Monatsarchiv für August 2012

Das darf einfach nicht der HSV-Anspruch sein…

22. August 2012

Es tut schon weh, Europa League zu sehen. Nicht weil der HSV nicht mitspielt – das geht vielen anderen Mannschaften auch so. Solche Zeiten kann man überstehen und sich neu aufstellen. Solche Zeiten bieten sogar ungeahnt große Chancen. Aber: es schmerzt, weil der Abstand des HSV zum großen europäischen Bühne so groß wie lange nicht mehr ist – und vor allem, weil er immer größer wird. Inzwischen ist sich der HSV nicht einmal mehr einig über den gemeinsamen Weg. Da sagt Frank Arnesen ganz offen, dass es Spieler gibt, die nur mit der Hilfe von Herrn Kühne zu finanzieren wären und dass darüber nachgedacht wird, der Kontakt zum Speditionsmilliardär da ist. Auf der anderen Seite widerspricht Klubboss Carl Jarchow seinem (immerhin auch) Vizepräsidenten und schließt eine Kooperation aktuell aus. Da sagt Arnesen, dass er keinen Spieler holen werde, nur um einen zu holen und Trainer Thorsten Fink sagt auf derselben Veranstaltung, dass auf jeden Fall noch ein kreativer Mittelfeldmann kommen werde. Es passt im Moment auf Führungsebene eben genau so viel zusammen, wie auf dem Platz.

Und dass das nicht viel ist, weiß inzwischen fast jeder. Auch hier im Blog, wo sich noch immer einige unerschütterliche Fans unfassbar über Dieter gestrigen Blog aufregen, haben die meisten Fans erkannt, dass Fantreue nicht nur blindes vertrauen in die Verantwortlichen bedeutet sondern auch, den Finger in die offene Wunde zu legen. Das äußert sich in den verschiedensten Formen – und zum Glück immer häufiger auch in konstruktiver Kritik. Denn das, was sich beim HSV derzeit abspielt, ist mit „fahrlässig“ noch beschönigt umschrieben. Oder glaubt hier irgendjemand, dass ein Frank Arnesen mit diesem Kader zufrieden ist? Glaubt jemand ernsthaft, dass Thorsten Fink keine Neuen mehr fordert? Beide wissen nur zu gut, dass es bei ausbleibendem Erfolg als allererstes um ihre Köpfe gehen wird. „Die Situation ist wie sie ist“, sagt Arnesen nur noch, „damit muss ich arbeiten.“

Klingt nach hundertprozentiger Überzeugung, meint Ihr nicht…?!?

Nein, liebe Blogger, was Dieter geschrieben hat, trifft es. Es herrscht momentan eine giftige Mixtur aus persönlichen Eitelkeiten, falscher Vorsicht bei Neueinkäufen und Ideenlosigkeit. „Wir holen keinen Zehner, nur um einen zu holen“, hat Arnesen heute wiederholt. Und das kann er nur deshalb gesagt haben weil er schon einen Namen parat hat. Denn alles andere käme seinem Scheitern gleich. Oder ist es zu verstehen, dass der Mann mit dem dicksten Notizblock Europas, wie der sympathische Däne vorgestellt wurde, es in den letzten Monaten (eigentlich seit Amtsantritt) nicht geschafft hat, eine passende Alternative aufzutreiben? „Wir haben das eingenommene Geld ungefähr wieder in Neue investiert“, sagte der Sportchef heute. Soll heißen, das Guerrero- und Töre-Geld sowie die eingesparten Gehaltsmillionen bei Petric stecken in Adler, Rudnevs, Scharner, Beister und Badelj. Geld für einen Zehner? „Im Moment müssen wir nach anderen Lösungen suchen“, so Arnesen ausweichend. Es ist einfach kein Euro mehr da, obwohl der Zehner die von allen immer und immer wieder beteuerte Priorität hatte. Bitter.

Heute wird wieder das Fass van der Vaart aufgemacht. Selbst Fink und Arnesen wollen einen Transfer des Niederländers nach Hamburg auf den letzten Metern der Transferfrist, die am kommenden Sonnabend endet, nicht ausschließen und wanden sich bei den Nachfragen. Arnesen sagte zwar, dass der Niederländer „im Moment kein Thema“ ist, allerdings feuerte er die Spekulationen noch an. Bei Tottenham wüsste man, dass Präsident Daniel Levy immer wieder Transfers in den letzten Sekunden der Transferfrist durchziehen würde. „Der braucht diesen Kick“, so Arnesen, der mit diesen Aussagen bei seinem eigenen Vorstandsboss keine Freudensprünge ausgelöst haben dürfte. Immerhin wäre van der Vaart nur mit sehr großzügiger Hilfe von Kühne finanzierbar…

Apropos Jarchow: Gestern wurde der Klubboss auf der NDR-Veranstaltung gefragt, warum er die von Euch gestellten Fragen nicht beantwortet hätte. Und bei aller Kritik – diesmal ist Herr Jarchow absolut schuldlos. Ich habe ihm die Fragen einmal leicht gefiltert zugeschickt – ihn dabei aber nicht erreicht. Deshalb, ganz klar: Mein Fehler! Als ich von Jarchow hörte, er hätte die Fragen nicht bekommen, hatte ich die Idee, die Fragen nicht schriftlich beantworten zu lassen, sondern vor der Kamera, da so sicherlich deutlich mehr Fragen beantwortet werden könnten. Das hatte ich leider vergessen, hier mitzuteilen, aber das machen wir jetzt. Dieter und ich sind dafür mit Jarchow für Mitte kommender Woche – weil wir das erste Spiel in der Bundesliga unbedingt abwarten wollten – verabredet. Wir werden dann eine Matz-Ab-Sendung drehen und möglichst viele Eurer Fragen von Carl Jarchow beantworten lassen. Dessen Zusage steht.

Sitzen wird am Wochenende Zhi Gin Lam. „Dennis wird den Vorzug erhalten“, ließ sich HSV-Trainer Thorsten Fink heute am Rande der Präsentation der neuen Panini-Bilder entlocken.

Einschub in eigener Sache: Kommt es nur mir so vor oder vermarktet der HSV wirklich alles, was es zu vermarkten gibt? Und wo bleibt dann das eingenommene Geld? Aber okay, es seien noch eine Menge finanzieller Altlasten abzuarbeiten, sagt Jarchow, der seinerseits optimistischer ist als manch anderer. Die Negativstimmung schon im Vorfeld einer Saison habe er so noch nie miterlebt, sagt Jarchow. Und damit mag er Recht haben. Auch damit, dass genau in dieser mehr als geringen Erwartungshaltung von außen eine große Chance liegt.

Aber mal im Ernst: geht es darum? Oder wäre es nicht für alle Beteiligten von Vorteil, eine Art Aufbruchstimmung mit neuen (meinetwegen auch alten) Hoffnungsträgern zu verbreiten? Ich befürchte, wir kommen irgendwann soweit, dass die HSVer sich im Recht sehen, wenn sie nur nicht absteigen. Und das ist ein Anspruch, der so unfassbar niedrig ist. Es ist ein Nicht-Anspruch, den die Nummer eins in einer der reichsten Städte Europas meiner Ansicht nach nicht haben darf.

Der Anspruch fürs Wochenende ist zumindest noch ein Sieg. Zum Glück. Und den plant Thorsten Fink mit einigen Umstellungen. Heung Min Son wird voraussichtlich erneut die Rolle des verletzten Tolgay Arslan bzw. des noch nicht gefundenen kreativen Mittelfeldspielers übernehmen. Diekmeier wie bereits erwähnt Lam ersetzen und Jacopo Sala dafür Maxi Beister auf rechts. Trotz seines Treffers gegen Karlsruhe kritisierte Fink heute seinen Rückkehrer. „Er muss defensiv noch mehr machen, dort dazulernen“, so Fink, der Sala die Rolle als rechter Mittelfeldmann zutraut und dem Italiener gutes Training attestierte. Zudem machte Fink heute Per Skjelbred Hoffnungen auf einen erneuten Startelfauftritt am Sonnabend gegen Nürnberg. „Er hat im Moment die Nase vorn“, so Fink.

Dieter hat den Status Quo sehr emotional, aber absolut passend beschrieben. Und auch seine Forderung, dass alle Beteiligten endlich aufwachen müssen, unterstütze ich zu 100 Prozent. Sie ist richtig. Und wichtig. Denn mit diesem Kader und der bislang unbegründeten Hoffnung auf Besserung in die Saison zu gehen, wäre fahrlässig. Das weiß Fink und macht intern Druck. Das weiß Arnesen, der nicht umsonst die Fässer Kühne und van der Vaart öffnete bzw. offen ließ und zudem den in großen Teilen sicherlich notwendigen aber in dieser Form auch gefährlichen Konsolidierungskurs öffentlich anprangerte („Wir dürfen uns nicht kaputtsparen“). Und das wissen inzwischen selbst die Spieler. Einige äußern sich hinter vorgehaltener Hand, andere übernehmen Verantwortung. Immerhin ging einer von ihnen inzwischen zu Arnesen und fragte offiziell nach, was personell noch geplant sei, weil er sich Sorgen macht.

In diesem Sinne, noch ist Zeit. Wenn auch nicht mehr viel. Aber immerhin noch etwas Zeit, um bisherige Mängel aufzuarbeiten.

Bis morgen,
Scholle

Wacht auf, bevor es zu spät ist!

21. August 2012

„Wir sind bereit.“ Sagt HSV-Trainer Thorsten Fink im Live Magazin 50 Jahre Bundesliga, das der HSV nun herausgebracht hat. Wir sind bereit – und ich bin bedient. Und zwar schon restlos, weit vor dem ersten Anstoß zur 50. Bundesliga-Saison mit dem HSV. Sind wir denn wirklich bereit? Ist vor allen Dingen der HSV schon bereit? Ich denke nicht. Ich denke eher, dass dieser HSV noch lange nicht bereit und soweit ist. Aber wenn man in diese Richtung schreibt, dann erheben einige HSV-Fans ja immer noch Einspruch. Jedenfalls jene, die immer noch ihre rosarote Vereinsbrille aufhaben, die ihre HSV-Bettwäsche gerade noch einmal gewaschen haben, um bereit für die neue Spielzeit zu sein.

Mir graut auch in diesem Jahr davor, das gebe ich ehrlich zu, erst recht nach dem fußballerischen Offenbarungseid in Karlsruhe. Ich denke nämlich, dass es sportlich und finanziell noch nie so schlecht um den HSV bestellt war, wie in diesen Tagen und Wochen. So schlimm war es selbst 2011 noch nicht. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser schlimme, erbärmliche Zustand des Klubs stillschweigend von der Mehrheit ertragen wird. Kaum jemand begehrt auf, kaum einer schlägt Alarm, dass es so nicht geht, kaum einer fordert die Verantwortlichen zum Umdenken auf, kaum einer fordert die Vereinsführung auf – und da sind die Herren, die die sportliche Verantwortung tragen, eingeschlossen – von diesem offensichtlichen Irrweg abzugehen, umzudrehen und endlich mit Sachverstand und Kompetenz auf den eigentlichen, nämlich den richtigen Weg zurückzukehren.

Wacht endlich alle auf, bevor es zu spät ist! Vieles und viel zu viel wurde in der längsten Sommerpause der Welt verschlafen, eigentlich ist es jetzt schon viel zu spät, um noch etwas Vernünftiges auf die Beine stellen zu können.
Es ist alles sehr, sehr traurig, was in Hamburg derzeit für ein Stück gespielt wird.

Mir wird in diesem Klub schon seit Monaten viel zu viel und viel zu oft um den heißen Brei herumgeredet, davon habe ich nun die Nase voll. Während ganz Hamburg zittert, sagt der Trainer: „Wir sind bereit.“ Und der Sportchef ist nach wie vor von der Zusammensetzung dieser Mannschaft überzeugt (was er ja wohl auch muss, es ist schließlich sein Werk), und alle anderen im HSV warten erst einmal ab und setzten auf das Prinzip Hoffnung. Oder sitzen das Dilemma mal eben schweigend aus. Es ist eine Schande. Es sind zu viele Tagträumer am Werk.

Es gibt zudem in dieser prekären Situation niemanden in der Spitze des HSV, der aufsteht und endlich einmal Klartext redet. Der mahnt, dass es so nicht geht. Dass es so auf gar keinen Fall geht. Keiner und niemand legt mal den Finger in die Wunde und sagt schonungslos die (gewiss traurige) Wahrheit. Und deshalb werden sie alle auch eine große Mitschuld tragen, werden sich alle versündigt haben, wenn dieser HSV im Jahre 2013 Schiffbruch erleidet. Und das ist mit dieser Mannschaft programmiert.

„Ich möchte eines Tages und dann für immer nicht auf jener Liste stehen, die den HSV das erste Mal in den Abgrund und in die zweite Liga gespielt haben, deswegen werde ich mich zerreißen, alles geben, damit dieser HSV drin bleibt.“ Das hat 1990 HSV-Spieler Sascha Jusufi gesagt, als der Klub in Abstiegsgefahr war. Eine Mentalität, die heutzutage kaum noch vorhanden scheint. Eine solche Einstellung, ein solcher Kampfgeist, ein solcher Wille scheint in der heutige Truppe kaum noch vorhanden zu sein. Da identifizieren sich nur die wenigsten Profis noch mit der Raute auf der Brust.

Schlimm ist zudem, dass die, die jetzt am Ruder sind (auch die sportlich Verantwortlichen), diejenigen verurteilen und mitunter mitleidig belächeln, die jetzt schon warnen. Uwe Seeler, der stets gewarnt hat, der auch einen neuen und fähigen Stürmer gefordert hat, wird ebenso belächelt wie andere ehemalige HSV-Profis, die einst mithalfen, den Ruhm des HSV zu begründen. Sie alle werden verurteilt und belächelt und als ahnungslos abqualifiziert. Willi Reimann zum Beispiel forderte in der letzten Woche: „Es müssen Verstärkungen her.“ In der „Mopo“ sagt der sonst immer sehr zurückhaltende Ditmar Jakobs: „Die Qualität hat sich eher verschlechtert.“ Ich kenne viele, viele Ehemalige, die sich die größten Sorgen um „ihre HSV“ machen. Und selbst ein aktueller HSV-Spieler wie Marcus Berg hat ja erkannt: „Wenn wir so spielen wie in Karlsruhe, verlieren wir jedes Spiel.“
Ach was?

Und? Ist das wirklich alles nur dummes Gesabbel? Alles nur Panikmache? Sind das alles nur Ahnungslose? Oder sogar HSV-Feinde? Nein, liebe HSV-Freunde, diese Männer – und viele tausende Fans mehr – sorgen sich lediglich und nur um den Dino. Und sie haben erkannt, dass es so nicht funktionieren kann. Nur die Herren, die jetzt am Ruder sind, die sind immer noch total vom Gegenteil überzeugt. Oder sie tun in der Öffentlichkeit nur so.

Ich sage klipp und klar: Handelt jetzt, wo es noch geht, ansonsten wird dieser Verein voll gegen die Wand gefahren!
Und das soll gewiss keine billige Polemik oder eine besonders tolle Effekthascherei sein, sondern ist einzig und allein die Sorge um den HSV, die mich dazu treibt, so etwas zu schreiben.

Tut endlich etwas und legt eure Hände nicht nur in den Schoß, handelt jetzt und endlich, damit dieser HSV tatsächlich noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt hat. So wie zurzeit, davon bin ich restlos überzeugt, wird das jedenfalls nichts. Auf keinen Fall, nie und nimmer.
Obwohl der Trainer sagt, dass er „bereit ist“ – dass der HSV nun bereit ist.

Ich sage auch: Selbst wenn es nun den einen oder anderen Härtefall geben sollte, es geht nicht anders. Kontinuität hin, Konstanz her: Alle diejenigen, die in dieser Phase immer noch nichts begriffen haben, die sollte von selbst aufhören oder vor die Tür gesetzt werden. Und mit „alle“ sind wirklich alle gemeint, ist ein jeder, der nun noch immer glaubt, dass dieser schwache und vor Jahren (jawohl, vor Jahren!) schon nach allen Regeln der Kunst heruntergewirtschaftete HSV stark genug sei, die Klasse zu halten. So etwas zu behaupten, das ist ein absoluter Witz! Und wer jetzt nicht die Ärmel aufkrempelt und Gas gibt, mehr Gas als in allen anderen Bundesliga-Klubs üblich, der ist ebenfalls nicht mehr zu retten und völlig falsch am Platz – raus! Es geht nun nicht mehr mit dem ganz normalen Alltagstrott. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, der sollte in diesem HSV keinen Platz mehr haben.

Und alle, die nun immer noch der festen Überzeugung sind, dass doch alles gut wird, die sollten sich nur noch einmal die vier Gegentore des Drittliga-Klubs KSC auf der Zunge zergehen lassen. Vier Gegentore (gefühlt sieben oder acht) gegen eine HSV-Defensive, von der der Trainer vor einer Woche noch gesagt hat, dass sie besser als in der vergangenen Saison sei.
Aber wahrscheinlich ist ohnehin alles besser. Und ein Ditmar Jakobs, der stets vorsichtig und absolut besonnen argumentiert, hat Unrecht, wenn er sagt: „Die Qualität hat sich eher verschlechtert.“ Da stimmt doch was nicht!

Hört endlich auf zu träumen!

Und wacht endlich, endlich auf, ihr Träumer im HSV und um den HSV herum. Bitte, bitte. Und wenn ihr alle dort oben, in der HSV-Führung, zu schwach oder zu unentschlossen seid, dann nehmt euch bitteschön die echten Experten, die wirklich erkennen, wie es um den HSV steht, die vor allen Dingen aus dem eigenen Stall kommen und es nur gut mit dem Klub meinen, nehmt die mit ins Boot. Wichtig ist erstens, dass jetzt alle an einem Strang ziehen, und zweitens dass doch noch die richtigen Entscheidungen getroffen werden, die den HSV vor dem Gang in die Niederungen des deutschen Fußballs bewahren.

„Der HSV wie ein Absteiger.“ So schrieb es die „Bild“ am Montag. Doch nicht etwas deshalb, um mehr Auflage zu machen (und zu verkaufen), sondern weil es eine unübersehbare Tatsache ist. Wer sich jetzt keine Gedanken um den Klassenerhalt des HSV macht, der sollte die Sportart wechseln. Und wenn er beruflich mit diesem Metier zutun hat, dann sollte er in Rente gehen.

Ganz Deutschland hat inzwischen erkannt, wie es um diesen HSV bestellt ist, ganz Deutschland. Viele lachen, viele verbreiten Häme, viele haben auch nur noch Mitleid mit dem Dino.

Hier nur ein Beispiel von unzähligen (nach dem Pokal-Debakel):

“Eher lustige Gastgeber als grimmige Türsteher”

Auch der HSV ging gegen einen unterklassigen Gegner als Verlierer vom Platz. Tobias Schächter (Financial Times Deutschland) wundert sich nicht: „Während andere Erstligisten wie Hoffenheim oder Frankfurt an diesem Super-Desaster-Pokalwochenende einen kompletten Blackout hatten, zeigte der HSV ja nicht viel weniger, als er tatsächlich kann. Aller Anstrengungen zum Trotz offenbarten sich die ganze Fragilität und die mangelnde Klasse, die in dieser unfertigen Mannschaft stecken. Die Innenverteidiger Jeffrey Bruma und Michael Mancienne sind eher lustige Gastgeber als grimmige Türsteher. Und ein Mittelfeld, in dem Heiko Westermann auf der zentralen Position den Aufbauspieler geben muss, ist so fehlbesetzt wie Thorsten Fink als Jürgen-Klopp-Double.”

„Wir werden jetzt eine Woche lang Feuer bekommen. Diesmal völlig zu Recht.“ Sagte Thorsten Fink nach der Pleite in Karlsruhe. Vielleicht gibt er dieses „Feuer bekommen“ ja auch mal an seine Mannschaft weiter.

Beim Spiel gegen Altona 93, als der grottenschlechte HSV zur Pause 1:2 zurücklag, sagte ein HSV-Fan auf der Stehtribüne: „Felix Magath würde die Spieler jetzt gar nicht erst in die Kabine lassen. Die Jungs würden jetzt 15 Minuten lang Runden drehen müssen. Und nach dem Spiel, sollte der HSV tatsächlich verlieren, müsste die Mannschaft bis zum Einbruch der Dunkelheit schön weiter ihre Runden drehen . . .“ Beim HSV 2012 aber werden die „Zuckerjungs“ immer nur fleißig gestreichelt und in Watte gepackt.
Merken die eigentlich noch was?
Mit „die“ sind alle gemeint.

Alle, die diesem harmlos-bunten Treiben nur tatenlos und leicht staunend und vor allem hilflos zusehen.

In Hamburg, beim HSV, hat es sich seit geraumer Zeit eingebürgert, alles nur noch schön zu reden. Zu verharmlosen, behutsam vorzugehen, Nachsicht zu üben. Niederlagen werden in Fast-Sieg umgewandelt, schlechte Spiele noch glorifiziert. Dabei geht es hier um den sonst so harten und unerbittlichen Profi-Sport. Es geht um Millionen, auch um jene Millionen, die die Spieler hier nach Hause schleppen. Obwohl sie dafür längst nicht mehr die entsprechenden Leistungen und den dazu passenden Einsatz bieten. Und es geht um den HSV, der weltweit immer noch einen guten Ruf genießt, der aber seit längerem dabei ist, alles aufs Spiel zu setzen. Die Raute, die drei großen Buchstaben, das Renommee des HSV – all das wird mit Füßen getreten, aber auf die höchst unfeine Art.
Wacht endlich alle auf! Das gilt auch für Thorsten Fink, der einst Super-Zeiten beim und mit dem FC Bayern München erlebte und doch wissen müsste, wie guter Fußball auszusehen hat. Und das gilt auch für Frank Arnesen, der sich einst einen großen Namen als langjähriger dänischer Nationalspieler gemacht hat. Diese beiden Herren sollten ab sofort, auch wenn sie sich immer noch scheuen, vom „worst case“ ausgehen, dann wären sie klug beraten.

Arnesen hatte zum Beispiel nach der letzten Horror-Saison gemutmaßt und prophezeit: „Die jungen Spieler werden daraus gelernt haben, sie werden alle einige Schritte nach vorne machen.“ Und? Haben sie? Bislang ist davon nichts zu sehen. Obwohl die Sommerpause lang genug war, um diese Schritte zu gehen . . . Oder sind solche Sprüche (und die damit geschürte Hoffnung) ohnehin nur für den Wind? Um alle Skeptiker in jenem Glauben zu halten, dass alles doch gut wird? Warum sollten die jungen Spieler denn tatsächlich einige Schritte nach vorn gemacht haben? Im letzten Spiel der Saison, beim 0:1 in Augsburg, war davon weit und breit nichts zu erkennen, und in der Vorbereitung doch auch nicht.
Wobei die Vorbereitung doch ohnehin ohne Bedeutung war (so wurde der Öffentlichkeit immer wieder einsuggeriert). Die Ergebnisse? Zweitrangig. Und die Leistungen, die Minus-Leistungen vor allem? Nebensächlich. Was zählte, das waren der Pokal und die Bundesliga. Und die Sache mit dem Pokal hatte sich dann auch schnell (und so wie von vielen Experten befürchtet) erledigt.
Genau.

Und gelernt? Thorsten Fink hatte vor dem KSC-Spiel vor den Freistößen des Gegners gewarnt, aber er hatte nicht verboten, selbst welche (am KSC-Strafraum) herauszuholen. Jedoch Fehlanzeige. Wenn ich es richtig erinnere, dann hatte der HSV in der Anfangsphase einen Freistoß in KSC-Tor-Nähe. Den brachte Dennis Aogo in die Mitte – und an allen – Freund und Feind vorbei – hoch und weit ins Tor-Aus. Aber wenn KSC-Spieler am HSV-Strafraum gefoult werden, warum werden HSV-Spieler nicht auch am KSC-Strafraum gefoult? Die einfache Erklärung: Der HSV ist meistens gar nicht so weit gekommen. Gegen einen sieglosen Drittliga-Klub. Auch das kann man sich gar nicht oft genug wieder vor Augen führen. Und überhaupt: Ich habe seit Jahr und Tag nicht einen gegnerischen Trainer mehr gehört, dass der vor einem HSV-Freistoß-Schützen so gewarnt hätte, wie nun Thorsten Fink vor Hakan Calhanoglu, einem netten und talentierten 18-jährigen Mittefeldspieler. Nein, nein, in dieser HSV-Mannschaft fehlt es an allen Ecken und Kanten, und sie hat im Wildpark genau das gespielt, was sie kann. Und das ist zurzeit nicht erstligareif.

Und deswegen erwarte ich jetzt von denen, die dazu von den Mitgliedern befähigt worden sind, dass gehandelt wird. Sofort. Geldmangel hin, Geldmangel her. Klaus-Michael Kühne würde ja helfen, egal was auch zuletzt passiert ist, und dieser Strohhalm muss im Interesse des HSV ergriffen werden. Macht es! Persönliche Eitelkeiten dürfen jetzt nicht den kleinsten Spielraum mehr haben, die Lage ist viel zu ernst. Ach was, ernst, sie ist dramatisch. Auch deshalb, weil längst nicht alle begriffen haben, dass es der HSV nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt ist. Ein winzig kleiner Schritt ist es nur noch, so weit ist der so ruhmreiche HSV nun schon heruntergewirtschaftet worden.

So, wer sich aus erster Hand über die Geschehnisse im HSV und die prekäre Lage der Bundesliga-Mannschaft informieren will, der sollte sich um 19 (bis 21 Uhr) im Radio auf NDR 90,3 die Talkrunde mit Carl-Edgar Jarchow, Alexander Otto, Frank Arnesen, Thorsten Fink und Kapitän Heiko Westermann anhören. Britta Kehrhahn und Lars Pegelow sind die NDR-Moderatoren. Wird bestimmt spannend.

Dann habe ich noch zwei Dinge anzukündigen, die zu dem, was ich zuvor alles geschrieben habe, eigentlich überhaupt nicht passen (weil sie die Lage nur noch verniedlichen), die mir aber sehr dennoch sehr am Herzen liegen:

Passend zum 125-jährigen Geburtstag des Hamburger Sport-Vereins und drei Tage vor dem Start in die 50. Bundesliga-Saison erscheint erstmals ein komplettes Panini-Album rund um den HSV. 36 Seiten stark, mit insgesamt 240 Sticker-Motiven – ein Werk meines Kollegen Oliver Wurm, den wir während der EM auch bei „Matz ab live“ zu Gast hatten. Die Sammelwelten zeigen zum Teil unveröffentlichte Bilder aus den Gründerjahren des Vereins. Dazu: Legendäre Spieler, unvergessene Spiele und Spielstätten, nationale und europäische Erfolge, beeindruckende Fan-Choreos, alle Abteilungen sowie den aktuellen Kader – kurzum: „Tausche Uwe Seeler und Ernst Happel gegen Maxi Beister und Uli Stein.“

Thorsten Fink und Klubmanager Bernd Wehmeyer werden am Mittwoch um 13 Uhr bei Karstadt Sport in der Mönckebergstraße sein, um die ersten Sammeltütchen aufzureißen.

Und dann gibt es jetzt ein besonderes Bundesliga-Buch, auf das ich hinweisen möchte. Der von mir sehr geschätzte Fernseh-Kollege Gerhard Delling hat es mit Akribie geschrieben, es erscheint unter dem Titel „50 Jahre Bundesliga – So wie ich sie erlebte”. Das Werk ist pünktlich zum Bundesligastart am 24. August auf dem Markt (Verlag „Die Werkstatt”). Es gibt auf über 500 Seiten viele Geschichten zur Entwicklung der höchsten deutschen Fußball-Klasse – aus Dellings persönlicher Sicht. Er begann mit drei Jahren seine „Fußballkarriere“, also gerade als die Bundesliga beschlossen wurde. Mit 16 wurde er Sportjournalist bei einer Zeitung, hat sich dementsprechend schon ein Leben lang mit diesem Erfolgsmodell und den handelnden Personen beschäftigt.

Gerhard Delling schildert in vielen Episoden die Begegnungen mit wichtigen Charakterköpfen des Fußballs, so gibt es zum Beispiel Geschichten mit und um Ernst Happel, Uwe Seeler, Wolfgang Overath, Uli Hoeneß und natürlich Günter Netzer.

Ich bin schon sehr gespannt und werde mir dieses „Ding“ auf jeden Fall zulegen.

PS: Am Mittwoch wird im Volkspark um 10 und um 16 Uhr geübt – “uns Scholle” ist am Start.

18.03 Uhr

Es kommt noch ein Spieler – wenn überhaupt

20. August 2012

„Welch ein Elend.“ Das war nur ein Kommentar eines großen und berühmte HSVers heute Vormittag. Ein anderer sagte: „Du kannst in Karlsruhe keine vier Dinger fangen, das ist einfach nur lächerlich.“ Und noch ein anderer sagte mir: „Man kann doch keinen Paul Scharner holen und ihn auf die Ersatzbank setzen. Soll der sich erst in den nächsten Woche und Monaten in die Mannschaft spielen?“ Die Kommentare mögen hart sein, hart klingen – aber sie sind im Moment berechtigt. Und sie existieren deswegen, weil sich ein jeder HSVer, und ich schreibe bewusst „HSVer“, Gedanken und große Sorgen um seinen Klub macht. Jetzt geht es doch nicht mehr nur darum, auf die drei Buchstaben einzuprügeln, jetzt geht es darum, allen vor Augen zu führen, dass es bereits fünf nach Zwölf ist. Wenn jetzt nicht ein Ruck durch die Führung geht, wenn jetzt nicht noch kurz vor Toresschluss erkannt wird, mit welch schwachem Aufgebot der HSV den Klassenverbleib in der Bundesliga schaffen will, dann sind alle auf ihren Pöstchen falsch. Man kann jetzt nicht nur die Augen verschließen und sagen, wir müssen da durch. Ein Abstieg würde den HSV um Jahre zurückwerfen und auch teuer, sehr, sehr teuer zu stehen kommen. Darüber sollten nun alle einmal verstärkt nachdenken. Und gegebenenfalls über ihren Schatten springen. Jetzt oder nie.

Karlsruhe hatte in fünf Drittliga-Spielen ja nicht nur nicht gewonnen, der KSC hatte in diesen fünf Spielen auch nur drei (in Worten DREI) Tore erzielt. Und wenn man ganz ehrlich ist, dann hätte der KSC am Sonntag mindestens sieben Tore gegen den HSV schießen können, vielleicht sogar müssen. Mindestens. Und darüber hinaus gab es noch etliche Großchancen mehr. Und das gegen eine HSV-Mannschaft, für die Trainer Thorsten Fink ein paar Tage zuvor noch ein Lob ausgesprochen hatte: „Die Defensive steht jetzt sehr gut und kompakt, besser als in der Vorsaison, da hat sich unsere Arbeit schon ausgezahlt.“

Mir fiel nach der Pokal-Pleite noch spontan ein, dass sie Dennis Aogo ja zuletzt in der „Welt“ und in der „Mopo“ über die harte Kritik am „neuen HSV“ beschwert hatte. In der „Mopo“ hatte der Nationalspieler gesagt:

„Insbesondere in unserem Umfeld herrscht keine gute Stimmung”, klagt er. „Es kotzt mich an, dass alles kritisiert und negativ gesehen wird!” Und weiter: „Wenn wir durch die Stadt gehen oder auf dem Dorf spielen, habe ich den Eindruck, dass alle nur darauf warten, dass bei uns irgendetwas passiert. Mich nervt das total!” Zuletzt mussten sich die Profis am Dienstag nach dem 5:3 bei Altona 93 von Fans verhöhnen lassen.
Aogo hat davon genug. „In mir weckt das eine Jetzt-erst-recht-Einstellung”, sagt er. „Ich hoffe, dass wir richtig gut in die Saison starten, damit wir unseren Kritikern ins Gesicht sehen und sagen können: seht her.”
Deutliche Worte des Mannes, der bislang in der Vorbereitung noch nicht zu gewohnter Stärke finden konnte. Klar ist auch: Aogo setzt sich mit seinen Worten gehörig unter Druck. Wehe, es geht schon bei Zweitliga-Absteiger Karlsruhe schief. Dann würden ihm seine Sätze mit Wucht um die Ohren fliegen.

Das war der Artikel in der „Mopo“. Ich unterstelle Dennis Aogo mal, dass er erstens wirklich die Nase voll hatte (hat), und dass er sich in Karlsruhe wehren wollte und auch gewehrt hat. Weil er das immer so macht. Auch wenn er es zuletzt, wie auch die Kollegen der „Mopo“ geschrieben haben, nicht immer mit dem (von ihm und uns) gewünschten Erfolg getan hat. Das ist aber eine andere Geschichte. Mir geht es nur darum, dass sich Aogo wehren wollte – auf dem Platz. Und da stand er nach guten 15 Anfangsminuten dann doch bald ziemlich allein. Nicht ganz allein, das ist schon klar, aber neben ihm und vor ihm bröckelte es mit zunehmender Spieldauer immer mehr ab. Und das ist für mich nach wie vor unverständlich. Wieso wird aus dieser Mannschaft immer noch keine Einheit? Wieso kippen sie fast alle um, wenn ihnen nur der kleinste Hauch von Wind entgegenweht? Das ist doch alles so furchtbar unfassbar. Ich habe das Gefühl, dass man da auch eine aus elf Spielern bestehende Mannschaft auf den Rasen schicken könnte, die sich vor Minuten gerade zufällig getroffen hat, um nun miteinander zu spielen. Da greift doch nach dem ersten Missgeschick kein Rädchen mehr in das andere. Da wird nicht untereinander gesprochen, motiviert, geholfen, geführt – nichts. Wie die Einzelkämpfer, nach wie vor. Da gibt es keine Kompaktheit, da spielt jeder seinen Stiefel herunter. Dennis Aogo hatte vorher eine „Jetzt-erst-recht-Einstellung“, aber davon hatten nicht viele Kollegen etwas gehört. Oder sie kennen so etwas erst gar nicht.

Wenn es nicht so bitter wäre.

In unserem Kreis hat „Matz ab live“ ja einiges an Lob erhalten, ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei Benno Hafas, JU aus Qu und Lars 49 für die gute Gesprächsrunde. Sie haben ihre Meinung kund getan, andere „Matz abber“ tun es rauf und runter im Blog. Aus Sorge um den HSV. Wie zum Beispiel „Eiche“:

„Bei uns funktionieren einfachste Basic (noch?) nicht. Raumaufteilung, gesamtes Verschieben defensiv etc.
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Der Trainer labert von Chancen nutzen – und ihr seid schon wieder bei der großen Vereinspolitik.
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KOKOLORES
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Fink muss zusehen, dass er das gesamte Defensivverhalten trainiert. Sonst kommt da nichts bei heraus. Kinder lernen erst krabbeln dann laufen.
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Arnie sagt ja selber, der Kader ist nicht zu schlecht. Da bin ich bei ihm. Bleibt die Frage, warum ein Kader, der mittelmäßig genug ist aber in keinem Spiel funktioniert. Woran liegt das wohl?“

„Jetzt ist die Kritik wahrscheinlich berechtigt, und wir müssen eine Reaktion zeigen, um in der Meisterschaft direkt gut zu starten“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink. „Es ist klar, dass wir damit jetzt eine Woche leben müssen.“ Heute war übrigens Training. Nach einem Spiel am Sonntag eigentlich ungewöhnlich. Anzeichen dafür, dass der Coach die Zügel anziehen wird? Darüber habe ich schon zu Beginn des Jahres geschrieben,. Als angekündigt wurde, dass nun mehr im Training getan wird. Und es sollte zweimal pro Tag trainiert werden. Alle Zeitungen und Medien berichteten darüber, durch die gesamte Republik hieß es damals: „Schluss mit lustig beim HSV, Fink zieht die Zügel an.“ Das war damals dann aber so: „Morgens normales Training, nachmittags, die zusätzliche „Strafeinheit“, da wurde dann Fußball-Tennis gespielt . . .

Dabei muss doch jetzt, spätestens jetzt, etwas passieren. Die Mannschaft „verdaddelt“ eine Millionen-Einnahme im Pokal und geht dann zur Tagesordnung über. Als wäre es den Profis egal, woher das ganze Geld kommt, das sie pünktlich am Monatsende auf dem Konto haben wollen.

„Bis zum Ende der Woche haben wir noch was zu bereden“, kündigte Thorsten Fink an. Das gilt wohl auch für die Absprache zwischen Trainer und Sportchef. Neue Leute braucht der Klub, und zwar im Mittelfeld und im Sturm. Fink aber sagt: „Ich fordere gar nichts ein. Wir werden das zusammen besprechen und zusammen entscheiden.“ Arnesen hat aber heute auf meine Frage, ob nicht auch noch ein Stürmer kommen müsse, geantwortet: „Nein, ich denke, dass wir einen Mann im Mittelfeld brauchen, der die Stürmer füttern kann und soll.“ Auf die Frage, ob er denn glaube, dass Marcus Berg und Artjoms Rudnevs als Stürmer ausreichen, sagte der Däne: „Wir haben ja auch noch Heung Min Son und Maximilian Beister. Wenn wir 4:4:2 spielen würde, dann bräuchten wir noch einen Stürmer, aber mit 4:2:3:1 haben wir genügend Leute, die stürmen.“

Heute in den Abendstunden will Frank Arnesen mit dem Vorstand darüber sprechen, wie viel Geld noch für eine Verstärkung vorhanden ist. Bekäme er noch Summe x, dann hätte er wahrscheinlich auch mindestens einen Mann für das HSV-Mittelfeld an der Hand. Arnesen: „Es gibt mehrere Kandidaten, die wir noch bekommen können.“ Aber, wie gesagt, es wird nur noch einen geben. Leider. Ich würde am liebsten noch fünf, sechs neue Spieler holen . . .

„Gegen einen Drittligisten müssen wir gewinnen, aber ich habe trotz der Niederlage in Karlsruhe noch volles Vertrauen in die Mannschaf“, sagt Arnesen, der zugab, sehr enttäuscht“ zu sein“: „Aber wir haben am Sonnabend die Zeit, Revanche zu nehmen, in einem Heimspiel gegen Nürnberg. Diese Chance müssen wir nutzen. Wir fangen an bei Null, und ich glaube immer noch, dass wir besser werden als in der vergangenen Saison.“

Das sehen inzwischen (ganz offensichtlich) viele HSV-Fans und auch große, verdiente HSVer längst anders. Auch schon vor dem KSC-Spiel. Siehe Aogos Beschwerde. Dass diese Kritiker nicht unbedingt falsch liegen, hat die Partie im Karlsruher Wildpark wohl mehr als deutlich offenbart. Und während der HSV diese Schwächen an den Tag legte, schoss Mladen Petric zwei Tore bim 5:0-Sieg des FC Fulham gegen Norwich. War es nicht doch ein Fehler, den (äußerst lauffaulen) Torjäger gehen zu lassen? Ich gebe zu, dass ich es auch getan hätte, denn Petric hatte zuletzt nicht mehr die richtige Einstellung zum und für den HSV, er brauchte eine neue Herausforderung, aber einige HSVer sagen nun auch: „Den Petric hat ganz allein der HSV und Trainer Michael Oenning auf dem Gewissen. Der Kroate sollte vor einem Jahr im österreichischen Trainingslager HSV-Kapitän werden, aber obwohl alles schon darauf hindeutete, wurde er es nicht – sondern es blieb Heiko Westermann. Eine Enttäuschung, die Petric nie verdaut hat.“

„Ich glaube, dass wir mit Berg, Rudnevs und Son drei gute Stürmer für eine Position haben. Wir wissen aber auch, dass Rudnevs noch seine Zeit braucht, aber das haben wir einkalkuliert. Und dann wird sich mit der Zeit zeigen, ob es eine gute Entscheidung war von uns, ihn zu verpflichten.“

Ja, so kommt Baustelle zu Baustelle – in diesem HSV. Ich kann nur davor warnen, dass mit einem „Zehner“ im Mittelfeld alle Sorgen beiseite gelegt sind. Dieser eine Mann wird es allein nicht richten können, weil auch ansonsten Qualität im Team fehlt. Natürlich hat der HSV kein Geld, aber andere Klubs haben es vorgemacht, dass man auch „mit Auge“ einkaufen kann.

Frank Arnesen soll ja Angebote gehabt haben (oder hat er sie noch?), nach England oder Russland zu wechseln. Nervt es ihn nicht, dass er in Hamburg immer auf den letzten Cent gucken muss, um Leute verpflichten zu können? Der Däne sagt: „Nein, ich habe immer gesagt, dass es eine Herausforderung für mich ist. Wir können nicht mehr machen als das, was der Verein mir gibt. Ich habe hier für drei Jahre unterschrieben, und dann mache ich das auch. Wenn wir diese Saison durchstehen, dann haben wir wahrscheinlich im nächsten Jahr schon wieder mehr Möglichkeiten.“ Und dann sagt der Sportchef weiter: „Deshalb setzen wir ja auch auf junge Spieler. Wir haben Hakan Calhanoglu, Matti Steinmann, Son, Sala, Nörgaard – wir haben viele gute Talente, mit denen wir diesen Weg gehen wollen, und das macht mir auch Spaß. Ich sehe das als großes Plus, wenn man nicht so viel Geld hat, um groß einzukaufen. Wir haben Talente, die für eine gute Zukunft des HSV stehen.“ Der Sportchef weiß aber auch. „In diesem Moment ist es schwer für uns, für alle. Auch für die Fans. Deswegen ärgern wir uns ja auch alle, dass es nicht schneller geht, aber wir müssen Geduld haben. Natürlich hilft dann eine solche Niederlage wie am Sonntag überhaupt nicht, aber jetzt müssen wir aufstehen und kämpfen, schon am Sonnabend gegen Nürnberg damit anfangen.“

Wobei es nicht die besten Voraussetzungen dafür gibt, denn:
Tolgay Arslan hat einen Muskelfaserriss erlitten, und Paul Scharner (der den Österreichischen Fußball-Verband wegen des Rausschmisses aus der Nationalmannschaft – und der falschen Aussagen dazu – verklagen will) einen Innenbandriss im Knie (Pause von mindestens sechs Wochen). Die Nackenschläge nehmen zu – es geht schon wieder los . . .

Am Dienstag wird um 16 Uhr im Volkspark geübt.

17.08 Uhr

Und wieder eine Pokal-Blamage

19. August 2012

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Geht leider nicht mehr. Der HSV ist in der ersten Pokalrunde bereits ausgeschieden. Beim bislang sieglosen Drittliga-Klub Karlsruher SC gab es die befürchtete 2:4-Pleite. Klar wissen alle, dass dieser HSV einer schweren Saison entgegen geht, aber jetzt wissen es auch die größten Optimisten. Da muss noch viel passieren, bis der HSV ein vollwertiger Erstliga-Klub ist, so geht der HSV zu seinem 125. Geburtstag unter. Die in der Woche noch so gelobte Abwehr war phasenweise ein Hühnerhaufen, im Mittelfeld ging nur bedingt und auch nur in Halbzeit eins etwas nach vorne, und im Sturm herrschte ein laues Lüftchen. Quo vadis, HSV?

Mit einer (kleinen) Hiobsbotschaft begann für Trainer Thorsten Fink der Sonntag. Tolgay Arslan fiel doch noch aus, die Adduktorenverletzung ließ einen Einsatz gegen den KSC nicht zu. Deshalb trat die offensivere Variante in Kraft: Maximilian Beister spielte rechts für Son, der somit frei war für die Position hinter der Spitze (Marcus Berg).

Und der HSV legte mit dem Anpfiff los. Bereits nach zehn Sekunden grätschte Marcell Jansen, um einen lange Ball (gegen einen Karlsruher) zu erreichen. Hoffenheim lässt grüßen, der HSV hatte seine Lektion gelernt. Hellwach von der ersten Sekunde an. Genau so tritt man bei einem zwei Klassen tiefer spielenden Gegner auf. Allerdings war mit dieser klitzekleinen Überlegenheit (wenn es denn eine solche gab) spätestens nach 15 Minuten vorbei, denn dann machte der KSC mehr Dampf – das Spiel verlief ausgeglichen. Und ich bitte immer zu bedenken, dass diese mörderische Hitze natürlich beiden Mannschaften enorm zusetzte. Ich hätte bei solchen Temperaturen nicht spielen mögen . . . Schon das Schreiben war anstrengend genug.

Etwas überraschend die 1:0-Führung des HSV in der 23. Minute. Per Ciljan Skjelbred passte nach vorne, Dennis Aogo lenkte den Ball gerade noch zu Berg, der bediente den mitlaufenden Jansen links. Ein kurzer Sprint bis zur Torauslinie, flache Eingabe, Aogo verfehlte, dann aber nahm sich Berg des Leders an. Ein unscheinbarer Linksschuss aus zwölf Metern, den KSC-Keeper Orlishausen nicht sehen konnte – Tor für Hamburg.

Dieser Treffer aber gab dem HSV keine Sicherheit. Das wirkte alles wie mit der heißen Nadel gestrickt. In der 28. Minute ließ Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock), ein Sportwissenschaftler, eine Trinkpause für beide Mannschaften zu. In dieser erfuhr Skjelbred, der bis dahin der auffälligste Hamburger war, eine besondere „Adlung“. Trainer Fink trat den Norweger nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch mit dem rechten Fuß in den Hintern. Sollte wohl heißen: „Gib weiter Gas, Alter, du machst das sehr gut . . .“ Was durchaus auch angebracht war.

Drei Minuten nach der Unterbrechung hieß es dann 1:1. Zhi Gin Lam, der hinten rechts verteidigen sollte (!), ließ von links flanken, in der Mitte versuchte Aogo noch, van der Biezen am Kopfball zu hindern – es blieb beim Versuch. Tor. Und irgendwie auch nicht unverdient, denn der Drittliga-Klub war genau um dieses Tor emsig bemüht. Trotz der großen Hitze.

Danach kam die etwas glücklichere Phase für den HSV. Erst spielte sich der KSC bis zu Adler durch – abseits. Dennoch offenbarte dieser Angriff doch gewisse Abstimmungsprobleme in der HSV-Defensive. Jeffrey Bruma blickte entsetzt in die Luft und haderte mit dem Abwehrverhalten seiner Kollegen, Weil es dem KSC zu einfach gemacht wurde, sich so durchzuspielen.

Zwischendurch gab es noch einen üblen Tritt von Kempe, der Son umtrat, ohne eine Chance zu haben, den Ball zu spielen. Dankert zückte keine Karte. Die aber wäre Pflichtprogramm in dieser Szene gewesen. Aber der Schiedsrichter machte es wieder „gut“. Auf der Gegenseite pfiff er nach einem Einsatz gegen Adler ab, obwohl das nicht unbedingt Pflicht gewesen wäre. Der Karlsruher Stoll hatte den Ball nach einem Zweikampf mit Adler ins Tor gebracht, aber der Treffer zählte nicht – abgepfiffen (40.).

Glück auch noch einmal 60 Sekunden später für den HSV. Beister war in der Not zurückgelaufen, half im Strafraum aus – und ließ das Bein gegen Alibaz stehen. Der Karlsruher fiel theatralisch, er wollte einen Strafstoß, bekam ihn aber nicht. Keiner hätte sich beklagen dürfen, wenn es den Elfmeter gegeben hatte – das war mutig (gegen den Heim-Verein) von Dankert. Das bekam der Unparteiische auch beim Halbzeitpfiff zu spüren. Die Karlsruher, allen voran Trainer Markus Kauczinski, reklamierten aufgebracht. Wohl auch deshalb, weil der HSV zu diesem Zeitpunkt 2:1 führte. Lam hatte in seiner besten Szene Beister steil geschickt, und der U-21-Nationalspieler „tunnelte“ den KSC-Torwart nach sechs Sekunden in der Nachspielzeit. Alles wird gut?

Denkste. In der zweiten Halbzeit ließ der HSV stetig nach. Obwohl der HSV die große, die riesige Chance noch zum 3:1 hatte. Jansen lief halblinks auf das KSC-Tor zu, traf aber nur den Pfosten der langen Ecke. Pech. Aber der Drittliga-Klub war offenbar geweckt. Er kam, der HSV kam nur noch selten. Und als sich Michael Mancienne ein Foul erlaubte, gab es einen 17-Meter-Freistoß. Alles wartete auf Calhanoglu, aber es schoss Alibaz. Und wie. Ein Traumtor zum 2:2. Weil in der Mauer nur Heiko Westermann hochsprang, nicht aber der neben ihm stehende Son. Er hätte den Ball bekommen können, aber er sprang eben nicht. Obwohl es Adler vorher noch von allen gefordert hatte (58.).

Und noch ein Freistoß. Diesmal aus 28 Metern, diesmal schoss Calhanoglu aber wirklich, Adler sah dabei nicht gerade überragend aus, der Ball prallte nach vorne, Stoll staubte ab – 3:2. Und um das Ende auch noch abzurunden: In der 86. Minute lief der Karlsruher Soriano im HSV-Strafraum Slalom, Mancienne und Bruma waren nur noch Statisten – Tor, 4:2, das traurige Ende eines HSV-Betriebsausfluges. So, genau so hatten es sich die Pessimisten vorgestellt.

Gute Hamburger? Skjelbred eine Halbzeit lang. Das war es. Der Versuch mit Lam ist meiner Meinung nach gescheitert. Bruma nach rechts (wenn nicht Dennis Diekmeier), Paul Scharner in die Mitte neben Mancienne – es wäre ein Versuch wert. Der HSV kann sich jetzt voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren . . . So böse und lachhaft das auch klingen mag.

Härtestest bestanden: mit Arslan in Karlsruhe

18. August 2012

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das wissen alle. Und doch gibt es immer mal wieder kleinere und auch ganz dicke Überraschungen. Markus Babbel wird nun ein Lied davon singen können, der Hoffenheimer Trainer, denn seine Bundesliga-Profis wurden beim unglaublichen 0:4-Debakel gegen den Berliner AK ganz schön vorgeführt. Ja, Geld ist eben nicht alles, es gehört eben auch ein bisschen Einstellung dazu. Ob der HSV an diesem Sonntag eine negative Überraschung vermeiden kann? Nach dem heutigen Vormittagstraining bin ich mir fast sicher, dass sich der HSV beim Karlsruher SC von seiner besten Seite zeigen – und dann auch am Abend mit einem Sieg nach Hamburg zurückkehren wird.

Egal, was es auch immer für ein Spiel morgen im Wildpark geben wird, es wird auf jeden Fall eine ganz heiße Nummer. Das war es schon an diesem Vormittag. Der HSV trainierte doch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit (wie vom Verein angekündigt), die Einheit begann pünktlich um 11 Uhr. Auf dem Weg von der Kabine zum Platz dehnte sich Tolgay Arslan immer wieder, nahm sogar eine kurze Auszeit, um seine Beine wechselweise draufzustellen und sich dabei zu dehnen, zu recken und zu strecken. Die Adduktoren zwicken, aber sie hielten bei dieser 70-minütigen Einheit der Belastung stand. „Ich spüre zwar noch einen ganz leichten Schmerz, aber das ist nicht der Rede wert, ich kann spielen“, sagte Arslan nach dem Trainingsende.

Nach der Aufwärmphase ließ Trainer Thorsten Fink seine Mannen zehn Minuten Handball (mit Kopfbällen als Abschluss) spielen, danach gab es drei Stationen mit „fünf gegen zwei“, es folgten Abschlüsse, in denen zwei Gruppen nebeneinander auf die Torhüter Sven Neuhaus und Jaroslav Drobny mit Vehemenz losballerten. Dabei gab es nicht nur Tore zu bejubeln, sondern auch drei besondere Schützen. Platz eins für den Hoch-und-weit-Preis belegte Maximilian Beister, der die Kugel munter in den Volkspark drosch, den Ball suchen sie noch heute. Ähnlich machte es auch Heung Min Son mit links, allerdings hatte der Südkoreaner Glück, der Ball prallte gegen einen Baumstamm und blieb in Sichtweite neben der Platzumrandung liegen. Und den dritten Platz belegte in diesem Scheibenschießen Dennis Aogo, der sich nach einem sehr, sehr harten Zweikampf (hart an der Grenze – wenn nicht schon drüber) mit Dennis Diekmeier auch etwas frustriert ein Herz fasste und die Kugel hoch und weit in die Botanik drosch.

Thorsten Fink ließ auch noch den Spielaufbau üben, bevor es zu einem Spiel zehn gegen zehn (mit Co-Trainer Frank Heinemann) auf etwas weniger als dem halben Platz ging. Da traf für die gedachte Mannschaft, die den HSV in Karlsruhe in die zweite Runde schießen soll, Marcus Berg vom Anstoß weg zum 1:0. Ein herrlicher Alleingang, der auch von den Kollegen mit reichlich Applaus und Zuspruch bedacht wurde, sorgte für das „Tor des Tages“. Wie gesagt, ein bildschönes, Berg tankte sich beherzt durch und drosch den Ball mit Schmackes ins Netz, für Drobny gab es da überhaupt nichts zu halten.

Das kleine, kurze Spielchen war schon anzusehen, es ging hin und her und schön zur Sache. Das sollte allen Spielern Mut für das morgige Match geben. Es sah tatsächlich so aus, als wolle die Mannschaft richtig schön Gas geben – und ich konnte mir dabei überhaupt nicht vorstellen, dass der KSC da eine Chance auf den Sieg haben könnte. Wenn die „Finken“ damit weiter machen, womit sie heute im Training aufgehört haben, dann wird der Erstliga-Vertreter auch dominieren und gewinnen. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die Spieler tatsächlich genau so konzentriert und willig in die Partie gehen, wie sie es heute im Training taten. Immerhin haben sie alle (und auch wir) noch den katastrophalen Auftritt in und gegen Altona im Hinterkopf.

Thorsten Fink wird, wenn es bei Tolgay Arslan über Nacht keine Nachwirkungen von diesem Training gibt, seine „Wunsch-Mannschaft“ aufbieten können. Adler, der heute mit Torwart-Trainer Ronny Teuber trainierte, steht zwischen den Pfosten,. Zhi Gin Lam, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne und Dennis Aogo bilden die Viererkette, Heiko Westermann und Per Ciljan Skjelbred bilden die Doppel-Sechs, Heun Min Son kommt über rechts, Marcell Jansen über links, Arslan spielt zentral und ganz vorne wird Marcus Berg stürmen. Der Schwede war der deutlich bessere Angreifer – nicht nur an diesem Tag, sondern während der gesamten Vorbereitung. Von Artjoms Rudnevs war auch heute nicht viel zu sehen.

Aber der Lette mag ja noch kommen. Das schließe ich gar nicht aus. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang zu berichten, dass sich Dennis Aogo nach dem offiziellen Training den Letten „griff“ und mit ihm fast ein Einzeltraining absolvierte. Aogo flankte von links, Rudnevs hatte vor dem Tor (in dem Co-Trainer Heinemann stand!) die Aufgabe, die Bälle ins Netz zu bugsieren. Dazu gesellte sich dann auch noch Neuerwerbung Paul Scharner, der sich ebenfalls darum bemühte, die Bälle ins Tor zu bekommen. Eine gute, nein, eine sehr gute Aktion von Dennis Aogo, der nach dem Trainingsende sofort über den Platz rief: „Rudi, komm her . . .“ Und Rudi kam. Vielleicht kommt er ja auch in den nächsten Tagen und Wochen noch, dann, wenn sich solche kameradschaftlichen Maßnahmen auszahlen.

Nicht mit im Kader für das KSC-Spiel ist übrigens Muhamed Besic, der als einziger Profi vom heutigen Trainingskreis daheim bleiben muss. Auf der Ersatzbank Platz nehmen werden Drobny, Diekmeier, Scharner, Sala, Ilicevic, Beister und Rudnevs.

So, mein Tipp für das Spiel in Karlsruhe lautet 2:0 für den HSV.

PS: Nicht vergessen, am Sonntag gibt es nach dem Pokalauftritt des HSV wieder „Matz ab live“ aus dem „Champs“ in Schnelsen. Meine Gäste sind dann die „Matz abber“ Benno Hafas, JU aus Qu und Lars 49.

17.34 Uhr

Karlsruhe – ein elementar wichtiges Spiel – Update 21.52 Uhr, Rajkovic vor Wechsel zu Ajax

17. August 2012

“Es ist wichtig, dass man sinnvoll und rechtzeitig trinkt.“

Sagt Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf zur erwarteten Hitze am DFB-Pokal-Wochenende. Nur wegen der Hitze, nicht etwa deshalb, um zu vergessen . . .

34 Grad soll es am Sonntag in Karlsruhe geben, wenn um 14.30 Uhr der Anstoß zum DFB-Pokalspiel zwischen dem Drittliga-Vertreter KSC und dem HSV erfolgt. Das könnte dann die schönste und reinste Form von Sommerfußball geben, aber das wollen wir alle nicht hoffen. Der HSV ist gewarnt. Beim 5:3-Sieg in der Woche gegen den Fünftliga-Verein Altona 93 wurde die erste Halbzeit total verschlafen. Die Amateure grätschten, wieselten, kämpften, traten hin und wieder auch ein wenig kräftiger zu, sie griffen oft mit zwei, drei Leuten den am Ball befindlichen HSV-Spieler an, sie spielten frech nach vorne und hatten keinerlei Scheu vor den Profis. Genau diese Einstellung könnte am Sonntag auch der KSC haben, der ja bekanntlich schon mal fünf Punktspiele in dieser Saison bestritten hat (der HSV noch ohne Wettkampf-Praxis!), und darauf sollte jeder Hamburger auf alle Fälle schon einmal gefasst sein. Sonst könnte es doch ein böses Erwachen geben.

„Ich habe mit der Mannschaft darüber gesprochen, dass 90 Prozent nicht gehen. Auch gegen einen Oberliga-Klub nicht. Und als wir in der zweiten Halbzeit in Altona dann 100 Prozent gegeben haben, auch von der Aggressivität her, da ging es ja auch. Ich verstehe es ja manchmal, dass man schwer ins Spiel hinein kommt, aber man hat da den Unterschied gesehen zwischen 90 Prozent und 100 Prozent, und zwar von der Aggressivität und von der Einstellung her“, sagt Trainer Thorsten Fink und fügt hinzu: „Man unterschätzt ja auch manchmal einen solchen Gegner, aber ich glaube nicht, dass uns das nun in Karlsruhe passieren wird. Die Mannschaft weiß, dass es für uns um die nächste Runde geht, dass dieses Spiel unheimlich wichtig für uns ist, und so werde ich das Team auch auf diese Pokalspiel vorbereiten.“

Dann sagt Fink aber auch: „Man hat ja schon oft genug im Pokal erlebt, dass trotz allem mal ein kleiner Klub gegen den Favoriten gewonnen hat – im Fußball ist eben alles möglich. Da kann man auch mal als Bundesliga-Verein gegen einen Drittliga-Klub rausfliegen.“ Und genau darauf hoffen die KSC-Verantwortlichen. Natürlich. Sonst könnten sie ja schon heute die weiße Flagge hissen und sich ergeben. Aber das Gegenteil ist der Fall. KSC-Trainer Markus Kauczinski traut, so schreibt es die Agentur dpa, seiner Elf gegen den Bundesliga-Dino am Sonntag eine Sensation zu: „Wir haben gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können und durchaus auch den HSV schlagen können.“

Selbstvertrauen tankte der KSC unter der Woche im badischen Pokal beim 2:0 gegen den Oberligisten Neckarelz. Beim ersten Pflichtspielsieg in dieser Saison erzielten mit Rouwen Hennings (ehemals HSV-Spieler) und Elia Soriano zwei Stürmer die Karlsruher Tore. In den fünf Punktspielen der dritten Liga, in denen noch kein Sieg gelang, war bisher nur Mittelfeldtalent Hakan Calhanoglu, der bekanntlich im Sommer 2013 zum HSV wechseln wird, dreimal erfolgreich. „Die Tore tun den Spielern sichtlich gut. Im Training merkt man, dass die Jungs deutlich gelöster sind“, erklärte Kauczinski. Verzichten muss der KSC am Sonntag auf den gesperrten Verteidiger Jan Mauersberger.

Beim HSV fällt auf jeden Fall Robert Tesche aus, den es an der Wade erwischt hat, zudem wird um Tolgay Arslan gebangt. Der Mittelfeldspieler hat Probleme mit den Adduktoren, er hat heute auch nicht mit der Mannschaft trainieren können. „Am Sonnabend werde ich testen, ob es geht“, sagt Arslan, der beim Abschlusstraining dabei sein möchte. Thorsten Fink: „Trainier er voll mit und sagen die Ärzte, dass es kein Risiko ist, ihn mitzunehmen, dann ist er dabei.“ Nur dabei? Oder doch in der Anfangsformation? Fink lächelnd: „Ich gehe davon aus . . .“ Von der Startformation.

Geht der Arslan-Test aber daneben, so wird Thorsten Fink umstellen müssen. Dann wird Heung Min Son (Fink: „Er kann in die Tiefe gehen.“) hinter Marcus Berg stürmen, und für den Südkoreaner wird Maximilian Beister, der am Dienstag zwei Tore für die deutsche U-21-Nationalmannschaft (beim 6:1 über Argentinien) erzielte, auf die rechte Position im Mittefeld rücken. Unklar ist noch, wer rechts verteidigen wird. Zhi Gin Lam oder Dennis Diekmeier? Beim Training sah es zunächst so aus, dass Lam diesen Posten übernehmen wird. Später ließ Fink locker miteinander tauschen, aber ich denke einmal, dass Lam am Sonntag in der Anfangsformation des HSV stehen wird. Sodass die Mannschaft folgendermaßen aussehen könnte: Adler; Lam, Bruma, Mancienne, Aogo; Westermann, Sala; Beister, Jansen; Son; Berg.

Über seine generelle taktische Philosophie sagte Thorsten Fink: „Das ist das, was ich schon immer wollte, dass wir das System auch mal ein bisschen ändern können. Mal ein 4:4:2 oder 4:2:3:1, mal vielleicht auch ein 4:1:4:1 – das machen wir eigentlich auch ganz gut.“

Erfreulich war, dass „Maxi“ Beister für Deutschland so erfolgreich stürmte. Kommentar Fink: „Manchmal erledigen sich auch Dinge von allein. Wenn einer gut spielt bei der U-21, dann kriegt am das ja mit.“ Beister dürfte mit diesen beiden Treffern einiges an Selbstvertrauen getankt habe, und davon hat es in dieser HSV-Mannschaft ja zuletzt nicht so reichlich gegeben. Deswegen ist natürlich jeder Spieler willkommen, der mit (viel) Selbstbewusstsein ins Spiel geht. In ein Spiel, das ganz sicher kein Selbstgänger wird. Thorsten Fink über den Gegner: „Der KSC steht sehr kompakt, und er hat mit Hakan Calhanoglu einen Spieler, der Spiele durch Standardsituationen entscheiden kann. Da müssen wir auf der Hut sein. Und sie schlagen auch oft lange Bälle hinter die Abwehr – auf einen langen Stürmer.“

Fink weiß auch: „Die Mannschaft ist in der Meisterschaft zwar noch nicht so wie erwartet in den Tritt gekommen, aber die Mannschaft ist trotz allem gefährlich. Da gibt es im Pokal ja auch immer wieder die gleichen Sprüche: Diese KSC-Mannschaft hat gerade in Heimspielen die Qualität, uns auch zu schlagen – wenn alles schief läuft für uns. Deswegen müssen wir eine hundertprozentige Konzentration an den Tag legen, eine Top-Konzentration wie bei einem Bundesliga-Spiel zeigen.“ Fink sagt dann auch noch: „Sollten wir international etwas erreichen wollen, dann ginge das sicher über den DFB-Pokal leichter als in der Meisterschaft, denn im Pokal muss man lediglich sechs Spiele gewinnen – solche Chance sollte man wahrnehmen.“

Zudem, und da sind wir mal wieder bei dem so wichtigen Punkt Selbstvertrauen, wäre ein HSV-Erfolg in der ersten DFB-Pokalrunde ja auch sehr gut für das allgemeine Wohlbefinden der Mannschaft. Fink: „Mit einem positiven Erlebnis in die Saison zu gehen, das ist unheimlich wichtig. Deswegen ist dieses Spiel auch so eminent wichtig für uns. Wenn man da nicht gleich wieder etwas auf den Deckel bekommt, wenn man da noch weiter an die nächsten Pokalrunden denken kann, wenn man dem Verein wichtige Einnahmen bescheren kann, dann wäre ein Sieg in Karlsruhe schon von größter Wichtigkeit.“

Beim Training war heute auch Sportchef Frank Arnesen anwesend, und als später noch im Stadion Standards geübt wurden, saßen der Däne und Fink noch auf der ansonsten leeren Spielerbank und sprachen unter vier Augen und Ohren über – neue Spieler? Fink später vielsagend: „Schau’n wir mal, was da alles kommt. Lassen wir uns mal überraschen. Wichtig ist, dass Frank und ich wissen, was wir wollen. Und alle anderen dann sehen, was wir wollen . . .“ Aha.

Erfreulich auf jeden Fall, wo ich gerade bei „neuer Spieler“ bin: Auch heute lief Gojko Kacar wieder mit Reha-Trainer Markus Günther durch den Volkspark. Auch wenn der Knöchelbruch noch lange kein Balltraining zulässt, Kacar könnte dann, wenn die Saison schon im Gange ist, sicherlich auch noch eine Option werden – ob nun im Mittelfeld oder in der Abwehr. Ich jedenfalls traue ihm das zu – und freue mich auch schon wieder darauf, dass er demnächst wieder mitmischen wird. Torwart Tom Mickel wird am Wochenende nicht im Profi-Kader sein, er wird mit der Zweiten in der Regionalliga gegen den VfB Oldenburg spielen (Sonnabend, 15 Uhr, bei Eintracht Norderstedt). So ist es zwischen Thorsten Fink und dem Trainer der Zweiten, Rodolfo Cardoso, abgesprochen.

Und dann gab es da noch den „Fall Scharner“. Das Ding wird ziemlich hoch gekocht. Thomas von Heesen, der am Donnerstag in Hamburg weilte (Fußabdruck am Uwe-Seeler-Fuß) und Trainer des österreichischen Zweitliga-Klubs Kapfenberg ist, wusste zu berichten: „In den Medien in Österreich ist Paul Scharner das beherrschende Thema. Da wird schon ganz heiß und hart mit ihm abgerechnet.“

Wohl auch deshalb gab es heute die folgende SID-Meldung:

„Nach seiner eigenmächtigen Abreise aus dem Teamhotel ist die Karriere von Verteidiger Paul Scharner in Österreichs Nationalmannschaft endgültig beendet. Das teilte das Präsidium des österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) am Freitag mit. Scharner werde demnach „unabhängig von der Person des Teamchefs künftig in keine österreichische Nationalmannschaft mehr einberufen.“ Nationaltrainer Marcel Koller werde zudem „in seiner Entscheidung hinsichtlich der Causa Scharner vollinhaltlich“ unterstützt.

Im Vorfeld des Testspiels gegen die Türkei (2:0) am Mittwoch hatte Scharner für einen Eklat gesorgt. Der neue Verteidiger des HSV forderte von Koller für die bevorstehende Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien eine Stammplatzgarantie. Als ihm diese verweigert wurde, verließ Scharner wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie das Trainingslager der Österreicher.

Koller kündigte schon am Abend des Spiels Konsequenzen an. „Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer einen Stammplatz fordert. Unter mir wird er sicher nicht mehr spielen“, sagte der frühere Kölner und Bochumer Bundesligatrainer.“

Scharner ist 32 Jahre jung – das möchte ich mal betonen. Und ich bin ein paar Tage älter. Für mich steht aber ebenfalls fest: Ich werde auch nie mehr für Deutschland spielen. Unter keinem Bundestrainer, auch nicht unter jenen, die noch alle auf „Jogi“ Löw folgen werden.
Nein, im Ernst, ich halte es schon für oberpeinlich, was die Österreicher da nun für einen Aufstand draus machen – aber vielleicht haben sie jenseits der Alpen keine anderen spannenden Fußball-Themen. Wer mit 32 Jahren aus der Nationalmannschaft fliegt, der wird wohl kaum noch mal zu einem Comeback überredet – denn auch Scharner wird ja nicht jünger.

Kurz noch zu etwas Erfreulicherem: Das „Matz-ab“-Gewinnspiel. Das habe ich währen der nun schon fast sechsmonatigen Sommerpause hier hereingestellt, und wir sind jetzt schon bei einem neuen Rekord – das Frank-Rost-Trikot ist bereits überholt. Diesmal gibt es ja das Trikot von Paolo Guerrero, und das ist offenbar ein heiß begehrtes Souvenir. Danke schon mal an dieser Stelle für euer großartiges Mitmachen – toll!

PS: Am Sonnabend findet das Abschlusstraining des HSV unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

PSPS: Und am Sonntag gibt es nach dem Schlusspfiff in Karlsruhe (wann immer der ertönen wird . . .) wieder eine neue Folge von „Matz ab live“. Diesmal mit ganz besonderer Prominenz, es sind nämlich drei „Matz-abber“, drei Männer aus unserem/euren Kreis, zu Gast im „Champs“ in Schnelsen (Burgwedel). Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr wieder zahlreich einschalten könntet (trotz des Sonnenscheins und der 34 Grad).

17.11 Uhr

So, eine kleine Nachricht muss ich jetzt noch nachreichen. Für den vor die Tür gesetzten Slobodan Rajkovic scheint ein “Abnehmer” gefunden zu sein. Ajax Amsterdam hat Interesse angemeldet, Rajkovic hat offenbar auch Bereitschaft zu einem Wechsel signalisiert – der Innenverteidiger soll nächste Woche ausgeliehen werden. Zudem, so wird gemunkelt, wird der HSV in der kommenden Woche noch einen weiteren Spieler an einen neuen Arbeitgeber veräußern, sodass noch ein weiteres Mal Geld in die Kasse kommen wird
(ergänzt um 21.52 Uhr)

Scharner wehrt sich: “Koller verbreitet Unwahrheiten”

16. August 2012

Das wäre bitter! Ausgerechnet in einer der letzten Trainingseinheiten vor dem ersten Pflichtspiel verletzte sich heute Tolgay Arslan, dem Trainer Thorsten Fink eine Startelfnominierung bereits in Aussicht gestellt hatte. „Es wäre sogar eine Katastrophe“, sagt Arslan selbst. Im Training am heutigen Vormittag hätten die Adduktoren „zugemacht“, sagt Arslan, der sofort abbrach, sich behandeln ließ und am Nachmittag vorsichtshalber aussetzte. „Aber ich glaube, dass ich es schaffe kann. Zumindest fühlt es sich schon deutlich besser an“, so Arslan nach der Behandlung. Sollten sich die Schmerzen bis zum Freitag nicht gelegt haben, würde er eine MRT machen, um sicherzugehen, dass nichts Schlimmeres ist. „Ich gehe aber davon aus, dass es bis Sonntag gehen wird und ich spielen kann“, sagt Arslan, um dann mit einem Lächeln hinterherzuschicken: „Auf jeden Fall hoffe ich das.“

Wenig Hoffnung hat indes Paul Scharner. Weder für eine Startelfnominierung gegen den KSC am Sonntag, noch auf eine Rückkehr ins österreichische Nationalteam. Heute erzählte der extravagante Österreicher uns, wie sich die Dinge zugetragen haben. Zumindest aus seiner Sicht. Und das Interessanteste daran war für mich, dass Scharner nicht von sich aus gegangen ist, sondern rausgeschmissen wurde. „Am Mittwoch bin ich nicht von mir aus abgereist, sondern wurde entlassen“, so der Innenverteidiger. Vorausgegangen war ein Gespräch mit dem ÖFB-Trainer Marcel Koller, indem dieser dem HSV-Zugang eröffnet hatte, nicht mit ihm zu planen. „Ich habe nie einen Stammplatz gefordert“, so Scharner, dem genau das vom ÖFB vorgeworfen wurde, „da hat Koller eindeutig die Unwahrheit erzählt. Mir ging es nur darum, nach nunmehr 330 Erstligaspielen etwas mehr Wertschätzung zu erfahren.“

Koller hatte Scharner zuvor eröffnet, dass er den HSV-Profi seit 1,5 Jahren nicht mehr als Innenverteidiger hat spielen sehen. Was auch nicht grundsätzlich falsch ist. Allerdings verwies Scharner darauf, dass er von seinen 330 Erstligaspielen immerhin mehr als die Hälfte als Innenverteidiger gespielt habe. „Ich war mit dem Gedanken zum Länderspiel gereist, mehr Verantwortung zu übernehmen.“ Und plötzlich war er raus. Zu viel für den 32-Jährigen, der Mätthäus-like immer wieder mal in der dritten Person („Ein Paul Scharner ist ein ganz normaler Fußballer, der keinen Stammplatz fordern kann“) von sich spricht und trotz seines ausgeprägten Selbstvertrauens eine verletzliche Seite hat. „Das Ganze war ein heftiger Schlag in die Magengrube. Ich hatte große Ziele mit der Nati, wollte mich unbedingt für die WM 2014 qualifizieren.“ Das aber sollte plötzlich gänzlich ohne ihn stattfinden – wird aber nicht stattfinden, weil der falsche Trainer auf der Bank sitzt. Das sagt zumindest Scharner. Jedenfalls habe Koller in seinen Augen in etwa so viel Rückgrat wie seine Leibspeise, meint Scharner. „Mit Koller kommen wir nie zur WM. Er ist wie ein Schnitzel weich geklopft worden“, sagte der 32-Jährige über Koller, „jetzt müssen sie ihn nur noch panieren. Dann ist er ein richtiger Österreicher.“

Worte, die nicht nach Versöhnung klingen. Im Gegenteil. Scharner selbst schließt eine Rückkehr unter Koller ebenso aus wie der Schweizer in Diensten des ÖFB. „Ich bin Profi durch und durch und spiele sehr gern für mein Land. Aber ein so hoher Energieaufwand ist für mich nur dann möglich, wenn ich eine Chance für mich sehe, auch zu spielen.“ Deshalb spare er sich alle weiteren Anstrengungen. „Das Gute daran ist, dass ich mich jetzt voll und ganz auf den HSV konzentrieren kann.“

Was passieren wird, wenn er erwartungsgemäß noch ein paar Spiele auf der Bank sitzen wird? „Was soll schon passieren“, so die Gegenfrage, „ich warte auf meine Chance und bin da, wenn ich sie bekomme.“ Abreisen wird er jedenfalls nicht. Wobei er ja momentan auch schlecht zurück nach Österreich kann. „Ich war noch nie ein Liebling der österreichischen Medien. Ich war im österreichischen Fußball nie wirklich willkommen. Meine Landsleute sind wahrscheinlich ganz froh, dass ich weg bin.“

Oha. Klingt hart. Und obwohl Scharner den harten Mann mimt und versucht, sich nichts anmerken zu lassen, ist seine Enttäuschung und sein tief sitzender Frust deutlich herauszuhören. „Man hat mir etwas weggenommen“, so Scharner zu seiner Suspendierung.

Etwas dem HSV wegnehmen möchten Anzhi Makhachkla. Ebenso wie Manchester City. Dem Vernehmen nach soll beim HSV bereits eine schriftliche Anfrage nach dem HSV-Sportchef aus Russland eingegangen sein. „Das ist mir nicht bekannt“, sagt Klubboss Carl Jarchow, der es wissen muss. Dennoch rechnet man beim HSV in den nächsten Tagen mit einem deutlich konkretisierten Interesse der Russen und der Engländer, die ihrerseits persönlichen Kontakt zu Arnesen hergestellt haben. Bislang ohne nennenswerte Ergebnisse. Arnesen selbst wird zwar nicht müde, auf seinen Vertrag bis 2014 hinzuweisen. Allerdings sagt er auch: „Im Fußball weiß man nie…“

Und das stimmt. Aber egal wie, Arnesen hat zunächst einmal beim HSV noch eine Menge Arbeit vor sich. Drobny, Tesche (fällt mit Wadenverletzung vorläufig aus) und Rajkovic sollen noch möglichst teuer verkauft werden. Zudem soll neben einem Zehner nach (finanzieller) Möglichkeit auch noch ein Offensivspieler kommen. Vincenzo Iaquinta wurde dem HSV von Juventus Turin angeboten. Gehalt übernimmt die alte Dame, Prämien der HSV. Und Arnesen scheint sich doch ernsthaft mit dem ehemaligen italienischen Nationalspieler zu beschäftigen. Allerdings sollen auch noch andere Namen im Gespräch sein. Auch hier heißt es also: abwarten. Es könnte eine Entscheidung auf den letzten Metern der Transferperiode bis zum 31. August werden.

Nicht mehr abwarten können indes die Spieler. Nach der gefühlt längsten Vorbereitungszeit seit Bestehen der Bundesliga brennen die Spieler auf ihren Einsatz am Sonntag. Bei angekündigten 35 Grad im Schatten geht es gegen Karlsruhe. Und eigentlich war alles klar – bis sich Arslan verletzte. So schien die Aufstellung mit Adler – Diekmeier, Bruma, Mancienne, Aogo – Skjelbred, Westermann – Son, Arslan, Jansen – Berg gefunden. Und so trainierte die Mannschaft heute auch – die Nationalspieler – wobei es von der ersten Elf nur Berg betrifft – mal ausgenommen. Immer wieder wurde das Spiel über Außen einstudiert. Mit einer Überraschung. Denn einer auf dem Platz versenkte am Ende tatsächlich jeden Schuss unhaltbar. Und ich wette, selbst bei drei versuchen würde hier niemand, der es nicht selbst gesehen hat, drauf kommen. Denn es war Patrick Rahmen. Der Co-Trainer bewies eindrucksvoll, dass er selbst mal Profi (sogar Stürmer) war.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann wieder mit Dieter.

Scholle

P.S.: Am Freitag ist um zehn Uhr Training.

Wirbel um Scharners Abreise – wer führt den HSV?

15. August 2012

Da hat er sein erstes Kapitel als HSV-Spieler geschrieben. Zum Glück, ohne dass es den HSV direkt betrifft. Dennoch hat Paul Scharner seinem Image als extravaganter Österreicher alle Ehre gemacht und ist nach Hamburg gereist. Und zwar noch bevor seine Österreicher ihr Länderspiel gegen die Türken bestritten haben. Grund dafür ist die Nichtberücksichtigung des 32-Jährigen für die Startelf gegen die Türkei. Vorausgegangen war ein Streit mit Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller. Damit steht der 32-Jährige kurz vor seinem Rauswurf.

„Paul hat zuletzt zweimal von Beginn an gespielt. Gerade in der Innenverteidigung haben wir aber einige Möglichkeiten, weshalb ich im heutigen Spiel noch einmal etwas anderes probieren will. Da er dies nicht akzeptieren konnte, hat er sich entschlossen, nach Hause zu fahren”, sagte der frühere Kölner und Bochumer Bundesligatrainer Koller einige Stunden vor dem Länderspiel gegen die Türkei. Auf den Verband kann Scharner indes nicht hoffen. Der ÖFB stellte sich bereits voll hinter Koller und gewährt ihm auch für den Fall eines Rausschmisses von Scharner volle Rückendeckung. „Der ÖFB – insbesondere Präsident Leo Windtner, Generaldirektor Alfred Ludwig und Sportdirektor Willi Ruttensteiner – wird Teamchef Marcel Koller in seiner Entscheidung bzw. weiteren Vorgehensweise vollinhaltlich unterstützen“, teilte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) gegenüber dem Sport-Informationsdienst (sid) mit.

Klingt nach Abschied für Scharner, der die Situation anders schildert. In einem offenen Statement sagt er:

„Die Darstellung des österreichischen Fußballverbandes rund um meine Abreise aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft ist absolut nicht zutreffend.
Schon bei meiner Ankunft in Österreich war den Medien zu entnehmen, dass ich gegen die Türkei und auch in Zukunft nicht mehr spielen werde.
Ich habe daraufhin das Gespräch mit Marcel Koller gesucht. Er hat mir bestätigt, dass er trotz meiner guten Leistungen zuletzt auf andere Spieler setzen wird. Mich hat er stattdessen in den Mannschaftsrat beordert, weil ich das Team pushen und führen sollte.
Für diese Rolle kann ich mich nicht zur Verfügung stellen. Das kommt der Funktion eines Trainers gleich.
Koller hat daraufhin die Aussage gemacht, dass ich unter ihm nicht mehr spielen werde. Deswegen habe ich die Mannschaft verlassen. Dann kann ich mich besser mit voller Kraft dem HSV widmen.“

Egal wie, Hauptsache Scharner ist nicht beleidigt, wenn er am Sonntag beim KSC nicht von Beginn an aufläuft. Denn die Abwehr, so hatte es vor dem gestrigen Spiel gegen Altona 93 geheißen, würde soweit stehen. Und das besser als im Vorjahr. „Leider haben uns die drei Gegentore gegen Altona diese Bilanz ein wenig zerstört“, sagte Dennis Aogo heute, „aber grundsätzlich sind wir stabiler geworden.“ Das sei zugleich die positive Erkenntnis der extrem langen Vorbereitungsphase.

Eine zweite, weniger positive, zog Aogo dann auch. „Wir erspielen uns noch zu wenige Torchancen“, so der Linksfuß, der als Führungsspieler noch nicht so überzeigt, wie er es sicher selbst gern würde. Auch gegen Altona war wieder keine Reaktion auf die schlechten ersten 30 Minuten zu erkennen. Bis dahin hätte der HSV 0:3 zurückliegen müssen – gegen einen Oberligisten einfach nicht akzeptabel. Dennoch war auf dem Platz kein Taktgeber, niemand, der die Zügel an sich riss und versuchte, Ordnung ins Chaos zu bringen. „Wir schwören uns vor jedem Spiel ein“, sagt Aogo, der vier Tage vor dem ersten Pflichtspiel in seiner alten Heimat ein wenig ratlos wirkt und das Positive aus dem schwachen Spiel gegen den AFC zu ziehen versucht. „Vielleicht war es ja der Warnschuss zum genau richtigen Zeitpunkt für uns.“

Mag sein.

Dennoch löst es nicht das große Problem der Führungslosigkeit. Heiko Westermann ist als Kapitän anerkannt – wechselt aber gerade die Position und hat noch mit der Akklimatisierung auf der Sechs zu kämpfen. René Adler wird Führung übernehmen – ist aber als Torhüter oft zu weit vom Ort des Geschehens entfernt, um immer und überall Einfluss nehmen zu können. „Wenn es nicht gut läuft, haben wir Probleme, auf den Spielverlauf zu reagieren“, gibt Aogo zu. Wer aus der Mannschaft eine Führungsrolle dieser Größenordnung einnehmen müsste? „Ich weiß es nicht“, so Aogo, „ich glaube eher, dass jeder für sich selbst die Verantwortung übernehmen muss, das umzusetzen, was wir vorher angesagt haben.“

Klingt nicht nach des Rätsels Lösung. Wie jede andere Mannschaft auch braucht auch der HSV einen (oder mehrere) Leader. Jemanden, der im richtigen Moment das Richtige macht. Das muss nicht immer über Gebrüll und andere Ansage passieren, das darf auch mal in die van-Bommel-Kategorie wandern. Oder nicht? Aogo jedenfalls stimmt zu. „Wir müssen in gewissen Situationen auch einfach durch Aktionen zeigen, was gerade wichtig ist.“

Stimmt.

Für diese Mannschaft (wie für jede andere auch) wichtig wäre ein Auftakterfolg im Pokal in Karlsruhe und eine Woche später gegen den 1. FC Nürnberg. Vor allem auch, so sieht es Aogo, um den Kritikern im Umfeld zu zeigen, was in der Mannschaft steckt. „Hier wirkte es oftmals schon so, als ob die Leute nur darauf warten, dass wir Fehler machen. Die Stimmung ist schon sehr negativ.“ Festmachen wollte es Aogo nicht allein an der Presse. „Wenn wir auf den Dörfern gespielt haben, mussten wir uns schon so Einiges anhören. Das merkt die Mannschaft auch.“ Davon beeindruckt sei er aber nicht. Im Gegenteil. „In mir weckt das so ein jetzt-erst-recht-Gefühl. Mich motiviert das noch einmal mehr, allen zu zeigen, dass sie falsch liegen und wir einen guten Start hinlegen können.“

Für Aogo könnte es besser jetzt als gleich losgehen. Sagt er selbst. Die Sch…. Schinderei solle endlich ein Ende haben und der Wettkampf beginnen. Auch wenn in den nächsten Wochen personell noch eine Menge Bewegung in den Kader kommen könnte. Vincenzo Iaquinta ist dem HSV angeboten worden, ebenso wie dessen Mannschaftskollege Jorge Martinez. Letztgenannter ist ebenfalls suspendiert. Durch die Abgabe der beiden, die bei Trainer Antonio Conte will sich die alte Dame Platz im Kader verschaffen, der für etwaige Namen wie Robin van Persie – Juve soll rund 40 Millionen Euro für den Niederländer bieten – gebraucht wird. Beim HSV selbst wollte sich bislang niemand zu den Namen äußern, wobei der ehemalige italienische Nationalstürmer Iaquinta mit Sicherheit der interessantere Name ist.

Interessant könnte es auch noch einmal rund um Robert Tesche werden. Dem Allroundtalent, das auf dem Platz in eine Art Schockstarre zu verfallen scheint (im Vergleich zum Training , in dem er immer wieder zeigt wieder, was er können könnte), sollen nach einem spanischen Klub jetzt auch zwei italienische Vereine ein Angebot unterbreiten wollen. Hier im Blog wurden Florenz und Lazio Rom gehandelt – bestätigt ist davon leider nichts.

Leider deshalb, weil der HSV das eingesparte Geld braucht. Denn so unfassbar ich mich über den Calhanoglu-Transfer auch freue, den wir hier vor zwei Monaten bereits als sehr wahrscheinlich beschrieben hatten, er bindet erst einmal Geld. Gut angelegtes, klar! Aber es sind in der jetzigen Situation auch rund zwei Millionen Euro, die gut für einen kreativen Mittelfeldmann gebraucht werden. Zwei Spieler soll der HSV unmittelbar vor der Unterschrift haben – nur einer wird es. Hoffentlich zumindest. Denn als ich den Arnesen-Satz am Rande des Mallorca-Spiels las, kippte ich fast hinten um. „Wenn wir keinen Zehner finden, holen wir auch keinen.“ Ein Satz, den Arnesen nur im sicheren Wissen gesagt haben dürfte, dass er noch einen Zehner präsentiert. Denn noch so eine Pleite kann sich der HSV tatsächlich nicht leisten. In diesem Fall schon mal rein sportlich nicht, während es bei Drobny (Klubboss Carl Jarchow hatte ausgeschlossen, mit zwei hochbezahlten Profis in die Saison zu starten) eher finanzielle Probleme verursacht.

Ich habe Frank Arnesen heute kurz getroffen und natürlich auch auf das neue Gerücht mit Manchester City angesprochen. Es sei doch schön zu hören, wenn jemand Interesse an ihm habe, sagte der Däne im Vorbeigehen, „aber ich habe in Hamburg einen Vertrag bis 2014 und denke nur an den HSV.“ Dass die Gerüchte um seine Person in England immer lauter werden, stört ihn dennoch. „Dafür kann ich nichts. Ich konzentriere mich hier auf meine Arbeit.“ Zum Glück. Denn zu tun hat er, das haben die Vorbereitungsspiele des HSV gezeigt, noch genug.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um 10 und um 16 Uhr an der Imtech-Arena trainiert.

Scholle

P.S.: Seit heute ist Kearyn Baccus im Probetraining bei Thorsten Fink. Der 21-Jährige Mittelfeldspieler steht zurzeit bei der zweiten Mannschaft des FC Le Mans aus Frankreich unter Vertrag.

P.P.S.: Ich soll auf Dieters speziellen Wunsch hin hier noch einmal Tom Mickel hervorheben, der ihm gegen Altona besonders gut gefallen hat. Der junge Papa dürfte es letztlich auch sein, der den Verein (auf Leihbasis) verlassen müsste, wenn sich bis zum Ende der Transferperiode kein Abnehmer für Drobny finden lässt.

Defensive okay – die Offensive muss nachlegen

14. August 2012

Und noch ein Sieg. Der HSV gewann am Abend 5:3 beim Fünftliga-Klub Altona 93. Mehr zum Spiel folgt am Ende des Textes.

„Ich weiß, dass wir einen guten Job gemacht haben.“

Das sagt HSV-Trainer Thorsten Fink. Was er meint? Die Fast-Verpflichtung von Hakan Calhanoglu. Dazu gibt es heute bei der Agentur dapd folgende Meldung:

„Dem Wechsel von Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu von Fußball-Drittligist Karlsruher SC zum Hamburger SV scheint nichts mehr im Wege zu stehen. „Hakan freut sich natürlich auf die neue Aufgabe beim HSV. Das ist der nächste Schritt in seiner Karriere“, wird Calhanoglu-Berater Bektas Demirtas auf eurosport.yahoo.de zitiert. „Er ist sehr froh, dass er dem KSC noch ein Jahr helfen kann, seine Ziele zu erreichen. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ Hintergrund: Das 18 Jahre junge Mittelfeld-Talent soll noch eine Saison an den KSC ausgeliehen werden und erst im Sommer 2013 zum HSV wechseln. Dort soll der türkische U19-Nationalspieler einen Vertrag bis 2016 erhalten. Als Ablösesumme wird eine Summe von zwei bis 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Calhanoglu gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Der gebürtige Mannheimer gab bereits vor anderthalb Jahren im Alter von 17 Jahren sein Debüt beim Zweitliga-Absteiger KSC. In den ersten fünf Drittligapartien dieser Saison erzielte er bereits drei Tore. Karlsruhes Sportchef Oliver Kreuzer hatte ihn zuletzt in der Bild-Zeitung überschwänglich gelobt: „Er ist ein so großes Talent wie damals Mehmet Scholl. Er hat eine große Karriere vor sich“, sagte der Ex-Profi über seinen Spieler.“

Gratulation, HSV, und ein dickes Kompliment an die Verantwortlichen, dass sie sich diesen 18 Jahre alten Fußball-Diamanten schnappen konnten! Dem HSV endlich mal wieder ein großer Coup gelungen.

Thorsten Fink über den neuen HSV-Spieler, der noch für ein Jahr an den KSC ausgeliehen wird: „Den Hakan wollten einige andere Klub ebenfalls haben, denn er ist ein guter Spieler. Er kann die Bälle in die Spitze spielen, er ist sehr schnell, er schlägt Super-Standards, er ist sehr weit für sein Alter. Er hat alles das, was man braucht, damit er ein guter Bundesliga-Spieler wird.“ Der Transfer ist zwar noch nicht hundertprozentig eingetütet, aber Fink ist sich seiner Sache sicher: „Wir warten noch auf gewisse Werte, und der Vertrag ist auch noch nicht unterschrieben, aber wir sind uns alle einig“, sagt der HSV-Coach. Gewartet wird noch – zum Beispiel – auf die sporttaugliche (Bundesliga-) Untersuchung. Und auf die Unterschrift. Mehr nicht. In etwa ist es so wie kürzlich bei der Verpflichtung von Paul Scharner, der auch schon „fest“ war, aber noch zwei Tage benötigte, bevor der Vertrag unterschrieben war. Ich bin in diesem Fall aber mal optimistisch, das Ding ist gebongt.

Thorsten Fink hat allerdings noch nicht mit Calhanoglu gesprochen. Weil es da ja noch die Verbindung zum Spiel am Sonntag gibt. Das DFB-Pokalspiel, das um 14.30 Uhr im Wíldpark angepfiffen wird. Fink: „Wir wollten keine zusätzliche Brisanz in diese Partie bringen, deswegen habe ich noch nicht mit dem Spieler gesprochen, danach werde ich mich sicherlich mal mit ihm treffen.“

Aber erst einmal ist Pokal. Keine unwichtige, schon gar keine leichte Aufgabe für den HSV. Auch wenn es gegen einen Zweitliga-Absteiger geht, auch wenn der KSC inzwischen schon in Liga drei noch sieglos auf einem Abstiegsplatz steht. Abgesehen von den Nationalspielern, die bei ihren Änder-Mannschaften weilen, fehlten heute einige weitere HSV-Profis beim Vormittags-Training. Für diese Spieler stand ein „Nachsitzen“ in Sachen Laktat-Test auf dem Programm. Sie hatten vor Saisonbeginn nicht gerade die besten Werte, und in diesem Punkt galt es, mit neuen und besseren Werten zu glänzen. Ob es gelungen ist? Das wissen nur einige wenige Leute. Für diejenigen Profis, die auf dem Trainingsrasen zu finden waren, standen hauptsächlich Pass-Übungen auf dem Programm. Und nach dem Training sprach Thorsten Fink noch eine längere Zeit mit Spielern unter vier Augen. So mit Jeffrey Bruma und Heiko Westermann.

Zur Lage seiner Mannschaft befand Thorsten Fink im Anschluss daran: „Wir haben vor Saisonbeginn gesagt, dass wir an der Defensive arbeiten wollen, das haben wir getan, unsere Defensive ist jetzt verstärkt, wir habe da gut gearbeitet. Und nun müssen wir natürlich wieder versuchen, beides zu können: Abwehr und Offensive. Wir müssen nicht nur gut verteidigen können, wir müssen auch gut angreifen können, wir müssen auch im Ballbesitz bleiben, und wir müssen auch gut kontern können. Das alles gehört zum guten Fußball. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass wir besser und schneller nach vorne spielen können.“

Grundsätzlich befindet Fink: „Wir haben auch schon in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können, das haben wir auch jetzt gegen große Gegner gezeigt, da hat meine Mannschaft bezeigt, dass sie nichts von ihrem Können verloren hat. Wenn wir in jedem Spiel gut stehen und wir gewinnen 1:0, dann muss man auch zufrieden sein. Dass wir dann mit der Zeit wieder etwas erarbeiten können, ist ja auch klar. Man muss nicht alles von der Mannschaft erwarten, dass wir schon alles perfekt können – wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen.“ Und Fink sagte auch: „Wir haben jetzt in 13 Spielen neun Gegentore bekommen, das ist nicht viel in der Vorbereitung, von daher bin ich damit schon mal zufrieden. Dass wir im Moment noch nicht so spielen können wie was weiß ich wer, das sollte keiner erwarten – und das hat ja auch keiner erwartet. Denn wenn wir schon alles so gut könnten, dann müssten wir auch schon wieder Ansprüche haben – und die haben wir im Moment nicht. Wir haben den Anspruch, dass wir uns im Spiel nach vorne verbessern wollen, und dass das eine oder andere auch gegenüber der vergangenen Saison besser klappt – und auch das haben wir schon bewiesen. Standardsituationen sind zum Beispiel schon verbessert worden, defensiv ist das okay – und offensiv war auch schon einiges ganz gut. Ich sehe schon einige Entwicklungen.“

Die werden auch nötig sein, wenn sich der Favorit am Sonntag (locker flockig) durchsetzen will. Fink: „Das ist ein gefährliches Spiel für uns. Der KSC ist sicherlich abgestiegen, aber ich weiß aus Erfahrung, was uns in Karlsruhe erwartet, das ist ein ganz besonderes und positiv fanatisches Publikum dort. Die Fans treiben ihr Team gerade gegen einen größeren Gegner nach vorne, und dann kann der JSC schon mal über sich hinaus wachsen. Deswegen müssen wir auf der Hut sein, wir müssen konzentriert zu Werke gehen und hundertprozentig bei der Sache sein. Es ist ein gefährliches Spiel für uns. Aber wir können uns darauf einstellen, dass wir dort nicht den schönsten Fußball spielen müssen, sondern wir müssen gewinnen. Im Pokal zählt nur das Weiterkommen, und das ist Pflicht für uns. Und dann haben wir eine Woche Zeit, uns auf das erste Bundesliga-Spiel vorzubereiten. Kommt man weiter, gibt das ja auch immer frisches Selbstvertrauen. Es gibt keinen Ersatz für Siege, das müssen wir wissen.“

Karlsruhe wurde in den letzten drei Drittliga-Spielen beobachtet, und Thorsten Fink hat sich ein Video vom Punktspiel-Auftakt Heidenheim gegen den KSC (2:2) angesehen. Der HSV-Trainer: „Da hat der KSC 2:0 geführt, durch zwei Freistoß-Tore eines ganz tollen Spielers . . .“ Hakan Calhanoglu. Fink: „Ist doch klar, dass wir diesen Gegner ernst nehmen. Wir sind ja keine Amateure. Wir wissen ja, dass man dort auch rausfliegen kann, aber für uns zählt nur der Sieg.“ Ob Fink bis Sonntag noch Elfmeter üben lässt, das lässt er noch offen: „Vielleicht machen wir das, ich weiß es noch nicht genau . . .“ Sicher ist sicher. Dazu müssten aber auch erst einmal alle Spieler wieder von ihren Nationalmannschaften in Hamburg sein.

Für Thorsten Fink ist es ein besonderes Spiel. Beim KSC hat er sich einst für den FC Bayern München empfohlen. 1994 wechselte der Mittelfeldspieler von Wattenscheid 09 zum KSC, dort spielte er drei Jahre und brachte es auf 92 Bundesliga-Einsätze für die Badener, bevor 1997 nach München ging. „Ich habe dort tolle Zeiten erlebt, der KSC war damals auf Top-Niveau, wir hatten eine großartige Mannschaft. Häßler, Bilic, Bender, Kirjakov, Reich, Edgar Schmitt, Metz, Keller, Tarnat – das waren schon tolle Namen.“ Dann erinnert sich Fink an eine ganz besondere Besonderheit: „Es war schon klar, dass ich von Wattenscheid zum KSC wechseln würde, und der KSC kam damals nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht in den Uefa-Cup – weil wir mit Wattenscheid 5:1 gewonnen haben. Ich habe dabei ein Riesen-Spiel gemacht, bei meinem Empfang in Karlsruhe gab es deshalb manch skeptischen Blick – aber ich habe dabei gezeigt, dass ich immer alles gebe für den Klub, bei dem ich unter Vertrag stehe. Ich habe immer ehrlich eine Arbeit abgeliefert, so habe ich das immer bei jedem Verein gehalten, das habe ich immer vorgelebt.“

Da Thorsten Fink besonders mit seiner Defensive zufrieden ist, bot sich folgende Frage geradezu an: „Wie weit ist Zhin Gin Lam? Ist er schon einer für die Start-Elf?“ Der Coach: „Das wird sich diese Woche zeigen. Aber er hat gut gespielt jetzt auf Mallorca – aber ich werde diese Woche mal schauen, er ist aber auf jeden Fall ein ernst zunehmender Konkurrent von Dennis Diekmeier. Lam hat dort hinten gute Leistungen gebracht, er hat sich taktisch sehr gut verhalten, das hat mir gut gefallen, er hat ein gutes Abwehrverhalten gezeigt, und er hat die Technik für einen guten Spielaufbau, er macht das schon hervorragend. Der Wille ist bei ihm vorhanden, das sind schon alles gute Voraussetzungen.“

Es gibt für Sonntag nicht mehr so viele Fragezeichen in Sachen Aufstellung. Ungeklärt ist die Position neben Heiko Westermann (der heute seinen 29. Geburtstag feiert – herzlichen Glückwunsch!). Laut Fink stehen Per Ciljan Skjelbred und Jacopo Sala auf einer Höhe, für den Norweger würde sprechen, dass er sich in dieser Woche in Hamburg auf den KSC vorbereiten kann, während Sala mit Italiens U-21-Mannschaft unterwegs ist. Auch ganz vorne ist noch nichts geklärt. Marcus Berg? Oder Artjoms Rudnevs? Für Berg spricht, dass er es schon kennt, wie der HSV spielen will. Aber Fink sagt auch: „Rudnevs hat in den letzten 14 Tagen einen guten Eindruck auf mich gemacht.“

So könnte die HSV-Mannschaft für Sonntag aussehen: „Adler; Diekmeier, Bruma, Mancienne, Aogo; Westermann, Skjelbred; Son, Arslan, Jansen; Berg.

Zum Abschluss des Gesprächs kam die Frage noch nach einem, nein, nach „dem“ Zehner auf. Wird einer geholt, oder wird doch eher keiner mehr geholt? Fink: „Grundsätzlich muss ein Trainer immer auf alles vorbereitet sein. Wir werden uns noch einmal zusammensetzen, der Frank und ich, dann werden wir besprechen, was zu kriegen ist und was nicht. Auch finanziell. Ein Top-Mann? Wir gesagt, wir werden uns da noch mal zusammensetzen, aber mehr möchte ich darauf auch nicht eingehen. Persönlich ist es so: Wenn der Frank es mir vorgibt, muss ich es umsetzen.“

Letzteren Satz möchte ich nicht groß kommentieren, es darf und kann sich jeder dabei denken was er will. Und ich weiß jetzt schon, was hier jeder Zweite dabei denken will . . .

So, gleich geht es nach Altona, zum Testspiel gegen 93. Anstoß in der Adolf-Jäger-Kampfbahn ist um 19 Uhr. Morgen ist dann um 10 Uhr im Volkspark das nächste Üben angesagt, am Donnerstag wird um 10 und um 16 Uhr trainiert.

So, ich bin am Ende. Das Moderatoren-Team hat mir (und uns) heute einen Beitrag vom „Mustang“ empfohlen – ich empfehle ihn weiter. Es geht auch um ein Interview, das Sergej Barbarez der Mopo gegeben hat. Darin offenbart Sergej, dass er sich keine so großen Sorgen um den HSV macht. Hier nun „Mustang“:

„Die Gretchenfrage: Hat Segeij recht oder ist der derzeitige HSV ein
Blamagekandidat für die erste Pokalrunde und endgültiger Abstiegskandidat
aus der Bundesliga in seiner 50igsten Liga-Zugehörigkeit?
.
Sergeij hat unrecht, wir sind ein Abstiegskandidat, weil wir uns den
Realitäten verweigern, und wir brauchen keinen neuen Stoßstürmer, sondern
einen 10er, zumindest um in der kommenden Saison die Klasse zu halten. Der
junge 10er Calhanoglou könnte uns erst helfen, wenn wir bereits abgestiegen
sind, wenn wir uns nicht umgehend im Jetztzeitpunkt bis zum 31. August 2012
was Besseres in der Zusammenstellung der Mannschaft einfallen lassen. Ich
habe trotz allen Unkens ein gewisses Urvertrauen in FAs + TFs Instinkte.
.
NordischByNature hat viel Zustimmung gefunden (bei we are family, Last
Libero und anderen) mit seiner These der fehlenden Schlüssigkeit des
Ballbesitzdenkens seitens FA + TF. Dabei übersieht er, dass überzeugend an
die gegnerische Grundlinie durchtankende RVs/LVs und R/LOMs die Stürmer mit
Flanken versorgen sowie insbesondere präzise Zuspiele seitens unserer 6er
oder unseres neuen 8/10ers in unseren Angriff nur das i-Tüpfelchen und die
Vervollkommnung jener taktischen Ausrichtung sein werden, wenn sie denn
umgesetzt werden. Dennis passt noch zu häufig zurück, Lam spielt auf AV
noch verhalten, DD verkennt bei seinem Offensivdrang das Primat der
Defensive – Jansen zeigt Ansätze und ich würde Beister vor Son den Vorzug
geben: aber es wird entscheidend darauf ankommen, ob Arslan endlich
konsequent die Bälle zu Rudnevs und Berg durchsteckt und in der Zukunft ihm
Skjelbred und Badelj dabei entscheidend helfen. Dies ist kein Widerspruch
zum Ballbesitz-Denken, sondern seine logische Ergänzung und taktische
Vervollständigung. Ballbesitz per se ist nicht verkehrt, er ist nur nicht
allein-seligmachend, denn was zählt sind Treffer und Punkte.
.
Wenn wir uns im Moment auf Arslan als Spielmacher (Tesche als
Stellvertreter) und Per als Antreiber aus dem defensiven Mittelfeld
verlassen müssten, würden wir gerade da anknüpfen, wo wir aufgehört haben –
mit unzähligen Unentschieden und zT empfindlichen Klatschen. Zwar haben FA
+ TF die berufliche Verpflichtung, ab Sonntag d. 19. August in Karlsruhe
auf alle unsere Zweifel Antworten parat zu haben und sie zu zerstreuen –
aber ohne tiefgreifende Verbesserungen der Stammelf sehe ich die Mannschaft
nicht den nächsten Schritt vollziehen, nämlich das Mittelfeld nicht nur als
Verbindung zwischen Verteidigung und Angriff irgendwie zu überbrücken,
sondern zur neuen Schaltstelle und kreativen Oberkammando der neuen
HSV-Mannschaft umfunktionieren und damit aufzuwerten – mit Arslan und Per
in der Hinterhand und im Blickfeld, aber neuen Kräften in der Verantwortung
für die Hinrunde.

Und ganz zum Schluss noch ein – oder der – Versöhnungs-Vorschlag zum Dienstagabend:

Von „scorpion“:

Können wir nicht alle jetzt einmal der “RESET” Knopf drücken (auch
Blogfather himself), alte fest eingefressene Vorurteile wegpacken, uns auf
die nächsten Spiele des HSV freuen, sich positiv überraschen lassen und mit
entsprechender Einstellung in die Arena gehen?
.
Habt Ihr heute schon mal gelacht – auch über Euch selbst? Nö? Dann wirds
Zeit.
.
Ich lass die nächsten Wochen auch den AR, VV u.a. HSV Protagonisten in
Ruhe 😉
.
Jetzt gilt einzig und allein auf dem Rasen …“

17.24 Uhr

Und jetzt zum 5:3-Sieg in und gegen Altona:

Ein Erfolg, aber kein Ruhmesblatt für den HSV. Die so gelobte Abwehr bot eine schwache Leistung, irgendwie hatten an diesem Abend die (aber beileibe nicht nur sie) beiden Innenverteidiger Jeffery Bruma und Michael Mancienne eine kurze “Auszeit” genommen.

Altona war heiß, der HSV war kalt. Und Altona wurde von Minute zu Minute heißer. Die beiden AFC-Trainer und ehemaligen HSV-Spieler Oliver Dittberner und Andree Fincke hatten ihre Leute auf „Europapokal-Atmosphäre“ eingestellt. Da wurde eng am Mann gespielt, noch enger – und kein Millimeter Rasen wurde verschenkt. Das hatte der HSV offenbar nicht erwartet, denn die Mannschaft fand in Halbzeit eins keine Einstellung mehr zu einem so aggressiven Freundschaftsspiel-Gegner.

Verdient ging der AFC in Führung: Sezgin Akgül traf zum 1:0 (15.), dann erhöhte der vom HSV II zu Altona 93 gewechselte Stefan Winkel auf 2:0 (18.). Und Benjamin Lipke, der frei vor HSV-Keeper Tom Mickel auftauchte, hätte das 3:0 erzielen müssen, schoss aber überweg (28.). Lag diese Minus-Leistung am hohen Rasen? Man weiß es nicht, man weiß es nicht, Profis sind in dieser Hinsicht ja verwöhnt. Siehe Messi, der bei seinem Fast-Gastspiel in Hamburg Wochen vorher noch auf einen zwei Zentimeter langen Rasen bestanden hatte . . .

Der HSV konnte erst eine Minute später (!) seine erste Möglichkeit für sich reklamieren, aber Dennis Diekmeier schoss aus sieben Metern ebenfalls über das Tor. Noch vor der Pause verkürzte immerhin Heung Min Son auf 1:2 (33.), so stand es auch zur Halbzeit. Glück hatte in der 36. Minute Jeffrey Bruma, der den allein auf das HSV-Tor laufenden Dennis Thiessen festhielt. Schiedsrichter Sven Ehlert zückte statt Rot nur Gelb – Gnade für den HSV-Profi.

Zur Pause muss es dann ein mächtiges Donnerwetter in der HSV-Kabine gegeben haben, denn die Mannschaft kam zwar unverändert wieder auf den Rasen zurück, aber mit einer ganz anderen Einstellung. Zunächst traf Heung Min Son, der einer der Spieler in Halbzeit eins war, der noch ein wenig Biss gezeigt hatte, nur die Torlatte (48.), aber dann gab es auch Tore. HSV-Kapitän Marcell Jansen erzielte auf Flanke von Zhin Gin Lam mit einem Kopfballtreffer das 2:2 (52.), und 60 Sekunden legte der beste HSV-Spieler, Jansen den Ball mustergültig zur Mitte, wo Tolgay Arslan nur noch einschieben musste. Das Spiel war doch noch gedreht – und viele HSV-Fans fast schon wieder versöhnt. Restlos zufrieden (?) war der Rothosen-Anhang in der 70. Minute, als Son auf 4:2 erhöhte und damit die Verhältnisse wieder auf die richtige Ebene brachte.

Auf 3:4 verkürzte für Altona 93 der eingewechselte Mehdi Jaoudat (79.), in der 86. Minute sorgte der für den HSV eingewechselte Felix Brügmann für den 5:3-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt war es schon ein wenig dunkler über Altona geworden . . . Was aber nicht an der Leistung des HSV gelegen haben soll.

Erst danach wechselte der HSV aus. Diekmeier, Mancienne, Aogo, Bruma, Lam, Skjelbred, Son, Jansen und Arslan gingen in der 72. Minute, dafür betraten dann sämtlich Spieler aus der Zweiten den Rasen. Und ein „unrasierter“ Flitzer kam auch noch und sorgte mit einem Sprint bis fast zur Mittellinie für Lacher. Und für seine Rolle rückwärts gab es für diesen besonderen Fan sogar eine Menge Applaus.. Den 3315 Zuschauern wurde schon einiges in der Adolf-Jäger-Kampfbahn geboten.

Gratulation an Altona 93: Der HSV spielte zum Nulltarif, die über 3000 Zuschauer sorgten für volle Kassen – und sportlich hat der Oberliga-Vertreter auch gute und beste Eigenwerbung betrieben. Kompliment.

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