Archiv für das Tag 'Ballack'

Ein legendärer Tag mit den Legenden

7. September 2014

Für Abendblatt-Blogs


„Die Hamburger haben dieses Spiel, das hat uns alle überrascht, sehr verbissen gesehen, zu verbissen gesehen, die sind schon enorm zur Sache gegangen.“ Eine Einschätzung, die man sich als Hanseat einmal ganz genüsslich auf der Zunge zergehen lassen kann. Gesagt hat es heute Michael Ballack, und er sprach natürlich nicht über den HSV, sondern über das „Spiel der Legenden“ vor einem Jahr. Von der Verbissenheit von damals ist alles geblieben, davon konnten sich 25 183 zahlende Zuschauer live überzeugen, und Hundertausende bei der TV-Übertragung von „Sport 1“, denn das Match Deutschland gegen Hamburg stand zur Pause noch 0:0. Dabei hatten sich alle prominenten Kicker vor dem Anpfiff noch ein torreiches Spiel gewünscht. Waren die Trainer der Mannschaften, Jupp Heynckes (für Deutschland) und Helmut Schulte zu genau – und zu gut in ihren Anweisungen? Oder waren die Abwehrspieler zu stark? Es lag wohl eher an den überragenden Torhütern, Für Hamburg hielt Richard Golz überragend, und für Deutschland riskierte Claus Reitmaier mehr als einmal wieder Kopf und Kragen. Schuld an dieser Tor-Armut hatten, ganz klar, die Keeper. Die waren vor ausverkauftem Haus am Millerntor super. Gewonnen hat letztlich die zehnte Auflage des Tages der Legenden das Team Deutschland, das einen 5:3-Sieg schaffte und damit die Bilanz etwas verbessern konnte – Hamburg führt nur noch mit 6:3 Erfolgen. Gewonnen hat auch der von ARD-Moderator Reinhold Beckmann gegründete Verein „Nestwerk e.V.“, denn durch dieses Fußballfest kam in etwa eine Viertelmillion Euro zusammen, die den benachteiligten und sozial ausgegrenzten Hamburger Jugendlichen zugute kommen wird. Es war ein wunderbarer Tag am Millerntor – und es folgt, darauf haben sich alle Beteiligten schon riesig gefreut, noch eine sensationelle Nacht auf dem Kiez und im Schmidts Tivoli.






 

Zum Spiel: Nach dem Seitenwechsel war es zunächst Ballack persönlich, der das erste Tor des Tages erzielte, ein strammer 20-Meter-Flachschuss, unhaltbar für Mathias Hain, der nun im Tor stand (48.). Und dann auch noch gleich das 2:0 hinterher – St. Paulis früherer Spieler Matthias Scherz überlistete Hain mit einem Eigentor (50.). Damit waren die Weichen für einen Sieg? Nein, Hamburg wehrte sich. Und die St.-Pauli-Männer trafen. Martin Driller, Ivan Klasnic und Thomas Meggle drehten mit ihren Toren das Spiel – aber das war nicht das Ende. Carsten Jancker traf zum 3:3, Maurizio Gaudino zum 4:3 für Deutschland, und den Endstand zum 5:3 markierte Arne Friedrich. Zu erwähnen sei noch ein Fast-Kopfballtor von Thomas Doll beim Stande von 3:3, der Trainer von Ferencvaros Budapest scheiterte an Torwart Andreas Reinke und dem Torpfosten.

 

Am Rande machten es sich die Ganz-Alt-Internationalen bei Kaffee und Kuchen gemütlich: Horst Eckel, der Weltmeister von 1954, dazu Uwe Seeler, Bernd Wehmeyer und Max Lorenz. Sowie der Schirmherr der Veranstaltung, Franz Beckenbauer, der vor 50 Jahren am Millerntor sein Debüt in der Profi-Mannschaft des FC Bayern feierte. Wenn ich es richtig erinnere, dann damals als Linksaußen! Beckenbauer: „Eine schöne Erinnerung, wir haben damals 4:0 gewonnen und ich habe dabei mein erstes Pflichtspieltor für die Bayern geschossen. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, was ich in meiner Zeit als Profi und auch danach durch diesen wunderbaren Sport alles erleben würde – ich hätte es nie für möglich gehalten.“ Legende, Lichtgestalt und Kaiser eben. Dass er am Millerntor diesmal auf Schritt und Tritt von zwei Bodyguards bewacht wurde, ist die Kehrseite der Medaille. Anders geht es wohl heutzutage nicht. Schade, schade.

 

Franz Beckenbauer war ja auch einst HSV-Spieler, ich habe ihn damals sogar schon interviewen dürfen, einen Termin besorgte mir damals HSV-Busfahrer Willi Meyer, indem er mich an die Hand nahm und zu Beckenbauer schleifte. Hat aber großartig geklappt. Die weiteren HSV-Spieler, die an diesem Tag im Einsatz waren: Nico Hoogma, Manfred Kaltz, Christian Rahn, Bastian Reinhardt, Stefan Schnoor, Stefan Studer (in der Jugend beim HSV), Otto Addo, Stefan Beinlich, Thomas Doll, Sergej Barbarez, Roy Präger, Thomas von Heesen (alle für Hamburg) sowie Markus Babbel, Patrick Owomoyela und Oliver Kreuzer (Sportchef) und Claus Reitmaier (Torwarttrainer).

 

Natürlich gab es mit einigen von ihnen ein freudiges Wiedersehen. Das begann schon bei Sergej Barbarez. Mit ihm sprach ich – natürlich – über seinen HSV und die derzeitig angespannte Lage. Und Barbarez sprach – wie man es von ihm gewohnt ist – Klartext: „Dieser Fehlstart des HSV überrascht mich nicht, denn der Heilsbringer sitzt oben auf der Tribüne, und unten auf dem Rasen spielen die alten Leute. Und die haben es lange genug bewiesen, dass sie es nicht können, ihnen fehlt die Qualität.“ Klingt hart, aber es trifft genau. Und mit Heilsbringer war natürlich Dietmar Beiersdorfer gemeint.

 

In der Zeit, in der ich nun geschrieben habe, hat mein Kollege Axel Leonhard (der große Regisseur – von Matz ab live) die Gespräche, die ich heute am Millerntor führte, schon im HA-Internet veröffentlich. Ich stelle diese Geschichte nun auch hier hinein, es gab ein Wiedersehen mit Nico Hoogma, Richard Golz, Thomas Doll, Thomas von Heesen, Michael Ballack, Stefan Studer, Patrick Owomoyela, Bastian Reinhardt, Hamburg-Trainer Helmut Schulte, mit Initiator Reinhold Beckmann, it St.-Pauli-Trainer Thomas Meggle (ein langjähriger Freund), Schiedsrichter Walter Eschweiler und vielen, vielen mehr. Wenn Ihr die Zeit habt, dann schaut mal in dieses Video hinein.
Wobei ich eine kleine Einschränkung machen muss. Es sind nicht alle ehemaligen Stars zu sehen, die ich eben genannt habe, der Herr Leonhard wollte dieses Video wohl nicht zu doll überfrachten . . .

 

Dann gab es noch einen freundlichen Hinweis auf meine Geschichte von gestern – ich hatte meine HSV-Mannschaft nominiert:

Lieber Dieter.

ich bin bei der neuen Mannschaft schon etwas verwirrt. Wozu haben wir denn Nicolai Müller gekauft, der für das schnelle Umschaltspiel geholt wurde? Außerdem weiß niemand, ob Julian Green überhaupt Fußball spielen kann, nur weil er von Bayern München kommt. Also überlege Deine Mannschaft noch mal.
Mit freundlichen Grüßen, Arne P.

 

Dazu muss ich sagen, dass ich mir diese HSV-Mannschaft, die ich ohne Nicolai Müller aufgestellt habe, schon für das nächste Spiel, als das in Hannover, gewünscht habe und hätte. Müller sehe ich noch nicht so fit, dass er es bis zur Begegnung gegen 96 schaffen wird und kann. Natürlich erwarte ich Müller im HSV-Team, ich habe ihn in Erfurt gesehen, und das war schon mal sehr gut, was dort zu sehen war. Der Mann geht ab wie Schmidts Katze – oder wie eine Rakete. Das macht Spaß, ihm zuzusehen. Und er wird ganz sicher eine Bereicherung für den HSV sein, leider (wohl) noch nicht für das kommende Wochenende. Wobei wir schon wissen, ob ein Julian Green Fußball spielen kann – er kann. Und wer das wirklich noch nicht weiß, der wird sich davon schon bald, hoffentlich am nächsten Sonntag, überzeugen können.

 

Ja, und dann noch ein Hinweis in eigener Sache, denn das Hamburger Abendblatt hat schon seit einigen Tagen mal wieder etwas Neues:

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV gemacht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ kostet nur 0,89 Cent pro Ausgabe im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

 

PS: Morgen, am Montag, wird beim HSV wieder im Volkspark trainiert, nur die Uhrzeit stand bis jetzt noch nicht fest.

 
18.11 Uhr

“Den HSV einfach wieder ins Licht führen”

5. September 2014

Erfreulich an diesem Wochenende ist ja nicht nur das schöne Wetter, das es hoffentlich geben wird, sondern auch die Tatsache, dass der HSV nicht verlieren kann. Aufatmen ist angesagt, tief durchatmen und dazu ein ehrliches und voll durchgezogenes Aufatmen. Und dass der HSV mit einem Sieg in dieses Wochenende gegangen ist, das ist ja auch keine alltägliche Geschichte, aber man könnte sich dran gewöhnen. Okay, das 3:0 in Neumünster ist nicht die Welt, aber immerhin. Und da sich beim Test gegen den Regionalliga-Club auch einige „Neue“ gezeigt haben, wird die Sache noch ein wenig runder. Lars Pegelow war für den NDR 90,3 dabei und hat Stimmen von dieser Auswärtspartie mitgebracht.

 

Für Abendblatt-Blogs


So befand Trainer Mirko Slomka später: „Spielerisch war noch viel Luft nach oben, aber wir haben ja auch mit einer Mannschaft gespielt, die so noch nie zusammengespeilt hat, und die so auch nie wieder spielen wird. Aber es gab ein paar wichtige Aspekte. Wir haben 90 Minuten Matthias Ostrzolek gesehen, wir haben 90 Minuten Cleber gesehen, der, wie ich finde, einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Er war sehr dynamisch, sehr kopfballstark, und ich habe auch das Gefühl, dass er eine Mannschaft mitreißen kann, obwohl er ja kaum ein Wort Deutsch spricht. Und wir haben auf der Sechser-Position einen Lewis Holtby gehabt, der in jeder Lage des Spiels Kontrolle hatte, anspielbereit war, unser Spiel auch schon ein bisschen geleitet und gelenkt hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Und was mir auch gefallen hat ist die Tatsache, dass er immer nachgedrückt hat. Lewis mit seinem Team auch immer versucht, die zweiten Bälle zu erkämpfen, das war zuletzt ein großes Problem von uns gegen Paderborn.“

 

Was schon auffällig war: Lewis Holtby hat in seinem ersten Einsatz gleich versucht, Verantwortung zu übernehmen, er hat dirigiert und die Nebenleute gestellt. Slomka: „Er ist auch ein Typ, der das gerne macht, der gerne Verantwortung übernimmt, das ist auch ein Aspekt, warum wir ihn so gerne wollten, einen solchen Spieler brauchen wir im Zentrum des Platzes. Wir brauchten einen Spieler wie er es ist, der eine Mannschaft führen kann, der mit seiner Präsenz und seiner Klasse eine Mannschaft auch sinnvoll führen kann – er ist ein akzeptierter Spieler. Er versucht das von Anfang an so umzusetzen, auch im Training, gerade diese Elemente des Nachschiebens, des Nachdrückens, des Gewinns des zweiten Balles, die haben wir gegen Paderborn nicht gehabt, deswegen hat mir sein Spiel schon sehr gut gefallen.“

 

Lars fragte den Coach dann auch noch nach dem Torwart, der in einer Woche gegen Hannover 96 im HSV-Tor stehen soll, stehen könnte. Jaroslav Drobny oder Rene Adler? Mirko Slomka: „Dass Drobny gegen Neumünster spielen wird, das war vorher schon geplant, ansonsten würde ich an Ihrer Stelle insgesamt nicht so viel in diese Geschichte hineininterpretieren. Auch in meine Aussagen nicht. Wenn man 0:3 gegen Paderborn verliert, und das am zweiten Spieltag der Bundesliga, dann glaube ich muss man als Trainer einfach alles hinterfragen und alles noch einmal alles aufrollen, denn alle Spieler gehören dazu, denn auch drei Gegentore haben wir kassiert. Und deswegen ist es auch richtig, dass man dann noch einmal genau hinschaut. Drobo hätte heute sowieso gespielt, das hatte nichts mit der Torwart-Position am nächsten Sonntag in Hannover zu tun.“

 

Es ist ja wahrscheinlich auch ein kleiner (oder großer? Oder letzter?) Aufruf an alle, sich jetzt, an diesem wichtigen Punkt der Saison, auf das Wesentliche zu konzentrieren, richtig Gas zu geben, und zwar mit 100 Prozent. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, dass es um seinen Stammplatz geht, der hat die Entwicklung der letzten Wochen irgendwie falsch wahrgenommen. Da lobe ich mir doch Marcell Jansen, der zuletzt das Motto vorgab: „Gas geben und die Fresse halten.“ So wäre es wohl richtig. Jetzt scheint die Stunde der Neuen zu schlagen, daran sollten sich jetzt alle im Team orientieren, denn so wie zuletzt darf es ganz einfach nicht weitergehen.

 

Zu den Neuen gehört ja auch Lewis Holtby, auf den nicht nur die Verantwortlichen größte Hoffnungen setzen. Ich glaube ja auch, dass ihm die Rückkehr in die Bundesliga sehr, sehr gut tun wird, das ist seine Liga, hier wird er es allen zeigen können (auch wollen), was er wirklich kann. Ich glaube, dass er es hier in Deutschland besser kann als irgendwo anders auf der Welt. Dass der (frühere?) Nationalspieler gleich so präsent war im HSV-Spiel, das fiel angenehm auf, denn in der Tat hat der HSV davon kaum Spieler in seinem Team gehabt, die so etwas können und wollen. Holtby zu seinem ersten Auftritt: „Ich habe gleich gesagt, dass ich diese Führungsrolle auf dem Platz gerne übernehmen möchte. Ich möchte mich nicht verstecken, und das weiß der Trainer. In der Zusammenarbeit mit dem Trainer-Team hat das bisher sehr gut geklappt, ich hoffe, dass wir daran an den nächsten Tagen noch schrauben werden, dass wir das auch in der Bundesliga dann zeigen können.“

 

Das sah zum Anfang nicht nur gut aus, das war auch in den Augen von Lewis Holtby schon gut: „Wir haben gewonnen, wir haben zu null gespielt, und die Sonne scheint – alles ist bestens. Darauf können wir aufbauen.“ Muss ja auch. Auf was sonst? Denn bislang hat der HSV null Tore geschossen und nur einen Punkt auf der Habenseite. Spürt Holtby eine gewisse Verunsicherung in seinem neuen Team? Er sagt: „Natürlich können wir alle damit nicht zufrieden sein, aber für uns gilt jetzt, diesen Länderspielabschnitt dazu zu nutzen, die Köpfe frei zu bekommen, das wir nach vorne schauen, dass wir auch wieder auf die Siegerstraße kommen. Von daher müssen wir uns alle richtig auf die Brust klopfen und uns sagen, dass wir gerade im Derby gegen Hannover einfach eine Reaktion zeigen, Geschlossenheit zeigen. Und so wie es Didi Beiersdorfer gesagt hat, eine Identifikation abgeben, auch mit den Fans zusammen, mit jedem, der im Club involviert ist – dass wir einfach Hamburg wieder stolz machen. Und dass wir den Club, der ja riesig ist in Deutschland, einfach wieder ins Licht führen.“

 

Hey, das klingt aber mal gut. Hoffentlich gelingt dieses Vorhaben auch.

 

Dazu passt natürlich die Meldung, dass sich Pierre-Michel Lasogga im Testspiel gegen den VfR Neumünster nicht schwerer verletzt hat. Der 22-Jährige musste am Donnerstagabend in der Partie kurz vor der Pause wegen Knöchelproblemen ausgewechselt werden, es wurden schon schlimmste Vermutungen geäußert, aber am Freitag stand Lasogga dann doch schon wieder auf dem Platz. „Alles gut bei Lasogga. Er kämpft verbissen um jeden Ball“, twitterte der HSV und veröffentlichte zudem ein Video, das den Top-Torjäger gut gelaunt beim Fußball-Tennis zeigt. Also absolute Entwarnung. In diesem Fall.

Ansonsten haben Ivo Ilicevic, Rafael van der Vaart und Tolgay Arslan heute wieder individuell im Stadion trainiert. Und auf dem Rasen ließen sich heute Slobodan Rajkovic und Gojko Kacar mit Reha-Trainer Markus Günther blicken, auch bei diesen beiden Spielern geht es so langsam wieder bergauf.

 

Dann möchte ich noch einmal auf eine gute und große und tolle Sache hinweisen, die es an diesem Sonntag in unserer Stadt zu sehen gibt. Alles für einen guten Zweck:

 

Das Fußballfest am Millerntor feiert Jubiläum mit Weltmeistern von 1954, 1974 und 1990
Franz Beckenbauer, Jupp Heynckes und Michael Ballack entern Hamburg

 

„Uns Uwe“ Seeler, „Kaiser“ Franz Beckenbauer und „Capitano“ Michael Ballack – nur drei der ganz großen Mannschaftskapitäne, die Fußballgeschichte geschrieben haben und beim zehnten „Tag der Legenden“ dabei sind. Unter dem Motto „Die Kapitäne entern Hamburg“ stürmen an diesem Sonntag legendäre Spielführer und insgesamt rund 70 Fußballhelden aus drei Generationen das Stadion am Millerntor.

 

Für das Benefiz-Fußballfest von Reinhold Beckmanns Jugendinitiative NestWerk e.V. kehrt Jupp Heynckes zum ersten Mal nach dem Triple-Gewinn mit Bayern München auf die Trainerbank zurück. Co-Trainer ist Rainer Bonhof, ebenfalls Weltmeister 1974. Anstoß ist um 14.45 Uhr. Sport1 berichtet ab 11 Uhr bis 16.30 Uhr live. Bereits um 10.30 Uhr beginnt ein großes Familien-Unterhaltungsprogramm auf der „Actionmeile“ vor dem Stadion mit Showbühne, Mitmachangeboten sowie Imbiss- und Getränkeständen.

 

Zum zehnten Mal schnüren Dutzende frühere Bundesligaprofis ihre Fußballschuhe zugunsten von NestWerk e.V. Seit der Premiere im Jahr 2005 liefen 223 Legenden auf, darunter 23 Welt- und 36 Europameister. Vergangenes Jahr siegte „Team Hamburg“ gegen „Team Deutschland und den Rest der Welt“ mit 4-3 Toren.

 

Rund 1,75 Millionen Euro kamen bisher durch den „Tag der Legenden“ für die Jugendarbeit zusammen. Die vor 15 Jahren gegründete Initiative NestWerk e.V. fördert in benachteiligten Hamburger Stadtteilen Kinder und Jugendliche u.a. mit kostenfreien Sport- und Musikprojekten, die von Pädagogen und Sozialarbeitern betreut werden und Respekt, Fairness, Toleranz und Solidarität vermitteln. Vergangene Schirmherren waren u.a. Altkanzler Gerhard Schröder, CDU-Politikerin Ursula von der Leyen und im Vorjahr Michael Schumacher. Die Schirmherrschaft zum Jubiläum des legendären Matches übernimmt Franz Beckenbauer.

 

Initiator Reinhold Beckmann: „2005 begann alles mit einer Idee und ein paar Wunschlegenden. Keiner ahnte, was daraus wird, und wer später alles ans Millerntor kommen würde: Beckenbauer, Seeler, Netzer, Breitner, Matthäus und, und, und. Ein besonderer Moment war die Teilnahme von Kevin Keegan 2011. Von der ersten Stunde an war das ein Ziel: Mighty Mouse am Millerntor.“

 

Ihr Debüt beim Match „Hamburg gegen Deutschland und den Rest der Welt“ geben u.a. Arne Friedrich (WM-Dritter 2006), Rekord-Bundesligaspieler Karl-Heinz „Charly“ Körbel, der Vize-Weltmeister von 2002, Carsten Jancker, Ex-HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer, Ghanas früherer Nationalspieler Hans Sarpei und der Holländer Frank Verlaat, früherer Werder-Bremen- und Stuttgart-Profi. Weiterhin stehen im „Team Deutschland“ u.a. die Weltmeister von 1990, Stefan Reuter, Thomas Berthold und Olaf Thon, sowie die Europameister von 1996, Jens Nowotny, Markus Babbel und Fredi Bobic.

 

Für „Team Hamburg“, betreut von Helmut Schulte, laufen zahlreiche HSV- und Pauli-Heroen auf. Erstmals dabei ist St.Pauli-Urgestein Fabian Boll, außerdem u.a. Rachid Azzouzi, Manfred Kaltz, Thomas von Heesen, Bernd Hollerbach, Thomas Meggle, Sergej Barbarez, Matthias Scherz, Thomas Doll, Otto Addo und André Trulsen.

 

Stadion-Moderatoren sind Lou Richter und Arnd Zeigler. Sport1 berichtet ab 11 Uhr bis 16.30 Uhr live. Am Abend feiern rund 600 Gäste wie Udo Lindenberg, Rafael van der Vaart und Partnerin Sabia, Monica Lierhaus oder Steffen Hallaschka die Benefiz-Gala “Nacht der Legenden”. Im Kiez-Theater “Schmidts Tivoli” treten dann Künstler wie Peter Maffay, die Rainbirds und Ina Müller zugunsten von NestWerk auf.

 

Um schnell noch einmal auf Reinhold Beckmann und Kevin Keegan zurück zu kommen. Die Mighty Mouse war 2011 begehrt wie sonst kaum einer. Schon im und vor dem Hotel herrschte ein Ausnahmezustand. Und ich brauchte unbedingt ein Interview, so war die Vorgabe der Chefs. Also machte ich mich an Vereins-Manager Bernd Wehmeyer ran, der ist der beste deutsche Freund von Keegan und hat immer mal wieder Kontakt mit ihm. Und Wehmeyer half in der Tat. Und wie. Total außergewöhnlich. Indem er Keegan von meinen Nöten erzählte – und der Brite machte ein besonderes Interview möglich. Eigentlich hatte er keine Minute mehr Spielraum dafür, aber er half trotzdem. Ich rief Bernd Wehmeyer während des Legenden-Spiels an, und er saß – was für ein Zufall (?) – genau dann auf der Spielerbank, als Keegan ausgewechselt wurde. Und Wehmeyer übergab sein Handy an Kevin Keegan, sodass ich mit ihm, der noch etwas außer Atem auf der Bank saß, doch noch sprechen konnte. Sensationell und unvergessen. So etwas wird es wohl nie wieder geben – jedenfalls mit Keegan nicht.

 

Ja, und dann möchte ich noch kurz auf den heutigen Matz-ab-Artikel im Hamburger Abendblatt (Seite zwei) zu schreiben kommen. Dazu habe ich mehrere Mails erhalten, eine davon war etwas Besonderes. Es schrieb mir dazu ein ehemaliger Tagesschau-Chefsprecher folgenden Beitrag (vielen, vielen Dank dafür!):

 

Sehr geehrter Dieter Matz,

mein Name ist Rumpelmerlin. Der deutet darauf hin, dass Vorfahren meinerseits in Zauberkreisen tätig waren. Eine von mir angestrebte Ahnenforschung hat nun ans Licht gebracht, was ich schon immer vermutete: Ein Vorfahre aus grauer Zeit war entweder der Zauberer von Oz oder Merlin oder dieser kleine griesgrämige Zwerg, den sie in germanischen Gefilden Rumpelstilzchen nennen. An letzteren glaube ich allerdings nicht, da meine Statur doch etwas wohlgeformter ist.
Wenn ich meine hellseherischen Fähigkeiten in Relation ziehe, scheinen meine Gene eher mit Merlin oder – noch weiter zurück in die Vergangenheit – mit der Pythia, also dem Orakel von Delphi, verwandt. So habe ich denn, um bei Ihrem Artikel zu bleiben, schon in der vergangenen Saison vorausgesagt, dass es der HSV schwer haben wird, die Liga zu halten. Dass er es letztendlich doch noch geschafft hat, lag an einem mir nicht bekannten Hexenmeister aus dem Osten, der an den Gehältern der Hamburger Kicker prozentual beteiligt ist. Sein bester und stärkster Öko-Zauberspruch wirkte gerade nochmal. Ob er das in der laufenden Saison ebenfalls erreichen wird, wage ich zu bezweifeln. Die bisherigen Ergebnisse beweisen, dass er als Magier der Schwarzen Kunst langsam seine Kräfte verliert.
Ich versuche nun aus Ihren lesenswerten Artikeln Kräfte zu sammeln, zu bündeln und zu deuten, die mir am Ende als Orakel von Lokstedt helfen sollen, diesen Club doch noch schwarzseherisch umzukrempeln und damit zu retten. Es liegt also auch an Ihnen, ob mir das schließlich gelingen kann.

Mit Abrakadabra-Grüßen
Ihre
Jopythia von Lokstedt

 

Wie gesagt, ein herzliches Dankeschön dafür. Und dann sei zum Schluss noch erwähnt, dass am Sonnabend und Sonntag beim HSV nicht trainiert wird. Aber dafür gibt es ja den „Tag der Legenden“ . . .

 

PS: Mit unserem letzten „Matz ab live“ nach dem Paderborn-Spiel hatten wir in den ersten fünf Minuten leichte (bis schwerere) Ton-Probleme. Deswegen sind die ersten fünf Minuten auch gekappt worden. Leider ist dabei auch die Vorstellung der beiden Gäste „verschütt“ gegangen. Da ich vielfach darauf angesprochen worden bin, wer diese Männer sind, möchte ich Manfred Lorenz und Bert Ehm kurz, ganz kurz vorstellen. Beide sind jenseits der 60, beide haben in Hamburg viele Amateur-Vereine trainiert, Lorenz war lange Zeit Co-Trainer von HSV-Trainer Ralf Schehr (Chef der Zweiten), und Bert Ehm ist der erfolgreichste Trainer der Nachkriegszeit in Hamburg, keiner hat mehr Meisterschaften und Aufstiege gefeiert, als er.

Leider auch über Bord gegangen ist mein Lob, mein spontanes Lob für „Scholle“, der hier (im Blog) vielfach hart angegriffen und attackiert worden ist, aber völlig zu Unrecht. „Scholle“ hat alle Neuzugänge des HSV gewusst und geschrieben, er lag in allen Fällen richtig, und dafür möchte ich mich bei ihm bedanken, wahrscheinlich im Namen all jener, die ihn nicht attackiert, sondern die ihm geglaubt haben.
„Scholle“, das war eine Super-Arbeit! Gratulation, Du hast „Matz ab“ immer weit nach vorne gebracht.

18.07 Uhr

Klasse Treffen, dieses Klassentreffen!

8. September 2013

Herzlichen Dank, Hamburg. Und auch ein dickes Danke an Veranstalter Reinhold Beckmann. Das war, trotz des Regens, mal wieder ein ganz tolles Fußball-Fest, über das in Hamburg sicherlich noch die nächsten Tage gesprochen wird. Der „Tag der Legenden“ sorgte für Spaß bei den Alt-Stars und für riesige Begeisterung bei den Fans. Eine richtig runde Sache für einen guten Zweck, denn die Einnahmen dieses Highlights kommen den Projekten von „NestWerk e.V.“ zugute, bislang sind durch diese unvergesslichen Tage mit den Legenden schon über, 14 Millionen Euro eingespielt worden; an diesem Sonntag betrug die Summe 260 000 Euro – hervorragend. Und weiter so. Die nächste Veranstaltung für 2014 wird bereits seit heute geplant und organisiert. Danke Hamburg auch deswegen, weil es diesem Spiel einen neuen Zuschauerrekord gegeben hat, im Stadion waren über 25 000 Fußball-Fans – und bei weitem nicht nur St. Paulianer. Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer halfen, aus diesem Spiel etwas ganz Besonderes zu machen – das war Fußball und Spaß mit Herz. Hamburg hat übrigens gewonnen, es hieß am Ende 4:3 für die Mannschaft von der Elbe, die damit endlich einmal wieder gewonnen hat. Zur Halbzeit hieß es bereits 4:2, daran sieht man, wie ernst dieses Spiel von allen genommen wurde – im zweiten Durchgang nur noch ein Tor.


Um einmal mit den Spielern zu beginnen. Aus HSV-Sicht waren folgende Altmeister dabei: Thomas Doll, Thomas von Heesen, Vahid Hashemian, Mehdi Mahdavikia, Heinz Gründel, Richard Golz, Martin Pieckenhagen, Jochen Kientz, Jörg Butt, Nico Hoogma, Stefan Schnoor, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Hasan Salihamdizic, Thorsten Fink, Otto Addo, Wolfgang Rolff, Collin Benjamin, Ian Joy, Bastian Reinhardt, Manfred Kaltz und als Betreuer Bernd Wehmeyer und Jimmy Hartwig. Masseur war, wie immer, Hermann Rieger, der diesmal einen besonderen Auftritt hatte, denn er wurde von Schirmherr Michael Schumacher (spielte später sogar noch mit!) auf den Platz „gerast“. Für Team Deutschland waren die ehemaligen HSVer Markus Babbel, Andreas Reinke und Claus Reitmaier dabei. Besonders bejubelt wurde Uwe Seeler, der direkt aus dem Urlaub kam und zur zweiten Halbzeit den Rasen betrat, gemeinsam mit Reinhold Beckmann. Trainer der Hamburger war Helmut Schulte, der das HH-Team aus HSV und St. Pauli klug und clever eingestellt hatte. Schulte war aus Wien angereist, aus den Niederlanden kam Nico Hoogma, und am Vormittag war Mehdi Mahdavikia aus Teheran eingeschwebt. Das ist Einsatz für eine gute Sache. Jörg Butt war aus München gekommen, durfte aber, weil es bereits zwei Torhüter pro Mannschaft gab, nur im Feld spielen. Er nahm es gelassen: „Egal, die Hauptsache ist, dass ich überhaupt mitspielen und helfen kann, dieses Spiel ist eine Super-Sache.“ Wie ein Klassen-Treffen, wobei ich immer gesagt habe: ein klasse Treffen! Und es folgt ja jetzt noch die „Nacht der Legenden“, die ist auch immer legendär!

Für die deutsche Mannschaft war (fast) alles was im Fußball Rang und Namen hat, dabei. Michael Ballack feierte seine Premiere, dazu spielten mit Thomas Helmer, Stefan Reuter, Christian Wörns, Thomas Berthold, Dieter Eilts, Tim Borowski, Lothar Matthäus, Jürgen Klopp, Patrick Owomoyela (gebürtiger Hamburger), Lars Ricken, Michael Schulz, Youri Mulder, Olaf Thon, Fredi Bobic, Ulf Kirsten, Karlheinz Riedle, Alexander Zickler und viele mehr. Trainer war Matthias Sammer.

Hamburg legte einen Blitzstart hin, die St. Paulianer Michael Dinzey (1:0) und Marius Ebbers (der am Freitag noch zwei Tore für seinen neuen Club, Landesliga-Verein VfL 93, geschossen hatte) sorgten für ein schnelles 3:0 – Ebbers traf dabei erneut zweimal. Der agile Maurizio Gaudino sorgte per Hacke für das 1:3, dann verwandelte Sergej Barbarez einen Foulelfmeter (einer mit einer besonderen Geschichte – die gleich noch folgen wird) zum 4:1, Tim Borowski verkürzte noch vor dem Seitenwechsel, und dann traf nur noch Alexander Zickler zum 3:4- Endstand. Besonders zu loben waren bei diesem Spiel die Torhüter Richard Golz, Martin Pieckenhagen (beide Hamburg) sowie Claus Reitmaier und Andreas Reinke, die alle überragend hielten. Gerade so, als stünden sie noch immer im besten Saft . . .

Viel Pech hatte Keeper Reitmaier, der in der 22. Minute mit Dinzey zusammengeprallt war. Der ehemalige HSV-Torwarttrainer musste schwerer verletzt ins Krankenhaus gefahren werden, er hat sich mindestens einen Nasenbeinbruch zugezogen. Dinzey erlitt eine stark blutende Kopfplatzwunde, konnte später aber weiterspielen. Für diesen Zusammenprall hatte Schiedsrichter Walter Eschweiler auf den Elfmeterpunkt gezeigt – daraus entwickelte sich dann der Hamburger Siegtreffer . . . Kurios: Weil die Vorstellung aller Spieler zu lange gedauert hatte, dauerte die erste Halbzeit nur 38 Minuten – und nach insgesamt 81 Minuten wurde die Partie dann auch vorzeitig beendet. Sport 1, der übertragende Sender (sogar der Doppelpass kam aus dem Stadion am Millerntor), hat ja noch andere Programm-Aufträge zu erfüllen . . .

Aber, um das nicht zu vergessen, gute Besserung, lieber Claus Reitmaier!

Auch wenn das Spiel zehn Minuten gekürzt über die Bühne ging – es war großartig. Und Initiator Reinhold Beckmann, vor, während und nach dem Spiel die Ruhe in Person, verriet seinen zurzeit größten Wunsch (einen hat er pro Jahr frei!): „Ich habe immer die Hoffnung, irgendwann in zehn Jahren spielt hier dann auch mal Lionel Messi.“ Und dazu dann noch Mesut Özil und Cristiano Ronaldo, das hätte schon was. Es geht auf jeden Fall weiter, und träumen darf man ja wohl mal.

In Hamburg blieb übrigens alles friedlich, im Gegensatz zum Vortag bei unseren Nachbarn an der Weser:

Eine Schlägerei mit fast 40 Beteiligten hat nach dem Abschiedsspiel von Torsten Frings die Bremer Polizei beschäftigt. Bei dem Handgemenge im Ostkurvensaal des Weserstadions wurde am Sonnabend auch ein Rollstuhlfahrer durch einen umfallenden Stehtisch schwer am Kopf verletzt. Ein Notarzt versorgte den 45-Jährigen und brachte ihn in ein Klinikum.
Nach Angaben der Polizei hatte eine Gruppe von fast 40 Fußballfans den Saal betreten und sofort drei am Tresen stehende Männer angegriffen. Dabei wurde der Stehtisch umgerissen und der Rollstuhlfahrer verletzt. Auch zwei der attackierten Fans mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Angreifer flüchteten zu Fuß, die Polizei ermittelt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs gegen die Gruppe.

So, und dann gab es noch folgende Meldung über den (und vom) HSV:

Der angeschlagene HSV-Kapitän Rafael van der Vaart hofft auf einen Einsatz am kommenden Samstag im Bundesligaspiel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund. „Ich tue alles dafür. Ich hoffe, dass es klappt. Vergangene Saison haben wir dort beim 4:1-Sieg unser wohl bestes Spiel gemacht“, sagte der 30-Jährige der „Bild am Sonntag“. Er war zuletzt beim 4:0 gegen Eintracht Braunschweig mit Problemen in der Oberschenkelmuskulatur ausgewechselt worden.

Auch bei HSV-Coach Thorsten Fink herrscht noch Unklarheit, ob er beim BVB auf den niederländischen Fußball-Nationalspieler setzen kann. „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Er muss bis Mittwoch trainieren können, um dabei sein zu können. Donnerstag, Freitag würde mir wahrscheinlich zu eng werden“, sagte Fink am Sonntag am Rande des „Tags der Legenden“. Als van-der-Vaart-Ersatz würde er auf den 19-jährigen Hakan Calhanoglu zurückgreifen: „Wenn Rafael fehlen wird, wird er seine Rolle einnehmen. Und ich habe dann auch keine Angst.“

Van der Vaart traut dem türkischen Neu-Nationalspieler, der gegen Braunschweig als Joker mit zwei Toren für Furore gesorgt hatte, seine Nachfolge zu: „Die Qualität besitzt er. Aber man sollte ihm nicht zu viel Druck machen. Er steht ja noch am Anfang seiner Karriere.“

Auf die Frage, wer der Adressat seiner Herzjubel-Geste nach seinem jüngsten Treffer in der Hamburger Arena war, erklärte van der Vaart der „Bild“: „Meine große Liebe Sabia und mein Sohn Damian auf der Tribüne. Der Kleine hatte als Einlaufjunge an meiner Hand Glück gebracht, und wir werden diese Prozedur so lange bei Heimspielen wiederholen, bis wir wieder mal verlieren. Er ist ab jetzt mein persönlicher Talisman.“

Welche Schlagzeile er am Saisonende lesen wolle? „Privat am liebsten kein Wort. Beruflich: Hurra, HSV wieder in Europa!“ Sein Glaube ans Saisonziel Europa League sei „ungebrochen“. Kritisch äußerte sich van der Vaart über den inzwischen an den FC Schalke 04 ausgeliehenen Dennis Aogo, der mit seinem Mallorca-Trip für Schlagzeilen gesorgt hatte: „Natürlich war es seine Privatsache, dorthin zu reisen. Aber nach dem 1:5-Desaster gegen Hoffenheim war diese Reise sicherlich das falsche Signal, nicht besonders schlau.“

Öffentlich hat sich an diesem Wochenende auch wieder einmal ein Österreicher zu Wort gemeldet:

Ex-HSV-Enfant-terrible Paul Scharner (33) zieht eine triste Karrierebilanz. „Nur fünf Jahre und drei Monate war ich glücklich und zufrieden. Ja, das ist erschütternd“, sagte er dem ORF. „Ich habe Einstellungen, die sind im Fußball nicht lebbar.“ Für seine Nationalelf wurde er 2012 lebenslang gesperrt, hält sich aber zugute: „Ich lege mich ja nicht mit jedem an. Ich bin ein Erfolgsdenker.“

PS: Morgen, am Montag, wird beim HSV um 16 Uhr trainiert – Volkspark.

PSPS: Im Laufe des Sonntagabends wird hier noch ein Video-Bericht vom “Tag der Legenden” veröffentlich, die Kamera (und die ganze Bearbeitung) hatte – wie immer – Axel Leonhard bestens im Griff, die Interviews (jedenfalls die meisten) durfte ich führen.

PSPSPS: Die Zweite des HSV verlor das Regionalliga-Auswärtsspiel bei Eintracht Norderstedt mit 0:1 und steht nun auf Tabellenplatz zehn.
Das als kurze Ergänzung: Ich habe mit meinem Freund Bert Ehm gesprochen, der ist Trainer von Germania Schnelsen und sah sich Norderstedt gegen HSV II an. Sein Kurz-Kommentar: “Ich bin nicht nicht enttäuscht, ich bin total entsetzt und tief erschüttert. Wenn das der Bundesliga-Nachwuchs des HSV sein soll, dann ist es wirklich schlimm um den Verein bestellt. Das war ja gar nichts. Der HSV hat sich von Norderstedt, einem bis dahin sieglosen Aufsteiger, an die Wand spielen lassen. Jawohl, an die Wand spielen lassen. Der Sieg war verdient und ist noch viel zu knapp ausgefallen. Die Eintracht hat Fußball gespielt, richtig gut, schnell, ideenreich, engagiert, aggressiv – aber genau so hatte ich den HSV erwartet. In einem Derby! Der HSV aber war lahm, pomadig und blutleer, kein Kampf, kein nichts – unfassbar!”
Und unglaublich: Von Robert Tesche und Gojko Kacar war nichts zu sehen. Nicht etwa deshalb, weil sie schlecht waren – nein, sie waren gar nicht dabei. Es spielte auch – trotz der Länderspiel-Pause – kein einziger Profi des HSV mit. Vornehm geht die Welt zu Grunde . . .
Das verstehe, wer will.

17.21 Uhr

Arnesen einigt sich mit Zagreb auf Badelj-Transfer

26. Juli 2012

Hitzefrei. Das hätte was. Hab ich mir jedenfalls für mich so gedacht. Dass dem mitnichten so würde – war klar. Und auch Trainer Thorsten Fink schien sein Pensum am heutigen Trainingstag den Temperaturen nicht wirklich anpassen zu wollen. Im Gegenteil: Mit hartem Zirkeltraining schien er den einen oder anderen Profi (Beister, Skjelbred) schon am Vormittag in die Knie zu zwingen. Ein Härtetest – zumal der Survival-Trip nach Schweden unmittelbar bevorsteht. Eine Reise, die der Mannschaft hoffentlich das lehrt, was sie in der Saison brauchen wird: Willen.

Wobei Fink den bei seiner Mannschaft erkannt hat. Immer wieder betont der Trainer, dass die Mannschaft charakterlich wachse und während der bisherigen Vorbereitung – insbesondere beim Peace Cup in Südkorea – den absoluten Willen zu Siegen gezeigt hat. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, wird der HSV-Trainer nicht müde zu wiederholen – und heute hatte er tatsächlich mal richtig Grund zur Freude. Denn mit Milan Badelj und dessen Klub Dinamo Zagreb ist Einigkeit erzielt worden. Der 23-Jährige, der gestern durch ein eher glückliches 3:2 in die nächste Champions-League-Quali-Runde eingezogen ist, unterschreibt demnach in den nächsten tagen einen Dreijahresvertrag beim HSV. Der Haken dabei: Badelj soll für Zagreb noch die weiteren Quali-Spiele spielen. „Wir sind uns grundsätzlich einig, dass Badelj spätestens zum 30. August zu uns wechselt“, ließ HSV-Mediendirektor Jörn Wolf vom Sportchef Frank Arnesen ausrichten, der heute erst um 12 Uhr aus Zagreb zurückgekehrt war. Am Dienstag hatte sich der Däne in Zagreb mit den Verantwortlichen getroffen, nachdem Fenerbahce Istanbul dem Vernehmen nach Badelj ein besseres Angebot als der HSV unterbreitet haben sollte. Arnesen verhandelte – offenkundig erfolgreich – und sah sich am Abend noch Badelj live im Quali-Spiel gegen den bulgarischen Klub Ludogretz Razgad an, in dem sich Zagreb nur knapp mit 3:2 einer Blamage entziehen konnte.

Dennoch, Badelj spielte gut. Im Internet war das Spiel live zu sehen und auch heute noch könnt Ihr Euch die entscheidenden Szenen ansehen – an den Badelj allerdings nicht beteiligt war. Dennoch agierte der Kapitän auch als solcher und übernahm bei den Kroaten im Mittelfeld das Kommando. Ohne selbst zu hohes Tempo zu besitzen, agierte Badelj als Taktgeber. „Ich werde erst etwas über ihn sagen, wenn der Vertrag unterschrieben ist“, ließ sich Fink heute kein eigenes Statement zum ersten Mittelfeldzugang entlocken.

Und obwohl der HSV weiter alles daran setzt, seinen Neuen möglichst bald in Hamburg präsentieren und vor allem in die Mannschaft einbauen zu können, scheint es schwierig zu werden. Trotz der stolzen Summe von nunmehr 4,5 Millionen Euro Ablösesumme muss der HSV warten, hat sein Glück nicht selbst in der Hand. „Hab Geduld, wir arbeiten alle emsig an unserer Zukunft und haben einen Plan“, hatte Fink mir gestern gesagt und er fügte heute hinzu: „Wir machen das Richtige. Und wenn es erst etwas später etwas wird, dann ist das so. Aber uns ist der Charakter sehr wichtig, wir wollen eben keine Söldner. Deswegen dauert es etwas länger.“

Nur, wie lange hat dieser HSV noch Zeit? Am 19. August steigt der Pokalfight beim Drittligisten Karlsruher SC. Das sind noch 24 Tage. Eine Woche später ist Bundesligaauftakt – und bis dahin dürfte Fink Probleme bekommen, seine Mannschaft mit Badelj und all den Neuen, die dann noch kommen sollen (meiner Meinung nach müssen!) einzuspielen. Oder soll der jetzige Stamm die von allen Trainern und Spielern als so besonders wichtig titulierte Startphase meistern?

Hoffentlich nicht.

Denn bislang hat die Mannschaft, und das ist kein Schwarzmalen sondern ein bedachter Hinweis, an Qualität eingebüßt. Das ist so. Und das wissen auch beim HSV alle. Dass ein Töre für rund sechs Millionen Euro verkauft wurde ist okay, wenn man bedenkt, dass der Deutsch-Türke bis zum Schluss Probleme hatte, sich zu integrieren – zumindest sportlich. Dass heute Macauley Chrisantus zum Medizincheck nach Las Palmas geflogen ist, ist bei rund 50000 Euro Ablösesumme vielleicht eher eine Randnotiz. Der Verkauf von Paolo Guerrero indes nicht. Rund fünf Millionen Euro kassierte der HSV. Die 50 Prozent Verkaufsbeteiligung von Chelsea an Töre einberechnet, kassierte der HSV somit rund acht Millionen Euro. Und ziemlich genau diese Summe verschlingen die Transfers von Artjoms Rudnevs und Milan Badelj. Und auch wenn ich der HSV-Führung recht gebe, dass sowohl Töre als auch Guerrero nicht zwingend einfach zu führende Spieler waren – ob der HSV dadurch stärker geworden sind, mag ich noch nicht abschließend zu beurteilen. Finanziell bleibt allerdings kaum noch etwas übrig, da auch das 3,5-Millionengehalt Guerreros auf Rudnevs und Badelj aufgeteilt wurde. Die 220000 Euro Jahresgage Töres fällt da eher weniger ins Gewicht.

Dennoch plant der HSV noch einen guten Zehner zu holen. Nachdem ich heute erneut einen Anruf bekommen habe, in dem mir mitgeteilt wurde, dass Michael Ballack in der Stadt ist, muss ich eines klarstellen: Michael Ballack hatte vor einigen Jahren tatsächlich engeren Kontakt zum HSV, wechselte damals aber zu Bayer Leverkusen. Und das, obwohl er damals wie heute eine Wohnung in der Hafencity besaß. Insofern, das lassen auch die Auskünfte des HSV vermuten, ist Ballack nicht die Lösung auf der Zehn.

Aber wer weiß. Auch Raffael, der für zehn Millionen Euro (plus eine Erfolgsprämie bis zu vier Millionen!!!) nach Kiew wechselt, wurde zunächst ausgeschlossen und war dann wieder Thema.

Allerdings glaube ich nicht an die Lösung mit einem Spieler, dem von vielen Seiten nur noch bedingte Bundesligatauglichkeit attestiert wird. Ich bin hier in der Formulierung bewusst vorsichtig, weil ich Ballacks Fitnessstand nicht beurteilen kann – aber wirklich positive Stimmen sind zu der Personalie nicht zu vernehmen.

Dennoch bleibt es für mich die Personalie schlechthin: die Zehn. Denn selten beim HSV habe ich eine Vorbereitung miterlebt, in der sich so viel Hoffnung auf eine neue Personalie stützte. Und ehrlich gesagt, macht mich das sehr, sehr skeptisch. Denn was soll ein einzelner Spieler leisten, um den großen Erwartungen gerecht werden zu können. Einen Platz in den Top-Ten geben die Verantwortlichen intern als Ziel aus. Allerdings, und da wiederum bin ich mir sicher, reicht dafür nicht Badelj und ein Zehner – dafür muss der HSV insbesondere in der Innenverteidigung und im Sturmzentrum zulegen.

Wenn das mit Bordmitteln gelingt – okay. Aber danach sieht es momentan eher nicht aus. Leider nicht.

Gute Nachrichten kommen dagegen von Tomas Rincon, dessen Schienbeinverletzung nicht operiert werden muss. Der Venezolaner soll konservativ behandelt werden und muss so „nur“ noch gut sechs Wochen pausieren. Und im Gegensatz zu Zhi Gin Lam (Fink: „Er soll sich hier optimal vorbereiten und auskurieren, damit er möglichst bald wieder angreift“) reist Rincon sogar mit in die schwedische Wildnis.

Allerdings stehen noch zwei wichtige Einheiten bevor. Die erste steigt morgen um zehn Uhr an der Imtech-Arena, die zweite am Abend um 18.30 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt beim Test gegen die dort beheimatete Eintracht. „Ich werde abends jeden eine Halbzeit spielen lassen“, so Fink.

In diesem Sinne, bis morgen. Vielleicht ja schon mit dem neuen Zehner? Es wäre zu schön…

Scholle

Vom “Über-Jogi” zum Sündenbock

30. Juni 2012

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Heißt es im Volksmund. Ist wohl auch was dran. Aber ich kann mich erinnern, dass wir im Kollegenkreis so gut wie fassungslos waren, als wir am Donnerstag von der deutschen Aufstellung für das Italien-Länderspiel erfahren hatten. Und ich bin mir sicher, dass wenn der Bundestrainer seine 20 Millionen „Kollegen“ im Lande gefragt hätte, dass er mindestens zehn Millionen Einsprüche gegen diese Elf geerntet hätte. Wenn nicht noch viele, viele mehr. Nun gut, es ist jetzt ohnehin nicht mehr zu ändern, aber was nun im „Nachhinein“ auf „Jogi“ Löw einprasselt, das hätte ich nicht vermutet. Vor dem Halbfinale wurde er in ganz Deutschland als „Über-Jogi“ gefeiert – und nun hat er mit einem Spiel plötzlich soooooo viele Gegner gewonnen. Eine höchst zweifelhafte „Ehre“. Und wer da nicht alles was zu sagen hat. Ballack, Thon, Schumacher und, und, und. Besonders die ehemaligen Nationalspieler äußern sich ja jetzt sehr, sehr kritisch. Bin gespannt, wann in diese „Hetze“ auch noch der eine oder andere Bundesliga-Trainer mit einsteigen wird.

Mein Freund Klaus ist ja einer von den 20 Millionen Bundestrainern hierzulande. Er sagte mir heute am Telefon: „Ich würde jetzt Matthias Sammer als Bundestrainer bringen. Bei dem wären solche Fehler ganz sicher nicht vorgekommen.“
Mag ja sein, aber dafür passieren dem dann eben andere Fehler. Wer ist schon fehlerfrei? Ein Bundestrainer sicher nicht. In Deutschland gab es jedenfalls noch keinen fehlerfreien Bundestrainer. Um noch einmal kurz meine Meinung in Sachen Italien-Aufstellung einfließen zu lassen: Podolski, Gomez und Kroos hätten bei mir nicht gespielt. Und wenn man ganz, ganz ehrlich ist, dann gehörte auch Schweinsteiger nicht mehr in diese Mannschaft, denn der war bei dieser EM nie bei 100 Prozent. Zu keiner Phase.

Irgendein schlauer Mensch hat kürzlich, weit vor dem Italien-Spiel, zu mir gesagt: „Der hat nach seiner langen und schweren Verletzung beim FC Bayern viel zu früh wieder angefangen. Der sollte gegen diese verdammten zweiten Plätze ankämpfen, aber das ist ja bekanntlich gescheitert. Damit jedoch ist er verheizt worden, sodass er bei dieser EM nur mit höchsten 60 Prozent dabei war.“

Kann ja sein. Eventuell waren bei Schweinsteiger aber auch ganz besonders die drei zweiten Plätze des FC Bayern zu spüren, bei ihm haben sie eventuell doch mehr Wirkung gezeigt, als er, als der DFB und als „Jogi“ Löw zugeben wollen. Natürlich gehört Schweinsteiger in die deutsche Nationalmannschaft, natürlich gehört er auch zu den festen Größen des europäischen Fußballs, aber man muss eben auch mal „nein“ sagen können. Schweinsteiger selbst aber sagte vor dem Italien-Spiel: „Ich bin fit.“ Wie bitte? Durch einen Crash-Kurs? Er mag schmerzfrei gewesen sein, aber ganz sicher nicht fit. Und ich bin gespannt, wie lange es in der kommenden Saison dauern wird, bis der „Schweini“ wirklich wieder zu hundert Prozent fit ist. Aber wenn es ein solches Vertrauensverhältnis zwischen Spieler und Bundestrainer gibt, wie es offensichtlich der Fall ist, dann hätte Löw seinem Star vielleicht in einem Vier-Augen-Gespräch klar machen müssen, dass es für die Mannschaft diesmal besser ist, ohne ihn . . .

Aber das ist vielleicht auch ein wenig zu viel verlangt. Und warum bei Schweinsteiger anfangen, wenn schon Podolski und Gomez „mittun“ dürfen? Ich wurde ja bei „Matz ab“ ausgelacht, als ich kürzlich schrieb, dass mir der FC Arsenal Leid täte. Weil die Engländer einen Mann gekauft haben, der seine Zukunft schon hinter sich hat. Da bin ich auch mal gespannt, wie sich das so auf der Insel entwickelt. Sehr, sehr, sehr gespannt sogar. Ich habe das Gefühl, dass Podolski unter die Denker gegangen ist. Er denkt zu viel über sein Spiel nach, statt wie früher unbekümmert den direkten Weg zum Tor zu suchen. Ich jedenfalls war total entsetzt über diese EM-Vorstellung des Kölners, besonders natürlich über diese 45 Minuten gegen Italien. Außer einem Foul von ihm habe ich nichts gesehen.

Nun gut, jetzt bin ich auch noch einmal mittendrin statt nur dabei. Interessant fand ich, was ZDF-Experte Oliver Kahn (43), Vize-Weltmeister von 2002 und dreimaliger „Welttorhüter des Jahres“, im Gespräch mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein zum deutschen Scheitern im EM-Halbfinale gesagt hat. Da war nämlich enorm viel Kluges und Wahres dabei:

„Was ich in den letzten Jahren beobachtet habe, ist so ein bisschen das Verleugnen ganz wichtiger, ganz zentraler Tugenden und Werte, die den deutschen Fußball früher ausgemacht haben – Grundeinstellungen wie Zweikampfhärte, Wille, Leidenschaft, Einsatz. All das hat bei der deutschen Mannschaft diesmal gefehlt. Wir tun so seit einer gewissen Zeit, ca. seit 2006, als bräuchten wir all diese Tugenden nicht mehr, als könnten wir alles immer ganz leicht, spielerisch lösen. Man hat gerade in diesem Spiel gesehen, wie wichtig diese Dinge sind. Eine dieser Tugenden heißt: Verantwortung übernehmen. Wenn es 0:1 oder 0:2 steht, wo ist dann der Spieler, der Verantwortung für das Team übernimmt…?“

Oliver Kahn sagte auch:

„Es ist oft von den ‚flachen Hierarchien’ im deutschen Fußball die Rede. Der Nachteil dabei ist, dass die Spieler nicht zur Verantwortung erzogen werden. Und genau das hat in diesem Spiel letztlich gefehlt. Wir sollten uns auf die alten Tugenden besinnen, die den deutschen Fußball groß gemacht haben. Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie wir die modernen Facetten des Fußball, die Spielphilosophie mit den alten deutschen Tugenden verbinden können.“

Und dann gab es noch eine kleine Kritik an Löw:

„Diesmal hat das Konzept, das der Bundestrainer sich ausgedacht hat, alles andere als funktioniert. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft in diesem taktischen System noch nie zusammengespielt hat. Kroos hatte die Aufgabe, Pirlo fast schon in Manndeckung auszuschalten. Das hat dazu geführt, dass sich Özil und Kroos fast immer auf den Füßen gestanden haben. Özil hat auch versucht, das Zentrum zu besetzen. Damit waren zwei in der Mitte, und die ganze rechte Seite blieb dann praktisch frei.“

Dabei waren dem früheren Welttorhüter auch folgende Dinge nicht verborgen geblieben:

„Wenn dann noch solche Fehler im Defensivbereich gemacht werden, eigentlich einfache, unverständliche Fehler, Konzentrationsfehler, dann muss man sich nicht wundern, wenn man gegen so eine hoch motivierte Mannschaft wie die Italiener rausfliegt. Fußball ist ja zunächst einmal ein Fehlervermeidungsspiel. Es geht darum – gerade auf diesem Niveau – so wenig Fehler wie möglich zu machen. Wenn Du natürlich solche Klopse machst wie die deutsche Mannschaft im Defensivbereich, die Italiener geradezu dazu einlädst, die Tore zu erzielen, dann wird es natürlich sehr schwierig.“

Alles war recht ist, aber da hat Kahn schon viel Wahres gesagt. Ich habe ja auch bei „Matz ab live“ unseren Gast Lotto King Karl gefragt, ob Deutschland nicht auch der eine oder andere „harte Hund“ (einer wie der Spanier Ramos, wie van Bommel bei den Niederländern) fehlt? Mein Kollegen „Scholle“ hat mich ausgelacht, als ich meine Bedenken über unsere Innenverteidigung äußerte. Badstuber und Hummels wollen Fußball spielen. Deutschland war und ist stolz darauf, nur noch ganz wenige Fouls zu begehen – aber was nützt einem ein Fairness-Preis, wenn man die großen Titel nicht gewinnt? Balotelli ist eine richtige Kante, der zur Not auch durch Betonwände marschiert – mit dem Kopf voran. „Scholle“ aber sagte zu mir: „Ach was, der Balotelli ist doch auch kein Überflieger, der hat doch keine überragende Saison gespielt. Nein, nein, den legen die Deutschen schon an die Kette . . .“

Wie Kahn schon sagte: deutsche Tugenden. Ich weiß, ich weiß, keiner kann das mehr hören. Aber fehlt uns nicht so einer wie der frühere Stuttgarter „Eisenfuß“ Karlheinz Förster? Oder Jürgen Kohler? Oder ein Willi Schulz? Von dem hieß es stets: „Wer an Schulz vorbeikommt, hat selber schuld.“ So richtige „Hacker“ gibt es doch heute gar nicht mehr. Einen „Treter“, der schon beim Auflaufen die Ellenbogen ausfährt. Der einem Angst und Schrecken einjagt, wenn man ihn nur sieht. Die deutschen Abwehrspieler wollen „nur spielen“. Um keine Freistöße in Tornähe zuzulassen. Mag ja sein, dass so etwas auch ganz gut ist, aber einen Balotelli bekommt man nur zufassen, in dem man ihm auch mal die Kante gibt. Ohne unfair zu sein – einfach nur mit gesunder Härte. Spanien hat diesen Ramos, und der wird dem Balotelli schon zeigen, wo Bartel den Most holt.

Und so sehr ich es auch begrüße, dass in Fußball-Deutschland den jungen Leuten, sogar den ganz jungen Leuten das Fußball „spielen“ beigebracht wird – es dürfte auch schon der eine oder andere Hauch von Härte vermittelt werden. Heute sind die jungen Fußballer, die kurz vor den Bundesligen stehen, alle super und großartig mit viel, viel Technik ausgebildet, aber einen Schuss sollte irgendwann doch auch mal wieder ein Thema werden. Die Mischung macht’s.

Um noch einmal kurz auf Oliver Kahn zurückzukommen: Er war trotz allem nur zweiter Sieger bei dieser EM, denn sein frühere Kollege Mehmet Scholl, der war bei der ARD der große Gewinner dieser EM. Trotz des „Wundlegens“ mit Gomez. Was Scholl alles während dieser Meisterschaft an fußballerischen Weisheiten verkündete, wie er fußballerische Feinheiten aufklärte und erklärte, das war erste Sahne. Der Mann hat es drauf, und ich kann dem großen Trapattoni nur beipflichten: „Scholl wird mal ein großer Trainer.“

Und wo ich gerade bei Irland (Trapattoni) bin. Die Uefa wird den „irländischen“ Fans (würde Rudi Völler sagen, ich kann es mir nicht verkneifen!) einen Sonderpreis verleihen – weil diese Anhänger während der EM-Tage so positiv aufgefallen sind. Die haben gesungen, geschunkelt, gefeiert – obwohl die Iren nur verloren haben. Irlands Ikone Roy Keane waren die grünen Partys nach Niederlagen allerdings ein großer Dorn im Auge. Er sagte während der EM: „Ich denke, die Spieler und Fans müssen ihre Mentalität ändern. Lasst uns nicht gegenseitig verarschen, die Anhänger wollen ihr Team gewinnen sehen. Wir sind ein kleines Land, aber lasst uns hin und wieder nicht nur mit dem Rumgesinge zufrieden geben.“ Was der ehemalige Kapitän der irischen Nationalmannschaft jetzt wohl sagt, dass Irland nun noch einen Preis für das Rumgesinge erhält. Wird Keane eventuell am Fußball generell zweifeln? Vielleicht. Ich aber habe mir damals schon gedacht: Jetzt dürfen die Fans schon nicht mal mehr singen, schunkeln und feiern. Sind zuschlagende Krawall-Brüder denn doch erwünschter? Oder wie kann man sich den idealen Zuschauer denn „schnitzen“? Schlagen sollen sie nicht, singen, schunkeln und feiern sollen sie auch nicht – eines Tages, da bin ich mir sicher, werden wir schon noch den „idealen Fan“ haben. Ob ich das allerdings noch erlebe, das bezweifle ich doch stark.

So, ansonsten bin ich froh, dass wir morgen den letzten EM-Tag vor uns haben. Nicht wegen der EM an sich, nein (es hat doch viel Spaß gebracht), sondern deswegen, weil einen Tag später der HSV in die neue Saison starten wird. Herrlich. Wunderschön. Endlich. Die Bundesliga hat uns wieder. Natürlich nicht gleich und sofort, aber den Hauch davon erleben wir auf jeden Fall schon mal. Und wenn dann noch der eine oder andere neue Spieler nach Hamburg kommen wird, dann sieht die ganz Geschichte ja auch schon wieder viel freundlicher (für den HSV und seinen Anhang) aus.

Zur Erinnerung: Morgen, nach dem EM-Finale zwischen Spanien und Italien, ist „Matz ab live“ wieder in Schnelsen und damit im „Champs“ zu Gast, und wir haben zwei besonders tolle Gäste: HSV-Kapitän Heiko Westermann und HSV-Heimkehrer Maximilian Beister. Ich freue mich – auch auf euch, wenn ihr wieder dabei seid. Ansonsten muss ich zugeben, dass ich gesundheitlich ein wenig schwächele – Magen-und-Darm-Grippe, aber volle Delle, den ganzen Tag im Bett. Und wir hatten so viel Sonne heute. Aber das sind wohl Nachwirkungen des deutschen EM-Aus . . .

Ein schönes Wochenende für alle “Matz-abber”

19.05 Uhr

EM-Notizen mit Scholl, Polen und Trompeten

10. Juni 2012

Ist ja EM. Und ich habe gerade – per Zufall und wieso auch immer – in der Redaktion ein altes Bundesliga-Sonderheft in die Hände bekommen. Eines von der Saison 2010/11. Als ich darin blätterte, las ich eine Überschrift von einem Interview mit Rudi Völler. Der Sportchef von Bayer Leverkusen gab da den gewagten Satz von sich: „Michael Ballack wird der ganzen Liga guttun.“ Tat er aber dann doch nicht, wie wir heute wissen. Und dabei hätten viele HSV-Fans den Herrn Ballack doch so gerne in Hamburg und beim HSV gesehen. Aber, und nun zur EM, was stört uns dieses Geschwätz von gestern? Auch die ganz Großen können sich irren. Wie auch die Kleinen: Ich habe mich ja jetzt ein weiteres Mal geirrt, denn ich habe nicht an einen deutschen Sieg gegen Portugal geglaubt. Es war zwar eng, aber die Löw-Truppe hat gewonnen – also lag ich daneben. So geht das im Fußball. 1:0-Siege, so heißt es in unserem Sport, sollen die schönsten sein. Und obwohl es ja viele Sportsfreunde hierzulande gibt, die der deutschen Mannschaft ein schlechtes Spiel attestieren – ich halte dagegen. Deutschland hat das Spiel gemacht, die Portugiesen haben Beton mit ein wenig härterer Härte angemischt.

In der Totalen im Fernsehen sah man es oft eindrucksvoll: alle Portugiesen im und am eigenen Strafraum. Und die Deutschen, die mit vier, fünf, sechs oder gelegentlich mit sieben Mann angriffen, bissen sich immer wieder fest. Räume dicht. Und mit Mann und Maus kann man gegen diese Portugiesen eben nicht stürmen, denn dann läuft man ins offene Messer. Habt ihr noch in Erinnerung, wie Ronaldo einmal Mitte der zweiten Halbzeit auf links abging? Wie Schmidts Katze. Wie von einem anderen Stern. Hat er den Raum, ist er nicht zu stoppen. Deswegen war dieses Spiel so gefährlich für die DFB-Auswahl. Seien wir alle zufrieden, dass es am Ende einen 1:0-Sieg gab – ich hätte auch mit einem 0:0 gut leben können. Zumal es einige deutsche Spieler gab, die lange nicht ihre 100 Prozent abgerufen haben: Lukas Podolski war bei 60 Prozent (höchstens), Bastian Scheinsteiger bei 70 Prozent (höchstens), Philipp Lahm bei 80 Prozent (allerhöchstens – oder allerhöökschtens, wie Löw sagen würde). Da muss es noch einige gewaltige Steigerungen geben. So wie die von Mats Hummels, der der überragende Mann im deutschen Team war. Zum Glück hatte Löw nicht auf per Mertesacker gesetzt – dann hätte ich auch am Bundestrainer arg gezweifelt.

Wobei, das muss ich schon zugeben, ich nach dem Spiel auch noch etwas andere Sorgen hatte. Die mit „Matz ab live“. Da hatten wir ja mit dem ehemaligen HSV-Profi Detlef Spincke und dem Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, Eberhard „Eddy“ Münch (auch Gründungsmitglied Eintracht Norderstedt, Mitglied im DFB-Sozialausschuss, und, und, und), zwei sehr gute, ich möchte fast sagen überragende Gäste, die viele großartige Sachen über den Fußball zu sagen hatten. Aber am Übertragungsort wollte natürlich gefeiert werden. Da kamen sich dann Disk-Jockey, Musik und „Matz ab live“ mitunter – und nach meiner Meinung zu oft – in die Quere. Ich gebe zu, ich wollte schon während der „Sendung“ einige Male hinschmeißen, und ich hatte auch danach einen total dicken Voll-Hals. Das drückt sich dann wie folgt aus: Mikrophon von Kopf und Mund genommen, Lederjacke angezogen, den beiden Technikern des Abendblattes die Hand gegeben (Danke und tschüs) – und weg. Es hat keine Minute gedauert, bis ich das Lokal verlassen hatte und im Auto saß. Und wenn ich zum Schluss gesagt habe, dass das die letzte Sendung gewesen sei, so war das lediglich und nur für diesen Ort gedacht. Wir werden uns etwas anderes einfallen lassen (müssen), so geht es jedenfalls nicht.

Obwohl ich auch zugeben muss, dass ich „volles“ Verständnis habe für die Fans. Die jubeln während des Spiels mit, die haben „VUwe-VUwe-Seelas“ (die Dinger aus Südafrika!), Trompeten, Tröten und Rasseln mitgebracht, die schreien und ein pfeifen und sind – wie wir – in Deutschland–Trikots gekommen, die wollen natürlich feiern. Die wollen dann auch die Sau rauslassen. Nach einem Sieg und zehn Bier. Und dann kommen wir und – bitten um Ruhe. So geht es natürlich auch nicht. Und das müssen wir schon auf unsere Kappe nehmen, ganz klar. Falsch gedacht und falsch geplant.

Obwohl, und dann ist auch Schluss mit diesem Thema, „uns Scholle“ sagt, alles sei vorher – das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis – mit dem Wirt abgesprochen gewesen. Was für mich aber total egal ist. Du kannst einfach keine bierseligen Fans mit einem Knopfdruck abschalten. Ich mag aber, das sei noch gesagt, Wolfgang Petry – auch richtig schön laut. Das war ja unser „Rausschmeißer“. Und Ende.

Zum Fußball. Fast jedenfalls. Ist ja EM. Und Frau M. hat sich natürlich auch Deutschland gegen Portugal angesehen. Wir sprachen spät in der Nacht noch drüber. Sie: „Ich verstehe nicht, dass diese Sache mit Boateng und er Gina-Lisa so im Mittelpunkt steht. Als gäbe es keinen Fußball . . .“ Und was sagst du so zum Spiel? Frau M.: „Cristiano Ronaldo, der gefällt mir. Ein toller Spieler. Und sieht nebenbei auch gut aus. Und dass der ein so großer Star ist, das merkt man ihm nicht an, der meckert doch nie, der ordnet sich total unter – da ist nichts von Star-Gehabe oder Arroganz erkennbar. Toller Mann und toller Spieler.“ Und ein Deutscher? Gibt es auch einen deutschen Nationalspieler, der dir gefällt? Frau M.: „Ja, du wirst es vielleicht nicht glauben, aber das ist der Mesut Özil.“ Wieso der? Frau M.: „Der spielt klasse, wie der mit dem Ball umgehen kann – wie kein anderer Deutscher. Und trotz der Tatsache, dass er ja eigentlich ein Star ist, der bei Real Madrid spielt, ist er immer auf dem Teppich geblieben. Der ist kein Lautsprecher, im Gegenteil, der ist immer still und bescheiden – der gefällt mir in seiner Art einfach, der ist großartig.“

Vielen Dank für diese kleinen weiblichen EM-Randaspekte, Frau M.

Mir hat ja, um beim Thema zu bleiben, stets Mehmet Scholl gut gefallen. Als Spieler, aber auch als ARD-Experte ganz besonders. Er spricht Klartext mit einer gehörigen Portion Schalk im Nacken, mit einer Prise Ironie und mit viel fußballerischem Sachverstand. Gefällt mir, diese Mischung. Während seiner Zeit als Nationalspieler habe ich ihn ja kommen und gehen gesehen (bei der Nationalmannschaft), hatte aber nie auch nur annähernd ein gutes Verhältnis zu ihm. Zum Beispiel gab es mit ihm nie ein Einzelgespräch für mich. Und wenn wir uns mal zufällig im Hotel über den Weg liefen, dann blickte er stets zu Boden – und husch, weg war er. Nicht etwa, weil er so schüchtern war oder ist. Das ist er nämlich ganz sicher nicht Er ist nur ein Mensch, der mit der Presse und den dazugehörigen „Fuzzis“ nicht viel zu tun haben wollte. Deshalb machte er immer einen ganz großen Bogen um uns (Journalisten). Ähnlich wie Oliver Kahn, der ja ohnehin nur mit den ganz großen Illustrierten sprach – wenn er sich überhaupt einmal dazu herunter ließ. Okay, gelegentlich kam er zu Pressekonferenzen, da durfte ich ihm dann auch die eine oder andere Frage stellen – aber das war es dann auch schon. Kurios ist für mich nur, dass zum Beispiel diese beiden medienscheuen Spieler, Kahn und Scholl, jetzt nicht nur die ganz großen Fußball-Experten für ARD und ZDF sind, sondern dass sie auch fleißig Reklame machen. Werbung mit Scholl und Kahn ist „in“, läuft auf allen Kanälen. Ich jedoch frage mich, warum ich ausgerechnet das kaufen sollte, was mir zwei „Jungs“ anpreisen, die mit dem „Fußvolk“ eigentlich nie so richtig etwas zu tun haben wollten. Aber Werbung ist wohl so.

Um auf Mehmet Scholl zurückzukommen: Als ARD-Mann neben dem von mir sehr geschätzten Reinhold Beckmann hat der „liebe Scholli“ die Einsatzbereitschaft von Mario Gomez beim Auftaktsieg der DFB-Elf gegen Portugal hart kritisiert – wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt: „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss“, sagte Scholl nach dem Portugal-Spiel in der ARD: „Es war zwischenzeitlich wirklich extrem, wenn man geschaut hat, dass die Mittelfeldspieler, die Abwehrspieler, sie wollten nach vorne spielen, sie wollten in die Spitze spielen. Aber da war keiner. Und das ist immer die Frage, wie lange hält eine Mannschaft so was aus.“

Wenn Gomez dann nicht treffe, gehe die Diskussion los. „Das könnte er ganz einfach vermeiden, in dem er einfach mehr tut fürs Spiel“, befand Scholl und wünschte sich einen lauffreudigeren Auftritt des Angreifers mit einer Torquote von 45 Treffern in 58 Pflichtspielen in dieser Saison.

„Man braucht heutzutage Stürmer, die auch nach hinten laufen. Das gibt es eigentlich im modernen Fußball nicht mehr, dass ein Spieler einfach nur zentral bleibt, keinen Ball kurz haben will, sondern nur irgendwo auf Flanken hofft, oder auf einen Laufweg, der sich auftut hofft, oder auf eine freie Straße, die er benutzen kann. Insgesamt ist das zu wenig“, erklärte Scholl, in der neuen Saison Trainer der Amateure beim Gomez-Club FC Bayern.

Oha. Zwei Münchner bei der EM. Aber diese beiden Münchner werden sich schon demnächst auch wieder beim FC Bayern über den Weg laufen. Wie sie sich dann wohl begegnen werden? Da scheint dicke Luft programmiert zu sein. Wobei ich ganz klar sagen möchte, dass Scholl auch in diesem Fall nicht so falsch liegt. Und ich finde es einfach klasse, dass er es auch schonungslos ausspricht, obwohl er damit einen Vereinskollegen kritisiert. Ohnehin halte ich Scholl in Sachen Experte für den besseren Mann – gegenüber Kahn. Um da mal klar Stellung zu beziehen.

Kurze Randnotiz während der EM: In Polen gibt es ja, von Nationaltrainer Franciszek Smuda eventuell in die Welt gesetzt, das Gerücht, dass nach diesem Turnier die Dortmunder Jakub Blaszczykowski, Lukasz Piszczek und Robert Lewandowski (Manchester United bietet angeblich 18 Millionen Euro für ihn) keine Dortmunder mehr seien werden. Was unglaublich hart für den Meister wäre, keine Frage. Aber es ist eben alles auch eine Sache des Preises. Und der Schmerzgrenze. Dortmund seinerseits soll sich nun auch in den Kampf um Edin Dzeko (Manchester City) eingeschaltet haben – zuletzt waren die Bayern sehr um den ehemaligen Wolfsburger bemüht.
Bin mal gespannt, wie sich das alles entwickeln wird. Piszczek wird mit Real Madrid in Verbindung gebracht, und ich könnte das verstehen. Dieser polnische Verteidiger hat mich in der vergangenen Saison – neben dem Schalker Raul – am meisten beeindruckt, wie er den Platz rauf und runter rennt, wie ihm der Ball gehorcht – klasse, einfach nur klasse. Er spielt mir den Verteidiger schon fast perfekt. Es würde ihm aber bei allen Madrid-Plänen aber wohl doch ein wenig mehr helfen, wenn die polnische Mannschaft wieder ein bisschen besser spielen würde – als die letzten 60 Minuten gegen die Griechen. Mal abwarten, wie sich „ein Drittel Dortmund“ (oder „eine Hälfte Bundesliga“) so entwickelt.

Begonnen habe ich ja mit einem alten Bundesliga-Sonderheft. Aussteigen möchte ich für heute mit der brandaktuellen Schiedsrichter-Zeitung des DFB, das „Offizielle Organ für die Schiedsrichter im deutschen Fußball-Bund“. Die lese ich immer gründlich von vorne bis hinten durch – das ist schon Tradition. Wir bekommen das „grüne Ding“ regelmäßig und kostenlos in die Redaktion – und ich bilde mich auch dadurch immer ein wenig weiter. Zum Beispiel bei kniffligen Regelfragen. Man lernt ja nie aus. Wie wäre es damit: Der Torwart hat den Ball sicher gefangen. Er wirft das Leder zu einem Mitspieler, der im Strafraum steht. Weil der Abwehrspieler einen Gegenspieler hinter sich vermutet, köpft er den Ball in die Arme des Torwarts zurück. Muss der Schiedsrichter eingreifen? Solche Fragen – und noch viel schwerer – finde ich ganz spannend.

Aber zum Kernthema: Ein wenig erstaunt war ich, als ich in der jetzigen Ausgabe 4 (Juli/August – ja, die Unparteiischen sind schon weit vor der Zeit!) auf der Seite 16 ein Foto eines spuckenden Spielers entdeckte – ein Gegenspieler wird angespuckt. Man sieht es in aller Deutlichkeit, nichts wird beschönigt. Und in der Bild-Unterschrift dazu steht dann auch tatsächlich:

Den Gegenspieler anspucken: Die widerlichste aller Unsportlichkeiten muss in jedem Fall mit „Rot“ bestraft werden.

Spontan dachte ich an Christian Lell. Und auch an Paolo Guerrero. Der eine (nämlich der HSV-Spieler) erhält nach einem zugegeben sehr üblen und brutalen Tritt acht Spiele Sperre, der andere, nämlich der Hertha-Spieler aus Berlin, erhält für die „widerlichste aller Unsportlichkeiten“ (so die DFB-Schiedsrichter) fünf Spiele Sperre – er hatte den Düsseldorfer Spieler Assani Lukimya angespuckt. Wahrscheinlich kam in diesem Falle aber noch „strafmildernd“ für den Berliner hinzu, dass er bei diesem chaotischen Relegationsspiel in Düsseldorf auch noch ein zweites Vergehen aufzubieten hatte, denn er hatte ja auch Schiedsrichter Wolfgang Stark beleidigt. Muss nicht zwangsläufig „strafmildernd“ gewesen sein, könnte aber . . .

Nein, ich schrieb es schon kürzlich, als dieses (in meinen Augen) „Skandal-Urteil“ gegen Lell erging – das ist alles nicht mehr normal, was (sich) diese Herren im DFB-Sportgericht leisten. Aber vielleicht wird es uns ja auch mal bei passender Gelegenheit erklärt. Ich bleibe aber dabei: Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Vielleicht ja auch einmal in Denkanstoß, jetzt, wo nichts aktuell passiert ist, mal mit dem DFB zu sprechen und zu verhandeln – das ist doch paradox. Den Schiedsrichter verbal attackieren und dazu auch noch den Gegenspieler anspucken – nur fünf Spiele Sperre? Wo leben die denn in Frankfurt? Immerhin, das sei noch erwähnt, der Kontrollausschuss hatte sechs Spiele Sperre für Lell gefordert. Aber auch das, so muss ich es sagen, wäre für mich ein Witz gewesen . . .

Aber wir haben ja EM. Und da gibt es ja durchaus auch viele positive Aspekte. Zum Beispiel die ersten drei Punkte für Deutschland.

Und wir haben ja, fast schon ein wenig nebenbei, auch immer noch ein bisschen HSV. So richtig viel tut sich da im Moment noch nicht, obwohl ich nicht ausschließen will, dass es da schon bald ein „dickes Ding“
Und dann auch noch das vom HSV:

Liebes HSV-Mitglied,

am kommenden Montag, den 11. Juni 2012 beginnt der Dauerkartenvorverkauf für HSV-Mitglieder. Sie als Mitglied können max. eine Dauerkarte für die Saison 2012/2013 erwerben. Ab den freien Vorverkauf (ab 26. Juni 2012) können bis zu zwei Dauerkarten erworben werden.

Folgende Blöcke stehen im Mitgliedervorverkauf zur Verfügung:

Osttribüne: 2 C, 3 C, 4 C, 5 C und 7 A

Westtribüne: 17 C, 18 C, 19, 20 C und 21 A/B/C

Südtribüne: 9 A/B/C, 10 A/B/C und 11 A/B/C

Eine Übersicht der Blöcke finden Sie hier.

Alle anderen Blöcke stehen nicht zur Verfügung. Im freien Vorverkauf werden keine weiteren Blöcke angeboten.

So buchen Sie Ihre Dauerkarte

– im Onlineshop
– telefonisch unter 01805 / 478 478*
– persönlich im HSV Service Center in der Imtech Arena

Alle Informationen zum Dauerkartenvorverkauf erhalten Sie hier.

Ein Verkauf im HSV CITY STORE und im HSV FANSHOP im Herold-Center wird nicht angeboten.

Und dann gibt es da noch eine SID-Meldung, die mich betroffen macht, denn ich schätze diesen Mann sehr, er ist zwar oft sehr locker und leger, aber er ist mit Sicherheit auch ein großer Fußball-Kenner und -Experte:

Fußballtrainer Peter Neururer liegt nach einem am Sonnabend erlittenen Herzinfarkt in einem Gelsenkirchener Krankenhaus im künstlichen Koma. Der 57-Jährige sei mit Freunden auf der Golfanlage Haus Leythe unterwegs gewesen, als er kurz vor Ende der Runde auf der Bahn 17 zusammenbrach. Mitspieler hätten sofort den Notarzt gerufen. Neururer sei dann zunächst ins Krankenhaus Bergmannsheil und von dort ins Marienhospital zum Herzspezialisten Professor Heinrich Blanke transportiert worden.

Gute Besserung, lieber Peter!

Viel Spaß bei den heutigen EM-Spielen.
Und morgen einen guten Start in die neue (EM-)Woche.

16.23 Uhr

Drobny trainiert – Rincon auch

6. April 2012

Vom Sonnyboy ist im Moment nicht viel zu sehen. Thorsten Fink lachte viel, plauderte aufgekratzt, wirkte unverkrampft, als er den Trainer-Job beim HSV übernahm. Inzwischen wirkt er in sich gekehrt, total angespannt – nachdenklich. Ist ja auch klar, das Lachen vergeht im Abstiegskampf jedem – erst recht einem Coach. Kürzlich gab Fink schon zu, dass dieses Amt in Hamburg der härteste Job seines Lebens ist. Inzwischen dürfte das schon wieder überholt sein, denn allmählich wird es brutal. Die personellen Ausfälle häufen sich. Der HSV bekommt zum Sonntags-Spiel gegen Bayer Leverkusen (17.30 Uhr im Volkspark) zwar eine Mannschaft zusammen, aber das ist eben eine Elf, die weit von einer Bestbesetzung des HSV entfernt ist. Immerhin: In Sachen Jaroslav Drobny sieht es wieder ein wenig besser aus, denn der Keeper trainierte heute schon eine halbe Stunde – und dazu gibt es über eine „Wunderheilung“ zu berichten: Tomas Rincon bekam nach seiner Schienbeinverletzung „grünes Licht“ von der ärztlichen Abteilung des HSV, der Venezolaner trainierte bereits am Donnerstag zweimal – und auch heute über die gesamte Dauer mit. Ganz klar: Rincon wird gemeinsam mit David Jarolim auf der „Doppelsechs“ spielen. Und ich rechne auch ganz, ganz stark mit dem Einsatz von Drobny, der sich am Sonnabend um 15 Uhr beim Abschlusstraining einem Härtetest unterziehen wird.

Und wo wir gerade dabei sind: Rechtsverteidiger wird Jeffrey Bruma sein, das hat Thorsten Fink bereits entschieden. Sodass die Viererkette dann mit Bruma, Michael Mancienne, Heiko Westermann und Dennis Aogo besetzt ist. Im vorderen Mittelfeld rechts wird Ivo Ilicevic auflaufen, vorne links Marcell Jansen, in der Mitte soll Mladen Petric das Spiel lenken und gleichzeitig torgefährlich sein, und als Spitze wird Marcus Berg auflaufen. Und, um das komplett zu machen, Deutschlands WM- und EM-Schiedsrichter Wolfgang Stark wird die Partie am Sonntag leiten.

Das heutige Training begann zunächst ohne Keeper Drobny. Torwarttrainer Ronny Teuber „beschoss“ und beschäftigte abwechselnd Sven Neuhaus und Nachwuchsmann Florian Stritzel. Um 15,23 Uhr betrat dann Jaroslav Drobny den Rasen der Arena. Der Tscheche wärmte sich auf, verließ dann mit Teuber das Stadion, um auf dem Trainingsrasen zu wechseln. 30 Minuten dauerte die „Spezialbehandlung“ a la Teuber, und in diesen 30 Minuten nahm sich Drobny einige Auszeiten, um sich zu erholen. Um 16.15 Uhr kehrte Teuber dann allein in die Arena zurück, wo er seinem Chef-Coach in (ganz) kurzen Zügen einen verbalen Überblick über die Torwart-Lage gab. Thorsten Fink hörte sich das alles an, ohne aber den Blick vom gerade laufenden Trainingsspielchen zwischen A und B zu lassen. Wie gesagt, es ist in diesen Tagen wenig spaßig, HSV-Trainer zu sein, Fink wirkt enorm, ganz enorm angespannt. Vielleicht auch deswegen, weil die letzten sechs Spiele dieser Saison nicht gerade einfach werden für seinen HSV. Leverkusen ist da erst ein Anfang, aber auch ein sehr, sehr harter und unangenehmer, denn: Anders als zuletzt bin Kaiserslautern, wo es ja auch gerade einen Trainerwechsel gegeben hatte, hat Bayer Leverkusen doch erheblich mehr Qualität im Kader. Und wenn diese Qualität durch den finnischen Interimscoach Sami Hyypiä wieder ein wenig „wachgekitzelt“ wird, dann könnten durchaus unangenehme 90 Minuten für den HSV bevorstehen. Könnten. Muss ja aber nicht so sein.

Bei der Gelegenheit: Ich wurde vielfach gefragt, warum der DFB nicht gegen den „Ersatztrainer“ Hyypiä vorgeht, der keine Trainerlizenz hat. Dazu kann ich sagen, dass der DFB ja auch einige Tage beim HSV zugesehen hatte, als damals Rodolfo Cardoso (ohne Lizenz) den Job von Michael Oenning übernommen hatte. Erst eine dauerhafte Lösung des Trainer-Problems durch und mit Cardoso wurde durch den DFB verhindert. Deswegen wird Leverkusen mit Sicherheit auch eine kleine Zeit der Konsolidierung eingeräumt – aber dann muss auch eine Lösung mit Lizenz gefunden werden. Ganz sicher. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer kennt da nichts, glaubt es mir. Aber erst einmal gilt: gemach, gemach. Und: Was hilft es, auf andere Klubs zu blicken, die ein solches Trainer-Problem vor sich her schieben? Nichts. Hätte Leverkusen nun einen Hyypiä mit Lizenz, dann würde es auch nichts an der Situation ändern, der HSV müsste ganz einfach damit klarkommen.

Der HSV muss seine Hausaufgaben machen. Und da sieht Thorsten Fink eindeutig Fortschritte bei seiner Mannschaft. „Wir haben in der Pfalz gezeigt, dass wir den Abstiegskampf annehmen. Wir haben dort so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Stimmung bei uns ist gut, im Training herrscht eine gute Mentalität, das heißt, wir haben eine konzentrierte und auch aggressive Stimmung auf dem Platz – und das müssen wir am Sonntag auch wieder rüberbringen“, sagt Fink. Zwei Heimsiege stehen für den HSV in dieser Saison erst zu Buche, zweimal ein 2:0 (gegen Hoffenheim und Nürnberg) – was gibt es diesmal? Wird die kümmerliche Bilanz diesmal (endlich einmal) ein wenig verbessert? Jetzt, wo es zuletzt doch auch ein Erfolgserlebnis gegeben hat, das ja eigentlich – zumindest ein wenig – beflügeln müsste.

Allerdings: Leverkusen hat wahrscheinlich wieder Michael Ballack an Bord, der “Kapitano” hat sich plötzlich und unerwartet wieder fit zurückgemeldet. Und Ballack ist eben nicht nur ein Mann, der gut und platziert schießen kann, er kann eben auch sehr gut köpfen. Eine zusätzliche Gefahr für das HSV-Tor. Aber: Für Ballack, der gefühlt ein halbes Jahr nicht mehr für Bayer zum Einsatz gekommen ist, müsste ja auch das gelten, was bei jedem Spieler gilt: mangelnde Spielpraxis. Er wird mit Sicherheit, falls er wider Erwarten in der Anfangsformation stehen sollte, noch keine Bäume ausreißen können. Im Gegenteil, vielleicht kann der HSV ja aus der Personalie Ballack auch einen (kleinen) Vorteil ziehen . . .

Falls Ballack im Bayer-Mittelfeld aufdribbeln sollte, könnte er es mit den Hamburger Sechsern Jarolim und Rincon zutun bekommen. Falls Rincon allerdings doch noch eine Rückfall (in Sachen Schienbeinentzündung) erleidet, wären die Alternativen Robert Tesche (jetzt mit der Mladen-Petric-Frisur!) und Per Ciljan Skjelbred. Wobei ich sagen muss: Der Norweger hat mir im heutigen Training schon mal sehr gut gefallen, Skjelbred wirkte spritzig, unternehmungslustig, agil, heiß, willig und sehr inspiriert. Das hatte Gesicht. Bleibt nur zu hoffen, dass er das alles dann auch bei einem möglichen Einsatz mal umsetzen kann.

Ein kleines Fragezeichen gibt es auch hinter der Personalie Bruma. Kann der Niederländer, der zuletzt den Widerstand des Mannschaftsrates zu spüren bekam (die älteren Spieler sprachen sich für Mancienne aus), überhaupt Rechtsverteidiger? Fink: „Erst einmal haben wir da keinen anderen, der da schon öfter gespielt hat, und dann hat Jeff diese Position ja auch schon mal gespielt. Und dann Michael Mancienne, der auch rechts spielen könnte, ja gut mit Heiko Westermann harmoniert, will ich da auch nicht zu viel umstellen. Wir haben zuletzt zu Null gespielt, deshalb bin ich überzeugt davon, dass man dann nicht groß umstellen sollte. Und es bleiben ja auch nicht zu viele Möglichkeiten mehr für uns übrig.“

Tomas Rincon, der einst auch beim HSV gelegentlich (aus der Not heraus) rechts verteidigen musste, wäre auf jeden Fall in den Augen Finks keine Alternative: „Er ist ein zentraler Mittelfeldspieler, aber kein Rechtsverteidiger.“ Weil ihm da auch gewisse offensive Qualitäten fehlen. Die ihm aber auch auf der Sechs gelegentlich fehlen und auch schon fehlten. Deswegen wäre als Nebenmann von Jarolim („Jaro muss bleiben!“) auch Skjelbred vorstellbar. Fink über das bevorstehende Spiel: „Leverkusen spielt mit, da können wir vielleicht kontern, die wollen auch gewinnen hier, die spielen nicht nur auf einen Punkt – ich glaube nicht, dass wir da auf ein Abwehrbollwerk prallen werden.“ Deswegen täte dem HSV-Spiel ja auch ein Mann (wie Skjelbred), der offensiv denken und spielen kann, auch ganz gut. Mal sehen und abwarten, wie das beim Abschlusstraining aussehen wird.

Für den Fall, dass der HSV dann (im Laufe des Spiels – bei einem eventuellen Rückstand) noch offensiver denken und spielen wird, spielen muss, gibt es ja auch noch einen Gökhan Töre auf der Bank. Der Deutsch-Türke wirkte heute ein wenig angeschlagen, humpelte auch gegen Trainingsende etwas, aber er wäre wohl auch eine gute Alternative, um den Gegner ein wenig, wenigstens ein
wenig zu verwirren.

Schlusswort von Thorsten Fink: „Wir haben einen großen Kader, und die, die jetzt spielen, die sind dafür da, dass sie die verletzten Spieler ersetzen. Auch in schwierigen Zeiten – nicht immer nur dann, wenn es läuft . . .“

So ist es.

PS: Am Sonnabend wird im Volkspark um 15 Uhr (vielleicht auch erst um 15.30 Uhr) geübt.

19.13 Uhr

Zurückgekämpft – und dennoch “nur” ein Punkt

5. November 2011

„Wenn wir die ersten 20 Minuten ohne Gegentor und Rote Karte überstehen, gewinnen wir“, hatte Trainer Thorsten Fink vor dem Spiel prophezeit. Eine mutige Prognose, die schon nach sechs Minuten hinfällig war. Ein Freistoß aus 32,5 Metern fälschte Dennis Diekmeier in der Mauer unglücklich mit dem Kopf ab. Der bereits in die rechte Ecke laufende Drobny konnte nicht mehr schnell genug reagieren – das 0:1. Und ein Tor, das aus einer eh müden Anfangsphase des HSV eine dominante machte. Allerdings nicht für sondern gegen den HSV. Denn von nun an schien es, als hätte Bayer einen Mann mehr auf dem Platz. Insbesondere durchs Mittelfeldzentrum marschierten Lars Bender und Michael Ballack wie sie wollten – und bereiteten weitere gute Chancen vor. Der HSV kam gar nicht mehr zu entlastenden Angriffen, hatte arge Probleme, überhaupt Anspielpunkte im Mittelfeld und Angriff zu finden, was auch dazu führte, dass Paolo Guerrero unzählige hohe Bälle mit Gegner im Rücken verarbeiten musste. Er tat es auch, hatte allerdings seinerseits keine Anspielpunkte.

Knapp 70 Prozent aller bayer-Angriffe wurden durchs HSV-Zentrum vorgetragen. Ein erschütternder Wert für den HSV, der in der 20. Minute auch die überfällige Strafe nach sich zog. Michael Ballack konnte ungehindert bis kurz vor den HSV-Strafraum laufen und zog ab. Sein von inzwischen drei HSVern abgeblockter Ball landete bei dem dadurch sträflich freistehenden Schürrle, der von links scharf hineinflankt und dank Dennis Aogos Aussetzer Lars Bender findet – das 2:0. Eine Vielzahl von Stellungsfehlern, die den HSV zurückwarfen.

Und der HSV wirkte geschockt. Das allerdings irgendwie von der ersten Sekunde an. Nur jetzt noch mehr. Das Spiel schien früh entschieden. Zu chancenlos waren Heiko Westermann und Co., zu große dagegen die Probleme gegen die Werks-Angreifer. Passend, dass eine heimatlose Flanke von rechts zur größten HSV-Chance wurde. Allerdings schien Jansen seine Möglichkeit selbst nicht fassen zu können – freistehend vor Leno schoss er selbigen an (23.).

Dennoch, plötzlich kam der HSV. Ebenso unersichtlich wie die Mannschaft von Thorsten Fink vorher teilnahmslos wirkte, setzte sie die jetzt ihrerseits eingeschläfert wirkenden Leverkusener unter Druck. Und in der 24. Minute war es wieder der starke Marcell Jansen. Diesmal kam er frei zum Kopfball – er verzog aber freistehend. Eine größere Chance hatte anschließend noch Schürrle (31.), allerdings verdiente sich der HSV den Anschlusstreffer jetzt. Und in der 32. Minute war es dann so weit. Ein Freistoß aus dem Halbfeld landete bei Kapitän Westermann, der den Ball gar nicht so richtig traf – allerdings noch richtig genug, denn er war drin.
Das 1:2 aus HSV-Sicht in der 33. Minute. Und hätten sich Son oder Töre in der 40. Minute schneller für einen Abschluss entscheiden können – es wäre sogar der Ausgleich drin gewesen – und das nicht einmal unverdient. Vollkommen unverdient, weil einfach falsch, dann der Pfiff des ansonsten guten Knut Kircher. Einen Allerweltszweikampf (eine identische Szene wurde in der Schlussminute nicht abgepfiffen!) zwischen Friedrich und Guerrero nahm der Unparteiische zum Anlass, einen Treffer von Marcell Jansen abzupfeifen. Ein Pfiff, den selbst Experte und Ex-Fifa-Schiri Markus Merk in der Halbzeitpause nur bedingt zu argumentieren versuchte.

Und trotz des aberkannten Treffers ließ sich der HSV nicht hängen. Im Gegenteil. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Der HSV blieb spielbestimmend. Zwar hatte Bayer durch einen Ballack-Fernschuss die erste Chance, allerdings drängte der HSV auf den Ausgleich – und schaffte ihn in der 57. Minute. Töre hatte den links startenden Jansen gesehen, sein schöner Lupfer erreichte Jansen, der Leverkusens Keeper Leno mit einem harten und platzierten Flachschuss ins lange Eck keine Chance ließ. Das 2:2! Der HSV war auch ergebnistechnisch wieder zurück im Spiel.

Einen verunglückten Derdiyok-Schuss später (65.) hatte der HSV Glück, dass Kircher wieder richtig lag und eine eher harmlose Berührung Töres an Bender nicht als Foul mit einem Elfmeter bestrafte (68.). Ähnlich gefreut haben dürfte sich indes Bayer Leverkusen, als der heute unglückliche Son einen HSV-Konter durch ein dummes Foul abbrach. Dabei hätte der mal wieder auffällige Töre aus rund 16 Metern eine gute Chance für einen Torabschluss gehabt.

Es war inzwischen ein offenes Spiel. Leider jetzt wieder mit lichten Vorteilen für Bayer. Wobei die größte Chance durch Schürrle, der freistehend vor Drobny knapp links vorbeischoss Abseits gewesen wäre. In diesem Fall hatte nach dem HSV und Bayer auch der 23. Mann auf dem Platz, Knut Kircher, Glück, dass sein Fehler ohne entscheidende Folgen blieb.

Am Ende blieb dem HSV wieder nur der moralische Sieg – und ein Punkt, der Westermann und Co. mit Sicherheit nicht vollends zufriedenstellte, aber zumindest aus der direkten Abstiegszone befördert. Und so schwach die ersten 25 Minuten waren, so stark waren die folgenden 35. Dennoch bleiben Fragen. Warum beispielsweise wurde wieder die Anfangsphase verpennt? Wieso hat es der HSV in den letzten 16 Ligaspielen nicht geschafft, ohne Gegentor zu bleiben? Und wie bekommt Thorsten Fink das HSV-Mittelfeldzentrum in den Griff?

Fragen, die wir uns morgen stellen können. Oder besser: sollten. Heute sollten wir uns von einem spannenden Spiel erholen, das mich irgendwie im luftleeren Raum lässt. Eigentlich ist ein Punkt zu wenig – aber wieder war das Spiel so, dass man nicht unbzufrieden sein darf. Dennoch: Ich mag Unentschieden einfach nicht. Schon gar nicht dreimal in Folge.

Aber gut, zumindest Marcell Jansen hat seinen Worten Taten folgen lassen. Er war bis zum Schluss ein Aktivposten und avancierte gar zum gefährlichsten Offensivspieler. Und während Son aktiv aber glücklos blieb, machte Töre wieder ein starkes Spiel. Ebenfalls gut war Mancienne, der ab der 20. Minute ebenso sicher wirkte wie Drobny über 90 Minuten. Dazu ein Kapitän, der trotz offenbarender Ballverstolperer nicht allein wegen seines Treffers bewies, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

In diesem Sinne, ich kann nur hoffen, dass Joachim Löw seine Aufstellung unabhängig von diesem Spiel macht und Aogo seine Chance bekommt, in Hamburg vor heimischem Publikum gegen die Niederlande aufzulaufen.

Und jetzt gibt’s endlich ein Feierabendbier. Schließlich haben wir alle es nicht leicht diese Saison. Aber wir dürfen weiter hoffen. „Wir haben weiter Rückenwind“, so Fink, der sich sicher ist: „So langsam merkt die Mannschaft, wie stark sie ist.“ Ich hoffe es. Vor allem, dass sich diese Stärke endlich auch etwas deutlicher im Ergebnis niederschlägt.

Bis morgen!
Scholle (20.43 Uhr)

+++Töre stat Son als Vorlagengeber korrigiert***

Feuer mit Feuer bekämpfen

4. November 2011

Mehr geht nicht. Das sagt zumindest Heiko Westermann und meint damit das bevorstehende Spiel bei Bayer Leverkusen morgen Abend in der BayArena (18.30 Uhr). „Unter Flutlicht um 18.30 Uhr das Topspiel spielen – das ist doch das Beste, was man haben kann“, so der Mannschaftskapitän, der eine offensiv ausgerichtete Werkself erwarten dürfte. Zumindest, wenn man der vorläufigen Aufstellung im „kicker“ Glauben schenken darf. Da stehen mit Kießling und Derdiyok zwei Angreifer auf dem Platz, die von den offensiven Sam und Schürrle auf den Außenbahnen ebenso wie von dem wieder erstarkten Ballack aus dem Mittelfeldzentrum heraus unterstütz werden (voraussichtliche Bayer-Startelf: Leno – Castro, M. Friedrich, Toprak, Kadlec – Sam, L. Bender, Ballack, Schürrle – Kießling, Derdiyok). „Dann liegen unsere Chancen auch in unserer Offensive“, so Westermann völlig unbeeindruckt.

Und auch wenn meine meist sehr gut informierten Bild-Kollegen von Bayer davon ausgehen, dass statt Derdiyok mit Rolfes ein zweiter Sechser aufgestellt wird, kümmert es beim HSV niemanden. Im Gegenteil: Feuer wird beim HSV inzwischen mit Feuer bekämpft. Endlich. Die Mannschaft versteckt sich nicht mehr hinter starken Gegnern wie noch zu Beginn der Saison. Der Glaube an die eigene Stärke ist zurück. Ein Indiz: für den gesperrten Defensivmann Rajkovic rückte Stürmer Jacopo Sala in den Kader.

Und der neue Mut wird auch noch mit besser werdenden Spielen untermauert. Es wird wieder laut gesprochen. Und das nicht nur im übertragenen Sinne sondern auch auf dem Platz. „Die Kommunikation muss sich noch verbessern“, hatte Fink seit seinem Amtsantritt unermüdlich gefordert. Und zumindest im Training schienen alle Spieler bemüht, mehr miteinander zu reden – was teilweise schon komödiantisches Kauderwelsch erzeugte. Dennoch, zumindest der versuch ist da. „Es wird auch besser“, sagt Westermann, der selbst einer der Wortführer auf dem Platz ist. „Ich versuche immer von hinten heraus lautstark zu organisieren“, sagt Westermann, „daran ändert sich auch nichts.“

Wobei er diesmal einen neuen Partner in der Innenverteidigung hat. Michael Mancienne rückt für den gesperrten Slobodan Rajkovic und den verletzten Jeffrey Bruma in die Innenverteidigung. „Ich werde ihn unterstützen, wo ich nur kann“, sagt Westermann, betont aber zugleich: „Michael und ich trainieren oft zusammen, er haut sich immer voll rein, ist zu 100 Prozent motiviert. Er ist charakterlich top und wird sich reinhauen ohne Ende. Er kennt die Abläufe, und er weiß, was der Trainer will. Ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Spiel machen werden.“ Zudem, das betonte Westermann heute noch mal – ganz im Stile des neuen Trainer: „Wir haben einen großen Kader mit vielen guten Spielern. Wie wichtig das ist, zeigt sich jetzt. Verletzungssituationen sind immer auch die Chance für die Spieler, die dann reinkommen.“ Westermann will sich auch gar nicht in Ausreden versuchen: „Im Gegenteil: wir brauchen keine Ausreden. Das wäre Schwachsinn.“

So sieht es Mancienne naturgemäß auch. „Ich will, dass die Abwehr mit mir Stabilität bekommt. Ich muss mich jetzt beweisen und hoffe, dass ich die neue Chance ergreife.“ Im Trainingsspiel heute wirkte noch nicht alles so flüssig, wie es sein soll. Mancienne antizipierte wie immer gut, vertändelte allerdings als letzter Mann einen Ball – und hatte Glück, dass Trainer Thorsten Fink just in dem Moment abpfiff, als der gegnerische Angreifer (ich glaube, es war Berg) allein aufs Tor von dem auch heute in dem kurzen Abschlussspiel überragenden Jaroslav Drobny. Der Tscheche parierte bei den Torschussübungen wie zuletzt gewohnt stark und hatte im Abschlussspiel eine Riesenszene gegen Romeo Castelen, der aus zehn Metern einen gut platzierten und hart geschossenen Ball nicht an den Fingerspitzen Drobnys vorbeibekam. Sehr zur Freude des lautstark applaudierenden Rests auf dem Platz. „Am wichtigsten war für ihn selbst, zu erkennen, dass er gute Leistung zeigt. Dadurch hat er wieder richtig Selbstvertrauen und ist eine große Stütze“, so Westermann, der ebenso wie Marcell Jansen und im Gegenteil zu Dennis Aogo nicht für die Länderspiele gegen die Ukraine und die Niederlande nominiert wurde.

Auf eine Nominierung für die Startelf hatte auch Marcus Berg gehofft. Allerdings wirkte der Schwede nach seiner leichten Grippe noch immer nicht zu 100 Prozent auskuriert, spielte heute dick eingepackt und mit Mütze im Training. Und musste so mit ansehen, wie Heung Min Son neben Paolo Guerrero – zu dem Peruaner erzähle ich Euch am Ende noch etwas – in der vermeintlichen Startelf aufgestellt wurde und auch noch traf – Son wirkte frisch.

Das konnte man gegen Kaiserslautern eher bedingt über Gojko Kacar sagen. Der Serbe wirkte schwerfällig, durfte heute aber wieder in der vermeintlichen A-Elf trainieren. Und obwohl er i Spiel zum Ende hin mit David Jarolim das Leibchen tauschte, glaube ich, dass er erneut zusammen mit Rincon das Mittelfeldzentrum bilden wird. Zumal mit Bruma und Rajkovic schon zwei kopfballstarke Spieler wegbrechen. Noch einen verkraftet der HSV eher nicht.

Einen herben Schlag – und damit komme ich auf Guerrero – musste ich heute hinnehmen. Vor knapp zwei Jahren hatte ich mich zu einem Interview mit Paolo getroffen. Wir saßen unten im Kabinentrakt und kamen von einem zum nächsten Punkt. Auch auf ihn persönlich. Vorweg: es war ein sensationell nettes Gespräch, in dem mir Paolo letztlich auch sehr viel über sich erzählte. Unter anderem auch, dass er depressiv sei. Wir unterhielten uns über seine Familiensituation, über seine Vertragssituation und viele andere Dinge – und sprachen genau ab, was ich davon für die Geschichte nehmen würde und was nicht. Ich fragte zweimal nach, ob ich seine Depression erwähnen dürfte, schließlich wollte ich damit vorsichtig umgehen. Ich weiß noch genau, was er sagte: „Es ist kein Problem, wenn du das schreibst. Es ist ja wahr.“ Womit er grundsätzlich Recht hat. Und wenn es für ihn okay ist, ist es so. Er allein entscheidet.

Dachte ich zumindest.

Denn nachdem ich die Geschichte aufgeschrieben hatte, noch mal Paolo angerufen und über alle Inhalte informiert hatte (ich wollte auf Nummer sicher gehen und lieber einmal mehr als einmal zu wenig fragen), rief mich ein damaliges Vorstandsmitglied an. Zunächst bat man mich darum, dass ich den Umstand mit der Depression unerwähnt lasse. Als ich sagte, es sei mit Paolo alles doppelt und dreifach abgesprochen, wurde die Bitte dringlicher. Paolo selbst hätte darum gebeten, dass der Vorstand mich doch überredet. Zudem solle ich mir überlegen, was ich mit einer solchen Geschichte anstellen würde. Ich sagte, dass ich mich auf Paolos Meinung verlassen würde und rief Paolo noch mal an. Allerdings konnte ich ihn jetzt nicht mehr erreichen.

Kurzum: am Ende erschien die Geschichte nicht in seiner ursprünglichen Form. Der Depressions-Part war raus, was der Geschichte seinen ursprünglichen Mittelpunkt nahm. Trotzdem konnte ich ruhig schlafen. Ich wollte nicht derjenige sein, der Paolo – zumal nach einem so netten und ehrlichen Vier-Augen-Gespräch – Probleme bereitet. Aber als ich Paolo einige Tage später darauf ansprach, sagte er, dass er die Geschichte so gut fand. Und, dass auch er am besagten Abend vom Vorstand angerufen worden war. Man hatte ihn überredet, dass es besser sei, den Fakt Depression unerwähnt zu lassen. Er selbst habe zwar nicht genau gewusst, warum. Aber er habe keinen Ärger mit dem Vorstand gewollt.

So viel dazu. Möge jeder die Geschichte interpretieren wie er will. Ich jedenfalls weiß – oder besser: ich glaube es seit dem Gespräch zu wissen –, dass Paolo bei aller Naivität in der einen oder anderen Geschichte ein wirklich lieber, netter Mensch ist, der auch Tiefgang haben kann. Er hat nie viel gesprochen, nie viel über sein Privatleben erzählt – aber seit heute wissen alle, warum das so ist/war. Und ich freue mich für ihn, dass es raus ist. Denn, dass er den Wunsch hatte, darüber zu sprechen, wusste ich spätestens seit meinem Interview…

Vielleicht erklärt das Ganze auch, weshalb ich mich immer dafür ausgesprochen habe, Paolo zu halten und zu stützen. Zumal immer unstreitig war, dass der Angreifer ein absoluter Top-Spieler ist. Wie zuletzt gegen Kaiserslautern – und hoffentlich am Sonnabend bei Bayer Leverkusen bewiesen.

Ihr seht: Drobny, Westermann, Guerrero – einstige Problemfälle, die zu absoluten Leistungsträgern gewachsen sind. Der HSV präsentiert sich nach außen stark – „und das werden wir auch auf den Platz übertragen. Wenn wir weiter so arbeiten wie in den letzten Wochen, kommen die Ergebnisse von allein. Warum nicht schon in Leverkusen?“, fragt Westermann – und ich vermag ihm keinen Grund zu nennen. Im Gegenteil.

In diesem Sinne, bis morgen! Da melde ich mich nach dem Spiel bei Bayer, in das wir alle berechtigt große Hoffnungen legen dürfen.

Scholle (18.05 Uhr)

Kurz notiert:

Grüße: Frank Rost ist mit seinen Red Bulls New York gegen LA Galayy im Viertelfinale der Playoffs der Major League gescheitert. Rost, dessen Vertrag noch bis Dezember läuft und der noch an einer Freundschaftsspieltour durch Indien und Mexiko mit den Red Bulls teilnehmen wird, wollte es sich dennoch nicht nehmen lassen, einen Gruß an den Blog, aber vor allem an Uwe Seeler auszurichten: „Ich wünsche Uwe alles, alles Gute zum 75. Geburtstag. Es war und wird für mich immer wieder ein freudiges Erlebnis sein, ihn zu treffen. Ich wünsche ihm nicht nur ein tolles Fest mit seiner Familie und seinen Freunden, sondern vor allem, dass er gesund und der positive Mensch bleibt, der er immer war. Herzlichen Glückwunsch aus New York, Uwe!“

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