Monatsarchiv für August 2012

Magath akzeptiert HSV-Angebot für Jiracek – und Doll plädiert für van der Vaart

24. August 2012

Thomas Doll ist ein Mann, mit dem ich mich sehr gern unterhalte. Soweit ich mich zurückerinnern kann, gab es nie zwei Tage in Folge, an denen Thomas Doll, der nicht mehr Dolly genannt werden mag, schlechte Laune hatte. Zumindest ließ er das sein Umfeld nie spüren. Spieler bekamen nach miesen Leistungen ihr Fett weg, klar. Aber sie wurden auch in den Arm genommen und aufgebaut, wenn es mal nicht so lief. Und Unbeteiligte traf die zeitweilige Wut des ehemaligen HSV-Profis und -Trainers eigentlich nie. Seine Wutrede in Dortmund („Da lach’ ich mir den Arsch ab“) ist unvergessen – ebenso wie seine tollen Jahre beim HSV. Und damit meine ich nicht nur unsere Erinnerungen, sondern vor allem die von Doll selbst. Immer wieder, wenn er über den HSV spricht, ist er begeistert und betont, wie sehr ihn die Zeit in Hamburg geprägt und an den Klub gebunden hätte. Und ich bin mir ganz sicher, dass der ehemalige Nationalspieler nicht zweimal überlegen müsste, wenn ihm beim HSV irgendwann einmal der Trainerposten ein zweites Mal angeboten würde.

Allerdings ist das Thema nicht aktuell. Dafür aber Rafael van der Vaart, den Doll 2005 zusammen mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer in Sechs-Augen-Gesprächen (wenn Sylvie nicht dabei war…) zum Wechsel nach Hamburg überredete. Und noch heute schwärmt Doll für van der Vaart, legt dem HSV den Wechsel der ehemaligen Nummer 23 (ist nach Rajkovic’s Suspendierung eh wieder frei…) dringend ans Herz – vorsichtig formuliert. „Das wäre genial, dieser Transfer würde den ganzen Verein, die ganze Mannschaft mitreißen“, schwärmt Doll, „van der Vaart ist ein Gewinn, als Spieler und als Persönlichkeit. Ich hoffe und wünsche mir, dass dieser Transfer über die Bühne geht.“

Laut englischen Medien wird daraus nichts mehr. Heute vermeldete das englische Internetportal „MailOnline“, dass sich der Deal mit van der Vaart nach Hamburg bereits zerschlagen hätte. 9,5 Millionen Pfund seien ausgehandelt gewesen, ehe der nicht namentlich benannte HSV-Boss mitgeteilt habe, dass es ohne die Hilfe von Klaus Michael Kühne nicht ginge und der HSV daher Abstand nehmen müsste von der Rückholaktion van der Vaarts. Eine Meldung, die anschließend noch angereichert wurde mit Statements von Tottenhams Trainer Andre Villas-Boas, der auf van der Vaart zählen würde und ihn als „extrem wichtigen Spieler für die Mannschaft“ bezeichnete.

Meldungen, die beim HSV nicht bestätigt wurden. Im Gegenteil: Beim HSV heißt es weiterhin, dass an der Rückkehr van der Vaarts mit Hochdruck gebastelt wird. Die Finanzen machten es schwerer, aber es würde zumindest versucht.

Ein Umstand, der Doll ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert. Dass der HSV kein Geld hat, weiß Doll. Das war im Jahr 2005 nicht groß anders. Damals schaffte es der HSV dennoch, für rund neun Millionen Euro Nigel de Jong, Thimothee Atouba, Guy Demel und Rafael van der Vaart nach Hamburg zu lotsen. Eine Bilanz, die zeigt, was trotz kleinen Geldbeutels möglich ist. Und auch deshalb plädiert Doll dafür, jedes halbwegs überschaubare Risiko einzugehen, wenn die Chance besteht, van der Vaart nach Hamburg zu lotsen. „Klar, van der Vaart ist teuer, aber man sollte finanziell alles reindrücken, was zur Verfügung steht, um das zu realisieren. Wenn Rafael kommt, dann ist es egal, ob sonst noch etwas passiert. Rafael ist ein Spieler, der es gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen. Das würde er schultern, keine Frage. Ich bin sicher, dass er es allen zeigen wollen würde, in ihm den Richtigen geholt zu haben.“ Mehr noch, so Doll, der niederländische Nationalspieler würde den HSV mit einem Schlag eine Klasse stärker machen. „Er ist ein Spieler, der den Rhythmus bestimmt, der sich auch in brenzligen Situationen nicht versteckt, der nie die Ruhe und die Übersicht verliert. An ihm könnte sich jeder orientieren. So einen Mann im Team zu haben, wäre gerade für die vielen jungen Leute enorm wichtig.“
Zu denen dürfte der erfahrene Nationalspieler Petr Jiracek, 26, nicht mehr zählen. Inzwischen scheint der Wechsel des Tschechen zum HSV nur noch eine Frage der Zeit – und des Geldes. Der HSV erhöhte sein Angebot um 500000 auf vier Millionen Euro. VfL-Trainer und Sportchef Felix Magath willigte grundsätzlich ein. Zumindest ist der ehemalige HSV-Profi, -Manager und –Trainer, der deutlich intensiveren Kontakt zum HSV hatte als ihm nachgesagt wurde, einverstanden. Jetzt geht s nur noch darum, dass Magath zu den vier Millionen Euro Ablösesumme noch zusätzliche Klauseln in den Ablösevertrag einbauen möchte, die den Niedersachsen weitere Euro im Falle des HSV-Erfolges garantieren. Es ist also nur noch eine Frage der zeit (und des Geldes…) bis Jiracek, der schon nicht mehr mit der Wolfsburger Mannschaft nach Stuttgart reist, in Hamburg vorgestellt wird.

Und das ist ein Deal, über den ich mich freuen würde. Dabei ist es mir auch egal, dass nicht der HSV den Spieler sondern der Spieler den HSV gefunden hat. Mehr noch: es spricht doch für Jiracek, dass er ein mögliches Angebot aus Sevilla für den HSV vernachlässigt und trotz erhöhten Drucks von Magath bei seiner Entscheidung bleibt, zum HSV zu wechseln. „Jiracek ist einer, der ein ganz Großer werden kan2, hatte mir David Jarolim vor der EM über seinen Landsmann gesagt. Theodor Gebre Selassie, der jetzt bei Werder spielt sowie Pilar (Wolfsburg, Kreuzbandriss) und Jiracek hatte der ehemalige HSV-Kapitän bei den Tschechen hervorgehoben – und damit recht behalten. Alle drei überzeugten. Pilar wahrscheinlich am stärksten, aber auch Jiracek steuerte zwei Treffer bei und fiel durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine Zweikampfstärke auf. Kurzum: das ist ein richtig Guter für den HSV. Sollte jetzt noch van der Vaart dazukommen – kaum auszudenken, wie schnell sich in Hamburg die Stimmung drehen würde.

Für das Spiel gegen Nürnberg dürfte das Ganze jedoch noch keine allzu großen Auswirkungen haben. Dort wird der HSV noch mit dem „alten“ Personal antreten. Voraussichtlich so: Adler – Diekmeier, Mancienne, Bruma, Aogo – Skjelbred, Westermann – Sala, Son, Jansen – Berg. Ergo: mit nur einem Neuen, wobei Trainer Fink auch in Karlsruhe kurzfristig auf Beister zurückgriff. Dennoch erscheint die o.g. Aufstellung sehr wahrscheinlich, da Fink selbst sie unter der Woche so im Training hatte üben lassen.

Bleibt die Frage: was dürfen wir von dem Saisonauftakt erwarten? In unserer traditionellen Tipprunde tippe ich wie schon in den 408 anderen Bundesligaspielen seit 2000 natürlich auf HSV-Sieg. Was hab ich von einem richtige Tipp, wenn der HSV verliert?

Richtig, keinen Spaß.

In diesem Sinne, hoffen wir, dass mein Tipp wenigstens tendenziell richtig ist und der HSV in den nächsten Tagen personell nachlegt. Dann könnte die Aufstellung für das Spiel in Bremen schon etwas anders aussehen: Adler – Diekmeier (oder Lam), Bruma (Mancienne), Westermann, Aogo – Beister (ich würde bei entsprechender Trainingsleistung auch Ilicevic rechts aufbieten), Badelj, Jiracek, Jansen – van der Vaart – Son (Berg). Aber egal, bis dahin erst einmal volle Konzentration auf die Partie gegen Nürnberg. Die wird schwer genug.

Bis morgen!
Scholle

P.S.: Etwas überraschend reiste Trainer Thorsten Fink am Vorabend des eigenen Bundesligaauftaktes zum Auftaktspiel nach Dortmund „Den nächsten Gegner beobachten“, so Fink, der mit Cotrainer Patrick Rahmen um 16.30 Uhr das Stadion eilig verließ.

In eigener Sache: Zum Saisonstart gibt es für alle Abendblatt-Leser einen besonderen Preis zu gewinnen. Mit der Imtech AG verlost das Hamburger Abendblatt zwei Business-Seats für ein HSV-Heimspiel der Wahl. Der besondere Clou: Der Gewinner erhält am Vortag des Spiels eine exklusive Führung durch das gesamte Stadion – auch in den Bereichen, die öffentlich nicht zugänglich sind. Rufen Sie bis zum 28. August, 10 Uhr, die Abendblatt-Gewinnhotline Tel. 0137/808 40 11 60, Stichwort: „Imtech“ (50 Ct./Anruf aus dem Festnetz) an und nennen Sie das Stichwort sowie Namen, Telefonnummer und Adresse. Teilnahme ab 18. Mitarbeiter und Angehörige der Axel Springer AG (und deren Töchter) und von der Imtech AG sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Es passieren Dinge, die Hoffnung wecken…

23. August 2012

Oha, jetzt geht es los. Die heiße Phase beginnt. Auf dem Transfermarkt rotierts mächtig. Selbst Trainerentlassungen werden schon ratifiziert. Und dabei rangieren gleich drei „HSVer“ oben. An eins Thorsten Fink, gefolgt von Armin Veh (jetzt Frankfurt) und Markus Babbel (Hoffenheim). Listen, die meiner Meinung nach nicht nur unnötig sondern den Personen gegenüber auch unwürdig sind. Zudem glaube ich nicht daran, dass Fink als Erster gehen muss. Denn die Anzeichen, dass der HSV tatsächlich noch Rafael van der Vaart bekommt, verdichten sich tatsächlich. Immer wieder wurde ich heute den Tag über gefragt, wie wahrscheinlich ein solcher Wechsel sei. Und ich konnte immer nur sagen: „Unberechenbar“. Denn klar ist, dass Speditionsmilliardär Klaus Michael Kühne unabbringlich an der Verpflichtung seines Lieblingsspielers festhält. Klar ist auch, dass selbst die, die einen solchen Wechsel aus welchem Grund auch immer bisher ablehnten, sich dem Druck inzwischen beugen. Besser: Beugen müssen, da auch sie erkannt haben, dass das Saisonziel („Keine Zittersaison“ O-Ton Fink) ohne mindestens einen derartigen Hochkaräter mit dieser Mannschaft einfach nicht zu meistern ist.

Es wird tatsächlich mit aller Macht an dem Wechsel gearbeitet. Zumal sich der sicher geglaubte Transfer von Petr Jiracek verzögert. Und das, nachdem zunächst alles einfach wirkte. Rückblick: Erst am vergangenen Freitag hatte VfL Wolfsburgs Trainer Felix Magath seinem Mittelfeldspieler mitgeteilt, dass er gehen können. Den tschechischen Nationalspieler, der zuvor eine gute Rückrunde und vor allem eine starke EM gespielt hatte, traf diese Mitteilung völlig unvermittelt – während sein Spielervermittler Dalibor Lacina umgehend reagierte. Er fragte seinen Klienten, ob der HSV für ihn eine interessante Adresse darstelle – und Jiracek war begeistert. Ebenso wie Arnesen, den Lancina kontaktierte. Der HSV-Sportchef informierte Trainer Thorsten Fink und erhielt auch vom HSV-Coach ein positives Signal. Und nachdem Magath seinem Schützling angedeutet hatte, ihn für den Betrag gehen zu lassen, für den er im Winter erst geholt wurde, schien der Transfer nur noch eine Frage der Zeit. 3,5 Millionen Euro sollte der 26-Jährige kosten – eine Summe, die der HSV stemmen könnte und will.

Jetzt aber pokert der ehemalige Europacup-Held des HSV. Mal wieder droht Zoff zwischen Arnesen und Magath. So, wie einst beim feststehenden Wechsel des Mittelfeldtalentes Koo, das am Ende an Augsburg verliehen wurde.

Egal wie, Felix Magath will nun doch mehr Geld. Und das hat der HSV nicht. Vor allem will und wird der HSV auch nicht so viel bieten. Es werde keinen Poker geben, stellte Arnesen klar – vielleicht ja schon in der sicheren Annahme, dass er mit van der Vaart plötzlich eine eh noch interessantere Option hat.

Es gibt beim HSV inzwischen gleich mehrere Überlegungen. So hatte sich Fink schon dazu hinreißen lassen, mit einem Sechser (Westermann) und zwei Achtern (Badelj und Jiracek) zu planen. Sollte der HSV van der Vaart nun doch bekommen können, wäre dieses Modell wohl vorerst hinfällig. Allerdings ist auch nicht ausgeschlossen, dass der HSV Jiracek und van der Vaart bekommt – wonach Fink wider alle Optionen für’s Mittelfeld hätte.

Gegen Nürnberg setzt Fink auf zunächst auf Westermann und Skjelbred auf der Doppelsechs sowie auf Jansen links und voraussichtlich Sala rechts. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob Fink Sala nicht noch gegen Ilicevic tauscht. Zwar ließ Fink heute Sala in der vermeintlichen A-Elf rechts ran – aber das könnte auch nur als zusätzlichen Motivationsschub des heute starken Ilicevics dienen. Offensiv jedenfalls hat der Kroate leichte Vorteile gegenüber Sala – defensiv jedoch nicht. Und da sich Fink bereits auf den ebenfalls eher offensiv orientierten Diekmeier als Rechtsverteidiger festlegte und deshalb bereits auf Beister („Maxi muss noch stark an seiner Defensivarbeit arbeiten“) verzichtet, spricht eben vieles für Sala, da zentral mit Son und Berg zwei gelernte Stürmer auflaufen werden und Fink sagt: „Wenn ich schon mit zwei Stürmern spiele, brauche ich rechts einen, der besser nach hinten arbeitet.“ Gemeint ist: besser als Beister und Ilicevic.

Davor ist wie bereits erwähnt alles geklärt. Marcus Berg, der im Training als Vollstrecker zu gefallen wusste, ist in der Spitze vor Rudnevs gesetzt, während Heung Min Son dahinter auf der „Neuneinhalb“ auflaufen wird. Ansonsten gibt es gegenüber Karlsruhe keine Veränderungen – und trotzdem gibt sich Fink heute optimistisch. Zumindest relativ optimistisch: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft, die auf dem Platz stehen wird, Nürnberg schlagen kann“, sagt Fink. Was ihn optimistisch macht? „Wir haben im Training unsere Fehler aufgearbeitet. Die Woche war am Anfang unruhig – das war klar. Aber wir lassen uns die Vorfreude nicht versauen.“

Nicht versauen „lassen“? Wer bitteschön hat denn hier etwas versaut?

Fink relativierte schnell. „Wir dürfen nicht mit hängenden Köpfen auflaufen sondern müssen uns freuen. Es ist das erste Ligaspiel und das Stadion wird voll sein. Wir haben zwar nicht so ein Selbstvertrauen wie nach zehn Siegen – aber wir müssen mit Negativerlebnissen umgehen können.“ Und dafür stünden mit Westermann und Adler zwei Führungsspieler auf dem Platz, die von potenziellen Führungsspielern („Aogo und Jansen können es werden“) und Nationalspielern ergänzt würden. „Ich kann mit Negativerlebnissen umgehen – und die Mannschaft muss das auch können“, so Finks klare Forderung.

Angesprochen auf Jiracek und van der Vaart wollte Fink nichts sagen. Es sei nicht sein Thema. Er habe sich intern mit Arnesen abgesprochen und wisse, was passiert. „Aber da am Wochenende noch kein Neuer dabei sein wird, konzentriere ich mich ausschließlich auf die Mannschaft, die gegen Nürnberg aufläuft.“

Und das ist nur logisch. So soll es sein. Hoffen wir, dass sich auch die Elf, die am Sonnabend aufläuft, entsprechend konzentriert. Im Training heute – ich weiß, das ist lange kein Maßstab mehr – ging s ordentlich zur Sache. So sehr, dass Skjelbred mit einer dicken Beule am Auge am Boden lag. Vorausgegangen war ein Zweikampf mit Norgaard, der Skjelbred unbeabsichtigt und unglücklich mit dem Ellenbogen traf. „Wenn Dänen und Norweger aufeinandertreffen, dann kracht’s eben“, so der Verbeulte, der ansonsten mehr als glücklich darüber ist, endlich im Team zu stehen. Gedanken darüber, dass ausgerechnet für seine Position noch nach Verstärkungen gesucht wird, macht er sich nicht. „Ich habe keinen Druck. Ich will einfach spielen“, so der Rechtsfuß. Ob er denn glaubt, sich in Hamburg verbessert zu haben? „Nein, nicht verbessert. Aber ich musste mich an die Bundesliga gewöhnen. Und das habe ich jetzt. Ich habe mich an das Tempo und die Härte gewöhnt und bin zudem ein Jahr älter und erfahrener.“ Gezweifelt habe er jedenfalls nie an sich. Ebenso wenig, wie aktuell an der Stärke des HSV. „Wir haben in der Vorbereitung gut gespielt und wissen, dass wir es können.“

In diesem Sinne, es wäre doch zu schön, den Start mit einem Sieg zu gestalten, oder? Hoffen wir darauf ebenso sehr wie auf die Verpflichtung von van der Vaart und Jiracek, der mir bei der EM durch unermüdlichen Einsatz gepaart mit Torgefahr als Mittelfeldspieler ehrlich imponiert hatte. Es wären zwei Transfers, die mich nach ewig langer Zeit mal wieder etwas optimistischer stimmen würden.

Egal wie, auf jeden Fall bis morgen! Dann ja vielleicht mit der einen oder anderen Vollzugsmeldung – und leider nicht-öffentlichem Training…

Scholle

Das darf einfach nicht der HSV-Anspruch sein…

22. August 2012

Es tut schon weh, Europa League zu sehen. Nicht weil der HSV nicht mitspielt – das geht vielen anderen Mannschaften auch so. Solche Zeiten kann man überstehen und sich neu aufstellen. Solche Zeiten bieten sogar ungeahnt große Chancen. Aber: es schmerzt, weil der Abstand des HSV zum großen europäischen Bühne so groß wie lange nicht mehr ist – und vor allem, weil er immer größer wird. Inzwischen ist sich der HSV nicht einmal mehr einig über den gemeinsamen Weg. Da sagt Frank Arnesen ganz offen, dass es Spieler gibt, die nur mit der Hilfe von Herrn Kühne zu finanzieren wären und dass darüber nachgedacht wird, der Kontakt zum Speditionsmilliardär da ist. Auf der anderen Seite widerspricht Klubboss Carl Jarchow seinem (immerhin auch) Vizepräsidenten und schließt eine Kooperation aktuell aus. Da sagt Arnesen, dass er keinen Spieler holen werde, nur um einen zu holen und Trainer Thorsten Fink sagt auf derselben Veranstaltung, dass auf jeden Fall noch ein kreativer Mittelfeldmann kommen werde. Es passt im Moment auf Führungsebene eben genau so viel zusammen, wie auf dem Platz.

Und dass das nicht viel ist, weiß inzwischen fast jeder. Auch hier im Blog, wo sich noch immer einige unerschütterliche Fans unfassbar über Dieter gestrigen Blog aufregen, haben die meisten Fans erkannt, dass Fantreue nicht nur blindes vertrauen in die Verantwortlichen bedeutet sondern auch, den Finger in die offene Wunde zu legen. Das äußert sich in den verschiedensten Formen – und zum Glück immer häufiger auch in konstruktiver Kritik. Denn das, was sich beim HSV derzeit abspielt, ist mit „fahrlässig“ noch beschönigt umschrieben. Oder glaubt hier irgendjemand, dass ein Frank Arnesen mit diesem Kader zufrieden ist? Glaubt jemand ernsthaft, dass Thorsten Fink keine Neuen mehr fordert? Beide wissen nur zu gut, dass es bei ausbleibendem Erfolg als allererstes um ihre Köpfe gehen wird. „Die Situation ist wie sie ist“, sagt Arnesen nur noch, „damit muss ich arbeiten.“

Klingt nach hundertprozentiger Überzeugung, meint Ihr nicht…?!?

Nein, liebe Blogger, was Dieter geschrieben hat, trifft es. Es herrscht momentan eine giftige Mixtur aus persönlichen Eitelkeiten, falscher Vorsicht bei Neueinkäufen und Ideenlosigkeit. „Wir holen keinen Zehner, nur um einen zu holen“, hat Arnesen heute wiederholt. Und das kann er nur deshalb gesagt haben weil er schon einen Namen parat hat. Denn alles andere käme seinem Scheitern gleich. Oder ist es zu verstehen, dass der Mann mit dem dicksten Notizblock Europas, wie der sympathische Däne vorgestellt wurde, es in den letzten Monaten (eigentlich seit Amtsantritt) nicht geschafft hat, eine passende Alternative aufzutreiben? „Wir haben das eingenommene Geld ungefähr wieder in Neue investiert“, sagte der Sportchef heute. Soll heißen, das Guerrero- und Töre-Geld sowie die eingesparten Gehaltsmillionen bei Petric stecken in Adler, Rudnevs, Scharner, Beister und Badelj. Geld für einen Zehner? „Im Moment müssen wir nach anderen Lösungen suchen“, so Arnesen ausweichend. Es ist einfach kein Euro mehr da, obwohl der Zehner die von allen immer und immer wieder beteuerte Priorität hatte. Bitter.

Heute wird wieder das Fass van der Vaart aufgemacht. Selbst Fink und Arnesen wollen einen Transfer des Niederländers nach Hamburg auf den letzten Metern der Transferfrist, die am kommenden Sonnabend endet, nicht ausschließen und wanden sich bei den Nachfragen. Arnesen sagte zwar, dass der Niederländer „im Moment kein Thema“ ist, allerdings feuerte er die Spekulationen noch an. Bei Tottenham wüsste man, dass Präsident Daniel Levy immer wieder Transfers in den letzten Sekunden der Transferfrist durchziehen würde. „Der braucht diesen Kick“, so Arnesen, der mit diesen Aussagen bei seinem eigenen Vorstandsboss keine Freudensprünge ausgelöst haben dürfte. Immerhin wäre van der Vaart nur mit sehr großzügiger Hilfe von Kühne finanzierbar…

Apropos Jarchow: Gestern wurde der Klubboss auf der NDR-Veranstaltung gefragt, warum er die von Euch gestellten Fragen nicht beantwortet hätte. Und bei aller Kritik – diesmal ist Herr Jarchow absolut schuldlos. Ich habe ihm die Fragen einmal leicht gefiltert zugeschickt – ihn dabei aber nicht erreicht. Deshalb, ganz klar: Mein Fehler! Als ich von Jarchow hörte, er hätte die Fragen nicht bekommen, hatte ich die Idee, die Fragen nicht schriftlich beantworten zu lassen, sondern vor der Kamera, da so sicherlich deutlich mehr Fragen beantwortet werden könnten. Das hatte ich leider vergessen, hier mitzuteilen, aber das machen wir jetzt. Dieter und ich sind dafür mit Jarchow für Mitte kommender Woche – weil wir das erste Spiel in der Bundesliga unbedingt abwarten wollten – verabredet. Wir werden dann eine Matz-Ab-Sendung drehen und möglichst viele Eurer Fragen von Carl Jarchow beantworten lassen. Dessen Zusage steht.

Sitzen wird am Wochenende Zhi Gin Lam. „Dennis wird den Vorzug erhalten“, ließ sich HSV-Trainer Thorsten Fink heute am Rande der Präsentation der neuen Panini-Bilder entlocken.

Einschub in eigener Sache: Kommt es nur mir so vor oder vermarktet der HSV wirklich alles, was es zu vermarkten gibt? Und wo bleibt dann das eingenommene Geld? Aber okay, es seien noch eine Menge finanzieller Altlasten abzuarbeiten, sagt Jarchow, der seinerseits optimistischer ist als manch anderer. Die Negativstimmung schon im Vorfeld einer Saison habe er so noch nie miterlebt, sagt Jarchow. Und damit mag er Recht haben. Auch damit, dass genau in dieser mehr als geringen Erwartungshaltung von außen eine große Chance liegt.

Aber mal im Ernst: geht es darum? Oder wäre es nicht für alle Beteiligten von Vorteil, eine Art Aufbruchstimmung mit neuen (meinetwegen auch alten) Hoffnungsträgern zu verbreiten? Ich befürchte, wir kommen irgendwann soweit, dass die HSVer sich im Recht sehen, wenn sie nur nicht absteigen. Und das ist ein Anspruch, der so unfassbar niedrig ist. Es ist ein Nicht-Anspruch, den die Nummer eins in einer der reichsten Städte Europas meiner Ansicht nach nicht haben darf.

Der Anspruch fürs Wochenende ist zumindest noch ein Sieg. Zum Glück. Und den plant Thorsten Fink mit einigen Umstellungen. Heung Min Son wird voraussichtlich erneut die Rolle des verletzten Tolgay Arslan bzw. des noch nicht gefundenen kreativen Mittelfeldspielers übernehmen. Diekmeier wie bereits erwähnt Lam ersetzen und Jacopo Sala dafür Maxi Beister auf rechts. Trotz seines Treffers gegen Karlsruhe kritisierte Fink heute seinen Rückkehrer. „Er muss defensiv noch mehr machen, dort dazulernen“, so Fink, der Sala die Rolle als rechter Mittelfeldmann zutraut und dem Italiener gutes Training attestierte. Zudem machte Fink heute Per Skjelbred Hoffnungen auf einen erneuten Startelfauftritt am Sonnabend gegen Nürnberg. „Er hat im Moment die Nase vorn“, so Fink.

Dieter hat den Status Quo sehr emotional, aber absolut passend beschrieben. Und auch seine Forderung, dass alle Beteiligten endlich aufwachen müssen, unterstütze ich zu 100 Prozent. Sie ist richtig. Und wichtig. Denn mit diesem Kader und der bislang unbegründeten Hoffnung auf Besserung in die Saison zu gehen, wäre fahrlässig. Das weiß Fink und macht intern Druck. Das weiß Arnesen, der nicht umsonst die Fässer Kühne und van der Vaart öffnete bzw. offen ließ und zudem den in großen Teilen sicherlich notwendigen aber in dieser Form auch gefährlichen Konsolidierungskurs öffentlich anprangerte („Wir dürfen uns nicht kaputtsparen“). Und das wissen inzwischen selbst die Spieler. Einige äußern sich hinter vorgehaltener Hand, andere übernehmen Verantwortung. Immerhin ging einer von ihnen inzwischen zu Arnesen und fragte offiziell nach, was personell noch geplant sei, weil er sich Sorgen macht.

In diesem Sinne, noch ist Zeit. Wenn auch nicht mehr viel. Aber immerhin noch etwas Zeit, um bisherige Mängel aufzuarbeiten.

Bis morgen,
Scholle

Wacht auf, bevor es zu spät ist!

21. August 2012

„Wir sind bereit.“ Sagt HSV-Trainer Thorsten Fink im Live Magazin 50 Jahre Bundesliga, das der HSV nun herausgebracht hat. Wir sind bereit – und ich bin bedient. Und zwar schon restlos, weit vor dem ersten Anstoß zur 50. Bundesliga-Saison mit dem HSV. Sind wir denn wirklich bereit? Ist vor allen Dingen der HSV schon bereit? Ich denke nicht. Ich denke eher, dass dieser HSV noch lange nicht bereit und soweit ist. Aber wenn man in diese Richtung schreibt, dann erheben einige HSV-Fans ja immer noch Einspruch. Jedenfalls jene, die immer noch ihre rosarote Vereinsbrille aufhaben, die ihre HSV-Bettwäsche gerade noch einmal gewaschen haben, um bereit für die neue Spielzeit zu sein.

Mir graut auch in diesem Jahr davor, das gebe ich ehrlich zu, erst recht nach dem fußballerischen Offenbarungseid in Karlsruhe. Ich denke nämlich, dass es sportlich und finanziell noch nie so schlecht um den HSV bestellt war, wie in diesen Tagen und Wochen. So schlimm war es selbst 2011 noch nicht. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser schlimme, erbärmliche Zustand des Klubs stillschweigend von der Mehrheit ertragen wird. Kaum jemand begehrt auf, kaum einer schlägt Alarm, dass es so nicht geht, kaum einer fordert die Verantwortlichen zum Umdenken auf, kaum einer fordert die Vereinsführung auf – und da sind die Herren, die die sportliche Verantwortung tragen, eingeschlossen – von diesem offensichtlichen Irrweg abzugehen, umzudrehen und endlich mit Sachverstand und Kompetenz auf den eigentlichen, nämlich den richtigen Weg zurückzukehren.

Wacht endlich alle auf, bevor es zu spät ist! Vieles und viel zu viel wurde in der längsten Sommerpause der Welt verschlafen, eigentlich ist es jetzt schon viel zu spät, um noch etwas Vernünftiges auf die Beine stellen zu können.
Es ist alles sehr, sehr traurig, was in Hamburg derzeit für ein Stück gespielt wird.

Mir wird in diesem Klub schon seit Monaten viel zu viel und viel zu oft um den heißen Brei herumgeredet, davon habe ich nun die Nase voll. Während ganz Hamburg zittert, sagt der Trainer: „Wir sind bereit.“ Und der Sportchef ist nach wie vor von der Zusammensetzung dieser Mannschaft überzeugt (was er ja wohl auch muss, es ist schließlich sein Werk), und alle anderen im HSV warten erst einmal ab und setzten auf das Prinzip Hoffnung. Oder sitzen das Dilemma mal eben schweigend aus. Es ist eine Schande. Es sind zu viele Tagträumer am Werk.

Es gibt zudem in dieser prekären Situation niemanden in der Spitze des HSV, der aufsteht und endlich einmal Klartext redet. Der mahnt, dass es so nicht geht. Dass es so auf gar keinen Fall geht. Keiner und niemand legt mal den Finger in die Wunde und sagt schonungslos die (gewiss traurige) Wahrheit. Und deshalb werden sie alle auch eine große Mitschuld tragen, werden sich alle versündigt haben, wenn dieser HSV im Jahre 2013 Schiffbruch erleidet. Und das ist mit dieser Mannschaft programmiert.

„Ich möchte eines Tages und dann für immer nicht auf jener Liste stehen, die den HSV das erste Mal in den Abgrund und in die zweite Liga gespielt haben, deswegen werde ich mich zerreißen, alles geben, damit dieser HSV drin bleibt.“ Das hat 1990 HSV-Spieler Sascha Jusufi gesagt, als der Klub in Abstiegsgefahr war. Eine Mentalität, die heutzutage kaum noch vorhanden scheint. Eine solche Einstellung, ein solcher Kampfgeist, ein solcher Wille scheint in der heutige Truppe kaum noch vorhanden zu sein. Da identifizieren sich nur die wenigsten Profis noch mit der Raute auf der Brust.

Schlimm ist zudem, dass die, die jetzt am Ruder sind (auch die sportlich Verantwortlichen), diejenigen verurteilen und mitunter mitleidig belächeln, die jetzt schon warnen. Uwe Seeler, der stets gewarnt hat, der auch einen neuen und fähigen Stürmer gefordert hat, wird ebenso belächelt wie andere ehemalige HSV-Profis, die einst mithalfen, den Ruhm des HSV zu begründen. Sie alle werden verurteilt und belächelt und als ahnungslos abqualifiziert. Willi Reimann zum Beispiel forderte in der letzten Woche: „Es müssen Verstärkungen her.“ In der „Mopo“ sagt der sonst immer sehr zurückhaltende Ditmar Jakobs: „Die Qualität hat sich eher verschlechtert.“ Ich kenne viele, viele Ehemalige, die sich die größten Sorgen um „ihre HSV“ machen. Und selbst ein aktueller HSV-Spieler wie Marcus Berg hat ja erkannt: „Wenn wir so spielen wie in Karlsruhe, verlieren wir jedes Spiel.“
Ach was?

Und? Ist das wirklich alles nur dummes Gesabbel? Alles nur Panikmache? Sind das alles nur Ahnungslose? Oder sogar HSV-Feinde? Nein, liebe HSV-Freunde, diese Männer – und viele tausende Fans mehr – sorgen sich lediglich und nur um den Dino. Und sie haben erkannt, dass es so nicht funktionieren kann. Nur die Herren, die jetzt am Ruder sind, die sind immer noch total vom Gegenteil überzeugt. Oder sie tun in der Öffentlichkeit nur so.

Ich sage klipp und klar: Handelt jetzt, wo es noch geht, ansonsten wird dieser Verein voll gegen die Wand gefahren!
Und das soll gewiss keine billige Polemik oder eine besonders tolle Effekthascherei sein, sondern ist einzig und allein die Sorge um den HSV, die mich dazu treibt, so etwas zu schreiben.

Tut endlich etwas und legt eure Hände nicht nur in den Schoß, handelt jetzt und endlich, damit dieser HSV tatsächlich noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt hat. So wie zurzeit, davon bin ich restlos überzeugt, wird das jedenfalls nichts. Auf keinen Fall, nie und nimmer.
Obwohl der Trainer sagt, dass er „bereit ist“ – dass der HSV nun bereit ist.

Ich sage auch: Selbst wenn es nun den einen oder anderen Härtefall geben sollte, es geht nicht anders. Kontinuität hin, Konstanz her: Alle diejenigen, die in dieser Phase immer noch nichts begriffen haben, die sollte von selbst aufhören oder vor die Tür gesetzt werden. Und mit „alle“ sind wirklich alle gemeint, ist ein jeder, der nun noch immer glaubt, dass dieser schwache und vor Jahren (jawohl, vor Jahren!) schon nach allen Regeln der Kunst heruntergewirtschaftete HSV stark genug sei, die Klasse zu halten. So etwas zu behaupten, das ist ein absoluter Witz! Und wer jetzt nicht die Ärmel aufkrempelt und Gas gibt, mehr Gas als in allen anderen Bundesliga-Klubs üblich, der ist ebenfalls nicht mehr zu retten und völlig falsch am Platz – raus! Es geht nun nicht mehr mit dem ganz normalen Alltagstrott. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, der sollte in diesem HSV keinen Platz mehr haben.

Und alle, die nun immer noch der festen Überzeugung sind, dass doch alles gut wird, die sollten sich nur noch einmal die vier Gegentore des Drittliga-Klubs KSC auf der Zunge zergehen lassen. Vier Gegentore (gefühlt sieben oder acht) gegen eine HSV-Defensive, von der der Trainer vor einer Woche noch gesagt hat, dass sie besser als in der vergangenen Saison sei.
Aber wahrscheinlich ist ohnehin alles besser. Und ein Ditmar Jakobs, der stets vorsichtig und absolut besonnen argumentiert, hat Unrecht, wenn er sagt: „Die Qualität hat sich eher verschlechtert.“ Da stimmt doch was nicht!

Hört endlich auf zu träumen!

Und wacht endlich, endlich auf, ihr Träumer im HSV und um den HSV herum. Bitte, bitte. Und wenn ihr alle dort oben, in der HSV-Führung, zu schwach oder zu unentschlossen seid, dann nehmt euch bitteschön die echten Experten, die wirklich erkennen, wie es um den HSV steht, die vor allen Dingen aus dem eigenen Stall kommen und es nur gut mit dem Klub meinen, nehmt die mit ins Boot. Wichtig ist erstens, dass jetzt alle an einem Strang ziehen, und zweitens dass doch noch die richtigen Entscheidungen getroffen werden, die den HSV vor dem Gang in die Niederungen des deutschen Fußballs bewahren.

„Der HSV wie ein Absteiger.“ So schrieb es die „Bild“ am Montag. Doch nicht etwas deshalb, um mehr Auflage zu machen (und zu verkaufen), sondern weil es eine unübersehbare Tatsache ist. Wer sich jetzt keine Gedanken um den Klassenerhalt des HSV macht, der sollte die Sportart wechseln. Und wenn er beruflich mit diesem Metier zutun hat, dann sollte er in Rente gehen.

Ganz Deutschland hat inzwischen erkannt, wie es um diesen HSV bestellt ist, ganz Deutschland. Viele lachen, viele verbreiten Häme, viele haben auch nur noch Mitleid mit dem Dino.

Hier nur ein Beispiel von unzähligen (nach dem Pokal-Debakel):

“Eher lustige Gastgeber als grimmige Türsteher”

Auch der HSV ging gegen einen unterklassigen Gegner als Verlierer vom Platz. Tobias Schächter (Financial Times Deutschland) wundert sich nicht: „Während andere Erstligisten wie Hoffenheim oder Frankfurt an diesem Super-Desaster-Pokalwochenende einen kompletten Blackout hatten, zeigte der HSV ja nicht viel weniger, als er tatsächlich kann. Aller Anstrengungen zum Trotz offenbarten sich die ganze Fragilität und die mangelnde Klasse, die in dieser unfertigen Mannschaft stecken. Die Innenverteidiger Jeffrey Bruma und Michael Mancienne sind eher lustige Gastgeber als grimmige Türsteher. Und ein Mittelfeld, in dem Heiko Westermann auf der zentralen Position den Aufbauspieler geben muss, ist so fehlbesetzt wie Thorsten Fink als Jürgen-Klopp-Double.”

„Wir werden jetzt eine Woche lang Feuer bekommen. Diesmal völlig zu Recht.“ Sagte Thorsten Fink nach der Pleite in Karlsruhe. Vielleicht gibt er dieses „Feuer bekommen“ ja auch mal an seine Mannschaft weiter.

Beim Spiel gegen Altona 93, als der grottenschlechte HSV zur Pause 1:2 zurücklag, sagte ein HSV-Fan auf der Stehtribüne: „Felix Magath würde die Spieler jetzt gar nicht erst in die Kabine lassen. Die Jungs würden jetzt 15 Minuten lang Runden drehen müssen. Und nach dem Spiel, sollte der HSV tatsächlich verlieren, müsste die Mannschaft bis zum Einbruch der Dunkelheit schön weiter ihre Runden drehen . . .“ Beim HSV 2012 aber werden die „Zuckerjungs“ immer nur fleißig gestreichelt und in Watte gepackt.
Merken die eigentlich noch was?
Mit „die“ sind alle gemeint.

Alle, die diesem harmlos-bunten Treiben nur tatenlos und leicht staunend und vor allem hilflos zusehen.

In Hamburg, beim HSV, hat es sich seit geraumer Zeit eingebürgert, alles nur noch schön zu reden. Zu verharmlosen, behutsam vorzugehen, Nachsicht zu üben. Niederlagen werden in Fast-Sieg umgewandelt, schlechte Spiele noch glorifiziert. Dabei geht es hier um den sonst so harten und unerbittlichen Profi-Sport. Es geht um Millionen, auch um jene Millionen, die die Spieler hier nach Hause schleppen. Obwohl sie dafür längst nicht mehr die entsprechenden Leistungen und den dazu passenden Einsatz bieten. Und es geht um den HSV, der weltweit immer noch einen guten Ruf genießt, der aber seit längerem dabei ist, alles aufs Spiel zu setzen. Die Raute, die drei großen Buchstaben, das Renommee des HSV – all das wird mit Füßen getreten, aber auf die höchst unfeine Art.
Wacht endlich alle auf! Das gilt auch für Thorsten Fink, der einst Super-Zeiten beim und mit dem FC Bayern München erlebte und doch wissen müsste, wie guter Fußball auszusehen hat. Und das gilt auch für Frank Arnesen, der sich einst einen großen Namen als langjähriger dänischer Nationalspieler gemacht hat. Diese beiden Herren sollten ab sofort, auch wenn sie sich immer noch scheuen, vom „worst case“ ausgehen, dann wären sie klug beraten.

Arnesen hatte zum Beispiel nach der letzten Horror-Saison gemutmaßt und prophezeit: „Die jungen Spieler werden daraus gelernt haben, sie werden alle einige Schritte nach vorne machen.“ Und? Haben sie? Bislang ist davon nichts zu sehen. Obwohl die Sommerpause lang genug war, um diese Schritte zu gehen . . . Oder sind solche Sprüche (und die damit geschürte Hoffnung) ohnehin nur für den Wind? Um alle Skeptiker in jenem Glauben zu halten, dass alles doch gut wird? Warum sollten die jungen Spieler denn tatsächlich einige Schritte nach vorn gemacht haben? Im letzten Spiel der Saison, beim 0:1 in Augsburg, war davon weit und breit nichts zu erkennen, und in der Vorbereitung doch auch nicht.
Wobei die Vorbereitung doch ohnehin ohne Bedeutung war (so wurde der Öffentlichkeit immer wieder einsuggeriert). Die Ergebnisse? Zweitrangig. Und die Leistungen, die Minus-Leistungen vor allem? Nebensächlich. Was zählte, das waren der Pokal und die Bundesliga. Und die Sache mit dem Pokal hatte sich dann auch schnell (und so wie von vielen Experten befürchtet) erledigt.
Genau.

Und gelernt? Thorsten Fink hatte vor dem KSC-Spiel vor den Freistößen des Gegners gewarnt, aber er hatte nicht verboten, selbst welche (am KSC-Strafraum) herauszuholen. Jedoch Fehlanzeige. Wenn ich es richtig erinnere, dann hatte der HSV in der Anfangsphase einen Freistoß in KSC-Tor-Nähe. Den brachte Dennis Aogo in die Mitte – und an allen – Freund und Feind vorbei – hoch und weit ins Tor-Aus. Aber wenn KSC-Spieler am HSV-Strafraum gefoult werden, warum werden HSV-Spieler nicht auch am KSC-Strafraum gefoult? Die einfache Erklärung: Der HSV ist meistens gar nicht so weit gekommen. Gegen einen sieglosen Drittliga-Klub. Auch das kann man sich gar nicht oft genug wieder vor Augen führen. Und überhaupt: Ich habe seit Jahr und Tag nicht einen gegnerischen Trainer mehr gehört, dass der vor einem HSV-Freistoß-Schützen so gewarnt hätte, wie nun Thorsten Fink vor Hakan Calhanoglu, einem netten und talentierten 18-jährigen Mittefeldspieler. Nein, nein, in dieser HSV-Mannschaft fehlt es an allen Ecken und Kanten, und sie hat im Wildpark genau das gespielt, was sie kann. Und das ist zurzeit nicht erstligareif.

Und deswegen erwarte ich jetzt von denen, die dazu von den Mitgliedern befähigt worden sind, dass gehandelt wird. Sofort. Geldmangel hin, Geldmangel her. Klaus-Michael Kühne würde ja helfen, egal was auch zuletzt passiert ist, und dieser Strohhalm muss im Interesse des HSV ergriffen werden. Macht es! Persönliche Eitelkeiten dürfen jetzt nicht den kleinsten Spielraum mehr haben, die Lage ist viel zu ernst. Ach was, ernst, sie ist dramatisch. Auch deshalb, weil längst nicht alle begriffen haben, dass es der HSV nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt ist. Ein winzig kleiner Schritt ist es nur noch, so weit ist der so ruhmreiche HSV nun schon heruntergewirtschaftet worden.

So, wer sich aus erster Hand über die Geschehnisse im HSV und die prekäre Lage der Bundesliga-Mannschaft informieren will, der sollte sich um 19 (bis 21 Uhr) im Radio auf NDR 90,3 die Talkrunde mit Carl-Edgar Jarchow, Alexander Otto, Frank Arnesen, Thorsten Fink und Kapitän Heiko Westermann anhören. Britta Kehrhahn und Lars Pegelow sind die NDR-Moderatoren. Wird bestimmt spannend.

Dann habe ich noch zwei Dinge anzukündigen, die zu dem, was ich zuvor alles geschrieben habe, eigentlich überhaupt nicht passen (weil sie die Lage nur noch verniedlichen), die mir aber sehr dennoch sehr am Herzen liegen:

Passend zum 125-jährigen Geburtstag des Hamburger Sport-Vereins und drei Tage vor dem Start in die 50. Bundesliga-Saison erscheint erstmals ein komplettes Panini-Album rund um den HSV. 36 Seiten stark, mit insgesamt 240 Sticker-Motiven – ein Werk meines Kollegen Oliver Wurm, den wir während der EM auch bei „Matz ab live“ zu Gast hatten. Die Sammelwelten zeigen zum Teil unveröffentlichte Bilder aus den Gründerjahren des Vereins. Dazu: Legendäre Spieler, unvergessene Spiele und Spielstätten, nationale und europäische Erfolge, beeindruckende Fan-Choreos, alle Abteilungen sowie den aktuellen Kader – kurzum: „Tausche Uwe Seeler und Ernst Happel gegen Maxi Beister und Uli Stein.“

Thorsten Fink und Klubmanager Bernd Wehmeyer werden am Mittwoch um 13 Uhr bei Karstadt Sport in der Mönckebergstraße sein, um die ersten Sammeltütchen aufzureißen.

Und dann gibt es jetzt ein besonderes Bundesliga-Buch, auf das ich hinweisen möchte. Der von mir sehr geschätzte Fernseh-Kollege Gerhard Delling hat es mit Akribie geschrieben, es erscheint unter dem Titel „50 Jahre Bundesliga – So wie ich sie erlebte”. Das Werk ist pünktlich zum Bundesligastart am 24. August auf dem Markt (Verlag „Die Werkstatt”). Es gibt auf über 500 Seiten viele Geschichten zur Entwicklung der höchsten deutschen Fußball-Klasse – aus Dellings persönlicher Sicht. Er begann mit drei Jahren seine „Fußballkarriere“, also gerade als die Bundesliga beschlossen wurde. Mit 16 wurde er Sportjournalist bei einer Zeitung, hat sich dementsprechend schon ein Leben lang mit diesem Erfolgsmodell und den handelnden Personen beschäftigt.

Gerhard Delling schildert in vielen Episoden die Begegnungen mit wichtigen Charakterköpfen des Fußballs, so gibt es zum Beispiel Geschichten mit und um Ernst Happel, Uwe Seeler, Wolfgang Overath, Uli Hoeneß und natürlich Günter Netzer.

Ich bin schon sehr gespannt und werde mir dieses „Ding“ auf jeden Fall zulegen.

PS: Am Mittwoch wird im Volkspark um 10 und um 16 Uhr geübt – “uns Scholle” ist am Start.

18.03 Uhr

Es kommt noch ein Spieler – wenn überhaupt

20. August 2012

„Welch ein Elend.“ Das war nur ein Kommentar eines großen und berühmte HSVers heute Vormittag. Ein anderer sagte: „Du kannst in Karlsruhe keine vier Dinger fangen, das ist einfach nur lächerlich.“ Und noch ein anderer sagte mir: „Man kann doch keinen Paul Scharner holen und ihn auf die Ersatzbank setzen. Soll der sich erst in den nächsten Woche und Monaten in die Mannschaft spielen?“ Die Kommentare mögen hart sein, hart klingen – aber sie sind im Moment berechtigt. Und sie existieren deswegen, weil sich ein jeder HSVer, und ich schreibe bewusst „HSVer“, Gedanken und große Sorgen um seinen Klub macht. Jetzt geht es doch nicht mehr nur darum, auf die drei Buchstaben einzuprügeln, jetzt geht es darum, allen vor Augen zu führen, dass es bereits fünf nach Zwölf ist. Wenn jetzt nicht ein Ruck durch die Führung geht, wenn jetzt nicht noch kurz vor Toresschluss erkannt wird, mit welch schwachem Aufgebot der HSV den Klassenverbleib in der Bundesliga schaffen will, dann sind alle auf ihren Pöstchen falsch. Man kann jetzt nicht nur die Augen verschließen und sagen, wir müssen da durch. Ein Abstieg würde den HSV um Jahre zurückwerfen und auch teuer, sehr, sehr teuer zu stehen kommen. Darüber sollten nun alle einmal verstärkt nachdenken. Und gegebenenfalls über ihren Schatten springen. Jetzt oder nie.

Karlsruhe hatte in fünf Drittliga-Spielen ja nicht nur nicht gewonnen, der KSC hatte in diesen fünf Spielen auch nur drei (in Worten DREI) Tore erzielt. Und wenn man ganz ehrlich ist, dann hätte der KSC am Sonntag mindestens sieben Tore gegen den HSV schießen können, vielleicht sogar müssen. Mindestens. Und darüber hinaus gab es noch etliche Großchancen mehr. Und das gegen eine HSV-Mannschaft, für die Trainer Thorsten Fink ein paar Tage zuvor noch ein Lob ausgesprochen hatte: „Die Defensive steht jetzt sehr gut und kompakt, besser als in der Vorsaison, da hat sich unsere Arbeit schon ausgezahlt.“

Mir fiel nach der Pokal-Pleite noch spontan ein, dass sie Dennis Aogo ja zuletzt in der „Welt“ und in der „Mopo“ über die harte Kritik am „neuen HSV“ beschwert hatte. In der „Mopo“ hatte der Nationalspieler gesagt:

„Insbesondere in unserem Umfeld herrscht keine gute Stimmung”, klagt er. „Es kotzt mich an, dass alles kritisiert und negativ gesehen wird!” Und weiter: „Wenn wir durch die Stadt gehen oder auf dem Dorf spielen, habe ich den Eindruck, dass alle nur darauf warten, dass bei uns irgendetwas passiert. Mich nervt das total!” Zuletzt mussten sich die Profis am Dienstag nach dem 5:3 bei Altona 93 von Fans verhöhnen lassen.
Aogo hat davon genug. „In mir weckt das eine Jetzt-erst-recht-Einstellung”, sagt er. „Ich hoffe, dass wir richtig gut in die Saison starten, damit wir unseren Kritikern ins Gesicht sehen und sagen können: seht her.”
Deutliche Worte des Mannes, der bislang in der Vorbereitung noch nicht zu gewohnter Stärke finden konnte. Klar ist auch: Aogo setzt sich mit seinen Worten gehörig unter Druck. Wehe, es geht schon bei Zweitliga-Absteiger Karlsruhe schief. Dann würden ihm seine Sätze mit Wucht um die Ohren fliegen.

Das war der Artikel in der „Mopo“. Ich unterstelle Dennis Aogo mal, dass er erstens wirklich die Nase voll hatte (hat), und dass er sich in Karlsruhe wehren wollte und auch gewehrt hat. Weil er das immer so macht. Auch wenn er es zuletzt, wie auch die Kollegen der „Mopo“ geschrieben haben, nicht immer mit dem (von ihm und uns) gewünschten Erfolg getan hat. Das ist aber eine andere Geschichte. Mir geht es nur darum, dass sich Aogo wehren wollte – auf dem Platz. Und da stand er nach guten 15 Anfangsminuten dann doch bald ziemlich allein. Nicht ganz allein, das ist schon klar, aber neben ihm und vor ihm bröckelte es mit zunehmender Spieldauer immer mehr ab. Und das ist für mich nach wie vor unverständlich. Wieso wird aus dieser Mannschaft immer noch keine Einheit? Wieso kippen sie fast alle um, wenn ihnen nur der kleinste Hauch von Wind entgegenweht? Das ist doch alles so furchtbar unfassbar. Ich habe das Gefühl, dass man da auch eine aus elf Spielern bestehende Mannschaft auf den Rasen schicken könnte, die sich vor Minuten gerade zufällig getroffen hat, um nun miteinander zu spielen. Da greift doch nach dem ersten Missgeschick kein Rädchen mehr in das andere. Da wird nicht untereinander gesprochen, motiviert, geholfen, geführt – nichts. Wie die Einzelkämpfer, nach wie vor. Da gibt es keine Kompaktheit, da spielt jeder seinen Stiefel herunter. Dennis Aogo hatte vorher eine „Jetzt-erst-recht-Einstellung“, aber davon hatten nicht viele Kollegen etwas gehört. Oder sie kennen so etwas erst gar nicht.

Wenn es nicht so bitter wäre.

In unserem Kreis hat „Matz ab live“ ja einiges an Lob erhalten, ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei Benno Hafas, JU aus Qu und Lars 49 für die gute Gesprächsrunde. Sie haben ihre Meinung kund getan, andere „Matz abber“ tun es rauf und runter im Blog. Aus Sorge um den HSV. Wie zum Beispiel „Eiche“:

„Bei uns funktionieren einfachste Basic (noch?) nicht. Raumaufteilung, gesamtes Verschieben defensiv etc.
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Der Trainer labert von Chancen nutzen – und ihr seid schon wieder bei der großen Vereinspolitik.
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KOKOLORES
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Fink muss zusehen, dass er das gesamte Defensivverhalten trainiert. Sonst kommt da nichts bei heraus. Kinder lernen erst krabbeln dann laufen.
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Arnie sagt ja selber, der Kader ist nicht zu schlecht. Da bin ich bei ihm. Bleibt die Frage, warum ein Kader, der mittelmäßig genug ist aber in keinem Spiel funktioniert. Woran liegt das wohl?“

„Jetzt ist die Kritik wahrscheinlich berechtigt, und wir müssen eine Reaktion zeigen, um in der Meisterschaft direkt gut zu starten“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink. „Es ist klar, dass wir damit jetzt eine Woche leben müssen.“ Heute war übrigens Training. Nach einem Spiel am Sonntag eigentlich ungewöhnlich. Anzeichen dafür, dass der Coach die Zügel anziehen wird? Darüber habe ich schon zu Beginn des Jahres geschrieben,. Als angekündigt wurde, dass nun mehr im Training getan wird. Und es sollte zweimal pro Tag trainiert werden. Alle Zeitungen und Medien berichteten darüber, durch die gesamte Republik hieß es damals: „Schluss mit lustig beim HSV, Fink zieht die Zügel an.“ Das war damals dann aber so: „Morgens normales Training, nachmittags, die zusätzliche „Strafeinheit“, da wurde dann Fußball-Tennis gespielt . . .

Dabei muss doch jetzt, spätestens jetzt, etwas passieren. Die Mannschaft „verdaddelt“ eine Millionen-Einnahme im Pokal und geht dann zur Tagesordnung über. Als wäre es den Profis egal, woher das ganze Geld kommt, das sie pünktlich am Monatsende auf dem Konto haben wollen.

„Bis zum Ende der Woche haben wir noch was zu bereden“, kündigte Thorsten Fink an. Das gilt wohl auch für die Absprache zwischen Trainer und Sportchef. Neue Leute braucht der Klub, und zwar im Mittelfeld und im Sturm. Fink aber sagt: „Ich fordere gar nichts ein. Wir werden das zusammen besprechen und zusammen entscheiden.“ Arnesen hat aber heute auf meine Frage, ob nicht auch noch ein Stürmer kommen müsse, geantwortet: „Nein, ich denke, dass wir einen Mann im Mittelfeld brauchen, der die Stürmer füttern kann und soll.“ Auf die Frage, ob er denn glaube, dass Marcus Berg und Artjoms Rudnevs als Stürmer ausreichen, sagte der Däne: „Wir haben ja auch noch Heung Min Son und Maximilian Beister. Wenn wir 4:4:2 spielen würde, dann bräuchten wir noch einen Stürmer, aber mit 4:2:3:1 haben wir genügend Leute, die stürmen.“

Heute in den Abendstunden will Frank Arnesen mit dem Vorstand darüber sprechen, wie viel Geld noch für eine Verstärkung vorhanden ist. Bekäme er noch Summe x, dann hätte er wahrscheinlich auch mindestens einen Mann für das HSV-Mittelfeld an der Hand. Arnesen: „Es gibt mehrere Kandidaten, die wir noch bekommen können.“ Aber, wie gesagt, es wird nur noch einen geben. Leider. Ich würde am liebsten noch fünf, sechs neue Spieler holen . . .

„Gegen einen Drittligisten müssen wir gewinnen, aber ich habe trotz der Niederlage in Karlsruhe noch volles Vertrauen in die Mannschaf“, sagt Arnesen, der zugab, sehr enttäuscht“ zu sein“: „Aber wir haben am Sonnabend die Zeit, Revanche zu nehmen, in einem Heimspiel gegen Nürnberg. Diese Chance müssen wir nutzen. Wir fangen an bei Null, und ich glaube immer noch, dass wir besser werden als in der vergangenen Saison.“

Das sehen inzwischen (ganz offensichtlich) viele HSV-Fans und auch große, verdiente HSVer längst anders. Auch schon vor dem KSC-Spiel. Siehe Aogos Beschwerde. Dass diese Kritiker nicht unbedingt falsch liegen, hat die Partie im Karlsruher Wildpark wohl mehr als deutlich offenbart. Und während der HSV diese Schwächen an den Tag legte, schoss Mladen Petric zwei Tore bim 5:0-Sieg des FC Fulham gegen Norwich. War es nicht doch ein Fehler, den (äußerst lauffaulen) Torjäger gehen zu lassen? Ich gebe zu, dass ich es auch getan hätte, denn Petric hatte zuletzt nicht mehr die richtige Einstellung zum und für den HSV, er brauchte eine neue Herausforderung, aber einige HSVer sagen nun auch: „Den Petric hat ganz allein der HSV und Trainer Michael Oenning auf dem Gewissen. Der Kroate sollte vor einem Jahr im österreichischen Trainingslager HSV-Kapitän werden, aber obwohl alles schon darauf hindeutete, wurde er es nicht – sondern es blieb Heiko Westermann. Eine Enttäuschung, die Petric nie verdaut hat.“

„Ich glaube, dass wir mit Berg, Rudnevs und Son drei gute Stürmer für eine Position haben. Wir wissen aber auch, dass Rudnevs noch seine Zeit braucht, aber das haben wir einkalkuliert. Und dann wird sich mit der Zeit zeigen, ob es eine gute Entscheidung war von uns, ihn zu verpflichten.“

Ja, so kommt Baustelle zu Baustelle – in diesem HSV. Ich kann nur davor warnen, dass mit einem „Zehner“ im Mittelfeld alle Sorgen beiseite gelegt sind. Dieser eine Mann wird es allein nicht richten können, weil auch ansonsten Qualität im Team fehlt. Natürlich hat der HSV kein Geld, aber andere Klubs haben es vorgemacht, dass man auch „mit Auge“ einkaufen kann.

Frank Arnesen soll ja Angebote gehabt haben (oder hat er sie noch?), nach England oder Russland zu wechseln. Nervt es ihn nicht, dass er in Hamburg immer auf den letzten Cent gucken muss, um Leute verpflichten zu können? Der Däne sagt: „Nein, ich habe immer gesagt, dass es eine Herausforderung für mich ist. Wir können nicht mehr machen als das, was der Verein mir gibt. Ich habe hier für drei Jahre unterschrieben, und dann mache ich das auch. Wenn wir diese Saison durchstehen, dann haben wir wahrscheinlich im nächsten Jahr schon wieder mehr Möglichkeiten.“ Und dann sagt der Sportchef weiter: „Deshalb setzen wir ja auch auf junge Spieler. Wir haben Hakan Calhanoglu, Matti Steinmann, Son, Sala, Nörgaard – wir haben viele gute Talente, mit denen wir diesen Weg gehen wollen, und das macht mir auch Spaß. Ich sehe das als großes Plus, wenn man nicht so viel Geld hat, um groß einzukaufen. Wir haben Talente, die für eine gute Zukunft des HSV stehen.“ Der Sportchef weiß aber auch. „In diesem Moment ist es schwer für uns, für alle. Auch für die Fans. Deswegen ärgern wir uns ja auch alle, dass es nicht schneller geht, aber wir müssen Geduld haben. Natürlich hilft dann eine solche Niederlage wie am Sonntag überhaupt nicht, aber jetzt müssen wir aufstehen und kämpfen, schon am Sonnabend gegen Nürnberg damit anfangen.“

Wobei es nicht die besten Voraussetzungen dafür gibt, denn:
Tolgay Arslan hat einen Muskelfaserriss erlitten, und Paul Scharner (der den Österreichischen Fußball-Verband wegen des Rausschmisses aus der Nationalmannschaft – und der falschen Aussagen dazu – verklagen will) einen Innenbandriss im Knie (Pause von mindestens sechs Wochen). Die Nackenschläge nehmen zu – es geht schon wieder los . . .

Am Dienstag wird um 16 Uhr im Volkspark geübt.

17.08 Uhr

Und wieder eine Pokal-Blamage

19. August 2012

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Geht leider nicht mehr. Der HSV ist in der ersten Pokalrunde bereits ausgeschieden. Beim bislang sieglosen Drittliga-Klub Karlsruher SC gab es die befürchtete 2:4-Pleite. Klar wissen alle, dass dieser HSV einer schweren Saison entgegen geht, aber jetzt wissen es auch die größten Optimisten. Da muss noch viel passieren, bis der HSV ein vollwertiger Erstliga-Klub ist, so geht der HSV zu seinem 125. Geburtstag unter. Die in der Woche noch so gelobte Abwehr war phasenweise ein Hühnerhaufen, im Mittelfeld ging nur bedingt und auch nur in Halbzeit eins etwas nach vorne, und im Sturm herrschte ein laues Lüftchen. Quo vadis, HSV?

Mit einer (kleinen) Hiobsbotschaft begann für Trainer Thorsten Fink der Sonntag. Tolgay Arslan fiel doch noch aus, die Adduktorenverletzung ließ einen Einsatz gegen den KSC nicht zu. Deshalb trat die offensivere Variante in Kraft: Maximilian Beister spielte rechts für Son, der somit frei war für die Position hinter der Spitze (Marcus Berg).

Und der HSV legte mit dem Anpfiff los. Bereits nach zehn Sekunden grätschte Marcell Jansen, um einen lange Ball (gegen einen Karlsruher) zu erreichen. Hoffenheim lässt grüßen, der HSV hatte seine Lektion gelernt. Hellwach von der ersten Sekunde an. Genau so tritt man bei einem zwei Klassen tiefer spielenden Gegner auf. Allerdings war mit dieser klitzekleinen Überlegenheit (wenn es denn eine solche gab) spätestens nach 15 Minuten vorbei, denn dann machte der KSC mehr Dampf – das Spiel verlief ausgeglichen. Und ich bitte immer zu bedenken, dass diese mörderische Hitze natürlich beiden Mannschaften enorm zusetzte. Ich hätte bei solchen Temperaturen nicht spielen mögen . . . Schon das Schreiben war anstrengend genug.

Etwas überraschend die 1:0-Führung des HSV in der 23. Minute. Per Ciljan Skjelbred passte nach vorne, Dennis Aogo lenkte den Ball gerade noch zu Berg, der bediente den mitlaufenden Jansen links. Ein kurzer Sprint bis zur Torauslinie, flache Eingabe, Aogo verfehlte, dann aber nahm sich Berg des Leders an. Ein unscheinbarer Linksschuss aus zwölf Metern, den KSC-Keeper Orlishausen nicht sehen konnte – Tor für Hamburg.

Dieser Treffer aber gab dem HSV keine Sicherheit. Das wirkte alles wie mit der heißen Nadel gestrickt. In der 28. Minute ließ Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock), ein Sportwissenschaftler, eine Trinkpause für beide Mannschaften zu. In dieser erfuhr Skjelbred, der bis dahin der auffälligste Hamburger war, eine besondere „Adlung“. Trainer Fink trat den Norweger nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch mit dem rechten Fuß in den Hintern. Sollte wohl heißen: „Gib weiter Gas, Alter, du machst das sehr gut . . .“ Was durchaus auch angebracht war.

Drei Minuten nach der Unterbrechung hieß es dann 1:1. Zhi Gin Lam, der hinten rechts verteidigen sollte (!), ließ von links flanken, in der Mitte versuchte Aogo noch, van der Biezen am Kopfball zu hindern – es blieb beim Versuch. Tor. Und irgendwie auch nicht unverdient, denn der Drittliga-Klub war genau um dieses Tor emsig bemüht. Trotz der großen Hitze.

Danach kam die etwas glücklichere Phase für den HSV. Erst spielte sich der KSC bis zu Adler durch – abseits. Dennoch offenbarte dieser Angriff doch gewisse Abstimmungsprobleme in der HSV-Defensive. Jeffrey Bruma blickte entsetzt in die Luft und haderte mit dem Abwehrverhalten seiner Kollegen, Weil es dem KSC zu einfach gemacht wurde, sich so durchzuspielen.

Zwischendurch gab es noch einen üblen Tritt von Kempe, der Son umtrat, ohne eine Chance zu haben, den Ball zu spielen. Dankert zückte keine Karte. Die aber wäre Pflichtprogramm in dieser Szene gewesen. Aber der Schiedsrichter machte es wieder „gut“. Auf der Gegenseite pfiff er nach einem Einsatz gegen Adler ab, obwohl das nicht unbedingt Pflicht gewesen wäre. Der Karlsruher Stoll hatte den Ball nach einem Zweikampf mit Adler ins Tor gebracht, aber der Treffer zählte nicht – abgepfiffen (40.).

Glück auch noch einmal 60 Sekunden später für den HSV. Beister war in der Not zurückgelaufen, half im Strafraum aus – und ließ das Bein gegen Alibaz stehen. Der Karlsruher fiel theatralisch, er wollte einen Strafstoß, bekam ihn aber nicht. Keiner hätte sich beklagen dürfen, wenn es den Elfmeter gegeben hatte – das war mutig (gegen den Heim-Verein) von Dankert. Das bekam der Unparteiische auch beim Halbzeitpfiff zu spüren. Die Karlsruher, allen voran Trainer Markus Kauczinski, reklamierten aufgebracht. Wohl auch deshalb, weil der HSV zu diesem Zeitpunkt 2:1 führte. Lam hatte in seiner besten Szene Beister steil geschickt, und der U-21-Nationalspieler „tunnelte“ den KSC-Torwart nach sechs Sekunden in der Nachspielzeit. Alles wird gut?

Denkste. In der zweiten Halbzeit ließ der HSV stetig nach. Obwohl der HSV die große, die riesige Chance noch zum 3:1 hatte. Jansen lief halblinks auf das KSC-Tor zu, traf aber nur den Pfosten der langen Ecke. Pech. Aber der Drittliga-Klub war offenbar geweckt. Er kam, der HSV kam nur noch selten. Und als sich Michael Mancienne ein Foul erlaubte, gab es einen 17-Meter-Freistoß. Alles wartete auf Calhanoglu, aber es schoss Alibaz. Und wie. Ein Traumtor zum 2:2. Weil in der Mauer nur Heiko Westermann hochsprang, nicht aber der neben ihm stehende Son. Er hätte den Ball bekommen können, aber er sprang eben nicht. Obwohl es Adler vorher noch von allen gefordert hatte (58.).

Und noch ein Freistoß. Diesmal aus 28 Metern, diesmal schoss Calhanoglu aber wirklich, Adler sah dabei nicht gerade überragend aus, der Ball prallte nach vorne, Stoll staubte ab – 3:2. Und um das Ende auch noch abzurunden: In der 86. Minute lief der Karlsruher Soriano im HSV-Strafraum Slalom, Mancienne und Bruma waren nur noch Statisten – Tor, 4:2, das traurige Ende eines HSV-Betriebsausfluges. So, genau so hatten es sich die Pessimisten vorgestellt.

Gute Hamburger? Skjelbred eine Halbzeit lang. Das war es. Der Versuch mit Lam ist meiner Meinung nach gescheitert. Bruma nach rechts (wenn nicht Dennis Diekmeier), Paul Scharner in die Mitte neben Mancienne – es wäre ein Versuch wert. Der HSV kann sich jetzt voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren . . . So böse und lachhaft das auch klingen mag.

Härtestest bestanden: mit Arslan in Karlsruhe

18. August 2012

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das wissen alle. Und doch gibt es immer mal wieder kleinere und auch ganz dicke Überraschungen. Markus Babbel wird nun ein Lied davon singen können, der Hoffenheimer Trainer, denn seine Bundesliga-Profis wurden beim unglaublichen 0:4-Debakel gegen den Berliner AK ganz schön vorgeführt. Ja, Geld ist eben nicht alles, es gehört eben auch ein bisschen Einstellung dazu. Ob der HSV an diesem Sonntag eine negative Überraschung vermeiden kann? Nach dem heutigen Vormittagstraining bin ich mir fast sicher, dass sich der HSV beim Karlsruher SC von seiner besten Seite zeigen – und dann auch am Abend mit einem Sieg nach Hamburg zurückkehren wird.

Egal, was es auch immer für ein Spiel morgen im Wildpark geben wird, es wird auf jeden Fall eine ganz heiße Nummer. Das war es schon an diesem Vormittag. Der HSV trainierte doch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit (wie vom Verein angekündigt), die Einheit begann pünktlich um 11 Uhr. Auf dem Weg von der Kabine zum Platz dehnte sich Tolgay Arslan immer wieder, nahm sogar eine kurze Auszeit, um seine Beine wechselweise draufzustellen und sich dabei zu dehnen, zu recken und zu strecken. Die Adduktoren zwicken, aber sie hielten bei dieser 70-minütigen Einheit der Belastung stand. „Ich spüre zwar noch einen ganz leichten Schmerz, aber das ist nicht der Rede wert, ich kann spielen“, sagte Arslan nach dem Trainingsende.

Nach der Aufwärmphase ließ Trainer Thorsten Fink seine Mannen zehn Minuten Handball (mit Kopfbällen als Abschluss) spielen, danach gab es drei Stationen mit „fünf gegen zwei“, es folgten Abschlüsse, in denen zwei Gruppen nebeneinander auf die Torhüter Sven Neuhaus und Jaroslav Drobny mit Vehemenz losballerten. Dabei gab es nicht nur Tore zu bejubeln, sondern auch drei besondere Schützen. Platz eins für den Hoch-und-weit-Preis belegte Maximilian Beister, der die Kugel munter in den Volkspark drosch, den Ball suchen sie noch heute. Ähnlich machte es auch Heung Min Son mit links, allerdings hatte der Südkoreaner Glück, der Ball prallte gegen einen Baumstamm und blieb in Sichtweite neben der Platzumrandung liegen. Und den dritten Platz belegte in diesem Scheibenschießen Dennis Aogo, der sich nach einem sehr, sehr harten Zweikampf (hart an der Grenze – wenn nicht schon drüber) mit Dennis Diekmeier auch etwas frustriert ein Herz fasste und die Kugel hoch und weit in die Botanik drosch.

Thorsten Fink ließ auch noch den Spielaufbau üben, bevor es zu einem Spiel zehn gegen zehn (mit Co-Trainer Frank Heinemann) auf etwas weniger als dem halben Platz ging. Da traf für die gedachte Mannschaft, die den HSV in Karlsruhe in die zweite Runde schießen soll, Marcus Berg vom Anstoß weg zum 1:0. Ein herrlicher Alleingang, der auch von den Kollegen mit reichlich Applaus und Zuspruch bedacht wurde, sorgte für das „Tor des Tages“. Wie gesagt, ein bildschönes, Berg tankte sich beherzt durch und drosch den Ball mit Schmackes ins Netz, für Drobny gab es da überhaupt nichts zu halten.

Das kleine, kurze Spielchen war schon anzusehen, es ging hin und her und schön zur Sache. Das sollte allen Spielern Mut für das morgige Match geben. Es sah tatsächlich so aus, als wolle die Mannschaft richtig schön Gas geben – und ich konnte mir dabei überhaupt nicht vorstellen, dass der KSC da eine Chance auf den Sieg haben könnte. Wenn die „Finken“ damit weiter machen, womit sie heute im Training aufgehört haben, dann wird der Erstliga-Vertreter auch dominieren und gewinnen. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die Spieler tatsächlich genau so konzentriert und willig in die Partie gehen, wie sie es heute im Training taten. Immerhin haben sie alle (und auch wir) noch den katastrophalen Auftritt in und gegen Altona im Hinterkopf.

Thorsten Fink wird, wenn es bei Tolgay Arslan über Nacht keine Nachwirkungen von diesem Training gibt, seine „Wunsch-Mannschaft“ aufbieten können. Adler, der heute mit Torwart-Trainer Ronny Teuber trainierte, steht zwischen den Pfosten,. Zhi Gin Lam, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne und Dennis Aogo bilden die Viererkette, Heiko Westermann und Per Ciljan Skjelbred bilden die Doppel-Sechs, Heun Min Son kommt über rechts, Marcell Jansen über links, Arslan spielt zentral und ganz vorne wird Marcus Berg stürmen. Der Schwede war der deutlich bessere Angreifer – nicht nur an diesem Tag, sondern während der gesamten Vorbereitung. Von Artjoms Rudnevs war auch heute nicht viel zu sehen.

Aber der Lette mag ja noch kommen. Das schließe ich gar nicht aus. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang zu berichten, dass sich Dennis Aogo nach dem offiziellen Training den Letten „griff“ und mit ihm fast ein Einzeltraining absolvierte. Aogo flankte von links, Rudnevs hatte vor dem Tor (in dem Co-Trainer Heinemann stand!) die Aufgabe, die Bälle ins Netz zu bugsieren. Dazu gesellte sich dann auch noch Neuerwerbung Paul Scharner, der sich ebenfalls darum bemühte, die Bälle ins Tor zu bekommen. Eine gute, nein, eine sehr gute Aktion von Dennis Aogo, der nach dem Trainingsende sofort über den Platz rief: „Rudi, komm her . . .“ Und Rudi kam. Vielleicht kommt er ja auch in den nächsten Tagen und Wochen noch, dann, wenn sich solche kameradschaftlichen Maßnahmen auszahlen.

Nicht mit im Kader für das KSC-Spiel ist übrigens Muhamed Besic, der als einziger Profi vom heutigen Trainingskreis daheim bleiben muss. Auf der Ersatzbank Platz nehmen werden Drobny, Diekmeier, Scharner, Sala, Ilicevic, Beister und Rudnevs.

So, mein Tipp für das Spiel in Karlsruhe lautet 2:0 für den HSV.

PS: Nicht vergessen, am Sonntag gibt es nach dem Pokalauftritt des HSV wieder „Matz ab live“ aus dem „Champs“ in Schnelsen. Meine Gäste sind dann die „Matz abber“ Benno Hafas, JU aus Qu und Lars 49.

17.34 Uhr

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