Archiv für das Tag 'Arnesen'

Perfekte Bedingungen – und viel Hoffnung vor Ort

12. Januar 2015

Der Flug war angenehm. Für die einen sogar noch mehr als für die anderen. Denn da der HSV-Tross letztlich auf mehr als 50 Personen angestiegen war, “mussten” die jüngeren Spieler letztlich in der Economy-Class mitfliegen. Aber, für alle die “Emirates” noch nicht kennen: Das ist zweifellos bei  nichts Schlimmes.

So machen auch die anstrenden Flüge Spaß: Matthias Ostrzolek genießt seinen Schlafsessel.

So machen auch die anstrenden Flüge Spaß: Matthias Ostrzolek genießt seinen Schlafsessel.

Lediglich angesichts der fürstlichen, zum Bett ausziehbaren Sitze der restlichen HSVer (s. Foto) halt alles eine Nummer kleiner. Wobei, das muss ich sagen, egal wo man bei Emirates-Flügen sitzt, allein das TV- und Radioangebot der Airline ist unfassbar. Langweilig wird’s nicht – und 5,5 Stunden sind so schnell rumgebracht.

Egal wie, trotzdem etwas müde landete die Mannschaft samt der Kollegen um 6.30 Uhr Ortszeit (3.30 Uhr unserer Zeit) in Dubai. Per Bustransfer ging es direkt in das Luxusressort Meydan, das direkt an einer Rennbahn gelegen ist und jeglichen Luxus bietet, den man sich wünschen kann. Nach einer längeren Ausruhphase bis 16 Uhr Ortszeit ging es zur ersten Trainingseinheit auf den Platz. Wobei „Platz“ maßlos untertrieben sein soll.

Ein Trainingsplatz, der für jedes Golfturnier herhalten könnte

Ein Trainingsplatz, der für jedes Golfturnier herhalten könnte

„Hier kann man ja Golf spielen“, so Trainer Joe Zinnbauer, der auch gleich einen Trainingsgast begrüßen konnte. Denn was dem Frank Arnesen die Chelsea-Nachwuchskicker sind dem Peter Knäbel die Schweizer Nationalspieler. Und einer davon ist Innocent Emeghara, ein 25-jähriger Angreifer, der bis zuletzt in Aserbeidschan aktiv war und aktuell vereinslos ist. „Ich kennen ihn schon seitdem er 14 Jahre alt ist“, so Knäbel über den schnellen, 1,70 Meter großen Angreifer, der voraussichtlich bis zum Ende des Trainingslagers dabei bleibt.

In der ersten Einheit war heute nicht allzu viel zu sehen, wie mir meine Kollegen mitteilten. Beim nur kurzen Abschlussspiel wurde mit einem Ballkontakt agiert. „Aber man kann schon erkennen, dass es ein anderer Typ ist als unsere Stürmer“, freut sich Zinnbauer, „und wir wollen variabler sein.“ Dass der gebürtige Nigerianer zudem pfeilschnell ist, freut den Verfechter von Tempofußball. Bei Matz ab live hatte Zinnbauer seinerzeit betont, dass Schnelligkeit ein für ihn sehr wichtiges Kriterium sei. „Er hat einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen, ist sehr schnell“, so der HSV-Coach, der sich nur zu gern in den nächsten Tagen über den nächsten Zugang freuen würde.

Und das kann er vielleicht auch. Dem Vernehmen nach hat der HSV trotz diverser Mitbieter sehr gute Chancen auf Krystian Bielik. Der 17-Jährige Pole war am Sonnabend in Hamburg, was im Übrigen vom Präsidenten seines Heimatklubs Legia Warschau verraten wurde und nicht von Knäbel „rausposaunt“ wurde. Knäbel selbst äußert sich tatsächlich immer erst dann zu Spielern, wenn sie eh schon bekannt und zumeist sogar schon genannt wurden. Und während Knäbel sich betont zurückhaltend über die Verpflichtungschance äußerte, wirkte Zinnbauer heute optimistischer. Der Cheftrainer hatte den Spieler am Sonnabend getroffen und länger mit ihm sprechen können – und ist begeistert. „Krystrian ist ein guter Junge mit einem guten Charakter. Er würde bei uns voll ins Konzept passen und ist ein körperlich sehr präsenter, großer Spieler. Und ich glaube auch nicht, dass es nur ein Bluff von ihm war, dass er zu uns gekommen ist.“

Klingt gut. Ebenso wie die verkündeten Vertragsunterschriften, die der HSV offensichtlich auf die Tage verteilt. Denn nachdem gestern die Vertragsverlängerung von Jaroslav Drobny bekannt wurde, gab der HSV heute die Unterschrift von Gideon Jung bekannt. Das für mich vielleicht größte Talent aus der U23 unterschrieb einen Vertrag bis 2018 – und ich behaupte: Er hat wirklich alles, um den Sprung nach oben zu schaffen. Weil er charakterlich (ruhig, lehrwillig) alle Voraussetzungen hat, sportlich sowieso. Spielerisch stark, im Zweikampf sowieso und im Kopfballspiel ob seiner Länge bevorzugt, ist Jung ein sehr intelligent agierender Sechser. Dass er mit (hoffentlich bald Bielik,) Valon Behrami, van der Vaart und eventuell sogar noch Kuzmanovic extrem harte Konkurrenz auf der Sechs hat – kein Thema. Aber Jung, der in der U23 auch in der Innenverteidigung eingesetzt wird, nimmt’s sportlich. „Ich bin hergekommen, um mich von Tag zu Tag weiterzuentwickeln. Und das kann ich hier. Und ich bin noch lange nicht am Ende, habe hier die Perspektive, die ich brauche.“ Die da heißt: Bundesligaspieler zu werden.

Musste mit Knieproblemen früher ins Mannschaftshotel: Dennis Diekmeier

Musste mit Knieproblemen früher ins Mannschaftshotel: Dennis Diekmeier

So, und dann noch ein paar Fakten des Tages: Pierre Michel Lasogga konnte heute noch nicht mit der Mannschaft trainieren und absolvierte eine individuelle Laufeinheit. Der Angreifer soll jetzt, nachdem er eigentlich heute einsteigen sollte, ab Mittwoch wieder voll mittrainieren. Dennis Diekmeier musste indes das Training mit einer Kniereizung vorzeitig beenden, soll aber in den nächsten Tagen wieder einsteigen. Morgen soll zudem um 7.45, 11 und 16 Uhr Ortszeit (drei Stunden voraus) trainiert werden. Ich melde mich dann wieder gegen Abend bei Euch.

In diesem Sinne, habt einen schönen Abend,
Scholle

 

Anbei noch ein paar Bilder vom Mannschaftshotel in Dubai:

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