Tagesarchiv für den 22. Oktober 2012

Rene Adler: “Nicht in Hektik verfallen”

22. Oktober 2012

„Na das war ja mal alles andere als gelungen gestern. Aber da hat man wieder gesehen, dass es ohne die Grundtugenden halt nicht läuft.
Brauchen wir meiner Meinung nach jetzt aber auch nicht in Hektik verfallen oder panisch zu werden. Das gute ist doch, dass wir direkt am Freitag zeigen können, dass wir unsere Lehren daraus gezogen haben. Und ich bin mir sicher, dass wir das auch tun werden.“

Originaltext von HSV-Torwart Rene Adler auf Facebook.

Gelungen war ganz sicher nicht viel – oder fast nichts. Ich habe heute so viele Leute getroffen, die erstmalig mal wieder im Volkspark waren, um sich ein HSV-Spiel live anzusehen. Oh Mann, waren die bedient. „Heidi Witzka“ – Eigenwerbung kann man einen solchen schlimmen Auftritt wie den beim 0:1 (fast hätte ich „beim 0:1-Debakel“ geschrieben) gegen den Tabellenfünfzehnten VfB Stuttgart gewiss nicht nennen. Im Gegenteil, die Zuschauer, die gestern erstmalig mal wieder da waren, um sich vom „neuen HSV“ live und vor Ort zu überzeugen, die werden nun verschreckt erst einmal wieder Bundesliga live am Fernseher bevorzugen. Haben sie jedenfalls alle unisono gesagt . . .

Die „Bild“ titelte ja heute von einem „Das war wie in schlimmsten Zeiten“. Treffer. Dabei hatte ich am Freitag noch im Hamburger Abendblatt geschrieben, dass ich mich – nach dem unsäglichen 4:4 gegen Schweden – auf HSV gegen Stuttgart freue, weil es beim HSV nun Siegertypen wie Heiko Westermann, Rene Adler, Rafael van der Vaart, Milan Badelj und Petr Jiracek gibt, die nicht dulden werden, dass es wieder einen „Rückfall in alte Zeiten“ geben wird. Denkste! Aber voll denkste! Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur . . . Da hatten die meisten Siegertypen des HSV ja nur und in erster Linie mit sich selbst zu tun, die konnten gar nicht an ihre teilweise überforderten Nebenleute denken – und dann helfen. Das war grausam. Und wenn die Jungs nicht ganz schnell wieder den Hebel umlegen, dann gibt es – da bin ich gegenteiliger Meinung als der HSV-Keeper – am Freitag auch in Augsburg ein ganz böses Erwachen. Und danach kommt dann das „Freilos“ Bayern in den Volkspark.

„Gegen Stuttgart haben wir noch etwas gut zumachen“, hatte Thorsten Fink vorher jeden dritten Tag verkündet. Wer hat es verinnerlicht? Von den Spieler offenbar nicht ganz so viele. Und wenn ich jetzt an Augsburg denke, wo der HSV in seiner ersten und bislang einzigen Bundesliga-Partie mit 0:1 verlor, dann könnte man wieder meinen: „Da hat der HSV doch auch noch etwas gut zu machen.“ Hätte er, gewiss, aber wer denkt schon noch an diese erschütternde Hamburger Vorstellung im Sommer? Ich prophezeie mal: nicht einer. Und dann denke ich mal weiter, dass Augsburg ganz sicher nicht den besten Fußball zu bieten hat (auch das 0:0 in Nürnberg war Fußball zum Davonlaufen), aber eines ist sicher: Die FCA-Jungs werden 90 Minuten rennen, kämpfen, sich den Hintern aufreißen. Ob dazu der HSV in der Lage ist? Da kommen mir nach diesem müden Auftritt doch arge Zweifel.

Um einmal die Statistik dieses jämmerlichen Schwaben-Kicks zu offenbaren:

Stuttgart führte in Sachen Torschüssen 22:19. Gefühlt hätte ich allerdings von 44:10 geschrieben, so knapp hätte ich das nie erwartet. In Sachen Flanken führte der HSV nach 90 Minuten mit 15:11, bei Ecken lag der VfB mit 4:3 vorn. Der HSV hatte 53 Prozent Ballkontakte verlor aber die Statistik der gewonnenen Zweikämpfe – fast schon grandios – mit 43:57. Das ist hart. Bei den Fouls lag der HSV mit 18:13 vorn. Interessant ist die Bilanz der meisten Ballkontakte. Die hatte beim HSV Michael Mancienne mit 93. Beim VfB war es Holzhauser mit „nur“ 69. Mancienne war mit 68 Prozent gewonnener Duelle der Zweikampfstärkste des HSV, bei den Schwaben war es Tasci mit 92 Prozent. Und bei den Gelben Karten stand beim HSV die Null, während die Schwaben zweimal den Karton erhielten. Auch irgendwie bezeichnend.
Selten war eine Statistik mal so eindeutig und aussagekräftig, wie diese. Ein HSV-Spiel zum Vergessen. Und, noch eine ganz persönliche Statistik von mir: In Sachen Leidenschaft gewannen die Stuttgarter 90:10. Wenn nicht sogar noch höher.

„Eine Länderspielpause kann sich immer mal so oder so auswirken, heute hat sich diese Pause nicht gut auf unser Spiel ausgewirkt. Der eine oder andere hat bei uns unsicher gewirkt“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink und befand weiter: „Wir stehen weiter auf Platz zehn, und das sind unsere Ziele. Nicht dass wir hier Luftschlösser bauen und sagen, dass wir in die Europa League wollen, von daher muss man sagen, kommt der eine oder andere da auch wieder runter.“

Runter von diesem Höhenflug, der nun leicht zu einem Höhenkoller werden könnte. Platz vier! Mal ehrlich, Platz vier wäre dann doch auch des Guten etwas zu viel gewesen, oder? Die Tabelle soll ja nicht lügen, heißt es im Bundesliga-Fußball, aber in diesem Fall hätte sie doch ganz, ganz stark gelogen. Ich kann mich erinnern, dass ich vor dem Hannover-Spiel (1:0 für den HSV) mit einem ganz bekannten „Altinternationalen“ (ein echter HSV-Held) den Boden des Volksparks betrat. Wir sprachen im Beisein seiner Frau über die „kleine Erfolgsserie“ und er sagte: „Dass ist Dir doch wohl nicht entgangen, dass wir auch viel Glück gehabt haben. Wenn ich allein an das Dortmund-Spiel denke, das hätten wir in den letzten zehn Minuten ja locker noch 3:7 verlieren können . . . Aber wir gewannen dank Adler 3:2.“ Recht hatte er.

Trotz eines Riesen-Fußballers van der Vaart hat der HSV noch schwere Tage und auch Zeiten vor sich. Abstieg, da bin ich mir absolut sicher, ist in dieser Saison kein Thema, aber der Aufschwung wird sich noch ziehen. Zumal dann, wenn der „kleine Engel“ weiterhin im Spiel seiner Mannschaft übersehen wird, somit nur eine unwesentliche Nebenrolle spielt. Ein van der Vaart muss gesucht werden, der muss den Ball immer wieder in seinen linken Fuß gespielt bekommen, nur dann kann er auch Ideen entwickeln. Wenn aber die Bälle eisern und stereotyp immer nur über seinen Kopf nach vorne (ins Nirwana) gedroschen werden, dann darf sich niemand wundern, dass der gute „Rafa“ gar nicht erst zu seinem Spiel findet. Und das hat nicht damit zu tun, dass der Niederländer mal manngedeckt wird. Van der Vaart hätte ganz sicher die Klasse, eine solche Sonderbewachung zu ignorieren, aber dann müssten seine Teamkollegen auch alle mit ihm spielen wollen. Das war diesmal nicht der Fall. Das war auch in Fürth schon der Fall, und ansatzweise auch im Hannover-Spiel. Deswegen bin ich mal gespannt, wie sich diese (Van-der-Vaart-)Geschichte so entwickelt.

Es ehrt Rafael van der Vaart aber, dass er keine Entschuldigungen suchte, dass er auch keine Erklärungen erfand, warum es nicht lief. Er wusste nur zu genau, dass das (auch sein Spiel) nichts war. Und seine kurzzeitige Adduktoren-Verletzung vor dem Stuttgart-Spiel hielt auch nicht als Ausrede her: „Da war nichts, ich war fit. Es lag auch nicht an den Länderspielen. Wir haben einfach nicht gut gespielt. Im Mittelfeld entscheidet man Spiele, und da waren heute die Stuttgarter viel besser – und dann verliert man ein solches Spiel.“ Zu Zukunft befand der Niederländer: „Vor drei oder vier Wochen, da müssen wir ehrlich sein, hatten wir keine Punkte. Natürlich wollen wir mehr, natürlich können wir auch mehr – aber der HSV muss mal ruhig bleiben. Wir müssen hart kämpfen für jeden Punkt.“ Und wenn ich mich recht erinnere, so hatte mir die „ewige 23“ noch am Sonnabend beim Gang in die Kabine gesagt, dass er ein sehr schwieriges Spiel gegen die Schwaben erwarte. Er hatte so eine Ahnung . . .

„Stuttgart war gedanklich schneller, wir kamen auch immer zu spät, standen oft viel zu weit von den Gegenspielern entfernt. Warum das so war, das werden wir analysieren müssen. Es hätte uns deswegen auch heute nicht gut getan, wenn wir dieses Spiel noch glücklich gewonnen hätten. Wir sollten realistisch bleiben, wir sollten wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen – im Moment sind wir noch nicht so weit, aber wir können uns, zu dem, was wir heute geleistet haben, weiter verbessern. Weiter arbeiten, darüber reden, Videos zeigen und daraus die Lehren ziehen“, sagte Thorsten Fink in seinem Resümee und ergänzte noch: „Mit der zweiten Halbzeit war ich relativ zufrieden. Weil wir mehr Fußball gespielt haben.“

Die Lichtblicke des HSV waren an diesem Sonntag um 19.30 Uhr an einer Hand abzuzählen: Rene Adler, Heiko Westermann und Maximilian Beister. Letzterer dürfte sich auch für das Augsburg-Spiel ganz weit nach vorne gebracht haben. Fink lobte: „Maxi hat seine Sache sehr gut gemacht, er ist ein paar Mal gefährlich zum Abschluss gekommen, ein paar gefährliche Schüsse abgegeben – da haben wir es geschafft, die Leute zwischen den Linie freizuspielen.“ Beister hat auch deshalb beste Chancen, zur Anfangsformation in Augsburg zu gehören, weil Jiracek wohl offensichtlich nicht bis zum Freitag fit zu werden scheint. Und sollte der Tscheche fehlen tatsächlich passen müssen, wäre das sehr bitter für den HSV, denn Jiracek ist immer einer, der von Minute eins bis 90 alles gibt.

Der HSV-Coach sagte auch bezüglich der sportlichen Zukunft (sprich Augsburg): „Wir müssen nun zusehen, dass wir regenerieren, dass wir körperlich fit bleiben. Man hat gesehen, dass der eine oder andere schwere Wochen hinter sich hatte – das merkt man natürlich auch.“ Deswegen wird es an diesem Dienstag auch nur ein eingeschränktes, ein individuelles Training geben. Der angeschlagene Petr Jiracek (Adduktorenprobleme) wird ebenso nicht trainieren wie Rafael van der Vaart. Und wahrscheinlich gesellt sich der eine oder andere Spieler auch noch zu diesen beiden Cracks. Wobei ich mich frage, wieso der HSV so unter dieser Länderspiel-Belastung zu leiden hat? Beim FC Bayern waren zum Beispiel fast alle Spieler mit ihren Doppel-Länderspielen beschäftigt, aber dann fegen die Münchner mal eben die Düsseldorfer mit 5:0 aus dem Stadion. In Düsseldorf! Die Fortuna hatte zuvor in sieben Bundesliga-Spielen drei Gegentore kassiert. Drei! Und dann gegen die Bayern, die auch alle ihre Länderspiele hinter sich hatten, gleich fünf.
Okay, wenn man bedenkt, dass die Bayern ja nur eineinhalb Länderspiele gemacht haben (das gegen Schweden wurde ja beim Stande von 4:0 von allen kollektiv beendet), dann kommt dieses 5:0 dann wohl doch nicht ganz so überraschend . . .

Aber an so etwas (an ein 5:0) kann ja ohnehin keiner in Hamburg denken. Schritt für Schritt. So wie es Thorsten Fink in der jüngsten Vergangenheit auch immer wieder gesagt und quasi angemahnt hat. Er will unter die „Top ten“, so seine Zielsetzung. In dieser Beziehung hat der frühere Bayern-Profi schon starke Abstriche machen müssen, denn als er vor einem Jahr in Hamburg antrat, da verkündete er immer wieder, kein „Mann des Mittelmaßes“ zu sein. Jetzt, so hat es den Anschein, wäre ihm nicht lieber als das. Mittelmaß, Mittelmaß – du mein Vergnügen . . .

So, wer noch weiter Lust hat, eine gewisse Meinungsvielfalt hier bei „Matz ab“ zu lesen, dem seien noch einige Beiträge ans Herz gelegt, die mir die Moderatoren empfohlen haben. Es sind Meinungen, die die Verfasser vertreten, nicht ich. Obwohl, das gebe ich zu, mit so mancher Kritik kann ich mich schon identifizieren.
Los geht es:

„Prof. Vitzliputzli“ schrieb:

Thorsten Fink ist morgen also auf dem “heißen Stuhl” beim Fantalk des HSV in “Die Raute”!?
Sozusagen Rechenschaftsbericht gegenüber dem mächtigen Supporters Club ablegen. Im Prinzip stets eine sehr unangenehme Geschichte, wenn eine sportliche Weiterentwicklung kaum zu erkennen ist. Und das ist trotz der (glücklichen) Siege gegen BVB, H96 und gegen Fürth in fast allen Bereichen zu konstatieren.
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1) Die Spieleröffnung ist aufgrund mangelnder Technik fast aller Defensivspieler ein erhebliches Grundproblem. Schnelles Vorschieben aller Mannschaftsbereiche (weiträumiges Auffächern, Gegenspieler an sich binden), um Platz zu schaffen für die Innen- und Aussenverteidiger, findet sehr sehr selten statt. Meistens wird das “Überspielen” der “Linien” als häufigste Variante angewendet. Variabilität ist kaum zu erkennen.
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2) Der Spielaufbau, das Übergangsspiel in der “Neutralen” Zone im Mittelfeld ist desaströs, da dem HSV hier stets die entscheidenden katastrophalen Abspielfehler unterlaufen. Ballsicherheit und Passspiel muss sich hier erheblich durch intensive Trainingseinheiten verbessern. Das hat der VFB am WE hervorragend vorgemacht. Das taktische Verhalten von Jansen und Diekmeier ist sehr verbesserungswürdig. Aber wie gesagt: diese Defizite haben fast alle im Abwehrbereich…
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3) Die Ballzirkulation wirkt gegenüber vielen anderen Vereinen, so denn sie dort auch angewendet wird, langatmig ohne großen Raumgewinn und zudem fehlt die Angriffsauslösung um Lücken in der gegnerischen Abwehr zu provozieren und sich Räume für die offensiven Kräfte bieten. Rudnevs zeigt dort zumindest gute Ansätze. Im entscheidenden Moment den Gegner locken, schnelles Spiel (auch durch Positionswechsel), Ball prallen lassen, in die Tiefe starten, während alle Mannschaftsbereiche systematisch Nachrücken.
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4) Taktische Variabilität z.B. “Hoch” oder “Tief” verteidigen. Warum erkennt man das zu selten beim HSV? Nach Ballverlust in der gegnerischen Spielhälfte sofortiges zustellen. Überzahl in Ballnähe schaffen und die Passwege verhindern. Das alles muss aber im Verbund geschehen, wo alle Spieler eine Aufgabe zu erfüllen haben. Den Ballführenden unter Druck setzen und ihn zu einem Befreiungsschlag zwingen. Viel zu selten beim HSV zu sehen!!! Diesen Jagdtrieb in der gegnerischen Hälfte vermisse ich total.

Von „papa@home“ kam dieser Bericht:

Meiner Meinung nach ist für das schlechte Spiel vom Wochenende ganz erheblich die mangelnde oder falsche Einstellung ursächlich. Es wurde vorab mal wieder wie so oft in der Vergangenheit in solchen Situationen ausschließlich geschwafelt vor dem Spiel (“wir verlieren kein Spiel mehr” etc).
Um aber wirklich auch weiter nach oben zu kommen und einen Gegner zu dominieren muss man sein vorhandenes Selbstvertrauen aber auch auf dem Platz in Kampf, Leidenschaft und Spielintelligenz umsetzen. Am Sonntag war von Beginn an zu sehen, dass jeder Spieler fast immer einen Schritt zu spät kam im Zweikampf, dass nicht der letzte Meter zu Ende gelaufen wurde, um entscheidende Passwege zuzulaufen und dass man einfach nicht voll bei der Sache war. Keiner der Spieler hat gebrannt, jeder wirkte sehr selbstzufrieden nach dem Motto: das Schaukeln wir schon. Erst Beister hat nach seiner Einwechslung unter Strom gestanden.

Und um 10.34 Uhr kam von „sw11“ dieser Beitrag:

Die gestrige Leistung bestätigt diejenigen, die seit geraumer Zeit hier Zweifel äußern, ob der taktische Beitrag des Trainerteams und meinetwegen der sportlichen Führung den Ansprüchen des Kaders genügt.
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Mag es in Zeiten des (hier leider nur temporären) Erfolgs schwer sein, die Leistung des Trainers zu kritisieren, liegt dies in der Niederlage natürlich nahe – beim HSV allerdings durchaus begründet.
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Es ist weiterhin, wie in der Vorbereitung auch, kein spielerisches System zu erkennen. Die einzelnen Mannschaftsteile stehen zu weit auseinander, das Mittelfeld hat es dadurch schwer, ins Spiel zu kommen, weil der Anschluss sowohl an Verteidigung, wie auch den Angriff fehlt. Dadurch werden irgendwann dann wieder die Hoch- und Weit-Bälle gespielt, die einem gepflegten Spiel – und viel entscheidender – den Stärken der eigenen Mittelfeldleute entgegen stehen.
Allenfalls kann man einen Trend zur leicht verbesserten Defensive konstatieren, der gestern sich allerdings auch abschwächte.
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Ergänzt wird der Mangel an taktischer Kultur durch fragwürdige Aufstellungen: Dass Jiracek auf der links offensiven Mittelfeldposition nicht funktioniert und zuviel auf seine Kernposition, die Zentrale einschert, war bereits im vergangenen Spiel zu sehen. Ein Spieler, der auf der linken Seite (im übrigen auch nach Umschulung) anständige Spiele für den HSV gemacht hat und in den vergangenen Testspielen als in herausragender Form beschrieben wurde, wird dagegen ignoriert. Dass Son jegliches taktisches Verständnis vermissen lässt und auch keinen Trend zur Besserung erkennen lässt, spricht ebenfalls gegen die Entwicklungsfähigkeit des Trainerteams.
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Mit Sorge beobachte ich, wie van der Vaart immer weiter zurückgezogen spielt. Es gab Zeiten, in denen der HSV Trainer beschäftigte, die es für eine gute Idee hielten, van Nistelrooy mehr Laufarbeit ins Mittelfeld zu verordnen. Ähnlich würde eine solche taktische Vorgabe für van der Vaart, die ihn seiner ureigensten Stärken berauben würde, anmuten. Wurden nach der Verpflichtung der drei Mittelfeldspieler für eine Summe von zusammen um die EUR 20 mm zwar noch Spiele (glücklich und dank unglaublicher Energieleistungen u.a. van der Vaarts) gewonnen, steht zu befürchten, dass sich dieser Erfolg im Sog der Neuverpflichtung als nicht wiederholbar erweisen wird. Schlimmer: Wenn es so weiter geht, wird sich bestätigen, was sich derzeit andeutet: Individuell starke Neuverpflichtungen werden kontinuierlich schwächer, weil sie sich im (nicht vorhandenen) System aufreiben.
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Der Trainer ist nachdrücklichst gefordert, nach nunmehr über einjähriger Arbeit einen Nachweis taktischer Arbeit zu liefern. Angesichts der von ihm in Interviews geäußerten Platitüden steht indes zu befürchten, dass er intellektuell und fachlich dieser Aufgabe nicht gewachsen sein dürfte.

PS: Alle Berichte der drei User erscheinen hier im Original, sind also unverändert!

PSPS: Morgen (Dienstag) wird im Volkspark um 15 Uhr trainiert, mehr oder weniger aber (oder vor allem) die Reservisten.

17.29 Uhr