Archiv für das Tag 'Aogo'

Ein Küsschen für den Klassenerhalt – und nächste Saison dann Elfter!

15. März 2014

Mirko Slomka hat es heute wieder recht kurz gemacht beim Abschlusstraining vor diesem so eminent wichtigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Nach den intensiven Einheiten unter der Woche waren die Profis heute keine ganze Stunde auf dem Trainingsplatz. Aufwärmen, Passübungen, ein Spielchen (mit einigen Toren von Jacques Zoua) – das sollte dann auch genug sein.

Angedacht und angekündigt war diese Einheit einmal als Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Rund 150 Fans waren trotzdem dabei, und Mirko Slomka tat ihnen den Gefallen, nicht im abgesperrten Bereich zu üben sondern frei sichtbar. Und die Stimmung war gelöst, zum Trainingsbeginn flog ganz legal eine Leuchtkugel in die Luft, bei einem sehenswerten Treffer von Rafael van der Vaart gab es Applaus auf offener Szene. Ebenso wurden die Spieler am Ende des Trainings mit Beifall verabschiedet.

Dabei kam es dann auch zur Szene des Tages. Stürmer Zoua, der vor ein paar Wochen im Zusammenhang mit den Fan-Protesten nach dem Hertha-Spiel weinend in die Kabine gegangen war, bekam heute einen dicken Kuss auf die Wange. Gelächter von allen Seiten, Zoua fand die Geste prima und strahlte übers ganze Gesicht.


Und genau so wollen alle Fans den Kameruner ja auch morgen Nachmittag nach einem erfolgreichen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg sehen. Nach den Ergebnissen heute wäre das umso wichtiger. Es ist wahr: Gewinnt der HSV gegen die „Clubberer“, dann verbessern sich die Hamburger auf Platz 14 – schnurstracks an Stuttgart und Nürnberg vorbei. Das wäre eine angenehmere Ausgangsposition vor der Partie am Neckar und beim ehemaligen HSV-Coach Huub Stevens am kommenden Sonnabend. Gut schon einmal: Martin Harnik hat sich in Bremen die 5. Gelbe Karte eingefangen und wird gegen den HSV fehlen.

So könnte der HSV gegen Nürnberg spielen: Adler – Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann – Calhanoglu, Badelj, Arslan, Ilicevic – van der Vaart, Zoua.

Schon hinter sich hat die Regionalliga-Mannschaft des HSV ihre Wochenende-Schicht. Es ging wieder einmal daneben. 0:1 zu Hause gegen den SV Meppen – die Abstiegssorgen werden immer größer. Dabei ist die Truppe von Rodolfo Cardoso aber auch mit dem letzten Aufgebot angetreten. Auf der Bank saß nur ein Spieler, und der kam auch noch aus einer längeren Verletzung. Cardoso musste drei weitere Jungs bei der A-Jugend lassen, die ebenfalls in Abstiegsgefahr schwebt. Routinier Fabio Morena fehlte wegen Rot-Sperre, der andere „Alte“ Patrick Owomoyela war für „Sky“ im Einsatz. Schlechte Bedingungen für ein erfolgreiches Spiel.

Kommen wir zu einem anderen Thema. Maximilan Beister hat heute zur Eröffnung geladen einer neuen Einrichtung in Eimsbüttel. Mit Fußball hat das Projekt „Immerschlau“ gar nichts zu tun. Beister unterstützt eine Nachhilfe-Einrichtung in der Schwenckestraße. Schüler und Kinder allen Alters, aller Klassen und aller Schulformen können sich an „Immerschlau“ wenden, wenn sie Nachhilfe oder Lernförderung haben möchten. Infos könnt Ihr unter www.immerschlau.de nachlesen.

Gerade in der Jugend und in der U-23-Mannschaft in der Regionalliga beobachtet Beister, wie er sagte, Kollegen und Mitspieler, die sich nur auf den Fußball stürzen. „Fußball ist aber nicht alles. Eine Ausbildung ist wichtig.“ Daher sein Engagement bei „Immerschlau“, das einfach nur zu loben ist.

Was seine Verletzung angeht, ist Maxi Beister aktuell sehr zufrieden. Im Januar hatte er sich im Trainingslager in Abu Dhabi das Kreuzband gerissen. „Mittlerweile mache ich erste Übungen und man erkennt meinen Oberschenkelmuskel bereits wieder, der zwischenzeitlich verschwunden war“, berichtet Beister. Wassergymnastik um die Kniescheibe in Bewegung zu bringen – das steht kurzfristig auf seinem Plan. Einen großen Teil seiner Reha wird Beister in Düsseldorf absolvieren. Monatelang immer an einen Ort zu pilgern, das sei im zu monoton, so Beister. Abgesehen davon fliegt er zwischendurch immer wieder zu Nachuntersuchungen nach Augsburg, wo er operiert wurde.

Für die Partie morgen gegen Nürnberg sieht auch Beister die große Bedeutung. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel. Wir müssen als Männer kämpfen und zusammen stehen. Die elf auf dem Rasen, dazu sieben Ersatzspieler und 50.000 im Stadion müssen gemeinsam alles tun für den Erfolg.“ Das werde am Ende auch gelingen, davon ist Maxi Beister überzeugt. „Wenn ich wieder auf dem Rasen stehe, dann möchte ich das gern in der Ersten Liga tun.“

Zu guter letzt das leidige Thema Geld beim HSV. Am Freitag mussten alle Bundesligisten ihre Lizenz-Unterlagen für die kommende Saison bei der DFL einreichen – für die Erste Liga wohlgemerkt. Die Zahlen für die eventuelle Zweite Liga müssen am 1. April in Frankfurt vorliegen.

Nach den desaströsen wirtschaftlichen Ergebnissen der vergangenen Jahre wurden die Planzahlen nun erheblich nach unten angepasst. Der Jahresumsatz wird zurückgehen, der Aufwand für den Spielerkader soll endlich unter die seit Jahren avisierte Grenze von 40 Millionen Euro fallen. Dazu müssen natürlich weitere Spieler gehen. Mit Aogo und Rudnevs sind zuletzt schon zwei weitere teure Spieler von der Payroll gestrichen worden, wobei Hannover 96 seine Kaufoption für den lettischen Stürmer Rudnevs erst noch wahrnehmen muss.

Dass weitere Spieler folgen werden, die den HSV verlassen, ist ein offenes Geheimnis. Dazu kommt nämlich, dass der sportlich wankende HSV der DFL nicht noch einmal solch eine utopische sportliche Zielvorgabe wie diese Saison (Platz 6) anbieten kann. Für 2014/2015 plant der Verein nur noch mit Platz 11 und dem Erreichen der zweiten Runde im DFB-Pokal.

Natürlich haben die beiden Trainerwechsel dieser Saison dem HSV zusätzlich geschadet. Nicht nur sportlich, auch finanziell. Im Zusammenhang mit Bert van Marwijk hatte das Abendblatt zuletzt exklusiv berichtet, dass im Vertrag des Niederländers eine Millionenprämie für den Nichtabstieg verankert ist. Wie aber verhält es sich jetzt mit dieser Prämie, da van Marwijk nicht mehr da ist und Mirko Slomka das Zepter übernommen hat?

Generell gelten Prämienvereinbarungen beim HSV, egal ob es sich um Auflauf-, Punkt-, oder wie auch immer geartete Erfolgsprämien handelt, nur bis zu dem Zeitpunkt einer eventuellen Freistellung. Entsprechend soll, das sind meine Informationen, auch der Vertrag mit Bert van Marwijk gestaltet gewesen sein. Das heißt: van Marwijk hat zwar Anspruch auf sein Grundgehalt bis 30. Juni 2015, nicht aber auf die vereinbarte Nichtabstiegsprämie.

Dies würde den HSV natürlich entlasten. Im Übrigen hat es noch keine gesonderte Einigung zwischen dem Verein und dem Ex-Trainer gegeben, die die Höhe der Abfindung endgültig regelt. Wie auch bei Frank Arnesen und Thorsten Fink ist es das Bestreben des Vereins, nicht die volle Restsumme von mehr als 1,5 Millionen Euro an Bert van Marwijk auszuzahlen.

Morgen nach dem Spiel melden sich Dieter und Scholle bei Euch mit „Matz ab live“. Ein Gast steht fest, es ist der ehemalige Aufsichtsrat und Top-Volleyballer Frank Mackerodt. Außerdem wird noch ein Ex-Profi des HSV erwartet, lasst Euch überraschen.

Bis denn – alles für die drei Punkte!
Lars

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