischen sind schon weit vor der Zeit!) auf der Seite 16 ein Foto eines spuckenden Spielers entdeckte – ein Gegenspieler wird angespuckt. Man sieht es in aller Deutlichkeit, nichts wird beschönigt. Und in der Bild-Unterschrift dazu steht dann auch tatsächlich:
Den Gegenspieler anspucken: Die widerlichste aller Unsportlichkeiten muss in jedem Fall mit „Rot“ bestraft werden.
Spontan dachte ich an Christian Lell. Und auch an Paolo Guerrero. Der eine (nämlich der HSV-Spieler) erhält nach einem zugegeben sehr üblen und brutalen Tritt acht Spiele Sperre, der andere, nämlich der Hertha-Spieler aus Berlin, erhält für die „widerlichste aller Unsportlichkeiten“ (so die DFB-Schiedsrichter) fünf Spiele Sperre – er hatte den Düsseldorfer Spieler Assani Lukimya angespuckt. Wahrscheinlich kam in diesem Falle aber noch „strafmildernd“ für den Berliner hinzu, dass er bei diesem chaotischen Relegationsspiel in Düsseldorf auch noch ein zweites Vergehen aufzubieten hatte, denn er hatte ja auch Schiedsrichter Wolfgang Stark beleidigt. Muss nicht zwangsläufig „strafmildernd“ gewesen sein, könnte aber . . .
Nein, ich schrieb es schon kürzlich, als dieses (in meinen Augen) „Skandal-Urteil“ gegen Lell erging – das ist alles nicht mehr normal, was (sich) diese Herren im DFB-Sportgericht leisten. Aber vielleicht wird es uns ja auch mal bei passender Gelegenheit erklärt. Ich bleibe aber dabei: Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Vielleicht ja auch einmal in Denkanstoß, jetzt, wo nichts aktuell passiert ist, mal mit dem DFB zu sprechen und zu verhandeln – das ist doch paradox. Den Schiedsrichter verbal attackieren und dazu auch noch den Gegenspieler anspucken – nur fünf Spiele Sperre? Wo leben die denn in Frankfurt? Immerhin, das sei noch erwähnt, der Kontrollausschuss hatte sechs Spiele Sperre für Lell gefordert. Aber auch das, so muss ich es sagen, wäre für mich ein Witz gewesen . . .
Aber wir haben ja EM. Und da gibt es ja durchaus auch viele positive Aspekte. Zum Beispiel die ersten drei Punkte für Deutschland.
Und wir haben ja, fast schon ein wenig nebenbei, auch immer noch ein bisschen HSV. So richtig viel tut sich da im Moment noch nicht, obwohl ich nicht ausschließen will, dass es da schon bald ein „dickes Ding“
Und dann auch noch das vom HSV:
Liebes HSV-Mitglied,
am kommenden Montag, den 11. Juni 2012 beginnt der Dauerkartenvorverkauf für HSV-Mitglieder. Sie als Mitglied können max. eine Dauerkarte für die Saison 2012/2013 erwerben. Ab den freien Vorverkauf (ab 26. Juni 2012) können bis zu zwei Dauerkarten erworben werden.
Folgende Blöcke stehen im Mitgliedervorverkauf zur Verfügung:
Osttribüne: 2 C, 3 C, 4 C, 5 C und 7 A
Westtribüne: 17 C, 18 C, 19, 20 C und 21 A/B/C
Südtribüne: 9 A/B/C, 10 A/B/C und 11 A/B/C
Eine Übersicht der Blöcke finden Sie hier.
Alle anderen Blöcke stehen nicht zur Verfügung. Im freien Vorverkauf werden keine weiteren Blöcke angeboten.
So buchen Sie Ihre Dauerkarte
- im Onlineshop
- telefonisch unter 01805 / 478 478*
- persönlich im HSV Service Center in der Imtech Arena
Alle Informationen zum Dauerkartenvorverkauf erhalten Sie hier.
Ein Verkauf im HSV CITY STORE und im HSV FANSHOP im Herold-Center wird nicht angeboten.
Und dann gibt es da noch eine SID-Meldung, die mich betroffen macht, denn ich schätze diesen Mann sehr, er ist zwar oft sehr locker und leger, aber er ist mit Sicherheit auch ein großer Fußball-Kenner und -Experte:
Fußballtrainer Peter Neururer liegt nach einem am Sonnabend erlittenen Herzinfarkt in einem Gelsenkirchener Krankenhaus im künstlichen Koma. Der 57-Jährige sei mit Freunden auf der Golfanlage Haus Leythe unterwegs gewesen, als er kurz vor Ende der Runde auf der Bahn 17 zusammenbrach. Mitspieler hätten sofort den Notarzt gerufen. Neururer sei dann zunächst ins Krankenhaus Bergmannsheil und von dort ins Marienhospital zum Herzspezialisten Professor Heinrich Blanke transportiert worden.
Gute Besserung, lieber Peter!
Viel Spaß bei den heutigen EM-Spielen.
Und morgen einen guten Start in die neue (EM-)Woche.
Ein Leben ohne den HSV ist für Dieter Matz nicht denkbar. Seit über 30 Jahren begleitet er als Abendblatt-Redakteur den HSV, und auch national ist er ein anerkannter Fußball-Fachmann. mehr
Es ist vollbracht. Das letzte Gewinnspiel von „Matz ab“ ist gelaufen, die Gewinner ermittelt. Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern, nicht nur an die Glücklichen des Leverkusen-Spiels. Ich bedanke mich bei euch für die stets rege Teilnahme an diesem Spielchen, es hat mir Spaß gebracht – und euch hoffentlich auch. Selbst wenn es gelegentlich zu schwer gewesen sein sollte.
Was bleibt noch? Die Aufklärung der letzten beiden (Leverkusen-)Aufgaben:
Frage eins:
Wie viele Tore schoss Kevin Keegan einst in der Bundesliga gegen Leverkusen? Die Antwort: keines.
Frage zwei:
Welchem HSV-Profi gelang als erstem Hamburger ein Doppelpack in einem Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen? Die Antwort: William „Jimmy“ Hartwig.
Gewonnen haben diesmal gleich drei HSV-Fans. Das Trikot von Sören Bertram ging nach Kiel, dort wohnt Stephan Griem. Das Trikot von Zhi Gin Lam ging nach 31535 Neustadt, dort wohnt Simone Schmidt-Stach. Und die beiden Eintrittskarten für das Leverkusen-Spiel gehen nach Braunschweig, dort wohnt HSV-Anhänger Robert Dykowski.
Nochmals vielen Dank an alle „Matz-abber“ für’s Mitmachen.