7:3 in Meldorf – auch Drobny trifft! ##### Ergänzung zum Thema Sportchef

20. Mai 2013

Würstchen. Bier und Autogramme, dazu viele strahlende Gesichter. Das ganze Dorf war da . . . Nein, ich weiß gar nicht, ob Meldorf ein Dorf ist. 10 000 Einwohner – eine kleine Stadt. Auf jeden Fall war der schöne Sportplatz des abstiegsgefährdeten Schleswig-Holstein-Liga-Clubs mit 2700 Zuschauern bestens gefüllt. Der HSV war da, Sponsor Holsten hatte es möglich gemacht, TuRa Meldorf hatte den Bundesliga-Vertreter „gewonnen“. Da das Wetter auch mitspielte, denn es regnete ausnahmsweise einmal nicht, war diese Partie ein richtig schönes Fußballfest – und zudem noch eine Werbung für den HSV. Der gewann mit 7:3 gegen einen Gegner, der am morgigen Dienstag noch ein schweres Punktspiel im Abstiegskampf – und zwar beim SV Henstedt-Rhen – zu bestreiten hat. Erschwerte Bedingungen für die Amateure.

Der HSV trat in Meldorf ohne Rene Adler, Dennis Diekmeier, Heiko Westermann, Marcell Jansen, Dennis Aogo, Tomas Rincon und Heung Min Son an. Es spielten in Halbzeit eins: Jaroslav Drobny, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne, Slobodan Rakjovic, Petr Jiracek; Milan Badelj, Per Ciljan Skjebred, Ivo Ilicevic, Rafael van der Vaart, Artjoms Rudnevs und Maximilian Beister. Und diese Formation hatte nach Sekunden eine haarige Situation zu verkraften: Ein weiter Schlag von Meldorf-Torwart Pycha setzte in der HSV-Hälfte auf, Mancienne verschätzte sich und sprang unter dem Ball durch, und plötzlich stand Plötz frei vor Keeper Drobny. Der TuRa-Stürmer köpfte über und an Drobny vorbei, verfehlte aber auch um Zentimeter das Tornetz. Noch lange hielt sich der Meldorfer beide Hände vor das Gesicht, er konnte es nicht fassen, eine solche „Hundertprozentige“ vergeben zu haben.

Trotz allem fiel das erste Tor gegen den HSV. Von Bruma und Mancienne war nichts zu sehen, als Meldorfs Jeremejev allein auf Drobny zulief – und eiskalt traf. War das ein Jubel in der neunten Minute! Der HSV rückte die Verhältnisse danach aber schnell wieder zurecht. Rudnevs traf nach Zuspiel von Badelj zum 1:1 (16.), Ilicevic vollendete nach überragender Vorarbeit von Rudnevs zum 2:1 (18.) und Beister „hämmerte“ mit rechts ein – 3:1 (28.). Zwischendurch ließen Ilicevic und Rudnevs noch jeweils eine hundertprozentige Chance aus, dann tanzte Ilicevic „ganz Meldorf“ aus und legte den Ball mustergültig zur Mitte, wo Beister aus zwei Metern nur noch eindrücken musste (34.). Halbzeit.

Zur Pause wechselte der HSV dann kräftig aus, es spielten dann: Drobny, Skjelbred, Bruma, Mancienne, Angelo Langer; Matti Steinmann, Ndriqim Halili, Domink Masek, Ilicevic, Beister und Rudnevs. In der 55. Minute kam Josef Shirdel für den angeschlagenen Ilicevic.

Und der HSV ging zwei Minuten nach Wiederbeginn mit 5:1 in Führung. Rudnevs wurde im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter wollte Beister schießen, doch von hinten stürmte Drobny heran. Der Keeper schoss. Und wie. Meldorfs Torwart wurde getäuscht, er flog, flog und flog nach rechts, wunderschön, wunderbar hoch und weit, und Drobny kullerte die Kugel durch die Mitte ins Netz. Obwohl ich gar nicht weiß, ob der Ball das Netz erreicht hat, es war tatsächlich nur ein Kullerball . . .

Der eingewechselte Shirdel traf danach zum 6:1, Vorlage Masek (57.). Und dann war Meldorf mal wieder dran: Till Balzer verkürzte auf 2:6 und wurde begeistert gefeiert (69.). Der kleine Halili hätte dann ein Tor köpfen (!) können, doch nach Beister-Ecke traf der aus fünf Metern das Tor nicht – und hielt sich entsetzt die Hände vor das Gesicht. Für das letzte HSV-Tor sorgte dann noch einmal Beister, als er den Innenpfosten traf – Tor (79.). Den Schlusspunkt aber setzte nach einem Foul von Langer der Meldorfer Timo Braasch, der den Elfmeter zum 3:7-Endstand verwandelte. Ein Torfestival beim TuRa-Fußballfest, die Fans gingen zufrieden gen Heimat.

Auf eine Einzelkritik verzichte ich – natürlich. Für mich aber war Ivo Ilicevic diesmal recht auffällig. Der ehemalige Lauterer deutete mehrfach sein großes fußballerisches Können an, das, was er uns allen in der gesamten Saison vorenthalten hat. Der Junge kann was, das stand vorher schon fest, heute deutete er mehrfach seine Klasse an – wenn er jetzt noch etwas mehr Pfeffer in den Hintern bekommen würde, dann könnte er ein „Neuzugang“ für die kommende Spielzeit werden. Mir jedenfalls hat es gefallen, auch wenn ihm längst nicht alles gelang.

So, das war Meldorf, aber zwei habe ich noch. Einmal gab es eine Meldung vom NDR:

Hartwig und Schnoor kritisieren HSV-Führung

Die ehemaligen HSV-Profis Jimmy Hartwig und Stefan Schnoor haben die Vereinsführung des Hamburger Bundesligisten sowie Sportdirektor Frank Arnesen harsch kritisiert: „Ich ärgere mich über den Aufsichtsrat und den Präsidenten. Der (Arnesen, d. Red.) kommt aus Chelsea und bringt lauter Fallobst mit als Spieler. Ich sehe, wie es Woche für Woche schlechter wird“, monierte Hartwig am Sonntagabend im NDR Sportclub.

Auch Schnoor sieht in Arnesen den Hauptverantwortlichen für das erneute Verpassen der Europa League. „Er hat die falschen Spieler verpflichtet. Gerade wenn du kein Geld hast, zeigt sich doch, ob du ein Guter bist oder nicht. Wenn du Geld hast, dann ist es einfach. Aber wenn nicht, dann muss ich mir etwas einfallen lassen. Dann muss ich mein Netzwerk spielen lassen und einen Blick für Talente haben“, sagte der 42-Jährige. Der HSV sei nicht in der Lage, sich für Europa zu qualifizieren. „Du hast ein paar Spieler dabei, die versuchen voranzugehen und sich reinzuhauen. Aber ein Großteil der Mannschaft ist alleine aufgrund seines Charakters nicht in der Lage dazu.“

Auch Heung Min Son sei „nicht der große Spieler, zu dem er immer gemacht wird. Wenn man für ihn 14 Millionen kriegen kann, dann weg“, meinte Schnoor.

Das ging und geht mir alles ein wenig zu weit. Teilweise habe ich gedacht: Sitzt da Paul Breitner? Der glänzte auch immer mit einem Halbwissen – jedenfalls dann, wenn er nicht über den FC Bayern spricht. Und wenn er über den HSV spricht, dann wird aus diesem Halbwissen auch gelegentlich ein Viertelwissen . . .

Die „alten Herren“ des HSV, Hartwig und Schnoor, die hätte ich mal sehen wollen, wenn sie Sportchef beim HSV geworden wären. Motto: „Nun kauft mal ein – aber ohne Geld.“ Und ich hätte Schnoor und Hartwig auch gerne mal gesehen, wenn sie unter falschen Voraussetzungen zum HSV gelockt worden wären. Die hätten sofort die Kurve gekratzt, davon bin ich überzeugt. Nun gut, Frank Arnesen verdient beim HSV fürstlich, vielleicht hätten es Schnoor und Hartwig ja auch für diese Summe getan, ist ja eine gewisse Entschädigung dafür, dass dem Herrn (Arnesen) viel versprochen wurde, von dem der HSV später (nach dem Führungswechsel) nichts mehr halten konnte. Weil einfach kein Geld da war. Und dann hat Arnesen, den ich gar nicht groß verteidigen will, ja auch tatsächlich seine Netzwerke spielen lassen – und hat sich bei Chelsea bedient. Sein Netzwerk. Und dazu noch Ivo Ilicevic (den einst die Bayern haben wollten!) und Per Ciljan Skjelbred gekauft. Nein, nein, da machen es sich einige Herren viel zu leicht, denn damals, als Arnesen beim HSV begann, war hier wirklich finanziell das Chaos ausgebrochen – „Holland in Not“.

Und sollte Frank Arnesen jetzt beim HSV bleiben, was ich, da bin ich ehrlich, nicht so recht mehr glauben mag, denn es gibt Gerüchte, dass es hinter den Kulissen eifrig rumort (und schon nach einem Nachfolger gesucht wird! Sogar schon gesprochen wurde!), also wenn Arnesen bleibt, dann ist er jetzt und in diesem Sommer tatsächlich gefragt. Geld gibt es immer noch nicht, die Chelsea-Nummer funktioniert auch nicht mehr – jetzt kommt es darauf an, dass der Däne ein gewisses Improvisations-Talent besitzt, um tatsächlich aus Nichts Gold zu machen. Da wird man mal abwarten müssen. Und auch die Herren Schnoor und Hartwig werden es tun müssen: warten.
Und noch eines: Zum Thema Charakter (über das Stefan Schnoor sprach) hätte ich noch eine ganze Menge zu erzählen und zu schreiben, aber das werde ich zu einem späteren Zeitpunkt erledigen. Ganz sicher sogar. Als ich das beim NDR sah und hörte, hüpfte mein Herz vor Vergnügen. Oder war es doch eher der Zorn, der mein Herz hüpfen ließ?

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Beginn der Ergänzung, die kurz vor Mitternacht am Pfingsmontag vorgenommen wurde.

Das ist eine Ergänzung, die am späten Montag, kurz vor Mitternacht, zu dem Sportchef Thema vorgenommen wurde. Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Dienstag-Ausgabe in einem groß angelegten Artikel über die Entwicklung in Sachen „HSV-Sportchef“. Autoren des Artikels sind Alexander Laux und Kai Schiller. Sie haben mir gestattet, Auszüge ihres Berichtes zu übernehmen.

Es beginnt mit:

. . . was Arnesen zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste: er selbst ist offenbar der prominentester Streichkandidat des HSV. Wie das Abendblatt erfuhr, wird hinter den Kulissen bereits seit Wochen über eine vorzeitige Trennung des Managers debattiert. Innerhalb des Aufsichtsrats, der formell für die Bestellung und Absetzung des Vorstands zuständig ist, hat es bereits mehrere inoffizielle Gesprächsrunden zu der wohl wichtigsten Personalentscheidung des Sommers gegeben.

Weiter heißt es:

Der Personalausschuss (Manfred Ertel, Jens Meier, Christian Strauß und Eckart Westphalen) hat bereits mehrere Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt.

Und:

. . . Dabei ist Arnesen auch innerhalb des Vorstands nicht unumstritten. Der Hauptvorwurf: Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim teuersten Sportchef aller Zeiten habe nie gestimmt. So müsse man Arnesen zwar den Top-Transfer René Adlers hoch anrechnen. Gleichzeitig sei der Skandinavier, der 1,8 Millionen Euro verdient, aber für eine Reihe von Transferflops verantwortlich.

Gegen Ende des Artikels heißt es:

. . . Nun deutet alles darauf hin, dass Arnesen selbst einem Umbruch an der Spitze zum Opfer fällt. Aufsichtsratschef Ertel wollte die Vorgänge hinter den Kulissen zwar nicht kommentieren („Zu Gerüchten äußere ich mich nicht“), seine Gespräche mit mehreren Nachfolge-Kandidaten wollte er allerdings auch nicht dementieren. Wie das Abendblatt erfuhr gibt es derzeit drei Hauptkandidaten, von denen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der klare Favorit sein soll.

Was sagt der Sportchef dazu? Der Däne:

„Unser Mediendirektor Jörn Wolf hat mir morgens erstmals von all den Gerüchten berichtet“, sagte Arnesen am Montagabend dem Abendblatt, „vom Aufsichtrat hat dagegen niemand mit mir gesprochen.“

Wie gesagt, das sind lediglich einige Ausschnitte aus einem großen und umfangreichen Bericht. Ich danke den beiden Kollegen, dass sie mir gestattet haben, darüber schon vorab in „Matz ab“ zu informieren.
Bereits in meinem Bericht vom Meldorf-Spiel hatte ich ja schon kurz über den „Fall Arnesen“ geschrieben, dass es gewisse Gerüchte gibt. Die gibt es in der Tat schon eine geraume Zeit, ich habe davon schon vor mehr als 14 Tagen erfahren. Seit dieser Zeit habe ich gehört, dass auch der frühere HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer (jetzt Zenit St. Petersburg) erneut vom HSV angesprochen worden sein soll. Niemand allerdings wird das bestätigen.
Zur Personalie Andreas Rettig kann ich nur sagen: Sollte der DFL-Geschäftsführer (Nachfolger von Holger Hieronymus) tatsächlich die Nummer eins sein, so kann ich dem Aufsichtsrat und dem HSV nur gratulieren. Eine perfekte Wahl. Ich halte Rettig für einen erstklassigen Mann, er ist kein „Traumtänzer“, er stand stets mit beiden Beinen auf der Erde und hat in seinen bisherigen Bundesliga-Stationen gelernt, aus wenig viel zu machen. Ich jedenfalls würde Andreas Rettig mit offenen Armen beim HSV in Empfang nehmen.

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Ende der Ergänzung kurz vor Mitternacht am Montag.

So, dann gibt es noch die HSV-Tour nach Neuruppin. Wenige Tage nach dem Ende der Bundesliga-Saison 2012/2013 wird der HSV von morgen an (Dienstag) bis zum 24. Mai in das Resort Mark Brandenburg nach Neuruppin reisen. Dort wird der Bundesliga-Siebte um Trainer Thorsten Fink und Rafael van der Vaart herum an einer Teambuilding-Maßnahme des Resort Mark Brandenburg teilnehmen. Und am Donnerstag, den 23. Mai, findet dann auch um 19 Uhr ein Testspiel im Neuruppiner Volksparkstadion gegen den Sechstligisten und Lokalmatador MSV Neuruppin statt.
„Mit dem HSV hat nun erstmals auch ein Fußball-Erstligist das erstklassige Teambuilding-Angebot unseres Hauses für sich entdeckt“, freut sich Martina Jeschke, Hoteldirektorin des Resort Mark Brandenburg.

16.15 Uhr

Fink: “Eine ordentliche Saison von uns”

19. Mai 2013

Noch immer rätseln sie bei mir im Umfeld, ob man nun lachen oder doch eher weinen sollte? Der HSV auf Platz sieben, das ist wie Platz vier in der Leichtathletik – das Treppchen verfehlt. Und damit auch Europa verpasst. Deswegen könnte man als HSV-Fan durchaus enttäuscht, frustriert und eventuell sogar sauer sein. Aber Platz sieben gegenüber Platz 15 im Vorjahr, das sollte sich dann auch ein jeder, der nun hadert, noch einmal vor Augen führen. Wer zu Beginn dieser Saison, zumal nach drei Niederlagen und dann auch den Abstiegskampf immer noch im Hirn, davon gesprochen hätte, dass dieser HSV knapp oder haarscharf an Europa vorbeischliddert, den hätte ich leicht für verrückt oder auf jeden Fall für viel zu optimistisch erklärt. Doch der HSV hat an das Tor zu Europa angeklopft, hat eine gewisse „internationale Euphorie“ entfacht und konnte gegen die Geister, die er damit rief, nicht anspielen. Da wurden gewisse Erwartungen geweckt, die diese Mannschaft, die zwar durch und durch mit Nationalspielern aller Herren Länder besetzt ist, die aber dennoch bei weitem nicht die Klasse von Bayern München, Borussia Dortmund, Leverkusen und auch Schalke 04 hat, nicht in die Tat umsetzen konnte. Der HSV ist der Spitzenreiter der Bundesliga-Mittelmäßigkeit. Und aus der gilt es in der nächsten Saison herauszukommen. So einfach ist das.

Der Unterschied zu Bayer Leverkusen, machen wir uns nichts vor, war schon eklatant. In der Werkself viele, viele Klasse-Spieler, beim HSV etliche solide Kicker, die aber höchsten Ansprüchen nicht gerecht werden. Die Statistik des Spiels spricht eine klare Sprache: 15:14 Torschüsse für Leverkusen, 6:2 Ecken für den Sieger des Spiels, 13:12 Flanken und 52:48 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Bayer. Auch die meisten Ballkontakte hatte ein „Roter“: Carvajal hatte 85, der beste Hamburger hatte 73, und das war Heiko Westermann. Reinartz war mit 73 Prozent gewonnener Zweikämpfe der beste Mann, Petr Jiracek brachte es als bester Hamburger auf 63 Prozent.

Erschwerend kommt hinzu, dass der HSV in der Torstatistik die Null stehen hatte, und Leverkusen eine eins. Und ich schließe mich der Rede von Bundesliga-Profi Nummer 001, Harry Bähre, an, der bei „Matz ab live“ gesagt hat: „Machen wir uns nichts vor. Wenn wir nicht einen überragend haltenden Nationaltorwart zwischen den Pfosten gehabt hätten, dann hätten wir 0:3 oder 0:4 verloren. Rene Adler hat uns lange Zeit mit großartigen Paraden im Spiel gehalten.“ Bei der Gelegenheit, lasst mich schnell einmal abschweifen: Ich danke Harry Bähre und auch den ehemaligen HSV-Stürmer Klaus Fock für ihre Gastrolle bei „Matz ab live“, beide Herren haben ihre Sache ausgezeichnet gemacht – vielen, vielen Dank nochmals dafür, das hat viel Spaß gebracht.

Zurück zum Spiel: Der HSV hatte, das müssen auch diejenigen anerkennen, die bis zuletzt von einem HSV-Sieg geträumt hatten, keine hundertprozentige Tormöglichkeit in diesem Spiel. Keine. Und wenn das so ist, dann kann man natürlich nicht gewinnen. Nein, nein, der Unterschied zwischen dem Tabellendritten und dem Tabellensiebten war riesig – und viel, viel größer, als es der Unterschied auf den ersten Blick erkennen lässt.

„Wir müssen uns punktuell verstärken und weiterentwickeln. Nächste Saison wollen wir den Schritt machen. Der HSV gehört nach Europa, aber wir wollen Schritt für Schritt gehen“, sagte Trainer Thorsten Fink nach dem letzten Saisonspiel. Natürlich sagt er so etwas. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass er Europa abgelehnt hätte, wenn der HSV, sein HSV, wegen „unreiner Gangart“ schon ein, zwei Schritte schneller gegangen wäre – und jetzt schon international geworden wäre. So aber bleibt einem Trainer ja gar nichts anderes übrig, als von „Schritt für Schritt“ zu sprechen. Und im Prinzip ist ja auch nicht viel dagegen zu sagen, denn der HSV hatte ja vor zwei Jahren angekündigt, dass der Umbruch vollzogen wird, und dass nun zunächst ein paar magere Jahre kommen werden. Gespannt bin ich nur darauf, ob die Erwartungen der Fans – und auch die des Trainers – am Ende der nächsten Spielzeit dann auch tatsächlich erfüllt worden sind. „Der HSV gehört nach Europa, aber wir wollen Schritt für Schritt gehen.“ Und: „Wir wollen diesen nächsten Schritt nun machen.“ Das hört sich großartig an, ein wenig hanseatisch, ein wenig pathetisch – aber wer gibt die Garantie, dass es so wird? Oder ist es in einem Jahr dann doch eher so, dass man – als Fan – dann wieder die eine oder andere Ausrede hört (nicht nur vom Trainer) – getreu dem Motto: „Was stört mich mein Geschwätz aus dem Mai 2013?“

Abwarten. Mehr bleibt nicht.

„Wir haben alles gegeben, wir haben großartig gefightet, aber es hat nicht gereicht. Die Mannschaft hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut gespielt, aber wir müssen in Zukunft mehr Konstanz bekommen. Trotz allem bin ich davon überzeugt, dass wir eine ordentliche Saison gespielt haben“, bilanzierte Fink.

Heiko Westermann und Marcell Jansen betonten unisono: „Die Europa League haben wir nicht gegen Leverkusen verspielt, sondern vorher.“ Stimmt. Westermann, der für mich einmal mehr bester Mann war (neben Rene Adler), sagte auch: „Mit einer so miesen Heimbilanz wie wir sie haben, wäre es ein kleines Wunder gewesen, wenn wir es nach Europa geschafft hätten.“ Stimmt auch. Rafael van der Vaart schien nicht unzufrieden mit Platz sieben: „Wenn man sich gerade noch vor dem Abstieg gerettet hat, nach drei Spieltagen ohne Punkt schon wieder als Abstiegskandidat gilt, und wenn man dann am Ende Siebter wird, dann muss man zufrieden sein. Obwohl wir natürlich auch ganz nah dran waren, nach Europa zu kommen – und das eigentlich ja auch schaffen wollten.“

Immerhin, und das macht mir tatsächlich Mut, hat Thorsten Fink erkannt, dass er mehr Qualität in seine Mannschaft bekommen muss. Und, um ehrlich zu sein, eigentlich darf es nicht nur bei einem Innenverteidiger und einem Stürmer bleiben. Es fehlt viel mehr. Natürlich auch das nötige Kleingeld, das ist schon klar, aber es fehlt wohl auch an jenen Experten, die überall auf dieser Welt Ausschau für den HSV halten, wo es noch preiswerte Talente zu holen gibt. Auch daran hat es lange, lange, sogar jahrzehntelang, gemangelt. Andere Vereine sind da weiter. Viel weiter, sehr viel weiter sogar. Auf diesem Feld muss der HSV nicht nur aktiver, sondern ganz einfach auch viel, viel besser werden. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass ein Mann wie Hakan Calhanoglu, der nun vom KSC kommen wird, diesem HSV sehr gut tun wird. Der junge Karlsruher hat, ganz nebenbei bemerkt, Platz vier mit 17 Treffern in der Torschützenliste der Dritten Liga belegt – mit natürlich sehr vielen Elfmetern, aber 17 ist schon eine tolle Zahl. Und noch einmal nebenbei: St. Paulis Daniel Ginczek, den viele HSV-Fans nun gerne im Volkspark gehabt hätten, schoss heute sein 18. Saisontor. Jetzt wird er wohl aber beim 1. FC Nürnberg landen . . .

Aber gut, es wird sich sicherlich auch beim HSV etwas tun, auch wenn zurzeit noch niemand weiß, was. Gut Ding will Weile haben. Traditionell kommt der HSV – natürlich auch wegen des fehlenden Geldes – eher spät auf (Einkaufs-)Touren. Fest steht für mich aber, dass nicht nur etwas getan wird, sondern auch etwas getan wird. Getreu dem Motto: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Obwohl ich zuletzt, in etwa in den letzten drei Wochen, so bei mir gedacht habe, dass sich der HSV in Sachen Einheit doch etwas gefangen hat. Irgendwie wirkte diese Mannschaft kompakter auf mich, als in den Wochen und Monaten zuvor.

Ob das an Petr Jiracek gelegen haben kann? Ich weiß es nicht, aber mir war so, als hätte der wuselige Tscheche diesem HSV-Team sehr, sehr gut getan, auch wenn viele (Experten) noch immer der Meinung sind, dass der HSV-Jiracek noch immer nicht mit dem EM-Jiracek vergleichbar ist. Ich denke aber, dass der Mittelfeldkämpfer mit dem lockigen Haar viele Zweikämpfe bestreitet, keinem Duell aus dem Wege geht, dass er hart, gelegentlich auch überhart zur Sache geht – und dass er deshalb auch ein ganz wichtiger Stabilisator (geworden) ist. Ein Mann nämlich, der zur Sache geht und zur Sache kommt, steht diesem HSV besonders gut zu Gesicht, denn was ich im hinteren Defensivbereich teilweise tut oder getan hat, das erinnerte doch zeitweise an einen „Streichelzoo“: Nur keinem Gegenspieler mal aus Versehen auf die Stöcker klopfen, das könnte dem ja wehtun . . . Bei der Gelegenheit muss ich daran denken (und darüber schmunzeln), was Rene Adler vor dem Leverkusen-Spiel noch laut gesagt hat: „Der Gegner muss wissen, dass es gegen uns wehtut.“ Kein Gegner hatte das in den 33 Spielen zuvor gewusst, nicht mal geahnt hat er es. Und wenn Adler in diesen 34 Spielen nicht mindestens 20 „Unhaltbare“ noch gehalten hätte, dann stünde diese HSV-Defensive in einem noch viel schlechteren Licht, als das jetzt auch schon der Fall ist – mit 53 Gegentreffern.

Was mir noch – zuletzt – an diesem HSV aufgefallen ist: Thorsten Fink hat in den letzten Spielen 90 Minuten am Rand gestanden und alles gegeben. Der Mann hat gebrüllt, geschimpft, gemeckert, motiviert, angetrieben, geordnet und dirigiert – wie ein ganz, ganz Großer. Herbert von Karajan war gegen ihn ja nur ein Taschenspieler. Fink ist aufgegangen in seinem Job – das war 100 Prozent HSV. Der Mann wollte. Und er will jetzt sicher immer noch. Nämlich besser werden – mit seiner Mannschaft. Er hat den Biss, er hat jetzt den nötigen Biss, den dieser Verein braucht, damit er sich weiterentwickelt. Endlich einmal so richtig weiterentwickelt. Dazu wird ein Trainer benötigt, der beißt, der Leidenschaft zeigt.

Übrigens:
Die Nummer eins im Norden sind wir. Die Nummer eins im Norden ist in diesem Jahr wieder der HSV.

Ein kurzer Blick noch zum letzten Spieltag dieser 50. Bundesliga-Saison: Die Tränen, die Jupp Heynckes in Mönchengladbach nach dem 4:3-Sieg der Bayern vergossen hat, weil ihn die Borussen-Fans in seiner alten Heimat so sehr gefeiert hatten, die haben diesen Mann – für mich – nur noch sympathischer werden lassen.

Und dann war da noch Düsseldorf. Trainer Norbert Meier hatte vor dem Spiel in Hannover immer wieder betont: „Ich habe gesagt, dass wir nicht absteigen, also werden wir auch nicht absteigen.“ Nun ist die Fortuna doch noch ein wenig abgestiegen, was ich für schade halte, aber Meier sagt fast schon trotzig: „Ich werde in Düsseldorf bleiben, etwas anderes stellt sich für mich nicht.“ Er wird vielleicht in Düsseldorf bleiben, nämlich wohnen, aber Fortuna-Trainer? Da würde ich mich festlegen, dass das nicht passiert wird. Das wäre noch so ein Wunder. Wie das, was da am letzten Tag noch mit Hoffenheim passiert ist. Die waren doch schon seit Monaten weg . . .

PS: Morgen, am Pfingstmontag, spielt der HSV noch einmal, und zwar in Meldorf (Anstoß 14 Uhr). Und wer dorthin nicht fahren möchte, dem sei das Hamburger Oddset-Pokalfinale an der Hoheluft ans Herz gelegt, dort stehen sich um 16 Uhr der Regionalliga-Vertreter SC Victoria und Hamburgs Oberliga-Meister FC Elmshorn gegenüber.

PSPS: Die „Zweite“ des HSV hat die Regionalliga gehalten, denn die Mannschaft von Trainer Rodolfo Cardoso holte heute mit einem 2:2 (HSV-Tore: 1:0 George Kelbel und 2:1 Fabian Graudenz) gegen Wilhelmshaven den einen Punkt, der noch zur Rettung benötigt wurde.
Ich hoffe auf jeden Fall, dass es so mit dem Klassenerhalt tatsächlich auch stimmt, man weiß das in dieser Liga ja nie so genau, denn was sich da mit der Insolvenz von Oberneuland getan hat (oder besser: getan wurde), ist in meinen Augen – gelinde gesagt – unmöglich. Aber okay, ich will mich damit nicht auch noch befassen (oder mich einmischen), für mich steht aber fest, dass mit einer so späten Insolvenz „gespielt“ – und vielleicht auch ein wenig mehr als das – werden könnte. Dass der Norddeutsche Fußball-Verband so urteilt, der Deutsche Fußball-Bund wohl anders urteilen würde – das ist für mich ein Hammer. Aber nun langt es auch.

Ein schönes Pfingstfest noch weiterhin für euch und eure Lieben.

18.41 Uhr

0:1 nach großem Kampf – schade!

18. Mai 2013

Schade, schade, HSV! Trotz einer guten und teilweise starken Vorstellung vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena gab es gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen eine 0:1-Heimniederlage. Aus Europa ist nichts mehr geworden, diese Chance aber hatte der HSV schon Wochen vorher gegen Fürth, Augsburg oder Freiburg liegen lassen, aber an diesem 18. Mai 2013 hat die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink trotz allem und ganz sicher viele Freunde zurückerobert. Diesmal hat die Mannschaft beherzt gespielt, alles gegeben, alles versucht – und war leider in der Offensive etwas zu schwach besetzt. Natürlich kam dieser Endspurt etwas zu spät, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie willig ist, dass sie lebt, dass sie sich doch nicht aufgegeben hat. Trotz der erneuten Heimniederlage – die Fans feierten ihren HSV, und das hatte die Mannschaft diesmal auch verdient. Das haben die HSV-Anhänger ganz, ganz toll gemacht, ein riesiges Kompliment an die Zuschauer – an den 12. Mann. Großartig. Und ein toller, trotz allem gelungener Saisonabschluss. Und bitte an alle, die nun enttäuscht sind: Seid nicht zu traurig, geht nicht zu sehr und zu hart mit euren Lieblingen ins Gericht, heute haben sie alles versucht. Stadionsprecher „Lotto King Karl“ sagte es richtig: „Das war ein Mega-Spiel.“ Das war es.

Als um 15.41 Uhr auf der Anzeigentafel das 1:0 der Wolfsburger in Frankfurt erschien, lief im Spiel gegen Leverkusen gerade die elfte Minute. Genau genommen zehn Minuten und 41 Sekunden. Und das Stadion glich einem Tollhaus. Wird doch noch alles gut? Nach 19 Spielminuten und 51 Sekunden stand es dann in Hamburg immer noch 0:0, aber in Frankfurt sogar schon 0:2. „Hey, hey, hier kommt Hamburg“, skandierte der Norden lautstark. „Scholle“, der neben mir saß, zeigte mir seine Gänsehaut auf beiden Armen. Wahnsinn. Mir ging es ebenso. Welch eine Dramaturgie! Was für ein Krimi auf diesem seifigen, schmierigen Rasen, auf den fast alle Spieler mehrfach ausrutschten! Es muss unheimlich schwer gewesen sei, da stets das Gleichgewicht zu behaupten. Zudem musste ich während des Spiels immer an Thorsten Fink denken, der am Tag zuvor ja über die Qualität der Werkself gesagt hatte. Leverkusen hat da schon eine sehr, sehr feine Mannschaft beisammen, vor allem die Offensive ist ja wirklich erstklassig besetzt. Damit lässt sich schon prächtig Fußball spielen . . .

Die Stimmung in der Arena war hervorragend, alles bereit für das „Finale Furioso“. Nur fußballerisch war das noch nicht ganz das Gelbe vom Ei – aus Sicht des HSV. Leverkusen hatte in Person von Hegeler, als Slobodan Rajkovic zu spät zur Grätsche ansetzte – doch Rene Adler hielt den Schuss des Bayer-Stürmers bravourös. Statt 0:1 nur Eckstoß (9.) – zum Glück für den HSV. Torchancen blieben in diesem ersten Durchgang ohnehin Mangelware. Der HSV hatte zwei gute Möglichkeiten, etwas aufzubauen, als einmal Heung Min Son links auf der Torauslinie durchmarschierte, in der Mitte aber keinen Mitspieler fand, und als noch einmal Son links durch war, auf Dennis Aogo ablegte, doch der Schuss des Nationalspielers flog über das Bayer-Tor (39.)

Halbzeit. In der Pause sprach ich mit „Pipo“, der HSV-Neuerwerbung (aus dem ARD-„Frühstücksfernsehen), die ihre Beine noch immer in Gips trägt: Olli Dittrich. Natürlich. Der Comedian und HSV-Fan war angetan von den ersten 45 Minuten: „Das ist ganz sicher eines der besseren Heimspiele des HSV, da ist viel Tempo drin, man sieht, dass die Spieler wollen. Und bislang hat Wolfsburg ja super mitgemacht. Aber egal wie die Jagd nach Europa auch ausgehen wird, der HSV sollte sich auf jeden Fall mit einer guten, auf jeden Fall soliden Leistung aus dieser Saison verabschieden, das haben die großartigen Fans verdient. Und wenn es dann nicht für einen internationalen Startplatz gelangt hat, dann lag es nicht an dem heutigen Spiel, sondern zum Beispiel an den Auftritten gegen Fürth und Augsburg. Da hätte mehr kommen müssen.“ Eine großartige Bilanz, die „Dittsche“ da schon mal zur Pause gezogen hat.

Die ersten Möglichkeiten des zweiten Durchgangs hatte Leverkusen, vor allem der starke Hegeler. Und als Schürrle vor Adler aufkreuzte, faustete der HSV-Keeper den Ball in höchster Not in Feld zurück (57.). Der HSV drückte, der HSV kam, er das erlösende 1:0 wollte und wollte nicht fallen. Als Dennis Diekmeier von rechts flankte stieg in der Mitte Heiko Westermann der Kugel entgegen – und Lars Bender sprang dem HSV-Abwehrchef nur in den Rücken. Kein Elfmeter, Schiedsrichter Wolfgang Stark breitete beide Arme aus: „Nichts.“

Das traf auch für die HSV-Torstatistik zu: nichts. Leider. Und weil Leverkusen in der 90. Minuten traf, als Kießling allein auf Adler zugelaufen war (ein Bilderbuch-Konter), kam die heutige große Schlacht, die der HSV abgeliefert hatte, leider etwas zu spät. Trotz allem: Dieser HSV hat sich heute sehr gut verkauft – und er hat insgesamt eine gute Saison gespielt. Eine Saison, die Hoffnung auf bessere Zeiten macht. Ganz sicher. Auch wenn heute einige traurige HSV-Fans wieder meckern und zetern werden – das war insgesamt schon okay. Und, das ist vielleicht ein ganz kleiner Trost: Wolfsburg schaffte in Frankfurt letztlich doch nur ein 2:2, selbst ein HSV-Sieg hätte heute also nicht mehr gelangt . . .

Die Einzelkritik:

Rene Adler hielt wieder einmal sehr gut, war bärenstark, nur mit dem Fuß hatte er so seine (kleineren) Schwierigkeiten, den Ball sinnvoll nach vorne zu befördern, das wirkte mitunter doch wackelig. Aber das vergessen wir an diesem Tag mal schnell, denn er hielt ansonsten hervorragend. Note zwei.

Dennis Diekmeier war hinten und vorne zu finden, das machte Spaß, ihm zuzusehen – in dieser Verfassung wäre er tatsächlich ein Kandidat für den „amerikanische“ „Jogi“ Löw gewesen . . .

Heiko Westermann war bester Mann. Unfassbar, wo er überall den Ball eroberte, erahnte, wo er Löcher stopfte, wo er abblockte, wo er mit dem Kopf zur Stelle war, wo er grätschte, sich ganz lang machte – das ist einfach nur großartig. Und vorbildlich. Und dazu dann dieses Wahnsinns-Pensum! Klärte in der 66. Minute überragend vor dem leeren Tor und vor Hegeler. Note eins.

Slobodan Rajkovic begann fahrig, vielleicht auch nervös, aber nach 30 Minuten hatte er sich im Griff. Dann war das ganz solide, was er ablieferte – obwohl es sicher noch besser und souveräner ginge.

Marcell Jansen ging weite Wege, leitete einige gefährliche (oder im Ansatz gefährlich wirkende) Dinger ein, aber irgendwie wirkte er auch nicht bei 100 Prozent, als wenn er leicht angeschlagen war. Aber er biss sich durch.

Tomas Rincon ackerte wie ein Gaul, rauf und runter, quer und zurück, er gab alles und das machte ihn so wertvoll. Ganz, ganz großartig, der kleine „Popeye“!

Milan Badelj spielte nicht so auffällig, schloss seine Aktionen aber auch nicht immer besonders glücklich ab – er kann es besser. Obwohl er nicht groß abfiel. In der 67. Minute ausgewechselt.

Petr Jiracek zeigte sein großes Kämpferherz, rieb sich in heißen Zweikämpfen (in denen er und es tüchtig zur Sache ging) auf, zerstörte und trieb voran – sehr engagiert, gelegentlich übertrieb er die Härte – und er lag nicht immer richtig in Sachen Abspiel.

Dennis Aogo war von der ersten Sekunde an griffig und bissig, er ging mächtig zur Sache – eine Stütze der Mannschaft.

Rafael van der Vaart lief wie gewohnt sehr viel, aber es lief auch einiges an ihm vorbei. Ganz sicher wollte er, aber so richtig viele und vor allem gute Sachen gelangen ihm an diesem wichtigen Tag nicht.

Heung Min Son war der gefährlichste Mann in der HSV-Offensive, er hat, auch wenn er hin und wieder leichtere Fehler begeht, in dieser Saison unglaublich viel dazugelernt. Note drei.

Artjoms Rudnevs (ab 67. Min. für Badelj) hatte leichte bis größere Schwierigkeiten, in diese Partie zu finden. Ein Einwechselspieler wird er wohl nicht mehr werden. Oder?

Maximilian Beister (ab 78. Min. für Aogo) wurde als Zusatz-Offensive ins Spiel geworfen und er machte auch richtig Dampf, aber er konnte es nicht mehr herbeiführen – das eine so sehr erhoffte Tor.

Ivo Ilicevic (ab 81. Min. für Aogo) sollte noch den entscheidenden Pass geben, die entscheidende Flanke – aber er schaffte es nicht mehr.

PS: Ein kleiner Hinweis für alle HSV-Fans: Morgen, Pfingstsonntag, zeigt der NDR nach dem Sportclub live (23 Uhr) die HSV-Nacht von Athen 1983, der Europapokal-Gewinn des HSV vom 25. Mai 1983 wird rauf und runter und kreuz und quer beleuchtet. Ein Muss für HSV-Anhänger.

So, jetzt geht sie gleich los, die Block-House-Talkrunde, „Matz-ab-live“. Zwei Gäste warten auf uns und natürlich auf euch. Einer davon ist Harry Bähre, der Bundesliga-Profi Nummer 001, und der zweite ist ebenfalls ein Hamburger Jung, nämlich Klaus Fock. Der frühere Stürmer kam einst, welch ein großes Kunststück, vom kleinen TuS Finkenwerder zum großen HSV, brachte es dann aber leider nur auf 25 Bundesliga-Spiele und fünf Tore. Wir werden natürlich über das Leverkusen-Spiel sprechen, über die Saison allgemein und über den HSV ganz speziell. Wäre super, wenn ihr uns eure Zeit schenken würdet, um dabei zu sein.

17.32 Uhr

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