Monatsarchiv für November 2012

Lotto und Hilke bei Matz ab live

23. November 2012

Liebe Matz-abber

ein Versehen, aber jetzt wird es doch noch – quasi in letzter Minute – veröffentlicht:

Natürlich gibt es auch nach dem heutigen Spiel in Düsseldorf ein “Matz-ab.-live” aus dem “Champs” in Schnelsen (Burgwedel). Wir wollen nachdem Schlusspfiff zeitnah auf Sendung gehen.

Unsere Gäste sind heute das HSV-Vorstandsmitglied Joachim Hilke und “Lotto King Karl”, der zum vierten Mal dabei ist (Rekordhalter!). Das Duo Hilke/Lotto war vor Wochen schon einmal geplant, dann aber musste der HSV-Mann einige Stunden vorher doch noch absagen. Heute wird das nun nachgeholt, ich wünsche euch viel Spaß dabei.

AKTUALISIERT: Fink setzt auf Berg statt Rudnevs in Düsseldorf

22. November 2012

Was soll er auch groß sagen? Als Dennis Diekmeier heute zu uns in die Runde kam, war allen klar, dass es taktisch und auch generell zum Spiel in Düsseldorf nicht mehr viel zu sagen gibt. Kompakt stehen, die Null halten, gegnerische Konter vermeiden und selbst seine Angriffe effektiv nutzen – alles schon gesagt. „Wir wissen selbst, dass sich alles wiederholt. Denn wir müssen auch in Düsseldorf wieder an unsere Grenzen gehen. Ansonsten wird es nichts. Das Einzige, was sich nicht wiederholt sondern verbessert, ist dann der Tabellenplatz.“ Und das Selbstvertrauen. Ob die Mannschaft ob der jüngsten Erfolge an Selbstsicherheit gewonnen hat? „Wir stehen hinten sehr gut. Wir wissen, dass wir die Null halten können. Zudem wissen wir, dass wir vorn immer für ein Tor gut sind. Wie gegen Mainz. Und so kann man jedes Spiel gewinnen. Das gibt einem schon ein besseres Gefühl.“ Dennoch gehören Siege nicht zum Selbstverständnis dieser Mannschaft. Was auch ein Vorteil sein kann. „Der Grat zwischen sicher sein und Überheblichkeit ist sehr schmal“, sagt Sportchef Frank Arnesen, „und wir sind noch auf dem Weg. Das ganze Gebilde ist noch sehr fragil. Wir müssen uns erst noch festigen. Und dafür müssen wir die nächstens eineinhalb Monate nutzen. Wir müssen den Moment so lange festhalten, wie es nur irgendwie geht. Deshalb ist es gar nicht schlimm, wenn sich alle noch ein paar Wochen daran erinnern, woher wir kommen.“

Stimmt.

Ich weiß nicht mehr genau, wer es mir vorwerfen wollte, aber die Tatsache, dass der HSV für eine Nacht auf einen Europa-League-Platz vorrücken könnte, hat weder bei mir noch bei irgendwem sonst im HSV eine übermäßige Euphorie ausgelöst. Es ist schlichtweg ein Fakt. „Natürlich war das vor ein paar Wochen für uns hier fast undenkbar“, sagt Diekmeier, „aber es ist für uns heute auch nicht mehr als ein Antrieb, weiter und immer wieder 100 Prozent zu geben.“ Schließlich, und das fügt Diekmeier hinzu, kommen nach Düsseldorf mit Schalke, Wolfsburg und Leverkusen noch drei Teams, die sich in Topform befinden. „Deswegen sollten wir zunächst das nächste Spiel gewinnen. Danach könnten wir uns zumindest diesen Spieltag gemütlich von der Couch ansehen.“

Das hätten sie sich dann auch verdient. Und auch für Sportchef Frank Arnesen würde ein Sieg in Düsseldorf die Arbeit erleichtern. Noch immer muss der Sportchef versuchen, im Winter Einsparungen in Höhe von mindestens 6,4 Millionen Euro zu erzielen. Soll heißen: Spielergehälter einsparen und Transfersummen erlösen, die zusammen den betrag ergeben. Am besten sogar noch etwas mehr, um im Winter für den Angriff noch mal nachzulegen. „Wir haben eine klare Vorgabe vom Aufsichtsrat und haben die Zahlen intern besprochen. Daran halten wir uns.“ Soll heißen: es muss verkauft werden. „Gute Leistungen machen unsere Spieler interessanter“, so Arnesen, wissend, dass sich die Topklubs dann eher für die Stamm- und weniger für die Reservespieler interessieren werden. „Wir wollen keinen Spieler abgeben, der uns besser macht. Aber um Angebote ablehnen zu können, müssen wir finanziell gesund sein. Die finanzielle Situation wird immer entscheidend sein.“ Und da habe der HSV aktuell noch einen langen Weg vor sich. Ob es aktuell schon Angebote für Spieler gibt? „Es kommen immer wieder Berater, die mir von interessierten Klubs berichten. Aber noch nichts Konkretes“, so Arnesen, der hofft: „Aber das wird spätestens Anfang Dezember losgehen.“

Auf der internen Streichliste stehen weiterhin die bereits häufiger genannten Kandidaten Slobodan Rajkovic, Robert Tesche, Per Skjelbred, Jaroslav Drobny und Marcus Berg. Letztgenannter feiert nun in Düsseldorf etwas überraschend seine Startelfrückkehr. Berg ersetzt in Düsseldorf Rudnevs. Zuletzt stand der Schwede am ersten Spieltag gegen Nürnberg beim 0:1-Auftakt in der ersten Elf. Jetzt kann sich der Schwede empfehlen. In- wie extern. „Der Trainer hat mich gefragt und ich habe ihm gesagt, dass ich topfit bin. Ich habe diese Woche gut trainiert“, so Berg, der heute im Abschlussspiel für die A-Elf auflief. „Wir haben in den nächsten Wochen drei Spiele. Da ist das sicher eine Überlegung“, versuchte Fink eine klare Antwort zu umgehen.

Ähnliche Worte wählte der Chefcoach heute auch im Abschlusstraining. Da mahnte er: „Wir haben in der nächsten Woche drei Spiele – also seid motiviert und bleibt dran. Ihr könnt euch her im Training empfehlen. Jeder kann eingewechselt werden.“ Dass er nur ein paar Minuten später das Trainingsspiel unterbrach und mehr Einsatz forderte – es spricht (auch) nicht für die zweite Reihe. Allerdings stand heute das Taktische im Vordergrund. Zu intensiv war es nicht. Selbst das Abschlussspiel wurde auf stark verkürztem Feld gespielt.

Klar ist: Düsseldorf muss gewinnen, um den Anschluss an die Klasse sichernden Plätze zu halten. Frank Arnesen ist froh über den Zeitpunkt des Gastspiels in der Esprit Arena. „Am Anfang wäre es hart gewesen. Da lebten die Düsseldorfer noch von der Euphorie, das Jahr zuvor sehr viel gewonnen zu haben. Insofern ist der Zeitpunkt für uns gut.“ Allerdings relativiert sich das auch schnell wieder. „In einer Woche haben wir dafür Wolfsburg. Die wären vor ein paar Wochen vielleicht etwas anfälliger gewesen. Insofern gleicht sich das alles aus.“

Stimmt. Zudem machen derlei Rechnungen meist wenig Sinn.

Über Sinn und Sinnlosigkeit wurde zuletzt auch im Zusammenhang mit der kaputten Stadionuhr diskutiert. Es wurde sogar abgestimmt. Poschmann würde sagen 60 Prozent waren für die Neubeschaffung einer Stadionuhr. Das Ergebnis wurde auf hsv.de veröffentlicht. Dort heißt es: „Durch diese Abstimmung und die zahlreichen Gespräche mit vielen Vereinsvertretern, Mitglieder und Fans haben wir uns dazu entschlossen, eine neue Uhr zu installieren“, gab Vorstand Oliver Scheel bekannt. Im nächsten Schritt sollen nun alle technischen und preisrelevanten Dinge geklärt werden. Wann die Umsetzung im Stadion zu bewundern ist, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich sei aber, dass die neue Uhr zum ersten Heimspiel im Januar in der Nord-West-Ecke wieder installiert sein wird.

Dann, wenn der HSV von Platz sechs aus die Rückrunde angeht. Hoffe ich. Ohne bitte daraus abzuleiten, dass der HSV schon reif für internationale Ränge ist. Im Gegenteil: Dafür fehlt offensiv leider noch zu viel. Das habe ich mehrfach geschrieben. Und das denke ich auch.

In diesem Sinne, dann eben über die Defensive gehen. Spielen wir eben hinten zu Null, und vorne machen wir irgendwie einen. Ist nicht schön, aber eben erfolgreich. Das reicht oft. Huub Stevens hat so schon Titel gewonnen. Ergo: Aogo flankt auf Son, der wiederum auf Berg ablegt. Der Schwede, anschließend umworben von Bayern München, Arsenal London und ganz sicher Liverpool, besorgt den 1:0-Siegtreffer. Der HSV gewinnt, klettert auf Rang zwei der Auswärtstabelle und auf rang sechs im Gesamtranking. Und das durch ein Spiel, in dem der HSV entgegen Finks Forderungen gerade einmal (frei nach Poschi, der mir bitte verzeiht) 33:65 Prozent Ballbesitz hat…

Bis morgen!
Scholle

KURZ NOTIERT:

So könnte der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Manciennen, Westermann, Aogo – Arslan, Badelj – Son, van der Vaart, Beister – Berg.

Jarolim soll wieder zum HSV

Seit drei Wochen steht Frank Arnesen bereits in Kontakt mit David Jarolim. „Wir würden ihn hier mit offenen Armen empfangen. Er würde perfekt zu uns passen. Er ist ein super Vorbild“, so der HSV-Sportchef, der sich in den nächsten drei Wochen persönlich mit dem Ex-HSV-Kapitän treffen will. Dabei wird es um eine Einbindung in das Nachwuchskonzept gehen. „Er könnte bei uns als Trainer fungieren. Allerdings“, schränkt Arnesen ein, „muss Jaro dafür auch erst einmal bereit sein, mit dem aktiven Fußball aufzuhören.“ Das wiederum will der Tscheche (noch) nicht. „Wir werden uns in den nächsten Tagen unterhalten“, so Arnesen, „und am Ende eine gemeinsame Lösung finden. Da bin ich sicher.“

Für eine Nacht Europa League?

21. November 2012

Es gibt so viele Dinge, die keinen Sinn machen. Wie zum Beispiel das 20-Millionen-Euro-Angebot für Heung Min Son. Da spielt der Südkoreaner seine erste halbwegs erfolgreiche – allerdings noch längst nicht konstant gute – Saison, und schon überschlagen sich europäische Topklubs? Zumindest soll das so sein. Liverpool will Son, heißt es! Inzwischen ist aus anfänglich kolportierten zehn Millionen kurzer Hand ein Angebot über 20 Millionen Euro geworden! Und der HSV lehnt ab.

Der HSV lehnt ab? Macht das alles einen Sinn?

Nein! Absolut nicht. Für 20 Millionen Euro würde der HSV Son in Watte verpackt bis in die Umkleidekabine der Reds liefern, um auch ganz sicher zu sein, dass an dem Deal nichts mehr schiefgeht. 20 Millionen wären absolut nicht ablehnbar. Wahrscheinlich wären es nicht einmal die zehn Million, obgleich man mit Son auch gleich zwei, drei neue Werbepartner verpflichtet. Was auch für einen Verkauf spricht: Der HSV ließ trotz derzeit deutlich geringerer finanzieller Nöte schon deutlich arriviertere Spielergrößen ziehen. Rafael van der Vaart beispielsweise ging für 15 Millionen zu Real Madrid, Vincent Kompany für knapp zehn Millionen Euro zu ManCity. Dazu gingen van Buyten, Ujfalusi, Boulahrouz und de Jong einst, weil das jeweilige Angebot nicht abzulehnen war. Das Einzige, was bei der Kiste Son einen Sinn ergibt, ist der Zeitpunkt der kolportierten Angebote. Denn: Dass diese Zahlen unmittelbar im Vorfeld der Vertragsgespräche des HSV mit seinem Talent auftauchen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Zufall! Da wird versucht, einen Preis nach oben zu schrauben. Und das nicht vom HSV.

Aber wohl mit Erfolg. Medien springen auf die Meldung an. Auch wir hier mit dem „MatzAb-Blog“ springen jetzt darauf an, nachdem zuvor im Blog fleißig über Sinn und Unsinn eines Verkaufes diskutiert wurde. Eine Diskussion, an der ich gern ganz kurz teilhaben möchte: Ich würde es ebenso fahrlässig finden, wenn der HSV in der jetzigen Situation ohne Ersatz seinen besten Torschützen verkauft wie den Umstand, eine 20-Millionen-Offerte für den Sükoreaner abzulehnen. Immerhin ist Son eines der größten Talente des HSV – aber in finanziell schwierigen Zeiten sicher alles andere als unverkäuflich. Sportchef Frank Arnesen – und das wird er gemacht haben – ist auf jeden Fall gut beraten, sich schon mal nach vergleichsweise günstigem aber sportlich adäquatem Ersatz umzusehen, sollte tatsächlich mal ein Millionenangebot für Son ins Haus flattern.

Bis dahin allerdings werde ich das Thema Son weitgehend umschiffen – weil es bei derartig viel „Stiller-Post-Fakten“ einfach keinen Sinn macht.

Viel mehr Sinn macht es dagegen, sich mit dem nächsten Spiel zu beschäftigen. Das findet in zwei Tagen in Düsseldorf statt und könnte den HSV wenigstens für eine Nacht in das obere Drittel schieben. Platz sechs, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, wäre mit einem Punkt aus der Düsseldorf-Partie bereits erreicht. Und dass Hannover (in München), Werder (in Wolfsburg) und Mainz (gegen Dortmund) an diesem Spieltag punktlos bleiben, ist längst nicht ausgeschlossen. Ergo: Düsseldorf wird mal wieder ein Schlüsselspiel.

Schon letzte Woche hatten Heiko Westermann, Dennis Aogo, Marcell Jansen und auch Arnesen von einem richtungsweisenden Spiel gesprochen. Und das wiederholte Fink heute – allerdings bezogen auf Düsseldorf am Freitag. Ich hatte geschrieben, dass Mainz der erste Schritt in eine bessere Zukunft werden soll. Und der HSV machte mit einem schmucklosen, glücklichen 1:0 diesen Step. Sportlich zwar allemal nicht, aber ergebnistechnisch.

Zudem hatten zuvor einige Spieler behauptet, der HSV könnte keine Spiele gewinnen, in denen er „ka….“ spiele. „Dass es trotzdem ging, zeigt, dass wir als Mannschaft gefestigter sind. Gerade in der Defensive arbeiten wir besser gegen den Ball. Wir lassen einfach nicht mehr so viele Chancen zu. Das ist das Geheimnis im Moment“, so HSV-Kapitän Heiko Westermann, der sich weiter im Leistungshoch befindet und der hinzufügt, dass es hinter dem angesprochenen Geheimnis noch ein Geheimnis gibt. „Wir haben die Abstände zwischen den Viererketten verbessert und sind eingespielt, weil wir lange Zeit mit einer Formation gespielt haben.“ Und geht es nach Fink, wäre das auch so geblieben. Allein die Verletzung von Marcell Jansen zwingt den HSV-Coach zu einem Wechsel. „Dennis Aogo kommt rein, mehr ändere ich nicht“, so Fink.

Fink konnte heute mit Freude registrieren, dass sich Tolgay Arslan im Training schmerzfrei bewegte und somit auch in Düsseldorf wieder spielen wird. „Arslan kann spielen“, so Fink, der mit einem Sieg Druck auf die tabellarischen Nachbarn ausüben will – der aber zugleich warnt: „Düsseldorf hat jetzt 11 Punkte und ist auf einem Relegationsplatz. Bei einem Sieg wären sie bis auf drei Punkte an uns ran. Man sieht, dass wir eine gute Möglichkeit haben, uns in der Tabelle höher zu schieben. Das müssen wir ausnutzen.“ Insbesondere bei den oben beschriebenen aktuellen Spieltagspaarungen. „Aber es kann alles ganz schnell gehen.“ In beide Richtungen. Umso wichtiger sei es, sich mit einem Dreier erst mal auf lange Sicht von den Abstiegsrängen zu entfernen.

Der Rahmen dafür ist gegeben. Mit einem allseits beliebten Freitagabendspiel. „Als erste Mannschaft zu spielen, abends, und dazu noch unter Flutlicht – das ist das Schönste“, schwärmt Westermann, der den reiz wie folgt erklärt: „Das Stadion ist super, die Atmosphäre stimmt. Und wir legen vor. Als erste Mannschaft des Spieltages. Das ist cool. Das Ganze hat was von internationalem Feeling.“ Stimmt. Immerhin werden einige Millionen Zuschauer das Spiel sehen, das (fußballtechnisch) konkurrenzlos übertragen wird. Mehr als sonst in der Konferenz die Option HSV wählen auf sicher.

Vor allem aber ist es ein Auswärtsspiel – womit sich die Mannen um Westermann momentan deutlich besser zurechtfinden. „Auswärts klappt es besser“, bestätigt Westermann, „vor allem fußballerisch tun wir uns leichter.“ Weil sie dort im Gegensatz zu den Heimspielen nicht das Spiel machen müssen? „Auch“, sagt Westermann, „allerdings haben wir gegen Freiburg bis zum Platzverweis auch das Spiel gemacht. Wir nutzen auswärts besser unsere Räume, wie wir es gegen Mainz auch hätten machen müssen.“ Und da Düsseldorf nach zuletzt sieben sieglosen Spielen (sechs Niederlagen und ein Remis) kommen muss, dürfte es in der gut gefüllten Düsseldorfer Esprit-Arena für den HSV darum gehen, hinten kompakt wie zuletzt zu stehen, um die Kontermöglichkeiten zu nutzen. „Ich rechne mit einer kämpferisch starken Truppe“, sagt Fink, „da werden wir sicher nicht ins offene Messer laufen. Ich habe gesehen, dass Düsseldorf gute und starke Konter fährt.“

Klingt nach einem nicht allzu attraktiven Spiel. Aber okay, jetzt wieder eine Prognose abzugeben, ob das Spiel gut wird oder nicht, ist auch recht sinnlos. Allerdings glaube ich, dass der HSV mit Dennis Aogo hinten links einen Spieler haben wird, der auf seinen Einsatz brennt. Hoffentlich nicht so sehr wie Scharner vor zwei Wochen in Freiburg…

Zum Ende dieses Blogs habe ich noch zwei kleinere Meldungen. Zum einen bin ich in letzter Zeit häufiger (auch von Bloggern) gefragt worden, ob ich an einen Wechsel von Dietmar Beiersdorfer als Sportchef zu Werder Bremen glaube. Meine Antwort war immer: Nein. Allerdings hatte ich meine Bedenken, immerhin ist das Band zwischen Werder-Trainer Thomas Schaaf, Ex-Profi Marco Bode (hätte sich bei einem Beiersdorfer-Engagement auch zum Helfen bereiterklärt) und Dietmar Beiersdorfer sehr dick. Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, dass Beiersdorfer in St. Petersburg, wo man mit seiner Arbeit hochzufrieden ist, nach nur vier Monaten trotz Vertrages bis 2015 wieder aufhört. Zum Glück habe ich ihn eben erreicht. Unmittelbar vor dem Spiel Zenits gegen den FC Malaga, habe ich mit Beiersdorfer gesprochen. Und? Es ist zum Glück genau wie erwartet gekommen. „Ich kenne dort sehr viele Leute und hatte ein Angebot aus Bremen. Aber ich habe es abgelehnt, weil ich meinen Vertrag bei Zenit erfüllen möchte.“ Der läuft bis 2015. Ergo: Eine Rückkehr zum HSV ist – ohne Frank Arnesen etwas Böses zu wollen, ganz im Gegenteil: Bis 2015 ist noch viel Zeit – in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen. Das wäre es aber wahrscheinlich für sehr viele HSV-Fans gewesen, wenn sich der Ex-HSV-Sportchef mit dem Nordrivalen eingelassen hätte.

Bei David Jarolim hatte ich ebenfalls Glück. Den ehemaligen Kapitän habe ich heute erreichen können, nachdem durchgesickert war, dass der Tscheche seinen Vertrag beim französischen Erstligisten FC Evian auf eigenen Wunsch „aus persönlichen Gründen“ aufgelöst hat. Zum Glück waren es keine schlimmen Ereignisse sondern einfach der Umstand, „dass es nicht mehr gepasst hat“, wie Jarolim mir schrieb. Jaro weiter: „Es war meine Entscheidung und besser, es dann direkt zu beenden.“

In diesem Sinne, Jarolim übernimmt beim HSV eine Jugendmannschaft, führt diese bis in die A-Bundesliga und bildet dabei drei, vier absolute Toptalente der Kategorie Götze aus. Beiersdorfer übernimmt zudem, wenn Arnesen den HSV auf Champions-League-Ebene irgendwann abgeben möchte. Und Son erzielt in Düsseldorf den (hoffentlich nur einen von vielen) Siegtreffer(n) auf Flanke von Dennis Aogo, der die kompletten 90 Minuten auf dem Platz steht und zusammen mit Westermann, Mancienne, Diekmeier und Adler hinten erneut die Null sichert.

Einverstanden?

Ich schon. Bis morgen!
Scholle

Aogo ersetzt Jansen – und Jiracek kommt erst 2013 wieder

20. November 2012

Ich hatte es gestern geschrieben und befürchtet, nun ist es amtlich: Petr Jiracek wird dieses Jahr nicht mehr für den HSV auflaufen können. Der tschechische Späteinkauf leidet weiter an einer Schambeinentzündung. Auch die Untersuchungen bei einem Spezialisten in Berlin ergaben kein klares Ergebnis. „Petr wird jetzt noch mal zwei Wochen Ruhe bekommen und dann operiert“, sagt Trainer Thorsten Fink. „Er wird uns aller Voraussicht nach Anfang Januar wieder zur Verfügung stehen, wenn es ins Trainingslager geht.“ Das soll zu Jahresbeginn in den Vereinigten Emiraten in Abu Dhabi stattfinden.

Bitter.

Zumal der Tscheche in körperlich gesundem Zustand eine absolute Bereicherung wäre. Der Linksfuß, der auf nahezu allen Positionen im Mittelfeld spielen kann, würde selbiges zusätzlich variabler machen. Er könnte auf die Sechs rutschen und 1:1 den Platz von Tolgay Arslan neben Milan Badelj übernehmen, sollte dieser mal ausfallen. Oder er ersetzt links Beister. Oder zentral van der Vaart, sollte dieser – ich klopfe gerade dreimal auf Holz, dass dies nicht passiert – wirklich mal ausfallen.

Egal. Jiracek ist erst wieder 2013 ein Thema für Fink und den HSV. Bis dahin muss der HSV-Trainer mit dem vorhandenen Material auskommen. Auch mit seinem Zwei-Mann-Angriff Marcus Berg und Artjoms Rudnevs. Bislang galt der Lette als gesetzt, allerdings überzeugte Rudnevs in den letzten Partien nicht. Marcus Berg auch nicht wirklich. Allerdings wusste Berg zumindest heute im Training zu überzeugen. Der Schwede, der im Winter nach Möglichkeit (sofern das Angebot kommt und stimmt) den Verein verlassen soll, zeigte auf jeden Fall, dass er ballsicherer ist – und er traf. Mehrfach für das B-Team gegen Jaroslav Drobny und später Rene Adler (hier allerdings auch mit Cotrainer Heinemann als Gegenspieler).

Anschließend stellte Fink seinem Berg in Aussicht, aufgrund der bevorstehenden englischen Woche für Artjoms Rudnevs in die Startelf zu rutschen. Noch nicht in Düsseldorf. Aber eventuell beim Heimspiel gegen Schalke am kommenden Dienstag. „Es ist ein Thema für mich“, so Fink zur Überlegung, den laufstarken Rudnevs auswärts (Fink: „Das Spiel mit viel Raum liegt ihm eher“) rauszunehmen und Berg zu bringen.

Klar ist allerdings, dass ein neuer Rasen kommt. Weil das „Grün“ zuletzt in einem desolaten Zustand war, plant der HSV, den Untergrund noch bis zum Schalke-Spiel am kommenden Dienstag auszutauschen. Nicht viel Zeit, um den alten Rasen abzunehmen und den neuen zu verlegen. „Die Frage ist, ob der Rasen überhaupt so schnell anwächst“, befürchtet Fink und beruhigt sich selbst: „Allerdings: Schlechter als zuletzt geht es ja kaum.“

Auf jeden Fall sei ein ebener Rasen enorm wichtig für das eigene Spiel. „Unser Mittelfeld ist sehr spielstark, da waren diese Flicken im Rasen nicht gerade ein Vorteil gegen Mainz“, sagt Fink und meint damit sicher nicht Artjoms Rudnevs. Im Gegenteil: dem zuletzt schwachen Angreifer drohen etliche Sonderschichten. „Den Ball annehmen, ihn verarbeiten und wieder steil gehen – das fehlt Rudi im Moment. Zum einen, weil er natürlich nicht das große Selbstvertrauen hat. Aber er hat da seine Schwierigkeiten.“ Deshalb übt der glücklose aber äußerst fleißige Rudnevs nach den Einheiten insbesondere seine Ballfertigkeit. Er spielt Fußball-Tennis mit Fitnesstrainer Nikolai Vidovic. Rudnevs ist sich seiner Schwächen bewusst und arbeitet. Heute absolvierte er mit Heung Min Son Torschussübungen, in den nächsten Wochen sollen weitere Technikübungen dazukommen. Insbesondere, wie er den Ball mit dem Rücken zum Gegenspieler verarbeitet und in den eigenen reihen hält. „Das werden wir üben“, so Fink, „aber ich bin da sehr guter Dinge.“

Ich bin zwar nicht wirklich optimistisch, ich hoffe aber. Auch darauf, dass der HSV im Winter noch mal personell nachbessert – was intern als primäre Personalie gilt. Dafür muss zwar zunächst Marcus Berg (s. o.) verkauft werden, allerdings deutet genau darauf einiges hin. Dem Schweden soll konkret eine Anfrage vom IFK Göteborg sowie lockere Anfragen aus den Niederlanden vorliegen. „Wenn wir Spieler verkaufen, können wir schauen“, so Sportchef Frank Arnesen, der die Anfrage aus Göteborg bestätigt.

Eine Personalie, die dringend notwendig ist. Dem HSV fehlt wie schon mit Bernardo Romeo (allerdings traf dieser häufiger) in der Spitze eine Anspielmöglichkeit, um das Mittelfeld zu entlasten. Viele Angriffe enden spätestens dann, wenn Rudnevs so angespielt wird, dass er in den Zweikampf muss. Deshalb müssen van der Vaart, Badelj, Arslan, Son und auch Beister, die Bälle selbst bis in die Spitze schleppen. Rudnevs hingegen gefällt zumeist mit seinen Laufwegen und darf sich darüber freuen, dass die Mannschaft Erfolg hat. Ansonsten hätte Fink, der bekennend kein Freund vieler Wechsel ist, mit Sicherheit auch Rudnevs in Frage gestellt.

Mehr als fraglich ist momentan auch Marcell Jansen. Der Linksallrounder leidet weiter an einer Kapselreizung im Knie und wird gegen Düsseldorf am Freitag ziemlich sicher auszufallen. „Bei Marcell sagen die Ärzte, dass es schwer wird bis Düsseldorf“, so Finks Aussicht auf die Auswärtspartie beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Sollte Jansen ausfallen, womit Fink zu rechnet, rückt Dennis Aogo nach. „Nicht das Schlechteste für einen Trainer, so nachbessern zu können“, freut sich Fink über die wieder erstarkte Alternative. Im Gegensatz zum Angriff hat Fink hinten links zwei richtig gute Alternativen. Und darüber freut sich der Trainer. Vor allem, weil so sein vor 14 Tagen ausgegebenes Ziel weiter realistisch ist. „Ich hatte sieben Punkte aus Freiburg, Mainz und Düsseldorf gefordert – und noch sind wir im Soll.“ Zudem sieht Fink de Druck am Freitag klar beim Gastgeber. „Am Anfang haben sie fünfmal zu Null gespielt, schwebten auf einer Welle der Euphorie. Das ist jetzt vorbei. Sie stehen unter Druck. Und wir wollen versuchen, diese Situation auszunutzen. Die Chance ist groß.“

Es wären die ersten drei von insgesamt neun Punkten, die Michael Mancienne aus den letzten fünf Hinrundenspielen erwartet. Der Engländer, der überraschenderweise Jeffrey Bruma und den wieder in den Kader zurückkehrenden Paul Scharner aus der Innenverteidigung verdrängen konnte, ist in der Form seines Lebens. Oder? „Es läuft recht gut“, bleibt der Stammspieler bescheiden, „aber dafür arbeite ich jeden tag hart und muss das auch weiter so machen. Die Konkurrenz ist groß.“ Ebenso wie sein persönliches Ziel, das da heißt: Englische Nationalelf. „Das ist und bleibt mein großer Traum“, so Mancienne, wissend, dass er es als Legionär nicht annähernd so leicht hat, wie ein Premier-League-Verteidiger. Deshalb wechseln will Mancienne allerdings nicht. Glaubhaft versichert er: „Ich bin in Hamburg sehr, sehr glücklich. Ein Wechsel ist kein Thema. Im Gegenteil: Der HSV ist ein riesengroßer verein mit großem Potenzial. Selbst die Stadt ist nahezu identisch mit London.“

Zudem: Dass er nach seiner Krankheit (Grippe) sofort wieder ins Team rutschen würde, hatte Mancienne gehofft – gerechnet hatte er allerdings nicht damit. Wobei ihm die Gelbrote und die daraus resultierende Sperre für Scharner zusätzlich in die Karten spielten. Oder? „Ich wäre fast gestorben, als ich sah, wie Paul runter musste“, erinnert sich Mancienne an das Freiburg-Spiel, das er per Liveticker aus dem Krankenbett verfolgte. Mancienne weiter: „Ich habe mich richtig schlecht gefühlt, weil ich ihm mehr Glück in seinem ersten Spiel gewünscht hatte. Aber er ist ein Profi und verarbeitet das. Da bin ich mir sicher.“

Sicher sein kann er sich auch, weiter in der Startelf zu stehen. „Der Coach vertraut mir – und das ehrt mich sehr. Ich habe jetzt die Verantwortung, ihm dafür auf dem Platz mit Leistung zu danken.“ Und das macht er. Lob ist dem schüchternen Engländer indes fast unangenehm. „Michael hat wie alle gegen Bayern und dann noch gegen Frankfurt nicht gut gespielt – aber das war’s dann auch. Der Rest war sehr gut“, lobte Fink den Verteidiger heute nach dem Training – und Mancienne wusste gar nicht, wohin mit sich, als ihm einer meiner Kollegen das Lob heute zitierte. Immer wieder – und das spricht für ihn als Teamplayer – begründet er seinen persönlichen Lauf mit der Leistung seiner Kollegen. „Wir arbeiten seit Wochen als Team. Wir verteidigen schon ganz vorn, stehen so viel kompakter. Wir entwickeln uns und werden von Woche zu Woche besser. Das ist mit dem Saisonbeginn nicht mehr zu vergleichen.“

Zum Glück nicht.

In diesem Sinne, morgen wird um zehn Uhr an der Arena trainiert. Aller Voraussicht nach auch wieder mit Tolgay Arslan, der beim heutigen Training (nur Kreis- und anschließend ein Abschlussspiel) wahrlich nichts verpasste. Der U21-Nationalspieler pausierte ob leichter Beschwerden heute, soll aber ab morgen wieder voll einsetzbar sein. „Ich rechne wieder mit ihm“, so Fink, der auch am Freitag auf Arslan setzt: „Ist er fit, spielt er.“

Hoffen wir es.

Bis morgen!

Scholle

Übrigens: Beim Abschlussspiel agierte Trainer Fink im A-Team mit – und er sorgte für den schönsten Treffer beim 3:3. Eine flache Hereingabe von Diekmeier nahm der Coach aus rund 16 Metern direkt und traf in den rechten oberen Winkel. Keeper Drobny war chancenlos, die Fans applaudierten. Auf die Nachfrage, ob er beim Schuss ausgerutscht sei, antwortete Fink trocken: „Nein, das war ja nicht das erste Mal. So einen habe ich auch schon mal mit Links gemacht. Im Bernabeu-Stadion. Gegen Real Madrid. Kur bevor wir mit Bayern 2001 die Champions League geholt haben. Noch Fragen?“, so Finks humorige Antwort auf eine nicht ganz ernst gemeinte Frage.

Beister: “Ich weiß, wo in Düsseldorf die Tore stehen”

19. November 2012

Ich gebe zu, ich gehörte nicht zu denen, die an einen Verbleib von Maxi Beister geglaubt haben. Nicht am Sonnabend. Auch ich hatte nach der ersten Hälfte gegen Mainz damit gerechnet, dass der Linksfuß ausgewechselt wird. Ich dachte, Trainer Thorsten Fink würde Dennis Aogo hinten links eine Chance geben und Marcell Jansen eine Position nach vorn rücken lassen.

Weit gefehlt.

Fink machte nichts. Beister blieb auf dem Platz und leitete mit seiner Hereingabe sogar den Siegtreffer von Heung Min Son ein. „Das war für mein Selbstvertrauen ganz wichtig“, gesteht Beister unmittelbar vor seinem ersten Duell mit seinem Ex-Klub Fortuna Düsseldorf (Freitag, 20.30 Uhr). Dass er in der ersten Hälfte einen gebrauchten Tag erwischt hatte – vergessen. Oder besser: abgehakt. „Mainz stand anfänglich defensiv sehr gut, da hatten wir Probleme. Wir mussten uns erst einmal in das Spiel hineinkämpfen. Alle. Aber dann wurde es besser. Für mich speziell sogar Minute für Minute nach meinem ersten Assist.“ Ergo: gerade rechtzeitig für das brisante Spiel in Düsseldorf? Beister grinst verschmitzt. „Das Spiel ist schon etwas Besonderes für mich.“ Ob er mit alten Weggefährten schon Kontakt hatte? „Noch nicht. Die müssen erst noch das Spiel vom Sonntag verarbeiten. Aber das wird kommen. Da wird mit Sicherheit gefrötzelt…“

Gewettet hingegen nicht. Zum einen, weil Beister nie wettet. Zum anderen, weil die Partie für ihn schon ausreichend Bedeutung hat und er dort nicht noch mehr Tamtam rund ums Spiel gebrauchen kann. „Der Druck dort wird eh schon groß genug sein“, sagt Beister, der die letzten zwei Saisons an das Team vom Rhein verliehen war. „Zwei Jahre, an die ich fast ausschließlich gute Erinnerungen habe. Gekrönt von dem Aufstieg 2012. Ich werde mit Sicherheit einen Schuss extra motiviert sein.“

Zumal sich Beister auf dem richtigen Weg wähnt. Nach Anfangsschwierigkeiten spielte der vor der Saison schon hoch gelobte Offensivmann zuletzt vier Mal von Beginn an. Wie er selbst seinen Leistungsstand beurteilen würde? „Ich bin in einer Entwicklungsphase, das geht alles nicht von heute auf morgen. Aber ich habe gerade in den letzten vier Wochen wieder viel gelernt, insbesondere was mein Defensivverhalten betrifft. Dazu kommt das Erfolgserlebnis mit dem Assist gegen Mainz. Vor vier Wochen habe ich mir natürlich mehr Einsatzzeiten gewünscht. Gerade weil ich mich entwickeln will. Dennoch glaube ich, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg bin.“

Dabei hatte ich zwischendurch befürchtet, Beister könnte ein wenig den Anschluss verpassen. Weil es so wirkte, als würde Beister resignieren. „Ich war natürlich nicht zufrieden mit den wenigen Einsatzzeiten“, so Beister, „aber das will ich ändern.“ Immerhin bis zum Freitag sollte Beister seinen Startplatz halten können. Zumal Marcell Jansen angeschlagen (Kapselreizung im Knie) ist. Ob der zuletzt formstarke Links-Allrounder bis Freitag fit wird ist ungewiss. Allerdings gibt Jansen selbst die Hoffnung nicht auf.

Wobei sich Thorsten Fink links hinten kaum Gedanken machen muss, nachdem Dennis Aogo wieder fit ist. Denn – auch wenn es hier im Blog viele Kritiker von Aogo gibt – gegen Mainz brachte Aogo Schwung ins Spiel und wirkte hochmotiviert. Er ackerte, kämpfte – und er spielte gut. Zwar wäre Aogo das erste Opfer, sobald Jansen für Düsseldorf Grünes Licht gibt – aber Aogo ist wieder dran. Endlich wieder, wie er selbst sagt.

Weit weg und immer weiter weg scheint Petr Jiracek zu sein. Der Tscheche, bei dem als offizielle Verletzung am Sonnabend vom HSV eine Schambeinentzündung angegeben wurde, trainiert noch immer nicht mit der Mannschaft. Im Gegenteil, zuletzt wurde gar die Notwendigkeit einer Operation befürchtet, obgleich es medizinisch noch keine sichere Heilmethode für Schambeinentzündungen gibt. Klarere Anzeichen gibt es hingegen dafür, dass Jiracek, der sich noch immer nur im Rehatraining befindet die Hinrunde wohl leider nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Beister indes schon. Der Linksfuß will in Düsseldorf den nächsten Schritt machen, sich einem Stammplatz weiter annähern. „Das war mein Ziel vor Saisonbeginn und ich bin auf dem Weg“, so Beister, der selbst nicht glaubt, dass der Hype um seine Person vor und zu Saisonbeginn zu viel Druck auf ihn ausgeübt haben könnte. „Ich habe mich damit ehrlich nicht befasst“, so Beister, „ich wusste immer, dass es wesentlichere Dinge gibt, auf die ich mich konzentrieren will.“

Auf elf Einsätze in zwölf Spielen bringt es Beister, davon nur eins über 90 Minuten – und das war am Sonnabend gegen Mainz. „In Düsseldorf habe ich vor zwei Jahren zum selben Zeitpunkt einen Einsatz gehabt, insofern bin ich im Soll. Dass ich mehr will ist klar. Auch, dass ich mich stabilisieren will und noch eine Menge Steigerungspotenzial habe.“ Gänzlich unzufrieden sei er dennoch nicht. Auch nicht, wie zuletzt so oft vermutet, gefrustet ob seiner Rolle als Ein- und Auswechselspieler. „Nein, warum? Ich stehe in einem sehr guten Kontakt mit dem Trainer, der viel mit mir spricht. Ich weiß, worauf es ankommt, was der Trainer von mir sehen will.“

Neben der schon häufig erwähnten Defensivarbeit sind das auch Tore. Ob er sich über einen Treffer bei seinem und vor allem gegen seinen ehemaligen Klub freuen und jubeln würde? „Klar freue ich mich. Ich finde es auch etwas leidig, dass man plötzlich nicht jubeln darf. Ich würde es auf jeden Fall machen, Ohne zu provozieren, aber auch nicht künstlich gebremst.“ Immerhin wäre es sein erster Erstligatreffer. „Ich würde mich freuen, wenn ich das in Düsseldorf schon schaffe. Zumindest weiß ich ganz gut, wo dort die Tore stehen…“

Dann hoffen wir mal, dass er sich am Sonnabend ab 20.30 Uhr wieder genau erinnert und trifft. In diesem Sinne, bis morgen! Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert. Und das vermutlich weiter ohne Ivo Ilicevic (Aufbautraining nach Oberschenkelproblemen) und Tolga Arslan. Die Überraschung der Hinrunde laboriert an einer leichten Sprunggelenkverletzung, soll aber am Freitag problemlos auflaufen können. Und das ist gut so.

Scholle

P.S.: Zur Szene am Sonnabend in der ersten Halbzeit, wo er von Rafael van der Vaart auf dem Platz angeschrien wurde, sagt Beister heute: “Das ist doch nur gut, wenn Rafa mir Zeichen gibt, wenn er den Ball fordert. Ich bin auch nicht sauer. Dass man sich auf dem Platz mal anschreit, gehört dazu. Gerade als Jüngerer sollte man dabei den Älteren zuhören.”

Aktuell: Kein öffentliches Training heute!

19. November 2012

Nur für die, die sonst hinfahren wollten: Heute trainiert die Mannschaft nur im Kraftraum, geht nicht auf den Platz.

Ich melde mich gegen 19 Uhr wieder!

Bis später,
Scholle

Finks sieben Punkte, ein Reh und ein Löwe

18. November 2012

So schön kann Fußball sein. Hatte ich gestern zweimal geschrieben. Und dann wurde doch tatsächlich und heftigst diskutiert: War das nun schöner Fußball? Oder doch eher nicht? Also ich will mal so sagen: „Es sind auch Doppel-Antworten möglich . . .“ Und wer die Ironie noch immer nicht verstanden hat, der sollte sich diesen Kick dann doch noch einmal in voller Länge „reinziehen“. Und wer dann immer noch behauptet, dass ich gar nicht im Stadion war – oder behauptet, dass ich nun absolut keine Ahnung habe vom Fußball, dem pflichte ich dann auch uneingeschränkt bei. Recht habt ihr. Wobei ich zugebe, dass die Sache mit der Ironie natürlich auch nicht jedermanns Geschmack ist, das ist schon klar. Ich werde mich zurücknehmen. Aber wer diese Bundesliga-Partie zwischen dem HSV und Mainz 05 in voller Länge gesehen hat, der wird niemals ernsthaft davon sprechen können, dass das ein schönes Fußballspiel war. Und wem dann das alles doch ein wenig zu weit geht, dem sage ich – und zwar in absoluter Ernsthaftigkeit: „Entschuldigung. Soll nicht wieder vorkommen. Wenn aber dann doch mal etwas Ironie, dann werde ich es vorher und zur Sicherheit auch noch einmal nachher ankündigen. Und natürlich auch abkündigen. Versprochen.“

Was die Trainer zu diesem Spiel gesagt haben, das möchte ich euch natürlich auch nicht länger vorenthalten. Thomas Tuchel befand: „Glückwunsch zum Sieg, HSV. Ich war mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden, weil wir in den ersten Minuten schon ins Spiel gekommen sind, ich finde, dass wir sehr dominant gespielt haben, viele Balleroberungen hatten, viel Ballbesitz hatten, gut gepresst haben, den HSV zu Fehlern gezwungen haben. Zudem hatten wir viele gute Umschaltmöglichkeiten, wir haben auch viele Bälle ins letzte Drittel gespielt – sind damit, ich will nicht sagen fahrlässig – aber fahrig umgegangen. Und wir sind nicht mit der letzten Konsequenz damit umgegangen, dass wir diese Möglichkeit, das Spiel früh auf unsere Seite zu bringen, hatten.“

Dann kam der Mainzer Trainer noch auf zwei umstrittene Situationen: „Ich finde, dass es einen klaren Elfmeter für uns hätte geben müssen, als Adam Szalai umgerissen wurde. Okay, das sei mal dahingestellt, aber dann mussten wir auch noch ein Tor aus dem Nichts hinnehmen, das leider klar abseits gewesen ist. Das war auch leider nicht zu schwer zu erkennen für den Linienrichter, aber er hat es eben nicht erkannt. Und danach haben wir nicht mehr zulegen können, haben auch keine Torgefahr mehr gehabt – so ist die Geschichte des Spiels aus meiner Sicht erzählt.“

Bevor Thorsten Fink vom HSV das Spiel aus seiner Sicht schildert, gebe ich einmal die Daten der 90 Minuten bekannt:
11:16 Torschüsse (also für Mainz), 8:7 Ecken, 9:8 Flanken, 55:45 Prozent Ballkontakte, 48:52 gewonnene Zweikämpfe, 20:11 Fouls, 5:7 Abseits. Die meisten Torschüsse hatte ein HSV-Spieler: Maximilian Beister mit vier – keiner hatte mehr. Auch in Sachen Torschussvorlagen lag ein Hamburger vorn: Rafael van der Vaart brachte es auf fünf. Und ein Unentschieden gab es bei den Zweikampfstärksten: Michael Mancienne brachte es auf 67 Prozent, die beiden Mainzer Svensson und Kirchhoff auch. Wie geschrieben (gestern), die Statistik mit den Querpässen fehlt bei all diesen Zahlen, aber ganz sicher hätte die der HSV klar gewonnen, denn keine Mannschaft spielt so oft und so gerne und so gekonnt und so konsequent zurück, wie der HSV.

Nun aber Thorsten Fink und sein Resümee: „Ich habe gesehen, dass wir in der ersten Halbzeit defensiv sehr gut gestanden sind, dass wir Probleme hatten mit dem Spielaufbau – aber dadurch, dass man natürlich auch einen guten Gegner hat, der die Räume hervorragend zugestellt hat, haben wir es nicht geschafft, von hinten heraus zu befreien. Wie gesagt, es war ziemlich schwierig, aber wir haben getan, was wir tun mussten – die Null musste stehen. Und wir haben hervorragend verteidigt, wenige Chancen zugelassen, und dann einmal die Klasse von Son gezeigt. Er hat diesen Riecher, einen Riecher muss man auch haben – und vielleicht haben wir auch in der zweiten Halbzeit einen Tick mehr investiert, als Mainz. Und deswegen haben wir meiner Meinung nach auch verdient gewonnen. Natürlich habe ich auch gesehen, dass Maxi Beister vor dem 1:0 im Abseits stand, aber in einer Saison gleicht sich so etwas immer wieder mal aus. Für Mainz ist es natürlich bitter, das einfach hinzunehmen, von wegen es gleicht sich aus, aber es ist oft so – wenn man viel investiert. Und wir haben viel investiert. Die Effektivität war heute sehr gut.“

Wobei der HSV ein wenig Glück hatte, als Michael Mancienne kurz nach der Pause den Mainzer Torjäger Szalai im Strafraum umriss. Beim Sport1-Doppelpass am heutigen Vormittag waren sich alle sicher: „Klarer Elfmeter.“ Und genau deshalb muss ich mal lobend sagen: Für diesen nicht gegebenen Strafstoß blieb Thomas Tuchel bemerkenswert leise. Nun gut, er kann es ja auch dann, wenn er lauter wird, nicht ändern. Und er lernt eben auch noch dazu. Um es aber auch mal ganz fair zu sagen: Generell ist es schlecht, wenn solche Fehlentscheidungen ein Spiel entscheidend beeinflussen. Was hätten wir, was hätte ich, gemosert, gemeckert, geschimpft, wenn dem HSV ein Elfmeter nicht gegeben worden wäre, und dann noch ein Abseitstor des Gegners zur Niederlage geführt hätte.

Kurz-Kommentar noch des HSV-Coaches:
„Das Reh springt nicht von allein ins Maul des schlafenden Löwen. Diesen Spruch habe ich mal gelesen, der ist nicht von mir“, sagte HSV-Trainer Fink nach dem 1:0 gegen Mainz durch ein Abseitstor mit einer anderen Formulierung für: „Das Glück hat nur der Tüchtige.“

So, Themenwechsel. An Artjoms Rudnevs schieden sich auch diesmal wieder die Geister. Ich habe mir vorgenommen, nichts Negatives mehr zu den Vorstellungen des Letten zu sagen, denn es wissen ja ohnehin die meisten User hier bei Matz ab, dass der gute „Rudi“ noch kommen wird. Warum also soll ich ihn niedermachen, wenn er vielleicht im Frühjahr so mächtig aufblüht, dass er die ganze Bundesliga in Schutt und Asche schießt? Im Moment läuft Rudnevs der Musik zwar noch ein wenig hinterher, aber wenn sich erst einmal das Sondertraining auszahlt, das der Torjäger nach fast jeder Einheit von und mit Co-Trainer Nikola Vidovic erhält (sie spielen zu zweit Fußball-Tennis, damit die Technik verbessert wird!), dann wird der Durchbruch noch kommen.

Aber in diesem Zusammenhang muss ich selbst feststellen, dass ich Ironie doch besser unterdrücken sollte. Deswegen: Gebt „Rudi“ eine faire Chance – er wird sie ganz sicher noch nutzen. Auch wenn viele Experten inzwischen (oder schon lange) zweifeln. Kleiner Rat: einfach ignorieren. Er hat es da vorne doch auch nicht einfach – als absoluter Einzelkämpfer. Unterstützung ist doch für ihn, und das ist ernst gemeint, kaum einmal gegeben. Der Grund: Es haben in Sachen Offensive beim HSV doch alle selbst genug mit sich allein zu tun, als wenn sie nebenbei noch für den guten „Rudi“ arbeiten könnten. Zwölf Tore in zwölf Spielen sprechen doch eine deutliche Sprache, woran es hapert beim HSV. Seit dem 1:0-Sieg über Hannover 96 am 29. September gab es ein 1:0 in Fürth, ein 0:1 in Hamburg gegen Stuttgart, ein 2:0 in Augsburg, ein 0:3 gegen Bayern, ein 0:0 in Freiburg und nun ein 1:0 gegen Mainz. Minimalisten-Fußball. Übrigens: In der Vorsaison hieß e bei Mainz – HSV zweimal 0:0, mit einem weiteren 0:0 an diesem Sonnabend wäre der Bundesliga-Rekord eingestellt worden. Den halten mit dreimal in Folge 0:0 der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart.

Aber, und nun wird es wieder ganz wichtig: Der Sieben-Punkte-Plan von Thorsten Fink ist immer noch möglich – und das hätte ich schon einmal nicht so richtig geglaubt. Und inzwischen bin ich mir auch sicher, dass der HSV in Düsseldorf (kommenden Freitag) auf jeden Fall schon mal nicht verlieren wird.

Ein Satz noch kurz zu Maximilian Beister. Er hing in der ersten Halbzeit durch, nichts war dem Sturm-Talent gelungen, es war dem Machwuchs-Mann anzumerken, dass er nicht so allzu viel Selbstvertrauen mit sich herumschleppt. Aber: Ich finde es klasse, wie Fink den Youngster „durchzieht“, obwohl die Leistungen noch lange nicht erstliga-reif sind, aber nur so lernt Beister. Dass die Mitspieler gelegentlich ins Grübeln kommen (um es gelinde auszudrücken), wenn Beister mal wieder den ball zum Gegner oder nicht unter Kontrolle gebracht hat, das ist auch irgendwie verständlich, aber negative Gesten und Ausbrüche helfen ihm da kaum auf den rechten Weg. So wie Rafael van der Vaart kurz vor dem Seitenwechsel, als Beister „das Ding“ aus 14 Metern in Richtung Eckfahne prügelte, sodass kurzzeitig der Luftverkehr über dem Volkspark gefährdet war. Da flippte der „Rafa“ dann aber total aus, aber mal ehrlich: Wer hätte freistehend aus 14 Metern nicht auch selbst geschossen? Das musste Beister ganz einfach machen, anstatt dem Wunsche des Niederländers zu entsprechen und die Kugel zurückzulegen. Ein bisschen (mehr) Egoismus muss schon sein. Aber mit dieser Verbal-Attacke nahm die „ewige 23“ dem einst so rotz-frech aufspielenden Beister noch den Rest an Selbstvertrauen Eigentlich hätte Fink den glücklosen Offensivmann in der Halbzeit auswechseln müssen, aber er hielt tapfer an ihm fest. Risiko. Es wurde belohnt – dank der 1:0-Vorlage. Fink u seinem Stürmer: „Er hat sich mit der Tor-Vorlage Selbstvertrauen geholt, der Ball war nicht einfach zu nehmen. Und er hat in der zweiten Halbzeit in Ansätzen gezeigt, was er eigentlich kann. Seine Stärke ist die Effektivität, die hat er zwar im Moment nicht, aber wenn er weiter so arbeitet, dann kommt die zu ihm zurück.“
Nun bin ich gespannt, wie Maxi Beister am Freitag in Düsseldorf (führt jetzt gerade 1:0 in Bremen . . . ) aufziehen wird. Es müsste gerade dort eigentlich ganz gut gehen . . .

Und wenn dann auch noch Heung Min Son seinen starken Lauf bestätigen sollte, dann könnten doch am Rhein die Zeichen erneut auf Auswärtssieg stehen. Apropos Son. Der Südkoreaner sagte auf „Sky“ über die Wechselgerüchte in die Premier League: „Die Bundesliga ist eine tolle Liga, sie ist sehr anstrengend. Über England habe ich nicht nachgedacht.“ Auf die Frage, ob er sich eine Vertragsverlängerung über 2014 hinaus vorstellen könne: „Das ist schwer zu sagen. Ich würde gerne hier bleiben, aber man muss erst schauen, was im Vertrag steht.“ Aha. Das wird denn wohl sein Berater machen. Obwohl Son auch sagt, das er nichts von Angeboten großer europäischer Klubs wisse: „Mein

Berater verrät mir darüber nichts, damit ich nicht abhebe.“ Das ist mal eine kluge Maßnahme eines Beraters.

Ich bin wirklich gespannt, wohin der Weg des Angreifers führen wird – im Sommer 2013. Ich halte England für viel zu früh für ihn, aber das ist meine persönliche Meinung, die natürlich völlig unmaßgeblich ist. Aber genau deswegen bin ich ja auch so gespannt.

Zurück noch einmal zum Mainz-Spiel. Kapitän Heiko Westermann befand: „Die Art und Weise unseres Sieges war bemerkenswert. Wenn man nicht richtig rein kommt ins Spiel dann spielt man einfach – das haben wir getan.“ Stimmt. Und Thorsten Fink steuerte noch einen Treffer bei: „In der vergangenen Saison hätten wir ein solches Spiel verloren.“ Und dann fügte er hinzu: „Wenn wir nicht hervorragend spielen, dann haben wir uns meistens noch eine Kirsche eingefangen. Diesmal aber haben wir nicht die Nerven verloren, sind ruhig geblieben, haben defensiv hervorragend gearbeitet. Das ist schon gut, das hat gezeigt, dass die Mannschaft da insgesamt schon weiter ist, und dass wir uns defensiv sehr gut entwickelt haben. Das ist sehr, sehr wichtig. Wir haben in Freiburg schon wenig hergegeben, und diesmal auch nicht viel.“

Voller Selbstbewusstsein stellte deshalb auch Rene Adler fest: „Wir haben vorher gesagt, dass wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann gewinnen wir auch in Düsseldorf. Und davon bin ich mehr denn je überzeugt.“ Was mich total freut, denn wenn ich Adler so beobachte, wenn er sich den Ball zum Abstoß zurechtlegt, dann kommen mir Gedanke wie diese: „Mach bloß nicht so schnell, Rene, denn wenn du schneller machst, dann kommt der Ball auch umso schneller wieder zurück zu dir. Weil die Jungs da vorne nicht allzu viel mit dieser Kugel anfangen können . . .“ Wie gesagt, das ist nur meine Interpretation. Frei nach Matz also. Was der Sportchef wirklich und tatsächlich sagte, könnt ihr hier nun lesen. Frank Arnesen stellte sachlich fest: „Es war ein erwachsener Sieg von uns. Wir mussten geduldig sein und schlau, und das ist der Mannschaft auch gelungen.“

So, zwei Nachrichten habe ich jetzt noch, eine gute, eine schlechte. Zuerst die gute:
Nach nur zwei Tagen ist auch die zweite Tranche der Jubiläums-Anleihe des HSV auch schon wieder ausverkauft. Dem Verein fließen damit fünf Millionen Euro zu. „Es können derzeit leider keine weiteren Kaufanträge entgegengenommen werden“, gab der HSV bekannt, und Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow bedankte sich bei den Fans: „Wir alle sind überwältigt davon, welche Kraft im HSV steckt und welchen Rückhalt wir bei der Jubiläums-Anleihe erhalten haben.“ Die Hamburger wollen mit der Anleihe den Bau eines großen Fan- und Nachwuchszentrums, des „HSV-Campus“, unmittelbar am Stadion finanzieren.

Und das ist das Stichwort für die schlechte Nachricht – Nachwuchs:

Die Regionalliga-Mannschaft von Rodolfo Cardos kam in Kiel mächtig unter die Räder. Mit :6 wurde der Rothosen-Nachwuchs aus dem Stadion der Störche getrommelt, und das ist nun wirklich ein wenig zu viel des Guten. Wieso spielt diese Mannschaft, in der ja auch einige vielversprechende Talente stehen (so sagt man jedenfalls beim HSV!) einen solchen Katastrophen-Fußball? Ich habe die Mannschaft nun zuletzt zweimal gesehen (gegen den VfB Lübeck und gegen Werder II), ich war schwer enttäuscht. Der Nachwuchs quält sich ähnlich wie die Profis durch und über die 90 Minuten, da ist nichts von Lust, Spaß und Leidenschaft zu erkennen.
Herr Arnesen, tun Sie etwas. Das ist doch ein echtes Trauerspiel. Da muss doch – für den immensen Aufwand, der dort betrieben wird, viel, viel, nein, unendlich mehr und noch viel mehr kommen. Sonst ist diese Truppe doch wirklich nur eine reine Geldvernichtungsmaschine. 1:6 in Kiel – geht’s noch?

16.52 Uhr

So schön kann Fußball sein – 1:0!

17. November 2012

„Steht auf für den HSV!“ Endlich mal wieder ein Heimsieg, endlich mal wieder ein Dreier, auch wenn das Niveau lange, lange Zeit ziemlich gruselig war. Die Freude nach dem 1:0-Erfolg über Mainz 05 war bei den Spielern und Verantwortlichen riesig, auch die Fans – vor allen Dingen im Norden – feierten, doch auch wenn es in der Tabelle wieder ein wenig bergauf ging (punktgleich mit dem internationalen Platz sechs), so richtig erwärmenden Fußball spielte dieser HSV noch nicht wieder. Aber vielleicht gibt ein solcher Erfolg doch wieder mehr Selbstvertrauen – und Fußball wird ja nicht nur mit den Beinen gespielt, sondern vieles spielt sich dabei auch im Kopf ab. „Hamburger Sport-Verein, wir werden immer bei dir sein.“ So skandierte der Anhang weit nach Schlusspfiff – so soll es dann auch sein. Erfreulich immerhin auch, dass wieder einmal die Null am Ende stand, und darauf ist doch aufzubauen. “Scholle” hatte ja angekündigt, dass das Spiel gegen Mainz ein Wendepunkt in eine bessere Zukunft ein sollte – ob er das trotz des Sieges tatsächlich wird, bleibt abzuwarten, fußballerisch ist da noch viel Luft nach oben. Aber 1:0-Siege sollen ja die schönsten sein – und dann muss festgestellt werden: So schön kann Fußball sein. Dann doch. Wenn das Ergebnis stimmt, sind (fast) alle versöhnt. Hauptsache gewonnen.

Pfiffe zur Pause. Für die meisten war der Halbzeitpfiff des jungen Berliner Schiedsrichters Daniel Siebert (gut, aber er diskutiert zu viel mit den Spielern!) wie eine Erlösung, für den einen oder anderen Fan aber auch der Weckruf, aufzustehen und sich eine Wurst zu holen. Was für ein Kick! Das war ja so grottig wie Niederlande gegen Deutschland. Mein Gott, wann spielt dieser HSV endlich einmal so richtig guten, schwungvollen, begeisternden Tempo-Fußball, voller Engagement, Leidenschaft und mit soooooooo viel Herz?

Fehl- und Rückpässe in Halbzeit eins, dazu Abspielfehler ohne Ende, und technische Patzer zu Hauf. Wahnsinn. Ich weiß nicht, ob es eine Statistik in der Liga gibt, wer die meisten Rückpässe spielt – aber wenn es eine solche Statistik gibt, dann, behaupte ich mal, führt der HSV. Endlich mal Platz eins!

Viele Plätze in der Arena blieben schon leer, es waren 51 345 Zuschauer da, wie lange muss dieser HSV noch kicken, bis nur noch die Hälfte oder noch weniger besetzt ist?

Oder lag dieser Kick doch nur am geflickten Rasen? Der Platz sah aus wie nach einer Treibjagd für Anfänger – weil die Jäger-Auszubildenden immer mit der Schrotflinte auf die Maulwürfe in der Arena gezielt haben. Herrlich, wie schön der Ball gelegentlich in die Luft stieg, obwohl er als Flachpass gedacht war. Oh man, wie schön kann doch Fußball sein.

Auch am Rande blieb es ruhig. Kein – oder kaum ein – Gemeckere durch den Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der sich diesmal ganz nach links auf die Bank gesetzt hatte (letzter Mann!), weit entfernt vom vierten Mann (Christoph Bornhorst). Ab und an sprang der Coach dann zwar doch auf, aber wer kann schon ganz gegen sein Naturell? Für mich war das der zartbesaiteste Tuchel, der je in Hamburg war.

Zum Glück blieben einige HSV-Anhänger ja wach. Wenn der Norden nicht wäre, dann wäre die Stimmung wohl auf dem Gefrierpunkt gewesen. Aber die Mädels und Jungs kannten kein Erbarmen, je schlechter der Kick, umso größer und lauter die verbale Unterstützung. Danke dafür, das ist lobenswert. So hatte man tatsächlich das Gefühl, beim Fußball zu sein.

Wobei man ehrlich und fair sagen muss, dass der HSV im zweiten Durchgang zulegen konnte. Und da Mainz nach vorne kaum noch etwas zu bieten hatte, war das 1:0 auch nicht so verkehrt.

Mein langjähriger Kollege Wolfgang Biereichel, der große Mann des NDR-Fernsehens („Die Stimme“), hat heute Geburtstag und wünschte sich, als ich ihm aus dem Volkspark heraus gratulierte, dass ich ihm einen Sieg mitbringe . . . Auftrag erfüllt. Wenn auch glanzlos. Und etwas glücklich.

So, um auch das noch zu sagen (und zu schreiben): Das 1:0 des HSV war ein Abseitstor. Maximilian Beister stand fast einen Meter im Abseits, bevor er die flache Eingabe zur Mitte schlug, die Heung Min Son dann verwandelte. “Das hätte der Linienrichter sehen müssen”, kritisierte Thomas Tuchel, und Thorsten Fink gab zu: “Wir haben auch gesehen, dass das ein Abseitstor war, aber ich denke tatsächlich, dass sich so etwas innerhalb einer Saison auch wieder ausgleicht. Wir zum Beispiel haben in Mönchengladbach auch ein Tor kassiert, wo der Schiedsrichter vorher ein Foul gegen einen unserer Spieler übersehen und deswegen nicht gepfiffen hatte . . .”

PS: Die HSV-Mannschaft feiert heute schon Weihnachten. Aus terminlichen Gründen, denn es stehen ja noch einige Spiele und auch noch die Brasilien-Tour an.
Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten?
Jawoll, meine Damen und Herren, es ist – der Dreier gegen Mainz ist das Geschenk.

Die Einzelkritik:

Rene Adler war die Ruhe selbst, was erstaunlich ist, denn bei dem, was sich vor ihm abspielte – bzw nicht abspielte – hätte er eigentlich ausrasten müssen. Bekam aber zum Glück kaum etwas zu tun, und das, was dann doch kam, hielt er großartig.

Dennis Diekmeier spielte eine solide Partie, er wirkte sehr „griffig“, ließ kaum etwas zu – das war schon gut, Dennis!

Michael Mancienne hatte Glück, als er Szalai in der 48. Minute im Strafraum zu Fall brachte – und der Elfmeterpfiff ausblieb. Ansonsten aber hatte der Engländer den Mainzer bestens und mit fairen Mitteln im Griff.

Heiko Westermann ohne Fehl und Tadel, auf ihn war Verlass. Dass er oft ganz still vor sich hin den Kopf schüttelte, wenn er das Gestochere von hinten sah, was die Kollegen da vor ihm ablieferten, das spricht für ihn.

Marcell Jansen benötigte eine längere Anlaufphase, um in die Partie zu kommen, so richtig gelang es ihm diesmal nicht – und schied dann in der 61. Minute verletzt (Innenband?) aus.

Milan Badelj war zunächst auch einige Minuten neben der Spur, fing sich aber dann schnell und bot eine durchaus ansprechende Leistung – trotz der vielen Fehlpässe, die er dann doch mal wieder produzierte.

Tolgay Arslan war von Beginn an der einzige Hamburger, der so etwas wie Spielwitz entwickelte. Das U-21-Länderspiel hat ihn offensichtlich beflügelt. Gut so.

Maximilian Beister spielte eine erschütternde erste Halbzeit, jeder hatte erwartet, dass er in der Kabine bleiben würde – aber er kam wieder. Und bereitete das 1:0 von Son vor und wurde besser. Geduld (des Trainers) zahlt sich eben doch mal aus.

Rafael van der Vaart ging angeschlagen ins Spiel und lief viel, kämpfte wacker, wollte und versuchte viel, doch längst mich alles gelang. Weil er auch Mitspieler um sich hat, die ihm dann doch nicht das Wasser reichen können. Meine Frage dazu wäre, wie lange sich ein Rafael van der Vaart das noch still ansieht?

Heung Min Son begann gut, ließ dann aber stetig nach. Klar, was soll ein junger Dachs wie er denn mit einem solchen Kick schon anfangen, bei dem die älteren Herren um ihn herum nicht so viel bringen . . . Aber wenn einer trifft beim HSV, dann er. Irgendwann ist er dann doch mal da.

Artjoms Rudnevs ist der schnellste Mann der Bundesliga, das konnte er nicht immer zeigen – und irgendwann wird er auch noch der torgefährlichste Mann der Liga, das allerdings konnte er diesmal nicht ganz so zeigen.

Dennis Aogo kam in der 61. Minute für Jansen und spielte auf Anhieb eine gute Partie. Er ist mein Mann für hinten links, keine Frage.

Tomas Rincon kam in der 80. Minute für Arslan und kämpfte tapfer und wacker für den Sieg. Er kann es ja doch noch.

Jeffrey Bruma kam in der 89. Minute für van der Vaart – um Zeit zu gewinnen.

Und nicht vergessen: so schön kann Fußball sein!

17.32 Uhr

Mainz – der erste Schritt in eine bessere Zukunft?

16. November 2012

Saisonstart verpennt, die Punkte aufgeholt, den neuen Tabellenstand verteidigt, „und jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu machen“, sagt Marcell Jansen – und er hat Recht. Die Partien am morgigen Sonnabend gegen Mainz sowie in der kommenden Woche in Düsseldorf sind ein Fingerzeig, in welche Richtung sich der HSV in den kommenden Wochen bis zur Winterpause orientieren muss. „Natürlich will man in jedem Spiel gewinnen“, sagt Jansen und fügt ehrlich hinzu: „Aber es gibt eben auch Spiele, die einem deutlich machen, wo man steht. Und genau diese Partien haben wir jetzt. In Freiburg haben wir sehr gut begonnen und am Ende nicht nur wegen Pauls Karte nicht gewonnen. Da gab es auch schon vorher Szenen, die wir deutlich besser hätten lösen können. Aber das Spiel hat gezeigt, was wir immer abrufen müssen. Wir müssen eben immer so eine Einstellung zum Siegen mitbringen wie in Freiburg.“

Dass es auf dem Weg zum Sieg Tore bedarf – klar. Dass der HSV mit vier Toren in fünf Heimspielen (davon drei allein gegen Dortmund) nicht unbedingt als Tormaschine der Bundesliga zu zählen ist – Marcell Jansen weiß um die Problematik. „Wir haben bislang in unseren Heimspielen keine Lösung gefunden, wie wir den Gegner unter Druck setzen können, wie wir uns richtige Chancen kreieren. Im Gegenteil: Stuttgart, Bayern und selbst Fürth haben uns letztlich dazu gezwungen, defensiver zu spielen. Das müssen wir ändern.“ Wie genau, weiß auch Jansen nicht. Aber er sieht in diesem Punkt das größte Verbesserungspotenzial. „Das ist unsere nächste Entwicklungsstufe, die wir jetzt nehmen müssen. Die Zeiten, wie vor zweieinhalb Jahren, als wir auch mal kacke gespielt und dennoch gewonnen haben, sind leider vorbei. Heute müssen wir wieder richtig an uns arbeiten – gerade in dieser so wichtigen Phase. Wir können uns die Punkte holen, die uns nach oben schauen lassen“, so der Linksverteidiger, „aber wir wissen nur zu gut, wie schnell es mit schlechten Ergebnissen in die andere Richtung gehen kann.“

Fürwahr. Marcell Jansen weiß, wovon er spricht. Der Jubilar bestreitet gegen Mainz sein 100. Bundesligaspiel für den HSV und hat in seiner zeit in Hamburg alles mitgemacht. „Vom bitteren Abstiegskampf im letzten Jahr bis hin zum Halbfinale in der Europa League“, erinnert sich der formstarke Linksfuß gern zurück, „ich habe in Hamburg viele tolle Sachen erlebt.“ Insbesondere sein Tor in Kaiserslautern in der vergangenen Saison, das letztlich ein wesentlicher Schritt in Richtung Nichtabstieg war, sei besonders emotional. Ebenso eine Erinnerung wert ist sein Tor beim 50. Jubiläumsspiel, damals übrigens auch gegen Mainz. Aus halblinker Position zog er ab und knallte den Ball an die Unterlatte. Von dort prallte der Ball ins Feld zurück – der Schiedsrichter gab dennoch Tor. „Dabei war der Ball tatsächlich ’n ganzes Stück vor der Linie“, erinnert sich Jansen, dem das letztlich ziemlich egal war. Zumal der HSV am Ende 2:4 verlor. „Das passiert uns nicht noch mal“, sagt Jansen, der sich für sein Jubiläumsspiel Besonderes vorgenommen hat. „Das Spiel hat für mich schon einen ganz besonderen Wert. Immerhin habe ich bei keinem Verein so viele Bundesligaspiele gemacht wie beim HSV.“ Trotz manchmal – besonders unter Armin Veh, der ihn zumeist draußen ließ – sehr schwieriger Phasen. Dennoch, das Jubiläum ist für Jansen ein Indiz für den HSV. „Es gibt viele, die im zweiten Spiel nach ’nem Tor die Raute auf dem Trikot küssen und sonstwie auf Eins mit dem Klub machen, um beim nächstbesten Angebot, das besser ist, wieder zu gehen. So war und bin ich nicht. Dass ich hier mein 100. Spiel mache zeigt, dass ich es ernst meine, wenn ich sage: Hier macht es einfach richtig Bock, zu spielen.“


Klingt gut. Auf jeden Fall deutlich besser als die magere Bilanz von elf Toren in elf Spielen bislang. „Das darf man durchaus ansprechen“, so Jansen, „da haben wir ein Defizit, das wir als Mannschaft beheben müssen. Schon gegen Mainz.“ Und als hätten die zwei verbliebene HSV-Stürmer, Marcus Berg und Artjoms Rudnevs, zugehört, legten sie im Trainingsspiel A gegen B ordentlich los. Rudnevs traf doppelt (zudem Westermann), Berg erzielt den einzigen Treffer der B-Elf, die 1:3 unterlag.

Im Abschlussspiel ließ Fink genau die Elf trainieren, die auch morgen gegen Mainz auflaufen wird. Und zwar mit Michael Mancienne neben Westermann in der Innenverteidigung. Der Brite stach Jeffrey Bruma aus, der zuletzt gegen Freiburg ein gutes Spiel gemacht hatte. Trainer Thorsten Finks Begründung: „Michael hat die ganzen Wochen bis zu seiner kurzen Verletzungspause einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass wir Punkte holen.“ Somit hätte es sich der sympathische Defensivmann verdient, gegen den FSV zu beginnen, der mit dem ungarischen Topstürmer Adam Szalai vielleicht DEN Angreifer der bisherigen Hinrunde in seinen Reihen weiß. „Szalai war schon vor seiner Verletzung ein ziemlich kompletter Stürmer“, lobt Jansen, „das war bekannt und das bestätigt er jetzt von Woche zu Woche.“ Insofern hätten insbesondere Westermann und Mancienne einen schweren Arbeitstag vor sich. So sieht es sicher nicht nur Jansen, der sich auf seiner Linksverteidigerposition sehr wohlfühlt. „Auf der Position bin ich Nationalspieler geworden, habe ein EM-Finale mitmachen dürfen. Das passt schon.“ Ebenso wie die Tatsache, dass mit Dennis Aogo ein weiterer Ex-Nationalspieler hinter ihm Druck macht. Jansen entspannt: „So war es immer für mich – und soll es sein.“

Beginnen soll morgen folgende Startelf: Adler – Diekmeier, Manciennen, Westermann, Jansen – Badelj, Arslan – Son, van der Vaart, Beister – Rudnevs. „Es gibt keinen Grund, viel zu ändern“, so Fink, der im Abschlusstraining sein Mittelfeldtrio Badelj, Arslan und van der Vaart vorsichtshalber früher zum Duschen schickte und folgende Mainzer Startelf erwartet: Wetklo – Pospech, Svensson, Noveski, Junior Diaz – Kirchhoff – Polanski, Soto – Ivanschitz – N. Müller, Szalai. Schiedsrichter der Partie ist der Berliner Daniel Siebert.

In diesem Sinne, es ist angerichtet. Mit einem Fußballspiel, das uns bei den einbrechenden Wintertemperaturen hoffentlich alle erwärmt. Wobei ich zugeben muss, dass mir momentan ziemlich egal ist, wie der HSV seine Punkte holt. Hauptsache, er holt sie.

Bis morgen!
Scholle

P.S.: Knapp 51000 Tickets sind bislang abgesetzt, das Spiel wird wohl nicht ausverkauft sein.

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