Tagesarchiv für den 3. Juli 2012

“Maxi” Beister im Stile von Jordi Alba . . .

3. Juli 2012

Dem HSV gehen die Zuschauer aus. Aber nur beim Training. Und nur im Vergleich zu gestern. Zum Auftakt waren mehr als 1000 Fans in den Volkspark gepilgert, heute waren es um die 300 bis 400 Kiebitze, die den zweiten Tag erleben wollten. Für die Spieler zwar etwas weniger „Arbeit“, aber immer noch genug: Autogramme schreiben. Sportlich lässt es Trainer Thorsten Fink noch relativ „harmlos“ angehen, soll heißen, dass so richtig Schweißtreibendes noch nicht dabei ist. Noch nicht. Gestern noch hatte Fink ja davon gesprochen, dass es schon bald zur Sachen gehen wird: „Qualität soll ja von Qual kommen . . .“ Im Moment aber hält sich diese Qual noch in Grenzen. Was auch noch absolut verständlich ist, denn das erste Punktspiel findet erst am 25. Oder 26. August statt. Viel Zeit bis dahin, sich in Form zu bringen, viel, viel Zeit.

Das Programm heute im Volkspark: 20 Minuten Zirkeltraining auf dem neuen Platz. Dann 15 Minuten Pass-Übungen, 15 Minuten „sieben gegen drei“, es folgte ein Spielchen über zweimal zehn Minuten. Da spielte eine Truppe (X) mit Sven Neuhaus, Dennis Diekmeier, Muhamed Besic, Janek Sternberg, Dennis Aogo; Jacopo Sala, Matti Steinmann; Macauley Chrisantus, Marcell Jansen; Marcus Berg. Team zwei (Y) spielte mit Rene Adler (Tom Mickel), Michael Mancienne, Zhi Gin Lam, Per Ciljan Skjelbred, Heiko Westermann, Christian Nörgaard, Robert Tesche, Heung-Min Son, Tolgay Arslan, Maximilian Beister, Artjoms Rudnevs. Team Y gewann das Ding 1:0, mit einem „spanischen“ Tor. Son schickte den an ihn in rasender Jordi-Alba-Manier vorbeisprintenden Beister, der legte – frei vor Mickel aufkreuzend – den Ball quer zu Rudnevs, der die Kugel nur noch einnetzen musste.

Nicht nur bei diesem Tor war Tempo drin, auch ansonsten war alles mit „Musik“. Es ging zur Sache, da will sich offenbar schon jetzt jeder beim Trainer zeigen. Im Gegensatz zu gestern (hörte ich von den Kollegen) zeigte Rudnevs, der von den Kollegen offenbar „Rudi“ gerufen und genannt wird, heute keine so herausragende Leistung. Dafür zeigte sich heute „Heimkehrer“ Chrisantus, der von seinen Kollegen „Mecky“ gerufen wird, etwas mehr als noch gestern. Vielleicht hat es ja ein interessierter Verein beobachtet, denn ich denke, dass sich der Stürmer erneut nach einem Klub umsehen muss, der ihn ausleihen will.

Interessant das Trainingsende. „Maxi“ Beister schnappte sich (aus eigenem Antrieb) einen Ball und schoss ihn fast eine Viertelstunde lang immer wieder gegen eine Mauer, von der die Kugel natürlich prompt zurücksprang. Dann war stoppen angesagt, oder das Leder so zu verarbeiten, dass man es spielen kann. Und an einem Tor schoss Dennis Aogo gegen Tom Mickel Freistöße aus 16 bis 20 Metern. Und wie der Nationalspieler sie schoss! Mickel weiß heute beim Einschlafen ein Lied davon zu singen, ganz sicher, denn fast jeder zweite Schuss (okay, fast jeder dritte) landete im oberen linken oder oberen rechten Torwinkel. Das animierte die bis dahin im Gras liegenden Son und Arslan nach zehn Minuten, ebenfalls zu schießen. Freistöße und Elfmeter. Mickel flogen die Bälle nur so um die Ohren. Was ich ganz nett fand: Co-Trainer Frank Heinemann betätigte sich, was er natürlich absolut nicht nötig hätte, als Ballholer (für die Bälle, die dann doch mal vorbeigeflogen waren). Nach 25 „Über-Minuten“ verließen dann auch die letzten Spieler um 17 Uhr den Trainingsrasen – und begaben sich in die Hände der Autogrammjäger.

So, und ansonsten stand der Tag heute ganz im Zechen des 125.Geburtstages des HSV, der ganz besonders begangen werden soll. Der Verein veröffentlichte dazu heute, was bislang geplant ist:

Am 29. September 2012 wird der Hamburger Sport-Verein 125 Jahre alt. Diesen besonderen Tag wird der HSV nicht nur mit einem Bundesliga-Heimspiel in der Imtech Arena gegen Hannover 96 feiern, sondern gemeinsam mit 13.000 Fans und dem Partner NDR auch im Rahmen einer großen rund dreistündigen Geburtstagsgala.

In der benachbarten O2-World werden die Moderatoren Johannes B. Kerner, Judith Rakers und Alexander Bommes durch den Abend führen, der ein Programm aus Show, Talk und Musik bereithält. Neben Künstlern wie Rea Garvey, Scooter, Otto, Olli Dittrich und dem Hamburger Urgestein Lotto King Karl, werden Stars aus Politik und Wirtschaft, Sport, Unterhaltung, Kultur und Helden der HSV-Geschichte von Uwe Seeler über Franz Beckenbauer bis hin zu Kevin Keegan dabei sein.

„Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit unseren Fans diese Jubiläums-Gala zu feiern, die den krönenden Abschluss unserer 125-Jahr-Feierlichkeiten bildet. Wir möchten das Beste aus 125 Jahren HSV präsentieren und unseren Fans tolle Unterhaltung bieten mit Comedy, Musik und interessanten Gesprächen”, so Carl Jarchow, Vorstandsvorsitzender des HSV.

Den Zuschauern ist durch den Bau einer speziell für den HSV designten CENTER-Stage optimale Sicht von allen Plätzen garantiert:

(Urheber: Hassler Made GmbH)

Hier werden u.a. die schönsten Tore der Vereinsgeschichte, die kultigsten Fans und die 125-Jahre-Elf präsentiert, und große Emotionen erlebt. Und auch rund um die O2-World wird es spannende Aktionen geben.

Karten für die Feier kosten zwischen 18,00 und 87,00 Euro. Der Vorverkauf für Mitglieder beginnt am Donnerstag, 5. Juli 2012, im Onlineshop auf www.hsv.de/tickets und im HSV Service Center. Am 12. Juli startet der freie Verkauf im Onlineshop, in den HSV Fanshops, im Service Center in der Imtech Arena und über die Telefonhotline 01805 – 478 478 (0,14 EUR/Min. aus dem Festnetz; Mobilfunk max.
0,42EUR/Min.).

Die Gala findet in Kooperation mit der NDR-Tochter Studio Hamburg statt und wird am 29. September 2012 im NDR ausgestrahlt. Ausführender Produzent ist Rolf Hellgardt von Riverside Entertainment: „Studio Hamburg und den Hamburger Sport-Verein vereinen bereits die Namen – die gemeinsame Wurzel ist die Hansestadt Hamburg. Es ist schön, gemeinsam ein Stück Hamburger Tradition zu feiern.”

„Es soll eine große und einmalige Feier werden, und so viele Fans und Mitglieder sollen daran teilnehmen. Wir wollen den hoffentlich 13 000 Zuschauern in der Halle und den vielen Zuschauern am Fernsehschirm die Gelegenheit geben, mit dem HSV zu feiern. Und wir möchten den HSV in seiner ganzen Vielfalt, also nicht nur mit dem Fußball, sondern auch mit den vielen anderen Sportarten näher erläutern und präsentieren“, sagte Carl Jarchow auch. Sein Vorstandskollege Joachim Hilke befand: „Wir haben noch einige Überraschungen mehr parat, aber zu einem Geburtstag gehören auch Überraschungen, und deswegen halten wir einige Dinge auch noch geheim. Dieser Abend soll auf jeden Fall ein ganz besonderer werden, so etwas wird es dann nicht noch einmal geben.“

Am 8. September spielt die Altliga im Rahmen der Feierlichkeiten in Fallingbostel gegen Ajax Amsterdam. „Zudem wird an jedes unserer über 70 000 Mitglieder eine Festschrift verschickt. Dieses Heft wird im Umfang aber sogar über 125 Seiten haben“, sagt Vorstandsmitglied Oliver Scheel.

Im Gegensatz zum 100. Geburtstag des HSV, der damals mit Udo Jürgens und der Pepe-Lienhard-Band in einem großen Hamburger Hotel feierlich begangen wurde und somit enorm viel Geld verschlang (es wird noch heute davon gesprochen, dass der HSV dafür sein letztes Hochhaus, das an der Rothenbaumchaussee stand, opfern und verkaufen musste . . .), will der traditionell (seit 25 Jahren) finanziell klamme HSV am liebsten noch Geld an diesem Event verdienen. Die auftretenden Künstler erhalten zwar Gage, aber diese Gagen sollen sich entgegen sonstigen Gepflogenheiten in Grenzen halten. Ein netter Zug.

PS: Weil es rund um diesen 29. September auch noch kleinere Feierlichkeiten geben wird, bin ich von dem Gedanken abgerückt, am 28. September ein „Matz-ab“-Treffen zu arrangieren. Darüber sollten wir dann doch noch einmal diskutieren, bevor es damit dann losgehen wird.

Am Mittwoch wird um 10 Uhr im Volkspark trainiert, wahrscheinlich übt dann aber nicht die gesamte Mannschaft, weil wieder Laktat-Tests angesetzt worden sind.

PS: Die Stadion-Uhr hat vorübergehend ihren Geist aufgegeben. Damit sie in Zukunft wieder fehlerfrei laufen wird, erhält sie in diesen Tagen ein neues Werk. Auf die nächsten 50 Jahre!

19.11 Uhr

Letzte Meldung vor Grenze (Tagesgrenze):
Basels Innenverteidiger David Abraham geht nun doch zum FC Getafe nach Spanien, kommt nicht zum HSV. Wer hatte etwas anderes erwartet?