Ein verschenkter Tag

28. November 2016

Sein Scheitern ist eine ganz bittere Niederlage für alle Beteilgten: Alen Halilovic.

Sein Scheitern ist eine ganz bittere Niederlage für alle Beteilgten: Alen Halilovic.

Ein weiterer verschenkter Tag für alle, die die Wachablösung in der Führung als überfällig erachten. Und da sich der HSV in Form seines Aufsichtsrates und Vorstandes noch immer nicht zu einem klaren Weg bekannt hat, folge ich dieser Einschätzung. Denn dieser Klub befindet sich weiter in einem selbst geschaffenen Vakuum. Punktemäßig bringen die zwei Remis nichts – man ist weiter Tabellenletzter und konnte nicht entscheidend Boden gutmachen. Außerdem ist man auf dem Platz ebenso wie auch außerhalb weiterhin schwach. Und das sogar selbst verschuldet. Denn solange die obersten Entscheidungsträger derart zur Disposition stehen und deren Verbleib an Ergebnisse gekoppelt ist, ist der HSV de facto führungslos. Und das in einer ganz wichtigen Phase. Mal wieder. Denn schon im Sommer hatte die aktuelle Führung nicht die Konsequenz gezogen, den Trainer zu wechseln, nachdem man sich inhaltlich und perspektivisch nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen konnte. Dabei hätte einer gehen müssen. Das Ergebnis ist deutlich: Ein völlig unausgewogener Kader, von dem wirklich keiner überzeugt ist.
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Gisdol: „Das Pflänzchen wächst!“

27. November 2016

Markus Gisdol freut sich auch über kleine Schritte

Markus Gisdol freut sich auch über kleine Schritte

Der 1. Advent ist für die Profis des HSV traditionell ein besonderer Tag. Sie dürfen zu ihren Fanclubs reisen. Und so gab es heute Mittag nach dem Training am Volksparkstadion den großen Aufbruch. Bis nach Gemmingen in Baden-Württemberg (Nähe Heilbronn, dorthin verschlug es Luca Waldschmidt) reisten die Profis – und sicher werden sie dabei eine Menge leckeren Kuchen und Weihnachtstee bekommen haben samt freundlichen Worten und viel Beifall. Sozusagen genau das richtige einen Tag nach dem Nordderby gegen Werder Bremen, das doch wieder nur ein Pünktchen brachte. „Das Pflänzchen wächst“, meinte Trainer Markus Gisdol dessen ungeachtet heute in seiner Spielanalyse. Diese Perspektive ist nachvollziehbar, denn tatsächlich ist es seiner Mannschaft zum dritten Mal in Folge gelungen, zwei Tore zu schießen. Es hat wieder etwas mit Fußball zu tun, was der HSV auf den Rasen bringt. Trotzdem ist die Lage weiterhin und nahezu unverändert desolat. Die Baustellen (insbesondere in der Deckung) sind nicht geschlossen, die tabellarische Situation trostlos. Und nach dem als Ultimatum an Dietmar Beiersdorfer interpretierten Interview von Karl Gernandt vor zwei Wochen im Hamburger Abendblatt, fragt man sich aufs Neue: Wohin fährt der HSV?

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2:2 in einem Spiel, das keinen Sieger verdiente

26. November 2016

Es begann so gut: Schon nach drei Minuten das 1:0 durch Michael Gregoritsch

Es begann so gut: Schon nach drei Minuten das 1:0 durch Michael Gregoritsch

Vier Reisebusse voll mit Weder-Ultras wurden angehalten und gar nicht erst bis zum Stadion vorgelassen, in Ellerau wurden zudem bis zu 50 randalierende Werder-Fans in Gewahrsam genommen – zumindest vor dem Anpfiff hatte das 105. Nordderby schon eine Menge Feuer parat. Dass sich dieses Feuer nicht auf dem Platz wiederspiegelte – es war kaum anders zu erwarten bei diesen zwei Teams, die die Punkte so dringend benötigen. Dass es am Ende ein Unentschieden wurde – es dürfte niemandem gefallen. Weder den Spielern, noch den Fans – und am allerwenigsten den HSV-Aufsichtsräten, die schon vor dem Spiel ihre Mitglieder angemahnt hatten, sich für den Fall der Fälle nach dem Spiel bereitzuhalten. Ob es letztlich zu einem internen Treffen gekommen ist konnte ich bis zum Ende dieses Blogs noch nicht erkunden. Ich werde es aber nachreichen, sobald ich etwas erfahre. Den ganzen Beitrag lesen »

Der „einzig wahre Clasico“ muss gewonnen werden

25. November 2016

Pierre-Michel Lasogga traf zuletzt doppelt gegen Werder - trotzdem droht ihm vorerst die Bank.

Pierre-Michel Lasogga traf zuletzt doppelt gegen Werder – trotzdem droht ihm vorerst die Bank.

Es ist der einzig wahre Clasico. Wenn auch ohne große Klasse im Moment, gab es keine andere Paarung in der Bundesliga so oft wie dieses Nordderby. Von bisher 104 Duellen gewann der HSV 34 und Werder 37. In der letzten Saison siegte der HSV erstmals seit 1967/68 mal wieder in beiden Saisonspielen gegen den Nordrivalen und kam dadurch am Ende auf drei Punkte mehr als Werder. Stand jetzt ist der „wahre Clasico“ für die nächste Saison aber höchst gefährdet. Denn das 105. Nordderby in der Bundesliga steht voll im Zeichen des Abstiegskampfes: Sowohl der HSV als auch Werder haben nach 11 Runden die schwächste Bilanz ihrer Bundesliga-Geschichte! Vor allem die Hamburger stehen mit 3 Punkten desaströs da, bisher waren es zu diesem Zeitpunkt immer mindestens doppelt so viele.
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Der schmale Grat zwischen Kritik und kategorischem Miesmachen

24. November 2016

Die Ruhe vor dem Sturm sucht Trainer Markus Gisdol im abgeschotteten Kurztrainingslager in Barsinghausen

Die Ruhe vor dem Sturm sucht Trainer Markus Gisdol im abgeschotteten Kurztrainingslager in Barsinghausen

Ich weiß nicht genau, weshalb es immer wieder so ist. Denn es ist längst nicht überall in Deutschland so – auch nicht bei vergleichbar mies funktionierenden Klubs. Und: Die Lügenpresse ist in diesem Fall ausnahmsweise mal nicht Schuld, so viel steht fest. Vielmehr ist es die Verdrossenheit der HSV-Anhänger, die selbst bei an sich ordentlichen Aktionen wie dem Offenen Brief des Mannschaftsrates an die Fans erst einmal das Schlechte zu suchen beginnen. Frei nach dem Motto: Dieser HSV kann doch gar nichts Gutes! Und sollte irgendwer dann doch diesen Schulterschluss der Mannschaft, der zweifellos nicht alltäglich ist, als positives Zeichen werten, heißt es eben einfach: „Pfui! Was für ein Rosarot-Seher!“ Und wisst Ihr was? Ich finde diese Art echt sch…., weil sie vor allem extrem kontraproduktiv ist. Einige kommen absurderweise sogar mit dem Argument, dass sie es besser fänden, wenn der HSV verliert, damit endlich das Feindbild Nummer eins, Dietmar Beiersdorfer, gehen muss. Im Grunde sind das wahrscheinlich auch diejenigen, die noch immer nicht müde sind, den Abstieg als heilendes Mittel zu verkennen.
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„Das geilste Spiel im Jahr“

23. November 2016

Fussball

Barsinghausen, Fußball-Perle Niedersachsens, ein berühmtes Sporthotel, ein Kloster. Ab Freitag auch mit einem geöffneten Weihnachtsmarkt – und in vorweihnachtlicher Atmosphäre ist dies die Heimat des HSV für drei Tage. Am späten Vormittag ist der Tross um Markus Gisdol in Barsinghausen angekommen. Zwei Mal hat der Trainer seine Spieler heute auf den gut gepflegten Trainingsplatz gebeten. Einmal, am Mittag, mit einer Stabi-Einheit. Und dann am Nachmittag zu einem straffen Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls weitgehend. Nebenan, auf dem Kunstrasenplatz, übt unter Regie des Norddeutschen Fußball Verbandes eine Trainerdelegation aus Niedersachsen. Und die angehenden Absolventen schielen natürlich oft hinüber, wie der Krisenclub der Liga sich auf das Nordderby gegen Werder Bremen vorbereitet. Das Motto für das Spiel hat heute stellvertretend der dienstälteste HSVer ausgegeben – Dennis Diekmeier: „Es ist wichtig, dass wir alle zusammenhalten. Wir müssen 90 Minuten voll da sein. Ich kann es beurteilen – ich kenne den HSV inzwischen nach all den Relegationsjahren. Das Derby ist für mich das geilste Spiel im Jahr. Wir wollen es unbedingt gewinnen.“

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Mathenia: „Die Hütte wird brennen“

22. November 2016

Tourte an seinem freien Tag für den guten Zweck  durch Hamburg : Torwart Christian Mathenia

Tourte an seinem freien Tag für den guten Zweck durch Hamburg : Torwart Christian Mathenia

Sie strahlten – dem Anlass angemessen. Denn bei der Präsentation des neuen Weihnachtsbaumes vom Hamburger Weg geht es darum, Gutes zu tun und sozial benachteiligten Kindern Freude zu bereiten. Genau genommen sind es 665 Wünsche, die an 12 verschiedenen Weihnachtsbäumen bei den Partner des HSV und eben beim HSV selbst stehen. Ob er auch einen Wunsch mit rangehängt hat? Christian Mathenia, der die Wünsche heute mit seinem Kollegen Finn Porath platzierte, lacht: „Nein, hier geht es nicht um mich. Hier geht es um die gute Sache. Ich kann mir meine Wünsche zum Glück ja schon bald selbst erfüllen.“ Denn einer davon war immer, daraus macht der Adler-Ersatz keinen Hehl, einmal im Nordderby zwischen den Pfosten zu stehen. „Ich habe mir die Derbys früher schon immer angeschaut. Das ist ein Traum. Da wird die Hütte brennen. Und ich freue mich riesig darauf.“
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Bremen – Schlüsselspiel für die Saison?

21. November 2016

Filip Kostic, hinten im Fallen, trifft zum 0:1. Fotos: Witters

Filip Kostic, hinten im Fallen, trifft zum 0:1. Fotos: Witters

Manchmal ist ein Unentschieden mehr wert als nur ein Punkt in der Tabelle. Vielleicht blicken wir einmal zurück auf diesen 11. Spieltag und das 2:2 in Hoffenheim und behaupten gerade dieses – das erste Lebenszeichen dieser Saison kam spät, aber so eben noch rechtzeitig, um den ganzen Verein aufzuwecken. Tatsächlich war eine Menge anders an diesem Fußball-Nachmittag in Sinsheim, als wir es vom HSV bisher gewohnt waren. Vor allem brach die Mannschaft nach dem Doppelschlag kurz vor der Pause durch Sandro Wagner zum 1:1 und kurz danach durch Steven Zuber zum 2:1 für die Heimelf nicht auseinander. Der HSV spielte weiter Fußball und wurde belohnt. Natürlich war es nur ein „kleiner Schritt“, wie der neue Kapitän Gotoku Sakai schon gestern unmittelbar nach dem Spiel sagte. Aber es war ein Schritt. Der Torschütze Müller zu der Vorhersage verleitete: „Mit dem Spiel am Samstag kann einiges passieren. Für uns wäre es eine Befreiung. Ich glaube, es kann ein Schlüsselmoment werden.“ Vorher aber geht’s erstmal ab nach Barsinghausen.

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2:2 in Hoffenheim – ein Punkt für geschundene Seelen

20. November 2016

Fussball

Da will man einfach nur noch Gast sein. Nicht schreiben müssen – sondern mit der Euphorie mitschwimmen und genießen. So viel Optimismus wie hier in „Grubes Fischerhütte“ in Hoopte hat man sonst nur in der Nordkurve – vor dem Spiel. HSV-Mützen, Schals, sogar Fahnen waren an den komplett besetzten Tischen verteilt. Und als ich dem ersten Gast mit dem inzwischen schon gewohnten Galgenhumor antwortete, verstand er es zunächst gar nicht. Hier glaubt man noch bedingungslos an den HSV. 2:0, 3:1 und 2:1 waren die Tipps – alle natürlich für den HSV. Dass es am Ende zu einem Punkt reichte, es war für alle okay. Den ganzen Beitrag lesen »

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