Tagesarchiv für den 17. Juli 2012

Milan Badelj soll kommen – möglichst noch heute ***Aktualisiert 18.36***

17. Juli 2012

****AKTUALISERT mit Stimme Petric zu Badelj****

So, Leute, heute wird der Blog mal etwas kürzer. Aber er bleibt informativ, wie ich finde.

Hat der HSV seinen ersten neuen fürs Mittelfeld gefunden? Vieles deutet darauf hin. Milan Badelj soll es sein. Der 23-jährige Kroate wurde hier im Blog und in den Tageszeitungen schon häufiger gespielt. Jetzt soll es soweit sein. Badelj war auf jeden fall schon seit längerer zeit auf Frank Arnesens Wunschzettel, auch wenn dieser aktuell noch etwas blockt. „Ich kann im Moment noch nichts zu dieser Personalie sagen“, so der Däne vorsichtig, „außer, dass noch nichts definitiv ist.“ Auf die Nachfrage, ob dennoch noch heute etwas passieren könnte, sagte Arnesen: „Es kann alles passieren.“

Es deutet vieles darauf hin, dass der beidfüßig starke Mittelfeldspieler nach Hamburg kommt. Obwohl er bislang ausschließlich in Kroatien spielte, und somit das Anforderungsprofil nicht hundertprozentig erfüllt. Das sah eigentlich vor, dass der neue zentrale Mittelfeldmann die Bundesliga kennt. „Badelj kann auf der Sechs spielen, ist aber eher ein Achter“, spricht Arnesen im Fußballdeutsch. Soll heißen: Badelj kann defensives, zentrales Mittelfeld spielen, ist aber eher ein fußballerisch versierter Spieler, den man nicht nur fürs Abräumen sondern auch für die Kreativität im Mittelfeld brauchen könnte. Er ist eine Mischung aus einer Sechs und einer Zehn – eine Acht eben… Zumindest aber, so klingt das zumindest für mich, ist der kroatische Nationalspieler nicht DER gesuchte Spielmacher.

Rund vier Millionen Euro soll Badelj kosten. Ein Betrag, den der HSV mit einem Töre-Verkauf (zwei Millionen Euro blieben dem HSV) sowie mit dem Restgeld aus dem Guerrero-Verkauf stemmen könnte. Zusätzlich kämen Gehaltskosten von rund 1,5 Millione Euro (so viel verdient der suspendierte Rajkovic, der abgegeben werden soll) für Badelj hinzu, der mit seinen 23 Jahren schon Mannschaftskapitän bei Dinamo Zagreb ist und Erfahrungen in der Champions League sammeln durfte. Sechs Spiele absolvierte der 186 Zentimeter große Mittelfeldspieler in der Königsklasse, konnte dabei einen Treffer vorbereiten. Zudem absolvierte er elf Europa-League-Spiele (ein Tor, zwei Vorlagen). Und man kann mit gutem Recht behaupten, dass Badelj vereinstreu ist. Bis auf ein Leihjahr 2007/2008 spielt der in Zagreb geborene 23-Jährige nur für Dinamo Zagreb.

Und das, obwohl letzte Saison Bayer Leverkusen um seine Dienste geworben hatten. Damals soll die Verpflichtung an der zu hohen Ablöseforderung der Kroaten gescheitert sein. Und dieses Jahr warb neben dem HSV auch der AC Florenz um Badelj. Die Italiener kolportierten heute jedoch via Internet, sie hätten von einer Verpflichtung ihres Wunschspielers Abstand genommen, weil der sich mit dem HSV geeinigt habe. So zumindest hatte es heute die kroatische Zeitung „Vecernji“ vermeldet.

Egal wie, es könnte der nächste Neue sein. Was genau er kann und wie gut er ist, ist schwer zu sagen. Ich habe deshalb einen mir bekannten Scout angerufen, der eigentlich immer bestens informiert ist. So auch diesmal. „Das ist ein richtig Guter. Den hatten wir schon mehrmals auf dem Zettel, konnten ihn aber nie bezahlen. Jetzt muss Zagreb alles verkaufen, was Geld bringt, weil die richtig klamm sind. Und wenn sich der HSV dabei Badelj angelt, dann machen sie nichts falsch. Ganz im Gegenteil.“

***AKTUALISIERT***In die gleiche Kerbe schlägt auch Mladen Petric, den ich eben erreicht habe. Der Kroate absolviert gerade mit seinem neuen Klub FC Fulham ein Trainingslager in – Leipzig. Siehe an! Aber er hatte die Zeit, mir kurz etwas über seinen Nationalmannschaftskollegen zu erzählen. “Milan ist eins ehr guter techniker, der über ein super Passspiel verfügt. Er ist in der Lage, den Pass in die Tiefe zu spielen und hat absolut keine hemmungen auf dem Platz. Er fordert immer den Ball – auch wenn es mal eng wird.” Zudem sei der potenzielle Zugang des HSV schnell und gut im Eins-gegen-Eins. Vor allem aber sei er als Typ gut. “Milan ist ein unaufgeregter Typ, der etwas im Kopf hat. Er ist einer, der in der Mannschaft sehr gut ankommen wird, weil er solide und absolut kein Spinner ist. Mit Milan kannst du gut reden. Kurzum: Milan ist eine Verstärkung für den HSV.”

Klingt doch gut. Zumal das von einem Man kommt, der sich auf dem Markt bestens auskennt und mir auch schon mitteilte, wenn seiner Meinung nach nichts Gutes verpflichtet wurde. Deshalb habe ich mir selbst den Vorschlag gemacht (und ihn überraschenderweise auch angenommen), dass ich mich über Milan Badelj freue. Wenn er denn kommt.

Ein anderer Vorschlag erreichte mich heute per Email. Per Pressemittelung versuchte sich ein gewisser Herr Sören Bech in dem Fall Klaus Michael Kühne/HSV-Vorstand einzubringen. Schlichtend wohlgemerkt. Aber lest selbst:

„Pressemitteilung: Verhältnis zwischen Kühne und dem HSV – Investmentbanker bietet Schlichtung an

Investmentbanker Sören Bech, stellvertretender Generalbevollmächtigter der Varengold Wertpapierhandelsbank AG hat den Investor Herrn Klaus-Michael Kühne sowie die HSV-Führung in Person von Herrn Frank Arnesen schriftlich zu einem Schlichtungsgespräch eingeladen. Die Vorfälle am Freitag, den 13. Juli haben den Banker Bech bewogen, im Transferkonflikt zwischen der HSV-Vereinsführung und dem Investor Kühne zu vermitteln. „Es scheint, dass Kühne und der HSV nicht mehr direkt miteinander reden“, sagte Bech zum Hintergrund: „Jeder weiß, dass die nächste Saison für den HSV überlebenswichtig ist, da kann so eine Funkstille katastrophale Folgen haben.“
In dieser Situation kommt nun die Schlichtungseinladung an beide Streitparteien: Das Wohl des Vereins stehe doch beiden Interessensgruppen an oberster Stelle und jeder Fan wisse spätestens nach den jüngsten Vorfällen und Presseberichten, wie gefährlich und richtungsweisend die nächste Saison ist. „In dieser Situation muss alles unternommen werden, jeder Impuls ist wichtig und jegliche Idee muss diskutiert werden.“ schreibt der Schlichter in den persönlichen Briefen an Herrn Arnesen und Herrn Kühne. Auch er sei bereit seinen Beitrag dafür zu leisten und bietet seine Vermittlerkompetenz an, um für den Verein und die Fans eine zukunftsweisende Lösung zu präsentieren. Herr Bech hofft nun, dass es die Parteien schaffen ihre persönlichen Belange zum Wohle des Vereins unterzuordnen und das Schlichtungsangebot anzunehmen.“

Klingt doch gut. Auch wenn ich stark bezweifle, dass HSV oder Kühne das Angebot nutzen werden, der HSV-Vorstand will sich zumindest darüber unterhalten. Und das Angebot zeigt, dass viele HSV-Fans noch immer ganz stark hoffen, das Kühne und der HSV sich zusammenraufen und im Sinne des HSV weiterhin zusammenarbeiten.

Wie wir alle auch hier im Blog.

Konstruktive Kritik ist und bleibt erlaubt. Ich war, bin und werde auch in Zukunft ganz sicher nicht übermäßig empfindlich sein. Aber bleibt dabei bitte – vor allem auch untereinander – weiterhin sachlich und hört auf, Euch, unsere Kollegen oder uns einfach nur zu bepöbeln. Das haben wir hier alle nicht nötig. Ihr nicht, die Kolegen nicht – niemand. Im Gegenteil: Dieser Blog sollte auch weiterhin als Beispiel für ein konstruktives, kritisches Miteinander dienen. In unserem Sinne und im Sinne des HSV sollten auch in Zukunft alle Dinge – ob sie nun negativ sind oder positiv – schonungslos angesprochen und mit Nachhaltigkeit und dem nötigen Respekt voreinander ausdiskutiert werden.

Ich bin mir sicher, das schaffen wir.

In diesem Sinne, jetzt ist der Blog doch wieder deutlich länger geworden als geplant. Ich mache mich jetzt auf den Weg zu Terminen, von denen ich Euch hoffentlich in den nächsten Tagen berichten kann. Sollte sich in Sachen Neuzugang noch etwas tun, werde ich versuchen, den Blog auch von unterwegs zu aktualisieren. Und morgen werde ich Euch ob der Zeitverschiebung mit einem frühen Blog (am frühen Nachmittag) den Tag hoffentlich informativ und unterhaltsam gestalten.

Bis dahin,
Euch allen einen schönen Abend,

Scholle (17.42 Uhr)