Monatsarchiv für Dezember 2012

Der Hammer: Tesche und Kacar aussortiert ***ERGÄNZT von Scholle, 3.53 Uhr***

31. Dezember 2012

Das war Premiere. Am 31. Dezember war ich noch nie bei einem HSV-Training. Aber diesmal. Und lausig kalt war es, stürmisch dazu. Dass sich jedes Flugzeug, das sich über den Volkspark hinwegquälte, oben hielt, ist irgendwie immer wieder ein kleines Wunder. Dass mein rechtes Ohr nicht abgefallen ist, auch. Weil von rechts dieser schlimme Wind, der eigentlich ja schon ein Orkan ist, kam. Egal. Die HSV-Spieler, die gestern ihren Laktattest schon hinter sich gebracht hatten und deswegen heute für fast zwei Stunden auf den Acker mussten, um zu ackern, mussten diese schlechten äußeren Bedingungen ja auch überstehen. Und ich kann versichern, es hat auch ein jeder überstanden. Und wenn ich vom 31. Dezember – und noch nie – geschrieben habe: Co-Trainer Frank Heinemann kam mir, als er den Trainingsplatz abschloss, entgegen und sagte: „Ein frohes neues Jahr – ach, Mann, ist ja noch gar nicht so weit. Ich wünsche einen guten Rutsch. Ein frohes neues Jahr habe ich gestern schon immer in der Kabine gesagt – aus Macht der Gewohnheit. Weil es doch ungewöhnlich ist, dass die Winterpause noch im alten Jahr beendet wird . . .“ Stimmt. Aber watt mutt, datt mutt.

Und wo ich gerade schon mal dabei bin:

Ich wünsche allen Matz-abbern und ihren Lieben einen wunderschönen, nicht allzu stürmischen Rutsch ins neue Jahr, und dann für 2013 alles erdenklich Gute. Vor allem Gesundheit. Und dazu Erfolg im Job und im Privatleben, dass jeder absolut zufrieden oder sogar glücklich ist. Und dass, das kommt natürlich noch hinzu, der HSV allen seinen Fans und Anhängern in diesem Jahr endlich einmal mehr Freude bereitet, als Verdrossenheit. Ich drücke die Daumen – und bin, was den Aufschwung des HSV betrifft, durchaus optimistisch. Sehr sogar. Die Weichen für mehr Erfolg(e) sind gestellt, nun müssen es die Angestellten nur noch umsetzen. Aber wer mich fragt, der bekommt in diesen Tagen stets zu hören: „Ihr werdet es sehen, der HSV wird 2013 eine bessere Rolle spielen, als in den Jahren zuvor. Davon bin ich restlos überzeugt.“

Und irgendwie scheinen ja auch die meisten Verantwortlichen im Klub gelernt zu haben. Jedenfalls werden in den letzten Stunden des Jahres 2012 noch – in meinen Augen – sehr gute, vor allen Dingen richtungsweisende Maßnahmen getroffen. Weil alle, na ja, fast alle, inzwischen begriffen haben, dass es so ja auch nicht weitergehen darf. Neue Männer braucht das Land – so hieß ja einst ein deutscher Schlager, aber beim HSV wird es bekanntlich keine neuen Männer geben. Soll heißen, dass es in diesem Winter (zu 99 Prozent) keinen einzigen neuen Spieler mehr geben wird. Wozu auch? Der HSV hat eine perspektivisch sehr gute Mannschaft. Die muss sich nun zusammenraufen und es zeigen, wie gut sie tatsächlich ist. Und zu eventuellen Neueinkäufen hat Trainer Thorsten Fink gesagt: „Es wird die deswegen nicht geben, weil wir die Mittel dazu gar nicht haben.“ Ist schon klar. Inzwischen haben auch das die meisten (Fans) schon kapiert.

Aber zurück zu den neuen Maßnahmen, die jetzt noch getroffen wurden:

Irgendwie erwartet, vielleicht von vielen Anhängern sogar erhofft, ist folgende Entscheidung: Robert Tesche wird am Mittwoch nicht mit nach Abu Dhabi fliegen. Der Mittelfeldspieler wurde – so nenne ich das mal – „aussortiert“. Weil, so sehe ich das, er irgendwie doch „über ist“. Er hat es noch nicht bemerkt, der HSV jetzt aber (endlich) doch, und deswegen bleibt der 25-jährige ehemalige Bielefelder in der Heimat, während sich die Kollegen in der Sonne auf die Rückrunde vorbereiten. Vielleicht, und so werte ich das einmal, ist es auch ein letztes Zeichen an Tesche, sich in dieser Wechselperiode doch noch einen neuen Verein zu suchen. Statt den Renten-Vertrag beim HSV in aller Stille nur auszusitzen. Eventuell trägt ja diese harte Maßnahme (so sehe ich das mal) dazu bei, dass Tesche die Augen geöffnet werden. Er hat in Hamburg keine fußballerische Zukunft mehr, weil der HSV erstens genügend Mittelfeldspieler hat, und zweitens einige jüngere und talentiertere Mittelfeldspieler nachrücken, von hinten Druck machen. Zum Beispiel Matti Steinmann (wird am 8. Januar 18 Jahre alt) und Christian Nörgaard (18). Abschließend stelle ich in Sachen Tesche fest: Er hat hier genügend Chancen von allen Trainern bekommen, auch von Thorsten Fink, aber er hat diese Chancen nicht nutzen können. Nun überholt ihn seine Situation – auch das ist im Profi-Fußball nichts Außergewöhnliches, aber es gibt mit Sicherheit auch schönere Facetten des Sports.

Die zweite Maßnahme: Gojko Kacar, der mit Hannover 96 über einen Vereinswechsel verhandelt, wird ebenfalls nicht mit ins Trainingslager fliegen. Gestern erschien Kacar (wird am 23. Januar 26) zum Trainingsauftakt noch mit einem rauschigen Vollbart, heute war er glatt rasiert wie ein Baby-Popo – der Bart ist ab. Vielleicht sein Zeichen an Hamburg, dass er sich mit einem Wechsel an die Leine schon arrangiert hat. Genügend Zeit, um seine Situation beim HSV zu überdenken, hat er nun allemal, und genügend Zeit, um mit den Niedersachsen zu verhandeln, bleibt ihm nun auch noch. Es ist wohl das richtige Zeichen, das der HSV ihm mit dieser Nichtteilnahme an der Abu-Dhabi-Reise gegeben hat. Die Zeichen stehen eindeutig auf Trennung. Und das dürfte nicht nur für den HSV von Vorteil sein, sondern auch für Kacar, der bei 96 endlich wieder einmal aufblühen könnte. Dort wollen sie ihn, dort hat er eine neue Aufgabe – oft ist das hilfreich in diesem schwierigen Geschäft.

Insgesamt bedeuten diese beiden Fälle für mich, dass es beim HSV ab sofort härte Zeiten geben wird. Nicht nur für alle Abteilungen, sondern ab sofort auch für die Profis. Es wird härter und professioneller – der richtige Weg. Nur in Watte packen geht eben nicht. Und ist hier schon viel zu lange geschehen.

Kurz noch zum heutigen Training. Es wurde (ohne Thorsten Fink, der die Tests drinnen leitete) alles mit dem Ball gemacht, zum Schluss auch noch das obligatorische Abschlussspielchen. Bei diesem gefiel mir – auch das muss mal gesagt werden – Zhi Gin Lam sehr gut, der nicht nur einige Tore erzielte, sondern auch gut verteidigte. Überwiegend rechts. Ein Hinweis darauf, dass er – falls Jeffrey Bruma doch noch gehen würde – rechts ein Ersatz (oder Vertreter) für Dennis Diekmeier benötigt werden würde? Wie gesagt, Lam machte das heute sehr, sehr ordentlich. Auffällig an dieser Einheit ebenfalls: Sven Neuhaus war der lauteste Mann auf dem Rasen, er dirigierte seine Vorderleute und motivierte sie unheimlich engagiert. Gefiel mir. Das schönste Tor des Tages schoss Jacopo Sala, der den Ball an Neuhaus vorbei in den oberen linken Torwinkel zirkelte. Ein „Tor des Monats“, es erhielt von Fans und den Kollegen viel Beifall, eigentlich hätte der Italiener danach vom Platz gehen können, besser geht nämlich nicht. Und dann soll, es wurde mir nur von „Gobi“ berichtet, Michael Mancienne eine neue Frisur haben. Ohne Zopf. Sage ich unter Vorbehalt, weil die meisten Spieler heute – wegen des Orkans – Mützen trugen, sodass die Haarpracht nicht zu erkennen war.

Nicht zu sehen waren heute zudem einige Spieler, die in den Katakomben der Arena ihre Tests zu absolvieren hatten. Der erste Mann am frühen Morgen war Heung Min Son, der bereits um acht Uhr auf der Matte zu stehen hatte. Bis nachmittags um drei Uhr sollen diese Tests gehen, danach wird es dann auch Zeit, sich auf die Silvester-Fete vorzubereiten. Oder? Übrigens: Petr Jiracek lief mit Reha-Coach Markus Günther durch den Volkspark, und Rene Adler lief allein um das Stadion herum (durch den Wald). Weil er über Weihnachten ein wenig erkältet war. Adler wurde, das nur ganz nebenbei, von den Kollegen der Bundesliga zum besten Torwart der Hinrunde gewählt (im Kicker). Eine tolle Wahl, zu der ganz Hamburg sicher nur zustimmend nicken wird.

So, nun bin ich am Ende für dieses Jahr. Es hat mir in diesen zwölf Monaten wesentlich mehr Spaß gemacht, für den „Matz-ab-Blog“ zu schreiben, weil mir das Moderatoren-Team in den meisten Fällen den Rücken frei gehalten hat. Dafür ganz, ganz herzlichen Dank. Und dazu ein Dank an alle, die sich für diesen Blog stark gemacht haben, die sich teilweise Kratzer und auch blaue Augen geholt haben, um diese gute Idee zu verteidigen. Dazu mein besonderer Dank vor allen Dingen an die weiblichen Matz-abber – ihr seid klasse! Danke, danke, danke – an alle. Auch an jene, die ich gestern und heute beim Training traf, die mich ansprachen und sich bei mir (und “Scholle”) für diesen Matz-ab-Blog bedankt haben. Es gibt ja so viele Leute, die hier nur lesen, aber nicht schreiben – und auch keine Kommentare (mehr) an sich heran lassen . . .
Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg – wie auch der HSV. Und wer die Matz-ab-Neujahrsansprache noch nicht gesehen hat, der sollte sich diese zehn Minuten durchaus mal gönnen, denn ich verrate dabei einige höchst interessante Zahlen. Zahlen, die ich so nicht geahnt und auch nicht für möglich gehalten hätte. Auch dafür an dieser Stelle noch einmal meinen ganz herzlichen Dank.

Und nun wünsche ich euch eine wunderschöne Feier. Haut rein!

Alles Gute in 2013 für euch!

Es grüßt euch Dieter (der das auch im Namen von „Scholle“ sagt).

***ERGÄNZUNG: Und Das macht der Scholle gern auch noch persönlich. Ich bedanke mich für ein sehr intensives, interessantes, kontroverses aber immer auch konstruktives Jahr im Blog und wünsche mir für 2013, dass es genau so weitergeht. Bleibt dabei, bleibt so kritsich, bleibt so fruendlich und bleibt so kreativ – aber vor allem: belibt gesund! LG, Scholle****

15.11 Uhr

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