Archiv für das Tag 'Abraham'

Der Vorstand hält sich da raus

17. Juni 2013

An Tagen wie diesen . . . Singen die Toten Hosen. Passt irgendwie genau auf diesen Tag. An Montagen wie diesen, die dazu noch in der Fußball-Sommerpause liegen, da passiert so gut wie nichts. Aber ist ja auch irgendwie normal. Auch die Sache mit den Neuzugängen – ganz normal. Das hat beim HSV schon Tradition, dass es noch ein wenig länger dauert. Das ist in diesem Jahr eigentlich wie immer. Obwohl der neue Sportchef Oliver Kreuzer von den HSV-Führungskräften schon gelobt wird. Der Mann ist heiß am Ball, er soll auf dem richtigen Weg sein und – das stimmt mich zuversichtlich, er soll die Dinge ohne Umschweife anpacken. In etwa so, wie einst Uwe Seeler gespielt hat. Und wie hat er immer gespielt? Stets den direkten Weg zum Tor. So soll Kreuzer auch seine Arbeiten verrichten. Klingt doch gut. Ich habe darüber mit einigen HSV-Leuten gesprochen, auch mit HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow. Und der sagte mir auf die Frage, ob er guter Hoffnung für die neue Saison sei: „Sportchef Oliver Kreuzer fokussiert sich auf die wichtigen Dinge, und das macht er sehr gut, und wenn die zu einem guten Abschluss gebracht werden, und davon gehe ich aus, bin ich auch guter Hoffnung.“

Ja, und ich hoffe mal mit. Irgendwie bin ich sogar sehr guter Hoffnung, auch wenn ich nicht weiß, warum? Platz sieben war es immerhin in der nun abgelaufenen Spielzeit, und Platz sieben klingt doch echt nicht ganz so schlecht. Finde ich jedenfalls. Und immerhin ist dieser Platz sieben trotz der Tatsache erreicht worden, dass der HSV 53 Gegentore schlucken musste, dass der HSV die meisten Torschüsse der Gegner zuließ, dass der HSV nie mehr als zwei Siege in Folge geschafft hatte, und dass der HSV nie mehr als vier Spiele in Folge ungeschlagen blieb. Wenn all diese Tatsachen verbessert werden, und daran arbeitet Kreuzer ja jetzt mit Hochdruck, dann muss es doch eigentlich auch besser werden.

Und mir wäre es dazu auch egal, was hier bei „Matz ab“ schon ein wenig kritisiert wurde, dass nämlich Thorsten Fink oft nur die Spieler des FC Basel im Blick (als Verstärkungen) hat. So wie schon in der Vergangenheit, als es der Trainer gerne gesehen hätte, wenn die Basel-Spieler David Abraham, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach Hamburg gewechselt wären. Alle drei nicht schlecht, ich würde mal behaupten, dass jeder von ihnen einen Stammplatz beim HSV gehabt hätte – aber sie waren eben auch unerschwinglich. Den Wunsch kann man haben, das Geld sollte man aber auch haben. Das hat der HSV ja nun – in diesen Tagen – auch schon mit dem Schweizer Timm Klose erlebt – wahrscheinlich jedenfalls. Um noch mal auf die drei Fink-Wunschkandidaten zu kommen: Shaqiri ist für mich ein überragender Mann, der in jeder anderen Bundesliga-Mannschaft gesetzt wäre – nur bei Bayern nicht. Aber er brachte es immerhin auf 26 (von 34) Bundesliga-Einsätze (vier Tore), wobei er in 13 Partien eingewechselt und in sieben Begegnungen ausgewechselt wurde. Abraham kam erst in der Winterpause aus Getafe nach Hoffenheim und war in zwölf Spielen und den beiden Relegationsspielen gegen Kaiserslautern dabei – mit durchweg guten Noten. Einige Anlaufschwierigkeiten hatte Xhaka in Mönchengladbach, aber auch er brachte es noch auf 22 Einsätze in der Bundesliga, dabei waren sieben Ein- und drei Auswechslungen – und ein Tor.
Wie gesagt: Alle drei Spieler hätten beim HSV – oder als HSV-Profis – noch bessere Bilanzen gehabt. Quintessenz: Nur her mit den Profis aus Basel.

Aber da muss natürlich auch die Kasse des HSV mitmachen. Doch auch in dieser Beziehung ist ja schon eine (leichte) Besserung eingetreten – dank Heung Min Son und Sportfive.

Themenwechsel. Struktur-Wandel im HSV. Ich habe geschrieben, dass sich etwas tut, dass hinter den Kulissen fleißig gewerkelt wird. In dieser Woche treffen sich dazu einige „hohe Herren“, um die gute Sache voranzutreiben. Ich kann noch keine Namen nennen, ich weiß aber schon, wer dabei ist, wer schon für den „neuen HSV“ geworben wurde – das stimmt mich absolut zuversichtlich. Immer mehr von Fans machen mit, reichen auch ihre Vorschläge ein, damit der HSV professioneller aufgestellt wird, und immer mehr richtig große Größen sitzen inzwischen mit im Zug. Verlangt bitte noch keine Namen, die werden früher oder später schon publik, ich weiß nur, dass da etwas Gutes entsteht. Und wenn ihr das wisst, dann ist das doch auch schon mal ein schönes Zeichen.
Wenn nicht jetzt, wann dann? So hatte es Ernst-Otto Rieckhoff bei der Mitgliederversammlung gefragt, und ich kann nur sagen – jetzt!

Zu diesem Thema habe ich mich mit Carl-Edgar Jarchow unterhalten, es ist für ihn als Vereins-Chef gewiss nicht leicht, sich dazu öffentlich zu äußern. Ganz, ganz vorsichtig hat er es dann aber doch getan – ich habe lange genötigt . . . Wie steht CEJ zu neuen Strukturen, zu solchen Veränderungen im HSV? Er sagt: „Ich habe viele Jahre darüber nachgedacht, ich saß in vielen AGs und war tätig, um solchen Veränderungen herbeizuführen. Letztlich hat es nie gekappt.“ Und wie ist heute seine Meinung dazu: „Wir vom Vorstand werden uns da heraushalten, denn ich denke, dass so etwas aus der Mitgliedschaft kommen muss. Wir können zu diesem Thema eine klare Meinung haben, aber erst sind jetzt die Mitglieder gefragt.“ Denn schließlich muss es für solche Änderungen eine Dreiviertelmehrheit geben. Jarchow sagt aber auch zu den jetzigen Bestrebungen (von Ernst-Otto Rieckhoff, Jürgen Hunke und vielen anderen HSV-Größen): „Wir werden es begleiten und dann zur Verfügung stehen, wenn wir gefragt werden. Und wir werden dann Stellung beziehen, wenn diese Dinge auf der Tagesordnung stehen.“ Jarchow sagt aber auch: „Dass Rieckhoff und Hunke es nun angepackt haben, ist der richtige Weg. Sie müssen werben, damit sie die nötige Mehrheit bekommen.“

Wie er die Chancen beurteilt, dass es letztlich auch zu den angestrebten Struktur-Änderungen kommen wird? Jarchow: „Mit einer Voraussage tue ich mich schwer.“ Auch aus diesen Gründen: „Rieckhoff und Hunke haben unterschiedliche Vorstellungen, sie sollten sich angleichen. Und dann kommt sicherlich auch hinzu, wie wir sportlich im Januar, wenn die Mitgliederversammlung durchgeführt wird, stehen. Es hängt von vielen Faktoren ab.“ Das war auch bei der Mitgliederversammlung in der Arena zu erleben und zu spüren. Obwohl ich da letztlich das Gefühl hatte, dass es an diesem Sonntag hätte klappen können, denn von den 600 Mitgliedern, die anwesend waren, erhoben sich nach der Rieckhoff-Struktur-Änderungs-Rede mindestens drei Viertel der Mitglieder und applaudierten minutenlang. Mich stimmt das zuversichtlich. Obwohl Carl-Edgar Jarchow auch sagt: „Es lag in der Vergangenheit nicht nur an den Strukturen, dass die großen Erfolge ausblieben, es lag auch an den handelnden Personen.“ Stimmt. Aber in einer Welt- und Wirtschaftsstadt wie Hamburg würden neue Strukturen ganz sicher für neue Impulse sorgen.

In der Hoffnung, das ich nicht zu viel und auch nichts Verbotenes geschrieben habe, lieber Herr Jarchow (denn es ist ja ein ganz spezielles Thema!), komme ich jetzt noch einmal kurz zum sportlichen Teil dieser Ausgabe. Es geht um

den Sommerfahrplan des HSV. Und der sieht wie folgt aus:

1. Juli in Hamburg: Trainingsstart im Volkspark
5. – 10. Juli in Mayrhofen: Trainingslager im Zillertal
5. Juli: Wacker Innsbruck – HSV
8. Juli: Zillertal-Auswahl – HSV
13./14. Juli in Hamburg: Offizielle Saisoneröffnung beim Nordcup mit HSV, FC Kopenhagen, VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig
15. – 19. Juli Testspielreise nach Klagenfurt
16. Juli in Villach: RSC Anderlecht – HSV
20. Juli: Telekom-Cup in Mönchengladbach:
Halbfinale: Borussia Mönchengladbach – HSV
21. Juli: Telekom Cup: Spiel um Platz 3 oder Finale
23. Juli in Flensburg: West Ham United – HSV
27. Juli in Hamburg: HSV – Inter Mailand
2. – 5. August: 1. Hauptrunde im DFB-Pokalwettbewerb: SV Schott Jena – HSV
8. August: TSV Etelsen – HSV
9. – 11. August: 1. Bundesliga-Spieltag der Saison 2013/2014

19.16 Uhr

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