Eine Zugfahrt, die ist lustig . . .

16. Dezember 2012

Eine Zugfahrt, die ist lustig,
eine Zugfahrt die ist schön,
denn da kann man fremde Länder
und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die macht müde,
eine Zugfahrt die macht schlapp,
und dann liefert man im Westen
einen miesen Kick nur ab.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist lästig,
eine Zugfahrt ist kein Flug,
fragt der Schaffner nach der Karte
hat man ohnehin genug . . .
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist billig,
eine Zugfahrt die macht krank,
das erklärt dann eine Pleite,
und der Coach sagt: „Vielen Dank!“
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die ist bieder,
eine Zugfahrt die ist schlecht,
deshalb darf man mal verlieren,
dazu hat man dann das Recht.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Eine Zugfahrt, die killt Kräfte,
eine Zugfahrt die macht mau,
und dann kickt man eben grottig,
ja so tickt der HSV.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.

Jetzt wissen wir es. Genau. Der HSV flog in Leverkusen auf die Nase, weil er nicht geflogen ist. Vorher. Er verlor mit 0:3, weil er mit dem Zug nach Leverkusen fahren musste. Und weil die Zugfahrt länger gedauert hat, als man vorher dem Fahrplan entnehmen konnte. Sechs Stunden hat die Fahrt gedauert, ganz sicher ein paar Stunden zu viel – oder? Und diese Stunden rauben dann nicht nur die Kräfte, sondern auch den Willen (zum Killen). Und diese sechs Stunden lähmen nicht nur die Beine, sondern auch die Herzen. Leidenschaft ist nach einer solchen Zugfahrt dann auch nicht mehr zu erwarten. Weil ein jeder, okay, fast jeder, doch nur an die Zugfahrt zurückdenken muss. Und da Männer ohnehin nur eines zur Zeit können, denken sie eben nur an Zug – und nicht an Spiel, Sieg und Leverkusen. Das erinnert mich alles an Jim Knopf, Lukas und an Lummerland, vor allem an die Lummerländer Bergwelt. Die Berg- und Talfahrt des HSV erfuhr mit diesem trostlosen Auftritt im Westen nur noch eine weitere Fortsetzung. Wahnsinn. Jedes Mal, wenn man denkt, es könnte nach ob . . . Ach, lassen wir das.

Zur Erklärung des Themas Bahnfahrt. Trainer Thorsten Fink sagte nach der 0:3-Pleite in Leverkusen in die Mikrofone und Kameras: „Meine Meinung ist, dass die Brasilien-Reise nichts ausgemacht hat. Wir hatten sicherlich am Freitag eine schlechte Anreise nach Leverkusen, dass wir da sechs Stunden im Zug gesessen sind – und dann noch mal die Fahrt zum Hotel . . . Das war vielleicht etwas unglücklich mit der Woche, die wir dann hatten – aber die Brasilien-Reise, so denke ich, hat nichts ausgemacht.“
Aber die sechs Stunden im Zug. Die langten dann.

Wobei, ich schreibe ja gerade diese Zeilen, neben mir läuft das Spiel Hoffenheim gegen Dortmund. Die TSG ist gegenüber dem blutleeren Auftritt in Hamburg nicht wieder zu erkennen, jeder Spieler gibt Gas, geht zur Sache, wehrt sich, tritt kräftig zu. Eine vorbildliche Einstellung, die man in dieser Form bei den Hoffenheimern schon lange, lange nicht mehr gesehen hat. Es geht doch. So spielt man gegen einen Favoriten. Sorry, kommt mir gerade mal so in den Sinn. Muss aber nichts bedeuten.

Zurück zum HSV in Leverkusen. Ein Mann tat mir bei diesem desolaten Hamburger Auftritt ganz besonders Leid: Rene Adler. Der Keeper hatte sich bestimmt in seiner „zweiten Heimat“ besonders viel vorgenommen – und dann lassen ihn seine Vorderleute so etwas von im Regen stehen. Bitter, ganz bitter. Dabei zeigte Adler noch eine sehr gute Partie, er verhinderte ein Debakel. Was allerdings kein Trost sein konnte – für ihn. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, wir standen einfach viel zu weit weg von den Gegenspielern. Wir haben alle Tugenden des Fußballs vermissen lassen, da fehlt mir jedes Verständnis“, schimpfte Adler nach dem Spiel. An dem Brasilien-Trip aber wollte er das Versagen nicht festmachen: „Das war eine gute Reise, jeder hatte seinen Spaß.“ Genau. Und dann fügte Rene Adler noch an: „Bei einer solchen Reise stehen wir Spieler doch in der Pflicht. Da müssen wir mal die Arschbacken zusammenkneifen, da müssen wir runter fliegen, den Job machen und zurück. Und hier dann Bundesliga spielen – am nächsten Tag. Das aber haben wir nicht geschafft, und insofern haben wir hier versagt.“

Von einer Sechs-Stunden-Fahrt im Zug hat Rene Adler, ich weiß nicht, ob es aufgefallen ist – nichts gesagt. Er hat diesen stundenlangen Trip nicht mit einem Komma erwähnt. Und zum Thema Brasilien noch einmal der Trainer: Thorsten Fink hatte vorher gesagt: Man braucht nach so einer Reise acht Stunden, um sich wieder zu erholen – und fertig.“ Genau. Nur dürfen dann, zweieinhalb Tage nach den 48 Stunden, keine sechs Stunden Bahnfahrt mehr dazu kommen.

Aber es ist ja wie es ist. Und nun ist Winterpause. Wundenlecken ist angesagt. Und gesunden. Um dann mit neuem Schwung und neuem Mut gegen diese ominöse Berg-und-Talfahrt anzugehen. Immerhin, und das kann ein Trost für alle diejenigen sein, die vor dem Saisonstart Schlimmstes (mit dem HSV) befürchtet hatten, es stehen 24 Punkte zu Buche. Das bedeutet: Abstieg ist kein Thema. Egal wie schlecht es auch immer laufen wird, oder auch laufen könnte – absteigen wird der HSV nicht. Das ist für mich schon mal beruhigend. Das mit den Ansprüchen lasse ich mal bewusst außen vor. Das wird vielleicht dann auch wieder ein Thema, wenn Petr Jiracek, Marcell Jansen und vor allem Rafael van der Vaart wieder dabei sein werden. Vor allem die „ewige 23“ dürfte allein durch seine Präsenz dafür sorgen, dass sich alle Nebenleute viel mehr zusammenreißen werden – und es solche müden Auftritte wie in Leverkusen nicht allzu oft mehr geben wird.

So, dann gibt es noch ein Stückchen Erinnerungen an „alte“ HSV-Zeiten:

Dank eines Treffers des früheren HSV-Torjägers Paolo Guerrero haben die Corinthians Sao Paulo in Yokohama erstmals das Endspiel um die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Das Tor des Peruaners in der 71. Minute besiegelte einen 1:0 (0:0)-Sieg der Brasilianer gegen den Champions-League-Gewinner FC Chelsea. Vor 56 301 Zuschauern war es bei der Vereins-WM im dritten Finale der dritte Triumph einer Mannschaft aus Brasilien gegen ein englisches Team. Zuletzt allerdings war die Trophäe fünfmal in Folge nach Europa gewandert.

Bereits in der Vorschlussrunde hatte Paolo Guerrero, der seinen Schädel bis auf Schläfenhöhe kahl geschoren hat, per Kopfball den 1:0-Erfolg seines Teams gegen Al Ahly Kairo unter Dach und Fach gebracht.

Und dann gab es heute ja noch die Entlassung auf Schalke, die niemanden mehr überraschen konnte. Huub Stevens, der ehemalige HSV-Coach, ist in Gelsenkirchen vor die Tür gesetzt worden. Nach der 1:3-Pleite gegen Freiburg irgendwie nur logisch – bei dem Vorgeplänkel. Und es bestätigt mich noch einmal in meiner Annahme, dass Schalke kürzlich in Hamburg schon seine Talfahrt abgetreten hatte. Ich habe damals schon geschrieben, dass mich die „Knappen“ beim 3:1-Erfolg des HSV maßlos enttäuscht haben. Und so haben sie dann auch in den folgenden Partien gespielt. Wobei ich zu Stevens sagen muss: Ein guter Trainer, von dem ich noch immer überzeugt bin. Aber menschlich stand er sich mit seiner knurrigen, unbequemen und gelegentlich auch giftigen Art zu oft selbst im Wege. Deswegen bin ich gespannt, welcher Bundesliga-Klub nun den nächsten Versuch mit ihm wagen wird.

Dann gibt es noch das Buch-Gewinnspiel aufzuklären. Wer sich erinnern kann: Es gab in dieser Woche zwei Exemplare des HSV-Foto-Buches „Mythos HSV“ (von Thomas Metelmann und Hans Vinke herausgegeben) zu gewinnen.

Es wurde eine Frage gestellt:

Welche HSV-Spieler wurden im letzten Bundesliga-Aufeinandertreffen mit dem VfB Leipzig ausgewechselt?

Die Antwort: Das waren Thomas von Heesen und Karsten Bäron.

Die Gewinner sind ermittelt, es gab (erstaunlich, erstaunlich!) viele, viele User, die dieses Buch gewinnen wollten.

Hier nun die Glücklichen HSV-Fans:

Jens Reimer Schinkel in 55124 Mainz

sowie

Eberhard Stamms in Dessau-Roßlau.

Herzlichen Glückwunsch. Mit dem Gewinnspiel geht es schon in den nächsten Tagen weiter, denn es geht bereits am 20. Januar weiter mit der Bundesliga. Dann gastiert der HSV in Nürnberg (sonntags). Eine Woche später folgt dann das erste Erstliga-Spiel 2013 im Volkspark, es kommt der Nachbar von der Weser. Und zu dieser Partie gibt es dann auch die beiden Fragen und die beiden Gewinne.

So, und nun zum Schluss noch einmal ein kräftiges Dankeschön an Carl-Edgar Jarchow. Herr Jarchow, nicht nur Ihr Auftritt bei „Matz ab live“ war klasse und sehenswert, auch dass Sie uns mit ihrem Besuch – so kurz vor dem Weihnachtsfest – im „Champs“ (Schnelsen) beehrt haben, ist eine Super-Sache gewesen. Dafür auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön – wir wissen das zu würdigen! Und weil ich mehrfach (auch heute noch!) gefragt worden bin, ob Carl-Edgar Jarchow wirklich nicht „sauer“ auf „Scholle“ und mich war, oder er überhaupt missgelaunt war, dann kann ich nur sagen: nein. Wenn überhaupt ein wenig zu „merken“ war, dann lag es sicher nur an dem saft- und kraftlosen 0:3-Auftritt des HSV in Leverkusen. Da darf dann – in meinen Augen – ein Klub-Boss sehr wohl schon mal ein wenig verärgert durch die Welt laufen – auch durch eine „Matz-ab-live“-Sendung natürlich. Alle diejenigen, die sich diese Sorgen aber um Jarchow und uns gemacht haben sei nochmals versichert, dass der Herr Jarchow unserem Blog („Matz ab“) sehr wohl gesonnen ist – der Chef liest nämlich mit.

Ich wünsche nun allen Matz-abbern und ihren Lieben noch einen schönen dritten Advent, auch wenn nicht mehr ganz so viel davon übrig geblieben ist.

PS: Dortmund führt zurzeit in Sinsheim gegen Hoffenheim mit 3:1. Trotz der großartigen Gegenwehr der TSG.

17.07 Uhr

225 Reaktionen zu “Eine Zugfahrt, die ist lustig . . .”

  1. The_MaXX sagt:

    @ slobo … du hast mit deinen aussagen recht – nur eins vergisst du: die siege gegen dortmund udn hannover waren auch dem glück gezollt.. und die niederlage gegen düsseldorf… war m.E. eher pech als “verdient”…. nürnberg .. das war nichts….

    nun denn.. ich bin zufrieden, und guter dinge, dass die rückrunde mehr und mehr gute spiele ..sehenswerte HSV Spiele parat hält – dank Fink ;-) ….. und hoffenltich auch dank eines gesunden freistoss-direktverwandelnden VDV

  2. Bubi Hönig sagt:

    Zitat renzo: “Also künftig etwas mehr Respekt, Herr Kieler HSV-Fan. Sonst komme ich mal von Marina-Wendtorf zu ihnen herüber geschwommen und wir üben das!”
    ##
    Klasse renzo. Ein absolutes Novum, dass endlich mit Bloggern geübt werden soll. Ich sehe darin auch nicht die Gefahr einer versuchten Gleichschaltung, sondern eher einen richtungsweisenden Auftakt zur Qualitätsverbesserung einiger, oder aller Blogbeiträge! Das ist toll, das ist klasse, das hat Niveau. Und das ist, da lege ich mich schon jetzt fest, ein Meilenstein dieses Blogs! Viva renzo!!

  3. Der Meller sagt:

    Fantastisch! Sensationell!

  4. slobocop sagt:

    und hoffenltich auch dank eines gesunden freistoss-direktverwandelnden VDV
    +++
    wann hatten wir eigentlich den letzten direkt erzielten treffer mit einem freistoss? petric?

  5. renzo sagt:

    Bubi Hönig sagt:
    17. Dezember 2012 um 14:26

    “Klasse renzo. Ein absolutes Novum, dass endlich mit Bloggern geübt werden soll. Ich sehe darin auch nicht die Gefahr einer versuchten Gleichschaltung, sondern eher einen richtungsweisenden Auftakt zur Qualitätsverbesserung einiger, oder aller Blogbeiträge! Das ist toll, das ist klasse, das hat Niveau. Und das ist, da lege ich mich schon jetzt fest, ein Meilenstein dieses Blogs! Viva renzo!!”
    __________________________________________________________________________
    Lieber Bubi Hönig, ich möchte dir entgegnen: Klasse Bubi. Dein post ist ein absolutes Novum an Humorlosigkeit, nicht verstehen eines Spaßes, den selbst ein professioneller Griesgram erkennen würde. Ein Meilenstein der Tristesse dieses Blogs. Viva Bubi!

  6. Marronniers sagt:

    Jetzt laßt doch den Bubi in Ruhe. So wie unser Trainer sich an der Raute versucht, um mal was Anderes zu machen, versucht sich der Bubi als souveräner Meister der Ironie. Daß das nicht sofort klappt, ist doch nur verständlich. Man muß halt üben, üben und nochmals üben. Der Bubi sollte da eine faire Chance bekommen.

  7. Mustang sagt:

    @renzo 13:45 (Ergebnisse einfordern?)
    .
    Zuhause gegen Nürnberg und auswärts chancenlos in der ersten Pokalrunde gegen den KSC sodann in der Liga gegen Düsseldorf zu verlieren hätte nicht sein dürfen, da gebe ich Dir recht. Mit den Niederlagen in Bremen und Leverkusen sowie zuhause gegen die Bayern und Stuttgart müssen wir uns indessen erstmal beschäftigen und abfinden.
    .
    Ein Spielsystem wird ja langsam sichtbar, aber noch kein Umschalten auf gefährlichen Konterfußball – gerade in Auswärtsspielen und gegen dominante Gegner in der Imtech-Arena wie die Bayern oder Stuttgart. Habe ich alles gestern sehr viel ausführlicher kommentiert (11:57, 15:32), muss jetzt hier nicht wiederholt werden. Auch Spieleröffnung von hinten heraus und Aufbau- sowie Flügelspiel, alles schon x-mal besprochen. Ich traue es TF und Stab durchaus zu, diesen nächsten Schritt in der Vorbereitung auf die Rückrunde zu gehen.

  8. Prof. Vitzliputzli sagt:

    slobocop sagt:
    17. Dezember 2012 um 14:32

    und hoffenltich auch dank eines gesunden freistoss-direktverwandelnden VDV
    +++
    wann hatten wir eigentlich den letzten direkt erzielten treffer mit einem freistoss? petric?
    ____________________________________
    Hm…spontan fälltl mit dieses ein:
    http://www.youtube.com/watch?v=hkuH6PjaNxE
    .
    Aber danach folgten mit Sicherheit noch einige… ;-)

  9. slobocop sagt:

    prof, das tor hatte ich auch in erinnerung, wusste aber nicht mehr, in welchem spiel es war. danke. ich glaube fast, es war das letzte.

  10. Eisenwilli sagt:

    Mein persönliches Fazit:
    .
    Trotz erheblicher Aufwendungen In der letzten Transferphase ist es dem HSV nicht gelungen, Ruhe und Stabilität ins Spiel zu bringen. Die Abwehr ist per se nicht besser geworden, sondern es ist einzig Rene Adler zu verdanken, dass wir nicht mehr Gegentore kassiert haben und dadurch Spiele verloren. Ohne ihn stünden wir nämlich genau da, wo wir letztes Jahr auch standen. Dass mit ihm und Van der Vaart zwei Identifikationsfiguren zu uns kamen war das große Glück des HSV-Vorstandes, der dadurch noch einmal mit seinen Missständen aus der Schusslinie geriet. Dass durch diese beiden Spieler – und natürlich des tollen Badelj – auch so etwas wie Spielkultur Einzug hielt, tat – zunächst – der gesamten Mannschaft gut. So konnte sich auch Westermannn besser einfinden und zu einer gewissen Stärke finden. Ein Arslan wuchs ebenfalls, genauso wie Mancienne.
    .
    Allerdings sind unsere IV noch meilenweit davon entfernt, beispielsweise das Niveau des Dortmunder Duos Sobotic, Hummels zu erreichen. Viel zu einfach lassen sie sich immer noch austanzen, wenn es mal schnell zur Sache geht im Strafraum. Grade Leverkusen hatte diese Schwäche noch einmal richtig deutlich aufgezeigt. Dass wir gegen Dortmund und Hannover nicht verloren hatten, grenzte an ein echtes Wunder, oder eben – wie eingangs gesagt – trägt den Namen Rene Adler.
    .
    Inzwischen kommt es mir sogar vor, dass man es sich bequem gemacht hat, da hinten, dass man sich total auf unseren Torwart verlässt, und wieder mit dieser völlig unangebrachten Lässigkeit hantiert.
    Das Paradebeispiel ist der Spieler Aogo. Seit Jahr und Tag ärgert der mich nun schon mit dieser provokanten Lässigkeit. Er antizipiert, heißt es so schön. Für mich heißt das nur noch: Arroganz! Wie viele Ecken und Freistöße will man ihn noch schießen lassen? Torgefahr gleich null!
    .
    Unser gesamtes Mittelfeld strahlt viel zu wenig Torgefahr aus. Einzig Van der Vaart gelang ein Treffer. Da hatte ich mir doch deutlich mehr erhofft. Zumal Badelj, Arslan und Jiracek wirklich einen strammen Schuss besitzen und schon viele Tore geschossen haben in der Vergangenheit… in anderen Vereinen.
    .
    Es gibt ganz sicher Spieler, die sich für den HSV den Ar…. aufreißen würden. Rudnevs zähle ich dazu, unbedingt, genauso wie Dieckmeier und auch Arslan, auch Westermann, ganz klar, vermutlich würde dies sogar Paul Scharner machen…und zwar bis ans Limit, doch was passiert?
    .
    Es ist dieser Virus, der den HSV befallen hat, und dieser Virus heißt: Arroganz.
    Er fängt bereits in der Führungsetage an. Sie weigert sich hartnäckig die Zeichen der Zeit zu erkennen. Aus altem Traditionsbewusstsein? Aus Unfähigkeit? Aus Selbstgefälligkeit? Oder aus Eitelkeit?
    .
    Neuen, guten Spielern werden mit tollen Versprechungen der HSV schmackhaft gemacht, doch sind sie erst mal hier, leiden sie alle unter einem unerklärbaren Leistungsabfall. Sehen viele Spieler den HSV nur als eigenes Schaufenster, um sich für ihre Nationalmannschaften ins Gespräch zu bringen, oder liegt dies noch ganz woanders begraben?
    .
    Meine Vermutung ist die, dass die Weltstadt Hamburg mit ihrem Dino eine Art Blendwerk vorgaukelt, die grade Spielern wie Badelj und van der Vaart irgendwann auch wieder die Lust nehmen wird, sich hier anzubieten. Nur wegen seines Umlandes ist der HSV überhaupt in der Lage, solche Spieler zu verpflichten. Es ist im Grunde ein Unding, dass hier permanent gejammert wird, man hätte kein Geld, 6,6 Millionen Euro Schulden lähmen den Verein. Das ist doch ein Witz! Das sind Peanuts im big Business.
    .
    Der HSV hält nicht das, was uns (und auch den Spielern) hier vorgegaukelt wird. Armin Veh hat dies erkannt, genauso wie wohl auch Bruno Labadia oder Thomas Doll. Es sind keine schlechten Trainer, es herrscht ein krasses Missverhältnis zwischen Anspruch und Realität. Wir sind was besseres, wir sind die coolen Hanseaten, wir sind der Weltstadtverein. DAS wird suggeriert. Arnesen verkauft dieses Image recht gut, schafft es tatsächlich, dass Spieler wie Badelj, Rudnevs und Adler bei uns anheuern, doch wird dieser große Club von einem Haufen Laien regiert. Und ich bin fest überzeugt davon, dass die Spieler dies sehr genau spüren und sich diese Führungsschwäche – ja, ich sage dies bewusst so – sich auch in ihren Köpfen einschleicht.
    .
    Wenn sie nun nicht aufpassen, wird der Van der Vaart Deal sehr schnell verpufft sein und auch die anderen Spieler wieder anstecken und nach unten ziehen. Sich ausschließlich nur auf Rene Adler zu verlassen, ist absolut trügerisch.
    .
    So ist es kein Wunder, dass Clubs wie Freiburg, Mainz, Frankfurt oder mit Abstrichen auch Nürnberg sich so hartnäckig halten, sogar nun auch oben mitspielen. Ganz und gar nicht wundert mich der Absturz von Hoffenheim. Der ist schon fast vergleichbar mit dem des HSV vor einem Jahr.
    .
    Hoffnung macht mir indes, dass sich in der Rückrunde – wenn ALLE wieder an Bord und fit sind – sich noch etwas zum Positiven verändert und endlich auch so etwas wie Spielkultur entsteht.

  11. slobocop sagt:

    ich meine natürlich in einem pflichtspiel. gegen irgendwelche sechstligisten gab es in den testkicks sicherlich auch mal direkte freistosstore.

  12. Bubi Hönig sagt:

    Ach renzo, ich fand meinen Text eigentlich ganz lustig. Schade, dass er bei Dir und Anderen offenbar nicht ganz so angekommen zu sein scheint. So what… :mrgreen:

  13. renzo sagt:

    Eisenwilli sagt:
    17. Dezember 2012 um 14:52

    “Der HSV hält nicht das, was uns (und auch den Spielern) hier vorgegaukelt wird. Armin Veh hat dies erkannt, genauso wie wohl auch Bruno Labadia oder Thomas Doll. Es sind keine schlechten Trainer, es herrscht ein krasses Missverhältnis zwischen Anspruch und Realität. Wir sind was besseres, wir sind die coolen Hanseaten, wir sind der Weltstadtverein. DAS wird suggeriert.”
    __________________________________________________________________________
    Deinen post finde ich überwiegend richtig, nur die obige Passage habe ich nicht verstanden. Bist du der Meinung es gäbe weniger Probleme, wenn der Verein klein geredet wird? Ich bin da anderer Meinung. Anstatt die Bewertung des Vereins der Qualität seiner Protagonisten anzupassen sollte man umgekehrt dafür Sorgen, das die Protagonisten der Bedeutung des Vereins gerecht werden. Der HSV ist und bleibt ein Verein mit weltweiter Anerkennung. Wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind, sonst kommen wir nie dahin, wo wir eigentlich stehen müssten.

  14. renzo sagt:

    Bubi Hönig sagt:
    17. Dezember 2012 um 15:03
    “Ach renzo, ich fand meinen Text eigentlich ganz lustig. Schade, dass er bei Dir und Anderen offenbar nicht ganz so angekommen zu sein scheint. So what…”
    __________________________________________________________________________
    Ach Bubi, wenn du das im nachhinein so darstellen möchtest, so what…Ich überlege aber, ob ich künftig diese kleinen kindischen Smileys hinzufügen sollte, damit du auch mitkriegen kannst, wenn ein Scherz gemacht wird.

  15. illuminatus sagt:

    Wenn die Kickernoten eine Relevanz haben sollten, geht der Tabellenplatz in Ordnung!
    .
    http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article112062774/Halbjahreszeugnis-So-schlugen-sich-die-HSV-Profis.html

  16. Eisenwilli sagt:

    @ renzo sagt:
    17. Dezember 2012 um 15:11
    Eisenwilli sagt:
    17. Dezember 2012 um 14:52
    __________________________________________________________________________
    Deinen post finde ich überwiegend richtig, nur die obige Passage habe ich nicht verstanden. Bist du der Meinung es gäbe weniger Probleme, wenn der Verein klein geredet wird? Ich bin da anderer Meinung. Anstatt die Bewertung des Vereins der Qualität seiner Protagonisten anzupassen sollte man umgekehrt dafür Sorgen, das die Protagonisten der Bedeutung des Vereins gerecht werden. Der HSV ist und bleibt ein Verein mit weltweiter Anerkennung. Wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind, sonst kommen wir nie dahin, wo wir eigentlich stehen müssten.
    .
    .
    nein, ganz und gar nicht bin ich der meinung, man sollte den verein klein reden. eher ganz im gegenteil. ich bin auch der meinung, dass der HSV ein weltstadtverein ist (da er ja in hamburg beheimatet ist), einzig das management bekommt es nicht geregelt, auch entsprechend sich diesem niveau anzupassen. ich will nicht wieder vergleiche ziehen zu anderen vereinen, die dies sehr wohl hinbekommen haben und die liga dominieren, doch zeigen diese clubs sehr deutlich, wie man es machen muss.
    .
    der HSV ist von seinem potential her sehr wohl auch in der lage dazu, doch wollen sie es anscheinend nicht hinbekommen, aus welchen gründen auch immer.

  17. Bubi Hönig sagt:

    renzo, es überrascht mich wirklich total, dass Du nun wohl doch nicht das Coaching für unseren Kieler Freund übernehmen willst. Ich weiß nämlich, dass der da ganz scharf d`rauf (gewesen) wäre…

  18. Aradia sagt:

    @ Slobo…sehr gute Fachkenntnis. Daher nur logisch was du schreibst.
    .
    @ Raute, ich würde mir auch endlich auf der Trainerposition Ruhe wünschen.
    Ich hetze nicht sondern erkenne, auch mit Fernglas, keine Fortschritte.
    Diese Saison haben wir schon wieder das Glück das es 3 Mannschaften
    gibt die sich vor Schwäche kaum auf die Füsse halten können.
    Leider wird nie der, den ich mir wünsche, Trainer.
    Meine Richtung liegt mehr bei den Erfahrenen.
    Gross, Jol, Huub usw.
    Keine Lehrlinge oder unerfahrende Trainer.
    Nach Jol ging es los.
    Jeder hatte unseren HSV als Gesellenprüfung gesehen.
    Die Meisterprüfung ist schon schwerer.
    Unser Bruno fing dann mit den Visionen an.
    Ja Barcasystem fand er gut, und Hoffi derzeit auch.
    Also mussten unsere Brauereipferde jetzt Rennpferde werden.
    Dass die alten Gäule zusammenbrachen so um diese Saisonzeit, lag nicht
    am Hafer sondern daran dass sie das nicht konnten.
    Da Bruno dies nicht begriff musste er gehen.
    Ja und dann, was wurde hier geschrieben und gewünscht.
    Wir haben immer wieder die gleiche Hausmannskost bekommen.
    Nun ist das Barcasystem Wirklichkeit, aber immer noch mit
    den falschen Pferden.
    .
    Ich habe mir diesen Trainer nicht gewünscht und daher das Recht
    zu kritisieren, wie diese auch Fans über die Medien Kompetenz absprechen.
    Mir geht es um den HSV.
    Trainer kommen und gehen.

  19. Rehbusch sagt:

    Akzeptiert doch endlich, dass Fink dem Verein helfen will.

  20. slobocop sagt:

    bremen (IV) und leverkusen (stürmer) vermelden bereits die ersten winterneuzugänge. bei ersteren umso beachtlicher, da sie ja momentan gar keinen sportchef haben. trotzdem wurde offenbar im hintergrund gearbeitet und es werden fakten präsentiert. ich bin mal gespannt, wann bei uns die ersten abgänge der streichkandidaten eingetütet werden. da ja durch die begnadeten aussagen der sportlich verantwortlichen mal wieder gott und die welt wissen, dass wir unbedingt verkaufen müssen, wird es sich sicherlich ähnlich lange hinziehen wie im sommer. aber keine panik, der transfermarkt kommt eh erst mitte/ende januar erst is rollen, wenn die ganzen großen verein sich bedient haben. :mrgreen:

  21. Aradia sagt:

    @ Liebe Grüsse an unseren Parallelblog wo sich die schwarzen Gesellen tümmeln.
    .
    So viel Wissen, eingesperrt in einem Blög-chen.
    Boh eh voll krass Alder. :mrgreen:
    .
    Frohe Weihnachten…Trapper.

  22. jouluvaimo sagt:

    @aradia

    also wenn bruno oder fink das barcasystem spielen bzw spielten hab ich wohl andere spiele gesehen.
    btw haben wir in der anfangszeit unter bruno den wohl besten fussball der letzten 15 jahre gespielt. dann kam eine wirklich unsägliche verletztenmisere. darausfolgend misserfolge und das übliche gezeter der presse und fangemeinschaft.
    wie immer also man macht sich selbst kaputt. typisch hamburg, typisch hsv.
    und wie erfolgreich trainer wie huub und co derzeit mit deutlich stärkeren teams als dem hsv sind sieht man ja. nen fussballverhinderer wie huub ist sicher toll um eine mannschaft zu stabilisieren aber dauerhaften attraktiven und erfolgreichen fussball wirds da nicht geben.

  23. Lars49 sagt:

    Es ist wirklich kaium zu glauben. Da zieht der Fink wirklich das Argument mit der Bahnfahrt hoch – laut MoPo jedenfalls. Dass er rhetorisch unbegabt ist, sei’s drum, so lange er seine Fußballer erreicht. Aber diese Tirade wegen der Bahnfahrt ist einfach nur dumm. So kann man sich auch seinen Ruf verschlechtern.
    Immerhin hat Jarchow vernünftig reagiert, indem er die Logik Bahnfahrt-schlechte Leistung in Leverkusen schlicht zurückgewiesen hat.

  24. Prof. Vitzliputzli sagt:

    Lars49 sagt:
    17. Dezember 2012 um 17:46
    _____________________________
    Es gibt O-Töne nach dem Spiel sowohl bei der ARD, als auch bei Sky.
    Die Printmedien haben das dankbar übernommen…