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Van der Vaart hat noch große Ziele: “Ich bin fitter denn je”

9. Dezember 2014

Oha, da scheint was dran zu sein. Angeblich bemüht sich Benfica Lissabon um HSV-Linksverteidiger Marcell Jansen. Der aktuelle Tabellenführer der Primeira Liga soll an einer Verpflichtung des Linksfußes schon im Winter interessiert sein. Dies berichtet zumindest die portugiesische Zeitung „Record“. „Ich weiß nichts davon“, sagt Jansen, der heute wieder am Mannschaftstraining teilnehmen konnte und alles gut überstanden hat. Zwar läuft sein vertrag im kommenden Sommer aus. Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung gab es bislang allerdings noch nicht. „Mein Berater und ich haben die klare Absprache, dass ich mich erst einmal um die Hinrunde kümmere und wir uns dann im Winter zusammensetzen und unterhalten“, sagt Jansen, seinen Muskelfaserrissauskuriert hat. Und obgleich ich weiß, wie viele hier jetzt aufschreien werden, den einstigen Nationalspieler bitte abzugeben – es ist tatsächlich sehr wahrscheinlich. Aber es ist allemal diskutabel.

Denn, und das werden beim HSV alle bestätigen können, Jansen zählt zu jenen Spielern, die sich mit dem Verein identifizieren. Ob er bleiben würde, wenn der HSV ihn fragt, hatte ich ihn vor ein paar Wochen gefragt, als er zu Gast bei Matz ab live saß, und Jansen guckte mich nur fragend an. Er schien wissen zu wollen, ob ich die Frage wirklich ernst meine. Meinte ich auch, daher kam auch eine Antwort: „Ich spiele seit sieben Jahren in Hamburg. Ich hatte damals einen Vierjahresvertrag beim FC Bayern und habe für einen Wechsel nach Hamburg – der sich innerhalb von drei tagen komplett abwickelte – auf Geld verzichtet. Ich habe seitdem alles mitgemacht. Tolle Momente und Tiefpunkte. Und ich spiele noch immer sehr gern in Hamburg. Mehr muss ich doch nicht sagen, oder?“

Nein, muss er nicht. Hat er eh schon oft genug. Und dennoch wird es schwer für alle, ihn über den Winter hinaus in Hamburg zu halten, sofern es tatsächlich ein Angebot für den 29-Jährigen geben sollte. Denn der HSV muss sparen. Die Frage ist nur, ob Jansens Verkauf hier der richtige Schritt ist. Aus menschlicher Sicht wäre es zweifellos falsch. Die Forderungen von Vorstand Dietmar Beiersdorfer und Co. nach Identifikation mit dem Verein und Umfeld erfüllt beim HSV kaum jemand (um nicht „niemand“ zu sagen) so wie Jansen. Das ist Fakt. Das wissen auch Beiersdorfer, Knäbel, Zinnbauer und Co. Allerdings gibt es weiterhin keine konkreten Anfragen für die Spieler, die der HSV primär abgeben will. Und gespart werden muss in jedem Fall.

Sportlich behaupte ich, ist keiner beim HSV besser als Jansen auf links. Kein Matthias Ostrzolek und auch noch kein Ronny Marcos. Wobei die beiden weniger verletzungsanfällig sind, soweit man das bei deren junger Karriere so schon verallgemeinern kann. Zudem bringt es Jansen in den bisherigen sechseinhalb Jahren auf 144 Bundesligaeinsätze für den HSV, was nicht auffällig wenig ist. Hinzu kommen 19 Europa-League-, 14 Pokal- und zwei Relegationsspiele. Also auch in dieser Hinsicht wäre ein Verkauf zumindest überlegenswert.

Er wird aktuell von Benfica Lissabon umworben. Trotzdem würde er gern in Hamburg bleiben: Macrell Jansen

Er wird aktuell von Benfica Lissabon umworben. Trotzdem würde er gern in Hamburg bleiben: Macrell Jansen

Bleibt nur noch das Gehalt. Das stammt noch immer aus den so genannten „fetten Jahren“. Soll heißen, Jansen verdient gut, liegt deutlich oberhalb der Zwei-Millionen-Grenze. Eine immense Einsparung also. Dennoch kann das nicht das Argument sein, nachdem man im Sommer mit Lewis Holtby und Pierre Michel Lasogga zwei Spieler dazu geholt hat, die wie auch Adler und van der Vaart beide deutlich mehr verdienen. Soll heißen: Der HSV muss Flagge bekennen. Und wie ich Dietmar Beiersdorfer (pflegt auch zu Jansen ein sehr gutes Verhältnis) kenne und Peter Knäbel bislang kennengelernt habe, wird das auch genau so geschehen. Und ich bin gespannt.

Ebenso in Sachen Rafael van der Vaart. Der Niederländer, dessen Vertrag am Saisonende ebenfalls ausläuft, galt zu Saisonbeginn als teurer Problemfall, weil er nicht in Form kam. Inzwischen avanciert er wieder zum Teamleader. „Die neue Position hilft mir, sie gibt mir noch mehr Möglichkeiten, das Spiel zu lenken“, sagt der HSV-Kapitän, der seit seiner Verschiebung vom Zehner zum defensiven Mittelfeldspieler aufblüht und immer besser wird. Zuletzt hatte er sogar via „SportBild“ verlauten lassen, dass er für einen Verbleib über 2015 hinaus sogar auf Geld verzichten würde. Darauf angesprochen schmunzelt der Linksfuß. „Das ist ein schweres Thema. Vor zwei Monaten hat niemand davon geredet, dass ich bleiben soll. Jetzt habe ich mal ein paar gute Spiele gemacht und plötzlich dreht sich alles und die Leute wollen, dass ich bleibe. Ich will einfach Fußball spielen, mache hier, einen Job – und dabei habe ich sehr viel Spaß. Ich bin jetzt 31 Jahre alt und habe das Gefühl, von Tag zu Tag fitter zu werden. Ich habe noch große Ziele“, so van der Vaart, der zu gern auch wieder ins Nationalteam der Niederlande zurückkehren würde. „Das ist eines meiner Ziele, ganz klar. Zuletzt war ich nicht fit und demnach auch nicht nominiert. Ich habe immer gesagt, dass ich wieder dabei bin, wenn ich meine Leistung bringe. Und im Moment klappt das. Ich glaube, dass ich der Nationalelf in meiner jetzigen Form helfen könnte.“ Zudem sei nach der verpassten WM im Sommer noch einmal ein großes Turnier Anreiz genug, noch mal alles aus sich herauszuholen. „Ich bin noch immer heiß. Die EM 2016 wäre ein Traum. Und sie ist ein Ziel, das mich zusätzlich motiviert.“

Und er freut sich über Zinnbauers Idee, ihn auf die Sechs zu stellen. „Ich bekomme mehr Bälle. Als Zehner muss man oft warten, da hat man manchmal nur zehn Ballkontakte gehabt pro Halbzeit. Jetzt läuft man manchmal sogar etwas weniger und kann trotzdem mehr Einfluss auf das Spiel nehmen. Das macht im Moment riesig Spaß.“ Und obwohl van der Vaart keinen Quervergleich zwischen seinen bisherigen HSV-Trainern ziehen will, lobt er Zinnbauer ausdrücklich. Fussball„Wir sind alle sehr zufrieden, weil der Trainer Pressing spielen will. Er ist ein Motivator und will, dass wir nach vorn spielen. Und er ist mutig. Junge Spieler bekommen eine Chance. Da merken die Jungen im Verein endlich, dass sich gute Leistungen lohnen und sie vielleicht auch mal ihre Chance bekommen. Das ist gut für den HSV. Und die Konkurrenz ist größer als vorher“, so van der Vaart, der sich eher weniger in der Vaterrolle für die Youngster sieht, denn als Tippgeber. „Ich bin keine Vaterfigur – ich habe eine sehr gute Beziehung zu allen. Ich bin im Kopf ja auch noch jung.“

Stammplätze gibt es kaum noch. „Nein, jeder, der hart trainiert, der wird auch belohnt. Der Trainer sagt das nicht nur, er macht es.“ Zudem setzt Zinnbauer auf Veränderungen. Zuletzt wechselte er vom 4-2-3-1 auf ein 4-4-2-System. Und es hat funktioniert. „Dabei haben wir auch mit mir so eine Art 4-4-2- gespielt“, sagt van der Vaart, „ich glaube eher, dass wir endlich begriffen haben, was der Trainer will und wie wir auftreten müssen. Wir müssen einfach eine Mannschaft werden, die schwer zu schlagen ist. Und das kriegen wir gut hin. Wir sind auf einem guten Weg.“

Ebenso wie dabei, „seinen“ HSV wieder in die Spur zu bekommen. Zu Hause funktionierte das zuletzt, jetzt muss es auch auswärts klappen, wenn man nicht gleich wieder unten reinrutschen will. „Auch auswärts sieht es trotz der fehlenden Ergebnisse schon besser aus. Wir sind tatsächlich schon weit gekommen – aber wir waren auch weit weg. Jetzt liegt noch immer ein weiter Weg vor uns und den gehen wir. Jeder sieht zumindest, dass es ein anderer HSV ist als vorher. Man merkt, dass bei uns das Vertrauen langsam wächst, dass wir auch auswärts gewinnen. Zumindest sind wir alle genervt, dass wir angeblich nicht zweimal in Folge gewinnen können. Wir wollen allesamt nichts mehr, als das endlich ändern.“ Am besten schon in Freiburg.

Und bevor ich den Blog abschließe, haben wir noch eine freudige Mitteilung zu machen – zumindest für die unten aufgeführten Gewinner. Folgender Text stammt von Dieter:

Es gab ja noch das vorweihnachtliche Gewinnspiel um drei nagelneue Uwe-Seeler-Bücher. Vielen Dank für die rege Teilnahme (per Internet und per Post!), es war fast so wie zu früheren Matz-ab-Gewinnspielen. Herrlich. Es ging in der Frage darum, für welchen Verein Uwe Seeler – neben dem HSV – noch um Punkte gespielt hat. Die Lösung ist frei nach Wikipedia diese:

Im Mai 1972 trat „Uns Uwe“ mit einem Spiel des HSV gegen eine Weltauswahl vom aktiven Sport zurück. Diesen Rücktritt unterbrach er noch ein Mal, als er auf Bitten des Sportartikelherstellers Adidas, mit dem er beruflich in Verbindung stand, am 23. April 1978 ein Gastspiel bei Cork Celtic in der ersten irischen Liga bestritt. Seeler war nach eigenen Angaben nicht bewusst, dass es sich dabei um ein Punktspiel gehandelt hat, weil ihm nicht bekannt war, dass in der irischen Liga auch für Punktspiele Gastspieler angemeldet werden konnten. Bei der 2:6-Niederlage gegen die Shamrock Rovers erzielte er beide Tore.

Immerhin zwei Tore.

In der Redaktion haben unsere Damen Nicola und Carmen die Gewinner gezogen, wobei es zu sagen gilt, dass es etliche HSV-Fans gibt, die Uwe Seeler nur im HSV-Trikot erlebt haben. Jetzt wissen sie es besser – es war keine Witz-Frage. Obwohl sie für andere HSV-Anhänger auch ein wenig zu leicht war – wie zu lesen war. Sei es wie es sei, hier sind die Gewinner. Und bei dem ersten Herrn, das muss ich ganz einfach noch schreiben, handelt es sich um keinen Verwandten des stellvertretenden Abendblatt-Sportchefs Alexander Laux – es ist reiner Zufall, dass der Gewinner ebenfalls diesen Namen trägt. Aber ausgelost ist ausgelost, da wollten wir deshalb auch keinen Eiertanz drum machen. So. hier die drei Glücklichen, die hoffentlich noch vor dem Weihnachtsfest die signierten, ihre signierten, Bücher erhalten werden:

Gerhard Laux
65550 Limburg

Andreas Herz
37120 Bovende

Jens Reimer Schinkel
55124 Mainz

Herzlichen Glückwunsch – und nochmals vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. Vielleicht wiederholen wir so etwas ja noch mal von Zeit zu Zeit.

So, das war’s dann wirklich für heute. Bis morgen, wo übrigens um zehn Uhr an der Arena trainiert wird.

Scholle

 

P.S.: Wobei, eine Kurzmeldung habe ich dann doch noch, denn während Rene Adler eiter pausiert, stand heute Maxi Beister erstmals wieder auf dem Platz und absolvierte die Laufeinheiten mit seinen Kollegen. Willkommen zurück, Maxi!

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