Monatsarchiv für Juli 2012

Der HSV hat Schweden überlebt

31. Juli 2012

Es gab heute die Gelbe für mich. Oder war es schon die Gelb-Rote? Das Moderatoren-Team hat schwer mit mir gemosert, denn meinen letzten Beitrag fanden die Moderatoren nicht sonderlich gut gelungen. Ja, die Tagesform, ich sag es ja. Manchmal hat man eben auch mal einen gebrauchten Tag erwischt – das (oder den) kennt ja wohl jeder. Offenbar hatte ich den gestern. Die Moderatoren (und wohl nicht nur sie) unterstellen mir, dass ich wieder mal wie eine „beleidigte Leberwurst“ gewirkt habe. Das mag so gewirkt haben, aber ich kann jedem nur versichern, dass ich es nicht bin. Mehr möchte ich aber auch nicht sagen, sonst könnte ich eventuell noch einmal böse Geister wecken.

Der HSV, um das Thema zu wechseln, ist nun auf dem Rückweg. Offenbar gab es im schwedischen Überlebenscamp keine personellen Verluste, ich habe Fotos gesehen, auf denen sich die Mannschaft vor dem Bus versammelt hat, der die Spieler in Richtung Flughafen bringen wird. Die Reise wird sich gelohnt haben, denke ich. Nach allem was ich gehört und gelesen habe (HSV), sind alle enger zusammengerückt. Mich hat ein Foto besonders gefreut, zeigt es doch die beiden Torhüter Jaroslav Drobny und Rene Adler beim Einsteigen (mit Brot in den Händen) in ein Boot. Trotz der großen Konkurrenz – alle sitzen in einem Boot. Und das ist auch gut so.

Ansonsten möchte ich heute einen „Kummerkasten-Tag“ einlegen. Das heißt: Briefe und Mails an mich, die euch und auch mich bewegen. Vielleicht erkennt sich ja einer in einem Beitrag wieder.

Von “Jan B.” kam heute:

„Dieter, ich hab da mal ne Frage zu deinen Sorgen im Sturm. Welcher HSV Stürmer hat in den letzten 5 Jahren mehr als 15 Bundesligatore geschossen? Ich sag es dir, keiner. Unser Problem liegt nicht bei guten oder schlechten Stürmern. Wir als HSV schießen insgesamt zu wenig Tore. Der HSV hat es in den letzten 10 Jahren und länger nicht fertiggebracht die 60 Tore Marke zu knacken. Selbst mit einem van der Vaart sind wir nur bei 55 Toren angekommen.

Wenn du vom HSV Tore sehen willst, musst du über das Spielsystem nachdenken. Tore schießt die Mannschaft und nicht ein einzelner Spieler. Selbst Gomez war maßgeblich von Ribery und Robben abhängig. Auch bei einem Huntelaar ohne Raul wirds diese Saison schwer. Wir sollten vielleicht dringlichst unser Spielsystem optimieren so das die Tore wieder fallen. Wir müssen uns entscheiden ob wir über die Flanken mit einem 4-3-3 kommen oder spielerisch durch die Mitte mit dem 3-5-2, oder auf Konter mit einem 4-5-1 oder 4-1-4-1. Alle diese Varianten sind derzeit vom Kader her spielbar. Es fehlt dafür nur ein spielstarker Mittelfeldspieler, mehr nicht. Eventuell kannst du noch über einen Abwehrspieler nachdenken, aber Kacar hat ja keiner mehr auf dem Schirm.

Wir sollten nicht dauernd nach neuen Spielern schreien. Jetzt ist unser Trainer in der Pflicht die vorhandenen Spieler zu formen und zu fördern. Dann schießen Rudnevs, Berg, Beister, Son und illicevic auch wieder Tore. Das sie es können haben alle schon gezeigt.

In diesem Sinne schau mehr auf das Training und die Spielerentwicklung, das bringt uns derzeit weiter.“

Letzterer Punkt liegt mir sehr am Herzen, wird mir auch künftig weiter sehr am Herzen liegen. Ich glaube ja auch, dass in diesem Punkt in der gesamten Liga mächtig geschludert wird. Da könnte mehr getan werden, und da sollte auch mehr getan werden – hoffentlich wird es erkannt. Um es noch einmal zu sagen: Das ist kein Thema für die Kombination Fink/Arnesen, sondern für alle. So wie es Fink/Arnesen bislang gemacht haben, so haben es auch alle ihre Vorgänger gemacht. Aber, wie geschrieben, es könnte eben noch mehr gemacht werden. Gerade in dem Punkt Spielerentwicklung. Ich würde sogar Spielerweiterentwicklung schreiben.

Ein Punkt liegt mir zudem noch am Herzen: Kacar hat keiner mehr auf dem Schirm. Stimmt wohl, denn ich höre nichts mehr davon, dass er diese oder jene Lücke schließen könnte. Okay, noch ist er verletzt, das dauert ganz sicher auch noch einige Wochen – aber dann könnte er ja durchaus noch kommen. War er nicht schon mal ein ausgezeichneter Innenverteidiger beim HSV? Ich habe das so empfunden, damals sahen wir (ich) den besten Kacar, den es je in Hamburg gegeben hat. Wenn er daran wieder anknüpfen könnte, dann wäre das für mich wie ein neuer Spieler für den HSV. Man muss (oder müsste) es ihm nur mal wieder zutrauen . . .

Und speziell zum Thema Sturm oder Angreifer: Wann hatte der HSV mal einen echten Reißer, einen echten Brecher wie einst Uwe Seeler? Einer, der dorthin geht, wo es wehtut. Der den direkten Weg zum Tor sucht, wenn nötig, dann auch mit dem Kopf durch die Wand? Einen Stürmer, der wendig und schnell ist, der Tore „riechen“ kann. So war Paolo Guerrero nicht, so war Mladen Petric nicht, so ist Marcus Berg auch nicht. Ivica Olic war halbwegs ein solcher „Verrückter“, der abging wie Schmidt’s Katze, der unorthodox spielte und unberechenbar war für Freund und Feind, der jedem Ball hinterher sprintete ohne Ende – wenn der HSV mal wieder einen solchen Mann einfangen könnte, dann wäre mir wohler. Ich habe, um es mal klar und deutlich zu sagen, die Nase voll von nur „spielenden“ Stürmern, ich wünsche mir einen Mann, der mit starkem Willen Tore machen will, der marschiert, de sich da vorne rein wirft, der sich voll reinhängt.

Wobei ich selbstverständlich weiß, dass es von solchen Spieler-Typen nicht mehr ganz so viele gibt, und dass diese Spieler-Typen natürlich ihren Preis haben. Aber vielleicht könnte der HSV einen solchen Stürmer ja auch mal selbst heranzüchten? Uwe Seeler (irgendwie lande ich immer wieder beim ihm) kam doch auch einst aus der eigenen Jugend hervor – und machte mit 17 schon sein erstes Länderspiel! Ich weiß, ich weiß, ein Jahrundert-Talent, aber warum kann es einen solchen Stürmer nicht noch einmal beim HSV geben?

Und damit sind wir bei der nächsten Mail – und beim nächsten Thema. Zur Nachwuchsarbeit des HSV gab es folgende Mail:

„Sehr geehrter Herr Matz,

Ja, die Nachwuchsarbeit unseres HSV ist seit Jahren eine Katastrophe. Im letzten Jahr hat es keine Jugendmannschaft geschafft, in ihrer Liga ganz oben zu stehen. Warum schaffen es Mannschaften aus einem kleinstädtischen Umfeld oder der Nachwuchs anderer Bundesligavereine? Spielen beim HSV immer nur solche Jungs, die sich mit dem Image des HSV schmücken wollen? Was bringt das alles, was bisher unternommen wurde?

Der direkte Bundesliganachwuchs spielt regelmäßig im Mittelfeld der 4. Liga. Der HSV käme nie auf die Idee, Spieler aus der 4. Liga für seine Bundesliga zu verpflichten. Wieso soll das aus einer eigenen Nachwuchsmannschaft aus der 4. Liga gelingen? Die Wenigen, die mal nach oben kommen, versauern entweder lange auf der Ersatzbank oder werden ausgeliehen. Der Trainer der Bundesligamannschaft kann nur in Ausnahmefällen große Risiken eingehen und Nachwuchskräfte einsetzen, die „noch“ so weit vom erforderlichen Bundesliganiveau entfernt sind. Deshalb wird es auch nichts mit einem erfolgreichen Nachwuchs beim HSV.

Jahr für Jahr hören wir nun, jetzt wird sich das alles ändern. Verdiente Ligaspieler übernehmen das Amt, das Ergebnis: unser HSV kommt keinen Schritt weiter. Nun ist dem HSV eingefallen, neues Beton anzumischen und ein neues Leistungszentrum bauen zu wollen. Es fehlt aber nicht an Gebäuden sondern an Kreativität, Können und Professionalität in der Nachwuchsförderung. Das ist mit Beton nicht zu erreichen.

Was sollte getan werden? Es bedarf eines exzellenten, als Fachmann ausgewiesenen, Toptrainers. Eines sportlichen Leiters, der in seinem Denken kein Verwalter und/oder nur Organisator sein sollte. Es wird ein professionelles Scouting-Team für junge Talente benötigt, das seinen Namen verdient. Es muss damit aufgehört werden, Nachwuchsarbeit nebenbei zu erledigen und nur ehemaligen „verdienten“ Spielern einen neuen Karriereschritt zu ermöglichen. Nur wer den Nachweis erbracht hat, dass er es auch wirklich kann, sollte eine Chance erhalten. Ein toller Bundesligaspieler ist noch lange kein guter Trainer.

Ich halte es für wichtiger, kräftig in den Nachwuchs zu investieren, als die letzten Cents für die Bundesliga zusammen zu kratzen. Dem Sparkommissar Herrn Jarchow muss klar sein, er muss (leider) überall den Rotstift ansetzen, um den Verein vor einer Überschuldung zu retten. Beim Nachwuchs muss er kräftig investieren. Vielleicht gibt es ja mit ein wenig Phantasie auch dafür Investoren.

Mit besten Grüßen, Wolfgang I.“

In vielen Punkten, das gebe ich zu, spricht mir Wolfgang I. aus der Seele. Der eine oder andere Punkt wurde auch schon an anderer Stelle aufgegriffen (auch von mir) – aber genützt hat es leider nur wenig, im Grunde genommen gar nichts. Mit Sportchef Frank Arnesen kam ja 2011 auch eine Crew in Sachen Nachwuchsarbeit, sie ist nun ein Jahr dabei – und wann immer ich meine Ungeduld zum Ausdruck bringe, höre ich nur: „Wir können keine Wunder vollbringen so etwas muss aufgebaut werden, behutsam betreut und gepflegt werden – aber das dauert eben einige Jahre.“

Was ja wohl oder auch ganz sicher stimmen mag – nur haben wir diese Sätze schon seit Jahrzehnten gehört, immer und immer wieder. Da ist wohl Kontinuität gefragt – und die gab es auch in diesem Punkt beim HSV so gut wie nie. Ungeduldig wurden meistens mitten im Galopp die Pferde gewechselt – und alles begann wieder von vorn . . .

Dann gab es auch die folgende inhaltsreiche Mail an mich, mit reichlich Kritik auch an meiner Person – aber ich veröffentliche sie trotz allem, denn alles das, was da geschrieben wurde, geschah oberhalb der Gürtellinie:

„Lieber Matz,

als langjähriger HSVer, Fan und Mitglied mache auch ich mir Sorgen um den HSV. Sicher gibt es diverse Baustellen in dieser Mannschaft und darum, aber die Ursachen dafür liegen vor allem in der Vergangenheit. Deswegen bin ich der Meinung, dass dafür in erster Linie auch die
Vergangenen verantwortlich sind. Als jemand, der nicht aus Hamburg kommt und nicht wie du und manch andere das Glück haben, täglich das Training zu besuchen und dicht am Geschehen zu sein ist mir der Blog eine Möglichkeit, teilzuhaben, danke dafür.

Jedoch muss ich mich doch auch etwas wundern. Zum einen, was da so zu lesen ist. Waren wir uns nicht vor kurzem alle einig, dass es endlich Zeit ist, einen neuen HSV aufzubauen? Ohne
Söldner? Mit Herz für den Verein? Genau daran wird jetzt gearbeitet, mit den Hypotheken der Vergangenheit. Vielleicht ist es auch ganz gut, nicht so wie ihr, so dicht am Geschehen zu sein, mit etwas Abstand sieht man die Dinge vielleicht ja etwas anders… Aus der Ferne (Braunschweig, doch dazu später mehr) betrachtet stellt sich unser HSV als Lachnummer
da. Besser gesagt: Er wird als Lachnummer dargestellt. Und daran seid ihr vom Abendblatt/Mopo leider beteiligt.

Das Interview mit Rajkovic zum Beispiel. Worin liegt der Nutzen dieses Interviews? Einem Spieler, der – aus welchen Gründen auch immer – suspendiert wurde, eine derart große Bühne für die persönliche Abrechnung/Frustbewältigung zu geben, das verstehe ich unter geschäftlichen Gesichtspunkten, aber kann es nicht nachvollziehen, dass Ihr als HSVer dies tut, das schadet dem Verein. Das bringt Unruhe, das bringt Missstimmung, das ist nicht das, was der HSV braucht. Hat es denn dem Abendblatt eine höhere Auflage verschafft? Ich hoffe wenigstens das. Da pöbelt ein durchschnittlicher Profi gegen den Trainer in einer Weise, die Du in deiner aktiven Laufbahn sicher auch nicht hättest hören wollen. Das ewige Argument der journalistischen Notwendigkeit zieht meiner Meinung nach nur sehr bedingt, denn man hätte
damit auch anders umgehen können.

Zum anderen muss ich mich wundern, wie scharf du heute Herrn H. aus Essen abserviert hast. Was steht denn in dem Text, dass du dich gleich so angemacht fühlst? Oder wurden die Teile, die dich so erbost haben, nicht veröffentlicht? In manchen Teilen denke ich denau so wie Herr H. Wie scharf du Rudnevs runtermachst nach gerade einmal 10 Spielen, das verstehe ich nicht. Übrigens auch andere, mit denen ich mich darüber unterhalten habe auch nicht. Sicher, er vergeigt zur Zeit etliche dicke Dinger, aber über ihn so hart zu urteilen, das geht gar nicht. In diesem Punkt hat Herr H. aus Essen recht. Vielleicht sieht man aus der Ferne die Dinge ja doch etwas gelassener.

Und direkt im Anschluss trauerst du darüber, dass in HH keine Stars mehr geboren werden, das ist meiner Meinung nach leicht widersprüchlich. Das Rudnevs Tore Schießen kann, das
hat er bereits gezeigt. Marcus Berg im übrigen auch. s. Herr H. aus Essen.

Kommen wir zum Ende:
Wenn wir uns jetzt nicht die Zeit nehmen, einen neuen HSV aufzubauen, dann wird das nie etwas. Die Mannschaft braucht Zeit, das Umfeld braucht Ruhe. Wir brauchen Ruhe! Und die kriegen wir nicht hin, wenn ständig aus der Hamburger Medienlandschaft Unruhe geschrieben wird, zu hohe Erwartungen geschührt werden. Der Umbruch ist da, gebt den jungen doch einmal die Chance, es gut zu machen. Wir haben kein Geld für Spieler wie vdV und außerdem wollten wir Spieler, die wie unsere Fans alles geben für den HSV. Habt ein wenig Vertrauen in die sportliche Leitung. Wenn du wen kennst, der es besser kann, schön. Aber zur Zeit brauchen wir keine Personaldiskussion. Die hatten wir in den vergangenen Jahren genug, jetzt wieder den Trainer, Sportdirektor oder wen auch immer in Frage zu stellen, das bringt nichts. Haben sich eigentlich mal die, die in den vergangenen Jahren ich-weiß-nicht-wie-viele-Trainer “kritisch hinterfragt” haben mal selber hinterfragt, was das immer gebracht hat?

Genau: Das hat den Verein dahin gebracht, wo er jetzt steht. Fink und Arnesen sollten jetzt mal in Ruhe das Ding zu ende bringen dürfen, dann steht der HSV in ein/zwei Jahren wieder da, wo er hingehört: auf Rang 3-5. Alles andere würde den HSV nie zur Ruhe kommen lassen, so wie den Traditionsverein aus meiner Stadt – den BTSV Eintrach Braunschweig.

In diesem Sinne, sportvereinliche Grüße, Giso K.“

Dazu drei kurze Anmerkungen. Aus der Ferne sieht man vielleicht etwas gelassener, das mag so sein, aber man sieht nicht besser. Garantiert nicht. Mehr möchte ich zu diesem Punkt nicht (mehr) sagen. Dass Rudnevs Tore schießen kann, auch Marcus Berg, das haben sie schon gezeigt. Nur wo? In der Bundesliga? Rudnevs konnte es logischerweise noch nicht, Berg hätte es reichlich machen können – traf aber meiner Meinung nach zu selten. Dazu gebe ich dann auch zu, dass es mir Sorge bereitet, wenn ich daran denke, dass Berg nun die große Tor-Hoffnung des HSV werden sollte oder werden könnte. Aber vielleicht platzt der Knoten bei dem Schweden ja nun, wo er sich durch das schwedische Überlebenscamp gekämpft hat.
Und zur speziellen Thematik mit „Herrn H. aus Essen“ sei gesagt, dass ich ihn gestern nicht „runtermachen“ wollte, ihn meiner Meinung nach auch nicht „runtergemacht“ habe. Herr H. aus Essen hat mir heute noch einmal geschrieben, er hat nichts von einem „Runtermachen“ meinerseits gegen ihn geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Matz!

Danke für Ihre Reflexion auf mein gestriges Anschreiben. Ich verstehe Ihre Gedanken und “die Gedanken sind frei!”
Ich verstehe Ihre Tätigkeit möglicherweise anders, als Sie sie darstellen. Sie sehen sich als Spiegel der Meinungsvielfalt um den HSV?
Gut. Aber als Fan können Sie doch was tun für unseren Verein! Da sich Fussball im Wesentlichen im Kopf abspielt ist es doch wichtig, dass man beispielsweise folgendes Szenario vermeidet: Ein Spieler wechselt in ein fremdes Land,in einen Job, dessen Anforderungen er genau kennt, nicht aber seine diesbezügliche Potenz. Bei seinen ersten Aktionen im neuen Team gelingt noch nicht viel. Er wird logischerweise mehr als Andere beäugt. Druck baut sich auf, dieser Druck ist kontraproduktiv…

Ich habe genauso wenig von Rudnevs gesehen, wie Sie es auch unterstellen. Aber er bringt eine nicht unerhebliche Empfehlung mit. Diese basiert auf einer Qualität. Und selbst wenn die Bundesliga “härter” ist, beweist ja der BVB, dass polnische Qualität belastbar ist. Also gebe ich dem Spieler Vertrauensvorschuss. Nur das braucht er! Alles andere hat er.

Ich weiss, dass sie nicht der Psychologe des Vereins sind, aber Sie sitzen an einer Stelle, die die Dinge in die eine oder andere Richtung in Bewegung setzen kann. Das beschissene Abschneiden des HSV in der letzten Saison hat im Kopf begonnen:

“Mein Gott,so ein schweres Anfangsprogramm,!” ” Wenn wir nach 5 Spielen 6 Punkte haben sind wir gut!” -Drobnys Formsuche verunsichert die Hintermannschaft, die Hintermannschaft verunsichert Drobny, viele Gegentore in den letzten Minuten: “Wir können keine Führung über die Zeit bringen!” (Hertha, Köln). Das erlebt man z. B in Freiburg auch, aber da haut keiner drauf….da heisst es: “Wenn ihr absteigt, reissen wir euch nicht den Kopf ab!” Das hilft! Das macht sicherer! Manche Kritik ist einfach fruchtlos. Das meine ich nicht speziell in Bezug auf Ihre HSV-Ecke, eher allgemein.

Heute wieder die von Uwe : “Es ist schon sehr spät, es wird immer schwerer, gute Spieler zu verpflichten!” Das ist, mit Verlaub, Käse! Der Transfermarkt schliesst am 31.8. und erfahrungsgemäss kommt gegen Ende noch Bewegung in den Markt!?! – Die Befürchtungen von Uwe Seeler aber stehen im Raum, setzen unter Druck und schaffen wieder nur Unruhe im Umfeld etc.pp.

Dass Sie sich mit meinen Gedanken auseinander gesetzt haben, ehrt mich und ich will mich bemühen, meine Intentionen nicht zum Allgemeingut machen zu wollen und Ihre Zeit nicht über Gebühr zu stehlen!

Hoffentlich geht’s bald wieder los…die Karten für Karlsruhe liegen schon bereit! Schreiben Sie doch mal über den Pokal und seine Gesetze…Aua!?!

Herzliche Grüße! Ralf H.“

So, das war „Herr H. aus Essen“ mit seiner Antwort. Vielen Dank dafür. Ich möchte dazu auch nicht mehr viel sagen, nur: Herr H. schreibt: „Aber als Fan können Sie doch was tun für unseren Verein!“ Und dann auch: „Ich weiss, dass sie nicht der Psychologe des Vereins sind, aber Sie sitzen an einer Stelle, die die Dinge in die eine oder andere Richtung in Bewegung setzen kann.“
Genau das ist der Punkt. Das ist falsch! Erstens schreibe ich für das Hamburger Abendblatt seit nunmehr 27 Jahren nicht als HSV-Fan, sondern als Redakteur dieser Zeitung. Wäre dem nicht so, müsste ich für die HSV-Vereinszeitung schreiben, aber die zahlt weniger gut . . . Wenn ich bislang als HSV-Fan für das Hamburger Abendblatt geschrieben hätte, dann hätte ich eventuell ein Jahr, vielleicht auch zwei Jahre überlebt – aber keine 27. Job ist Job. Wer will denn Berichte wie diese jeden Tag lesen: „Beim HSV ist wirklich alles bestens in Ordnung, die Spieler mögen sich, alle wollen sie den Ausrutscher der vergangenen Saison, als der Verein nur knapp an der Europa League vorbeischrammte, so schnell wie möglich vergessen machen. Sie brennen auf die neue Saison, sie wollen Titel, Titel, Titel, dafür geben sie alles, und die Stimmung im Team ist super. Die Mannschaft trainiert, wie immer, wie aus einem Guss, so vorbildlich, so engagiert, so konzentriert, so diszipliniert – HSV-Fans, macht euch keine Sorgen, der HSV ist wieder da! Und der Volkspark ist dazu wunderbar grün, die Schäfchenwolken am blauen Himmel sorgen für ein total stimmungsvolles Gesamtbild. Und: Lieber Herr Fink, führen Sie Ihre Mannen nun zu neuen großen Taten – auf ihr Männer, packt es an! Ihr könnt es, ihr habt das Potenzial, ihr habt so eine wunderbare Substanz in euch – ihr könnt ganz Großes vollbringen.“

Das klingt schon toll, oder? Aber so ganz verstehe ich trotz allem auch die Kritik am Rajkovic-Interview nicht, noch immer nicht. Ich habe es ja nicht geführt, aber ich habe mich mit „uns Matz-ab-Scholle“ mächtig gefreut, denn er bekam für diese Glanzstück viel, viel Lob von allen Seiten, und zwar wirklich von allen Seiten – auch von der härtesten Konkurrenz. Ob dieses Interview eine Auflagensteigerung gebracht hat, das kann ich nicht sagen – ich kann es nur vermuten. Und wenn es so war, dann gratuliere ich dem Blatt – und auch „Scholle“ noch einmal. So, genau so geht Zeitung.

Was wäre das denn wohl für eine Art Journalismus, wenn in den Zeitungen immer nur das geschrieben stünde, was gut für den Verein ist? Kein Journalismus wäre das! Das wäre dann doch nur die HSV-Vereinszeitung – in der Tat. Und über dem Titel „Hamburger Abendblatt“ müsste dann stehen: „Das offizielle Vereinsorgan des Hamburger Sport-Vereins“.
Mal ganz kurz weg vom HSV: Die Akte Blatter, von einem Schweizer Journalisten beharrlich verfolgt, jahrelang nachgeforscht und dann nach hartem Kampf mit der Justiz veröffentlicht. In der ganzen Welt! Darf der Mann das? Dieser Schweizer Journalist? Sollte er nicht besser geschwiegen haben? Ganz egal, was da bei der Fifa gemauschelt wurde?
Oder jetzt Uwe Seelers Aussagen. Verschweigen? Alle Hamburger Zeitungen haben es heute berichtet, dass sich der Ehrenspielführer Sorgen um „seinen“ HSV macht. Ich finde, dass es Uwe Seeler sehr sympathisch macht, wenn er sich sorgt. Er macht sich doch aber nur Sorgen, er will weder Frank Arnesen abschießen, noch will er Trainer Thorsten Fink umkippen. Seeler wäre doch der Allerletzte, der seinem Klub etwas Schlechtes wünscht oder antut. Er möchte doch nur, dass im HSV engagiert, mit Weitblick und profihaft – von allen – gearbeitet wird, damit es dem HSV eines fernen Tages wieder einmal besser geht. Mehr will er nicht.
Einige aber sehen das so, dass er (Uwe Seeler) damit Unruhe schürt, andere jedoch finden es sicher gut – weil sie sich in den Sätzen von Seeler total wiederfinden.
Denn auch sie sorgen sich so wie „uns Uwe“ um den HSV.

Ich nebenbei auch, aber ich habe dem Medien-Direktor Jörn Wolf versprochen, dass ich bis zum letzten Tag die Ruhe bewahre werde und nicht in Panik verfalle. Es soll sich ja noch einiges tun beim HSV. Personeller Art. Und deshalb warte ich mal ab, was und wer da noch kommt. Erst wenn sich dann bis zum 31. August nichts mehr getan hat, dann werde ich alle im HSV daran erinnern, was da im Juni/Juli 2012 versprochen worden war – aber bis dahin harre ich aus und hoffe, dass die richtigen Entscheidungen noch getroffen werden. Und wenn Frank Arnesen schon festgestellt hat, dass er und Thorsten Fink „bislang fantastisch gearbeitet“ haben, denn wird da sicher auch noch weitere fantastische Arbeit folgen. Davon bin ich total überzeugt.

So, um noch ein bisschen olympische Stimmung aus London bei „Matz ab“ zu verbreiten, gibt es hier diese SID-Meldung:

Britische Zeitung verspottet Torfrau: „Wie ein Huhn“

Ausgerechnet eine englische Zeitung macht sich am Rande der Olympischen Spiele über Torfrau Annette Ngo Ndom aus Kamerun lustig. Die Fußballerin, schreibt das Gratisblatt Metro, habe eine „Aversion gegen Bälle“ und flattere herum „wie ein Huhn in der Disco“.

Ngo Ndom musste zum Auftakt des Olympia-Turniers gegen Brasilien (0:5) fünf Mal hinter sich greifen, gegen Großbritannien setzte es im zweiten Spiel ein 0:3. Zum Abschluss der Vorrunde trafen die „Unzähmbaren Löwinnen“ am Dienstagabend auf Neuseeland.

Hätte Kameruns Coach „Miss N N“ jeweils nach zehn Minuten durch einen „Stock mit Handschuhen“ ersetzt, schrieb Metro weiter, „wären die Niederlagen wohl glimpflicher ausgefallen“. Vor dem Spiel gegen Neuseeland prophezeite das Blatt Besserung. „Wenn die Kiwis keine Freistöße in Strafraumnähe oder Ecken bekommen und keine einzige Flanke schlagen, sollte sie in Ordnung sein.“

Ganz zum Schluss möchte ich eine Bitte meines Kollegen Volker Sarbach (ist auch bei „Matz ab live“ dabei – oft an der Kamera) erfüllen:

„Lieber Dieter, lieber Scholle!

Als HA-Tipp-Spiel-Beauftragter bitte ich euch, auf unser Bundesliga-Tippspiel im Blog hinweisen. Wir haben derzeit über 1500 Mitspieler. Zum Saisonende gibt es 300, 200 und 100 Euro zu gewinnen. Vielleicht ist es für Matz-ab-Blogger interessant, dass man sich auch zu Teams zusammenschließen kann (derzeitig haben wir 75 Teams). Hier der Link mit weiteren Infos:http://www.abendblatt.de/sport/article975645/Jetzt-anmelden-beim-grossen-Bundesliga-Tippspiel.html. Danke!“

PS: Am Mittwoch ist trainingsfrei im Volkspark.

PSPS: Die Mails an mich, die hier veröffentlicht wurden und werden, sind von mir – wie immer – nicht korrigiert noch sonst in irgendeiner Form bearbeitet worden.

18.04 Uhr

Messi ist wieder fit – Uwe Seeler sorgt sich

30. Juli 2012

Messi hat es wieder getan. Er hat gespielt. Tatsächlich. Das Hämatom ist überstanden, das Hämatom ist kein Thema mehr, das Hämatom war offenbar nur für Hamburg und den HSV ein kurzes Thema. Hier der Beweis einer „Wunderheilung“:

„Weltfußballer Lionel Messi hat sich nach einer verletzungsbedingten Pause eindrucksvoll zurückgemeldet. Der 25-Jährige steuerte ein Dreierpack (34./37./45.) zum 8:0-Kantersieg des FC Barcelona gegen den marokkanischen Klub Raja Casablanca bei. Wegen einer Wadenprellung hatte Barca-Coach Tito Vilanova am Dienstag gegen den Hamburger SV (2:1) auf Messi verzichtet.“

Was hat Casablanca, was Hamburg nicht hat? Auf jeden Fall viel Pech für den HSV und für die HSV-Fans. Kurios, dass nur Tage nach der HSV-Pleite auch Hertha BSC von Italienern vorgeführt wurde – denn Juventus Turin schickte zur Hertha-Feier ebenfalls nur sein B-Team in die deutsche Hauptstadt. Ich bin gespannt, wie lange sich die Vereine, die so an der Nase herumgeführt werden, sich das noch gefallen lassen.

Ja, ich gebe zu, der Stachel „FC Barcelona II“ sitzt bei mir immer noch tief. Weil ich auch einige Enttäuschte in meinem Bekannten- und Freundes-Kreis habe, die ebenfalls immer noch sauer sind. Und davon muss es ja in der Stadt ja noch so viele Fans geben, die nach wie vor enttäuscht sind. Ich sprach in diesen Tagen mit Dieter Roth, zweiter Vorsitzender des TSV Wandsetal. Von der Liga hatten sich gleich einige Spieler eine Karte für HSV gegen Barcelona gekauft – weil sie einmal in ihrem Leben Messi live sehen wollten. Einmal. Und dafür verzichteten sie dann auch alle auf ein Testspiel des TSV gegen Börnsen. Die Quittung kam prompt, beim Oddset-Pokalspiel griff TSV-Trainer Mike Breitmeier auf andere Spieler zurück, die „Messis“ blieben außen vor. So kann es dann auch mal gehen . . . Immerhin können alle behaupten: „Ich habe das Spiel gesehen, in dem Messi fast mitgespielt hätte.“

So, anderes Thema, der HSV ist im schwedischen Urwald, kämpft ums Überleben. Bis morgen geht das noch sah, am Abend kehrt die Truppe (hoffentlich vollzählig) zurück. Und weil die Mannschaft unerreichbar ist, habe ich heute mal in meiner Post „gewühlt“. Ich möchte euch heute eines jener Schreiben zugänglich machen, die mich jeden Tag privat erreichen:

„Sehr geehrter Herr Matz!

Mein Name ist Ralf H., ich lebe in Essen und bin HSV-Mitglied!

Schreiben ist ihr Beruf, deshalb müssen sie jeden Tag etwas schreiben. In der nun langsam ablaufenden Sommerpause fällt mir auf, dass sie sich für eine Verpflichtung von R.v der Vaart erwärmen könnten.-Was soll der HSV mit einem Spieler, der den Verein schon mal stehen gelassen hat und der offensichtlich nicht will, oder nur, wenn sein Gehalt den Mangel seiner Begeisterung für den HSV ausgleichen würde! – ?

Im heutigen Blog ist eine hintergründige Stimmung gegen F. Arnesen zu spüren. Was meinen sie, wie viele bessere Sportdirektoren beim HSV in der Warteschleife stehen? Allein, dass er Guerrero losgeschlagen hat, ist eine Erlösung für den HSV. Ein Spieler, der dem Verein, speziell durch seine Tätlichkeit in der letzte Saison schwer geschadet hat, diesbezüglich veharmlosende Äusserungen von sich gegeben hat, der 4,5 Millionen p.A. verschlungen hat…

Ihre vorauseilende Kritik an Rudnevs? In ihrem Artikel steht mit anderen Worten: Der trifft das Tor nicht! Haben sie sich mal den Werdegang der Herren Blasykowsky, Pisczek und Lewandowsky beim BVB zu Gemüte geführt? Nein? Schade! An einem polnischen Torschützenkönig schon im Vorfeld herumzumäkeln…?

Ich lese ihre Blogs sehr gern, aber im Unproduktiven herumzuorakeln, fänd ich nur gut, wenn ich so ein bisschen Stimmung gegen den Verein machen wollte!

Herzliche Grüße aus Essen! Ralf H.“

Lieber Herr H.,

vielen Dank für Ihre kritischen Zeilen. Ich bin auch HSV-Mitglied. Glauben Sie mir bitte, es gibt bei „Matz ab“ viele, viele User, die das genau andersherum sehen. Sie haben Ihre Meinung, und zwar hundertprozentig („So muss es sein, so ist es – ich weiß das ganz genau!“), andere User haben aber genau die gegenteilige Meinung davon. Und sind auch hundertprozentig davon überzeugt, dass sie richtig liegen – und zwar hundertprozentig. Das ist doch mein täglich Brot.

Wenn ich hier zum Beispiel schreibe:
„Der HSV ist der beste Klub der Welt, er hat in der vergangenen Saison nur ein bisschen Pech gehabt, sonst wäre er noch in die Europa League gekommen . . .“ Dann schreien 500 „Matz-abber“ vor Freude auf und feiern mich, und die anderen 500 wünschen mich zum Teufel und vernichten mich.

Nehmen Sie mal allein „Ihren Fall van der Vaart“. Tausende würden den „Raffa“ gerne wieder beim HSV sehen – als Spieler. Sie nicht – das ist Ihre Meinung. Andere wollen van der Vaart auch nicht, aber natürlich gibt es auch hier wieder Hälfte-Hälfte. Und wenn Sie mir unterstellen, dass ich ihn gerne hier haben wollte, so ist das auch nur eine Unterstellung von Ihnen. Wissen Sie ganz genau, was und wen ich will? Ich bin da nämlich völlig neutral. Käme van der Vaart, dann hätte der HSV auf jeden Fall einen „Zehner“ der es kann – es könnte. Kommt er nicht zurück, dann ist auch gut. Dann holt der HSV eben einen anderen „Zehner“, wo ist das Problem? Ich kann es doch ohnehin nicht beeinflussen. Oder glauben Sie, dass F. Arnesen mich erhören würde, wenn ich van der Vaart zurück haben wollte?

Und wenn Sie hier eine Stimmung gegen F. Arnesen spüren, dann kann ich nichts dafür. Sie spüren etwas, was ich nicht so spüren kann. Dass man als Journalist einige Dinge hinterfragt, ist doch logisch. Wo ist der HSV im Sommer 2012 noch gelandet? Wenn ich nicht irre, auf Rang 15. Die schlechteste Platzierung der HSV-Bundesliga-Geschichte. Wenn man da nicht gewisse Dinge durchleuchtet, wann denn dann? So darf es doch wohl nicht weitergehen.

Und zu Rudnevs habe ich zuletzt alles geschrieben. Wenn Sie lesen, dass dort mit anderen Worten „trifft das Tor nicht“, dann ist es wohl so. Wenn ich seine Chancen gegen Norderstedt aufzähle, kann ich die ja nicht nachträglich in Tore ummünzen. Schießt er daneben, dann ist der Ball im Aus. Dann war es offenbar kein Tor. Darf ich das nicht mal aufzählen? Zumal dann, wenn mir vorgehalten wird, ich würde ihn schon jetzt, ohne Bundesliga-Spiel, vernichten. Vorbei ist vorbei, so ist es nun einmal. Oder soll ich es das nächste Mal weglassen? Warten Sie es nun mal ab, wie sich Rudnevs entwickelt – und ich warte auch ab. Dann werden wir bei passender Gelegenheit ein Resümee ziehen. Okay?

Die Frage allerdings, was Sie bislang schon an fußballerischen Dingen von Rudnevs gesehen haben, was Sie kennen oder wissen – die hätte ich schon gerne mal gestellt. Aber gut, manchmal klappt das ja auch vom Sofa aus, auch das gibt es ja zigfach . . .

Und noch zu einem anderen interessanten Thema. Sie, Herr H., schreiben oben:

„Was meinen sie, wie viele bessere Sportdirektoren beim HSV in der Warteschleife stehen?“

Meine Antwort: Tausende. Die wollen alle diesen Job . . .

Und ganz ehrlich: Fragen Sie doch auch einmal, wie viele Vorstands-Vorsitzende den Job von Carl-Edgar Jarchow haben wollen?
Tausende! Wollten den mal haben . . . Jetzt aber, wo der HSV nicht mehr im Geld zu schwimmen scheint, nicht mehr ganz so viele.
Und? Was können Sie hier nicht jeden Tag an Meinungen der User lesen? Allgemeiner Tenor: „Raus mit Jarchow!“ Was für ein Blödsinn! Das ist meine Meinung zu diesem Thema.
Andere wissen es aber viel besser als ich. In der Anonymität des Internets weiß ohnehin jeder mehr und viel – und alle können es selbstverständlich noch viel besser. So ist das nun mal.

Sie können aber ganz sicher sein: Sollte F. Arnesen eines Tages den HSV verlassen (verlassen müssen, sollen, freiwillig gehen), so wird der HSV nicht untergehen, denn dieser Aufsichtsrat wird dann mit Sicherheit eines fernen Tages noch einen neuen Sportchef finden. Mir zum Beispiel würden da schon sofort einige Namen einfallen, will aber gar nicht, dass darüber spekuliert wird – denn F. Arnesen bleibt ja. Ende und aus die Maus.

Anderes Thema:
Von „we are family” kam ein interessanter Beitrag, auf den ich kurz einmal eingehen möchte:

„Schon gestern stand auf der Homepage von UD Las Palmas “….. a costa cero”. Auch auf transfermarkt.de steht “ablösefrei”. Wenn das stimmt, spart der HSV lediglich das Gehalt eines 21-jährigen, der seinen Profivertrag im
Sommer 2008 bekam. Da wird er wohl eher im unteren Viertel der gezahlten Spielergehälter liegen.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Chrisantus hatte noch Vertrag bis 2013. Man hätte ihn doch das erste Mal beim HSV eine komplette Vorbereitung machen lassen können. Die U23 soll möglichst aufsteigen und hat mit Bertul
Kocabas den Topscorer an einen türkischen Erstligisten abgegeben. Kelbel ist zur Zeit noch verletzt.

Warum lässt man ihn nicht wenigstens die Hinrunde in der U23 spielen und teilweise bei den Profis mitrainieren, um sich wirklich mal ein Bild vom ehemaligen “Jahrhunderttalent” zu machen?

Ablösefrei hätte man ihn auch im Winter oder im nächsten Sommer abgeben können. Beim KSC und beim FSV Frankfurt hat er immerhin jeweils 8 Tore in der Saison erzielt, obwohl er in 2 Saisons nur auf 25 Spiele über die volle Distanz kam und beide Teams gegen den Abstieg spielten – bei beiden Teams damit sicherlich auch die notwendige Qualität der Mitspieler fehlte. Der Kerl wird im August gerade mal 22 Jahre alt! Da wechselte ein Huntelaar gerade aus der 2. holländischen Liga in die Ehredivisie.

Wann bekommt beim HSV ein junger Spieler wirklich mal das Vertrauen und wird beim HSV weiterentwickelt und nicht in Mainz, Leverkusen, Rennes oder auf den Kanaren?“

Gute Frage. Auf dieses HSV-Talent (oder sogar Talente!) warte ich auch seit Jahrzehnten. Da läuft schon lange, lange ganz sicher sehr viel falsch. Beim FC Bayern spielen in einem Champions-League-Halbfinale (!) neun Spieler mit, die aus der eigenen FCB-Jugend kommen, und beim HSV kann man die Leute, die es gelegentlich mal bis zum Profi-Training bringen, an einer Hand abzählen. Ich bewundere die Geduld, die anscheinend keine Grenzen kennt, aller Beteiligten! Eigentlich kann es doch gar nicht angehen, dass da immer auf die falschen Pferde gesetzt wird, aber offenbar ist es doch so. Oder? Diejenigen Talente, die es beim HSV nicht geschafft haben, kommen doch auch bei anderen Vereinen nicht so zum Zuge, wie sie sich das erhofft haben. Die eine oder andere Ausnahme soll es geben, aber zum Beispiel Änis Ben-Hatira oder Tunay Torun. Haben sie die Rolle in Berlin gespielt, die sie für sich schon beim HSV sahen? Ich wünschte mir schon mal solche Talente wie die der Bayern mit beispielsweise Philipp Lahm, Holger Badstuber, David Alaba und Thomas Müller. Talente solchen Kalibers gibt es beim HSV schon seit Jahr und Tag nicht. Leider, leider.

Allerdings denke ich ja auch, dass sich ein HSV-Coach sehr wohl damit schmücken würde, endlich mal wieder einen jungen Spieler ganz nach oben gebracht zu haben (wie Felix Magath mit Hasan Salihamidzic). Es gab etliche Trainer, die auf dem Wege waren, jemandem zu vertrauen, dann aber den Versuch doch noch abbrechen mussten, weil es eben doch nicht für ganz oben reichte. Zum Beispiel Muhamed Besic, Ben-Hatira, Eric-Maxim Choupo-Moting, Vadis Odjidja-Ofoe (heute belgischer Nationalspieler) , Benny Feilhaber, Andreas Laas. Oder früher auch Mustafa Kucukovic, Stephan Kling und Alex Meier (St. Pauli), heute schon lange Stammspieler bei Eintracht Frankfurt.

Und speziell zu Macauley Chrisantus. Der hat in meinen Augen Chancen genug erhalten. Und wenn er es tatsächlich könnte, dann hätte er es doch mal beim KSC oder beim FSV Frankfurt gezeigt – wie zum Beispiel Maximilian Beister in Düsseldorf. Deswegen ist es gut, dass Chrisantus nun gehen durfte – egal ob mit oder ohne Ablöse. In der jetzigen schwierigen finanziellen Phase des HSV zählt jeder Cent, der eingespart wird – auch der des Chrisantus-Gehalts. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass Chrisantus in diesem Sommer teilweise ganz beachtlich trainiert hat. Er wollte wohl noch einmal, aber er hatte eventuell vergessen, dass er dazu schon zu oft die Gelegenheit gehabt hatte. Irgendwann ist dann eben mal Schicht im Schacht.

Eine andere Frage aber ist in Sachen Stürmern: auf wen will der HSV denn vorne setzen? Das sehe ich im Moment mehr Quantität als Qualität. Und da hätte Chrisantus dann doch eventuell doch mitmischen können. Ich halte es ja immer noch für sehr, sehr gefährlich, dass der HSV nur noch über einen „Zehner“ und einen Innenverteidiger spricht. Mir kommt das Wort Stürmer da überhaupt noch nicht vor. Ob die Verantwortlichen tatsächlich wissen, dass sie da vorne kaum etwas haben? Ich habe meine Zweifel. Aber, und das sage ich gern noch einmal, ich bin ja auch nicht der Trainer und der Sportchef des HSV.

Auch Uwe Seeer ist weder Trainer noch Sportchef des HSV, dennoch hat er viel zu „seinem“ HSV zu sagen. „Uns Matz-ab-Scholle“ war heute am Millerntor, wo „uns Uwe“ einen neuen Werbe-Spot für die PSD-Bank drehte. Zusammen mit den St.-Pauli-Profis Fabian Boll und Florian Kringe. Seeler lobte den Zweitliga-Klub: „Der FC St. Pauli leistet gute Arbeit. Ich hoffe, dass sie ihrer letzten guten Saison eine noch bessere folgen lassen und aufsteigen.“

Um den HSV, um „seinen“ HSV, macht sich Uwe Seeler dagegen schon (und immer wieder) einige Sorgen. Der Ehrenspielführer, bekannt dafür, dass er früher stets den direkten Weg zum Tor suchte, und auch dafür, dass er stets geradlinige Antworten gibt, sagt: „Meine Frau hat letztes Jahr miterlebt, wie mich das Zittern um den HSV verändert hat. Ich hätte richtig abgebaut, sagt sie. Und ganz ehrlich: es wird nicht besser. Ich bin noch nicht zufrieden. Ich hatte gehofft, dass der HSV in der jetzigen Phase schon weiter wäre. Noch muss bei unserem HSV sehr viel passieren.“

Fast alles muss sich ändern – hatte Uwe Seeler unmittelbar nach der verkorksten letzten Saison gesagt. Jetzt spricht er aus, wo er noch Defizite sieht: „Wir brauchen noch mindestens zwei neue Spieler, das ist das Minimum. Im Mittelfeld und in der Abwehr, in der Innenverteidigung. Die brauchen wir, um wenigstens ein wenig Sicherheit zu haben und nicht gegen den Abstieg zu spielen. Hinten müssen wir besser werden. Wir dürfen nicht mehr so viele Tore kassieren. Und ich behaupte sogar, wir bräuchten auch für vorn noch einen richtigen Brecher.“

Ach, lieber Herr Seeler, sie laufen bei mir ja offene Tore ein. Wie sehr wir einen solchen Spieler brauchen, wie sehr! Einen Innenverteidiger hätten wir ja mit Heiko Westermann, aber einen richtigen Brecher? Seeler über den Stürmer-Zugang aus Lettland: „Rudnevs spielt nun in einer neuen, härteren Liga. Das wird hart für ihn und wir sollten ihm Zeit geben.“ Generell befindet Hamburgs größter Fußballer aller Zeiten zur Lage des HSV: „Es reicht nicht, zu hoffen, dass wieder zwei, drei Mannschaften schlechter sind. Das Risiko ist zu groß. Jetzt müssen alle mal in die Socken kommen. Und auch wenn ich weiß, dass es unser Sportchef Frank Arnesen weiß: Je länger die Transferperiode schon andauert, desto schwieriger wird es, die Guten zu bekommen.“ Wobei Uwe Seeler auch noch mit Wehmut an einen Abgang des HSV zurückdenkt: „Ich hätte David Jarolim nicht gehen lassen, denn er war einer, der immer voranging. So einer fehlt uns jetzt noch.“

Als Druck von außen möchte Seeler seine Aussagen nicht verstanden wissen. Im Gegenteil, er sei stets ein Optimist. Dennoch hat er einen Wunsch an die HSV-Verantwortlichen: „Ich wünsche mir nur, dass alle die Situation ausreichend ernst nehmen. Und ich habe das Spiel gegen Barcelona gesehen. Bei allem was man entschuldigen kann, es gab doch noch viele Dinge, die letztes Jahr schon falsch gelaufen sind und die noch immer nicht behoben sind.“

Aber, damit ich auch das noch einmal schreiben kann: Der HSV arbeitet ja jetzt noch ganz intensiv daran, die Lage zu verbessern. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es soll ja noch alles gut werden, und ich glaube auch fest daran, dass alles noch gut wird, dass es noch jene Verstärkungen gibt, die den HSV wieder stärker werden lassen. Noch ist ja Zeit. Keine Panik.

Und das Überlebens-Camp in Schweden wird den HSV ja auch ganz sicher schon etwas stärker werden lassen – von wegen Teamgeist.

18.11 Uhr

Arnesen: “Wir haben fantastisch gearbeitet.”

29. Juli 2012

Schon in der Ära vor Carl-Edgar Jarchow war – kurzfristig – einmal die Idee geboren worden: „Wir verpflichten nur noch Spieler, die unter 30 Jahre alt sind, und wir verpflichten vor allem nur noch charakterstarke Spieler.“ Ja, das war ein großes Vorhaben, aber nach dem Motto „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“ wurden diese Vorhaben schon nach wenigen Wochen über den Haufen geschmissen. Nun aber, und zwar ohne große Worte, scheinen „charakterstarke“ Spieler wieder total „in“ zu sein beim HSV. Schon bei Artjoms Rudnevs schwärmte Sportchef Frank Arnesen: „Er hatte ganz plötzlich viele Angebote anderer Klubs, aber er hatte bei uns schon zugesagt, deswegen war es für ihn keine Frage, den anderen Angeboten zu widerstehen – er ist ein charakterstarker Spieler, er musste über andere Klubs gar nicht erst nachdenken.“ Ähnlich verhielt es sich zuletzt auch mit Milan Badelj. Plötzlich mischte Fenerbahce Istanbul mit, aber weil Badelj ein „charakterstarker“ Spieler ist, wie Arnesen weiß, war das Angebot der Türken keine Konkurrenz für den HSV. „Er hatte uns zugesagt, dabei blieb er – weil auch er charakterstark ist“, sagte Arnesen nicht ohne ein wenig Stolz in der Stimme. Für den (neuen) Teamgeist beim HSV können solche Spieler ganz sicher nur von Vorteil sein. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Rudnevs zum Beispiel könnte ja, wenn er es nicht auf Anhieb in die Mannschaft schafft, eventuell sauer sein – und überreagieren. Könnte. Ist er aber charakterstark, dann ordnet er sich dem Wunsche des Trainers und auch des Erfolgs der Mannschaft unter – und macht gute Miene zum für ihn schlechten Spiel. Es könnte so sein, muss aber auch nicht. Vielfach wurde ja schon kritisiert, dass „Scholle“ und ich den Letten schon viel zu früh zu schlecht sehen. Mag sein, dass da etwas dran ist, aber ich gebe zu bedenken: Lobt man den neuen HSV-Stürmer – und er bringt es später nicht, dann heißt es doch auch (schon oft genug erlebt): „Ja, hinterher kann man so etwas immer leicht sagen, das hätte man aber auch gleich wissen und sehen können . . .“ Wie gesagt, oft genug hier schon gelesen.

Dabei will ich dem guten Artjoms Rudnevs ja gar nichts Böses. Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn der aus Polen gekommene Torjäger hier knipst, knipst, knipst und knipst und die ganze Bundesliga aufmischt. Doch danach sieht es zurzeit eben noch nicht aus. Und da ich schon einige Spieler, auch Stürmer, beim HSV kommen und gehen gesehen habe, habe ich mir auch schon ein Urteil gemacht. Ich glaube eben, dass er es schwer haben wird. Und ich hoffe eben, dass ich später sagen kann, dass ich mich erstens geirrt habe, und dass ich mich mit dem HSV und seinem Sportchef freuen kann, einen solchen „Goldfisch“ an Land gezogen zu haben.

Wobei ich mal eines sagen möchte: Ich mache meinen Job nun über 30 Jahre, da hat man vielleicht schon einen Blick, wohin der Wagen rollt. Allerdings fällt mir jetzt spontan ein, dass ich mich mal ganz gravierend bei Oliver Bierhoff geirrt habe. Als der damals den HSV verließ, habe ich zu mir gesagt: „Den guten Oliver siehst du nie wieder . . .“ Und dann wurde er in Italien Torschützenkönig. So spielt das Leben (eines Journalisten) dann auch. Ich habe mich gewiss auch einige Male noch in HSV-Spielern geirrt, und deswegen will ich ja auch nicht behaupten, dass Rudnevs ein Fehleinkauf wird – wir wollen mal abwarten. Bislang ist er für mich aber noch nicht der Reißer, den der HSV dringend benötigt.

Ich habe Artjoms Rudnevs auch speziell bei seinem letzten Spiel beobachtet. Beim 6:0-Erfolg in Norderstedt kam er in der zweiten Halbzeit. Der Lette schoss ein Tor, als er einen Querpass von Heiko Westermann (?) nur noch aus wenigen Metern ins Tor lenken musste. Danach hatte er noch gute und beste Einschusschancen, traf aber nicht noch einmal:

52. Minute, Rudnevs allein vor dem Norderstedter Torwart, der Schuss des HSV-Stürmers aus sieben Metern fliegt links am Tor vorbei.
55. Minute, das Norderstedter Tor ist (fast) leer, der Keeper hatte gerade einen Schuss des HSV abgewehrt, der Ball kommt zu Rudnevs, Fallrückzieher aus acht Metern – der Ball fliegt über das leere Tor.
61. Minute, Rudnevs erneut allein vor dem Norderstedter Torwart, schießt aber aus 13 Meter mit links am langen Eck vorbei.
72. Minute, Tolgay Arslan schickt Rudnevs halbrechts steil, der Lette läuft im EN-Strafraum zum Ball, kann ihn aber nicht stoppen, die Kugel rutscht ihm unter dem Fuß durch nach rechts Richtung Eckfahne, Chance vertan, das Publikum stöhnt laut auf. Hätte Rudnevs den Ball gestoppt, wäre er erneut ganz allein vor dem Keeper aufgekreuzt.

Das waren nur einige Momentaufnahmen, sie müssen nicht unbedingt gegen Rudnves sprechen. Der Stürmer hat sich ganz gut bewegt, wirkte quirliger als sein „Vorgänger“ Marcus Berg (der bis zum Halbzeitpfiff stürmte), auch schneller, nicht aber unbedingt ballsicherer. Rudnevs sucht aber den direkten Weg zum Tor, während Berg, um mal bei dem vielleicht größten Rudnevs-Konkurrenten zu bleiben, zu oft den Weg zum Tor abbricht und den Ball auch dann noch vertändelt.

So, das waren meine Eindrücke vom Freitag. Überrascht bin ich immer nur, wenn ich lese und höre, dass man den guten Rudnevs noch lange nicht abschreiben darf – weil er ja erst einige Tage beim HSV sei. Das ist ja richtig, nur sagen es auch einige Leute, die Rudnevs noch nie live haben spielen oder trainieren sehen. Quasi Hellseher. Aber gut, auch die werden eines Tages sehen, ob sie mit ihren Einschätzungen richtig lagen. Wir bleiben dran an diesem Thema.

Kurz fällt mir, wo ich gerade bei HSV-Sturm bin, eine Szene aus Norderstedt ein, die einige Fans auf die Palme brachte. Marcus Berg lief allein auf das gegnerische Tor zu, drehte aber ab – Ball weg. Da schlug ein HSV-Fan vor Wut gegen die Tribünenwand und fluchte laut: „Lasst uns die Stürmer tauschen. Berg zu Norderstedt, und wir nehmen den Norderstedter Sa Borges Dju – dann gewinnen wir zweistellig.“ Weil der Oberliga-Stürmer in der ersten Halbzeit (gegen die HSV-Innenverteidigung Bruma/Nörgaard) wirklich ganz groß aufzog, dreimal allein vor Torwart Mickel stand (aber alles vergab).

Einige von euch haben ja auch gemeint, dass Artjoms Rudnevs auch deswegen noch nicht so erfolgreich beim HSV spielt, weil er nicht richtig eingesetzt wird. Der Zehner fehlt – vor allem Rudnevs, so hieß es. Dazu sei gesagt: Der Zehner kommt ja noch (nicht wenige behaupten inzwischen wieder, dass der HSV wieder oder immer noch an Rafael van der Vaart herumgräbt!), aber es gibt auch einen Spieler, der die „Zehn“ irgendwann (schon bald?) drauf haben könnte: Tolgay Arslan. Er hatte viele gute und sehr gute Szenen in Norderstedt, dribbelte sich einige Male schön an vier oder fünf Norderstedtern vorbei, um dann den Ball zu passen. Neben mir stand am Freitag Thomas Doll, der Dribbler vor dem Herrn. Er sagte mir einst, dass er von seinem Teamkollegen Andreas Thom gelernt habe. Der sagte einst zu Doll: „Wenn du einen Gegenspieler umdribbelt hast, dann darfst du nicht denken, dass due es schon geschafft hast. Dann musst du erst recht Gas geben, denn sonst kommt noch das lange Bein – und weg ist der Ball. Das sollte sich Tolgay Arslan mal zu Gemüte führen, denn auch in Norderstedt war es so: Arslan an einem Mann vorbei, dann ließ er es langsamer angehen – langes Bein des Norderstedters und schon war das Dribbling gestört oder unterbrochen.

Insgesamt aber, das möchte ich schon noch einmal herausheben, konnte jeder sehen, was Tolgay Arslan an den Füßen hat. Er kann im Grunde genommen schon unheimlich viel – und nun noch einen Tick schneller werden (im Laufen und Spielen), dann kann es auch noch mal mit der „Zehn“ (beim HSV) etwas werden.

Kleine Pause in meinem Bericht – weil ich froh bin, dass Medien-Direktor Jörn Wolf das jetzt nicht lesen kann (in der Wildnis von Schweden). Er hatte mich in Norderstedt kritisiert: „Du tust manchmal so, als wenn nur du die Fußball-Weisheiten mit Löffeln gefressen hast. Das was du weißt, das wissen ganz sicher auch unsere maßgeblichen Leute, mache dir keine Sorgen.“ Ja, ich weiß, manchmal klingen meine Vorschläge und Beiträge sicherlich ein wenig besserwisserisch oder altklug, aber das liegt mir im Grunde genommen fern. Ich möchte eigentlich nur aufzeigen, wie ich es sehe, wie ich es eventuell machen würde – machen lassen würde. Alles zum Wohle des HSV, nicht zu meinem eigenen. So, musste geschrieben werden, nun geht es weiter im Text.

Über Ivo Ilicevic habe ich bei uns gelesen, dass er in der vergangenen Saison oft verletzt gewesen ist, und dass er deswegen keine so großen Leistungen anbieten konnte. Auch das mag ja stimmen, aber ich gebe zu bedenken, dass der ehemalige Lauterer ja im EM-Aufgebot seines Landes stand. Er muss also auch mal so „fit“ gewesen sein, dass er bis dahin gekommen ist. Dass er dann verletzt passen musste (quasi auf die letzte Minute), das ist dann sicherlich seiner Verletzungsanfälligkeit geschuldet, deswegen bin ich mal gespannt, wie sich der Flügelflitzer so weiter entwickeln wird. Ich bin da weiterhin skeptisch, da bin ich ganz ehrlich.

Apropos entwickeln. Heung Min Son hat – wie es aussieht – beim Trainer zurzeit sehr gute Karten. Wie es heißt, ist der Koreaner auf der rechten Außenbahn zurzeit gesetzt. Vor Maximilian Beister, vor eventuell Ilicevic, vielleicht auch noch Jacopo Sala. Son scheint heute (im Juli/August 2012) reifer und erholter, er scheint es immer besser zu begreifen, dass die Fußball-Bundesliga, das Profi-Geschäft allgemein kein Kindergeburtstag ist. Wenn er diesen Weg weiterhin so zielstrebig beschreitet, dann kann er es vielleicht doch noch einmal bis zum Stammspieler schaffen. Dazu darf er aber nicht nachlassen, dazu muss er weiterhin eine gewisse Ernsthaftigkeit (die er jetzt zu haben scheint) an den Tag legen. Was aber nicht heißen soll, dass er den Spaß am Fußball (und an der Sache) in der Kabine lassen soll, wenn es auf den Rasen geht. Er ist ja auch ein lustiges Kerlchen und muss nur ein gesundes Mittelding finden.

Überrascht war ich in diesen Tagen (vor Schweden) von Robert Tesche. Von ihm heißt es ja, dass er den HSV bei einem passenden Angebot doch noch verlassen will. Legt er sich deswegen so besonders ins Zeug? Oder kämpft er vielmehr um seine (letzte?) Chance? Chancen genug hat er ja von den Trainern Michael Oenning und Thorsten Fink erhalten, keine Frage, genutzt aber hat er keine. Gegen Barcelona II und Eintracht Norderstedt war Tesche aber immer auf Achse, er wollte sich zeigen, er wollte mitspielen – das sah aus, als hätte er nun (endlich) den nötigen Biss. Und das auf ungewohnter Position, denn in Norderstedt (und nicht nur dort) spielte er fast so etwas wie zweite Spitze. Mal abwarten, wohin ihn der Weg noch führt – vielleicht ja sogar in die HSV-Mannschaft . . .

Daraus hat sich Gökhan Töre ja verabschiedet, und in Norderstedt bin ich einige Male darauf angesprochen worden, ob es richtig war, den Deutsch-Türken ziehen zu lassen? Ich glaube das ja! Töre hatte nach einer glänzenden Hinrunde, in der er oft (und völlig zu recht) gefeiert wurde, den Boden unter den Füßen verloren. Er war nie ein Mannschaftsspieler, aber er entwickelte sich in dieser Beziehung leider immer mehr zurück. Und es gab in meinen Augen niemanden in seinem Umfeld, der ihn von diesem Weg hätte abbringen können – und wollen. Schade eigentlich, denn der junge Mann hat es in den Füßen, er könnte mit einem klaren Kopf ein ganz Großer im Fußballgeschäft werden – aber da hatte der HSV ja auch schon einmal einen ähnlichen Fall, auf den er am zweiten Bundesliga-Spieltag treffen wird. Hoffentlich, da habe ich jetzt schon meine Befürchtungen, schießt Eljero Elia „seinen“ HSV in Bremen nicht ab. Hoffentlich.

Thomas Doll hatte Elia einmal in der vergangenen Saison mit Juventus Turin spielen sehen (in einem Freundschaftsspiel) und war beeindruckt von ihm. Und Doll sagt jetzt: „Ich bin überzeugt davon, dass Thomas Schaaf den Elia noch einmal zurück in die Spur bringen wird. Elia kann alles, und er wird wissen, dass Werder seine letzte Chance ist.“
Im letzteren Punkt aber hege ich große Zweifel. Wenn Elia das endlich begriffen haben sollte, dann wäre er ja tatsächlich doch noch erwachsen – und das über Nacht? Das geht doch nicht. Es sei denn, Schaaf hilft tatsächlich etwas nach . . .

So, dann hat Frank Arnesen noch kurz Stellung bezogen – in Sachen Verpflichtungen. Der Däne sagte: „Ich werde nicht nervös, im Gegenteil, ich bin sehr zufrieden. Mit Milan Badelj haben wir Zugang Nummer vier, das ist so gut wie sicher. Er freut sich sehr auf Hamburg, und das zeigt seine gute Einstellung, denn es gab für ihn die Möglichkeit, bei einem anderen Klub (Fenerbahce) sehr viel mehr Geld zu verdienen. Für Dinamo Zagreb geht es in der Champions-League-Qualifikation um Leben und Tod, denn nur in diesem Wettbewerb erzielen sie richtig hohe Einnahmen. Badelj muss gegen Sheriff Tiraspol spielen. Fliegen sie raus, dann ist es kein Problem, dann kommt er schnell zum HSV. Gehen sie weiter, dann müssen wir ein weiteres Mal darüber reden.“

Und dann könnte es noch später gehen, als jetzt gedacht (nach dem ersten Bundesliga-Spieltag). Das wäre bitter. Aber auch nicht zu ändern, denn der HSV muss sich den Gegebenheiten anpassen – den finanziellen. Über den Mittelfeldspieler sagte Frank Arnesen: „Badelj ist ein Sechser mit großen Qualitäten im Offensivspiel, dadurch sind wir einen großen Schritt weiter. Nun schauen wir uns nach einem Mittelfeld-Angreifer und einem Innenverteidiger um. Rajkovic werden wir verkaufen, das steht fest, und es gibt auch viele Vereine, die nach ihm gefragt haben. Aber noch ist nichts konkret.“

Generell befand der HSV-Sportchef noch: „Thorsten Fink und ich verfolgen einen Plan, durch die Verkäufe von Guerrero und Töre haben wir sehr gute Geschäfte gemacht, wir haben sie für viel Geld verkauft und fantastisch gearbeitet.“

Alles wird gut.

17.31 Uhr

Runterfahren und überleben

28. Juli 2012

So, den Sommer haben wir auch hinter uns, viereinhalb Tage Sonne, das reicht ja auch wirklich – wir sind ja nicht verwöhnt. Zumal der HSV in Schweden nicht nur ums Überleben kämpft, sondern auch nicht gerade gutes oder bestes Sommer-Wetter hat. Die Mannschaft ist „dort oben“ gut angekommen, Medien-Direktor Jörn Wolf hat schon eine Menge Fotos an die Redaktionen geschickt – es wirkt alles bestens. In diesem Camp hängt übrigens ein handgeschriebenes Herzlich-willkommen-Plakat, und darauf stehen die Erwartungen, die alle an diesen ungewöhnlichen Trip haben. Also:

Erwartungen:

Ruhe.
Runterkommen.
Überleben.
Spaß.
Essen besorgen.
Was Neues erleben.
Neue Erfahrungen.
Gesund hier rauskommen.
Verantwortung füreinander.
Sich helfen.
Ohne Handy zurechtkommen.
Viele Mücken.
Mit der Mannschaft etwas erleben.
Besser kennen lernen.
Die Spieler das Beste geben.

Vor der Reise nach Schweden gab es am Abend ja noch das Testspiel in Norderstedt. 6:0, das Ergebnis ist bekannt, es hätte in meinen Augen auch ein 8:4 für den HSV heißen und geben können, denn der Fünftliga-Klub hatte mindestens vier glasklare Tormöglichkeiten – aber das ist ja auch relativ unwichtig, denn ein solches Spiel hat ja keinerlei Einfluss auf die nun kommende Saison.

Für mich hat diese Partie dennoch eine ganz wichtige Erkenntnis gebracht. Wer auch immer etwas am Verhältnis zwischen Trainer Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen zu mäkeln hat, er liegt wohl daneben, denn: Beide Herren saßen während des Spiels Schulter an Schulter und unterhielten sich fleißig. Sie sprachen über einige Szene, sie scherzten auch einige Male (mehr), und sie wirkten so, als wenn dort zwei Freunde sitzen, die gemeinsam „ihr Ding“ machen wollen. Genau so hatte es auch Thorsten Fink noch vor dem Anpfiff gesagt: „Was da über uns gesagt und geschrieben wurde, das ist alles Blödsinn.“ So muss es, wie gesagt, tatsächlich sein, denn Fink und Arnesen saßen wie zwei Freunde nebeneinander. Wären sie das nicht, hätten sie sich gewiss nicht so auf die Bank gesetzt und sich so der Öffentlichkeit präsentiert.

Vor dem Spiel unterhielt ich mich lange mit Medien-Direktor Jörn Wolf – auch und natürlich über den „Matz-ab-Blog“. Und auch darüber, dass hier zuletzt so manche harte Kritik an den Klub und die Verantwortlichen gekommen ist. „Falls ich damit gemeint sein sollte, so muss ich für mich feststellen, dass ich mir zum jetzigen Zeitpunkt große Sorgen um den HSV mache. Ich habe Angst um den HSV, Angst davor, dass es wieder eine Saison gibt, die im Abstiegskeller gespielt wird . . .“ Das sagte ich Wolf – und er antwortete: „Angst ist ein schlechter Berater.“ Stimmt wohl. Aber im Moment ist es eben noch so, denn für mich sind mit Petric, Jarolim und Guerrero drei erfahrene Leute gegangen, und bislang sehen ich eine ganz, ganz junge HSV-Mannschaft, die noch viele, viele Schwächen abzulegen hat. Und die Saison rückt näher. Was ein Fehlstart für Folgen haben kann, haben wir alle 2011 eindrucksvoll und negativ genug erfahren müssen.

Wolf aber rückte meine Sorgen auch noch einmal in aller Form und ganz nüchtern zurecht: „Was haben wir immer wieder gesagt, als die Saison beendet war? Wir müssen erst Spieler verkaufen, bevor wir einkaufen können.“ Richtig. Das haben sie alle immer wieder gesagt, Frank Arnesen hat es jeden Tag sogar mehrfach sagen müssen. Und trotz allem habe ich (und wohl auch noch einige andere Leute) es vergessen, daran zu denken. Bevor Guerrero und Töre nicht verkauft waren, das ist eben die nackte HSV-Tatsache, war einfach kein Geld da, um zu planen, um neue Spieler ins Visier nehmen zu können. Das ist – nach wie vor – die Wahrheit.

Thorsten Fink jedenfalls, das hat er in Norderstedt auch noch einmal betont, ist zum jetzigen Zeitpunkt ganz gelassen, denn er weiß, dass jetzt, wo Guerrero und Töre weg sind, Geld da ist, um noch etwas zu tun. Und es wird, so wurde es mir am Freitag von allen Seiten versichert, es wird etwas getan. So wie jetzt auch die Sache mit Milan Badelj in trockenen Tüchern ist. Es geht voran, auch wenn es nicht alles sofort und nicht von heute auf morgen geht.

„Du musst dir keine Sorgen machen, und Angst haben musst du erst recht nicht haben“, hat mir Jörn Wolf mit auf den Weg gegeben – und ich versuche es, jetzt damit umzugehen. Und ich versuche mich bis zum Auftakt-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg zu disziplinieren, die Angst zu unterdrücken. Gut Ding will Weile haben, auch in dieser Saison. Und dann werden wir mal abwarten, wie es diesmal läuft. Vielleicht werden ja auch jetzt, gerade in diesen Tagen und Stunden, die Weichen für eine erfolgreichere Saison gestellt – in Schweden, im Überlebenscamp, abseits von jeglicher Zivilisation. Schön wäre es auf jeden Fall.

So, dann komme ich zur Abteilung „Kummerkasten“. Mails, Mails, Mails – ob privat oder bei Matz ab. Es gibt Bewegungen, der HSV steht im Mittelpunkt.

Lieber Herr Scholz,
lieber Herr Matz,

vielen Dank für die damalige Reaktion / Antwort auf meine Mail.

Nun brennt mir aber doch eine Frage auf den Lippen bzw. kann die aktuelle Berichterstattung nicht nachvollziehen! Im Abendblatt, sowie in der Matz Ab Berichterstattung wird immer wieder Frank Arnesen angeprangert, dass Arnesen endlich liefern muss und geeignete Neuzugänge präsentieren muss. Ist sicherlich richtig, dass die Mannschaft in der aktuellen Kaderbesetzung kaum Konkurrenz darstellen wird und Neuzugänge präsentiert werden müssen!

Bloss wieso nimmt man Hr. Jarchow hier nicht mit in die Kritik? Unser VV erschwert doch die Arbeit erheblich… z.B. die aktuelle Personalie Badelj. Da posaunt Jarchow via Presse, dass dieser in Kürze präsentiert wird. Arnesen wiederum, dass noch Gespräche anstehen, nichts fix sei und ggfs der AR noch über das Finanzpaket Badelj abstimmen muss. Hr. Jarchow gefährdet diesen Transfer doch erheblich mit seinen Äusserungen. Wieso wird diese Thematik nicht aufgegriffen bzw angeprangert?

Folgender Absatz aus dem Abendblatt:
…Milan Badelj ist trotz anderslautender Ankündigungen von HSV-Vorstandschef Carl Jarchow längst nicht mehr sicher. Fenerbahce Istanbul soll dem 23-Jährigen ein finanziell reizvolleres Angebot unterbreitet haben. Und so droht nach Granit Xhaka und Rafael van der Vaart auch bei dem Kapitän von Dinamo Zagreb, dessen Verpflichtung Jarchow bereits vermeldet hatte, eine weitere Absage, die Arnesen angelastet würde.

Wieso wird diese Absage Arnesen angelastet? Arnesen hat diesen Transfer nie als fix vermeldet! Die Personalie wurde doch durch den Vorstoß von Hr. Jarchow gefährdet.

Zudem lese ich dann im gestrigen Matz Ab Blog folgende Passage:
Adler spricht von Erfahrung, von Haudegen. Und nach dem Vorfall um Slobodan Rajkovic (Faustkampf mit Heung Min Son sowie das Abendblatt-Interview) spricht Trainer Fink von einer neuen Situation, die noch einen neuen Innenverteidiger erfordert. Wir erinnern uns vielleicht noch alle: Vor diesem Rajkovic-Son-Boxkampf wollte der HSV noch einen Zehner und einen Achter, von einem Innenverteidiger war nie die Rede. Aber nun.

Nun Frage ich mich, ob die Berichterstattung um Abraham schon vergessen wurde. Diese Personalie wurde doch auch vom Abendblatt und dem Matz Ab Blog aufgenommen und drüber berichtet. Wie kann man nun zu der BErichterstattung kommen, dass von einem IV nie die Rede war? Mir vollkommen schleierhaft.

Über eine Antwort / Rückmeldung zu den beiden angesprochenen Punkten würde ich mich sehr freuen!

Sonnige Grüße

Ja, ich habe Angst, andere haben Sorgen. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Leute so alles wissen. Und wen sie als Schuldigen ausgemacht haben. Das sind wahre Insider-Kenntnisse, die so nicht einmal ein Vorstandsmitglied hat. User, die solche Einblicke haben (oder ihre Meinung derart verkaufen), sind zu bewundern. Dass Carl-Edgar Jarchow der Schuldige ist – natürlich. Und wer noch alles . . .

Nein, nein, das ist (mir) alles viel zu einfach. Und ich veröffentliche eine solche Mail auch nur deshalb, damit andere User, die ebenfalls sehr viel oder auch schon alles wissen, eventuell mal in sich gehen. Und damit auch andere „Matz-abber“ mal sehen, wie man woanders über die derzeitige Lage des Klubs denken (und schreiben) kann.

Dazu gibt es noch einige andere Mails, nur auf eine möchte ich hier noch kurz eingehen. Ein Ausschnitt aus der Mail, die mich privat erreichte. Es geht dabei um die Kritik an Arnesen und Fink:

„Hallo Dieter, ich muß leider zugeben, hier wird leider auf die Falschen draufgehauen!!!
Wenn Herr Arnesen so wie oben geschrieben die Arbeit schwer gemacht wird, wenn er ständig neue Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, wie soll da eine gute, zufriedenstellende Arbeit bei rauskommen???
Hier wird auf die Falsche eingedroschen, Herr Matz, oder Dieter, unser – oder das Grundübel, das Geschwür des HSV Ist der harte Kern des SC!!!

PS: Bitte höflichst um Stellungnahme

PPS: Ich kann und will nicht glauben, dass weder Herr Arnesen, noch Herr Fink von dir, bzw. Scholle „sturmreif geschossen” werden sollen!!!“

Ich kann dazu nur für mich sprechen: Ich habe weder eine Waffe die schießt, noch habe ich Frank Arnesen oder Thorsten Fink angegriffen. Ich will sie auch nicht „weghaben“. Ich möchte eigentlich nur, dass der HSV nicht noch einmal eine so schlechte Saison spielt, wie zuletzt, und ich will auch, dass der HSV endlich wieder viele, viele Erfolge feiert. Mehr nicht. Und wenn ich als Journalist sehe, dass hier und da etwas nicht rund läuft, dass es hier und dort noch hakt, dann ist es meine Aufgabe, das auch zu schreiben. Da ist es ganz egal, ob der HSV darauf eingeht, ob der HSV es mag, was ich schreibe, ob der Trainer, der Sportchef oder der Spieler es gerne haben, was ich denke – es ist ganz einfach mein Job. Und diesen übe ich nunmehr seit über 32 Jahren aus, Ende 2013 ist Schluss. Wenn ich so oft so krass daneben gelegen hätte, dann hätte ich sicherlich nicht bis 2013 schreiben dürfen, dann hätte der Verlag sicherlich schon eher ein Ende mit mir gefunden. Wobei ich niemandem verübeln werde, dass er eine andere Meinung hat. Das ist sogar gut so. Zweierlei aber stört mich allerdings doch: Kritik unterhalb der Gürtellinie – und wenn einer, den ich nie im Volkspark (auch in der Woche) oder beim HSV antreffe oder sehe, alles ganz genau weiß, was da so zwischen Trainer, Sportchef und Vorstand alles abläuft. Motto: „Der ist unschuldig, der ist schuldig!“ So etwas für „hundertprozentig“ zu halten und zu veröffentlichen, das ist schon sehr mutig.

So, und dann muss ich mich für einen Fauxpas entschuldigen. Ich hatte, wie oben bereits zu recht kritisiert, geschrieben, dass eigentlich kein Innenverteidiger geholt werden sollte. Das ist falsch. In der Tat wollte der HSV den Argentinier Abraham vom FC Basel, der dann zum FC Getafe ging, nach Hamburg holen. Für mich stellte es sich damals aber so dar, dass Abraham (ein ehemaliger Fink-Schützling) auf dem Markt war, und dass der HSV so nicht nur einen neuen Abwehrspieler bekommen hätte, sondern auch Heiko Westermann dadurch frei für die Sechser-Position werden würde. Als Abraham dann nicht kam, sah ich (nur ich!) Westermann wieder auf der Position des Innenverteidigers – aber offenbar hält Trainer Fink an seiner Idee fest – was ja auch absolut okay ist. Er hat die Verantwortung für den sportlichen Erfolg des HSV, er ganz allein.

Also noch einmal: Es war mein Fehler, dass ich einen Innenverteidiger in Abrede gestellt habe, und ich entschuldige mich dafür. Es war falsch, was ich schrieb.

PS: Ich lasse die mir zugeschickten Mails so, wie sie vom Verfasser ins Netz gestellt wurden, ich korrigiere nichts, denn ich möchte diese Schreiben in keiner Weise und in irgendeiner Form manipulieren.

Hiddink will Arnesen nach Russland lotsen – HSV siegt 6:0 in Norderstedt

27. Juli 2012

Das dürfte entlasten. „Den Kopf mal frei von Fußball“, freut sich Marcus Berg, „das ist gut.“ Immerhin geht es nach nunmehr knapp vier Wochen Vorbereitung in seine Heimat nach Schweden. Am Sonnabend um 5.30 Uhr startet der Bus von der Imtech-Arena gen Flughafen. Um 6.45 Uhr geht es per Flugzeug nach Oslo, wo die Mannschaft von einem Bus abgeholt und in die Wildnis geführt wird. „Ich habe den Jungs schon ein bisschen erzählt, was da los ist“, lacht Berg, „und der eine oder andere hat schon Angst.“ So, wie Michael Mancienne, der Angst vor dem unverhofften Besuch eines Bären hat…

Drei komplette Tage müssen sich die Spieler durch die Wildnis bis zu einem vereinbarten Zielpunkt durcharbeiten. Und das mit beschränkten Mitteln. Jeder Spieler darf nur eine zweite Garnitur der Trainingssachen mitnehmen, mit denen er losreist. Zudem hat jeder einen warmen Pulli und eine Regenjacke sowie ein zweites Paar Turnschuhe, zwei Handtücher, Zahnbürste und Zahncreme sowie drei Paar Socken und Unterhosen.

„In Schweden ist es richtig unangenehm im Moment“, sagt Berg, „tagsüber Regen und 12 Grad, nachts ist es sogar kalt.“ Klingt irgendwie witzig, meint Berg aber genau so. Dass er zu den beliebtesten Zeltnachbarn gehört ist klar. Immerhin verfügt er über die erforderlichen Grundkenntnisse. „Klar kann ich angeln und Kanu fahren“, sagt der Angreifer, „ich habe auch schon mal einen Elch ausgenommen.“ Wer sein Zeltkollege wird, wusste Berg noch nicht, dafür aber, welche Frage ihm die Kollegen am häufigsten gestellt haben. Denn die wollten wissen, wie man in der Wildnis seine Notdurft verrichtet. Berg formulierte es etwas platter, aber ich will Euch hier nicht mit Fäkalsprache schockieren…

Auf jeden Fall aber war zu erkennen, dass Berg sich durchaus auf den Trip freut. Im Gegensatz zu dem einen oder anderen Teamkollegen. Wer Bergs Meinung nach Probleme bekommen könnte: „Ein Per Skjelbred kennt das alles, unser einziger Südamerikaner ist Tomas Rincon, der eher versucht, per Hand einen Elch zu erlegen. Ich glaube, am spannendsten wird es bei Jacopo Sala. Es wird nur ums Überleben gehen. Aber klar ist, dass diese Erfahrung uns ganz sicher noch enger zusammenschweißen wird.“

Wobei es für ihn aktuell spannend genug ist. Immerhin ist er nach zwei „durchwachsenen Jahren“ beim HSV, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren, momentan bei Trainer Thorsten Fink die Nummer eins im Ein-Mann-Sturm. Und der Schwede weiß das, gibt sich damit aber längst nicht zufrieden. „Ich kenne die schwere Zeit, jetzt ist es mal anders. Aber dafür muss ich viel tun. Ich muss fit bleiben und meine Leistung bestätigen.“ Beim Heimspiel in Schweden ab morgen dürfte das ein leichtes für ihn werden – sportlich deutet viel darauf hin, dass dem Schweden nach Rudnevs und Son noch ein weiterer Stürmer als Konkurrenz an die Seite gestellt wird.

Zumindest ist dieser Wunsch von Trainer Fink beim Sportchef hinterlegt. Und der hat momentan viel zu tun, wirkt gehetzt. Telefonisch ist er weiterhin nicht erreichbar, dafür traf ich ihn heute auf dem Parkplatz in Norderstedt und nutzte die Gunst der Stunde. Ob es in Sachen Badelj schon Neues gibt? „Nein“, so Arnesen, „wir freuen uns auf einen guten Achter und sind weiter im Gespräch mit dem abgebenden Klub.“ Ob es in Sachen Zehner etwas Neues gibt? Immerhin waren heute immer wieder die Namen Stefan Babovic (Partizan Belgrad) und Alex de Souza (Fenerbahce Istanbul) zu lesen. Und bevor ich mich darauf einlasse und über etwaige Qualitäten schreibe, nehme ich Arnesens Antwort auf die Frage, ob die Namen beim HSV gehandelt werden: „Nein.“

Das war kurz und knackig. Und klar. Dagegen wurde es bei der Frage nach Rafael van der Vaart – dem wahrscheinlich nervigsten, weil unentschiedensten Thema. Angeblich, so hatte mir jemand heute gesagt, sei der HSV tatsächlich wieder/noch immer sehr hartnäckig an der Verpflichtung interessiert. Und während Arnesen nicht ausschließen wollte, dass der HSV mit van der Vaart im Gespräch ist, wollte er der Personalie aber nicht oberste Priorität zuordnen: „Da sind einfach zu viele Fragezeichen im Spiel.“ Mit Sicherheit vorrangig finanzieller Natur.

Aber damit nicht genug. Die viel interessantere Geschichte hatte ich am frühen Nachmittag gehört. Und ich gebe zu, ich hätte davon nicht ein Wort geschrieben, wenn ich nicht selbst mit Arnesen darüber hätte sprechen können. Denn dafür ist die Stimmung innerhalb des Vereins im Moment zu sehr gegen den Dänen. Immer wieder ist zu hören, dass Arnesen im Verein sehr kritisch beobachtet wird. Da kommen sogar noch detailliertere Beispiele, die ich allerdings eher der Kategorie Stimmungsmache zuordne und denen ich eher weniger Wahrheitsgehalt beimesse.

Das allerdings gilt nicht für die Information, dass Frank Arnesen, der im Moment im Dauerstress nach Neuen sucht, selbst begehrt ist. Und zwar bei seinem Uralt-Freund und Kumpel Guus Hiddink. Der ist aktuell beim (finanziell wie sportlich) aufstrebenden russischen Erstligisten Anzhi Makhachkala der Trainer. Für alle, die jetzt wie ich zuerst nachfrage: ‚Was oder wer ist das?’ hier die Antwort: Es ist der Klub, der unter anderem Nationalspieler wie Yuri Zhirkov (Russland) und Supertalente wie den 22-jährigen Ivorer Lacina Traoré unter Vertrag hat. Zudem steht bei dem Hiddink-Klub ein gewisser Samuel Eto’o unter Vertrag, der angeblich mit 20 Millionen Euro bestbezahlte Fußballspieler der Welt.

Aber egal, auf jeden Fall habe ich Arnesen direkt danach gefragt. Ob er gehört habe, dass es dort Interesse gibt? Seine erste Antwort: „Ich denke über nichts anderes nach als über den HSV.“ Okay, dann noch ein Versuch: Ob er von seinem guten Freund Hiddink gehört habe, dass Anzhi Makhachkala Interesse hätte? „Ja, aber das interessiert mich jetzt gar nicht. Ich bin beim HSV.“

Und da hat er viel Arbeit vor sich. Badelj soll früher kommen können und ein Zehner soll dazu verpflichtet werden. Zudem muss Slobodan Rajkovic (trainiert während des Schweden-Trips in Hamburg mit dem Rekonvaleszenten Zhi Gin Lam) verkauft und für ihn ein neuer Innenverteidiger gefunden werden. Ob er den aktuellen HSV auch ohne neuen Spielmacher für ausreichend besetzt hielte? „Wir sind nicht schlechter, falls Du das meinst“, war die genervte Antwort, wobei ich mich nicht attackiert fühlen solle, wie Arnesen sagte. Er habe sich einfach schon zu oft erklären müssen, warum bislang mehr Qualität verkauft als eingekauft wurde.

Wobei das Spiel in Norderstedt vor 1800 Zuschauern heute Abend durchaus die Frage legitimierte. Denn obgleich Maxi Beister den HSV schnell nach acht Minuten mit einem 25-Meter-Hammer 1:0 in Führung gebracht hatte, schwamm der HSV bei schnellen Kontern – wobei gesagt werden muss, dass neben Jeffrey Bruma der gänzlich Bundesliga-unerfahrene Christian Norgaard agierte. Dennoch konnte das defensive Mittelfeld die entscheidenden Pässe nicht unterbinden und so kam es, dass der pfeilschnelle portugiesische Angreifer Ivan Sa Borges-Dju zu guten und sogar sehr guten Einschussmöglichkeiten kam und in der 24. Minute sogar allein auf HSV-Keeper Tom Mickel zulief – allerdings vertändelte er. Statt des Ausgleichs fiel in der 22. Minute nach Beister-Vorlage auf Robert Tesche das 2:0 für den HSV, der in der Halbzeit auf neun Positionen wechselte – und besser wurde.

Logische Konsequenz war das 3:0 durch Rudnevs, der einen Westermann-Querpass nur noch über die Linie zu schieben brauchte. In der Folge wurden auch die besten Gelegenheiten liegen gelassen. Trotzdem trafen Son nach Pass von Arslan zum 4:0 (75.), Jacopo Sala nach einem Missverständnis in der Abwehr des Oberligisten zum 5:0 (80.) und Arslan zum 6:0 (89.).

Scholle

HSV, 1. Halbzeit: Mickel – Diekmeier, Bruma, Norgaard, Sternberg – Steinmann, Skjelbred – Beister, Tesche, Jansen – Berg.
2. Hz.: Neuhaus – Norgaard, Mancienne, Sternberg, Aogo – Westermann, Sala – Son, Arslan, Ilicevic – Rudnevs.

Arnesen einigt sich mit Zagreb auf Badelj-Transfer

26. Juli 2012

Hitzefrei. Das hätte was. Hab ich mir jedenfalls für mich so gedacht. Dass dem mitnichten so würde – war klar. Und auch Trainer Thorsten Fink schien sein Pensum am heutigen Trainingstag den Temperaturen nicht wirklich anpassen zu wollen. Im Gegenteil: Mit hartem Zirkeltraining schien er den einen oder anderen Profi (Beister, Skjelbred) schon am Vormittag in die Knie zu zwingen. Ein Härtetest – zumal der Survival-Trip nach Schweden unmittelbar bevorsteht. Eine Reise, die der Mannschaft hoffentlich das lehrt, was sie in der Saison brauchen wird: Willen.

Wobei Fink den bei seiner Mannschaft erkannt hat. Immer wieder betont der Trainer, dass die Mannschaft charakterlich wachse und während der bisherigen Vorbereitung – insbesondere beim Peace Cup in Südkorea – den absoluten Willen zu Siegen gezeigt hat. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, wird der HSV-Trainer nicht müde zu wiederholen – und heute hatte er tatsächlich mal richtig Grund zur Freude. Denn mit Milan Badelj und dessen Klub Dinamo Zagreb ist Einigkeit erzielt worden. Der 23-Jährige, der gestern durch ein eher glückliches 3:2 in die nächste Champions-League-Quali-Runde eingezogen ist, unterschreibt demnach in den nächsten tagen einen Dreijahresvertrag beim HSV. Der Haken dabei: Badelj soll für Zagreb noch die weiteren Quali-Spiele spielen. „Wir sind uns grundsätzlich einig, dass Badelj spätestens zum 30. August zu uns wechselt“, ließ HSV-Mediendirektor Jörn Wolf vom Sportchef Frank Arnesen ausrichten, der heute erst um 12 Uhr aus Zagreb zurückgekehrt war. Am Dienstag hatte sich der Däne in Zagreb mit den Verantwortlichen getroffen, nachdem Fenerbahce Istanbul dem Vernehmen nach Badelj ein besseres Angebot als der HSV unterbreitet haben sollte. Arnesen verhandelte – offenkundig erfolgreich – und sah sich am Abend noch Badelj live im Quali-Spiel gegen den bulgarischen Klub Ludogretz Razgad an, in dem sich Zagreb nur knapp mit 3:2 einer Blamage entziehen konnte.

Dennoch, Badelj spielte gut. Im Internet war das Spiel live zu sehen und auch heute noch könnt Ihr Euch die entscheidenden Szenen ansehen – an den Badelj allerdings nicht beteiligt war. Dennoch agierte der Kapitän auch als solcher und übernahm bei den Kroaten im Mittelfeld das Kommando. Ohne selbst zu hohes Tempo zu besitzen, agierte Badelj als Taktgeber. „Ich werde erst etwas über ihn sagen, wenn der Vertrag unterschrieben ist“, ließ sich Fink heute kein eigenes Statement zum ersten Mittelfeldzugang entlocken.

Und obwohl der HSV weiter alles daran setzt, seinen Neuen möglichst bald in Hamburg präsentieren und vor allem in die Mannschaft einbauen zu können, scheint es schwierig zu werden. Trotz der stolzen Summe von nunmehr 4,5 Millionen Euro Ablösesumme muss der HSV warten, hat sein Glück nicht selbst in der Hand. „Hab Geduld, wir arbeiten alle emsig an unserer Zukunft und haben einen Plan“, hatte Fink mir gestern gesagt und er fügte heute hinzu: „Wir machen das Richtige. Und wenn es erst etwas später etwas wird, dann ist das so. Aber uns ist der Charakter sehr wichtig, wir wollen eben keine Söldner. Deswegen dauert es etwas länger.“

Nur, wie lange hat dieser HSV noch Zeit? Am 19. August steigt der Pokalfight beim Drittligisten Karlsruher SC. Das sind noch 24 Tage. Eine Woche später ist Bundesligaauftakt – und bis dahin dürfte Fink Probleme bekommen, seine Mannschaft mit Badelj und all den Neuen, die dann noch kommen sollen (meiner Meinung nach müssen!) einzuspielen. Oder soll der jetzige Stamm die von allen Trainern und Spielern als so besonders wichtig titulierte Startphase meistern?

Hoffentlich nicht.

Denn bislang hat die Mannschaft, und das ist kein Schwarzmalen sondern ein bedachter Hinweis, an Qualität eingebüßt. Das ist so. Und das wissen auch beim HSV alle. Dass ein Töre für rund sechs Millionen Euro verkauft wurde ist okay, wenn man bedenkt, dass der Deutsch-Türke bis zum Schluss Probleme hatte, sich zu integrieren – zumindest sportlich. Dass heute Macauley Chrisantus zum Medizincheck nach Las Palmas geflogen ist, ist bei rund 50000 Euro Ablösesumme vielleicht eher eine Randnotiz. Der Verkauf von Paolo Guerrero indes nicht. Rund fünf Millionen Euro kassierte der HSV. Die 50 Prozent Verkaufsbeteiligung von Chelsea an Töre einberechnet, kassierte der HSV somit rund acht Millionen Euro. Und ziemlich genau diese Summe verschlingen die Transfers von Artjoms Rudnevs und Milan Badelj. Und auch wenn ich der HSV-Führung recht gebe, dass sowohl Töre als auch Guerrero nicht zwingend einfach zu führende Spieler waren – ob der HSV dadurch stärker geworden sind, mag ich noch nicht abschließend zu beurteilen. Finanziell bleibt allerdings kaum noch etwas übrig, da auch das 3,5-Millionengehalt Guerreros auf Rudnevs und Badelj aufgeteilt wurde. Die 220000 Euro Jahresgage Töres fällt da eher weniger ins Gewicht.

Dennoch plant der HSV noch einen guten Zehner zu holen. Nachdem ich heute erneut einen Anruf bekommen habe, in dem mir mitgeteilt wurde, dass Michael Ballack in der Stadt ist, muss ich eines klarstellen: Michael Ballack hatte vor einigen Jahren tatsächlich engeren Kontakt zum HSV, wechselte damals aber zu Bayer Leverkusen. Und das, obwohl er damals wie heute eine Wohnung in der Hafencity besaß. Insofern, das lassen auch die Auskünfte des HSV vermuten, ist Ballack nicht die Lösung auf der Zehn.

Aber wer weiß. Auch Raffael, der für zehn Millionen Euro (plus eine Erfolgsprämie bis zu vier Millionen!!!) nach Kiew wechselt, wurde zunächst ausgeschlossen und war dann wieder Thema.

Allerdings glaube ich nicht an die Lösung mit einem Spieler, dem von vielen Seiten nur noch bedingte Bundesligatauglichkeit attestiert wird. Ich bin hier in der Formulierung bewusst vorsichtig, weil ich Ballacks Fitnessstand nicht beurteilen kann – aber wirklich positive Stimmen sind zu der Personalie nicht zu vernehmen.

Dennoch bleibt es für mich die Personalie schlechthin: die Zehn. Denn selten beim HSV habe ich eine Vorbereitung miterlebt, in der sich so viel Hoffnung auf eine neue Personalie stützte. Und ehrlich gesagt, macht mich das sehr, sehr skeptisch. Denn was soll ein einzelner Spieler leisten, um den großen Erwartungen gerecht werden zu können. Einen Platz in den Top-Ten geben die Verantwortlichen intern als Ziel aus. Allerdings, und da wiederum bin ich mir sicher, reicht dafür nicht Badelj und ein Zehner – dafür muss der HSV insbesondere in der Innenverteidigung und im Sturmzentrum zulegen.

Wenn das mit Bordmitteln gelingt – okay. Aber danach sieht es momentan eher nicht aus. Leider nicht.

Gute Nachrichten kommen dagegen von Tomas Rincon, dessen Schienbeinverletzung nicht operiert werden muss. Der Venezolaner soll konservativ behandelt werden und muss so „nur“ noch gut sechs Wochen pausieren. Und im Gegensatz zu Zhi Gin Lam (Fink: „Er soll sich hier optimal vorbereiten und auskurieren, damit er möglichst bald wieder angreift“) reist Rincon sogar mit in die schwedische Wildnis.

Allerdings stehen noch zwei wichtige Einheiten bevor. Die erste steigt morgen um zehn Uhr an der Imtech-Arena, die zweite am Abend um 18.30 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt beim Test gegen die dort beheimatete Eintracht. „Ich werde abends jeden eine Halbzeit spielen lassen“, so Fink.

In diesem Sinne, bis morgen. Vielleicht ja schon mit dem neuen Zehner? Es wäre zu schön…

Scholle

Mein Gott, was gibt es noch alles zu tun!

25. Juli 2012

HSV-Trainer Fink will neue Leute, klar. Wer will die nicht? Die Fans fordern neue Leute, und auch Torwart Rene Adler gab am Dienstag zu verstehen, dass der HSV noch Verstärkungen braucht. Der neue Keeper übernimmt nicht nur während des Spiels Verantwortung, sondern auch außerhalb des Spielfeldes. Adler wird dem HSV ganz sicher sehr gut tun, keine Frage. Und er sagt: „Es ist bestimmt nicht Aufgabe der Spieler, aber wir brauchen noch Leute. Einen Mittelfeldspieler und vielleicht einen Innenverteidiger. Am besten einen Haudegen mit Bundesliga-Erfahrung.“

Ja, das sehe ich ebenso. Obwohl ich speziell darauf erst gegen Ende des Beitrags eingehen möchte. Nur so viel: Adler spricht von Erfahrung, von Haudegen. Und nach dem Vorfall um Slobodan Rajkovic (Faustkampf mit Heung Min Son sowie das Abendblatt-Interview) spricht Trainer Fink von einer neuen Situation, die noch einen neuen Innenverteidiger erfordert. Wir erinnern uns vielleicht noch alle: Vor diesem Rajkovic-Son-Boxkampf wollte der HSV noch einen Zehner und einen Achter, von einem Innenverteidiger war nie die Rede. Aber nun.

Dabei wäre eine andere Lösung für mich viel naheliegender. Auch auf die Gefahr hin, dass es hier wieder einen Sturm der Entrüstung geben sollte, ich schreibe es trotzdem. Denn die schweigende Mehrheit wird auf meiner Seite sein, das weiß ich ganz genau: Holt David Jarolim aus seinem Urlaub zurück, der Tschehche hat noch keinen neuen Verein (soviel ich weiß), und er könnte den Serchser geben – und Heiko Westermann den einen gesuchten Innenverteidiger. Dem HSV wäre damit gedient. Zumal ja auch noch Tomas Rincon ausfallen wird – wie lange, das weiß noch niemand. Und so wie „Jaro“ bei seinem Abschied gefeiert wurde, so weiß der HSV auch auf jeden Fall, dass er einen verdienstvollen Haudegen wieder im Kampf gegen den Abstieg einsetzen kann – und jederzeit zur Verfügung hat.
Da müssen eben nur einige Herren mal über ihre Schatten springen . . .

Auch diejenigen, die nun wieder „Matz ab“ (und mich) zum Teufel wünschen. Ich sage allen, auch meinen (und „Jaros“) Feinden: es kann mit einer solchen Lösung nicht schlechter werden. Und der HSV könnte noch etwas für ganz vorne tun, aber auch dazu noch später.

Erst einmal noch zum Dienstag und zum FC Barcelona. Thorsten Fink war richtig angefressen nach der 1:2-Niederlage. Ganz nüchtern aber stellte er fest: „Wir wollen nicht nach Ausreden suchen, doch bei drei Spielen in drei Tagen und sieben Stunden Zeitunterschied fehlte meiner Mannschaft die Frische. Das ist ganz normal nach einer solchen langen Reise. Und wir sind sehr enttäuscht, dass Messi nicht kam. Barcelona hat trotzdem eine gute Mannschaft, die können alle Fußball spielen, das hat man gesehen. Und alle beherrschen das System. Ich denke aber mal, dass die Fans das Beste aus diesem Spiel gemacht haben“, sagte der HSV-Trainer nach dem Spiel gegen die katalanische Nachwuchself.

Erst am Abend zuvor waren die Hanseaten vom gewonnenen Peace Cup in Südkorea zurückgekehrt und wirkten alles andere als ausgeschlafen. Und die ARD übertrug live! Die Sendeanstalt erreichte mit der Übertragung im Vorabendprogramm 1,27 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 8,3 Prozent – und ist richtig schön sauer, denn: Es dürfte einzigartig in der ARD-Geschichte sein, dass ein solcher Kick gezeigt wurde. Eine zweite oder sogar dritte Vertretung des FC Barcelona „hüpft“ da im Volkspark über den Rasen – da dürfte es noch ein tüchtiges Säbelrasseln geben, beim Ersten.

Mit dem Ausfall von Superstar Lionel Messi spart der HSV 400 000 Euro und will mit einem Fanfest im September die enttäuschten Anhänger entschädigen. Zudem prüft der Klub den Vertrag mit dem Champions-League-Sieger von 2011, ob tatsächlich noch 800 000 Euro für den Eintagestrip überwiesen werden müssen. Eigentlich war und ist es ja ein Unding, dieser Tagesausflug des FC Barcelona nach Hamburg. So steril wie diesmal war es wohl noch nie. Dass der Zuckerjung Messi in Zuckerwatte gepackt wird, das war zwar irgendwie zu erwarten (solche Stimmen waren heute doch überall zu hören, oder?), aber das da eine solche Truppe aufläuft, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus.

Wenn das die Zukunft des großen europäischen Fußballs ist, dann gute Nacht. Das ist – sorry, aber es muss so krass gesagt werden – die reinste Verarschung, in der Tat. Da schicken die Katalanen während der Europameisterschaft extra ein vielköpfiges Organisationsteam in den Volkspark, damit alles bis ins letzte und kleinste Detail geklärt ist: Was in der Kabine zu sein hat, der Wachdienst im und vor dem Hotel, was es zu trinken geben muss, wie lang der Rasen in Zentimetern nur sein darf, und, und, und. Und dann kommt da eine solche Vertretung. Und diese wird dann so abgeschirmt, als käme da ein ganz, ganz großer Pop-Star nach Hamburg. Nur ja keine Berührung mit dem Volk: Raus aus dem Flieger, rein ins Hotel, raus aus dem Hotel, rein in den Bus, ab in den Volkspark, rauf auf den Rasen, spielen, gewinnen, rein in den Bus – und weg! Alles kurz und schmerzlos und ohne eine Spur zu hinterlassen.

Das ist das Hinterletzte! Und so wird der internationale Freundschaftsspiel-Fußball nicht nur mit Füßen getreten, sondern auch zu Tode getrampelt!

Immerhin: Der HSV dürfte gelernt haben. Eine solche Geburtstagsfeier mit einem solchen höchst neutralen und unnahbaren Gast wird es wohl nie wieder geben.
Hoffentlich.

Zurück zum Dienstag: Thorsten Fink nahm seine Profis nach dem Spiel aber in Schutz und verteidigte die bisher zurückhaltende Einkaufspolitik. Zufrieden war er mit dem Gezeigten trotz allem nicht. Der 44-Jährige machte unmissverständlich klar, dass er mindestens noch einen Spielmacher, einen dahinter für das Mittelfeld und eigentlich auch einen Innenverteidiger haben will: „Das ist ja aber auch alles bekannt. Jetzt müssen wir nur sehen, welche Mittel vorhanden sind und dann Entscheidungen treffen.“ Zum Stand der Vorbereitung des HSV sagte der Coach: „Wir haben in Südkorea drei gute Spiele gemacht. Und das vom Vorstand ausgegebene Ziel, das Turnier dort zu gewinnen, haben wir auch erreicht . . .“

Zu den noch vorhandenen Mitteln kommen nun auch noch die Millionen, die es aus dem heutigen Verkauf des kräftigen Dribbelkünstlers Gökhan Töre gibt. Der Deutsch-Türke wird, wie erwartet. für etwa sechs Millionen Euro (die Hälfte bekommt Chelsea) zu Rubin Kazan wechseln. Dazu gibt es 1,23 Millionen Euro vom Peace Cup, plus die Einnahmen aus dem Barca-Spiel – es müsste also etwas möglich sein. Obwohl es schwer werden dürfte. Nun droht sogar der Transfer des Kroaten Milan Badelj von Dynamo Zagreb in letzter Minute zu scheitern, weil plötzlich Fenerbahce Istanbul mehr als 3,5 Millionen Euro bietet . . . Sportchef Frank Arnesen hält (und hielt) sich am Mittwoch in Zagreb auf, um noch zu retten, was noch zu retten ist.

„Wir lassen uns nicht reinreden, die Transferperiode dauert noch lange“, verteidigte Fink die verhaltene Vereinspolitik. Das mag ja auch alles stimmen, aber später, im Laufe der Saison, könnte das auch schnell wieder als Ausrede herhalten (müssen): „Wir sind nur deshalb so schlecht gestartet, weil wir die vielen neuen Spieler erst einen Tag vor Saisonbeginn verpflichtet haben. So konnte sich keine Einheit einspielen, darauf müssen wir nun in den nächsten Wochen stark hoffen . . .“

Jawoll, meine Herren, das haben wir in den letzten Jahren zu oft hören müssen. Und ich kann die Fans verstehen, denen diese Ausreden so ganz langsam zum Hals heraus hängen. Mir jedenfalls geht es so.

Aber vielleicht hilft ja auch der „Elch-Test“ ein wenig – der in Schweden. Um die Mannschaft noch enger zusammenrücken zu lassen, fährt der HSV am Sonnabend erstmals in ein Überlebenscamp in den Norden Europas. Auf Nehbergs Spuren. „Wir brauchen auch einmal eine körperliche Pause“, sagt Thorsten Fink, der seine Schützlinge in der Natur mit ganz anderen Gefahren als üblich konfrontieren wird. Zum Teambuilding gehöre, dass einzelne Mannschaftsteile enger zusammenrücken. So wird sich die Abwehrreihe um den Proviant kümmern, die anderen um die Zelte, die andere und die Kajaks. Fink: „Das wird sicherlich eine wertvolle Erfahrung für alle. Die neuen Spieler werden noch mehr integriert, wir müssen dort an unsere Grenzen gehen.“

Um dann später in der Bundesliga in jedem Spiel an die Grenzen gehen zu können. Denn eines steht für mich fest: der HSV wird eine ähnlich schwere Saison haben, wie zuletzt 2011/12. Und wer glaubt, dass es mit einem Achter, einem Zehner und einem Innenverteidiger getan ist, der ist in meinen Augen ein großer Träumer, denn: Der HSV benötigt mindestens noch einen Stürmer. Ich hätte, um mal ein Beispiel zu geben, sogar einen Mann wie Sandro Wagner geholt, der nun bei Werder ausgemustert wurde und dann zu Hertha BSC ging. Ein solcher Mann wäre schon wertvoll für den HSV gewesen. Wer aber diese (jetzige) Sturm-Schwäche nicht erkennt, obwohl sie gegen Barcelona deutlich zu sehen war, oder wer sie ganz einfach nicht sehen will, der muss sich dann eben in der Saison davon negativ überraschen lassen. Aber dann könnte das Kind schon längst in den Brunnen gefallen sein.

Und wer gedacht hatte, dass der HSV (Frank Arnesen) mit Artjoms Rudnevs einen neuen Edin Dzeko (nur als Beispiel – weil den einst Felix Magath aus dem Untergrund hervorzauberte) entdeckt hätte, der konnte sich davon am Dienstag mal selbst ein erstes richtiges Bild davon machen. Da kommt kein neuer Dzeko. Da kam ein neuer Mann, der noch viel, viel zu lernen hat. Und ich denke immer daran zurück, dass mir gegen Saisonende, als der HSV noch einmal mit Lech Posen „nachverhandeln“ musste, drei Polen, die beim HSV spielen, sagten: „Der gute Rudnevs ist keine 3,2 Millionen Euro wert, der ist 3,2 Millionen Zloty wert – wenn es hoch kommt.“ Aber mal abwarten. Immerhin war Rudnevs weitaus billiger, geradezu ein Schnäppchen, gegenüber Marcus Berg. Und der ist ja nun der große Hoffnungsträger im HSV-Angriff.

Apropos: Wie es zurzeit um den HSV bestellt ist, hat auch in Ansätzen dieses Spiel gegen Barcelona gezeigt. Was wäre wohl gewesen, wenn der HSV auf den „echten“ FC Barcelona getroffen wäre, also einen FC Barcelona tatsächlich mit allen Stars? Das wäre wohl eine absolute Vernichtung gewesen – oder geworden. So aber war es so, dass die Spanier insgesamt neun Spieler ein- und auswechselten. Doch selbst die C-Elf, die in der zweiten Hälfte sogar phasenweise in Unterzahl spielte, da Vilanova zunächst niemanden mehr auf der Bank hatte, um den verletzten Marc Muniesa zu ersetzen, konnte mit dem HSV mithalten. Das sollte allen, die es gut mit dem HSV meinen, stark zu denken geben. Trotz des Südkorea-Fluges, trotz der Zeitzonen, trotz der drei Spiele in Asien, trotz der Tatsache, dass die Bundesliga erst in vier Wochen starten wird.

Mein Gott, was gibt es beim HSV noch alles zu tun!

PS: Mir tun natürlich auch die vielen Fans des HSV Leid, die auf die Mogelpackung FC Barcelona hereingefallen sind. Viel Geld für nix. Und dazu dann noch die erhöhten Getränke-Preise – ein Top-Zuschlag für den FC Barcelona. Prost!

Was ein HSV-Fan an diesem Tag so alles erlebt hat, schilderte uns heute ein Mann – per Mail – sehr eindrucksvoll. Vielleicht erkennt sich der eine oder andere HSV-Anhänger ja wieder:

“Guten Tag,

kurz aber dennoch zusammenfassend möchte ich Ihnen den Bericht meines gestrigen Tages zur Kenntnis geben:

Um 16.35 startete ich mit dem Auto von der Hudtwalckerstraße Richtung Volksparkstadion. Gelangweilte Polizisten sperrten Straßen ab, saßen rauchend in ihren Peterwagen und kümmerten sich um alles, nur nicht um den Verkehr. So saß ich 90 Minuten später auf meinem Platz für 32 Euro. Neben mir mein seit Mittag total frustrierter Sohn, der ins Stadion wollte, um Lionel Messi zu sehen.

Die Sitze, Block 18C, Reihe 5, Sitz 17 und 16 waren derart dreckig, dass man sich nicht wirklich setzen mochte. Eine Mischung aus Ketchup, Senf, frischer Zigarettenasche und eine gräuliche Schicht aus nicht mehr wirklich Definierbarem. Lecker! 32 Euro!!!

Sieben Minuten vor Halbzeit machte ich mich auf den Weg, um zwei Bratwürste für mich und meinen Sohn zu organisieren. Die Mannschaft des HSV mühte sich auf dem Feld redlich, lag dennoch 1:2 zurück. Vor mir standen ca. 17 weitere Stadionbesucher, die den gleichen Gedanken hatten wie ich. Der Herr mit den Bratwürsten an der Kasse mühte sich, ähnlich redlich wie die Hamburger Mannschaft, immer wieder aufs Neue drei Euro plus drei Euro, oder drei Euro plus drei Euro plus drei Euro zusammen zu rechnen, was ihm dann auch bei jedem Kunden in der Schlange nach etwa zwei Minuten gelang. So war ich rechtzeitig zehn Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf meinem Platz.

Über den Toilettenbesuch mit meinem Sohn möchte ich an dieser Stelle lieber schweigen . . .

Der Trainer des HSV meinte zur Halbzeit wohl etwas tun zu müssen und schickte, von mir zunächst unbemerkt in der Halbzeit auch die zweite Mannschaft auf den Platz. Barcelona spielte nunmehr mit der dritten Mannschaft. 57.000 Zuschauer machten begeistert die La-ola-Welle. Toll!!! Ich fragte mich, ob mein Fußballverstand mich im Stich gelassen hatte und beobachtete ob dieser Begeisterung das Spiel nun noch genauer und entdeckte 22 Männer auf einem Fußballplatz die rumstanden. Für 32, bzw 64 Euro plus 6 Euro für die beiden Bratwürste nicht schlecht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für die Saison 2012/ 2013 viel Glück und gratuliere zum 125. Geburtstag!

In freudiger Erwartung Ihrer Stellungnahme,

mit freundlichen Grüßen,
Henning B.”

PSPS: Dieser HSV-Fan schrieb nicht mir, sondern ans Hamburger Abendblatt, und, das gebe ich zu, er ist mir bekannt, weil er ein Kollege von uns (Journalisten) ist.

Und, nicht um euch zu quälen, sondern weil es in der Tat so schön war, hier noch einmal die Barcelona-Unterhaltung (vor dem 1:2) mit den HSV-Altmeistern Horst Schnoor und Klaus Neisner.

PSPSPS: Training im Volkspark ist am Donnerstag um 10 und um 15 Uhr.

16.55 Uhr

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