Tagesarchiv für den 26. Oktober 2012

2:0 – der HSV siegt souverän in Augsburg

26. Oktober 2012

Und wieder drei Punkte! Sogar bis zu diesem Sonnabend um 17.20 Uhr Tabellenvierter! Der HSV ist dank des 2:0-Erfolges über den FC Augsburg eine Nacht vor Borussia Dortmund – und hatte nicht der BVB gerade Real Madrid besiegt? Es geht bergauf. Mit dem HSV. Allerdings wurde dieser Sieg nicht gerade glanzvoll herausgespielt, sondern eher mit einer durchwachsenen Leistung erarbeitet. Verdient aber, das muss festgehalten werden, ist dieser Dreier auf jeden Fall, denn die Augsburger waren zwar ständig bemüht, blieben aber harmlos und im Abschluss total daneben. So spielt ein Absteiger. Glückwunsch, HSV, zum ersten Bundesliga-Erfolg über den FCA. Nun kann der FC Bayern am nächsten Sonnabend in den Volkspark kommen, zu verlieren gibt es in dieser Partei nicht viel.

Der Außenseiter begann druckvoll, der HSV stand hinten drin und ließ Augsburg kommen. In den erste zehn Minuten sah das ganz gewiss nicht nach einem Hamburger Sieg aus. Ich sehe noch Torwart Rene Adler mit seinen Armen durch die Luft rudern, um so seine Vorderleute ein wenig aufzumischen. Oftmals schienen die Abwehrspieler allzu sorglos. Zudem schlichen sich im Aufbauspiel doch viele, viele Fehlpässe ein, mit denen sich der HSV das Leben zusätzlich erschwerte. Immerhin aber war erkennbar, dass die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink den Ausrutscher gegen den VfB Stuttgart (0:1) vergessen machen wollte.

Da traf es sich prächtig, dass die erste richtig gute Möglichkeit gleich genutzt wurde. Artjoms Rudnevs bediente in der 13. Minute den halbrechts nach vorne preschenden Heung Min Son, und der traf wie gegen Dortmund: Mit einem herrlichen Linksschlenzer von der Strafraumgrenze war er erneut erfolgreich, und das gegen einen Riesen wie FCA-Torwart Jentzsch. Super gemacht!

Dabei blieb es zunächst. Der HSV war in den nächsten zehn Minuten die bessere Mannschaft, aber Chancen gab es keine mehr. Und dann kämpfte sich Augsburg wieder zurück in die Partie – ohne allerdings auch zu guten Möglichkeiten zu kommen. Glück hatte Rafael van der Vaart, der kämpfte und grätschte, dabei aber einmal überzog, als er Werner zu Boden beförderte. Schiedsrichter Michael Weiner aber beließ es bei einer Ermahnung. Der Unparteiische zeigte dann aber erst Tolgay Arslan Gelb (nach einem Foul) – und dann Son. Wegen einer Schwalbe. Der Südkoreaner nahm sie lächelnd hin, obwohl eine Schwalbe auch eine sehr harte Entscheidung war. Vielleicht sollte Son mehr protestieren, dann hätte es diesen Karton unter Umständen nicht gegeben. Vielleicht.
Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann mit Druck der Hausherren – und mit Glück für den HSV. Wie Werner einen Kopfball aus fünf Metern noch neben das Hamburger Tor befördern konnte, wird ewig sein Geheimnis bleiben. Da hätte es 1:1 stehen müssen, so aber setzte sich mit den folgenden Minuten der HSV immer besser in Szene – und verdiente sich so den Sieg. Der von Rudnevs herausgeschossen wurde. Son bediente von rechts van der Vaart, er bediente den in die Gasse gehenden Letten, ein wuchtiger Schuss aus der Drehung – Tor. Herrlich gemacht (63.).

Bis zum Schlusspfiff passierte dann kaum noch etwas, der HSV hatte die Kontrolle über dieses Spiel gewonnen, die Augsburger ließen mehr und mehr die Köpfe hängen und glaubten nicht mehr an ihre Chance. Völlig berechtigt, nebenbei.

Die Einzelkritik:

Rene Adler hielt den Weitschuss von Vogt bravourös (4.), ansonsten immer da, wenn er benötigt wurde, er spielt stets und ständig ganz hervorragend mit. Seine Abschläge allerdings waren diesmal doch sehr durchwachsen. Note drei.

Dennis Diekmeier benötigte einige Minuten, um im Spiel zu sein, dann knüpfte er an die Leistungen an, die ihm erst einmal den Stammplatz in der rechten Verteidigung eingebracht haben. Hatte in der 50. Minute das 2:0 auf dem Fuß, traf aber nur das Außennetz. Note drei.

Michael Mancienne hatte diesmal nicht seinen besten Tag (Abend), baute einige Male „Mist“ und hatte Glück, dass es ohne Schaden blieb. Note vier – aber so gerade noch. Und weil er sich im zweiten Durchgang stabiler zeigte.

Heiko Westermann begann sehr fahrig (was war da los?), fing sich aber in der 27. Minute, als er wieder einmal in höchster Not rettete. Von diesem Zeitpunkt an lief es besser für ihn. Und dass er in Sachen Kopfball eine Bank ist, das hat er wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Note drei.

Marcell Jansen hatte mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, fing sich aber zeitig. Was auffiel: er schlug oft „lang Hafer“. Auch dann, wenn ein ruhiger Pass angebracht gewesen wäre. Note vier.

Milan Badelj erinnert mich immer ein wenig an Joris Mathijsen – vom Laufstil her. Und auch vom Tempo her. Fußballerisch aber ist er eine Augenweide, auch wenn er einige Minuten benötigte, um voll da zu sein. Note vier.

Tolgay Arslan wirkte einige Male ein wenig unkonzentriert, fiel dadurch aber nicht groß ab. Aber er ist immer dann ganz stark, wenn er sich konzentriert und in sein Spiel und seine Aufgabe hineinbeißen kann. Verursachte aber einige überflüssige Freistöße in Strafraum-Nähe (des HSV), das kann auch mal schiefgehen. Note vier.
Ging in der 68. Minute, weil er gelb-rot-gefährdet war.

Heung Min Son schoss sein fünftes Saisontor – großartig. Und er machte sich damit noch ein wenig teurer – für den FC Liverpool. Viel und gut in Bewegung, Note zwei.

Rafael van der Vaart fand diesmal mehr Beachtung in der eigenen Mannschaft, er wurde einbezogen, und er machte auch in den meisten Fälle etwas Gutes aus und mit der Kugel. Besonders gut: er war auch kämpferisch voll da, oft sogar ein Giftnickel! Note drei. In der 88. Minute ging vdV, für ihn kam Per Ciljan Skjelbred.

Maximilian Beister begann übervorsichtig. Sicherheit zuerst , so hatte es den Anschein, er spielte den Ball ohne jedes Risiko ab, um nur keinen Fehler zu machen. Wenn das Selbstvertrauen erst voll da ist, dann werden wir auch den Beister erleben, der die Welt aus den Angeln heben will – mit seinen unwiderstehlichen Alleingängen. In etwas so wie in der 58. Minute, als er loslegte und aus spitzem Winkel wuchtig abzog – Jentzsch hielt mit Mühe. Note drei – weil er zweite Halbzeit deutlich zulegen konnte. Für Beister kam in der 90. Minute noch Dennis Aogo für ein paar Sekunden.

Artjoms Rudnevs hatte viele ganz starke Szenen – in Halbzeit eins die besten davon im eigenen Strafraum, denn dort rettete er einige Male in höchster Not. Vorne gab er läuferisch wieder alles, blieb im Abschluss zunächst glücklos – aber dann „ballerte“ er das 2:0 heraus. Große Szene, sein dritte Saisontor. Na bitte, er kommt. Und zudem hatte er den Ball auf den 1:0-Torschütze Son. Note zwei.

Tomas Rincon kam in der 68. Minute für Arslan – herzlichen Glückwunsch! Zu seinem Comeback – und dem HSV Glückwunsch, weil es nun wieder eine Alternative mehr gibt. Rosige Zeiten für den Klub und den Trainer.

So, dann zwei Dinge noch am Rande:

Es war heute der „Chef“ und sein bester Freund im Champs in Schnelsen, plötzlich und unerwartet standen sie vor mir. Aber ohne Anmeldung. Deswegen waren sie so schnell, wie sie gekommen waren, auch wieder weg. Das tat mir Leid, aber es waren ja alle Tische vergeben. Deswegen möchte ich allen, die bei „Matz ab live“ als Zuschauer dabei sein wollen, den Tipp geben, dass man sich bitte vorher im „Champs“ in Schnelsen anmelden möge. Dann klappt’s auch mit dem Tisch.

Apropos Tisch. An einem solchen sitzen nun Hans-Jürgen „Ditschi“ Ripp und Peter Hidien, zwei der Europapokal-Helden von 1977. Wir werden nun gleich mit „Matz ab live“ auf Sendung gehen, über dieses Spiel reden – und über alten, glorreiche Zeiten des HSV. Ich hoffe sehr, dass ihr dabei sein werdet.

PS: Morgen (Sonnabend) soll gegen 13 Uhr im Volkspark trainiert werden.

22.25 Uhr