Archiv für das Tag 'Arnesen'

Rudnevs: Einmal Griechenland und zurück!

5. August 2015

Griechenland und kein Ende. Seit Monaten drehte sich die große europäische Politik um dieses Land. Die Dauergrinser Tsipras und Varoufakis waren fast minütlich im deutschen Fernsehen zu sehen – man hatte die Nase voll davon. Und nun kommt einer aus Griechenland – und grinst nicht. Das ist Artjoms Rudnevs. Der HSV-Stürmer, fast hätte ich HSV-Torjäger geschrieben, hatte sich einen Tag – gemeinsam mit seiner Frau – in Griechenland umgesehen, weil der Spitzenverein PAOK Saloniki gerufen hatte. Eigentlich hatte der Lette gar nicht vor, zu wechseln, aber hinfliegen und ansehen, das kann man ja mal. Gesagt, getan. Den ganzen Beitrag lesen »

Ein Schritt wider die eigene Philosophie?

31. Juli 2015

Wird er verliehen? Mohamed Gouaida (hier im Testspiel bei Arminia Bielefeld)

Wird er verliehen? Mohamed Gouaida (hier im Testspiel bei Arminia Bielefeld)

Er hatte keinen Blick für uns. Der sonst so freundliche Mohamed Gouaida stapfte schnellen Schrittes und ohne ein Wort an uns Journalisten vorbei. Und sowohl mein Bild- als auch mein Abendblatt-Kollege staunten, hatten aber auch eine logisch klingende Erklärung parat: Gouaida ist angeschlagen und musste ein gesteigertes Lauftraining absolvieren, während seine Kollegen in Spielformen übten. Das hebt nicht unbedingt die Stimmung, verständlich. Und während wir uns schnell einig waren, dass das Ganze nichts Schlimmeres zu bedeuten haben muss, wurde hinter den Kulissen mächtig an einer Idee geschraubt, die mich enttäuscht: Gouaida soll verliehen werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Kühne kontert Rieckhoff

22. Juni 2015

Robbie Kruse - ein Mann für den HSV?****Angeblich hat der HSV bei Inter Mailand ein Angebot über 8 Mio. € Ablöse für den zentralen Mittelfeldspieler Fredy Guarin hinterlegt. Genaueres dazu am Dienstag.****

 

Kruse zum HSV – was für eine Schlagzeile! Da würde ein Wunsch wahr. Doch leider dreht es sich in diesem Fall nicht um den Vierländer Jungen, der beim FC St. Pauli spielte und dem HSV erfolglos feilgeboten wurde. Denn der spielt jetzt für den VfL Wolfsburg in der Champions League – auch, weil die HSV-Scoutingabteilung ihn vor seinem Wechsel nach Gladbach als „zu laufschwach“ einstufte. Für mich unfassbar – bis heute!!
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Rajkovic auf dem Weg nach Griechenland

21. Juni 2015

Slobodan Rajkovic (HSV) Fussball Bundesliga, Relegation Rueckspiel, Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V. Dass der HSV landauf, landab mittlerweile einen schlechten Ruf genießt, ist keine Neuigkeit mehr. Selbst Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer musste auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag eingestehen, dass sein Club der Musik hinterher läuft. Und dieser Zustand wird voraussichtlich noch einige Zeit anhalten. Beiersdorfer hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass seine Startbedingungen vor einem Jahr – gelinde gesagt – suboptimal waren. Das bezog Beiersdorfer insbesondere auf den Nachwuchsbereich des Vereins, aus dem im Moment große Talente Richtung Bremen gezogen sind und wo Sportdirektor Bernhard Peters mit dem Wechsel aller möglichen Cheftrainer reagiert hat. Nicht nur damit übrigens – hier noch einmal der Link zu einem Abendblatt-Artikel, in dem sich Kai Schiller mit Bernhard Peters’ Arbeit beschäftigt hat. Den ganzen Beitrag lesen »

Arslan ist weg, noch kein Neuer da – Guerrero-Comeback unwahrscheinlich

26. Januar 2015

Dietmar Beiersdorfer hatte Grund zum feiern – und auch wieder nicht. Denn während der Vorstandsboss beim Boulevard ob der Millionenspritzen der HSV-Milliardäre Klaus Michael Kühne und Alexander Otto als „Dukaten-Didi“ Renaissance feiert, hat er sportlich noch lange nichts verbessert. Im Gegenteil. Bisher steht nur der Abgang von Tolgay Arslan zu Besiktas Istanbul (500000 Euro Ablöse und Beteiligung am Weiterverkauf) fest, den es nun doch zu Besiktas zieht. Und das, obwohl er bei Trabzonspor (Arsenal London war keine ernsthafte Option) dem Vernehmen nach bis zu drei Millionen Euro netto per annum hätte verdienen können. Via facebook verkündete er: „Ich freue mich, euch berichten zu können, dass ich einen Vertrag bei Besiktas Istanbul unterzeichnet habe. Letzten Endes konnte ich trotz verlockender Angebote nur auf mein Herz hören und das schlägt für Besiktas!!! Ich möchte mich aber vor allem auch bei dem HSV und seinen Fans für die unglaublichen Jahre mit vielen Höhen und Tiefen bedanken. Vielen Dank für eure Unterstützung – Hamburg ist und bleibt mein zu Hause und ich werde euch immer in meinem Herzen behalten!
Euer Tolgay“. Um 16.30 Uhr hob der defensive Mittelfeldspieler dann per Flieger gen Istanbul ab. Alles Gute Tolgay!

 

Arslan musste gehen, nachdem Trainer Joseph „Joe“ Zinnbauer unmissverständlich klar gemacht hatte, dass Arslan bei ihm nicht spielen würde. Einzig die Frage nach dem „Warum?“ wurde nie wirklich erklärt. Und auch Tolgay äußerte sich nicht. Dabei soll der junge Mittelfeldspieler im Zuge der Enttäuschung nur kurz nach Amtsübernahme Zinnbauers gemeckert haben. Dabei schimpfte Arslan dem Vernehmen über das neue System Zinnbauers, das ihn zum Reservisten degradierte. Pech für Arslan war in diesem Fall, dass im Nebenraum Cotrainer Patrick Rahmen saß und alles mit anhören konnte. Seither soll das Verhältnis Arslan/Zinnbauer nachhaltig beeinträchtigt gewesen sein – vorsichtig formuliert…

 

Wobei, glaubt man den schnellen italienischen Medien, hatte der HSV schon Ersatz, als es Arslan per Flieger in die Türkei zog. Gegen Mittag sollen sich demnach der HSV und Inter Mailand auf einen Wechsel des Serben Zdravko Kuzmanovic geeinigt haben. Das aber dementierte der HSV umgehend. Noch.

 

Nicht geleugnet – aber auch betont „nur Alternative“ ist Paolo Guerrero. Bislang zumindest. Wobei ich noch immer ein bekennender Fan seines Fußballs bin und glaube, dass der Peruaner genau der Typ Spieler ist, den der HSV für vorn sucht. Technisch stark kann kaum einer besser den Ball festmachen und verteilen als er. Allerdings würde es mich wundern, wenn Guerrero selbst kann sich vorstellen, wieder nach Deutschland zu wechseln. Allerdings würde ich mich wundern, wenn es der HSV schaffte, den 31-Jährigen finanziell glücklich zu machen, ohne sich zu verheben. Rund drei Millionen Euro im Jahr soll der 31-Jährige bei Corinthians kassieren. Und die Brasilianer wollen den ehemaligen HSVer unbedingt halten.

 

Aber wie dem auch sei, heute passiert eher nichts mehr. Zumindest kommt kein Neuer. Dennoch rechnen beim HSV intern alle fest damit, dass die benötigten Verstärkungen bis zum Transferende am 2. Februar kommen. Dass Dietmar Beiersdorfer den Wunschkandidaten Josip Drmic bereits mehr oder weniger abschreibt („Es würde mich sehr wundern, wenn er zu uns wechselt“) werte ich nicht als Aufgabe. Der HSV will und muss Bayer Leverkusen klar machen, dass sie die Entscheidung des Werksklubs nicht über Wohl und Wehe des HSV entscheidet, und dass der HSV Alternativen hat. Daher wird Guerrero, den Leverkusen übrigens mit der Begründung ablehnte, dass Drmic ja bleiben würde, nicht abgehakt – aber intern eben auch nur als B-Lösung betrachtet.

 

Immer erste Kategorie war David Jarolim. Menschlich wie sportlich war er ein Vorzeigeprofi. Heute war der Tscheche in Hamburg, um sich sportärztlich untersuchen zu lassen. Und der ehemalige Sechser nutzte die Gelegenheit, um noch einmal in eigener Sache für sein Abschiedsspiel am 28. März zu werben – obgleich das kaum nötig ist. Und er freut sich: „Natürlich hast du am Anfang immer Angst, dass die Leute es nicht annehmen. Umso mehr freue ich mich, dass jetzt so viele Tickets abgesetzt wurden. Es wird einer der emotionalsten Augenblicke, die ich je in diesem tollen Stadion erleben durfte.“

Anbei ein Videointerview mit Jarolim im (entschuldigt bitte!) unüblichen Hochformat…

Der Sportdirektor von Mlada Boleslav hat es geschafft, dass bereits mehr als 21000 Tickets abgesetzt sind. Als Fünftbeliebtester HSVer aller Zeiten wählten ihn die Leser der „BILD“ zuletzt. „Das fühlt sich gut an“, so Jarolim, dem der HSV immer wieder nahegelegt hatte, ihn im eigenen Nachwuchs unterbringen zu wollen. Als Trainer. „Ich werde das jetzt auch machen“, so Jarolim, „allerdings erst einmal bei uns im Klub. Ich bleibe Sportdirektor und werde zusätzlich die Woche die U19 von Boleslav trainieren, um erste Erfahrungen zu sammeln. Ich will meine Lizenzen erwerben – dann schaue ich weiter.“

 

 

Allerdings, einmal hier, kam Jaro nicht umhin, sich auch zum HSV zu äußern. „Ich glaube, dass der HSV die richtigen Leute auf den wichtigen Positionen hat und dass sie die Situation erkannt haben. Deshalb bin ich auch optimistisch. Es wird wieder eine schwierige Saison, aber sie wird nicht noch mal so schlimm wie die letzte Saison.“ Dass der HSV noch in dieser Wintertransferphase Verstärkung braucht – auch Jaro sieht es so. Obwohl er überlegt, etwas anderes zu sagen, gibt er zu: „Wenn die Möglichkeit besteht, jemanden zu bekommen, der helfen würde, dann sollte man es machen.“ Ob er Guerrero empfehlen würde? „Das kann ja nicht klappen – der hat doch Flugangst…“, scherzte Jarolim, um dann hinzuzufügen: „Paolo ist ein super Fußballer. Helfen könnte er immer.“

 

Womit ich noch einmal kurz auf die Mitgliederversammlung eingehen will. Die hat gezeigt, was eine Person des Vertrauens bewirken kann. Wobei es sicher mindestens zwei waren, die der Versammlung zu einem friedlichen Verlauf verholfen haben, wie wir ihn schon Ewigkeiten nicht mehr miterleben durften. Immerhin in einer finanziell und sportlich derart angespannten Situation – das war für mich dann doch überraschend. Aber nehmen wir die auf deutlich zu persönlicher Ebene geführten Reden von und gegen Manfred Ertel mal aus, war es letztlich ein sehr erfreulicher Sonntag. Die Verantwortlichen der Campus-Anleihe wurden zwar unter dem Eindruck der Zehn-Millionen-Spende von Alexander Otto unverdient wenig in die Verantwortung genommen – andererseits hätte es mehr als neuen Ärger dadurch auch nicht gegeben. Moralisch verheerend sind die Herren Jarchow, Hilke, Arnesen und Scheel rechtlich abgesichert – das Kleingedruckte macht’s möglich.

 

Dennoch war bei der Veranstaltung ein Hauch von Einigkeit zu spüren, die dieser Verein dringend benötigt. Und Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer ist das Gesicht der Neuausrichtung – zusammen mit Otto. Und Klaus Michael Kühne natürlich. Wobei die beiden Millionen-Unterstützer unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier Otto, der bewusst zurückhaltend agiert und keine Anteile zeichnen sondern in letzter Instanz dem Amateursport helfen will. Und auf der anderen Seite Kühne – der Mann, der sein Darlehen lang und hart verhandelte, ehe er es in Anteile umwandelte und der gern öffentlichkeitswirksam sagt, was er denkt. Aber – in diesem Fall sollte man es nur so nehmen, wie es im Moment ist: als unfassbar große Hilfe für die Konsolidierung des HSV. Den Dank haben sich die beiden Milliardäre verdient.

 

In diesem Sinne, der Testspieler Innocent Emeghara wird nicht genommen, Ivo Ilicevic darf vorerst ebenso bei den Profis weiter mittrainieren, wie die U23-Youngster Philipp Müller, Ahmet Arslan und Nils Brüning (Marcos, Götz und Gouaida bleiben natürlich auch). Pierre Michel Lasogga ist wieder einsatzbereit, hat aber morgen frei, da kein Training ist.

 

Bis dahin, Scholle

 

P.S.: Angeblich ist Mpoku (Standard Lüttich) in Deutschland zu Verhandlungen. Und Inter Mailands Trainer Roberto Mancini soll sich nun doch gegen die Abgabe Kuzmanovics entschieden haben. Diese Gerüchte habe ich deshalb ins „P.S.“ gestellt, weil sie in fünf Minuten wieder überholt sein werden. Wetten dass…?

Perfekte Bedingungen – und viel Hoffnung vor Ort

12. Januar 2015

Der Flug war angenehm. Für die einen sogar noch mehr als für die anderen. Denn da der HSV-Tross letztlich auf mehr als 50 Personen angestiegen war, “mussten” die jüngeren Spieler letztlich in der Economy-Class mitfliegen. Aber, für alle die “Emirates” noch nicht kennen: Das ist zweifellos bei  nichts Schlimmes.

So machen auch die anstrenden Flüge Spaß: Matthias Ostrzolek genießt seinen Schlafsessel.

So machen auch die anstrenden Flüge Spaß: Matthias Ostrzolek genießt seinen Schlafsessel.

Lediglich angesichts der fürstlichen, zum Bett ausziehbaren Sitze der restlichen HSVer (s. Foto) halt alles eine Nummer kleiner. Wobei, das muss ich sagen, egal wo man bei Emirates-Flügen sitzt, allein das TV- und Radioangebot der Airline ist unfassbar. Langweilig wird’s nicht – und 5,5 Stunden sind so schnell rumgebracht.

Egal wie, trotzdem etwas müde landete die Mannschaft samt der Kollegen um 6.30 Uhr Ortszeit (3.30 Uhr unserer Zeit) in Dubai. Per Bustransfer ging es direkt in das Luxusressort Meydan, das direkt an einer Rennbahn gelegen ist und jeglichen Luxus bietet, den man sich wünschen kann. Nach einer längeren Ausruhphase bis 16 Uhr Ortszeit ging es zur ersten Trainingseinheit auf den Platz. Wobei „Platz“ maßlos untertrieben sein soll.

Ein Trainingsplatz, der für jedes Golfturnier herhalten könnte

Ein Trainingsplatz, der für jedes Golfturnier herhalten könnte

„Hier kann man ja Golf spielen“, so Trainer Joe Zinnbauer, der auch gleich einen Trainingsgast begrüßen konnte. Denn was dem Frank Arnesen die Chelsea-Nachwuchskicker sind dem Peter Knäbel die Schweizer Nationalspieler. Und einer davon ist Innocent Emeghara, ein 25-jähriger Angreifer, der bis zuletzt in Aserbeidschan aktiv war und aktuell vereinslos ist. „Ich kennen ihn schon seitdem er 14 Jahre alt ist“, so Knäbel über den schnellen, 1,70 Meter großen Angreifer, der voraussichtlich bis zum Ende des Trainingslagers dabei bleibt.

In der ersten Einheit war heute nicht allzu viel zu sehen, wie mir meine Kollegen mitteilten. Beim nur kurzen Abschlussspiel wurde mit einem Ballkontakt agiert. „Aber man kann schon erkennen, dass es ein anderer Typ ist als unsere Stürmer“, freut sich Zinnbauer, „und wir wollen variabler sein.“ Dass der gebürtige Nigerianer zudem pfeilschnell ist, freut den Verfechter von Tempofußball. Bei Matz ab live hatte Zinnbauer seinerzeit betont, dass Schnelligkeit ein für ihn sehr wichtiges Kriterium sei. „Er hat einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen, ist sehr schnell“, so der HSV-Coach, der sich nur zu gern in den nächsten Tagen über den nächsten Zugang freuen würde.

Und das kann er vielleicht auch. Dem Vernehmen nach hat der HSV trotz diverser Mitbieter sehr gute Chancen auf Krystian Bielik. Der 17-Jährige Pole war am Sonnabend in Hamburg, was im Übrigen vom Präsidenten seines Heimatklubs Legia Warschau verraten wurde und nicht von Knäbel „rausposaunt“ wurde. Knäbel selbst äußert sich tatsächlich immer erst dann zu Spielern, wenn sie eh schon bekannt und zumeist sogar schon genannt wurden. Und während Knäbel sich betont zurückhaltend über die Verpflichtungschance äußerte, wirkte Zinnbauer heute optimistischer. Der Cheftrainer hatte den Spieler am Sonnabend getroffen und länger mit ihm sprechen können – und ist begeistert. „Krystrian ist ein guter Junge mit einem guten Charakter. Er würde bei uns voll ins Konzept passen und ist ein körperlich sehr präsenter, großer Spieler. Und ich glaube auch nicht, dass es nur ein Bluff von ihm war, dass er zu uns gekommen ist.“

Klingt gut. Ebenso wie die verkündeten Vertragsunterschriften, die der HSV offensichtlich auf die Tage verteilt. Denn nachdem gestern die Vertragsverlängerung von Jaroslav Drobny bekannt wurde, gab der HSV heute die Unterschrift von Gideon Jung bekannt. Das für mich vielleicht größte Talent aus der U23 unterschrieb einen Vertrag bis 2018 – und ich behaupte: Er hat wirklich alles, um den Sprung nach oben zu schaffen. Weil er charakterlich (ruhig, lehrwillig) alle Voraussetzungen hat, sportlich sowieso. Spielerisch stark, im Zweikampf sowieso und im Kopfballspiel ob seiner Länge bevorzugt, ist Jung ein sehr intelligent agierender Sechser. Dass er mit (hoffentlich bald Bielik,) Valon Behrami, van der Vaart und eventuell sogar noch Kuzmanovic extrem harte Konkurrenz auf der Sechs hat – kein Thema. Aber Jung, der in der U23 auch in der Innenverteidigung eingesetzt wird, nimmt’s sportlich. „Ich bin hergekommen, um mich von Tag zu Tag weiterzuentwickeln. Und das kann ich hier. Und ich bin noch lange nicht am Ende, habe hier die Perspektive, die ich brauche.“ Die da heißt: Bundesligaspieler zu werden.

Musste mit Knieproblemen früher ins Mannschaftshotel: Dennis Diekmeier

Musste mit Knieproblemen früher ins Mannschaftshotel: Dennis Diekmeier

So, und dann noch ein paar Fakten des Tages: Pierre Michel Lasogga konnte heute noch nicht mit der Mannschaft trainieren und absolvierte eine individuelle Laufeinheit. Der Angreifer soll jetzt, nachdem er eigentlich heute einsteigen sollte, ab Mittwoch wieder voll mittrainieren. Dennis Diekmeier musste indes das Training mit einer Kniereizung vorzeitig beenden, soll aber in den nächsten Tagen wieder einsteigen. Morgen soll zudem um 7.45, 11 und 16 Uhr Ortszeit (drei Stunden voraus) trainiert werden. Ich melde mich dann wieder gegen Abend bei Euch.

In diesem Sinne, habt einen schönen Abend,
Scholle

 

Anbei noch ein paar Bilder vom Mannschaftshotel in Dubai:

Fussball Fussball Fussball Fussball Fussball Fussball Fussball

Zinnbauer sorgt für frischen Wind beim HSV

17. September 2014

„Er ist für mich ein super Trainer, und ich hoffe, dass er die ersten Punkte für den HSV holt.“ Das sagte der ehemalige HSV-Profi Hakan Calhanoglu nach dem Champions-League-Spiel von Bayer Leverkusen beim AS Monaco über die Berufung von Josef Zinnbauer zum Hamburger Cheftrainer.

Etwa zur gleichen Zeit saß Jürgen „Kloppo“ Klopp am Dienstag in Dortmund nach dem 2:0-Sieg über Arsenal London bei der Pressekonferenz und sagte und fragte in die Runde: „Ich freue mich sehr für Joe Zinnbauer, dass er Trainer des HSV geworden ist – hat jemand von Euch mal die Handy-Nummer, damit ich ihn anrufen kann, um zu gratulieren?“

 


 

Ja, so geht es dann doch auch. Man muss nicht alles nur schlecht machen oder schlecht reden, man könnte auch ein wenig Hoffnung aus dem Trainerwechsel beim HSV schöpfen. Hoffnung und Zuversicht. Den ersten Tag hat Zinnbauer nun hinter sich, und er hat ihn mit Bravour gemeistert. Er kam zwar exakt 30 Minuten zu spät auf den Trainingsrasen am Volkspark, aber nur deshalb, weil seine „Neu-Jahrs-Ansprache“ wohl einen Tick länger gedauert hatte. Zinnbauer kam mit Co-Trainer Patrick Rahmen und Torwarttrainer Stefan Wächter die „Show-Treppe“ im Süden des Stadions herunter, und unten durchschritten die drei Musketiere dann ein Spalier aus Fans und Medien-Vertretern. Die HSV-Anhänger applaudierten – es muss dem neuen Chef-Trainer heruntergegangen sein wie Öl. Genau fünf Minuten später erschien die Mannschaft. Sie ging auch durch das Spalier, aber ohne Beifall. Der muss sich erst wieder erarbeitet werden.
Übrigens: Zu spät wird Joe Zinnbauer wohl nie, denn er ist nicht nur fünf Minuten vor der Zeit da, sondern fast fünf Stunden . . . Heute fuhr er bereits um 7 Uhr vor den Eingang des Stadions, was noch verschlossen war – aber „Joe hat ja Schlüssel“. Und gestern, als er noch bei der U23 im Amt war, betrat er um 14 Minuten vor Zwölf das Stadion – das Training war für 15.30 Uhr terminiert. So ist der neue Mann des HSV.

 

Wer mehr über Joe Zinnbauer wissen will, oder fast alles, der sollte sich das hier eingebaute Video von seiner Vorstellung heute zur Mittagszeit ansehen (bitte die Play-Liste darunter beachten!). Und wer das wagt, der wird feststellen, dass an diesem Mann nichts Künstliches dran ist, sondern nur Normalität. Dieser Trainer ist authentisch, frisch, fromm, frei und von der Leber weg. Einfach erfrischend, dieser Typ. Und wenn er damit auch bei seiner Mannschaft „landen“ kann, wenn er seine etwas trockenen Profis, von denen viele, viel zu viele schon mit lethargischen Zügen über den Rasen traben, sich von dieser emotionalen Art auch nur etwas mitreißen oder anstecken lassen, dann wird dieser HSV auch wieder auf die Beine kommen. Habt Vertrauen.

 

Wie die beiden großen Agenturen den ersten Tag von Joe Zinnbauer erlebt haben, möchte ich Euch auch noch zukommen lassen, damit das Bild dann noch ein wenig runder wird. Zuerst der Beitrag der Deutschen Presse-Agentur:

HSV-Coach Zinnbauer: „Ich will die Zügel in der Hand haben“

Aufgezeichnet von Christopher Weckwerth

Der neue HSV-Trainer Josef Zinnbauer steht vor seinem Debüt in der Bundesliga: Nach fast 20 Jahren in Amateurligen wittert der 44-Jährige seine Chance, sich im Profibereich zu etablieren.

Josef Zinnbauer ist der neue Trainer beim Fußball-Bundesligist Hamburger SV. Gleich im ersten Training mit der Profimannschaft am Mittwochvormittag gab der bisherige U23-CoachdesHSV lautstark den Ton vor:„Ich will die Zügel in der Hand haben“, erklärte der 44-Jährige anschließend auf einer Pressekonferenz in der Arena. Frage: Was für ein Trainertyp sind Sie? Antwort: Ich bin sehr leidenschaftlich und akribisch. Disziplin ist mir wichtig, ich will schon die Zügel in der Hand haben. Wenn man in Hamburg Trainer ist, sollte man alles ins Zeug legen – ich denke, das habe ich mit der U23 gemacht.
Frage: Haben Sie Respekt vor dem Sprung aus der vierten in die erste Liga? Antwort: Ich bin kein Neuling als Trainer. Ich bin im 26. Lebensjahr in das Geschäft eingestiegen, auch wenn es unterklassig war. Als Zweitligaspieler bei Mainz 05 habe ich auch als Profi auf dem Rasen gestanden – das ist nichts Neues für mich. Respekt habe ich natürlich, das ist doch klar. Aber vor 50 000 Zuschauern zu spielen, darauf freue mich, da sollte man keine Angst vor haben. Das ist doch geiler, als wenn ich vor zehn Leuten stehe. Ich habe Bock auf die erste Liga.
Frage: Wie schätzen Sie Ihre neue Mannschaft ein? Antwort: Mein erster Eindruck ist positiv. Stärken und Schwächen richten sich meiner Meinung nach danach, wie man spielen lässt. Ich will eine eigene Philosophie einbringen. Man kann die Schwächen auch verstecken. Ich habe aber auch der U23 viel zu verdanken: Da sind Spieler drin, die wir hoffentlich mal in der Bundesliga sehen.
Frage: In Mainz haben Sie an der Seite von Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gespielt. Haben Sie noch Kontakt? Antwort:Ja, ich habe ihm neulich noch bei Whatsapp geschrieben. Schon damals in Mainz hat Kloppo gesagt: Wir zwei Blinden können nicht Fußball spielen, aber vielleicht packen wir es ja als Trainer . . .

 

Und beim Sport-Informations-Dienst war zu lesen:

 

„HSV-Joe“ Zinnbauer schießt scharf: „Ich kenne kein Pardon“

Emotionen ins Team bringen und vor allem Druck machen: Mit drastischen Maßnahmen will Josef Zinnbauer als neuer Cheftrainer des Hamburger SV den Profis des sieglosen Tabellenletzten Beine machen – auch schon gegen Bayern München.

Emotional, ehrgeizig, energisch – mit dieser erfrischenden Mischung will Josef Zinnbauer als 17. Cheftrainer binnen 13 Jahren Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV aus dem Tabellenkeller holen. „Ich habe Bock auf die 1. Liga. Es ist doch viel schöner, vor 50 000 statt vor 500 Zuschauern zu spielen“, sagte der 44-Jährige am Mittwoch bei seiner Präsentation in der Hansestadt.
Der einstige Zweitliga-Profi machte unmissverständlich deutlich, dass unter ihm ein anderer Wind wehen wird als bei seinem glücklosen Vorgänger Mirko Slomka, der am Montag nach drei Spielen ohne Sieg und ohne einen einzigen Torerfolg beurlaubt worden war: „An der Qualität der Mannschaft liegt es nicht. Man muss Emotionen reinbringen und am Kopf ansetzen. Wenn nur drei von elf Spielern da nicht mitziehen, funktioniert es einfach nicht.“
Der 44-Jährige, der bereits seit 18 Jahren als Coach arbeitet, hat das beste Druckmittel für lethargische Profis in der Hand. Das von ihm betreute U23-Team führt mit acht Siegen aus acht Spielen die Tabelle der Regionalliga Nord souverän an. So mancher Nachwuchsakteur wirft schon begehrliche Blicke Richtung Erstliga-Kader.
Und darf sich offenbar berechtigte Hoffnungen machen. Zinnbauer: „Wenn es oben nicht läuft, hole ich mir meine jungen Spieler dazu. Da kenne ich kein Pardon. Ich habe ihnen gesagt, dass mein Wechsel in die erste Liga eine große Chance für mich, aber eben auch für sie ist.“

 

Soweit die beiden Agenturen. Wie gesagt, Ihr selbst könnt Euch ein Bild vom neuen HSV-Trainer machen, indem Ihr das Video (plus Play-Liste) von der PK anklickt. Es lohnt sich.

 

Kurz noch zum Training. Rafael van der Vaart, Ivo Ilicevic und Marcell Jansen nahmen nicht daran teil, weil sie verletzt sind. Jansen betrat um 11.26 Uhr den Trainingsplatz und joggte, arbeitete dann aber auch kurz mit Reha-Trainer Markus Günther, der zuvor mit Slobodan Rajkovic beschäftigt war – anschließend gingen alle drei Männer im Volkspark laufen. Beim Profi-Training waren dafür auch drei Spieler aus der Zweiten dabei: Ashton Götz (er wird der erste Spieler sein, der den Sprung zu den Profis schaffen wird – ist meine Überzeugung!), Tolcay Cigerci und Ronny Marcus. Auch die Nachmittagsschicht begann mit einiger Verspätung, denn zuvor hatte es in der Kabine eine Video-Vorführung gegeben. Eine Art Folter-Training . . .

 

Im obligatorischen Trainingsspielchen gegen Ende der Einheit spielte A gegen B – und in dem A-Team standen drei ganz interessante Männer: Jaroslav Drobny im Tor, davor in der Innenverteidigung Heiko Westermann (neben Johan Djourou) und davor, auf der Sechs, Tolgay Arslan. Hat wahrscheinlich noch nichts zu sagen, aber es fand dennoch viel Beachtung. Am Nachmittag wurde dann sehr, sehr ideenreich trainiert, mit Spaß und Freude an der Sache. Eine Übung war so angelegt, dass die Spieler mit Ball und Tennisball zugleich “spielen” mussten . . . So etwas Kreatives gab es im Volkspark schon seit Jahr und Tag nicht mehr.

 

Die Kritiken, die Joe Zinnbauer, der seit 1980 nunmehr mein 27. HSV-Trainer ist (allerdings mit Ralf Schehr, Holger Hieronymus und Frank Arnesen) nach und für seinen ersten Tag bekommen hat (Fans und Kollegen), waren durchweg positiv, meistens überaus positiv. Es weht, so war zu vernehmen, jetzt ein viel frischerer Wind durch den Volkspark, die Stimmung ist plötzlich eine ganz andere. Bleibt nur zu hoffen, dass das auch bei der Mannschaft so aufgenommen und dann auch gelebt wird.

 

Das hofft natürlich – und in erster Linie – auch Club-Chef Dietmar Beiersdorfer, der sich ganz hinten in der letzten Reihe die erste Pressekonferenz von Joe Zinnbauer ansah und anhörte. Der „Didi“ wirkt auf mich etwas (sehr) gestresst, die Turbulenzen der vergangenen 48 Stunden zeigen sich in seinem Gesicht, er hat Augenränder. Natürlich. So etwas geht ja nicht spurlos an einem Menschen vorbei. Er muss schließlich innerhalb von wenigen Stunden allerhand Männern erklären, dass sie in Zukunft keine Rolle mehr beim HSV spielen werden – und gehen müssen. Ganz sicher keine angenehme Aufgabe – und so etwas dann am Fließband. Ich stellte gestern ja noch die Frage, was aus Liga-Betreuer Thomas Westphal wird, den Mirko Slomka im Sommer von Hannover 96 losgeeist hatte, heute sagte Beiersdorfer nur ganz kurz: „Er bleibt beim HSV.“ Was in diesen schweren Zeiten ja gewiss keine Selbstverständlichkeit ist . . .

 

PS: Morgen, am Donnerstag, wird im Volkspark um 15.30 Uhr (nicht, wie zuerst gemeldet, um 10 Uhr!) trainiert.

 
17.15 Uhr

Mancienne auf dem Weg nach Nottingham

16. Juli 2014

Der HSV ordnet sich neu. Oder besser: Didi ordnet ihn neu. Oliver Kreuzer ist nicht mehr Sportchef, ein neuer Verantwortlicher „Direktor Profifußball“ wird gesucht. Bernhard Peters übernimmt ab 1. August als „Direktor Sport“ die konzeptionelle Verantwortung über alle fußballerischen Entwicklungen beim Dino der Bundesliga von der Jugend bis nach oben.

Die Entscheidung für den Strategen Peters kann als Richtung weisend verstanden werden. Jahrelang herrschte draußen in Norderstedt Flickschusterei. Die Chefs des Nachwuchszentrums wechselten viel zu häufig, immer wieder gab es eine andere Strategie – oder der Posten wurde mit Personen besetzt, die dafür eigentlich gar nicht geeignet waren. Bastian Reinhardt bekam die Verantwortung für Norderstedt, nachdem sein Sportchef-Diskurs gescheitert war. Michael Schröder hat das Amt im Moment inne, er kennt den HSV und den Fußballmarkt aus dem „effeff“, hat seine Stärken in der Sichtung. Ein Stratege wie Bernhard Peters ist er jedoch wahrscheinlich nicht.

Es gibt nicht wenige HSVer, die die Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre genau beobachtet haben, die den Schweizer Paul Meier für den besten Mann auf dieser Position gehalten haben. Doch auch diese Vertragskonstruktion hatte ihre Fehler. Meier war am Wochenende selten in Hamburg, so dass er die Nachwuchsteams viel zu selten im Wettkampf beobachten konnte. Unter Sportchef Frank Arnesen schließlich wurde die Jugend viel zu sehr vernachlässigt. Die Folge: Eine Reihe guter Trainer haben den HSV im Laufe der Jahre verlassen, die Spieler wurden nicht mehr so gut gefördert, wie es erforderlich gewesen wäre usw.

Oliver Kreuzer schließlich, der zuletzt als Sportchef auch für die Jugend verantwortlich war, konnte sich diesem Thema wegen tausender anderer Baustellen nicht genügend widmen. Schuldzuweisung hin, Erklärung her: Wie der Profifußball geriet auch der Nachwuchsbereich beim HSV in eine Abwärtsspirale, die sich im schwachen Abschneiden der Aushängeschilder U 23 und U 19, die jeweils den Abstieg nur um ein Haar verhindern konnten, ausdrückt.

Nun hat Beiersdorfer also Bernhard Peters verpflichtet. Dessen Arbeit in Hoffenheim wird allgemein anerkannt. Er hat der Jugendförderung im Kraichgau in acht Jahren ein Gesicht verpasst. Und die große Hoffnung ist, dass dies auch beim HSV möglich ist. Wobei Dietmar Beiersdorfer auch ganz realistisch einen Zeitrahmen nannte. Er sprach von einem langfristigen Projekt, das sich über zwei, drei oder vier bis hin zu zehn Jahren hinziehen könnte. Tatsächlich sind die Nachwuchs-Strukturen beim HSV ja genauso weit wie der Bau des Campus: Es gibt eine Idee, eine Baugenehmigung – aber noch liegt kein einziger Stein auf dem anderen. Auf geht’s, Bernhard Peters!

Dass der 54-Jährige frühere Hockey-Bundestrainer als durchaus knorriger Typ gilt, muss nicht hinderlich sein. Was er bislang in seiner Karriere als Sport-Manager anstellte, das war erfolgreich. Wobei im Hockeysport sowieso schon weit vor dem Fußball auf internationaler Arbeit konzeptionelle Pionierarbeit geleistet wurde. Nur um ein Beispiel zu nennen, und das soll jetzt bitte nicht „hochsterilisiert“ werden: Auch beim FC Barcelona hat ein Hockey-Mann für die aktuellen Strukturen gesorgt.

Entscheidend wird natürlich sein, dass es auch im Nachwuchsbereich Anschub-Finanzierungen gibt. Aus diesem Grund war Dietmar Beiersdorfer am vergangenen Freitag auch in der Schweiz bei Klaus-Michael Kühne. Zwar verkündete Beiersdorfer anschließend, man sei im Gespräch, es sei jedoch noch keine endgültige Entscheidung über Form und Umfang der Kühne-Unterstützung gefallen. Dass Kühne aber nach wie vor nachhaltig mit eingebunden werden soll (und muss) in den neuen HSV, das ist klar.

Über die aktuellen personellen Entwicklungen auf Führungs-Ebene hat Scholle Euch in den vergangenen Tagen auf dem Laufenden gehalten. Carl Jarchow und Joachim Hilke behalten (vorerst) in der AG ihre Vorstands-Positionen, wobei sich die Frage stellt, warum im Fall Hilke der Verbleib im Amt nicht gleich mit einer Vertragsverlängerung verbunden wurde. Klar, sein Kontrakt läuft noch ein Jahr, aber die Spekulationen, nach denen insgeheim ein anderer Finanz-Fachmann im HSV-Vorstand gesucht wird, die gibt es nun schon seit Wochen. Machen wir es wie auch bei den Personalien Kreuzer und Peters – warten wir auf handfeste Entscheidungen.

Was nun Carl Jarchow angeht, liegt der Fall sicher anders. Ihn im Vorstand zu lassen, kann getrost als taktische Entscheidung gewertet werden. Würde ihn der AG-Aufsichtsrat aus dem Vorstand abberufen, hätte Jarchow als e.V.-Präsident zunächst noch einen Sitz im AG-Aufsichtsrat sicher – und das will man ja nun irgendwie auch nicht. Irgendwann muss auch Jarchow selbst erkennen, dass er als Vorstands-Vorsitzender der vergangenen Jahre vier Mal in Folge ein deutlich negatives Bilanz-Ergebnis zu verantworten hat. In der Saison 2013/14 wird das ja wieder so sein, selbst wenn die abschließende Berechnung noch aussteht. Ich finde, ein Rücktritt würde Jarchow im Moment nicht schlecht zu Gesicht führen. Das, was ihm Karl Gernandt als Aufgabe zubilligt, nämlich sich um die verschiedenen Fan-Strömungen zu kümmern und sie zu befrieden – mehr Abschiebung in die Bedeutungslosigkeit geht doch kaum.

Kein wirkliches formales Hindernis war die Demission Oliver Kreuzers. Dietmar Beiersdorfer hat Kreuzer die Entscheidung, wie bekannt, am Montag mitgeteilt. Er begründete den Schritt mit der geplanten „Neuausrichtung im sportlichen Bereich“. So weit, so gut. Oliver Kreuzer musste darüber offenbar ein paar Mal schlucken und hat mir heute noch einmal gesagt, dass er schon ziemlich enttäuscht ist: „Ich bin enttäuscht vor allem über den Zeitpunkt der Entscheidung, denn ich habe geglaubt, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt. Ich hätte gern für den HSV weiter gearbeitet. Für mich war es nicht im Ansatz zu spüren, dass es zwischen Dietmar Beiersdorfer und mir nicht passt. Aber im Fußball muss man Entscheidungen akzeptieren. Das tue ich.“

Offenbar hatte es am Wochenende noch einen langen sportlichen Gipfel beim HSV gegeben, an dem Beiersdorfer und Kreuzer auch gemeinsam teilgenommen hatten, am Montag wurde die Zusammenarbeit dann beendet.

Soweit zur Vergangenheit. (Frage mich gerade, was wohl mit dem neuen U-23-Trainer Josef Zinnbauer wird, den Kreuzer ja geholt hat – wir werden abwarten müssen…)

Kommen wir zur Gegenwart und dieser Meldung (dpa):

Fußball-Profi Michael Mancienne vom Hamburger SV steht laut Medienberichten vor einem Wechsel zum englischen Zweitligisten Nottingham Forest. Nach übereinstimmenden Informationen der Zeitungen «Nottingham Post» und «Telegraph» hielt sich der 26 Jahre alte Abwehrspieler am Mittwoch zu medizinischen Untersuchungen in Nottingham auf. Demnach soll Mancienne, der beim HSV meist nicht über die Rolle eines Edelreservisten hinausgekommen war, seinem Noch-Club umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro Ablöse einbringen. Bei Nottingham Forest soll er einen Vierjahresvertrag erhalten.

Alles Gute, Michael, wenn der Wechsel klappt. Klar, mit knapp zwei Millionen Euro Jahresgage ist er dem HSV zu teuer. Aber er hat sich hier immer professionell verhalten, auch als er ausgemustert war, und auf Michael Mancienne war im Abstiegskampf Verlass, als er wieder gebraucht wurde.

Neues von Klaus Meetz: Der Ex-Volleyballstar des HSV und Vereins-Ehrenmitglied ist weiter aktiv. Bekanntlich hatte er ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Richter beantragt, die die Eintragung der HSV AG ins Handelsregister bearbeitet haben – dafür hat die Staatsanwaltschaft nun ein Aktenzeichen eingerichtet und das heißt, dass das Verfahren eröffnet wurde. Darüber hinaus hat Meetz übrigens auch einen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz und die Justizsenatorin Jana Schiedek geschrieben. Auch hier geht es um angebliches Fehlverhalten von Richtern und Strafanträge, die er stellen möchte – und zwar gegen Scholz und Frau Schiedek.

Mit dieser Nachricht schließe ich für heute.
Grüße von Lars

Vier Wochen nach dem 25. Mai – jetzt ENDLICH nach vorn gucken!

22. Juni 2014

In den vergangenen Tagen, insbesondere bei der Debatte um die Äußerungen von Klaus-Michael Kühne, waren hier in den Kommentaren heiße Diskussionen entbrannt. Wer ist wofür verantwortlich? Fehlstart von HSV-Plus oder berechtigte Kritik der neuen Macher? Welche Rolle spielen Jarchow und Co. aktuell und behindern sie den Neustart?

 

In ganz großem Maße kommt darüber hinaus immer wieder der Wunsch auf nach Abrechnung mit dem aktuellen Vorstand und Aufsichtsrat. Diese Abrechnung wird hier stark eingefordert, um wirklich einmal Ross und Reiter zu nennen, um mit dem Grundübel aufzuräumen und reinen Tisch zu machen, so dass die Basis gelegt ist und die neuen Leute um Dietmar Beiersdorfer am 1. Juli dann auch offiziell anfangen können.

 

Offensichtlich gibt es ein paar unterschiedliche Wahrnehmungen was die Inhalte des Blogs in den vergangenen Monaten angeht. Man kann es wertfrei auf den vereinfachten Nenner bringen: Wir, die Blogschreiber, sind der Ansicht, die Missstände genannt zu haben und auch die dahinter stehenden Namen; kritische Blog-Kommentierer bestreiten dies und bemängeln zu weichen Umgang mit den Protagonisten. Soweit, mehr oder weniger, der Status Quo.


 

Gerade die momentane Übergangsphase sorgt für Nervosität. Mal abgesehen von den Äußerungen des designierten Aufsichtsrats-Vorsitzenden Karl Gernandt sowie dem Interview von Klaus-Michael Kühne ist wenig an die Öffentlichkeit gedrungen. Dietmar Beiersdorfer beispielsweise hält sich komplett zurück. Ansprechpartner sind nur die alten Macher, in erster Linie der Vereins-Vorsitzende Carl Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer. Von ihnen hören wir, dass sie eng mit Beiersdorfer und Co. in Kontakt sind und alles abgesprochen wird. Aus dem Kühne-Interview ist eine andere Perspektive herauszulesen – demnach kleben die „Alten“ an ihren Sesseln und geben ihre Positionen nicht vorzeitig auf, obwohl sie seit dem 25. Mai faktisch einer aussterbenden Spezies angehören. Wo die Wahrheit genau liegt, enge Absprache oder Dissenz, ist im Moment nicht objektiv zu bewerten.

 

Zurück zum Thema „Abrechnung“. Am Ende haben Carl Jarchow und Oliver Kreuzer die Beinahe-Katastrophe der vergangenen Saison zu verantworten, daran führt kein Weg vorbei. Es ist einfach, sie an den Pranger zu stellen, denn sie haben dafür ja auch eine Menge Angriffsflächen geboten.

 

Aber: Die Probleme des HSV liegen viel tiefer und sind mit der Opferung zweier Verantwortlicher doch nicht behoben. Das wurde in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Positionen immer wieder punktuell versucht.

 

Der Aufsichtsrat war schuld. Also folgte auf Udo Bandow dessen Stellvertreter Horst Becker. Die Wirtschaftsweisen kamen in das Gremium, besser wurde es nicht. Irgendwann übernahm Otto Rieckhoff das Amt, dann Alexander Otto, Manfred Ertel, Jens Meier. Die „Supporters“ schienen in der Mehrheit zu sein. Und jeder war auf seine Weise erfolglos in dem Sinn, den Niedergang des Vereins in den vergangenen Jahren nicht verhindert zu haben.

 

Auch die Vorstands-Personalien, die vom Aufsichtsrat angegangen wurden, haben keine Besserung gebracht. Das Ende von Bernd Hoffmann unter großem Tohuwabohu, der regelmäßige Wechsel auf dem Sportchef-Posten. Nach zu langer Phase der Vakanz, die durch das Ende der Ära Beiersdorfer begann, sowie den Herren Siegenthaler, Reinhardt, Sammer, Arnesen und letztlich Oliver Kreuzer, die teilweise im Amt, teilweise nur Kandidaten waren, steht der HSV immer noch nicht besser da.

 

Im Bemühen, den Verfall zu stoppen, wurde immer nur ein Mann entlassen, an dessen Stelle ein anderer kam, der sich dann wie sein Vorgänger aufrieb und verbrauchte. Natürlich waren es auch immer wieder individuelle Entscheidungen und Fehler, die die Arbeit des einen oder anderen kennzeichneten. Als Quintessenz blieb doch immer nur eins: das Scheitern.

 

Ebenso auf der Trainerposition. Stevens, Jol, Labbadia, Moniz, Veh, Oenning, Fink, van Marwijk, Slomka. Das sind die Namen seit 2007. Der jeweilige Neue würde den Laden in den Griff bekommen – diese Hoffnung blieb bis heute ebenso unsterblich wie unerfüllt. Dazu passt die stete Abwärtsentwicklung im Nachwuchs-Bereich in Norderstedt. Die U-Mannschaften des HSV hinken der Konkurrenz hinterher. Viele gute Trainer haben den Verein in den vergangenen Jahren verlassen, weil die übergeordneten Sportchefs sich diesem Bereich entweder nicht richtig widmen wollten oder konnten.

 

Im Sommer 2014 ist der HSV an einem Punkt angelangt, an dem sich endlich eine Erkenntnis durchgesetzt hat, die sich durch die Ausgliederung in eine Fußball-AG dokumentiert. Es muss ein radikaler Kurswechsel des ganzen Schiffs her, nicht nur diese ständige punktuelle Verändern dieser oder jenen misslichen Personalie. Das alte Modell der Flickschusterei, des Übeltäter-Suchens, des Messias-Verpflichtens, ehe man erkennt, dass sich hinter jedem Messias doch wieder ein gescheiterter Fehlerteufel verbarg, sollte zu einem Ende kommen. Es ging und geht HSV-Plus und sicher auch den 86,9 Prozent, die sich für die Ausgliederung ausgesprochen haben, nicht mehr um den nächsten Trainerwechsel, der die Wende zum Guten nach sich ziehen müsste. Es ging ihnen nicht um die Fortsetzung des personellen Austauschs nach altem Muster, sondern um einen grundlegenden Wandel des HSV.

 

Der alte HSV war lahm und schwach geworden. Er hat sich in inneren Kämpfen aufgerieben und produzierte keine Führungskräfte, die die Kraft und Fähigkeit besaßen, alle Lecks zu schließen. Das lag in dem einen Fall an der Schwäche des Einzelnen, im anderen Fall an der Größe des Lecks, dessen Stopfung manch erfahrenen Kapitän vor eine unlösbare Aufgabe gestellt hätte. Gleichsam gaben schwache Vorstände und Aufsichtsräte gern das Alibi an, in DIESEM HSV nicht besser arbeiten zu können und sowieso vorwiegend an den Altlasten zu leiden. Auch diese Haltung wurde zu einem Teil der Abwärtsspirale.

 

Es gibt wohl keinen anderen Bundesliga-Verein, der in den vergangenen Jahren derart viele Angriffsflächen bot und der auch derart heftig angegriffen wurde. Die Schwäche der Handelnden hat gleichsam dafür gesorgt, dass kleinste Störfeuer aus dem Umfeld für einen Schlingerkurs des gesamten Gebildes sorgen konnten. Ich erinnere mich an eine Mitgliederversammlung Anfang 2010. Der Verein hatte gerade mal wieder Schlagseite und zu diesem Zeitpunkt keinen Sportdirektor. Vereins-Boss Bernd Hoffmann war schwer angeschlagen, als plötzlich Bruno Labbadia im CCH ans Rednerpult ging. Labbadia hat dort in einer Grundsatzrede versucht, den Vereins-Vorstand zu stärken. Ein einmaliger Vorgang, soweit ich weiß. Ein Angestellter versucht seinen Vorsitzenden und damit den ganzen HSV auf Kurs zu halten, weil er die Gefahr des Auseinanderdriftens erkennt. So löblich Labbadias Versuch war, so sehr zeigte er auch damals die Schwäche der Verantwortlichen im Vorstand und Aufsichtsrat, die zu einer solchen Rettungsaktion nicht in der Lage waren.

 

Im Frühjahr dieses Jahres hat Bert van Marwijk nach wenigen Monaten im Amt seine Beobachtung in Worte gefasst: „Dieser Verein ist dabei, sich selbst zu zerstören.“ Van Marwijk erhielt für diesen Satz viel Zustimmung – und es steht auf einem anderen Blatt, dass er in seiner eigentlichen Aufgabe, gelinde gesagt, nicht gerade überzeugen konnte. Die Beobachtung jedenfalls, die saß.

 

Die Idee von den Initiatoren von HSV-Plus, allen voran Otto Rieckhoff, aus dem HSV e.V. eine HSV AG zu machen, ist an sich nicht revolutionär. Ein Dutzend anderer Bundesligisten hat vor den Hamburgern seine Struktur geändert, und sich wahlweise als AG oder KG ins Handelsregister eintragen lassen. Dies ist gewissermaßen der äußere Rahmen, der womöglich klug und zeitgemäß ist, der aber vor allem die innere Neuordnung des HSV in die Wege leitet. Ein anderes Denken, keine Klüngelei mehr, Einigkeit in den Zielen – kurz gesagt alles, was der HSV in den vergangenen Jahren in seiner Gesamtheit hat vermissen lassen. Beim HSV hat all das eine ungeheure Öffentlichkeit nach sich gezogen – viel mehr als anderswo. Oder haben die „Tagesthemen“ von der Ausgliederung bei Werder Bremen berichtet? Hat „Die Zeit“ sich Eintracht Frankfurt gewidmet? Beim HSV, so die bundesweite Einschätzung, hat die gesamte Debatte eine ganz andere Dimension – es ging und geht um das Überleben des Dinos.

 

Dahinter verschwanden Bedenken in Detailfragen. Mitglieder-Rechte, die Nutzung der Raute als Marke, einzelne Paragrafen im Übernahme-Vertrag, über die vor kurzer Zeit noch ausgiebig in der Mitgliederversammlung gestritten worden wäre, wurden von der Minderheit zwar angesprochen. Doch das Bedürfnis, und auch die Notwendigkeit, nach einer Veränderung des großen Ganzen war übermächtig.

 

Jeder Einzelne der in der Vergangenheit handelnden Personen wird übrigens Professionalität, das beste Bemühen für den HSV, personelle Verbesserung für sich beanspruchen und als Ziel gesetzt haben wollen – in seiner Gänze hat sich der Verein allerdings immer mehr zerrissen. Fehlentscheidungen summierten sich und zogen sich wie in einer Todesspirale immer weiter abwärts. Somit war aus meiner Sicht fast jeder Verantwortliche des HSV in den vergangenen Jahren gleichfalls Täter, weil natürlich nicht jeder Fehler mit den Strukturen zu entschuldigen ist, und Opfer, weil dieser gesamte Verein einfach kaum steuerbar war.

 

Welche Rolle Ihr Carl Jarchow, Joachim Hilke, Oliver Kreuzer, Oliver Scheel, Jens Meier und all die anderen in diesem Zusammenhang gebt – bitte bildet Euer eigenes Urteil. Sie alle sind hier und anderswo häufig zu Wort gekommen, ebenso wie ihre Kritiker. Die Karten liegen auf dem Tisch. In diesem Sinne waren auch die Aussagen von Klaus-Michael Kühne aus meiner Sicht „too much“. Was soll diese Ungeduld? In zehn Tagen weht ein anderer Wind, und zwar auch nach Kühnes Vorstellungen. Was die Ungeduld angeht, wird Kühne übrigens ziemlich sicher noch die eine oder andere harte Probe bestehen müssen. Geduld ist nämlich mit Sicherheit gefragt, wenn es um den HSV der Zukunft geht. Rom ist nicht an einem Tag erschaffen worden, und die Aufwärtsentwicklung des HSV, die sich alle erhoffen, ganz sicher nicht. Es wird dauern, ehe tragfähige Ergebnisse zu sehen sein werden. Dietmar Beiersdorfers Eigenschaft, für Nachhaltigkeit sorgen zu können, kann dem HSV dabei helfen. Aber mal eben husch-husch im Vorbeigehen wird hier nix besser – es ist ein langer Weg zurück für den HSV.

 

Inzwischen ist eine andere Zeitrechnung angebrochen. Und zwar die von Dietmar Beiersdorfer und Karl Gernandt. Natürlich ist es irritierend, wenn in den ersten Tagen nach der Entscheidung für die AG eine Reihe diskussionswürdiger Statements Gernandts zu lesen sind und sein Chef, Klaus-Michael Kühne, im Abendblatt vom Leder zieht. Beim Trainingsstart am Mittwoch, als die Berichte über die Krankschreibung Calhanoglus sowie das Kühne-Interview in aller Munde waren, habe ich mich mit einem langjährigen HSV-Mitarbeiter unterhalten. Wir waren uns einig, dass wir darauf keine Lust mehr haben. Dass sich die ständigen Störfeuer, die mit Fußball oder einem Aufbruch nichts zu tun haben, ohne Ende nerven. Gerade dies sollte mit dem 25. Mai beendet sein, umso größer die Verwunderung, dass durch genannte Äußerungen der neuen Macher scheinbar die alte Schablone wieder sichtbar wird.

 

Aber in den kommenden Wochen, beginnend mit dem 1. Juli, werden wir klarer sehen was die Intentionen der neuen starken Männer angeht. Die größten Hoffnungen ruhen dabei natürlich auf Beiersdorfer. Es besteht nach wie vor die große Chance, dass er mit den richtigen Weichenstellungen für den Umschwung sorgt. Und die Äußerungen von Gernandt und Kühne könnten, wenn sie auch nicht vergessen werden, in einem anderen Zusammenhang erscheinen und betrachtet werden.

 

Dass Karl Gernandt sich beispielsweise seit knapp zwei Wochen öffentlich aus dem Verkehr zieht, ist ja schon als erste Reaktion auf das Echo seiner Äußerungen zu werten. Doch halt: eine große Kritik bleibt. Trainer Mirko Slomka infrage zu stellen und dies nicht klarzustellen, ist ein Riesenfehler. Slomka geht angeschlagen in die Vorbereitung, und das ist schlecht. Dass der Coach selbst sich dann noch im ersten Interview vor den Kameras schützend hinter Kühne stellt, ähnelt vom Muster her dem Auftritt Bruno Labbadias. Und dieses Muster ist das falsche. Die HSV-Mannschaft ist nach wie vor instabil, sie hat sich ja auch gegenüber der Vorsaison bislang kaum verändert. Insofern benötigt sie dringend einen starken Trainer, der nicht von oben geschwächt werden darf. Es sei denn, man will ihn wirklich kurzfristig austauschen. Überspitzt formuliert ist Slomka bereits jetzt zum Abschuss freigegeben worden.

Zuletzt hat der ehemalige HSV-Präsident Wolfgang Klein heftige Kritik an Klaus-Michael Kühne geübt. Dessen Äußerungen seien Vereins schädigend, so Klein. Sicher gibt es nicht wenige, die Kühne deswegen am liebsten zum Mond schießen würden. Doch es ist heute wir vor dem 25. Mai: Der HSV befindet sich auch in wirtschaftlicher Abhängigkeit von seinem Gönner. So gesehen herrscht eine gewisse Hassliebe zwischen HSV und Kühne – und zwar von beiden Seiten. Auch diese Hassliebe in die richtige Richtung zu lenken, ist eine Aufgabe von Dietmar Beiersdorfer. Und es wird sicher nicht seine einfachste sein.

 

Heute Mittag ist die HSV-Mannschaft Richtung Schleswig-Holstein aufgebrochen. In Bredstedt hat um 17 Uhr ein erstes Testspiel begonnen – zur Halbzeit steht es 9:0. Nachher gibt es eine sportliche Aktualisierung dieses Fußball-Abends an der Küste.

 

Der HSV jedenfalls fährt später weiter nach Glücksburg, wo eine Woche Station gemacht wird.

 

So, und WM-technisch ruhen nachher alle deutschen Hoffnungen auf Klinsi und den USA.

Sportlicher Gruß von Lars
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Erster Test viele Tore. Das ist die Kurzfassung des HSV-Spiels in Bredstedt in Schleswig-Holstein vor 1.500 Zuschauern gegen eine Nordfriesland-Auswahl. Endergebnis: 16:0.
So spielte der HSV in der 1. Halbzeit: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Kacar, Demirbay, Jiracek – Stieber, Rudnevs, Ilicevic
Und so in der 2. Halbzeit: Brunst – Westermann, Tah, Mancienne, Jiracek – Steinmann, Arslan – Zoua, Cigerci, Derflinger – Rudnevs
Tore: 1:0 Demirbay (4.), 2:0 Kacar (13.), 3:0 Demirbay (18.), 4:0 Demirbay (20.), 5:0 Demirbay (23.), 6:0 Stieber (29.), 7:0 Demirbay (30.), 8:0 Rudnevs (36.), 9:0 Rudnevs (37.), 10:0 Tah (47.), 11:0 Cigerci (66.), 12:0 Rudnevs (70.), 13:0 Zoua (80.), 14:0 Derflinger (84.), 15:0 Steinmann (88.), 16:0 Arslan (90.)
Trainer Mirko Slomka hat vor dem Spiel kurz sein Programm fürs Trainingslager in Glücksburg in der kommenden Woche erläutert. Zwei Einheiten pro Tag stehen an der Förde an, ehe es am kommenden Sonnabend auf der Rückreise zum zweiten Test kommt gegen den ETSV Weiche Flensburg. Was seine einschneidenden Personalien angeht, berichtete Slomka von vergeblichen Versuchen, Hakan Calhanoglu am Telefon zu erreichen. Mutmaßlich, so Slomka, habe Calhanoglu seine Handynummer gewechselt. Außerdem wusste Slomka davon zu berichten, dass Pierre Michel Lasogga einige Mal das Gespräch mit dem HSV-Trainer gesucht habe. Demnach wollte sich Lasogga erkundigen, was los sei mit seinem endgültigen Wechsel zum HSV. Eine Einigung ist bis dato noch nicht zu vermelden, aber einmal mehr dokumentiert die kleine Anekdote, dass es Lasogga offenbar kaum erwarten kann, zum HSV zurückzukehren.
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