Archiv für das Tag 'Adler'

Es bleibt spannend

2. Oktober 2014

Das Wichtigste zuerst: Alles, alles Gute zum Geburtstag, lieber Hermann!

Fussball

73 Jahre alt wäre der Kultmasseur und Liebmensch heute geworden. Leider verstarb er im Februar nach langer Krankheit viel zu früh. Und ich hoffe, dass es ihm da, wo auch immer er jetzt ist, richtig gut geht und er weiterhin ein waches Auge auf und eine schützende Hand über seinen HSV hat.

So, wie es jetzt auch Peter Knäbel haben soll und will. Und entgegen meiner gestrigen Erwartung war der Direktor Profifußball heute nicht beim Training. Zumindest habe ich ihn nicht entdecken können. Ansonsten hätte er gesehen, dass es in Sachen Aufstellung für die Partie in Dortmund weiter spannend bleibt. Außer auf der Torwartposition. Dort ist Drobny nach den letzten drei Spielen gesetzt. Zusätzlich verletzte sich Rene Adler jetzt auch noch an der Kapsel im linken Knie und muss vier Wochen passen. Bittere Wochen für die einstige Nummer eins Deutschlands, die zuletzt sehr bemüht war, die ungewohnte Reservistenrolle vorbildlich sportlich zu nehmen.

Für Abendblatt-Blogs

Ein Vorbild soll auch Rafael van der Vaart sein. Spielerisch in erster Linie, da er weder außerhalb noch auf dem Platz als großer Lautsprecher bekannt ist. Und der Niederländer wirkt so, als wolle er das möglichst bald. „Es hat alles geklappt, ich habe keine Probleme gehabt“, so der Linksfuß heute nach dem Training, das hauptsächlich Spielformen und eine Menge Torabschlüsse beinhaltete. Notwendigerweise, wie es die Torstatistik zeigt. Und genau dafür hofft Zinnbauer auf einen gesunden van der Vaart. Der soll nach Möglichkeit hinter der einzigen Spitze (alles deutet auf den zweifellos fitter werdenden Lasogga als Alleinunterhalter hin) für die entscheidenden Pässe sorgen, ohne dabei seine eigene Torgefahr zu vernachlässigen. „Bei Rafa warten wir ab, wie es sich nach dem Abschlusstraining fühlt und entscheiden dann“, so Zinnbauer heute nach dem Training, in dem er erneut einige Male das laufende Spiel unterbrach, um auf Stellungsfehler hinzuweisen.

Apropos Training: Seit Ricardo Moniz gab es beim HSV eigentlich kein wirkliches Sondertraining mehr – das Rehatraining ausgenommen. Zwar blieb immer wieder mal der eine oder andere Spieler draußen und machte Torschusstraining. Allerdings nahezu ausnahmslos ohne professionelle Hilfe eines Trainers. „Einzeltraining kann dabei sehr effektiv sein“, hatte Zinnbauer bei uns bei Matz ab Live gesagt und angedeutet, darauf Wert legen zu wollen – damals noch in seiner Funktion als Trainer der Regionalliga-Mannschaft. Und heute beobachtete mit Patrick Rahmen wenigstens mal ein Trainer das freiwillige Training. Und er gab Anweisungen. Immerhin ein Anfang.

Für Abendblatt-Blogs

Anweisungen kamen heute in ebenso deutlicher wie nicht jugendfreier Ausführung auch von Drobny für seine Vorderleute. Insbesondere Matti Steinmann hatte sich in einer Szene den Unmut der Tschechen zugezogen und musste sich verbal einiges gefallen lassen. Wobei, was hätte Stenmann auch sonst machen sollen? Immerhin gilt Drobny in der Mannschaft als hoch angesehener und neben van der Vaart als einer der erfahrensten Spieler im Team. Der 1,92-Meter-Hüne verkörpert aktuell zudem genau das, was zuletzt bei Adler bemängelt worden war: Er hat Ausstrahlung. Er verleiht nicht nur Sicherheit sondern treibt seine Vorderleute auch immer wieder an. Mal mehr, mal weniger jugendfrei. Aber immer im Sinne der Mannschaftsleistung.

In diese Richtung tendierte gegen Frankfurt auch Cléber, den ich trotz seines Fehlers zum 0:1 als über die gesamten 90 Minuten extrem präsent empfunden habe. Der Brasilianer wirkte bissig, zweikampfstark – und er dirigierte immer wieder seinen Nebenmann Johan Djourou, dem diese Aufgabe eigentlich aufgetragen war. Allerdings war davon im gestrigen wie heutigen Training nicht mehr viel zu sehen. Der Brasilianer wirkte ruhig, machte viele unnötige Fehler und zeigte wenig von seiner offensichtlich vorhandenen Härte im Eins gegen Eins. Mehr noch: Der alles andere als schüchterne Cléber wirkte teilweise in sich gekehrt. Womöglich, weil er gemerkt hat, dass Zinnbauer momentan ein anderes Innenverteidigerduo vorzuziehen scheint: Djourou nebst Westermann.

Cléber indes agierte heute anfänglich im vermeintlichen B-Team, das beim abschließenden Kleinfeldturnier sogar noch zusätzlich in ein vermeintliches C-Team aufgeteilt wurde – mittendrin: Cléber. Und ich glaube, dass Zinnbauer Gefahr läuft, den in meinen Augen am unbrasilianischsten spielenden Brasilianer jemals beim HSV, so zu verprellen. Zumindest wäre die Entscheidung, ihn gegen Dortmund rauszunehmen und dafür Westermann neben Djourou zu stellen, diskutabel und sicher nicht mit der ansprechenden Leistung (trotz des Bocks) Clébers gegen Frankfurt zu erklären. Aber okay, Zinnbauer hat einige Möglichkeiten, die er in seinen ersten drei Spielen noch nicht hatte. Gojko Kacar ist wieder fit und trainiert sehr ordentlich. Ebenso Rafael van der Vaart sowie Marcell Jansen und Julian Green. Und während van der Vaart spielen dürfte, wenn er gesund bleibt, dürfte sich Jansen gedulden müssen. Zumindest scheint Zinnbauer den besser werdenden Matthias Ostrzolek nicht herausnehmen zu wollen. Im Gegenteil. Zinnbauer lobte den Linksfuß ob seiner Trainingsaktionen mehrfach.

Apropos, das habe ich gestern leider vergessen: Ich möchte an dieser Stelle noch einmal meinen Kollegen Kai Schiller für dessen Cléber-Interview (http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article132801850/Cleber-Wenn-es-schneit-schliesse-ich-mich-zu-Hause-ein.html) loben und es allen noch mal ans Herz legen, die es noch nicht gelesen haben. Es macht den Menschen Cléber auf jeden Fall noch sympathischer, als es dieser eh schon ist.

Nichts Besonderes ist für mich indes die Klage von Trainer Mirko Slomka gegen seine Entlassung. Das ist normal und das würde jeder Arbeitnehmer machen, dem fristlos gekündigt wird. Immerhin geht es hier noch um eine Abfindung im siebenstelligen Bereich, auf die wohl keiner von uns verzichten würde. Zumal dann nicht, wenn er sich wie Slomka zu Unrecht vor die Tür gesetzt sieht. Daher: Ein erwarteter juristischer Zug, der unter normalen Umständen in eine außergerichtliche Einigung münden dürfte.

Insofern: Zunächst noch harmlos und unspektakulär. So, wie der gesamte heutige Tag beim HSV. Morgen geht es übrigens unter Ausschluss der Öffentlichkeit an der Arena weiter.

Bis dahin,

Scholle

P.S.: Ach ja, und für alle, die wissen wollen, wer wann welchen Blog schreibt, ein kleiner Hinweis: Dieter ist von uns dreien hier im Blog der einzige Autor, der seinen Namen nicht unter die Artikel setzt.

« Vorherige Einträge - Nächste Einträge »