Gastbeitrag von Ralf Leister: Die Personalkosten des HSV sind unverhältnismäßig

7. Januar 2017

Auf FussballWirtschaft.de bloggt Ralf Leister seit letztem Sommer wöchentlich zu wirtschaftlichen Entwicklungen im Profifußball. In mehreren Analysen widmet er sich als HSV-Fan natürlich auch seinem/unserem Lieblingsclub. Eine davon möchte ich Euch heute, einen Tag vor der Mitgliederversammlung,  ans Herz legen: Die Analyse der Personalkosten des HSV anhand eines Vergleichs mit dem FC Schalke.

Dubai, Tag 2: Torwarttraining steht auf dem Plan

In diesem Beitrag schaut Ralf sich an, wie hoch die Personalkosten (hauptsächlich Spieleretat) des HSV im Vergleich zum leider relativ konstanten Umsatz sind. Der Kontext des sportlichen Erfolgs, der Zeitverlauf sowie ein Vergleich mit Schalke 04 lassen auf die  Ansprüche des HSV und die daraus abgeleitete(n) Strategie(n) schließen.

Genau dieses Konzept verfolgt Ralf mit seinem Blog: Er möchte wirtschaftliche Fragestellungen im Fußball leicht verständlich erklären. Das gelingt ihm mit diesem Beitrag sehr gut. Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, sondern überlasse Ralf das Wort:

    GASTBEITRAG VON RALF LEISTER

Moin Moin, ich bin Ralf Leister und blogge seit letztem Sommer auf FussballWirtschaft.de. Dabei komme ich als HSV-Fan natürlich nicht um unseren Lieblingsclub herum. Unter anderem habe ich mich mit der so häufig kritisierten Personalpolitik wirtschaftlich auseinandergesetzt.
Dazu habe ich mir die Umsatzentwicklung, die Personalaufwendungen (hauptsächlich Spieleretat) sowie die Platzierung am Ende der Saison über neun Saisons hinweg angeschaut. Im zeitlichen Verlauf und dem Vergleich mit weiteren Clubs können wir somit die Vergangenheit besser deuten und wissen, worauf es in Zukunft ankommt:

Zufriedenstellende Entwicklung: Bis zur Saison 2008/09 und 2009/10 war der HSV mit seinem sportlichen Erfolg durchaus zufrieden. Die Umsätze stiegen jedes Jahr ums Neue und die Personalaufwendungen waren „wissenschaftlich gesehen“ auf einem nachhaltigen Niveau.

Massiver Anstieg der Personalaufwendungen: In den Folgejahren stiegen die Personalaufwendungen viel stärker, als die Umsätze. Ich deute diesen Anstieg als Angriff auf höhere Tabellenregionen. Infolgedessen war das erreichte Niveau an Personalaufwendungen nicht mehr nachhaltig, sodass höhere Umsätze durch größeren sportlichen Erfolg zwingend erforderlich wurden.

Umbruch durch Sparkurs: Trotz der mittlerweile relativ hohen Personalaufwendungen bliebt der sportliche Erfolg leider aus. Im Gegenteil: Die sportliche Lage verschlechterte sich weiterhin. Die Verantwortlichen riefen einen Sparkurs aus, was wir an einer drastischen Reduzierung der Personalaufwendungen wirtschaftlich ablesen konnten. Soweit so gut.

Relegation und Fast-Abstieg: Die Konsequenzen des Sparkurses sahen wir auf dem Rasen und mussten den Ball häufiger aus dem eigenen Tor holen, als uns lieb war. Am Ende der Saison haben wir uns mit einem Tor und ohne Sieg durch die Relegation gemogelt. Glück gehabt!

Erneute Investition verpufft – vorerst: Der Sparkurs wurde abgebrochen, es wurde erneut investiert. In der Saison 2014/15 blieb der gewünschte Effekt aus. Wir mussten erneut durch die Relegation und haben es Marcelo Diaz und seinem Zauberfuß zu verdanken, dass wir weiterhin der „Dino“ sind. Seitdem sind die Personalaufwendungen wieder im Ungleichgewicht mit den Umsatzerlösen. Auf sportlichen Erfolg in der Zukunft sind wir demnach erneut stark angewiesen.

Die ganze Analyse, samt grafischer Aufbereitung und den detaillierten Vergleichen mit fünf weiteren Clubs (Schalke 04, FC Bayern, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach & TSG 1899 Hoffenheim) könnt Ihr hier nachlesen: http://fussballwirtschaft.de/personalkostenquote-s04-und-hsv

Viel Spaß dabei! Und Ralf: Ganz herzlichen Dank! Ich freue mich immer wieder, unseren Lesern derartig spezifische Analysen von Wirtschaftsexperten hier bieten zu können! Danke dafür!

 

Scholle

 

P.S.: Und weil es immer wieder schön ist, auch hier noch mal das Video mit einem der vielleichten besten HSV-Spiele aller Zeiten. damit wir uns von den Zahlen nicht den Sonnabend vermiesen lassen…

Besonders zu beachten der Kommentar beim  Elfer zum 1:0 für den HSV! Da, wo es heute völlig unreflektiert „klares Ding“ heißen würde und eine Rote Karte kommentarlos akzeptiert würde, ärgert sich der 2014 leider verstorbene NDR-Kommentator Fritz Klein fast schon über den Elfer für den HSV und analysierte unparteiisch: „Der Angriff von Garcia galt dem Ball – und nicht dem Gegner…“ Das ist heute, 26,5 Jahre später, fast so undenkbar wie ein Finaleinzug in einem internationalen Wettbewerb für den HSV. Leider…

Tag eins: Sportchef Jens Todt macht einen guten Eindruck – Jung verletzt sich

6. Januar 2017

Haben viel Arbeit vor sich: Trainer Markus Gisdol (l.) und Sportdirektor Jens Todt

Haben viel Arbeit vor sich: Trainer Markus Gisdol (l.) und Sportdirektor Jens Todt

Tag eins in Dubai neigt sich dem Ende entgegen. Und es gab heute nur eine kleine Neuigkeit: Jens Todt hat sich allen vorgestellt. Nach der Vereinsführung in den letzten Tagen und Klaus Michael Kühne gestern folgten heute die Journalisten in der noblen Hotellobby (siehe kurzes Video), ehe sich der neue Sportchef nach dem Training bei der Mannschaft sowie nach dem Abendessen bei dem Funktionsteam vorstellte. Es werde in den nächsten zwei Tagen tendenziell nichts Neues zu berichten geben, sagte Todt, der beim HSV einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Von Januar 2017 bis Dezember 2018. Eine selten gewählte Laufzeit – aber für Todt eine gute Idee. „Ich habe einen Vertrag über genau zwei Jahre unterschrieben, also bis Ende 2018. Und eigentlich macht es auch Sinn, im Winter als Manager einzusteigen, da man in der Regel dann nicht so viele Transfers machen muss und ein halbes Jahr Zeit hätte, sich einzugewöhnen.“ Bei Matz ab sprach Todt nach dem Videointerview noch über…
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HSV-Sportdirektor Jens Todt stellt sich vor

6. Januar 2017

Video: Ein erster Blick ins HSV-Hotel

6. Januar 2017

Gisdol will den HSV zum „normalen Fußballklub“ machen

5. Januar 2017

Voller Tatendrang auf dem Weg nach Dubai ins Trainingslager: Trainer Markus Gisdol (r.)

Voller Tatendrang auf dem Weg nach Dubai ins Trainingslager: Trainer Markus Gisdol (r.)

Abflug. Um 15.32 Uhr hob der Emirates-Flieger vollgepackt mit HSV-Spielern, -Trainern und anderen Verantwortlichen Richtung Dubai ab. 29 Akteure waren dabei – Emir Spahic trotz noch laufenden Vertrages nicht. Und im Gegensatz zu den letzten Jahren ist hier eine Begnadigung ausgeschlossen. Ob das letzte Wort gesprochen sei? „Ja“, so Gisdols kurze, klare Antwort. Er wolle lieber über die Spieler sprechen, die da sind. „Ich bin ganz froh, dass die Pause nicht so lange war, weil wir einen guten Spirit entwickelt haben. Und den müssen wir gleich wieder mit reinnehmen. Wir hatten es bisher noch nie, dass wir mal geschlossen zwei Wochen zusammen arbeiten konnten. Darauf freue ich mich. Und auch wenn die Vorbereitung nur kurz ist, wollen wir dennoch die Karten wieder ein Stück weit neu mischen, damit sich jeder Spieler noch mal neu in den Vordergrund spielen kann. Da wird es enge Rennen geben – und darauf bin ich sehr gespannt.“
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Trainingslager noch ohne alle Neue – und (noch) ohne weitere Abgänge ***Kommt Hoedt?***

4. Januar 2017

Mergim Mavraj (r.) machte heute auf dem Platz einen guten Eindruck

Mergim Mavraj (r.) machte heute auf dem Platz einen guten Eindruck

 

 

 

***Der nächste Neue? Laut „lazionews.eu“ wird Wesley Hoedt entweder zu Premier-League-Klub Westham United oder zum HSV wechseln***

Endlich waren sie alle wieder dabei. Und Torwarttrainer Stefan Wächter hatte eine Menge Arbeit vor sich. Rene Adler, Andreas Hirzel, Tom Mickel und der zuletzt erfolgreiche Christian Mathenia stehen dem HSV allesamt wieder zur Verfügung. Probleme auf dieser Position gibt es nicht. Allerdings muss Trainer Markus Gisdol die erste kleine Schlappe hinnehmen. Zu gern hätte er alle neuen Spieler schon im Trainingslager mit dabei gehabt. Aber die Verhandlungen mit weiteren Innenverteidigern sowie mit dem weiterhin gesuchten gelernten Sechser ziehen sich noch. Auch, weil Jens Todt erst am Freitag ins Trainingslager reist, um dort offiziell als neuer Sportchef vorgestellt werden.
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Dieser Winterauftakt ist wahrlich alles andere als langweilig

3. Januar 2017

Haben sich nichts mehr zu sagen: Emir Spahic (l.) wurde von HSV-Trainer Markus Gisdol suspendiert

Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Emir Spahic (l.) wurde von HSV-Trainer Markus Gisdol suspendiert

Ein Wechsel wurde finalisiert, ein anderer ist auf der Zielgeraden, ein neuer Spieler stellte sich allen vor und ein Alter muss überraschend und unfreiwillig gehen – zugegeben, es gab schon deutlich weniger aufregende Winterstarts. Sogar beim HSV, derv sich für wenige Schlagzeilen zu schade ist. Wobei ich definitiv nicht sagen kann, dass mir der heutige Start nicht gefallen hat. Im Gegenteil: Ich bin mir sicher, dass er zumindest ein gutes Zeichen an die Mannschaft ist. Und damit ist nicht der jetzt endlich feststehende Wechsel von Cleber Reis zum FC Santos (Ablöse 2,5 Millionen Euro zzgl. Erfolgsprämie) gemeint, der heute fixiert wurde. Auch nicht, dass Jens Todts Gespräche mit dem HSV unmittelbar vor der Einigung stehen. Nein, vielmehr ist es die Suspendierung von Emir Spahic, die heute die Schlagzeilen bestimmt. Aber der Reihe nach.
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HSV-Neuzugang Mergim Mavraj stellt sich vor

3. Januar 2017

Auftakthammer: Gisdol schmeißt Spahic raus

3. Januar 2017

Rausgeflogen: Emir Spahic wurde von Trainer Markus Gisdol per sofort freigestellt und spielt in den Planungen des HSV keine Rolle mehr.

Rausgeflogen: Emir Spahic wurde von Trainer Markus Gisdol per sofort freigestellt und spielt in den Planungen des HSV keine Rolle mehr.

Als Markus Gisdol seine Mannschaft zum Training bat, fehlte heute Morgen einer: Emir Spahic. „Emir Spahic spielt in den Planungen des HSV keine Rolle mehr“ twitterte der HSV. Mit anderen Worten: Spahic wurde rausgeschmissen. Mehr noch: Man hat dem Abwehrmann sogar schon einen Auflösungsvertrag vorgelegt. So will man den neu gefundenen Teamgeist innerhalb der Mannschaft fördern und Platz schaffen für weitere Innenverteidiger.

 

Was für einige überraschend kommt, hatte sich intern allerdings schon angebahnt. Spahic, der nach einer Verletzung zuletzt wieder ins Team rutschen wollte, musste sich zunächst mit einem Reservistenplatz begnügen – und tat dies. Offenbar aber mehr nach außen als nach innen. „Wir haben einen Veränderungsprozess innerhalb des Kaders angeschoben und halten es für das Beste, ohne Spahic zu planen“, so Gisdol zu seiner Entscheidung. Hintergrund ist, dass Spahic in der Mannschaft einen Respekt genoss, der sich aus sportlicher Anerkennung und eben der Befürchtung zusammensetzte, dass er bei Kritik überreagiert. Ein Wesenszug, den die zuvor viel zu liebe Mannschaft eine Zeitlang sicher brauchte, um zu wachsen. Aber eben auch eine Art, die sich  inzwischen abgenutzt haben soll, wie Gisdol mit seiner Betonung des „Veränderungsprozesses“ anschob.

 

Mehr dazu später.

 

Scholle

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