Monatsarchiv für September 2012

“Dittsche”: “Adler ist ein reiner Titan!”

30. September 2012

„Wir sind alle sehr dankbar, dass unser Verein nicht zwei Wochen früher gegründet wurde . . .“ Bei seiner Begrüßungsansprache in der 02 World-Arena scherzte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow über die aktuelle Punktausbeute seines Klubs – denn vor einer Woche hatten viele Skeptiker noch befürchtet, dass der Klub ohne einen Punkt in die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag gehen würde. Dieses Horror-Szenario aber blieb dem HSV zum Glück erspart. Nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 war „ganz Hamburg“ in Partylaune. Fast 12 000 Zuschauer waren nur ein, zwei Stunden nach dem zweiten „Dreier“ der Saison gekommen, um den Ehrentag des Bundesliga-Dinos zu feiern. Ganz sicher gab es spät in der Nacht, das will ich nicht verheimlichen, auch manche kritische Stimme, weil bestimmt nicht alles so rund gelaufen war, wie gedacht oder geplant. Es gab auch manche kritische Stimme, weil das Jubiläums-Programm nicht jedermanns Geschmack war – aber ich kann für mich sagen: Ein toller und gelungener Abend, es waren großartige Künstler dabei, die mir alle uneingeschränkt sehr gefallen haben. Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Für mich war es wunderschön – und fast unglaublich, wie viele prominente HSV-Persönlichkeiten zu diesem Festtag mal wieder nach Hamburg gekommen waren. Das war ein Klassentreffen XXXL. Ganz, ganz hervorragend. Wo soll man anfangen, wo soll man aufhören? Als Uwe Seeler vorgestellt wurde, erhoben sich alle Gäste von ihren Sitzen. Und donnernden Beifall gab es, als „uns Uwe“ sagte: „Für mich ist der HSV schon immer alles – das war mein Leben: Erst Schule und Sport – das war der HSV. Nachher Beruf und Sport – das war auch der HSV. Und jetzt als Passiver auch der HSV. Der HSV wird immer der HSV bleiben und in meinem Herzen verankert sein.“

Die Spieler der Meistermannschaft von 1960, Horst Schnoor, Jochen Meinke, Klaus Neisner, Gert Dörfel und Franz Klepacz (der nicht spielte) waren zu diesen Feierlichkeiten gekommen, der schwer erkrankte Erwin Piechowiak fehlte. Ich hatte den Verteidiger noch am Vormittag getroffen, er ist am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Für dieses Fest aber wäre er noch nicht wieder fit gewesen.

Ansonsten waren die meisten Größe anwesend: Günter Netzer war da, Manfred Kaltz, Horst Hrubesch, Ditmar Jakobs, Holger Hieronymus, Thomas von Heesen, Wolfgang Rolff, Felix Magath, Dieter Schatzschneider, Benno Möhlmann, Hans-Jürgen „Dittschi“ Ripp, Helmut „Ratte“ Sandmann, Rolf Fritzsche, Jörg Butt, Uli Stein, Jimmy Hartwig, Bernd Wehmeyer, Jürgen Milewski, Michael Schröder, Richard Golz, Harry Bähre, Nico Hoogma, Erik Meijer, Harald Spörl, Carsten Kober, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Peter Lux, Tobias Homp, Stig Töfting, Thomas Doll, Rodolfo Cardoso (wurde er als Bruno Cardoso vorgestellt? Mir war fast so), Caspar Memering, Uwe Hain, Manfred Kastl, Borisa Djordjevic, Ralf Brunnecker und, und, und. Ich habe ganz sicher etliche HSV-Spieler vergessen zu erwähnen, aber es waren ganz einfach zu viele dabei. Ein traumhafter Abend für jeden HSVer.

Kleine aber nicht unbemerkte Begebenheit am Rande: Als in der Halle große und ganz große sowie verdienstvolle HSVer, die inzwischen verstorben sind, auf den Leinwänden gezeigt wurden, da gab es, als das Foto von Werner Hackmann aufleuchtete, viel und herzlichen Beifall. Welch eine große Geste für den Mann, der maßgeblich (neben Uwe Seeler) mitgeholfen hatte, aus dem kalten Volksparkstadion eine neue Arena zu bauen. Hackmanns Ehefrau Ulla war (mit ihrer Tochter) zu dieser Feier gekommen, sie registrierte den Applaus mit stiller Freude. Wie schön, das es im so coolen Profi-Sport auch noch eine solche Herzlichkeit gibt.

Das Gegenteil musste DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erfahren, der oft lautstark ausgepfiffen wurde. Dafür habe ich mich geschämt, gebe ich zu. An einem solchen Abend hätten die Fans, die schlecht auf den Deutschen Fußball-Bund zu sprechen sind, besser einmal geschwiegen . . . Ganz nebenbei kenne ich Niersbach schon ganz lange, er war einst ein Kollege (vom Sport-Informations-Dienst SID) und ist ein fabelhafter Mensch. Dazu auch noch ein absoluter Fußball-Experte, der in der ganzen Welt höchste Anerkennung genießt.
Schade, schade, dass es diese Pfiffe gab.

Nicht nur die Pfiffe waren störend, auch der Wechsel von einer Arena in die andere. Zum Einlass der After-Show-Party hatten die Organisatoren eine halbe (!) Tür geöffnet, die Schlange (der VIP’s) wurde lang und länger – mir taten vor allem die frierenden Frauen Leid. Und wer es dann in die Räumlichkeiten geschafft hatte, der war nicht nur geschafft, sondern auch überrascht. Weil Frau und Mann eigentlich keine Chance hatten, umzufallen. Wer irgendeine Schwäche gezeigt hätte, vielleicht ohnmächtig geworden wäre, der hätte keine Möglichkeit gehabt, zu Boden zu gehen. So übervoll war das. Da muss dem HSV irgendein Planungsfehler unterlaufen sein, da waren ganz sicher viel zu viele Gäste geladen worden – aber der Verein braucht eben jeden Euro. Das war massenweise Aufbauhilfe HSV. Aber man kann eben nicht alles haben . . .

Dafür war die Show in meinen Augen gelungen. Die drei Moderatoren Judith Rakers, Alexander Bommes und Johannes B. Kerner, dazu zeitweise Sylvie van der Vaart (sie soll gedacht haben, dass sie den ganzen Abend mitmoderieren sollte?), Carlo von Tiedemann und Dieter Thomas Heck, machten ihre Sache gut. Hamburgs Perle „Lotto King Karl“ hatten einen überragenden Auftritt, dazu der hervorragende Rea Garvay, auch Scooter (ebenfalls super!) war dabei und der einfach nur großartige Olli „Dittsche“ Dittrich, dazu auch Otto Waalkes (der nur langsam in Fahrt kam . . .) und der Kinderchor „Alsterspatzen“ (heißen sie so?). Nein, das alles hatte was und konnte sich sehen und hören lassen. Auch wenn die Show gegen Ende ein wenig an Stimmung einbüßte. Das Bubble-Footballspiel war absolut überflüssig.

Ganz zum Schluss wurde die von der „Bild“ (den Lesern) gewählte 125-Jahr-Mannschaft vorgestellt. Das sind folgende Spieler: Uli Stein, Jupp Posipal, Peter Nogly, Willi Schulz (er fehlte an diesem Abend), Manfred Kaltz, Ditmar Jakobs, Gert „Charly“ Dörfel, Uwe Seeler, Kevin Keegan (er fehlte leider auch – sehr), Karsten Bäron, Mehdi Mahdavikia, Thomas Doll, Thomas von Heesen, Felix Magath, Rafael van der Vaart, Horst Hrubesch, dazu Trainer Ernst Happel (für den Sohn Ernst junior aus Wien erschienen war) sowie Kult-Masseur Hermann Rieger, der an diesem Abend mehrfach stürmisch gefeiert wurde.

Der unumstrittene Star der gesamten Feierlichkeiten aber war ein anderer Mann: Rene Adler, der mit der gesamten Mannschaft zum Geburtstag gekommen war – samt Spielerfrauen (die sogar auch noch ihren Auftritt hatte). Der HSV-Torwart, der zuvor Hannover 96 an den Rande des Wahnsinns gebracht hatte, wurde geradezu enthusiastisch umjubelt und gefeiert. „Wenn Rene so weitermacht, dann wird er bald wieder in der Nationalmannschaft spielen“, prophezeite Uli Stein. Aber zu diesem Thema gab es kürzlich im Hamburger Abendblatt einen Artikel meines Kollegen Alexander Laux:

„Bundestrainer Joachim Löw macht Torhüter Rene Adler Hoffnungen auf ein Comeback in der Nationalmannschaft nach fast zweijähriger Pause. „Bei Rene Adler muss man jetzt mal nach seiner langen Verletzung abwarten. Aber auch ihn werden wir beobachten”, sagte Löw im Interview des Sportmagazins „Kicker”. Für die nächsten vier Länderspiele habe er sich aber auf Manuel Neuer, Marc-Andre ter Stegen und Ron-Robert Zieler festgelegt, während Bernd Leno die Rolle bei der U21 übernehmen soll.“

Löw müsste also, falls sich nicht noch ein Torhüter verletzten sollte (was niemand hofft!), im Hinblick auf die Spiele gegen Irland und Schweden wortbrüchig werden, und das ist kaum anzunehmen. Adler muss sich also noch ein wenig in Geduld üben – aber er wird ganz sicher bald wieder für Deutschland zwischen den Pfosten stehen. Ganz sicher. In dieser Form, in dieser Über-Form gibt es nämlich keinen besseren Torwächter, als ihn. Obwohl der HSV-Keeper absolut und total bescheiden bleibt – in all der Jubelarien: „Es ist ja mein Job, Bälle zu halten, das mache ich nur. Ich spiele ja nicht allein. Alle haben sich gegen Hannover den Arsch aufgerissen. Und ich mag solche heiß und hart umkämpften Siege viel lieber, als wenn man klar und deutlich gewinnt. Die Stimmung im Stadion war hervorragend.“

Eine ganz besondere Lob-Rede hielt an diesem Abend “Dittsche” auf den HSV-Helden zwischen den Pfosten: “Rene Adler ist ein reiner Titan – er ist der neue reine Torwart-Titan.” Und Torhüter-Legende Horst Schnoor befand: “Ich habe Rene kürzlich beim Abendblatt-Interview kennengelernt, er ist ein ganz feiner Kerl. Und als Torwart sowieso überragend, er wird bald wieder bei Jogi Löw sein.”

Solche Sätze sorgten für Super-Stimmung in der Halle natürlich auch. Besonders zu Beginn der Veranstaltung brodelte es auf den Rängen. Aber da schwebten ja auch alle Zuschauer noch auf Wolke sieben, denn sieben Punkte in einer Woche – die sorgten schon für eine besondere Befreiung.

Die gab es auch für Trainer Thorsten Fink: „Ich bin natürlich überglücklich, denn wir haben ja eine recht schwierige Zeit hinter uns.“ Der HSV-Coach lobte nach dem 1:0-Sieg nicht nur Adler, sondern auch den Kapitän: „Heiko Westermann hatte sich beim 2:2 in Mönchengladbach einen fünf Zentimeter langen Muskelfaserriss zugezogen, aber er wollte unbedingt spielen, und er hat gespielt und durchgehalten. Wie er das gemacht hat, das ist mir schleierhaft, aber der Heiko muss eine Art von Ur-Mensch sein. Wie er das trotz aller Schmerzen hingekriegt hat, mit welcher Leidenschaft er gespielt hat, das ist schon sensationell. Und deswegen habe ich ihn diesmal extra mal gelobt.“

Lob verdienten sich diesmal viele HSV-Spieler. Tolgay Arslan zum Beispiel, der ein riesiges Spiel gemacht hat. Fink über den neuen „Sechser“: „Tolgay hat gelernt, den Ball mal abzuspielen. Das muss er jetzt machen, wenn er neben Rafael van der Vaart spielt. Dieses Spiel tut ihm gut, er sieht nun auch, dass man mit ein, zwei Kontakten viel besser spielen kann, als wenn man zu viel dribbelt. Ich habe vorher auch nicht gedacht, dass er defensiv so gut arbeiten kann, aber er kann es, und deswegen bin ich sehr zufrieden mit ihm.“

Für mich etwas überraschend hatte Fink Petr Jiracek auf der Bank gelassen. Der Tscheche war in Frankfurt mit der Witz-Karte des Jahres (von Wolfgang Stark gegeben!) vom Platz gestellt worden, völlig zu Unrecht, und deswegen hatte ich eigentlich erwartet, dass er gleich wieder in der Anfangsformation stehen würde. Denkste. Fink setzte ein Zeichen. Für den Nachwuchs, für die Jungen, für die Talente. Auch das hat ein Lob verdient. Für Jiracek aber tat es mir Leid, denn ohne diese Rote Karte hätte ja wohl er immer noch gespielt . . . „Wenn ein Mann wie Arslan so gut einschlägt, dann sollte man nicht gleich wieder alles auseinander reißen. Es ist doch schön, dass wir mit Petr Jiracek noch einen so guten Mann auf der Bank hatten, dass wir noch so viele starke Spieler in der Hinterhand haben – aber Jiracek ist genau so wichtig für uns wie alle anderen Spieler.“

Zur Leistung von Rene Adler befand der Trainer: „In Mönchengladbach hat er so gehalten, wie er normal halten muss, diesmal hat er uns den Sieg festgehalten. Er hält im Moment top. Und er ist wichtig für die Mannschaft, denn er sagt mal was. Das ist auch wichtig, dass man nicht nur Spiele hat, die stumm wie Fische sind. Er redet mit seinen Vorderleute, er motiviert sie, und er scheißt sie auch manchmal an, wenn es sein muss. Rene ist ein großartiger Führungsspieler.“

Viel Lob vom Trainer erhielten auch die Fans: „Sie haben hier vier Wochen jeden Tag gearbeitet, das ist sensationell, auch deswegen freut mich der Sieg über Hannover besonders, denn sie hätten nichts anderes verdient. Ich habe hier einige Anhänger jeden Tag gesehen, die müssen Urlaub genommen haben, das nenne ich mal einen leidenschaftlichen Einsatz für den HSV.“

Aber das gilt wohl für viele HSVer an diesem Wochenende. Auf dem Rasen und nebenbei, dazu die vielen, vielen fleißigen Hände bei der Gala und danach – vielen Dank.

Ein Satz noch zu Rafael van der Vaart. Er spielte eine sehr gute erste Halbzeit (für mich), dann tauchte er gelegentlich ab. Die Kraft. Drei Spiele in einer Woche, dass war für ihn, der stets ein riesiges (Lauf-)Pensum erledigt, wohl zu viel. Fink über die „23“: „Rafael hat dem Spiel diesmal nicht seinen Stempel aufgedrückt, aber er fightet und geht immer voran.“ Und van der Vaart bekannte: „Das war kein gutes Spiel von uns, Hannover war spielerisch besser. Ab er das ist mir heute egal, es zählt nur der Sieg.“ Über den Fink sagte: „Es war ein dreckiger Sieg, aber auch muss man mal gewinnen können.“

Und zu Artjoms Rudnevs sei gesagt: Der Lette wird immer besser, auch wenn ihm noch lange nicht alles gelingt. Aber er trifft, und das haben einige Experten (des HSV) prophezeit. Macht er erst ein Tor, dann werden andere folgen. Stimmt. So darf der „Rudi“ weitermachen. Was man ihm aber auf jeden Fall attestieren muss: Rudnevs läuft viel, geht weite Wege, geht auch dorthin, wo es weh tut – deswegen ist er schon jetzt sehr wertvoll geworden.

Alles wird gut.

PS: Es gibt noch einen prächtigen Nachschlag in Sachen 125-Jahr-Feierlichkeiten: Der Fernsehsender “HH1″ überträgt am Montag von 20.15 Uhr an über 90 Minuten auch eine HSV-Geburtstags-Gala. An ihr werden viele namhafte HSV-Größen von einst teilnehmen, so sind dabei Horst Schnoor, Jochen Meinke, Thomas Doll und Richard Golz, Horst Hrubesch und Holger Hieronymus, dazu Klub-Chef Carl-Edgar Jarchow, Kult-Masseur Hermann Rieger und “Ober-Fan” Johannes “Jojo” Liebnau. Es wäre schön, wenn ihr einschalten würdet.

PS PS: Am Montag ist trainingsfrei. Sie haben es sich verdient.

16.31 Uhr

1:0 – Adler hält und hält und hält!

29. September 2012

Der zweite Saisonsieg unter Dach und Fach, in der Tabelle gen Mittelfeld geklettert, das Jubiläum gerettet – der 1:0-Sieg über Hannover 96, der unheimlich hart erkämpft war, sorgte für beste Stimmung im Volkspark. Was heißt beste – für Super-Stimmung. „Der HSV ist wieder da“ und „Oh, wie ist das schön“ wurde nach dem etwas glücklichen Erfolg gesungen, die Fans waren völlig aus dem Häuschen. 57 000 Zuschauer waren da – und ein Mann wurde in dieser Euphorie besonders gefeiert – Torwart Rene Adler. Unglaublich, diese Leistung, dieser Mann scheint unbezwingbar, er allein bremste Hannover 96. Weltklasse. Es geht bergauf, dieses Spiel war Gänsehaut-Feeling pur. Und jetzt kann gefeiert werden, gefeiert ohne Ende. Viel, viel Spaß.

125 Jahre HSV.
Jubiläumschoreographie von der Ultragruppierung Chosen Few Hamburg sorgte schon vor Beginn für enorme Stimmung und Freude auf den Rängen. Kompliment, das war sensationell, überragend – Weltklasse. Vielen Dank für diese Wahnsinnsarbeit, die schon zu Jahresbeginn begonnen hatte. 45 000 Doppelhalter und ein 380 Meter langes Spruchband wurden angefertigt – hervorragend, super, traumhaft. Welch ein Bild, als beide Mannschaften einliefen, das wird unvergessen sein Und so viele Fotoapparate wie wohl noch nie hielten diesen besonderen Geburtstag mit diesen Überraschungen für die Nachwelt fest. Danke.

Auf dem längsten Spruchband er Vereinsgeschichte stand übrigens: „Ob Titel, Triumphe und Legenden, ob Zafirov, Autowachs und rosa Hemden – unsere Geschichte ist einmalig und wird niemals enden! 125 Jahre Hamburger Sport-Verein e. V.“

Nach 60 Sekunden schon der erste Aufreger in diesem Spiel. Ivo Ilicevic geht gegen da Silva Pinto mit gestrecktem Fuß zu Werke – ein hartes Einsteigen, das mit Gelb bestraft wurde. Pinto musste behandelt werden, kehrte zurück und legte einige Minuten später seinen Fuß auf die Schulter von Milan Badelj. Auch ein klares Foul, aber der Hannoveraner reklamierte ohne Ende. Ein Witz. Da bohrt ein Spieler dem anderen fast in der Nase herum, aber es war rein gar nichts . . . Natürlich. Was zudem unangenehm auffiel: mehrere Hannoveraner reklamierten mehrfach bei Zwayer, eine Gelbe Karte zu geben. Das wären auch Gelbe Karten gewesen, macht aber kein Schiedsrichter (mehr).

Aber gut, so etwas gehört eben zum Fußball. Und jeder wollte hier gewinnen, kämpfte und ackerte ohne Ende. Auch am Rande wurde super mit gemacht. Trainer Thorsten Fink im Geburtstagssakko, aber er machte mit, als wäre er zu diesem Spiel im Trikot erschienen. Der Coach brannte wie eine Kerze – heiß, ganz heiß: Als ein Hannoveraner an der Mittellinie den Einwurf verzögert, weil er nicht weiß, wohin er werfen soll, breitet der HSV-Coach zweimal seine Arme weit auseinander, genau so, als wolle er Zeitspiel anmahnen.

Apropos ermahnen. Hannovers Huszti foulte Marcell Jansen übel, nur Freistoß. Dann reklamierte der kleine Dribbelkünstler der Niedersachsen heftig bei Schiedsrichter Felix Zwayer, fasste den Unparteiischen sogar an – nichts. Und dann revanchierte sich der Ungar noch für ein nicht geahndetes Foul mit einem bösen Rempler gegen Son – nichts. Aber auf der Gegenseite erhielt Tolgay Arslan Gelb – und der 23. Mann zählte ihm vor: „Eins, zwei, drei – Gelb.“ Merke: Auch einem Jubilar wird nichts geschenkt. Hatte der 96-Stadionsprecher ja aber auch vorher angekündigt . . .

Es war Feuer drin, in diesem Nordderby, erwartungsgemäß. 96 begann stark, die ersten zehn Minuten waren aus Hamburger Sicht ein wenig beängstigend. Aber es passierte zum Glück nichts. Und dann fand der HSV über den Kampf ins Spiel. Ilicevic enorm griffig und aggressiv, Tolgay Arslan stand ihm in nichts nach, und hinten bot Michael Mancienne eine ganz hervorragende Partie. Der HSV stellte eindeutig unter Beweis, dass die Liga nun mit einer ganz anderen Hamburger Mannschaft rechnen muss, als noch zu Saisonbeginn. Es geht aufwärts.

Wobei der HSV in der neunten Minute noch eine heikle Situation zu überstehen hatte. Eckstoß für 96, Schlaudraff zur Mitte, Kopfball Haggui – Glanzparade Rene Adler. Ja, auf den Nationaltorwart ist Verlass, auch bei ganz dramatischen Sachen.

In der 20. Minute dann aber die HSV-Führung. Heung Min Son zu Arslan, der zu Rafael van der Vaart, der sofort und ohne jede Zeitverzögerung in den Lauf von Artjoms Rudnevs, und der „Bomber“ zieht los – und ab. Aus zwölf Metern netzt er ein – das Jubiläumstor, welch ein Jubel, welch eine Freude. Dieses 1:0 war wie ein Brustlöser – und soooooo wertvoll. „Rudi“ Rudnevs wurde danach vom HSV-Anhang ganz besonders gefeiert. Und für van der Vaart war es die vierte Torvorlage im vierten Spiel. Und dazu ein Tor selbst gemacht . . . Eine Super-Bilanz.

Der HSV danach bemüht, die Kugel in den eigenen Reihen zu halten. Wenn Ruhe angebracht war, dann wurde auch Ruhe ins Spiel gebracht. 1:0 zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel zwei neue Leute. Beim HSV kam Maximilian Beister für den rot-gefährdeten Ilicevic, bei Hannover kam Abdellaoue für Schlaudraff. Und es wurde noch schneller, noch rasanter, sogar dramatisch. Hannover kam, machte mächtig Druck. Obwohl der HSV vor dem 2:0 stand: Beister legte zur Mitte, Rudnevs kreuzte frei vor Zieler auf – und der Lette schoss den Torwart an (54.). Das wäre die Entscheidung gewesen.

Für 96 das Zeichen, alles zu geben. Noch mehr Druck. Ya Konan vergab freistehend das 1:1 – eine Hundertprozentige (61.). Vier Minuten später war Adler schon bezwungen, doch Mancienne rettete noch auf der Linie. Das war hervorragend – aber auch großes Glück. Wie schon beim 3:2 gegen Dortmund hatte der HSV die Dame Fortuna mit im Team.

Und was Rene Adler in der Schlussphase hielt, das war unfassbar. Abdellaoue frei vor ihm, Ya Konan frei vor ihm, alle frei vor ihm – Adler hält und hält und hält – der Held! Sensationell. Was hat sich der HSV da nur für einen Goldfisch geangelt!? Adler rettet dem HSV den Jubiläumssieg. Alle Mitspieler nahmen ihre Nummer eins in die Arme, sogar Torwarttrainer Ronny Teuber stürmte auf den Rasen, um Adler zu herzen. Weltklasse ist eigentlich noch untertrieben – sorry.
Weiter so!

Die Einzelkritik:

Rene Adler hielt super, er stellte sich einmal mehr in Weltklasse-Form vor – Note eins. Vereitelte mindestens vier Hundertprozentige der Hannoveraner.

Dennis Diekmeier kommt immer besser in Form und in Fahrt, machte seine Sache mehr als ordentlich, Note zwei.

Michael Mancienne überrascht immer mehr, er bot eine sensationelle Leistung, seine beste im HSV-Trikot – unglaublich gut.

Heiko Westermann zeigte wieder, dass auf ihn in jeder Lage Verlass ist. Großer Kämpfer, Super-Einstellung.

Marcell Jansen war nicht ganz so stark wie zuletzt, als er sich enorm reinpowerte, aber insgesamt machte er seine Sache hinten links souverän.

Milan Badelj erwischte einen ganz schwachen Start mit vielen Fehlpässen, steigerte sich aber dann enorm. Das Fans tobten vor Begeisterung, als er in der 65. Minute wie Messi oder auch Ronaldo mit dem Ball tanzte. Note drei für ihn.

Tolgay Arslan stellte seine aufsteigende Form eindrucksvoll unter Beweis, er war der beste Hamburger Mittelfeldspieler. Wurde nur deshalb ausgewechselt, weil er vor der Roten Karte stand. Großartige Leistung.

Heung Min Son stellte sich diesmal nur ganz schwach vor, das war ein kleiner Rückfall – wie ein Jugendfußballer, viel zu weich und zweikampfschwach. Sorry, es ist die Wahrheit, trotz der Geburtstagsstimmung.

Rafael van der Vaart starke erste Halbzeit, in der er weite Wege ging, im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so dominant.

Ivo Ilicevic bissig und engagiert, er hat es offenbar begriffen, wie es geht, nämlich über den Kampf zum Spiel – aber er übertrieb es auch ein wenig. Deswegen musste er frühzeitig raus.

Artjoms Rudnevs sehr gute erste Halbzeit, dann wurde er ziemlich allein gelassen und hing ein wenig in der Luft. Aber er gibt eben alles, in jeder Lage, er ist ein großer Kämpfer mit einem riesigen Herz. Note zwei.

Maximilian Beister (kam in der 46. Minute für Ilicevic) mischte sehr gut mit – eine Alternative.

Petr Jiracek (kam in der 62. Minute für den rot-gefährdeten Arslan) erkämpfte sich noch eine Fleißnote, er gewann manches Duell aufgrund seiner Erfahrung.

Jacopo Sala (kam in der 88. Minute für Son) machte noch mit und half, den Sieg zu sichern.

Vielen Dank allen für dieses Spiel, diese drei Punkte und diesen wunderbaren Nachmittag!

17.32 Uhr

Adler: „Man lebt hier HSV“

28. September 2012

Das Geburtstagsspiel. 125 Jahre HSV, das geht voll ab. Hoffentlich spielt der Gast auch mit. Das heißt, mitspielen wird er ganz sicher, aber wird sich Hannover 96 auch als freundlicher Gast erweisen? Und die Punkte in Hamburg lassen? Da habe ich, muss ich zugeben, doch leise Zweifel, denn zu oft hat uns der „kleine HSV“ schon vor das Schienbein getreten. Ist ja auch Derby-Time. Und irgendwie sind sich ja die Bremer und die „Roten“ einig, immer wenn es gegen den HSV aus Hamburg geht. Dann geht es voll zur Sache. Geburtstag oder Abstiegsgefahr? Das spielt keine Rolle. Und genau deshalb läuft doch alles auf einen eher gnadenlosen Gast hinaus, wenn die Partie an diesem Sonnabend um 15.30 Uhr angepfiffen wird. Aber inzwischen muss sich der „große HSV“ ja auch hinter den meisten Bundesliga-Klubs nicht mehr verstecken. Oder gar Angst haben. Der Hamburger HSV ist aufgewacht und spielt seit zwei Begegnungen richtig guten Fußball. Weiter so!

Wobei mir just in diesem Moment einfällt, wie oft uns doch richtige „Gurkenspiele“ des HSV in der jüngeren Vergangenheit noch als „guter Fußball“ verkauft wurden. Verbal natürlich nur, aber es hat schon genervt. Nun aber muss das Spiel des HSV nicht mehr – hoffentlich jedenfalls – schön geredet werden, jetzt ist es Fußball. Dank Rafael van der Vaart. Bin nur gespannt, wer den Elfmeter gegen Hannover schießt – wenn es denn einen geben sollte? Ob es die „ewige 23“ noch einmal versuchen wird? Von mir aus gerne – weil ich auch keinen anderen Spieler sehe. Und, ich habe das gerade nachlesen können, Jörg Butt hat von seinen 21 Elfmetern, die er für den HSV einst schoss, auch nicht alle verwandelt. Zwei Fehlschüsse waren dabei – dann hat vdV seine Elfer-Serie eben gleich mit einer Fahrkarte begonnen . . .

Wir hatten heute das Vergnügen, mit Rene Adler sprechen zu können. Einem absoluten Leistungsträger, der von allen Seiten nur Lob erfährt, der sofort Verantwortung in diesem – für ihn neuen – HSV-Team übernommen hat. Adler tut dem HSV gut, sehr gut sogar, und er sagt: „Ich bin bestimmt kein Lautsprecher, aber ich bin einer, der stets klare Worte findet. Man muss sich gegenseitig Sicherheit geben, und da ist Kommunikation auf und außerhalb des Platzes wichtig.“

Der Adler ist hier mit einer Punktlandung angekommen. Ein Spieler, auf den eines voll zutrifft: Soforthilfe. Der Mann ist einfach nur klasse. Und er macht jedem HSV-Fan nur Spaß. Und Spaß hat offenbar auch er gleich in seiner neuen Wahl-Heimat gefunden. Nach dem Dortmund-Sieg hatte er den Medien gesagt: „Ich habe so viel Spaß am Fußball wie nie zuvor. Nach meiner Verletzungspause bin ich körperlich auf Topniveau, dazu kommt die nötige Lockerheit. Und ich fühle mich richtig wohl beim HSV, hier passt alles für mich. Trotz des schlechten Starts war und bin ich total davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen.“

Heute relativierte Rene Adler allerdings etwas: „Mit solchen Aussagen muss man vorsichtig sein, denn auch in Leverkusen hatte ich eine wunderschöne Zeit. Gerade die Zeit mit Trainer Michael Skibbe, da waren wir noch die jungen Wilden, mit Barnetta, Kießling, Rolfes und Adler – da hatten wir jede Woche drei Spiele, hatten riesige Erfolge, sind durch die Welt gereist – das war toll. Und eine sehr schöne Zeit war auch die mit Trainer Jupp Heynckes, der war so erfahren, da hatten wir Erfolg, er hat uns geführt und gesagt, wo es lang geht. An diese Zeiten habe ich gute Erinnerungen.“ Dann ergänzt Adler: „Wenn man dann ein Jahr nicht gespielt hat, wenn man so lange verletzt war, dann ist es natürlich besonders schön, wenn man wieder spielen kann und darf. Ich fühle mich topfit, und ganz besonders schön ist es für mich, vor einer solchen Kulisse wie in Hamburg spielen zu können.“

Eine ganz besondere Wertschätzung genießen bei Rene Adler die Fans: „Ich habe anfangs oft den Kopf geschüttelt – und zwar positiv, denn es sind immer so viele Menschen da, die uns beim Training zusehen, die uns und dem Verein ihre Freizeit opfern – das habe ich in der Form noch nie erlebt, das ist unglaublich, da ziehe ich jeden Hut, den ich habe. Man lebt hier HSV.“

Dann gibt Adler zu: „Ich habe mich vor dem Start in Hamburg schon gefragt, ob ich auch woanders als in Leverkusen funktioniere. Deshalb ist es für mich auch eine Bestätigung, denn ich habe es noch einmal geschafft, oder ich schaffe es noch einmal. Ich habe es geschafft, aufgrund meiner Leistung die Mannschaft von mir zu überzeugen, den Verein und hoffentlich auch die Fans. Dass ich sie durch sportliche Leistungen und durch meine Persönlichkeit überzeuge, das liegt mir sehr am Herzen.“ Und dann fügt Rene Adler etwas ganz Wichtiges ein: „Was ich allen garantieren kann ist das, dass ich mit absoluter Leidenschaft und mit absoluter Hingabe für den Verein spiele. Das ist mir schon wichtig. Ich möchte nicht als Söldner betrachtet werden. Nur bei einem Verein zu spielen und einfach nur seine Arbeit zu machen, das ist mir zu wenig. Ich will hier einen guten Job machen, mit Leidenschaft, da muss schon etwas mehr dahinter sein, und deswegen genieße ich diese Zeit jetzt auch besonders intensiv.“ Adler weiter: „Für einen solchen Traditions-Klub wie den HSV zu spielen, auch wenn wir einige Probleme hatten, das genieße ich intensiv. Gemeinsam mit den Jungs, mit dem Verein und mit den Fans um die drei Punkte zu fighten, dass ist schon etwas Besonderes.“ Und er gibt zu: „Zumal ich Abstiegskampf ja gar nicht kenne, mit Leverkusen standen wir nie so weit unten. Und wenn sich das dann so wie nach dem Sieg gegen Dortmund entlädt, dann ist das einfach nur traumhaft. Das war schon eines der geilsten Spiele, die ich bisher machen durfte.“

Über seine Rolle in der neuen Umgebung sagte Adler noch: „Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, Dinge, die ich aufgrund meiner Erfahrung erkenne und die nicht so gut laufen, anzusprechen. Ich spreche dann mit den Führungsspielern, mit dem Heiko, mit dem Cello, mit dem Raffa und auch mit dem Trainer darüber. Beim HSV spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle, hier hat man in dieser Beziehung viel mehr zu tun als in Leverkusen. Hier wird man als Führungsspieler viel mehr in die Verantwortung genommen, vom Trainer, aber auch vom Vorstand. Hier wird immer wieder ein Feedback verlangt, das finde ich gut, das finde ich auch wichtig.“

Für Trainer Thorsten Fink war das Gladbach-Spiel das beste HSV-Spiel, seit er hier den Coach gibt. Auch Rene Adler sagt: „Ich habe selten eine Partie erlebt, in der wir den Gegner spielerisch so beherrscht haben. Wir haben uns den Gegner mit Geduld zurechtgelegt. Und ich nehme aus dieser Begegnung auch das Positive heraus – ich erwarte von unserer Mannschaft einfach, dass wir das gegen Gladbach können, auch gegen Dortmund – und jetzt gegen Hannover 96. Und was ich auch erwarte, dass wir aus unseren Fehlern die Lehren ziehen.“ Und die Fehler in Gladbach waren? Adler: „Wir haben in der Schlussphase den Ball nicht mehr gehalten, haben zu viele Bälle verschenkt. Und das wird uns so nicht mehr passieren, denn es hat sich jeder von uns sehr über dieses 2:2 geärgert. Ich glaube wirklich nicht, dass wir so blöd sind und diese Fehler noch einmal machen. Da sehe ich uns aber auf einem guten Weg – und wir werden uns nun auch an der guten Leistung von Gladbach messen lassen.“

Dann gilt es an diesem Sonnabend, bei diesem Jubiläumsspiel gegen Hannover 96. Adler: „Jeder darf Fehler machen, aber jeder sollte bemüht sein, keine Fehler zu machen. Volle Konzentration, jeder versucht erst einmal, seine Leistung zu bringen – dann bin ich überzeugt davon, dass wir auch Hannover schlagen können. Ich bin wirklich guter Dinge, dass wir nun in jedem Spiel einige Schritte vorwärts machen werden.“

Schön wäre es ja, denn dann stünde einem großen und großartigen Abend nichts mehr im Wege.

Apropos Abend: Der NDR berichtet von der HSV-Gala (etwas zeitversetzt) an diesem Sonnabend, und um 0.00 Uhr beginnt dann die Sendung „Nur der HSV”. Das ist eine 60-minütige NDR-Dokumentation zum 125-jährigen Jubiläum. Wie gesagt, am Sonnabend/Sonntag um Mitternacht und dann am 30. September um 14 Uhr die Wiederholung. Im NDR Fernsehen. Das wird ein bestimmt toller HSV-Fernseh-Abend, ein MUSS für jeden Fan. Viel Spaß dabei. Und wer live bei der Gala ist, der sollte den Recorder einschalten und alles aufnehmen!

Dann noch ein zweites Mal zu diesem HSV-Fest: Die Festschrift ist auf dem Markt, und dieses Werk ist eine „Bombe“. Ein Traum, und auch ein MUSS für jeden HSVer. Mitglieder bekommen es vom Verein kostenlos, wer sich eines kaufen möchte (für acht Euro), dann ab in die HSV-Shops – oder das „Super-Ding“ über den HSV (bestellen). An diesem Heft, nein, es ist fast ein Buch, hat der „Macher“ ein halbes Jahr gearbeitet. Ein fleißiger Mensch, dieser Axel Formeseyn, ein dickes und auch ganz großes Kompliment.

Axel, Du hast Deinen Beruf verfehlt, Du könntest einer von uns sein!

Kurz noch zum HSV-Kader: Neu dabei ist wieder der zuletzt gesperrte Petr Jiracek, von dem ich fset annehme, dass er von Beginn an spielen wird. Natürlich. Die Rote Karte von Frankfurt und von Wolfgang Stark ist für mich immer noch der größte Witz seit Jahren. Deshalb muss der Tscheche unbedingt wieder ran – und zwar sofort.
Thorsten Fink nimmt 19 Mann mit, morgen muss einer von ihnen auf die Tribüne.

So, ich bin am Ende.

Ehrlich gesagt vollkommen. Die technischen Störungen (die ich in meiner Not “Eiche” zurief) waren keine Ausrede, sondern Tatsache. Sorry. Ich war aber echt verzweifelt. In Mölln und Umgebung. Soll heißen: Frau M. ist zurzeit in einer Reha-Klinik in Lehmrade. Ich habe sie heute abgeholt, wollte eigentlich in ihrem Klinik-Zimmer schreiben, um den Bericht pünktlich fertig zu haben. Das ging auch – nur hatte ich dort keinen Internet-Anschluss. Null. Es rührte sich nichts. Ich bin gelaufen und gelaufen. Erst in der Klinik, dann draußen – nichts zu machen. Sachen packen und ab. Nach Mölln. Am Marktplatz auf einen Parkplatz gestellt – immer noch nichts. Wahnsinn. Ich habe an Dresden gedacht. Dresden zu DDR-Zeiten. Weil man in Dresden kein West-Fernsehen empfangen konnte. Tal der Ahnungslosen wurde das glaube ich genannt. Mölln und Umgebung und Internet – das scheint nicht zu passen. Aus der Klinik-Leitung sagte mir eine Dame: „Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren eine Glasfaser-Leitung gelegt bekommen . . .“ Was mir wenig half. Und mich auch nicht aufmuntern konnte.

Also durchstarten. Wir nach Norderstedt – und da ging es wieder in altbewährter Manier. Tolle Erfahrung jedenfalls. Und Frau M. hätte sich das Wiedersehen ganz sicher nicht so „knurrig“ und hektisch vorgestellt . . .

20.43 Uhr

Das kam von “Randnotiz” – und es ist ganz wichtig. Danke. Los geht es:

Hinweise vom HSV für morgen:
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HSV-Spiel:
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Die Fangruppe Chosen Few hat gemeinsam mit mehreren hundert HSVern zum 125. Geburtstag eine große Choreographie gebastelt.
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Wir bitten alle Stadionbesucher mindestens 15 Minuten vor Anpfiff ihre Plätze einzunehmen und die Anweisungen auf den verteilten Flyern zu beachten.
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Die ausgeteilten Elemente sind nach der Choreo ein Geburtstagsgeschenk an jeden einzelnen und dürfen gerne mit nach Hause genommen werden.
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HSV-Feier:
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Liebe HSVer,
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wir freuen uns, Sie morgen anlässlich des 125-jährigen Geburtstages unseres HSV zur Gala zu begrüßen. Die Veranstaltung in der O2 World Hamburg beginnt morgen am 29.09.2012 um 19:30 Uhr. Der Einlass erfogt ab 17:30 Uhr.
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Nach einem kurzem Empfang erwartet Sie eine spannende Reise durch 125 Jahre HSV begleitet von Music Acts, Comedians und internationalen Gästen!
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Bitte nehmen Sie bis 19:15 Uhr Ihre Plätze ein, da es sich gleichzeitig um eine TV-Aufzeichnung handelt, die am gleichen Abend ab ca. 22:00 Uhr im NDR Fernsehen übertragen wird.
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Durch das Bundesligaspiel des HSV gegen Hannover 96 in der gegenüberliegenden Imtech Arena, das um 17:15 Uhr endet, muss mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rund um die beiden Arenen gerechnet werden. Bitte planen Sie dies bei Ihrer Anreise mit ein.
Hinweise vom HSV für morgen: . HSV-Spiel: . Die Fangruppe Chosen Few hat gemeinsam mit mehreren hundert HSVern zum 125. Geburtstag eine große Choreographie gebastelt. . Wir bitten alle Stadionbesucher mindestens 15 Minuten vor Anpfiff ihre Plätze einzunehmen und die Anweisungen auf den verteilten Flyern zu beachten. . Die ausgeteilten Elemente sind nach der Choreo ein Geburtstagsgeschenk an jeden einzelnen und dürfen gerne mit nach Hause genommen werden. . .

HSV-Feier: . Liebe HSVer, . wir freuen uns, Sie morgen anlässlich des 125-jährigen Geburtstages unseres HSV zur Gala zu begrüßen. Die Veranstaltung in der O2 World Hamburg beginnt morgen am 29.09.2012 um 19:30 Uhr. Der Einlass erfolgt ab 17:30 Uhr. . Nach einem kurzem Empfang erwartet Sie eine spannende Reise durch 125 Jahre HSV begleitet von Music Acts, Comedians und internationalen Gästen! . Bitte nehmen Sie bis 19:15 Uhr Ihre Plätze ein, da es sich gleichzeitig um eine TV-Aufzeichnung handelt, die am gleichen Abend ab ca. 22:00 Uhr im NDR Fernsehen übertragen wird. . Durch das Bundesligaspiel des HSV gegen Hannover 96 in der gegenüberliegenden Imtech Arena, das um 17:15 Uhr endet, muss mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rund um die beiden Arenen gerechnet werden. Bitte planen Sie dies bei Ihrer Anreise mit ein.”

So, das war “Randnotiz”, nun ich zum Schluss noch einmal:

Ein Grußwort an “Javert”: Genau damit (einem solchen Kommentar!) habe ich gerechnet. Vielen Dank. Ich freue mich über jeden Menschen, der technisch begabter ist als ich. Beim nächsten Mal nehme ich den Herrn Javert mit nach Mölln – garantiert. Der wird mir dann den Internet-Weg weisen.

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