Tagesarchiv für den 23. Juli 2012

Der Knüller von gestern, der Knüller heute: HSV gegen den FC Barcelona

23. Juli 2012

Danke! Vielen Dank dafür, dass ihr durchgehalten habt. Ich hatte mich während dieser weltrekordverdächtigen Sommerpause zwischendurch mal schnell ausgeklinkt, aber, er der Betrieb ging ja munter weiter – und dafür danke ich euch. Aber ich danke auch vor allem „Scholle“, der die Vertretung toll erledigt hat, und ich, das muss endlich auch einmal gesagt werden, danke auch dem großartigen Moderatoren-Team, das wirklich klasse Arbeit leistet und geleistet hat. Vielen Dank dafür. Und die Sommerpause ist zum Glück ja auch noch nicht beendet, denn es dauert ja noch über einen Monat, bis in der Bundesliga wieder der Ball rollt – vielen Dank, Deutsche Fußball-Liga, für diese lange Auszeit, gerade wir Hamburger brauchten nach dem Dilemma der Saison 2011/12 diese Bundesliga-Abstinenz zur völligen Erholung. Obwohl einige wohl auch noch diesen Monat und vielleicht auch noch den einen oder anderen Monat gerne mehr benötigen würden . . . Aber da muss man mal hart gegen sich selbst sein. Viele Dauerkarten-Inhaber, die zuletzt darauf pfiffen, dass sie diese Karte hatten (und dem Volkspark fern blieben!), sind inzwischen – dank der langen Sommerpause des Vergessens und Verdrängens – umgekippt und haben ihre Karte wieder entgegengenommen. Ich sage ja immer, dass genau diese HSV-Anhänger ihr Ticket nicht mit Geld, sondern mit der Hoffnung bezahlt haben.
Bravo! Ihr seid die wahren Fans, solche treuen Anhänger gibt es wahrscheinlich nur in Hamburg.

Der HSV hängt ja im Moment (in dem ich hier schreibe) noch in der Luft, auf dem Wege von Südkorea nach Hamburg. Mit reichlich Geld im Gepäck – und das ist auch gut so. Und es gibt ja noch mehr. Vom Spiel der Spiele, nämlich von der Dienstags-Partie gegen den FC Barcelona, erhofft sich der HSV ja auch mindestens einen Gewinn von einer halben Million Euro. Diese Summe trotz der Millionen-Gage, die es für die für ein paar Stunden nach Hamburg kommenden Weltstars des FC Barcelona gibt. So lässt sich natürlich super Geburtstag feiern, selbst wenn es schon der 125. ist.
Hoffentlich spielt der HSV nie so (oder nicht so oft), wie es auf seiner Geburtsurkunde steht.

Das Spiel gegen die Katalanen ist restlos ausverkauft, es wird ganz sicher ein stimmungsvoller Abend. Die Begegnung wird um 18 Uhr angepfiffen und wird in der ARD live übertragen – ein Trost für alle, die sich vergebens um eine Karte bemüht haben.

Apropos Karte. Zu diesem Thema bekam ich folgende Zuschrift, vielleicht kann diesem HSV-Fan einer von euch helfen – ich weiß im Moment noch keinen Rat, da bin ich ehrlich. Aber vielleicht hat einer von euch ja Ähnliches erlebt und weiß weiter:

„Hallo Herr Matz,

mir hat der HSV wortwörtlich die Schuhe ausgezogen, denn heute habe ich ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei erhalten, die im Auftrage des HSV mich angeschrieben hat. Es wird eine Vertragsstrafe über 500 Euro zzgl. ca. 220 Euro Anwaltskosten verlangt.

Was war passiert?

Ich bin aktuell krankgeschrieben, und da ich nicht weiß ob ich bis zum Jubiläumsspiel am Di. wieder fit bin, habe ich gestern kurzfristig meine beiden Stehplatz-Karten bei ebay für 1 Euro eingestellt. Nach wenigen Stunden hatte ich eine Mail vom HSV-Ticketservice erhalten die mich darauf aufmerksam gemacht haben dass es verboten ist,
und dass ich die Tage Post vom Anwalt erhalten werde, zudem werden die Tickets sofort storniert.

Ich habe nicht als gewerblicher Händler gehandelt, ich wollte lediglich meine beiden Tickets verkaufen bevor ich drauf sitzen bleibe, und nun das! Keine Abmahnung oder sonstiges, sondern sofort Post vom Anwalt mit Forderung einer Vertragsstrafe!

Ich bin 33 Jahre jung, bin vor 4 Jahren von Bremen hierher nach HH gezogen um endlich in meiner Traumstadt zu leben, und um auch meinen Verein näher zu sein. Seit 7 Jahren bin ich Mitglied, seit 3 Jahren habe ich eine Dauerkarte – der Verein ist meine große Leidenschaft – und nun schickt mir mein Verein einen Anwalt auf die Matte…

Momentan weiß ich gar nicht was ich noch vom HSV halten soll, aber passt ja irgendwie gerade voll ins Bild – der Verein braucht Geld!

Ich hatte natürlich gestern sofort den Herrn vom Ticketservice zurückgeschrieben und mich dafür entschuldigt, aber da war die Sache schon an den Anwalt übergeben. Na gut, ich habe auch mal im letzten Jahr Tickets verkaufen müssen weil ich ebenfalls krank war, aber ich mache es doch nicht gewerblich.

Natürlich hat der HSV AGB’s die alles regeln, aber dennoch finde ich diese Vorgehensweise nicht in Ordnung!

Ich bin nun echt schon am überlegen ob ich meine Dauerkarte und Mitgliedschaft kündige, da mich dieses alles sehr traurig macht. Was hat man die Jahre immer mitgefiebert und mitgezittert, hatte mir sogar extra Sky besorgt, habe einige Auswärtsfahrten mitgemacht um meinen Verein zu unterstützen, und nun sowas.

Wie Sie lesen bin ich ziemlich am Boden, und weiß nun wirklich nicht wie ich zum HSV stehen soll. Bisher war der Club immer eine Herzensangelegenheit für mich.

Vielleicht haben Sie ja einen Rat?

Würde mich freuen von Ihnen zu hören!

Viele (blau-weiß-schwarze) Grüße, H. B.“

Ja, das tut mir Leid, aber wie gesagt, ich weiß zurzeit auch nicht, was man da machen kann – eventuell läuft mir ja beim Barcelona-Spiel ein Verantwortlicher des HSV über den Weg, der weiß, was nun zu machen ist . . . Eventuell.

Zwei Besonderheiten wird es zu diesem Spiel geben, für den einen oder anderen Sammler vielleicht eine Gelegenheit, sich zu ergänzen:

HSV-Heimtrikot mit Sonderstick gegen den FC Barcelona

Anlässlich des Jubiläumsspiel wird die Mannschaft mit dem Heimtrikot und dem Sonderstick „Jubiläumsspiel Hamburger SV – FC Barcelona 24.7.2012 Imtech Arena“ auf der Brust auflaufen. Das Trikot mit diesem exklusiven Sonderstick ist für alle Fans in den Fanshops erhältlich und hat eine limitierte Auflage von nur 1887 Trikots.

Und:

Sammelbecher zum Jubiläumsspiel Hamburger SV – FC Barcelona
Zum Jubiläumsspiel am Dienstag, 24.7.12, wird es in der Imtech Arena einen speziellen Sammelbecher geben. Der 0,5 Liter fassende Becher ist für 6,-€ inklusive einem Kaltgetränk nach Wahl an den Getränkestände von Aramark erhältlich.

Ansonsten kann ich jedem HSV-Fan nur ans Herz legen, sich „Matz ab live“ von heute anzusehen. „Scholle“ und ich haben uns am Vormittag mit Horst Schnoor, dem ehemaligen HSV-Torwart (15 Jahre lang die Nummer eins!), und mit dem früheren Rechtsaußen Klaus Neisner getroffen, beides Spieler der Meistermannschaft von 1960. Und beide Altmeister waren bei den drei ersten „Europapokal-Schlachten“ gegen den FC Barcelona mit von der Partie. Wer also Interesse hat, etwas aus der HSV-Geschichte zu erfahren, dem seien diese 30 Minuten wärmstens ans Herz gelegt. „Scholle“ und mir hat dieser Vormittag jedenfalls unheimlich gut gefallen.

So, nun gebe ich zu, dass ich, weil ich nun über zwei Wochen nichts gesehen habe vom HSV, sehr gespannt auf die „neue“ Mannschaft bin. Und natürlich auch darauf, ob sich noch etwas tut – in Sachen Verpflichtungen und Verstärkungen. Muss ja (eigentlich).

Zum Schluss noch einmal eine Bitte, die ich leider immer wieder wiederholen muss. Bitte schreibt mir keine (privaten) Mails an die Gewinnspiel-Adresse, denn dort lese ich so gut wie nie mit. Diese Adresse gehört ganz allein der HA-Internet-Abteilung, es ist purer Zufall, wenn ich dann mal die eine oder andere Mail erhalten, weil es jemandem vom Abendblatt aufgefallen ist, dass es dort einen „Irrläufer“ gibt. So wie zum Beispiel jenen „Irrläufer“, der mir heute zugespielt wurde, und den ich nur mal so zur Probe öffentlich mache – weil es von dieser Art wirklich einige im Monat gibt. Die fallen oft ungelesen und unerhört unter den Tisch – und die Leute, die diese Mails verfasst haben, sind dann sauer auf mich, weil ich ihnen nicht antworte (oder geantwortet habe). Dieses Missverständnis muss ja nicht sein. Wenn ihr mir schreiben wollt, dann geht das bestens an die Internet-Adresse des Hamburger Abendblatts, von dort werden mir eure Mails weitergegeben. Und wenn ich nicht gerade im Urlaub bin, antworte ich auch.

„Hallo Dieter,

mein Name ist Frank W. und uns verbindet eine starke Leidenschaft. Und zwar der HSV!! Ich bin seit den Anfängen von matz-ab täglicher Leser, nur mit den Grabenkämpfen und Beleidigungen im Blog kann ich nix anfangen.
Der Grund meiner Mail ist folgender: Wir sind ja nach wie vor auf der Suche nach einer neuen Nr.10, den kreativen Mittelfeldspieler. Warum ‚n 10ner, wenn man eine 23 haben kann?? Reingelegt … Ich meine nicht diese 23.;). In Udinese spielt Almen Abdi, jung und ausgestattet mit einer Spielintelligenz, die seines gleichen sucht. Er ist genau der Spielertyp den wir suchen. In Udinese konnte er sich leider nie weiter entwickeln. Sicherlich ist er nicht der große Name, aber passt das überhaupt zu einem Umbruch? Diego wurde damals auch von” der Bank” weg verpflichtet. Und war das ein Fehler?? Vielleicht kannst du ja mal ein wenig rum horchen…ich habe ja leider nicht diese Möglichkeiten. Vielleicht kann man Frank Arnesen ja mal’n Tipp geben…:)

Liebe Grüße Frank.

PS: Ich bin kein Teenager mehr…“

Was mir im Urlaub aufgefallen ist. Beim Durchlesen der „Supporters News“ (immer sehr lesenswert!) stieß ich auch auf die Geschichte mit Uli Hoeneß. Der war ja bekanntlich beim und auf dem Volksparkett (Moderation Jojo und Todde). Und die Geschichte beginnt mit folgendem Einstieg (u. a.): „Hunderte HSV-Fans begrüßen und verabschieden Uli Hoeneß lautstark mit Uli-Rufen, pöbeln spaßig und scheinen diesen Macher echt zu respektieren, der offenherzig, glaubwürdig, richtig sympathisch rüberkommt.“

Wie schön, dass das auch die „ganz harten“ HSV-Fans erkannt haben – und es schreiben. Ich sage schon seit Jahrzehnten nichts anderes. Was mir aber besonders auffiel an diesem Hoeneß-Stück war die folgende Passage, in der der FCB-Manager sagt:

„Grundsätzlich glaube ich, das ist ganz ehrlich gemeint, dass Hamburg eine Stadt ist, die nach München die einzige wäre, die langfristig gesehen dem FC Bayern richtig gefährden könnte. Wann immer ich in Hamburg bin, ob beim Taxifahrer oder in irgendeinem Hotel, immer werde ich auf Fußball angesprochen. Diese Sportbegeisterung! Ich glaube, die ganze Stadt steht mehr hinter dem HSV als es teilweise in München der Fall ist. Unsere Stadt steht nämlich nicht so sehr hinter Bayern, deswegen glaube ich, wenn hier mal alles zusammenpasst, wenn die Verantwortlichen kontinuierlich an diesem Thema arbeiten, dann müssen wir uns warm anziehen.“

Zu diesem Komplex sagte Uli Hoeneß auch auf das Wortspiel: „Dem HSV wünsche ich für die Zukunft . . .

. . . dass er endlich in die Führung Ruhe reinkriegt und dass er sein Potenzial besser ausschöpft.“

Kompliment, Herr Hoeneß, ganz dickes Kompliment, Sie haben das bestens erkannt und eine großartige Analyse abgegeben.. Sie könnten ganz sicher auch ganz gut in Hamburg und beim HSV arbeiten – ein Scherz. Aber Sie würden den Laden hier ganz sicher ordentlich in Schwung bringen.
Doch vielleicht wird es ja auch ohne Sie noch etwas . . .
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

18.55 Uhr

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