Archiv für das Tag 'Arslan'

. . . der muss zum Dino nach Hamburg!

10. Juni 2015

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Erste DFB-Pokalrunde:
FC Carl-Zeiss Jena gegen den HSV
Barmbek-Uhlenhorst empfängt den Erstliga-Absteiger SC Freiburg
Bernd Hollerbachs Würzburger Kicker treffen auf Werder Bremen
und, so viel Zeit muss sein: St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach
gespielt wird am 7. oder 8. August

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Mails von Euch – und ein offener Brief vom DFB

10. Juni 2015

Liebe Matz-abber!

Keine Angst, es wird heute auch noch einen „vernünftigen“ Blog-Beitrag geben. Weil der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach heute mit einem „offenen Brief“ an alle Fußball-Anhänger gegangen ist, und weil die Zeitungen einen solchen langen Beitrag sicherlich nicht zu 100 Prozent abdrucken werden, versuche ich es einmal, diese Gedankengänge des Präsidenten näher zu bringen. Und zwar zu 100 Prozent.
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Die “Affen” tanzen, der HSV liegt am Boden!

16. Mai 2015

Stuttgart bezwingt den HSV im Abstiegs-Endspiel 2:1 – die „Affen“ tanzen, der HSV liegt am Boden. Nun muss es sich am letzten Spieltag zeigen, ob der HSV tatsächlich immer wieder aufstehen kann. Am Sonnabend geht es im Volkspark gegen Schalke 04 um alles – jetzt ist der HSV erst einmal auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen. Es scheint, als müsste auch in diesem Jahr wieder ein Wunder helfen, um den Dino vor der Zweiten Liga zu bewahren. Der HSV bot auch im Ländle eine erschütternde Leistung, der Tabellenletzte war klar und deutlich das bessere Team und gewann verdient. Die Hamburger hatten deutlich mehr Unzulänglichkeiten zu bieten, als der VfB, HSV-Trainer Bruno Labbadia schlug sich mehrfach entsetzt die Hände vor das Gesicht. So wird das kaum noch etwas. Und für das Schalke-Spiel fällt nun auch tatsächlich noch Kapitän Rafael van der Vaart aus, der sich in der Nachspielzeit die zehnte Gelbe Karte der Saison erbettelte – Schiedsrichter Manuel Gräfe erhörte den Niederländer! Jetzt hat es der HSV schon nicht al mehr in eigener Hand, den Abstieg noch zu vermeiden. So sieht die Realität im Mai 2015 aus. Gute Nacht!

 

Mit der Aufstellung überraschte Trainer Bruno Labbadia auch diesmal wieder. Es scheint ein Hobby von allen Fußball-Lehrern zu sein, die den HSV coachen. Diesmal kam Marcell Jansen wie Kai aus der Kiste, und Ivo Ilicevic musste wohl deswegen ins Team, weil er ein Rechtsfuß ist. Obwohl der frühere Lauterer mal gesagt hatte, dass er rechts eigentlich nicht spielen möchte. Nun gut, in der allergrößten Abstiegs-Not frisst der Teufel wohl doch Fliegen . . .

 

Die „Affen“, wie VfB-Trainer Huub Stevens seine Spieler in der Woche tituliert hatte, traten mit der stimmgewaltigen Unterstützung von 54 000 Zuschauern an – aber der HSV hielt tapfer dagegen. Und ging sogar mit 1:0 in Führung. Freistoß von halbrechts, den gab Rafael van der Vaart mustergültig (diesmal mustergültig!) vor das Stuttgarter Tor, und dort stieg am Elfmeterpunkt Gojko Kacar in die Luft und köpfte ein. Der Wahnsinn! Kacars drittes Tor in Folge! Das ist unfassbar! Und die Teamkollegen erdrückten den Serben fast vor Freude. Der HSV auf dem Weg zum rettenden Ufer?

 

Leider nein. Und ausgerechnet Kacar bereitete den Ausgleich der Schwaben vor. Der HSV-Torschütze hätte einen Ball weit und hoch aus dem Strafraum herausschlagen können, nein müssen, aber er traf den Ball nicht gut. Stuttgarts Serey Die fing den Ball leichtfüßig ab, und postwendend flog die Kugel wieder zurück in den HSV-Strafraum, weil Marcell Jansen die Flanke nicht verhindern konnte, im Gegenteil, er fälschte die Kugel noch leicht ab. Am Fünfmeterraum-Eck kam Gentner an den Ball, und der schoss, bedrängt von Slobodan Rajkovic, aus der Drehung den Ball durch die Beine von Rene Adler ins Tor (27.). Wie bitter. Plötzlich war Stuttgart hellwach.

 

Und legte nach. In der 35. Minute hieß es 2:1 für den Tabellenletzten. Eckstoß von links, am kurzen Pfosten verlängerte Gentner (setzte sich gegen Ivica Olic durch) den Ball auf das lange Eck, und dort schien die gesamte HSV-Defensive irgendwie eingenickt. Marcell Jansen ließ den aus Hamburg stammenden Martin Harnik (Vier- und Marschlande) gewähren, der auf der Torlinie (am Pfosten) stehende Ilicevic zog schnell mal den Kopf zwischen die Schultern – Tor. Wie bitter war das denn bitte? So kann man im Abstiegskampf, jedenfalls den in der Ersten Bundesliga, nicht agieren. Das ist ein ganz schlimmes Abwehrverhalten, spricht aber Bände für diesen HSV. Und wenn es ganz schlecht gekommen wäre, dann hätte Harnik kurz vor der Pause noch das 3:1 erzielt, nachdem er sich gegen Rajkovic und Johan Djourou durchgesetzt hatte, aber der Österreicher schoss dann doch zwei, drei Meter am HSV-Tor vorbei.

 

Halbzeit. Und Stuttgart jubelte. Weil der VfB dann ganz klar Chef im Ring war. Die „Affen“, die nach dem 2:1 auch wie die Affen getanzt hatten, waren deutlich besser. Der HSV leistete sich viele und in der Entstehung ganz amateurhafte Fehlpässe, Stuttgart war schneller, wirkte frischer, zeigte viele Ideen – und waren schlicht williger, auch viel hungriger auf den Erfolg. Die HSV-Spieler zeigten dazu einige ungewöhnliche technische Fehler. So „paddelte“ Ivica Olic gleich zweimal bei VfB-Eckstößen am Ball vorbei, als er an erster Stelle stand. So etwas darf ganz einfach nicht passieren – aber beim HSV ist das leider an der Tagesordnung.

 

Die Überlegenheit des Schlusslichtes, das längst am HSV vorbeigezogen war, wurde im zweiten Durchgang noch eklatanter. Der VfB stürmte mit Mann und Maus, und der HSV hatte kaum bis nichts dagegen zu setzen. In der 62. Minute schien das 3:1 fällig, überfällig sogar, als Harnik an Rajkovic vorbeigezogen war und quer legte, aber Djourou rettete in allerhöchster Not vor Ginczek – nur Eckball für den VfB. Und als kurz darauf Adler unter einer Flanke durchlief, hätte Didavi eigentlich nur köpfen müssen, dann hätte es 3:1 gestanden – aber der Stuttgarter zögerte zu lange, Chance vorbei. Glück für den HSV. Aber was hilft es?

 

Adler wehrte noch bravourös gegen den frei vor ihm auftauchenden Kostic ab, der Ball prallte danach gegen die Latte (83.). Und noch einmal Adler in der 88. Minute, als er super gegen den durchlaufenden Werner hält. Zum Schluss war das 1:2 für den HSV noch glücklich, weil es nur so knapp war.

 

Niemals Zweite Liga.
???? Das wird noch enger als 2014!

 

Der HSV spielte mit: Adler; Westermann,
Rajkovic, Djourou, Ostrzolek; Kacar, van der Vaart; Ilicevic, Jansen (64. Min. Jansen); Olic; Lasogga (58. Min. Rudnevs).

 

Die Einzelkritik

 

Rene Adler leistete sich eine Schwäche, ansonsten bewahrte er den HSV vor einer höheren Niederlage. Das war eine Weltklasse-Leistung, Note eins mit Sternchen. Aber was hilft es, wenn eine solche Benotung nur auf den Torwart zutrifft?

 

Heiko Westermann hatte gegen den pfeilschnellen Kostic einen ganz schweren Stand, zweimal wurde er regelrecht „nass“ gemacht, ansonsten war das halbwegs in Ordnung.

 

Slobodan Rajkovic wirkte hölzern und langsam, im Moment scheint er mehr und mehr an Form zu verlieren.

 

Johan Djourou war der einzige Lichtblick in der Viererkette, der Schweizer warf sich immer wieder in die Angriffe der Schwaben – das war okay.

 

Matthias Ostrzolek schwamm mit, und zwar tüchtig, da war von Souveränität und Erstliga-Niveau nicht allzu viel zu erkennen.

 

Gojko Kacar markierte „sein“ Tor, da sah alles noch rosig aus, aber dann ging es bergab mit dem HSV – leider auch für den Serben.

 

Rafael van der Vaart ging leider nach dem 1:1 stetig mit unter.

 

Ivo Ilicevic war nie zu sehen. Warum er das so lange zeigen durfte? Ich weiß es nicht! Null Zweikampfverhalten, das mal nur so nebenbei.

 

Marcell Jansen blieb fast alles schuldig, leider, leider.

 

Ivica Olic das war überhaupt nichts. Und zwar 90 Minuten lang.

 

Pierre-Michel Lasogga tauchte von der ersten Minuten an ab und spielte viel zu lange.

 

Artjoms Rudnevs (ab 58. Min. für Lasogga) wollte bestimmt, konnte aber nichts mehr bewegen. Weil sein Umfeld es auch nicht mehr konnte.

 

Zoltan Stieber (ab 64. Min. für Jansen) ist nicht der Typ, der reinkommt und alles durcheinanderwirbelt. Das bewies er auch in Stuttgart.

 

Das war es zunächst vom Spiel gegen Stuttgart. Wir sind dann gleich wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle, um über die Partie gegen die Schwaben zu sprechen. Unsere Gäste sind heute der ehemalige HSV-Abwehrspieler Detlef Spincke sowie Hamburgs erfolgreichster Amateurtrainer, Bert Ehm, zurzeit Manager des TSV Sasel. Wir vom Abendblatt-TV würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder zahlreich „einschalten“ würdet.

 

PS: Die Zweite hat heute ihr Regionalliga-Spiel in Lübeck gegen den VfB mit 2:0 gewonnen. Ahmet Arslan, der ehemalige Lübecker, erzielte das 1:0, Matti Steinmann den 2:0-Endstand – schon vor dem Seitenwechsel. Glückwunsch!

 

PSPS: Wer immer noch mehr HSV und Fußball will, der sollte morgen den „Sportclub live“ im Dritten Programm (NDR) einschalten. Da sind der frühere HSV-Trainer Frank Pagelsdorf und der ehemalige Volleyball-Bundestrainer, heutige Mental-Coach und immer noch HSV-Ehrenmitglied Olaf Kortmann (auch bei uns schon mehrfach zu sehen) zu Gast. Viel Spaß.

 

17.27 Uhr

Beiersdorfer: „So wird das nix!“

5. April 2015

Lieber HSV, ich möchte mich heute bei Euch bedanken für das gestrige Spiel. Es hat das Blogschreiben sehr vereinfacht. Alle in einen Sack, Knüppel drauf, da kannst du nur den richtigen erwischen.

Nach den vielen, vielen Enttäuschungen dieser Saison und den Vorjahren hat der Verein und mit ihm die Mannschaft auf dem Rasen nun auch noch eine weitere dramatische Eigenschaft entwickelt: Resistenz gegen Trainerwechsel. Man mag darüber streiten, ob der Knäbel-Effekt erst in der siebten Minute des Leverkusen-Spiels verpufft ist oder eigentlich schon mit seiner Inthronisierung, die ja nun alles, aber keinen Aufbruch ausgelöst hat. Letztlich ist der Zeitpunkt unerheblich.

Meine Herrschaften, war das wieder ein erbärmlicher Auftritt dieses HSV. Eigentlich hat die Mannschaft an diesem Nachmittag in der BayArena nur einmal Format bewiesen. Als das Team nämlich nach dem Abpfiff zur Fankurve gegangen ist, um sich den aufgebrachten Anhängern zu stellen. Das war eine gute Geste, aber dass es dazu überhaupt kommen musste, hatten sich die Kicker selbst zuzuschreiben. „Wir haben die Schnauze voll“ und „Wir wollen euch kämpfen sehen“, schrien ihnen die Anhänger entgegen. Was sollen sie in ihrer Verzweiflung auch sonst rufen?

Trotzdem wird der HSV darauf angewiesen sein, dass die Treuesten der Treuen bei der Stange bleiben. „Ich kann die Fans nur bitten, weiter zu ihrem Club zu stehen“, sagte Vereins-Boss Dietmar Beiersdorfer am Ostersonntag. „Sie sind mit uns schon durch viele Täler gegangen. Es ist eine harte Zeit für die Fans.“ Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es an der Kampfbereitschaft des Anhangs am Ende nicht scheitern wird, wenn es um die letzten Körnchen für den Klassenerhalt geht. Aber was ist mit dieser Mannschaft?

„Nach dem frühen 0:1 waren wir tot“, sagte Kapitän Johan Djourou nach seinem Aussetzer in der siebten Minute. Der HSV kann ja ohnehin schon nicht zurückkommen, wenn einmal ein Gegentreffer fällt. Und dann noch so einer…. „Das war dann kein Überlebenskampf mehr“, wie Dietmar Beiersdorfer deutlich sagte. Am neuen Trainer, das betonte Beiersdorfer immer wieder, macht er diese Minus-Leistung nicht fest: „Ich habe mir das Training angeguckt und auch die Besprechung vor dem Spiel. Es ist schwierig, eine Mannschaft besser für ein Spiel zu präparieren, als es hier geschehen ist – aus meiner Sicht. Da waren Zug, Abschlüsse und Überzeugung drin. Aber auf dem Rasen muss es dann die Mannschaft richten. Da entscheiden die Spieler, ob sie sich vorführen lassen, oder ob sie Haltung oder Präsenz zeigen.“

Beiersdorfer weiter: „Wenn wir uns weiter so präsentieren wie gestern, dann werden wir keine Chance haben, die Klasse zu halten. So wird das nix.“

Eine nachträgliche Einzelkritik erübrigt sich im Prinzip. Einige Spieler haben eine derart desaströse Leistung gezeigt, dass man sich fragt, was sie eigentlich beruflich machen. Ostrzolek, Behrami, Djourou – auch Diekmeier, Jiracek oder Müller. Allenfalls kann Adler, Westermann und Ilicevic, wenn man so will auch Olic (weil er den einsamsten Arbeitsplatz Deutschlands hat) so etwas wie Einstellung nachgesagt werden. Im Grunde ist das aber egal. Eine Situation in der ersten Halbzeit steht für mich da sinnbildlich. Vielleicht erinnert Ihr Euch, falls Ihr das Spiel im Fernsehen verfolgt habt, an die Gelbe Karte gegen Dennis Diekmeier in der 42. Minute. Der HSV hatte den Ball in der gegnerischen Hälfte, musste dann nach hinten weichen, wo Dennis Diekmeier den Ball bekam. Er dribbelte, verlor den Ball und „rettete“ alles mit einem Hechtsprung Richtung Ball. Handspiel, Gelbe Karte, Freistoß für Leverkusen waren die Folge. Auf den ersten Blick sah das alles nach einem stümperhaften Diekmeier-Verhalten aus – jedenfalls im TV-Ausschnitt. Dazu kam nun allerdings, dass der Rechtsverteidiger des HSV völlig verzweifelt nach einem Anspielpartner gesucht hatte. Die naheliegende Position, defensives Mittelfeld, war völlig verwaist – das war der Stadion-Eindruck. Behrami und Jiracek schlenderten irgendwo in vorderster Sturmreihe herum, die offensiven Mittelfeldspieler sowieso. Das heißt: Die Vierer-Abwehrkette des HSV war zugelaufen von vier offensiven Leverkusenern, und die Räume im Mittelfeld waren besetzt durch Rolfes und Bender – HSV-Spieler: Fehlanzeige. Niemand hilft beim HSV der armen Sau, die den Ball hat. DAS ist die Einstellung und die Angst, die in die Zweite Liga führt. „Der Gegner fühlt das auch. Und dann ist das schwierig, solche Spiele zu gewinnen“, sagte Dietmar Beiersdorfer. Summa summarum: „So kann man keinen Abstiegskampf betreiben.“ Am Ende standen übrigens 25:4 Torschüsse für Bayer Leverkusen. Die haben sich doch kaputt gelacht über diesen Gegner.

Trainer Peter Knäbel war nicht weniger ernüchtert und enttäuscht. „Ich habe gesehen, auf wen ich mich verlassen kann, und auf wen nicht.“ Schon am kommenden Sonnabend gegen den VfL Wolfsburg werde sich das in der Aufstellung niederschlagen. Wobei sich die Frage stellt, wer sich denn tatsächlich zu den Glücklichen schätzen darf, auf den Knäbel noch setzt. Und vor allem: bringt er jetzt viele Neue – sind das dann die Richtigen?

Knäbel hat „keine elf Männer auf dem Platz gesehen“, und diese Einschätzung wird von manchem Spieler vorbehaltlos geteilt. Johan Djourou, mit einem seiner schlechtesten HSV-Spiele und entsprechend selbstkritisch, gab an: „Wir müssen viel mehr tun und mehr kämpfen für uns, für die Fans, für unsere Familien, für den Verein. Wir müssen kämpfen vom Anfang bis zum Ende. Der Trainer kann nur eine Idee geben, schaffen muss es die Mannschaft. Wir wissen, was Abstiegskampf ist – und jetzt müssen wir damit anfangen.“

Eine traurige Rückkehr in den Kasten „feierte“ Rene Adler. Er hat eine noch deutlichere Niederlage verhindert. „Leverkusen war stark, aber wir haben uns auch selbst geschlagen“, so der Keeper. „Wir machen eindeutig zu viele Fehler und schaffen keine Entlastung nach vorn.“

Aber noch einmal zurück zu Peter Knäbel – er muss nun als verantwortlicher Coach in erster Linie irgendwo Hebel ansetzen. Personelle Veränderungen, das ist das eine. In der ersten Halbzeit sei sein Team in der Defensive noch einigermaßen stabil gewesen, darin sah er tatsächlich etwas Positives. Hier im Wortlaut Ausschnitte aus der Pressekonferenz:
Wie ernüchternd war dieses Spiel für Sie?

Ob jetzt ein Spiel in Leverkusen angetan ist, Selbstvertrauen zu tanken, lasse ich mal dahin gestellt. Aber wenn wir 14 Tage trainieren, ist so sein Spiel enttäuschend, nicht nur ernüchternd. Aber wir hatten alle Nationalspieler auch nur zwei Tage lang zusammen. Insofern haben wir auch nicht die ganze Zeit alles einstudieren können, was wir wollten.“

Sorgen die Djourou-Aussagen, es fehle am Kampf, nicht für Entsetzen?

Ich bin immer vorsichtig bei den Spielern, die eine andere Muttersprache haben. Da hat man für den gleichen Sachverhalt vielleicht weniger Ausdrücke zur Verfügung. Wenn er die Einstellung anspricht, kann man in dem Spiel darauf verweisen, dass die Präsenz in Leverkusen für 50:50-Bälle nicht da gewesen ist. Und wenn man die fußballerische Klasse nicht hat, um solche Situationen zu lösen, wird es schwierig. Es hat eine konkrete Bewandtnis auf dem Platz, dass die Einstellung auf dem Platz nicht gestimmt hat.“

Was macht ihnen für die sieben Spiele noch Hoffnung auf den Turnaround?

Ja, weder rund noch geturnt – da gebe ich ihnen vollkommen recht. Wir hatten zwei Spieler zurück, wobei ich nicht sehr viel von „Hoffnungsträgern“ halte. Aber es ist ein anderes Spiel, wenn Diaz da ist. Er hat eine hohe Passsicherheit und macht andere besser. Auch Lasogga war mal wieder dabei. Und ich habe gesehen, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht. Wer das ist, sage ich aber erst den Spielern.“

Was machen sie mit diesen Spielern?

Was jeder Trainer macht. Man spricht es an, und dann gibt es wieder eine Aufstellung gegen Wolfsburg.“

Wie war ihr erstes Mal als Trainer, emotional eine wuchtige Erfahrung?

Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich glaube, der Kollege Schmidt hat nicht jemanden gesehen, der so funktioniert wie ein Anfänger. Die Position passt mir, ich habe mich wohl gefühlt da unten.“

Es gab eine Mitteilung, der HSV habe 25 Millionen Euro zur Verfügung für neue Spieler – wie gehen wie um mit Image- und Glaubwürdigkeitsverlust, den der HSV erleidet?

Eine Pressemitteilung von uns war es nicht. Wenn, dann haben sie das einem Interview des Aufsichtsrats-Vorsitzenden entnehmen können. Es steht mir als Sportdirektor und als Trainer nicht zu, das zu kommentieren. Wenn sie das als Glaubwürdigkeitsverlust sehen, ist das ihre persönliche Haltung. Unterm Strich glaube ich, dass die Zahlen belegt sind. Ich sehe da keinen Glaubwürdigkeitsverlust. Es geht darum, Strategien und Möglichkeiten auszuloten – wobei wir etwas zu tun haben, was viel wichtiger ist. Wir haben die Klasse zu halten. Ich beschäftige mich nicht mit dem Einkaufskorb, den wir zur Verfügung hätten, wenn man solche Summen hört.“

Wo genau in der Mannschaft konkrete Verbesserungsansätze für den Abstiegskampf sind oder ob sie sich in allgemeinen Plattitüden erschöpfen, das zeigen die nächsten Tage – und vor allem dann das Spiel gegen Wolfsburg. „Wir werden alle Mittel ausreizen, um eine Mannschaft zu bringen, die um ihr Leben kämpft“, so Dietmar Beiersdorfer. Wer glaubt noch dran???

Zu allem Überfluss kassierte gestern auch die U 23 eine weitere Niederlage. Beim 1:3 in Cloppenburg traf nur Dominik Masek. Das Comeback von Trainer Rodolfo Cardoso ist also daneben gegangen, und dieses neunte Spiel in Folge ohne Sieg ist eine weitere herbe Enttäuschung. Und das mit Personal wie Brunst, Jung, Götz, Marcos, Mende, Steinmann, Ahmet Arslan, Philipp Müller oder Beister, die ja auch eigentlich auch hohe Ansprüche haben. Der HSV-Nachwuchs ist in der Regionalliga-Nord Tabellendritter, ein möglicher Aufstieg aktuell kein Thema mehr.

Für die Profis ist nach dem Auslaufen heute morgen trainingsfrei – weiter geht es Dienstag mit zwei Einheiten.

Und für Eure privaten Planungen: Der Saisonstart der Zweiten Bundesliga in der Saison 2015/2016 ist am Wochenende 24. bis 27. Juli.

Lars
18.00 Uhr

Der HSV ist Meister…

1. April 2015

im Machen halber Sachen. Außer in der Vorstandsetage gibt es in bislang noch jedem Bereich des Vereins halbe Sachen, offensichtliche Kompromissentscheidungen und offene Planstellen. Selbst im täglichen Training beherrschen Übergangslösungen und Kompromisse das Geschehen. In einer derart unsicheren Phase wie in diesem harten Abstiegskampf kann diese Unklarheit auf allen Ebenen ein wesentlicher Faktor werden. Befürchte ich. Aber der Reihe nach:

 

Der Nachwuchs: Bernhard Peters wischt hier seit Sommer radikal durch. Auf der einen Seite sorgt das für Unsicherheiten bei den Übungsleitern – auf der anderen Seite war das nach Jahren der Erfolglosigkeit zwingend notwendig. Selbst die Trainer der zwei wichtigsten Nachwuchsteams bekamen frühzeitig mitgeteilt, dass sie für diese Saison noch gut genug seien, ab der neuen Serie aber von anderen ersetzt werden. In der U23 soll ein Fußballlehrer kommen, während der gerade krankheitsbedingt als U23-Trainer zurückgetretene Daniel Petrowski den Fußballlehrer und Dauer-U19-Coach Otto Addo ablösen soll.

Kluger Kopf udn Stratege: Bernhard Peters sortiert den Nachwuchs um. Noch mit mäßigem Erfolg.

Kluger Kopf und Stratege: Bernhard Peters sortiert den Nachwuchs um. Bilsnag noch mit mäßigem Erfolg.

Seit der Mitteilung im Dezember läuft es bei beiden Mannschaften eher schlecht als recht. Dass jetzt ausgerechnet der vor Saisonbeginn bei der U23 gefeuerte und anschließend als Techniktrainer geparkte Rodolfo Cardoso interimsweise übernommen hat spricht für sich. Kurzum: Der Nachwuchsbereich gleicht weiter einer Baustelle ohne klares System. Noch. Denn wie zu hören ist, soll zur neuen Saison mit neuen Verantwortlichen strukturell Klarheit geschafft werden. Besser gesagt: Es muss Klarheit geschafft werden, will man in der Jugend der Konkurrenz nicht weiterhin hinterherlaufen.

 

Die Mannschaft: Auch heute pausierte Valon Behrami, obgleich er für die Schweiz zuletzt nicht auflaufen musste. Als absoluter Führungsspieler war er im Sommer angepriesen worden, obgleich er in allen Gesprächen vom Verein die Zusicherung einforderte, unter der Woche immer wieder pausieren zu dürfen, da seine Knie einfach nicht mehr hergeben. Im Gegenzug versprach er, jedes Spiel zu spielen – auch wenn er dafür mal Schmerzen in Kauf nehmen muss. Der HSV stimmte zu, weil er keine bessere Alternative hatte. Eine Kompromisslösung, die nur bedingt funktioniert. Trainieren kann Behrami selten. Zweifellos: Wenn er denn mal auf dem Platz ist, spielt Behrami sein Spiel und hilft dem HSV. Aber er musste im Winter operiert werden und fehlte in bislang sechs Rückrundenspielen. Erst dreimal wirkte er 2015 mit. Dass er sich intern ob seiner andauernden Trainingspausen mit der Mannschaft nicht optimal einspielen kann – keine Frage.

Fehlt oft - in Trainingseinheiten wie Spielen: Valon Behrami, der als "Aggressive Leader" der Mannschaft Impulse verleihen soll

Fehlt oft – in Trainingseinheiten wie Spielen: Valon Behrami, der als “Aggressive Leader” der Mannschaft Impulse verleihen soll

 

Hinzu kam, dass die zweite, entscheidende Personalie nicht griff, und der Kapitän einfach sportlich nicht mitkam. Im vergangenen Sommer entschied sich der HSV nach langen Überlegungen, Rafael van der Vaart doch zu behalten. Mehr noch: Der Niederländer ist sogar der festgelegte Kapitän. Und als in den ersten Spielen deutlich wurde, dass der einstige Weltklassemann einfach nicht mehr das nötige Tempo hat, wurde er auf die Sechs geschoben. Für ihn musste ein junger und zweifelsfrei talentierter Spieler wie Tolgay Arslan weichen und im Winter letztlich sogar gehen. Dabei setzte van der Vaart in bislang einem einzigen Spiel positive Signale: Im Hinspiel gegen Bayer Leverkusen. Ansonsten fiel der Held alter HSV-Tage hinten über. Allein die Trainer versuchten ihn immer wieder ins Team zu drücken und konterkarierten damit ihr eigens ausgerufenes Leistungsprinzip zu offensichtlich.

 

Dass jetzt auch noch die Torwartposition neu diskutiert wird, dürfte der Sicherheit im Team nicht zuträglich sein. Im Gegenteil: Trotz Adlers guter Listungen und einer zweifellos besseren, längerfristigen sportlichen Perspektive, ist die Abwehr mit Drobny eingespielt. Der Tscheche war unumstrittene Nummer eins bis zur Roten Karte. Er galt und gilt als verbaler Antreiber und zuverlässiger Rückhalt. Eine Änderung auf der Position wäre vertretbar – aber unnötig. Zumal Drobny in der Mannschaft aktuell ein höheres Standing genießt als Adler.

 

Der Trainer: Nachdem Slomka im Sommer mangels Alternative weitermachen durfte, folgte Zinnbauer auf ihn. Beide Trainer hatten immer den Namen Thomas Tuchel, der über ihnen schwebte und sich bis heute hält. Auch die Mannschaft registrierte, dass die Trainer nicht erste Wahl waren – was nie gut ist. Die Akzeptanz des Chefs leidet und die unzufriedenen Spieler trauen sich noch eher, schlechte Laune zu verbreiten und der Teammoral zu schaden. Peter Knäbel ist jetzt schon der dritte Übergangstrainer in einer Saison – ein Indiz, das einen Abstieg erklären könnte.

 

Für Knäbel spricht, dass er als Direktor Sport der oberste Vorgesetzte der Spieler ist. Auch jetzt als Trainer und Direktor Profifußball in Personalunion. Die Spieler wissen also, dass sie sich gerade bei ihm nichts erlauben dürfen, wenn sie in Hamburg bleiben wollen. Das lässt zumindest ein wenig hoffen. Aber selbst der neue, von allen hoch gelobte und von den Spielern jetzt schon gefeierte Cotrainer Peter Hermann ist nur bis Saisonende da. Derart viel Unruhe und Unklarheiten hat sonst kein Bundesligaklub auf der Position der sportlichen Führung.

 

Und das alles, um die Position für einen Trainer offen zu halten, der dem HSV zwar positive Signale sendet, der aber noch nicht zugesagt hat? Hier geht der HSV ein enorm hohes Risiko, selbstverschuldet den Weg in die zweite Liga antreten zu müssen. Denn klar ist, dass Beiersdorfer vor der Saison die Defizite erkannt und angesprochen hatte – nur abzustellen wusste auch er sie nicht. Vor allem aber verwunderte mich heute der – absolut zutreffende! – Satz Beiersdorfers in der Bild: „Es funktioniert beim HSV seit Jahren nicht, weil die Mannschaftsstruktur nicht gefestigt ist. Das müssen wir ändern. Wir müssen eine klare Linie reinbringen, die vorgibt, welche Spieler und Trainer für uns infrage kommen.“ Worte, die der Vorstandsboss so auch schon vor der Saison sagte, bevor er zusammen mit seinen Kollegen 33 Millionen Euro in neue Spieler investierte.

 

 

Ihr seht, das Konzept 2014/2015 ist nicht nur ohne Erfolg – es besitzt keine Stringenz. Selbst die Entscheider, die den Weg beim HSV derzeit vorgeben, waren anfänglich nicht komplett. Die Kaderplanung im Sommer wurde jedenfalls nur anteilig vom Hauptverantwortlichen (Knäbel) getätigt, das dieser erst spät im Sommer mit dem HSV einig wurde. Ich behaupte, dass Dietmar Beiersdorfer trotz seiner unbestrittenen herausragenden analytischen Fähigkeiten bei seiner Zusage die Tragweite der hier vorherrschenden Mängel nicht bewusst war. Dadurch ist der HSV weiterhin nichts anderes als ein Flickenteppich. Es gilt das Motto: Irgendwie die Klasse halten „und dann mal so richtig umstrukturieren“. Dann wird alles anders – und vor allem besser. Diesmal auch wirklich…! Mit Tuchel samt neuem Trainerteam, mit vier sicheren und einigen weiteren Abgängen sowie Zugängen für rund 25 Millionen Euro soll dem seit Jahren inflationär genannten Umbruch in Hamburg endlich mal Genüge getan werden.

 

Und damit Ihr mich nicht falsch versteht, ich hoffe, dass es so kommt. Ganz klar. Ich glaube auch, dass Beiersdorfer, Knäbel, Peters und letztlich auch Tuchel einen Plan haben, wie das umzusetzen ist. Aber ich weiß eben leider auch, wie knapp es in der vergangenen Saison war und wie hart das Restprogramm in dieser Saison ist. Und eindeutige Ansätze, dass es dieses Jahr klappen wird, habe ich nicht. Ich sehe in jedem Bereich offensichtliche Mängel – ohne klare Stärken, die man dagegen setzen kann. Ich habe das Gefühl, dieses Jahr herrscht sogar etwas mehr Abstiegsangst vor als letzte Saison.

 

Dass (auch ich) ohne Rücksicht auf vorliegende Fakten immer wieder sage: „Ach, irgendwie wurschteln die sich da durch“ ist (zumindest bei mir) nicht mehr als Zweckoptimismus. Gegen die eigene Überzeugung oder realitätsfremd mag man das nennen – aber es ist angesichts der schon jetzt verkorksten Saison auch das letzte Stilmittel, um der Mannschaft zumindest moralisch von außen noch zu helfen. Eben so, wie es Fans machen. Und wahrscheinlich auch so, wie es die Beiersdorfer, Knäbel, Peters, Hermann und Co. inzwischen machen. Und egal wie es am Ende ausgeht: Wundern muss sich in diesem Verein niemand mehr.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um 15 Uhr trainiert. Dann soll auch Marcell Jansen wieder dabei sein, der heute entgegen eigener Hoffnungen noch nicht wieder mittrainierte. Auch Valon Behrami soll am Donnerstagnachmittag wieder voll einsteigen.

 

Bis dahin.

Scholle

P.S.: Hier noch – absolut passend zum heutigen Thema – eine unterstützenswerte Aktion, wie ich finde. Lasse führt sogar mit seinem Burgerentwurf in Hamburg. Logisch….!!!

Der Link zur Abstimmung:
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http://meinburger.mcdonalds.de/burger/20763720322113

Zinnbauer macht es wie Happel…

9. März 2015

Man wird das Thema gar nicht los. Und ehrlich gesagt freut mich das auch für Heiko Westermann. So sehr er sich immer als erster der Kritik stellen musste, so intensiv darf sein Wutausbruch vom Wochenende jetzt Gehör finden. Zumal dann, wenn es die Fans wenigstens zum Nachdenken anregt. Und ich habe das Gefühl, dass Westermann das erreicht hat. Überall werde ich darauf angesprochen, wenn es um den HSV geht. Und ehrlich gesagt habe ich sogar das Gefühl, dass Westermann mit diesem Ausbruch sich selbst entlastet und öffentlich für sich geworben hat. Denn er ist und bleibt mindestens bis Saisonende HSVer. Auf jeden Fall wäre es traurig und kontraproduktiv, wenn er als aktueller Spieler von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht würde.

 

Mehr Tamtam muss es dann aber auch nicht mehr sein. Mehr darf es auch nicht sein, denn am Sonnabend steht das Spiel bei der TSG Hoffenheim an. Es ist alles gesagt – jetzt kann es wieder um die wichtigen Dinge gehen, denn der HSV steht weiterhin mitten im Abstiegskampf. Auch in Hoffenheim muss der HSV wieder punkten. Denn so beachtlich der Punkt gegen Borussia Dortmund auch war, so notwendig sind weitere Punkte. Und leichter wird es gegen die angeschlagenen Hoffenheimer nach deren 1:3 bei Schalke 04 nicht. Die werden etwas gutmachen wollen, oder besser: sie müssen, nachdem sie durch Augsburgs zeitgleichen Überraschungserfolg gegen Wolfsburg den Anschluss ans internationale Geschäft verloren haben. Nein, bei allem Verständnis für Westermann muss das Thema jetzt abgeschlossen werden. Zumal es zum Zeitpunkt seiner Vertragsverlängerung oder seiner Abschiedsankündigung sowieso wieder hochkommt.

Bis dahin (und auch dann) gibt es vordringlichere Themen aus sportlicher Sicht. Denn der HSV hat gegen Dortmund das gezeigt, was er aktuell drauf hat und muss zweierlei konstatieren: DIESER Fußball ist momentan der einzig mögliche Weg zum Klassenerhalt. Kampf bis an die Grenze des Erlaubten (und drüber hinaus), defensiv Beton anrühren und hoffen, dass vorn einer reingeht. Irgendwie. Und zweitens: So DARF es nicht noch mal kommen. Es ist und bleibt das Versäumnis der Handelnden, dass der HSV diese Art Fußball spielen muss, weil das Personal nichts anderes hergibt und weil nur so das Minimalziel Klassenerhalt realistisch bleibt. Dieser Fußball kann sicher nicht der Anspruch des HSV und seiner verantwortlichen sein – aber nichts als dieser Fußball darf der Anspruch dieses HSV sein, weil er es momentan nicht besser kann.

 

Für den Klassenerhalt aber reichen Remis allein auf Sicht nicht, dafür muss auch mal gewonnen werden. In Hoffenheim ist das allemal nicht ausgeschlossen, trotz der traurigen HSV-Bilanz (ein Sieg, ein Remis, vier Niederlagen) in Sinsheim. Denn Hoffenheim ist und bleibt auch in dieser Saison ein Team, das jeden schlagen kann – das aber auch gegen wirklich jeden verlieren kann. Instabil. Nicht ganz so wie der HSV – aber auf sportlich höherem Niveau für die dort Verantwortlichen sicher ähnlich unbefriedigend.

 

Fünf Trainingseinheiten hat Zinnbauer Zeit, sich seine Startelf für die Auswärtspartie zu formen. Taktisch, das ist der große Vorteil am neuen System, besteht zwischen Heim- und Auswärtsspiel kein Unterschied mehr. So, wie es früher der große Ernst Happel hielt. Mit dem gravierenden Unterschied, dass der Österreicher den Gegner auch auswärts unter Druck setzen ließ und das Spiel dominierte, während Zinnbauer auswärts wie daheim Beton anrührt und dem Gegner das Spiel überlässt und sich auf Konter verlässt. Eine Viererabwehrkette samt Doppelsechs sorgt für defensive Stabilität, die zwei Außen kommen aus der defensive und sollen zusammen mit dem Zehner nach Ballgewinn den Konter schnell machen. Und die einzige Spitze ackert sich vorn einen ab und agiert als erster Abwehrspieler. Je nach gegnerischer Qualität mal mehr, mal weniger offensiv. Nicht schön – aber wie gesagt, mehr gibt der aktuelle Kader so nicht her.

 

Oder doch?

 

Immer wieder höre ich, dass die Rückkehr von Maxi Beister die Offensive stärken wird. Und das mag auch sein, da ein Nicolai Müller noch immer nicht annähernd das spielt, was man sich erwarten darf. Defensiv verdrückt sich der Ex-Mainzer zu oft, vermeidet Zweikämpfe. Und offensiv verliert er zu oft selbst einfache Bälle. Dass er seine zweifellos große Qualität, sein Tempo, erfolgreich nutzt – eine Rarität. Dennoch hatte er von Zinnbauer durchgehend das Vertrauen bekommen. Zum einen, weil er auf der Position aktuell konkurrenzlos war. Zum anderen, weil auch Zinnbauer darauf hoffte, dass Müller irgendwann diese eine Initialzündung hat, die ihn auf einen Schlag in die Form der vorangegangenen Saison hievt. Beide Hoffnungen blieben bislang unerfüllt.

 

Und daher kann der HSV-Trainer Herrn Gagelmann im Nachhinein doppelt dankbar sein: Zum einen, dass er Behrami nicht früh mit Rot vom Platz schickte und sperrte – zum anderen, dass Müller jetzt gelbgesperrt ist und er so gezwungen ist, den Formschwachen Rechtsaußen auszutauschen. Ob letztlich Maxi Beister dafür kommt oder Zinnbauer eine andere Idee hat – das lasse ich so früh in der Woche lieber dahingestellt. Neben dem U23-Talent Ahmet Arslan würden sich zudem auch die zuletzt ins zweite Glied geschobenen Ivo Ilicevic und Julian Green anbieten, trotz durchwachsener Leistungen für die U23. Aber gerade bei den Dreien sollte der Motivationsfaktor, es allen zeigen zu wollen, maximal sein. Und wichtig ist für mich, dass der Neue kaum weniger effektiv sein kann und Müller so vielleicht mal wieder das Gefühl bekommt, dass auch er austauschbar ist – sofern seine Leistung auch nach Absitzen der Sperre nicht stimmt.

Auf den Platz wollen sie: Pierre Michel Lasogga (l.) und Maxi Beister. Gegen Hoffenheim könnte es passieren.

Auf den Platz wollen sie: Pierre Michel Lasogga (l.) und Maxi Beister. Gegen Hoffenheim könnte es passieren.

 

 

Auf dem Weg zurück ins Team ist Pierre-Michel Lasogga. Der Angreifer hat letzte Woche wieder mit der Mannschaft trainiert und stand nach einem zweifelsfrei sehr ordentlichen Abschlusstraining auch gleich im Kader gegen Dortmund. Er könnte in die Spitze rücken und Olic dafür nach linksaußen, während Mohamed Gouaida, der für mich immer stabiler wird, auf rechts ausweichen könnte. Aber diese Lösung beinhaltet wahrscheinlich zu viel Umbauten für das grundsätzlich wacklige Gerüst dieses HSV.

 

Etwas weniger unwahrscheinlich ist dagegen eine Lösung mit Marcell Jansen, der am vergangenen Freitag noch leichte Probleme hatte und nichts riskieren wollte. Bis dahin hatte Zinnbauer den Linksfuß ausdrücklich gelobt und dessen Rückkehr in Aussicht gestellt. Dieses Wochenende gegen Hoffenheim will Jansen wieder voll fit dabei sein und könnte Gouaida ersetzen, den ich – wie oben erwähnt – momentan allerdings nicht rausnehmen würde und der auch auf rechts spielen kann. Egal wie, obgleich Zinnbauer sicher gern noch mal dieselbe Startelf aus dem BVB-Remis aufbieten würde – ich glaube, diese Gelbsperre kann auch als Chance verstanden werden, die wenig durchschlagkräftige Offensive zu stärken.

 

Stark war neben dem in meinen Augen besten Spieler des Spiels zuletzt auch Cléber. Der Brasilianer bestätigte die Eindrücke aus dem Training der Vorwoche und ist in der Form aus der Viererkette nicht wegzudenken. Spannend wird für mich, was passiert, wenn Johan Djourou wie erwartet am Donnerstag wieder voll einsteigen kann und sich auch für Sonnabend gesundmeldet. Dann heißt es zwei aus drei – und plötzlich wäre das Thema Westermann wieder aktueller denn je, womit sich der Kreis an dieser Stelle schließt.

 

Fakt ist: Der HSV hat aktuell wieder etwas Auswahl. In der Innenverteidigung drei für zwei, auf links hinten (Ostrzolek kehrt mit noch immer vier Gelben vorbelastet aus seiner Gelb-rot-Sperre zurück), vorne mit Beister, Rudnevs und Lasogga und in der Sechserposition mit Gojko Kacar noch einen dritten für ebenfalls nur zwei Positionen. Das Personal vervollständigt sich langsam wieder. Zudem kommt der HSV aus einem Positiverlebnis. Die Voraussetzungen für eine gute Trainingswoche sind gegeben. Und die beginnt morgen mit einer Doppeleinheit um zehn (ACHTUNG: nur Krafttraining im Gym im Umkleidetrakt) und um 15 Uhr dann auch auf dem Platz.

 

Bis dahin!

Scholle

 

Djourou: “Wir haben nicht so schlecht gespielt.”

1. März 2015

Das ist heute, aus besonderem Anlass, mal wieder die etwas andere Eröffnung:

„Ich war ganz sauer mit mir selbst, wegen des Passes auf F. hätte ich mir in den Hintern beißen können“, schilderte er die Szene eines schludrigen Zuspiel-Versuchs auf seinen Mitspieler. Da konnte den Überehrgeizling auch sein insgesamt starker Auftritt nicht trösten. „Du musst immer kritisch und nie zufrieden sein“, erklärte der 31-Jährige.

 

Wer könnte das wohl gesagt haben? Einer, der an diesem Wochenende mit seiner Mannschaft verloren hat? Einer, der vielleicht sein Spiel gegen Eintracht Frankfurt verloren hat?

Ich habe diese Aussagen heute in der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) gefunden, und ich habe mir gedacht, dass wäre doch mal etwas, was ich den „Matz-abbern“ mal zu Gemüte führen könnte. Der Artikel war viel, viel länger, aber er ging in diesem Fall wie folgt zu Ende:
Das sagte er nach 18:1 Toren in drei Liga-Spielen in Serie. „8:0 und 6:0 – das ist keine Garantie. Wir müssen dafür immer arbeiten“, sagte Arjen Robben.
Er hatte mit den Bayern 4:1 gegen die zweitbeste Auswärtsmannschaft, also gegen den 1. FC Köln, gewonnen, aber er war dennoch unzufrieden. Obwohl er ja auch sein 17. Saisontor erzielt hatte. Das zeichnet einen Vollprofi aus. Es gibt immer etwas zu verbessern, es gibt immer viel zu arbeiten, um noch besser zu werden. Könnte ja man ein Denkanstoß für alle anderen sein, die bislang nicht so denken, die sich aber ab und an Gedanken in eine solche Richtung machen.
Zum Beispiel auch in Hamburg, ein Hamburger, zwei Hamburger, oder einige HSV-Spieler.

 

Für Abendblatt-Blogs


 

Natürlich, der HSV hat in Frankfurt nicht so schlecht gespielt (wie oftmals in der Hinrunde, wie gegen Stuttgart oder Köln), und natürlich war der erste Elfmeter eigentlich ein kleiner Skandal. Dennoch muss ja auch festgehalten werden, dass der HSV immerhin zwei richtig gute Tormöglichkeiten auf dem Fuß hatte, es aber nicht fertig brachte, diese Chancen zu nutzen. Einmal Artjoms Rudnevs beim Stande von 0:0, dann Maximilian Beister beim Stande von 1:2. Es wäre also, trotz des Elfmeters, etwas möglich gewesen. Ein Punkt in Frankfurt wäre drin gewesen, wenn die Chancen genutzt worden wären, denn die Eintracht hatte – bis auf den unwichtigen Elfmeter in der Nachspielzeit – kaum solche klare Möglichkeiten. Es ist aber nach wie vor so, dass der HSV seine großen Schwächen in der Offensive immer noch nicht abgestellt hat.

 

Wobei mir sofort die Frage in den Kopf schießt: Wo bleibt eigentlich Pierre-Michel Lasogga? Am 2. Februar 2015 schrieb „Scholle“ als „Eilmeldung“:

***Wieder einmal wird aus „einer reinen Vorsichtsmaßnahme“ eine ausgedehnte Verletzung. Und wieder ist es Pierre-Michel Lasogga, der diesmal mit einer Zerrung im Oberschenkel ausfällt. Vereinsangaben zufolge sicher für die nächsten beiden Spiele gegen Paderborn und Hannover.****
Inzwischen steht am nächsten Wochenende schon der 24. Spieltag auf dem Programm. Und dann eine Zerrung im Oberschenkel? 14 Tage, und dann müsste es eigentlich gut sein mit einer Zerrung. Die Frage ist doch die, was sich hinter einer „Zerrung im Oberschenkel“ wirklich versteckt hält? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ein HSV-Spieler mit einer „Zerrung im Oberschenkel“ wochenlang ausgefallen ist. Das ist schon alles mehr als mysteriös. Und bringt den HSV auch nicht wirklich voran. Eher ist das Gegenteil der Fall.

 

Und wo ich schon gerade bei Verletzungen bin: Slobodan Rajkovic schied ja erneut mit einer Knieverletzung aus, wie es per Fernsehen aussah, mit einer wohl schwereren Knieverletzung. Und er hatte ja bereits zwei Kreuzbandrisse. Noch gibt es auch keine Entwarnung, morgen soll eine Kernspintomografie für Klarheit sorgen, aber eines ist schon mal als positiv zu bewerten: Diesmal ist es nicht das „vorgeschädigte“ linke Knie, sondern das rechte. Dennoch ist wohl davon auszugehen, dass Rajkovic am Sonnabend gegen Borussia Dortmund nicht zur Verfügung stehen wird. Ein Einsatz sollte mich jedenfalls schwer überraschen. Dafür sind dann wohl wieder Ivica Olic und auch Valon Behrami eine Alternative. Wenn sie die Woche gut überstehen.

 

Und gerade, zwei Minuten nach meinem Blog-Beitrag, kommt diese dpa-Meldung:

Bis zu vier Wochen Pause für HSV-Abwehrspieler Rajkovic
Fußball-Bundesligist Hamburger SV muss bis zu vier Wochen auf seinen Abwehrspieler Slobodan Rajkovic verzichten. Das teilte der Club am Sonntag mit. Der 26 Jahre alte Serbe hat sich bei der 1:2-Niederlage der Hanseaten bei Eintracht Frankfurt eine Kapselverletzung im rechten Knie zugezogen.

 
Und da ich auch gerade bei dem nächsten Gegner war: Die Kollegen der Zeitungen hatten ja kürzlich, beim Abschlusstraining für das Spiel gegen Mönchengladbach, errechnet, dass fünf Siege dem HSV reichen würden (und sollten), die Klasse zu halten. Die Kollegen der „Mopo“ haben vor dem Frankfurt-Spiel nur von noch „vier HSV-Siegen“ bis zum rettenden Ufer geschrieben – aber es gibt nur noch elf Begegnungen. Daheim trifft der HSV noch auf Dortmund, Hertha BSC, Wolfsburg, Augsburg, Freiburg und Schalke 04; auswärts auf Hoffenheim, Leverkusen, Werder, Mainz 05 und Stuttgart. Da darf sich jetzt mal jeder seine vier HSV-Siege errechnen – oder auch fünf. Ich sehe die im Moment noch nicht, aber ich bin ja auch eher pessimistisch eingestellt, gebe ich zu. Johan Djourou, der beide Elfmeter verursacht hatte, zog aber dennoch noch etwas Positives aus diesen 90 Minuten: „Wir haben nicht so schlecht gespielt, das müssen wir aus diesem Spiel mitnehmen. Und Zoltan Stieber, HSV-Torschütze in Frankfurt und im Moment in großartiger Form, stellte kämpferisch fest: „Wir müssen in den nächsten Spielen Punkte holen, egal wie der Gegner heißt. Wir geben weiterhin Gas und haben es noch selbst in der Hand.“ Oder im Fuß. Stimmt ja auch, aber warum soll es jetzt besser klappen, als im bisherigen und sehr holprigen Saisonverlauf?

Und wir müssen? Wie oft haben wir das nicht schon in den letzten Jahren hier gehört? Als ich eben forschte, wann Pierre-Michel Lasogga zuletzt für den HSV gespielt hat, fiel mir eine Aussage von Trainer Joe Zinnbauer in die Hand, die er vor (!) dem Köln-Spiel tat: „Meine Spieler sind richtig heiß auf dieses erste Spiel.“ Ja, heiß. Was heiß´t das schon? Auf dem Rasen hat man davon nichts gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Und jetzt heißt es eben: Wir müssen, egal gegen wen.“ Natürlich, es kommen ja keine anderen Gegner, und wenn der HSV nicht absteigen will, muss er ganz einfach punkten. Wobei mir auch einfällt, was der Trainer des zweitliga-Tabellenletzten kürzlich nach einer 1:2-Niederlage sagte: „Wir müssen jetzt ganz einfach mal den Bock umstoßen.“ Aber ist es damit getan? So einfach mal den Bock umstoßen? Mit richtig gutem Fußball könnte man der prekären Situation wahrscheinlich besser zu Leibe rücken.

 

Zumal man ja gar nicht weiß, siehe Frankfurt am 28. März 2014, was – in diesem Fall wieder dem HSV – noch alles widerfährt und passiert? Während eines Spiels, an Verletzungen, an Platzverweisen, an Schiedsrichter-Ansetzungen etc. Und natürlich an Elfmetern. Um noch einmal darauf zurückzukommen: Mir hat der Unparteiische Florian Meyer in der ersten Szene mit Johan Djourou und Piazon zu schnell auf den Punkt gezeigt. Der Frankfurter flog noch, da ging Meyer schon zum Elfmeterpunkt. Und ich hatte vorher noch, beim Anstoß der Partie, unseren beiden Gästen bei „Matz ab live“, Ashton Götz und Ahmet Arslan, noch gesagt: „Wie gut ist es, dass dieses Spiel mit Florian Meyer einen so erfahrenen und guten Schiedsrichter hat.“ Ja, so viel zu so viel. Bitter. Ich werde so etwas nie wieder sagen, nie wieder. In der „Bild am Sonntag“ steht ja die Aussage des zweifachen Frankfurter Torschützen, Alex Meier, im Raum: „Den ersten Elfmeter muss man nicht geben.“ So ist es. Aber er wird gegeben. Das ist so, wenn man erst unten steht. Altbekannt.
Und dann fällt mir noch ein kluger Satz von Felix Magath ein, der über Elfmeter und Platzverweise allgemein mal gesagt hat: „Schiedsrichter sollen ein Spiel leiten, aber nicht entscheiden.“ Jo!

 

Kommentar von HSV-Kapitän Johan Djourou: „Das war leider ein Rückschritt von uns, ganz klar. Ich finde es aber auch unglaublich, wie man in einem so wichtigen Spiel einen solchen Elfmeter pfeifen kann, das war eine klare Fehlentscheidung, das ist nix, da war auch nix, nichts, gar nichts. Ich stelle doch nur meinen Körper rein.“

 

Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu. So lief das auch mit dem HSV in Frankfurt. Erst der Elfmeter, dann der Platzverweis von Matthias Ostrzolek – zweimal Gelb. Ich schrieb es gestern bereits, diese Dezimierung war entscheidend für den Spielausgang. Wenn der HSV schon mit elf Spielern kaum Tore schießt, wie soll das denn mit zehn gegen elf klappen? Auch die zweite Glebe Karte gegen Ostrzolek war natürlich clever gemacht. Wenn man es aus der Hintertor-Kamera betrachtet, so ist zu erkennen, dass Aigner einen kurzen Schritt nach rechts macht, genau in den Lauf von Ostrzolek – und es kam zur Kollision. Besser wäre es ohnehin gewesen, wenn der HSV-Abwehrmann innen gelaufen wäre, um Aigner so zu stoppen, aber so war es leider nicht. Bitter, bitter.

 

Und weil das schon während des Spiels von Gästen gefragt wurde: Wie verhält es sich eigentlich, wenn ein Spieler die fünfte Gelbe erhält, und in demselben Spiel noch einmal Gelb? Dazu fand ich im Internet folgende Passage:
Auswirkung von Roten und Gelb/Roten Karten
Wenn ein/e Spieler/in die Rote oder die Gelb-Rote Karte bekommen hat, erlischt eine im selben Spiel vorher erhaltene Gelbe Karte. In früheren Spielen derselben Saison erhaltene Gelbe Karten jedoch bleiben auf dem Strafkonto bestehen (vor dem Spiel vier Gelbe Karten bleiben somit nach dem Spiel auf dem Konto.).

Kehrt Ostrzolek also zum Spiel in Sinsheim in die HSV-Mannschaft zurück, hat er wieder – oder nach wie vor – vier Gelbe Karten auf seinem Konto – er muss also nach wie vor vorsichtig sein in Sachen Zweikampfführung.

 

Ja, so spielt das Leben. Es gab zum Thema Schiedsrichter ja einige Einträge bei „Matz ab“, einer wurde mir von den Moderatoren für die Allgemeinheit empfohlen – und den gibt es hier nun zu lesen:

Sorry Dieter und Scholle,

mit Spannung habe ich gestern Eure Talkrunde wie jedes Wochenende geschaut. Leider seid Ihr nur unwesentlich auf Schiri Meyer eingegangen. Ihr habt doch die “Plattform der Öffentlichkeit”, um solche erkennbaren Missstände aufzudecken….

Ich bin immer der erste, der jeden Donnerstag Nachmittag auf die Homepage vom DFB schaut, um sich dort über Schiedsrichter-Ansetzungen zu informieren. So auch dieses Mal und dort stand der Name der Florian Meyer beim HSV-Spiel. Ich wusste, was passieren würde und genau das trat gestern ein. Mein Vater kennt meine Vorliebe für Schiedsrichter-Ansetzungen, er weiß, wen ich für HSV-Spiele gerne sehe und wer für mich die ausgemachten HSV-Bösewichte sind. Und ich hatte am Donnerstag gleich gesagt, dass der HSV definitiv einen Elfer gegen sich bekommen würde.

Die Eintracht monierte sich konstant Woche für Woche darüber, dass die bösen Schiris keine Elfer für sie pfeifen. und was passiert? Der Herr Meyer, bekannt dafür, sehr selten auf Elfer zu entscheiden, pfeift einen Allerweltszweikampf als Foul, selbst ein Markus Merk bei SKY wundert und fragt sich, ob dieser Elfer auch auf der anderen Seite gepfiffen würde (!!!).

Ich beobachte die Spielleitungen aller Schiris bei HSV-Ansetzungen seit über 10 Jahren und (ohne HSV-Brille) muss ich sagen, dass Herr Meyer definitiv ein Problem mit uns hat. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem es nicht zweifelhafte Entscheidungen des Herrn Meyer bei HSV-Spielen gab. Selbst den glasklaren Elfer aus dem Leverkusen-Spiel gab er erst nach Meldung des Assistenten!!! Dieser Mann hat gestern das Spiel in die richtige Richtung für die Eintracht gelenkt. Aber warum bekommt beim HSV niemand den Mund auf und prangert sowas an. Die Eintracht moniert das Woche für Woche, hatte damit gestern Erfolg – und wir sind und waren die Gelackmeierten. Ich mag Didi, aber er ist niemand der auch mal Klartext redet. Da muss mehr kommen.

Fakt ist, und dazu stehe ich, dieser Elfer wäre gegen einen Hummels, Boateng, Dante NIE gepfiffen worden! NIE! NIE! NIE!!!
Warum gibt es immer wieder Diskussionen um Entscheidungen bei HSV-Spielen wenn der Herr Meyer pfeift!! Ich kann ihn nicht mehr ertragen und hoffe, dass er bald die Altersgrenze erreicht!!!
Wen es interessiert: Vor Spielen mit Perl, Drees, Welz, Meyer habe ich Bauchschmerzen!
Bevor ich jetzt gesteinigt werde: Mir ist klar, wenn Rudnevs und Beister die beiden 100%igen reinmachen, kann auch ein Meyer nix machen…
Viele Grüße, Andreas aus Wiesbaden

Sorry auch, Andreas, aber den letzten Satz musste ich entfernen, bei aller Liebe, der ging nicht. Weil Du ja selbst schreibst, wenn Rudnevs und Beister . . . Beleidigungen müssen nicht sein, egal was auch vorher passiert ist. Meyer wird den HSV in dieser Saison wohl nicht mehr pfeifen, es sollte mich jedenfalls wundern, und wir sollten dann, bei aller Liebe zu den Schiedsrichtern, nur darauf hoffen, dass es wirkliche Unparteiische sind, die da mit ihrer Pfeife über den Rasen laufen.

 

„Wir haben uns bei den Elfmeter unclever angestellt“, sagte HSV-Trainer Joe Zinnbauer, und er hatte zudem festgestellt: „Und wir hatten gute Möglichkeiten, haben die Tore aber nicht gemacht. Wir haben auch mit zehn Mann weiter nach vorne gespielt, sind aber dafür nicht belohnt worden.“ Mir, das gestehe ich ehrlich, mir gefiel Joe Zinnbauer nicht wirklich, als er nach dem Spiel vor die Kameras trat. Nicht etwa deshalb, weil er keine gute Analyse von sich gab, nein, das war es nicht, sondern vielmehr vom Aussehen her. Der Abstiegskampf setzt ihm enorm zu, er ist nicht mehr mit jenem Joe zu vergleichen, der vor einem halben Jahr seinen Dienst in Hamburg als Cheftrainer antrat. Zinnbauer wirkte blass, abgekämpft, ausgemergelt und auch wie ein gehetztes Reh auf mich. Der Mann gibt natürlich alles, der denkt Tag und Nacht nur noch an Bundesliga und Klassenerhalt, der reibt sich total auf. Ich habe mich bei der Hamburger Sport-Gala kurz mit ihm unterhalten können, aber ein richtiges Vorankommen kann er natürlich auch nicht sehen, es gibt ja auch keines. Und das zermürbt – ist doch klar. Vielleicht würde es ja helfen, wenn der eine oder andere Spieler des HSV eine solche Einstellung an den Tag legen würde, wie eingangs schon beschrieben. Wer jetzt noch glaub, es hier mit Schema F schaffen zu können, der hat seien Beruf total verfehlt. Es muss im Volkspark noch einiges, nein, sogar sehr viel und vieles passieren, um den HSV dort unten noch rechtzeitig rauszuziehen. Im Moment sieht es jedenfalls wieder recht übel aus.

 

Auch wenn das natürlich nicht alle sehen (wollen). Mein Freund Peter aus dem Westen der Republik sagte für diejenigen, die das alles noch nicht so dramatisch sehen, folgende beruhigende Sätze: „Ich kann der Mannschaft auch nach dieser 1:2-Niederlage keinen Vorwurf machen. Jeder Spieler hat im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gegeben – und das war nicht immer so. Alles in allem muss ich aber auch sagen, dass man ja bescheiden wird – in seinen Ansprüchen.“
Ja, so ist es wohl. Bei einigen HSV-Fans. Allerdings ist eine solche Bescheidenheit bei mir noch nicht wirklich angekommen.

 

So, zwei Dinge noch: Das Spiel der Zweiten in der Regionalliga wurde heute noch kurzfristig abgesagt, der Platz war unbespielbar. Und morgen, am Montag, wird im Volkspark nicht trainiert – die Ruhe vor dem großen Sturm. Der Sturm der Dortmunder.

 

In diesem Sinne: Verlebt noch schöne und angenehme Stunden von diesem nicht so tollen Wochenende, und dann wünsche ich Euch und Euren Lieben einen tollen und erfolgreichen Start in die neue Woche.
Dieter

 

Und noch ein kleiner Zusatz: In der A-Jugend-Bundesliga Nord verlor der HSV (Tabellenachter) sein Heimspiel gegen RB Leipzig (Tabellendritter) mit 1:5.

 

16.11 Uhr

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