Tagesarchiv für den 28. August 2012

Die Kritik an Arnesen wächst – und Tottenham will 18 Millionen für van der Vaart

28. August 2012

Ich könnte im Kreis kotzen. Mein Sch…. Laptop hat den Geist aufgegeben, während ich im Auto den Blog geschrieben hatte. Soweit so schlecht. Aber Akkus halten eben nicht ewig – von daher ist das so weit noch erklärbar. Was allerdings für mich für immer ein Rätsel bleiben wird, ist, dass der gesamte Text, den ich 10000000-prozentig mehrfach zwischendurch abgespeichert hatte, einfach weg ist. Nachdem ich schnell zum Vereinsheim des NTSV gefahren war, um an eine Steckdose zu kommen, war alles weg. „Kompletter Datenverlust? Scheiße ist das“, sagt mir unser Clubwirt Ralf Lington gerade. Und Recht hat er. Deshalb, heute ein Text im Eiltempo…

Aber egal. Es ist ja lange nicht das größte Problem rund um den HSV. Im Gegenteil. Die Kritik wird lauter. Zuletzt hatte sich Dampfplauderer Mario Basler im Doppelpass“ abschätzig über Frank Arnesens Eignung als Sportchef des HSV geäußert. Jetzt legte „Uns Uwe“ noch nach. Und auch innerhalb des Aufsichtsrates werden immer mehr Stimmen laut, die die Ablösung des Dänen als Sportlichen Leiter forcieren. Es gibt schon richtig gehende Hardliner unter den Kontrolleuren, einige Kritiker, wenige Entschlusslose und noch weniger Befürworter Arnesens.

Wobei Frank Arnesen in den letzten 12 Monaten als HSV-Sportchef personell sicherlich nicht den Umbruch schaffen konnte, den er sich selbst und den sich der Verein vorgenommen hatte. So sehen es zumindest die Kritiker. Und auch bei Arnesen ist eine gewisse Unzufriedenheit zu erkennen. Nur zu gern würde er sagen, was alle wissen. Dass er bei seiner Vertragsunterschrift noch einen Betrag in Höhe von 15 Millionen Euro für Neue in Aussicht gestellt bekommen hatte und letztlich null vorfand. Es ehrt ihn allerdings, das nicht immer wieder hervorzuholen, sondern sich mit den Realitäten zu beschäftigen. Und die haben uns am Sonnabend einen HSV präsentiert, der abstiegsreifen Fußball bot. Auch in Arnesens Augen. „Das war enttäuschend“, so der Däne, der jetzt auf die noch ausstehenden Neuzugänge Milan Badelj und Petr Jiracek verweist. Sportlich zurecht.

Allerdings wird sich Arnesen diese sportliche Steigerung nicht mehr auf die eigenen Fahne schreiben können. Jiracek kam aus Wolfsburg quasi wie eine gebratene Taube ins HSV-Maul geflogen. Und bei den andauernden Verhandlungen um Rafael van der Vaart ist Arnesen quasi Zuschauer. Dem Vernehmen nach kümmern sich Hilke, Jarchow und natürlich Investor Klaus Michael Kühne um die Abwicklung des (dann) Königstransfers dieses Sommers.

Dennoch, trotz aller Kritik, ist Aufsichtsratsboss Alexander Otto hingegen ist anderer Meinung. Vor der gestrigen Aufsichtsratssitzung, auf der es unter anderem auch um die Personalie Arnesen gehen sollte, sagte Otto: „Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Wir planen langfristig mit Frank Arnesen und wissen, dass er eine Mannschaft zusammenstellen kann.“ Ob die Gerüchte um eine Demission Arnesens haltlos sind? „Absolut, da ist gar nichts dran. Wir haben Frank Arnesen geholt, um langfristig zu arbeiten. Wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren, zumal wir selbstverständlich sehr zufrieden.“

Mit diesen Worten ging Otto in die Sitzung, die am Abend um 18 Uhr in der Hamburger-Weg-Loge begann. Inhalt war zum einen die Absegnung des vier Millionen Euro teuren Neuzugangs Petr Jiracek sowie der Stand in Sachen van der Vaart. Und bei Letztgenanntem gibt es nur eines, das sicher ist: der HSV kämpft um eine Rückholaktion des niederländischen Nationalspielers. Mit van der Vaart selbst soll sich der HSV bereits einig sein, einzig der eigenwillige Tottenham-Boss Dan Levy hat noch andere Ideen und fordert die für einen 30-Jährigen utopische Ablösesumme von umgerechnet 18 Millionen Euro. Zuvor hatte der HSV signalisiert, dank der finanziellen Hilfe von Speditionsmilliardär Klaus Michael Kühne immerhin bis zu 12 Millionen Euro zahlen zu können. „Ich kenne Levy schon sehr lange“, sagt Arnesen und es wirkt, als wolle er seine Hilfe anbieten: „Er ist einer, der oft auf den letzten Metern noch Transfers macht. In den letzten Sekunden verändert sich bei ihm alles – auch die Zahlen.“ Hoffen wir’s.

Denn diese Mannschaft braucht personelle Nachbesserungen, die allein mit Jiracek und Badelj wohl eher nicht getan sein dürften. Zumindest war im heutigen Testspiel gegen die eigene U23 nicht mehr als ein mühsames 2:1 drin (Tore: Ilicevic und Rudnevs per klarstes Abseitstor). Alle(s) hofft auf van der Vaart. Trainer Thorsten Fink offenkundig auch: „Wenn wir alle drei Spieler dazubekommen, würde Heiko Westermann wieder in die Abwehr zurückrücken“, so Fink, der darauf setzt, dass der HSV in den letzten Tagen der Transferperiode noch nachbessert: „Wir können noch einiges geradebiegen und die Weichen wieder in die richtige Richtung stellen“, sagt Fink, der sich zudem hinter Frank Arnesen stellte: „Wir gewinnen und wir verlieren zusammen“, so Fink zur Kritik am Sportchef.

Das tut der HSV künftig auch mit Milan Badelj, der am Mittwoch (Achtung: auf 16 Uhr verlegt!!) zusammen mit dem letzten Neuzugang Petr Jiracek das erste Mal mit der Mannschaft trainiert. „Jiracek ist eine Laufmaschine“, so Fink, „er ist ein positiver Antreiber. Außerhalb des Platzes ist er ruhig – aber auf dem Platz gibt er Vollgas. Der Junge hat richtig Herz und die Mentalität, die wir hier sehen wollen. Er verkörpert das, was wir brauchen.“

Nicht mehr gebraucht wird dem Vernehmen nach Marcus Berg, der heute zusammen mit Per Skjelbred und Dennis Diekmeier nicht mitspielte – unverletzt. Sollte sich für den teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte ein Abnehmer finden, ist der HSV bereit, seinen Angreifer abzugeben. „Man kann nicht sagen, dass alles durch ist“, so Fink auf die Frage nach weiteren Abgängen, „sowas ist bis zum Ende der Transferfrist nie ausgeschlossen.“ Statt Berg würde noch ein Stürmer kommen.

Zudem sagte Fink bereits, dass am Sonnabend im Nordderby Artjoms Rudnevs anstelle Bergs spielen würde. „Er erarbeitet sich jedes Mal, wenn er auf dem Platz ist, seine Chance. Da ist es egal, ob er zehn, 20 oder 90 Minuten spielt – seine Chancen erarbeitet er sich“ Zudem sei der erste Lette des HSV deutlich aktiver und robuster als sein schwedischer Mannschaftskollege. „Rudy wehrt sich – gegen jeden Gegner. Daher hat er fürs Wochenende große Vorteile.“

Dann schon nicht mehr dabei sein wir Muhamed Besic, den der HSV nach Budapest abgeben wird. Dagegen hofft Tolgay Arslan auf seine Kadernominierung, nachdem er heute schmerzfrei trainieren konnte. „Ich fühle mich ganz gut“, so der Offensivspieler, „vielleicht langt es ja. Wäre auf jeden Fall ein Traum, in Bremen dabei zu sein.“

Stimmt. Zumal dann, wenn das Mittelfeld zentral defensiv mit Badelj und Jiracek, auf den Außen mit Jansen und wahlweise Beister, Son oder Ilicevic besetzt ist und davor ein alter Bekannter die Fäden zieht. Ihr wisst schon, wen ich meine…

Ich hoffe es.

Scholle (total genervt, weil ich alles doppelt geschrieben habe – aber wenigstens in der Hoffnung auf sportliche Besserung beim HSV….)