Monatsarchiv für Juni 2012

Adler-Interview: “Vom Konzept überzeugt”

25. Juni 2012

Matz Ab: Herr Adler, wie fit sind Sie?
Rene Adler: Ich fühle mich sehr gut. Ich habe mir zwar zehn Tage Pause gegönnt, mehr allerdings nicht. Ich wollte nach meiner langen Pause bis März topfit bleiben und habe mein Trainingsprogramm seither komplett durchgezogen. Die Verletzungspause war lang und schwierig und ich bin sehr froh, wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. Deshalb stand bei mir das Athletiktraining im Vordergrund. Ich bin voll im Plan.

MA:Haben Sie Ihre Acht-Monate-Zwangspause schon verarbeitet?
Ja. Auch wenn es eine schwierige Zeit in meinem Leben war. Ich war des Öfteren unausgeglichen, ungeduldig und unzufrieden. Viele von denen, die mir in der Zeit am meisten geholfen haben, haben ab und zu meinen Frust zu spüren bekommen. Vor allem auch die, die täglich mit mir zu tun haben. Es gab immer wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob der ganze Aufwand noch Sinn macht. Gerade angesichts der Tragweite meiner Verletzung habe ich manchmal gezweifelt, habe mich dann bei meiner Familie und meiner Freundin zurückgezogen. Aber sie waren es, die mich durch die kleinen Täler getragen haben. Sie haben mir die nötige Kraft gegeben, sie haben mich durchgehend unterstützt. Und ich habe gelernt, dass meine Zeit als Fußballer begrenzt ist.

MA: Welchen Schluss ziehen Sie daraus? Bereiten Sie Ihre Zeit nach der Karriere schon vor?
Adler: Nein, darum geht es nicht. Ich habe aber gemerkt, dass ich vielleicht teilweise zu ehrgeizig bin, dass mir etwas mehr Gelassenheit gut tun würde. Ich habe eine neue Gewichtung in meinem Leben. Das ist auf verschiedenen Säulen aufgebaut. Eine davon ist meine Fußballkarriere, der ich jetzt 100 Prozent meiner Aufmerksamkeit widme. Allerdings weiß ich, dass ich meinen Job besser mache, wenn ich einen Ausgleich zum täglichen Stress habe. Das ist wichtig für meine Leistung, mal loszulassen, meinen Horizont zu erweitern. Ich habe das oft bei frisch gebackenen Vätern miterlebt, dass sie plötzlich vernünftiger, konzentrierter und ausgeglichener waren. Playstation, Cafés und stumpfes Fernsehen nach dem Training ist nicht mein Ding, deshalb werde ich ein Studium beginnen, dafür abends in meiner Freizeit auch Vorlesungen an der Fachhochschule besuchen. Ich will lernen. Und ich brauche das normale Leben außerhalb des Show-Business, vor allem normale Leute, die mich stinknormal behandeln. So, wie es meine Freunde machen. Hamburg ist für mich sportlich und privat ein Neuanfang.

MA: Apropos Freunde, von einem müssen Sie sich jetzt trennen.
Adler: Das stimmt. Mein bester Freund Sascha aus alten Leipziger Tagen wohnt in Leverkusen. Aber unsere Freundschaft ist nicht von Kilometern abhängig. Ich behalte dort ein Besucherzimmer bei ihm und er hat bei mir in Hamburg immer eins geblockt. Das Lustige ist, dass sich die meisten meiner Freunde freuen, dass ich jetzt nach Hamburg gehe. Die kennen die Stadt besser als ich und sehen sie allein schon als Grund, mich zu besuchen.

MA: Sie haben Sascha auf brutale Weise kennengelernt.
Adler: Naja, nachdem er in der Jugend gegen mich getroffen hatte und wieder auf mich zulief, habe ich alles riskiert, gerettet und ihn dabei umgetreten. Er musste verletzt raus und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Zwei Tage später war Einschulung und wir waren in derselben Klasse. Seitdem sind wir beste Freunde, was unseren Charakter ganz gut beschreibt. Ich bin offen, ehrlich und freundlich.

MA: Hat sich auch Ihr Freundeskreis in Ihrer Verletztenzeit verändert?
Adler: Nein, eigentlich nicht. Ich habe zwar viele Kumpels, aber nicht viele Freunde, denen ich alles erzähle. Die Freundschaften werden sich bis ins hohe Alter halten, da bin ich sicher. Der Kreis der Kumpels verändert sich durchgehend. So schwierige Zeiten wie die acht Monate Verletzungspause haben meinen Freundeskreis nur bestätigt. Und sie haben mir die Wichtigkeit meiner Familie einmal mehr verdeutlicht.

MA: Sie sind in der DDR geboren worden.
Adler: Ja. Aber ich habe von der DDR nicht viel mitbekommen, außer, dass uns eine Großtante aus Saarbrücken immer Westpakete mit Süßigkeiten zugeschickt hat.

MA: Und Ihre Eltern haben hat Sie zum Fußball gebracht?
Adler: Indirekt. Sie haben mir als Dreijährigen das erste Paar Schuhe geschenkt. Die waren aber auch in der kleinsten Größe noch viel zu groß. Richtig gekickt habe ich aber eh erst mit Sechs. Dass es mal soweit reicht hätte ich anfangs nicht gedacht. Umso glücklicher bin ich heute.

MA: Obwohl Sie zweifellos noch Ziele haben. Wie wichtig ist Ihnen die Rückkehr in die Nationalelf?
Adler: Auf lange Sicht ist das natürlich ein Ziel. Wenn man einmal da war, will man immer da sein. Gerade, wenn man sieht, welch begeisternden Fußball wir heutzutage spielen. Es ist die größte Ehre, für mein eigenes Land zu spielen, aber ich bin auch Realist. Ich war ein Jahr weg. Jetzt muss und will ich erst einmal beim HSV ein Teil des Ganzen sein, hier mit der Mannschaft Erfolge feiern und mit der ganzen Stadt sportlich wieder einen positiven Trend einleiten. Das ist mein größtes Ziel. Und zwar alles ernsthaft – aber mit dem nötigen Spaß.

MA: Sie haben gleich für fünf Jahre unterschrieben. Warum so lang?
Adler: Ich war 12 Jahre bei Leverkusen, ich wechsele nicht alle zwei Jahre den Klub. Das bin ich nicht. Ich werde nie nie sagen, aber ich bin tendenziell der Typ, der weiß, was er hat und das schätzt. Ich bin vereinstreu. Und die fünf Jahre sind auch vom HSV ein großer Vertrauensbeweis. Es bestätigt das Gefühl, das mir Frank Arnesen vom ersten Gespräch an gegeben hat. Seine Art und Weise hat mir imponiert. Er hat mich heiß gemacht. Ich sehe mich als Teil eines Neuaufbaus. Darauf bin ich heiß, das finde ich spannend. Deshalb habe ich mich relativ schnell für den HSV entschieden. Es gab verschiedene Optionen, aber ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen und die gesamte Zeit mitgefiebert und mitgezittert, dass es klappt.

MA: Wären Sie auch im Falle eines Abstiegs gekommen?
Adler: Ganz ehrlich, ich war immer überzeugt, dass die Mannschaft es packt. Aber selbst wenn, ich hätte definitiv darüber nachgedacht.

MA: Sie träumen von der Premier League.
Adler: Ich bin ein Fan der Premier League. Aber ich beschäftige mich nicht damit. Keine Sekunde. Das wäre das Falscheste, was ich jetzt machen könnte. Ich habe gelernt, alle Eventualitäten beiseite zu schieben. Ich bin topglücklich, beim HSV die Chance zu bekommen, bei einem so großen Klub wieder zu spielen.

MA: Noch haben Sie mit Jaroslav Drobny eine Nummer eins als Konkurrenten. Wie sehen Sie die Situation.
Adler: Die Konkurrenz belebt mich. Ich mache mir da keine Gedanken. Ich achte zwar erst einmal auf mich, bin aber sehr kollegial. Ich spiele kein falsches Spiel und äußere mich nicht öffentlich über meine Kollegen. Ich schätze die Kollegen – auch als Konkurrenten.

MA: In Leverkusen haben Sie einst Jörg Butt die Nummer eins abgenommen.
Adler: Und ich weiß heute, wie er sich gefühlt haben muss. Er hatte moniert, dass es vorbereitet wirkte. Und es kann sein, dass dieser Umbruch gewollt war. Er war ja nicht lange verletzt, sondern hatte nur eine Rote Karte. Aber ich habe das damals nicht so hinterfragt. Ich war jung und wollte einfach nur spielen. Als das gut lief, war ich glücklich. An Jörg habe ich dabei nicht gedacht. Aber ich werde das Gespräch bei Gelegenheit mit ihm suchen.

MA: Sind Fußballer zu egoistisch?
Adler: Das kann man so pauschal nicht sagen. Es ist ja auch nicht leicht für einen Fußballer. Er muss sich durchsetzen, demnach zuerst an sich denken. Zudem sind wir für die Klubs doch auch nur Nummern, die ausgetauscht werden, wenn sie nicht mehr funktionieren. Gerade Torhüter haben es nicht leicht. Wir haben nur eine Position, die wir spielen können – und die Konkurrenz wächst. Immer mehr junge und gute Keeper kommen nach. Sie werden immer besser und sind günstiger. Das ist harte Konkurrenz. Da müssen wir unsere Position immer wieder neu beweisen. Ich habe es als junger Keeper erlebt – und ich werde es irgendwann als alter Keeper erleben. Das ist die große Klammer einer Torwartlaufbahn.

MA: Was erwarten Sie beim HSV?
Adler: Der Verein, die Stadt, das Umfeld und vor allem die Fans bieten alles, was man braucht, um Erfolg zu haben. Dass wir Geduld brauchen – keine Frage. Aber die Klubphilosophie ist gut. Wir wollen etwas aufbauen. Der verein hat einen Plan, mit dem ich mich identifizieren kann. Ich bin davon überzeugt Und eines ist klar, ich komme nach Hamburg, um mit dem HSV Erfolg zu haben.

MA: Wer wird Europameister?
Adler: Ich bin wirklich davon überzeugt, dass wir es diesmal schaffen.

0.09 Uhr

Der DFB-Pokal – und die EM

24. Juni 2012

Der HSV muss nach Karlsruhe. Zu einem Drittliga-Klub – keine Panik. Habe ich am Sonnabend still für mich gedacht. Viele meiner Freunde aber haben jetzt schon wieder arge Bedenken und Befürchtungen. Nämlich der Art, dass der HSV seine Pokal-Tradition beim Drittliga-Vertreter KSC, der ja gerade aus Liga zwei abgestiegen ist, nahtlos fortsetzen könnte. Ich schrieb es bereits, für den HSV war einst, und zwar am 31. Oktober 2000 in Runde zwei, schon frühzeitig das „Finale“ gekommen, denn es gab beim KSC eine 0:1-Niederlage. Und zwar für folgende HSV-Mannschaft: Butt, Kientz, Hoogma, Hollerbach, Kruse (72. Bester), Maul, Spörl, Doll (62. Hashemian), Spörl, Ketelaer, Yeboah (62. Heinz), Präger. Dieses Team, von Trainer Frank Pagelsdorf ins Feld geschickt, liest sich zwar ganz schön und gut, aber wenn man folgende Namen sieht, die damals GESCHONT wurden, dann weiß man, warum es diese Niederlage gab. Es fehlten nämlich: Barbarez, Fukal, Ujfalusi, Mahdavikia, Meijer, Cardoso, Hertzsch, Kovac, Groth, Panadic und, wer es möchte, auch Töfting. Schiedsrichter war in dieser Partie übrigens der Münchner Peter Sippel, und der war in den folgenden Jahren noch zwei weitere Male an Pokal-Pleiten des HSV „beteiligt“.

Allein in diesem Jahrtausend liest sich die Pokal-Bilanz des HSV wie ein fußballerischer Horror-Trip. Einmal wurde zwar immerhin das Halbfinale erreicht, aber ansonsten Pleiten, Pleiten ohne Ende. Und die sehen so aus:

27. November 2001, zweite Runde: 0:2 daheim gegen den VfB Stuttgart,
3. Dezember 2002, Achtelfinale, 0:1 daheim gegen den VfL Bochum (Schiedsrichter Sippel),
3. Dezember 2003, Achtelfinale, FC Bayern – HSV 3:0,
21. August 2004, Runde eins, SC Paderborn – HSV 4:2 – das Skandalspiel unter dem „Unparteiischen“ Robert Hoyzer,
21. Dezember 2005, Achtelfinale, FC Bayern – HSV 1:0 n. V.,
9. September 2006, Runde eins, Stuttgarter Kickers – HSV 4:3 n. V. (Schiedsrichter Sippel),
27. Februar 2008, Viertelfinale, VfL Wolfsburg – HSV 2:1 n. V.,
22. April 2009, Halbfinale, HSV – Werder Bremen 2:4 n. Elfmeterschießen,
23. September 2009, zweite Runde, VfL Osnabrück – HSV 7:5 n. Elfmeterschießen,
27. Oktober 2010, zweite Runde, Eintracht Frankfurt – HSV 5:2,
21. Dezember 2011, Achtelfinal, VfB Stuttgart – HSV 2:1 – ein unverdienter Erfolg der Schwaben. Aber das weiß heute niemand mehr.

Und nun geht es nach Karlsruhe. Wir lassen uns mal überraschen, ich bin aber (immer noch) ganz optimistisch.

So, in einem anderen Punkt muss ich ein wenig zurückrudern. Marcell Jansen hat noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Beide Parteien, der Ex-Nationalspieler und der HSV, haben sich zwar geeinigt, dass demnächst die Unterschrift erfolgen wird – aber das ist noch nicht geschehen. Eventuell ja an diesem Montag. Wobei bis auf die Unterschriften eben alles geklärt ist – also eigentlich nur noch eine Formalie . . .

In Sachen HSV gab es heute nur eine Meldung in den Agenturen, aber die ist durchaus „reiz-voll“:

Der Sport-Informations-Dienst (SID) meldet:

Fußball-Bundesligist Hamburger SV kann auf weitere finanzielle Unterstützung von Unternehmer Klaus-Michael Kühne bauen. „Ich stehe als Investor für neue Spieler durchaus zur Verfügung“, sagte Kühne der WirtschaftsWoche, „allerdings würde ich nur in einer Gruppe investieren.“ Eine ähnliche Aktion im Jahr 2010, als Kühne als alleiniger Investor 12,5 Millionen Euro für sechs HSV-Spieler ausgab und dafür die Rechte an den Transfererlösen erhielt, löste eine Welle von Kritik aus.

Er habe plötzlich in den Schlagzeilen gestanden, „obwohl ich dem Verein nur helfen wollte. Daher würde ich in Zukunft auf keinen Fall mehr den Alleinunterhalter machen, als der ich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde“, äußerte Kühne.

Da geht noch was!
Oder die skeptische Variante: geht da noch was?

Kurz zu einem „netten“ Thema der Bundesliga: Bayer Leverkusen hat ja beantragt, nicht mehr an einem Freitag – und zwar an einem Abend – spielen zu wollen, zu müssen oder zu dürfen. Weil sich Anwohner (neben dem Stadion) über den Lärm beschwert hätten. Dazu sagte Holger Hieronymus, Noch-Geschäftsführer der DFL, in der „Bild am Sonntag“: „Grundsätzlich steht in der Lizenzierungsordnung, dass die Klubs eine uneingeschränkte Nutzung der Stadien gewährleisten müssen.“ Natürlich. Alles andere wäre doch auch Nonsens.

Ansonsten müsste der HSV (auch in meinem Namen – als Mitglied) auch einige Anträge stellen. HSV-Pokalspiele sollten nicht ab sofort mehr von Peter Sippel geleitet werden, und Bundesliga-Begegnungen nicht mehr von Günter Perl (Pullach in Bayern), meinem persönlichen “Freund”, gepfiffen werden. Und dann diese unsäglichen Sonntags-Spiele! Das ist ja überhaupt der Knackpunkt. Zehn dieser Art hatte es in der vergangene Saison für den HSV gegeben. Ein Unding. Da würde ich schon mal ganz stark beantragen, dass der HSV künftig sonntags nicht mehr anzusetzen ist. Ein Grunde dafür müsste sich schon finden lassen. Die enormen Sonntags-Zuschläge in Hamburg, die hohen Reisekosten mit Flugzeug und Bahn, auch höhere Hotelkosten, und überhaupt: sonntags könnte ja auch kein HSV-Spieler und kein -Trainer mehr in die Kirche gehen.

Dann gab es da noch eine Meldung über den „ewigen Loddar“ – Matthäus. Auf Vox gibt es nun eine Reality-Doku „Lothar – immer am Ball.“ Und das ist er ja tatsächlich. Kürzlich saß er bei „Lanz“, im Kreise anderer Fußball-Experten. Ich habe da mal reingezappt und ihm, dem „Loddar“, mal intensiv zugehört. Staunend, wie ich zugeben muss. Da hat der „Loddar“ nämlich viele gute und passende Dinge über den Fußball gesagt. Sodass Markus Lanz einmal sagte: „Sie sollten etwas mit Fußball machen . . .“ Weil Matthäus alles super erklärt hatte, was da lief und was warum nicht so gut war. Wie gesagt, ich staunte. Und dachte so bei mir: „Mensch, der Loddar, der kann es ja tatsächlich. Wenn er nun noch zugänglicher wäre, also nicht so unnahbar, nicht so unantastbar für seine Spieler, dann wäre der bestimmt ein sehr guter Trainer – ein sehr, sehr guter sogar.“

Aber dann müsste dieser „Überflieger“, dieser „Hans Dampf in allen Gassen“, endlich einmal vor allem eines machen: sich selbst auf „normal“ zurückfahren. Solange er glaubt, dass er der Nabel der Welt ist, dass sich alles nur um ihn zu drehen hat, solange wird das nichts mit dem Trainer Matthäus – jedenfalls nicht in Deutschland. Wenn ihm das mal einer sagen und dann auch beibringen würde, dann wäre er, so glaube ich, bestimmt ein exzellenter Trainer. Aber dazu gehört eben auch, dass man sich nicht mit den Händen tief in den Hosentaschen vor die Mannschaft stellt, um ihr etwas zu erklären. Dazu gehört auch keine „koddrige Schnauze“, dazu gehört auch ein wenig Demut. Und von solchen Sachen hat ein Weltstar wie er ganz sicher noch nichts gehört. Schade eigentlich, denn er hätte es wohl schon drauf, der gute „Loddar“.

Wo ich gerade bei Ansprache war. In diesen Tagen und Wochen werden ja wieder einmal die Kommentatoren von ARD und ZDF heftig kritisiert. Wie immer, möchte ich mal sagen. Das gibt es bei jedem großen Turnier, bei jedem großen Spiel. Aber nur deshalb, weil „Mann“ es ohnehin keinem recht machen kann. Diese öffentlich-rechtlichen Herren können doch erzählen was sie wollen, sie werden es nie gut genug machen. Die einen finden es zwar ganz okay, andere wiederum sind begeistert, viele sind aber einfach nur genervt von dem „Gesabbel“. Ich finde ja, dass die Jungs ihren Job bestens machen, und dass man mal (als Fan) über den Dingen stehen sollte. Fachlich haben sie es alle drauf, der eine mehr, der andere weniger. Sie alle aber werden mit Informationen über die beteiligten Mannschaften, Spieler, Trainer, Fans und sonstiges Umfeld versorgt. Ich möchte fast sagen, dass da Tonnen an DIN-A-4- Blätter angeschleppt werden, um die Zuschauer bestens informieren zu können. Daran kann es also nicht liegen, denn es fehlt an nichts. Und wenn der eine zu viel und der andere zu wenig redet? Der eine (Zuschauer) mag es, der andere ((Zuschauer) eben nicht – so ist das Leben. Und wenn einer mal etwas zu viel „Mist“ erzählt? Geht uns das nicht allen mal so?
Nein, ein Fußball-Kommentator kann ganz einfach nicht gewinnen, das ist jedem, der diesen Job macht, vorher schon hundertprozentig klar. Aber wir Konsumenten sollten eventuell ein wenig nachsichtiger sein – oder es werden.
Und wer überhaupt total genervt ist, der sollte den Ton abstellen. Ganz einfach (wäre das).
Um das aber mal zu bekennen: Ich bleibe bei Bela Rethy, Gerd Gottlob und Tom Bartels auf jeden Fall „auf Sendung“ – und „auf“ Ton.

Bei der Gelegenheit. Rethy hatte auch diesen netten Spruch parat:

„Er erklärt ihr die EURO, sie erklärt ihm den EURO.”

(Der ZDF-Live-Reporter vor dem Viertelfinale Deutschland-Griechenland mit Blick auf die Ehrentribüne: Bundeskanzlerin Angela Merkel neben Uefa-Präsident Michel Platini)

Womit wir auch schon mitten in der EM wären. Ich gebe ja zu, dass ich während des Spiels Deutschland – Griechenland einige Mal aufgesprungen bin. Vor Entsetzen (Fehlpässe von Badstuber und Schweinsteiger, Stoppversuche von Klose), vor Ärger und vor Enttäuschung (vergebene Torchancen). Aber, so lese ich jetzt, auch der Bundestrainer ist mal (während des Spiels!) in den Kabinengang geflüchtet. Das war in der 25. Minute. Und „Jogi“ Löw gibt zu: „Ich habe mich einfach geärgert. Wir hatten zuvor drei, vier Chancen, aber wir haben kein Tor gemacht. Ich war ein bisschen sauer über die verpassten Möglichkeiten. Das waren eben Emotionen, die da rausgekommen sind.“ Genau. Wie bei mir . . .
Und bei euch?

Besonders bei den vielen unglaublichen Fehlpässen von Bastian Schweinsteiger sind mit mir die Gäule durchgegangen. Der Bayern-Profi hat mit diesen Bällen seinen Marktwert (fast schon dramatisch) heruntergefahren. Dass ein solcher Weltklasse-Mann solche verheerenden Fehlpässe spielen kann – ich kann es heute noch nicht glauben. Er selbst sagt ja auch: „Das darf einem Spieler wie mir nicht passieren.“ Dann hat er aber auch eine Erklärung für seine Schwäche-Periode parat: „Um ehrlich zu sein, macht mir der Knöchel Sorgen. Es geht um kleine Bewegungen, um Explosivkraft.“

Bitte, Herr Bundestrainer, nehmen Sie diese Geschenk an. Schweinsteiger hat Ihnen keinen Elfmeter vor die Füße gelegt, nein, er hat den Ball schon auf die Torlinie gerollt. Sie, lieber Herr Löw, müssen nur noch verwandeln . . .

Eine bessere Vorlage kann es nicht geben. Schweinsteiger weiß genau, dass er nicht in Bestform ist, dass er (wohl) auch nicht mehr (während der EM) in Bestform kommen wird. Nun ist „Jogi“ Löw aufgefordert, zu handeln. Ich habe es ja schon bei „Matz ab live“ erklärt: Das ist noch der Unterschied zwischen der deutschen und der spanischen Mannschaft. Spanien hat in den eigenen Reihen nie (behaupte ich) einen so krassen Ausfall wie Deutschland nun mit Schweinsteiger. Und dazu Klose beim Versuch, den Ball stoppen zu wollen, und Badstuber mit seinen kümmerlichen Versuchen, Pässe an den eigenen Mann bringen zu wollen. Bei Spanien dagegen spielen alle wie Maschinen, konstant und gut von der ersten bis zur letzten Minute. Da gibt es nicht einen „Schweinsteiger“. Reinhold Beckmann hat Mehmet Scholl (in der ARD) ja zu den Spaniern befragt. Ganz einfach, diese Frage: „Warum nimmt man den Spaniern nicht einfach mal den Ball weg?“ Scholl: „Weil das nicht ganz so einfach ist. Da ist nämlich jeder Spieler perfekt am Ball.“ Genau. Und wir (Deutschen) schenken dem Gegner den Ball durch unzählige Fehlpässe einfach so mir nichts dir nichts her.

Herr Löw, bitte übernehmen Sie!

Bei der Gelegenheit. Kürzlich schrieb ich hier ja über Mario Gomez und Miroslav Klose. Und nebenbei bemerkte ich, dass bei mir keiner von beiden spielen würde, sondern Marco Reus.
Ich finde, dass der Bundestrainer ruhig öfter (und früher) mal auf mich hören sollte und könnte . . .
Nein, bitte nicht explodieren, das war ein Scherz am Rande.

Drei kleine EM-Notizen zum Schluss:

Innenverteidiger Holger Badstuber muss keine Angst davor haben, ein mögliches EM-Finale zu verpassen (wie schon das Champions-League-Finale). Der Münchner sah zwar gleich im ersten Spiel Gelb (gegen Portugal), aber diese Karte wurde nach der Vorrunde gelöscht. Gäbe es nun im Halbfinale Gelb für Badstuber, wäre das seine „erste“ Gelbe Karte – also keine Sperre. Gilt auch für Jerome Boateng.

Dann ist, ganz erstaunlich, Deutschland eigentlich schon Europameister. Wenn man der Statistik Glauben schenken darf. Nach der hat nämlich der spätere Europameister immer sein erstes (Vorrunden-)Spiel gewonnen. 2012 haben fünf Teams ihr erstes Spiel gewonnen, aber nur noch Deutschland ist von diesen Erstrunden-Siegern noch im Turnier verblieben . . .

Und ganz zum Schluss ein netter Spruch von einem ganz „harten Hund“. Spaniens Sergio Ramos ist ja für mich der „Knochen“ dieser EM. Wo er auch auftaucht, wo er auch hinlangt – da wächst kein Gras mehr. So kannte ich den Abwehrmann noch gar nicht, aber das mag auch eine Bildungslücke von mir sein. Dieser Ramos sagte nun aber etwas, was bestens zum Muttertag passen würde:

„Auf dem Spielfeld die Liebe der Familie zu spüren, ist unbezahlbar. Danke, Familie! Ich liebe euch. Mama, ich schicke dir einen Kuss.“

Gibt es einen besseren Schluss?

PS: Heute gibt es noch einen kleinen Nachschlag. Gegen Mitternacht wird euch „uns Scholle“ noch mit einem besonderen Interview überraschen. Bis dahin – genießt die Zeit (des großen Regens).
Es ist ja alles so ätzend, wo bleibt der Sommer?

17.10 Uhr

HSV im DFB-Pokal beim KSC

23. Juni 2012

Nun weiß auch Joachim Löw, wie es beim HSV immer gewesen ist – früher. Der Bundestrainer sucht einen „Verräter“, einen Mann in seinem Kader, der Geheimnisse ausplaudert. Geheimnisse, die eigentlich bis zum Anpfiff des Viertelfinalspiels Deutschland gegen Griechenland auch geheim bleiben sollten. Denkste. Stunden vorher war alles schon publik geworden. Einer plaudert nämlich immer. Obwohl ich in diesem Fall sogar den Verdacht habe, dass es gleich mehrere gewesen sind. Aber es ist tatsächlich wie früher beim HSV im Aufsichtsrat. Das, was hinter verschlossenen Türen gesprochen und beschlossen wurde, sollte geheim bleiben, aber es stand bereits am nächsten Tag – natürlich – in den Zeitungen. Gefunden wurden die Plauderer nie. Der Gipfel war: Als AR-Boss Udo Bandow einst eine Sitzung einberief, um den Dampfplauderer zu entlarven, da ließ er von jedem eine Eidesstattliche Erklärung unterschreiben, dass derjenige NICHTS verrate hatte. Natürlich nicht. Denn alle unterschrieben . . . Und es standen auch danach weiterhin fast alle geheimen Beschlüsse tags darauf in der Zeitung – welche auch immer. Löw wird ebenso rätseln – aber er wird nichts finden. Damit muss auch ein Bundestrainer heutzutage immer rechnen. Bitter genug, denn so schneidet sich der Spieler, die Spieler, die Mannschaft bestimmt auch mal ins eigene Fleisch – gegen diese harmlosen Griechen ist es zum Glück noch einmal gut gegangen.

Die Frage, die meine Freunde mir heute immer wieder stellten war die: „Waren wir nun so gut, oder war Griechenland einfach zu schlecht?“ Letzteres war wohl der Fall. Wenn ein (deutscher) Torwart bereits in Halbzeit eins an der Mittellinie auftaucht, dann spricht das doch für sich. Das war auch eine Art von Anti-Fußball, man muss es so krass und so hart formulieren. Aber nun geht für die deutsche Mannschaft die EM ja auch erst richtig los. England oder Italien, das ist nun die Frage. Es ist ja auch diesmal kein Wunschkonzert, aber selbst wenn es eines wäre, ich wüsste nicht, wen ich mir für die Löw-Auswahl wünschen sollte. Italien kann von Haus aus Defensive, hat aber im ersten Spiel (gegen Spanien!) bewiesen, dass die Mannschaft auch offensiv viel gelernt hat. Das 1:1 damals hat mir imponiert, die Spielweise der Italiener sehr gefallen – ich war überrascht. Und England? Seit sich der FC Chelsea gegen Barcelona und gegen die Bayern den Champions-League-Titel ermauert hat, wissen die Engländer, wie man auch zu einem Titel kommen kann. England spielt defensiv fast schon besser als Italien – und die Italiener haben es einst erfunden (nicht die Schweizer!).

Mal abwarten, was sich „Jogi“ Löw im Hinblick auf Donnerstag einfallen lässt. Und ob das dann, was er für das Halbfinalspiel plant, auch tatsächlich bis zum Anpfiff geheim bleibt. Wäre schon wünschenswert. Und ich denke ja, dass der Bundestrainer wieder auf die Formation der ersten drei Begegnungen zurückgreifen wird. Mir wäre wohler dabei, obwohl ich damit auch die „Kröte“ namens Podolski schlucken müsste. Den Noch-Kölner würde ich schon lieber auf der Bank sitzen sehen, dafür wünschte ich mir Marco Reus auf links. Rechts wieder Thomas Müller, in der Mitte Mario Gomez für Miroslav Klose, der bis auf sein Tor zum 3:1 nicht viel auf die Beine gebracht hat. Und sein Tor wurde ihm ja vom griechischen Keeper total geschenkt. Nur deswegen stieg der Schalker Papadopoulos, der zuvor (bei dieser EM) 95 Prozent seiner Kopfballduelle gewonnen hatte, nicht mit Klose in die Luft. Er hat sich auf den Torwart verlassen – und war damit verlassen genug.

Kurz noch einmal zu „Jogi“ Löw und seine überraschende Aufstellung. Ich bin mir sicher, dass der Bundestrainer dass deswegen gemacht hat, weil er sich das gegen diese sturmschwachen Griechen erlauben konnte, und weil er so einige Ersatzleute bei Laune gehalten hat. Es mehrten sich ja die Stimmen, die davon sprachen, dass es sehr unangenehm und ungewohnt sei, nicht von Beginn an (wie in den Heimatvereinen) zu spielen. Nun haben einige gespielt, sie wissen jetzt auch, wie schwer das sein kann – und wenn Löw nun wieder etwas ändert, dann werden sie, die zuletzt dabei waren, ihren Mund eben nicht mehr so voll nehmen. Glaube ich jedenfalls. So hat Löw auf jeden Fall auch einige schon etwas schmollende Ersatzleute wieder ein wenig mehr auf seine Seite gebracht. Er ist eben nicht nur ein Taktik-Fuchs . . . Denn: Gomez, Müller und Podolski wurde nun vor Augen geführt, dass sie ersetzbar sind – die werden sich nun doppelt und dreifach reinhängen. Alles nur zum Wohle des Teams.

Trotz allem – es gab ja nicht nur Erfreuliches in und um dieses Spiel herum. Bastian Schweinsteiger wird wahrscheinlich nie wieder so viele Fehlpässe spielen, wie in diesen 90 Minuten. Das war fast schon unerträglich, dass ihm selbst die einfachsten Pässe (über sechs, sieben Meter) nicht gelingen wollten. Unfassbar. Ähnlich Holger Badstuber, der in Halbzeit eins einen Ball nach dem anderen zum Gegner oder ins Aus beförderte. Das darf in einem „engen“ Spiel niemals passieren, denn dann ist der Ofen aus. Ganz sicher. Zudem ist es ja schön und gut, wenn Andre Schürrle auf links seinen Gegenspieler umkurvt und dann zur Mitte zieht – aber muss er dann immer gleich losballern? Wenn ja, dann sollte er auch immer versuchen, dass Tor zu treffen. Schürrle hatte schon eine extreme Streuung. Und zum Schluss hätte er einige Male super in die Mitte flanken können, weil er dann doch den Platz dazu hatte – aber entweder zauderte er, oder er brach den Versuch einer Flanke schnell wieder ab und legte den Rückwärtsgang ein. Da hätte ich mir schon einen „echten“ Linksfuß gewünscht, der auch flanken kann – es muss doch nicht gleich Podolski sein . . .

Und hinten? Da gibt es auch bei Jerome Boateng, der einst von Hamburg aus in die große und weite Fußballwelt hineinspazierte, noch viel Luft nach oben. Sehr viel sogar. Er wirkt mir immer noch zu sehr so, wie er einst beim HSV begonnen hat: phlegmatisch. Und er war ja auch bei beiden Gegentreffern der Griechen nicht unbedingt im Bilde. Wobei ich sowohl beim ersten als auch beim zweiten Tor den Schiedsrichter nicht unbedingt auf Ballhöhe sah. Beim 1:1 hätte der Slowene Skomina sonst gesehen, dass Torschütze Samaras vorher Boateng im Laufduell am Trikot festgehalten und zurückgezogen hat. Das sah man im Fernsehen ganz deutlich, dadurch geriet der Wahl-Münchner ein wenig außer Tritt und in Rückstand (gegenüber seinem Kontrahenten). Der Grieche verschaffte sich durch das Zupfen einen entscheidenden Vorteil. Hätte der Schiedsrichter eigentlich sehen müssen.

Und beim 2:4? Das war doch ein lächerlicher Elfmeter. Boateng dreht sich zur Seite, wird aus nächster Nähe angeschossen – und der Mann in Schwarz zeigt auf den Punkt. Unfassbar. Unfassbar dumm auch. Ich will hier keine Verschwörungs-Theorie konstruieren, aber ich habe das stete Gefühl gehabt, dass Skomina lange Zeit auf eine solche Situation gewartet hat. Ich kann dazu nur sagen: Wolfgang Stark durfte nach nur einem Fauxpas gleich seine Koffer packen – und der Ungar Kassai, den ich für den zurzeit weltbesten Unparteiischen halte, ebenfalls. Das empfinde ich als ungerecht. Im höchsten Maße sogar. Wobei ich im Fall von Stark denke, dass er auch deswegen seine Koffer packen musste, weil Deutschland ja noch immer im Turnier vertreten ist – und egal wie er das nächste Spiel auch gepfiffen hätte, zu irgendeiner Seite wäre der eine oder andere Pfiff dann doch ausgelegt worden . . .

Aber, um das abschließend zu sagen (und zu fragen): Elfmeter war das doch nicht, oder?

Auch „uns Scholle“ sprach ja bei „Matz ab live“ von einem „lächerlichen“ Strafstoß – ohne dass wir uns abgesprochen hatten. Womit ich bei der gestrigen Sendung bin. Im „Champs“ herrschte eine wundervolle Atmosphäre, und wir hatten mit Tolgay Arslan, der Stunden zuvor gerade einen neuen Vertrag unterschrieben hatte, einen großartigen Gast. Einen Gast. Sonst hatten wir immer zwei, wollen auch immer zwei haben – aber diesmal sagte uns ein Gast ab, und da alle unsere Versuche, einen „Ersatz“ zu bekommen, scheiterten, blieb Arslan eben allein.

Aber, das möchte ich ausdrücklich sagen, das war kein Nachteil. Weder für ihn, noch für uns. Dafür, dass dieser junge Mann erst 21 Jahre alt ist, hat er sich großartig „verkauft“.

Es hat uns wirklich Spaß gebracht, Tolgay, du hast das wirklich bravourös gemacht. Und nochmals ein herzliches Dankeschön für Dein Kommen.

Das war einfach ein gelungener Auftritt – und er war in allen Lagen souverän. Wenn ich dazu dann nur wenig später Marco Reus in Danzig vor der ZDF-Kamera sah, wie der Noch-Gladbacher da ein wenig verlegen herumstammelte (kein Vorwurf, so etwas muss und will gelernt sein), dann war dieser Arslan-Auftritt wirklich gekonnt. Und auch ein Beispiel für alle anderen jungen HSV-Profis, wie man es machen kann – und vor allen Dingen, dass man es machen kann. Wer bei „Matz ab“ auftritt, der lernt etwas fürs Leben, denn der ist dann, wenn das „richtige“ Fernsehen kommt, schon mal gewappnet, dass die Kamera, die da vor dem eigenen Gesicht auftaucht, gänzlich ungefährlich ist. Aber Arslan hat es, nun ist auch Schluss damit (musste ich aber loswerden), wie ein „Alter“ gemacht.

Apropos: Ein „alter Hase“ hat nun ja auch seinen Vertrag verlängert, und zwar Marcell Jansen. Und zwar bis Sommer 2015. Der frühere Nationalspieler soll ja, so wünschen es sich Trainer und Sportchef, Verantwortung übernehmen und in eine Führungsrolle hineinschlüpfen, ich wünsche ihm (und dem HSV) dabei viel, viel Glück. Und dass sich die Verletzungen in Grenzen halten, aber das war in der angelaufenen Saison ja auch lange nicht mehr so schlimm wie einst.

So, ein Schritt in die neue Saison wurde heute schon gemacht, nämlich die erste Runde im DFB-Pokal wurde ausgelost. Der HSV muss zum Zweitliga-Absteiger Karslruher SC. Kein Freilos. Und unter Frank Pagelsdorf gab es dort einst schon mal ein frühes Pokal-Aus für den HSV . . . Gespielt wird entweder am 17. August, am 18. August, 19. August oder am 20. August.

PS: Am Donnerstag, nach dem Halbfinale, sind wir wieder im „Champs“ zu Gast, werden nach dem Spiel dann erneut mit „Matz ab live“ auf Sendung sein. Diesmal hat die Übertragung ja fehlerfrei geklappt, so soll und wird es bleiben. Sicher. Was uns noch gefehlt hat, das waren eure Fragen. Mehr davon. „Scholle“ beobachtet eure Zuschriften genau, ist immer auf „Ballhöhe“ – ihr müsst euch nur trauen.

18.33 Uhr

Matz ab live zum EM-Viertelfinale gegen Griechenland

22. Juni 2012

Arslan hat für drei weitere Jahre unterschrieben

22. Juni 2012

Das ist mal Timing. Tolgay Arslan, unser heutiger Gast bei „Matz ab live“, hat heute seinen Vertrag mit dem HSV vorzeitig verlängert. Der 21-Jährigeunterschrieb einen neuen Kontrakt, der bis zum 30. Juni 2015 läuft. Wir werden am Abend sicherlich auch diesen Punkt mit dem Mittelfeldspieler, der 2009 von Borussia Dortmund zum HSV gekommen ist und in der Saison 2011/11 an Alemannia Aachen ausgeliehen war, besprechen. Neben Arslan, der 13 Erstliga-Spiele (ein Tor) für den HSV gemacht hat, stand ja auch die Vertragsverlängerung von Marcell Jansen unmittelbar bevor, das soll auch weiter der Fall sein, aber Vollzug wird wohl erst Anfang nächster Woche vermeldet.

Und dann ist noch ein alter Bekannter aufgetaucht: Boubacar Sanogo. Keine Angst, der Erfolglos-Stürmer kommt nicht wieder zum HSV zurück. Er soll vielmehr in den nächsten Tage ein Probetraining beim Zweitliga-Vertreter FC Energie Cottbus absolvieren. Ich bin deswegen ein wenig erstaunt, weil ich von Sanogo schon seit Jahr und Tag nichts mehr gehört und gelesen habe. Dabei ist der ehemalige HSV-Profi erst 29 Jahre alt. Er hat ja von 2006 bis 2007 31 Bundesliga-Einsätze für den HSV gehabt, dabei vier Treffer erzielt. Sanogo ist derzeit ohne Verein und stand zuletzt beim französischen Erstliga-Klub AS Saint Etienne unter Vertrag.

Ja, ansonsten herrscht in Sachen HSV weiterhin Ebbe. Und zwar totale Ebbe. Alle Medienvertreter „nuckeln“ inzwischen nur noch auf dem Daumen . . . Mein dapd-Kollege Andreas Hardt hat derweil einmal eine Zusammenfassung in den Umlauf gebracht, wie es beim HSV zurzeit aussieht:

Der HSV und die Quadratur des Kreises

Der Verein sucht Klassespieler und hat kein Geld – Keine Angebote für die „Ladenhüter“

Klare Vorgaben des Aufsichtsrates

Zehn Tage noch bis zum Trainingsauftakt. Nur noch zehn Tage. Die Pläne von Trainer Thorsten Fink für die ersten Wochen der Saisonvorbereitung beim Hamburger SV sind wahrscheinlich längst im Stadium der Feinabstimmung. Testspiele sind gebucht, Trainingslager auch, darunter sogar eines in Südkorea. Aber welche Spieler er zum Beginn der Vorbereitung auf die 50. Bundesliga-Saison genau begrüßt, das weiß Fink noch nicht. „Für jeden Trainer ist es schön, wenn er sein Team schon am Anfang komplett hat“, sagte Fink der „Bild“, „aber wir wollen nichts überstürzen. Wir wollen charakterlich und fußballerisch gute Leute holen.“

Das ist ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist, dass der Verein nicht genug Geld hat, um mal eben auf dem Transfermarkt zuzuschlagen, wenn ihm ein Spieler auffällt. „Wir müssen abwarten, bis wir Spieler verkauft bekommen“, sagte Sportchef Frank Arnesen dem „Hamburger Abendblatt“. Der Däne ist bei der EM für einen TV-Sender als Experte unterwegs, gleichzeitig redet er mit Beratern und sondiert den Markt: „Ich habe hier schon einige gesehen, die uns helfen könnten. Aber die kommen nicht.“

Wie zum Beispiel auch der Schweizer Granit Xhaka. Der hochtalentierte Mittelfeldspieler vom FC Basel wäre sogar von HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne finanziert worden, entschied sich aber trotz seines einstigen Förderers Thorsten Fink für Borussia Mönchengladbach. Die spielen Champions-League-Qualifikation.

Vor allem einen kreativen-offensiven Mittelfeldspieler braucht der Verein. Viel Qualität für wenig Geld – das ist die Quadratur des Kreises. „Wir haben rund zehn Leute auf der Liste, die uns interessieren“, sagt Trainer Fink, „aber für null Euro einen Mittelfeldspieler mit Klasse zu kriegen, das kann man vergessen.“

Bei Innenverteidiger David Abraham dachte der HSV bereits, ein günstiges Schnäppchen gemacht zu haben. Ablösefrei sollte der 25-Jährige aus Basel kommen. Dann tauchte plötzlich ein Vorvertrag mit dem FC Getafe in Spanien auf. Und die wollen vier Millionen Ablöse. „Das zahlen wir auf keinen Fall“, betonte Arnesen, „Abraham und sein Berater müssen die Sache klären.“ Der Wechsel scheint geplatzt.

„Vom Aufsichtsrat haben wir die klare Marschroute zu sparen“, sagt Arnesen. Also müssen zunächst einige Spieler von der Gehaltsliste. Die interne Streichliste ist einigermaßen bekannt. Torwart Jaroslav Drobny, der von Rene Adler ersetzt wird, soll gehen. Ebenso der glücklose Stürmer Markus Berg, Robert Tesche, Slobodan Rajkovic, Per-Ciljan Skjelbred und auch „Skandalprofi“ Paulo Guerrero, der den Etat mit rund vier Millionen Euro jährlich belastet.
An Guerrero soll der SSC Neapel interessiert sein, war gerüchteweise zwischenzeitlich zu hören. Arnesen wäre froh, wenn es so wäre. Er muss aber einräumen: „Uns liegt kein offizielles Angebot für unsere Spieler vor.“

Marcell Jansen und Tolgay Arslan dagegen sollen bleiben. Die Verhandlungen über Vertragsverlängerungen mit den beiden Mittelfeldspielern sind weit fortgeschritten und stehen kurz vor dem Abschluss. Neben Adler stehen auch Maximilian Beister und Stürmer Artjoms Rudvens als Zugänge fest. „Wir haben drei Spieler verpflichtet“, sagt Fink, „das ist doch schon relativ viel.“
Aber bei weitem nicht genug.

Kurze Anmerkung dazu: Arslan hat bekanntlich untershcrieben – und dann dies: „Uns liegt kein offizielles Angebot für unsere Spieler vor.“ Wenn ich so etwas immer lese . . . Natürlich liegt kein „offizielles Angebot“ vor. So geht der Transfermarkt ja auch nicht. Da führt man erst einige lockere Gespräche, dann konkretere Gespräche – und dann legt man eventuell mal ein „offizielles Angebot“ auf den Tisch. Wenn man mit dem betreffenden Spieler Einigung erzielt hat . . . Aber es ist ja wie es ist: Gut Ding will eben Weile haben – auch beim HSV. Aber es ist schon ein fürchterlich zähes Geschäft im Moment. Kann mich nicht erinnern, dass es jemals so zähflüssig war wie jetzt.

So, wir kommen kurz noch zur EM – die gibt es zum Glück ja immer noch. Wenn der Bundestrainer das wahr macht, was bislang aus Danzig durchsickerte, dann ist das sehr, sehr mutig von „Jogi“ Löw. Ich habe ihn ja heute versucht ein wenig zu adeln (im Abendblatt) – hoffentlich riskiert er da gegen die Griechen nicht zu viel. Wenn er nun Mario Gomez, Lukas Podolski und Thomas Müller rausnimmt, um Miroslav Klose, Andre Schürrle und Marco Reus zu bringen, dann ist das zwar enorm mutig, aber: Geht der Schuss dann nach hinten los, bekäme Löw mit Sicherheit einige größere Probleme mit seinen Kritikern. Ich finde es aber gut – es ist ein wenig “unorthodox”, aber auch überraschend. Wobei ich auf Müller niemals verzichtet hätte. Und Schürrle ist ein Mann, der sprinten kann, aber zu einem Sprint braucht man auch Platz – und den wird es heute für keinen Deutschen geben.
Abwarten.

Ein anderes Thema. Ein internes. Die Moderatoren haben mir heute eine Mail von „Rauten-Hannes” ans Herz gelegt, die durchaus lesenswert ist – auf jeden Fall lädt sie zum Nachdenken ein. Viel Spaß dabei:

Moin, Moin,

ja der HSV, die wohl schlechteste Truppe die bisher europaweit im bezahlten
Profifußball aufgelaufen ist. Natürlich gibt es auch andere Vereine, die
sich nicht regelmäßig mit Ruhm beklecksen, aber so abgrundtief
dilettantisch wie beim HSV, das findet man, zumindest in Deutschland, nicht
mal in der Kreisliga. Keine Ideen, weder sportlich, noch wirtschaftlich.
Ein hoch bezahlter Apparat verwaltet den anhaltenden Missstand. Alle
handelnden Personen permanent überfordert, alle Spieler nicht mal
playstationfähig. Ja, das ist der HSV 2012!!!!!!!

Meinen zumindest viele „Experten” in einem kleinen renitenten,
unbelehrbaren gallischen Internetblog des Hamburger Abendblatts. Ja dieser
unverwüstliche, zähe ca. 20 Teilnehmer umfassende “Expertenkreis” (durch
Sperren, mal mehr, mal weniger), wird nicht müde den verbleibenden Rest von
ca. 100 ständigen Teilnehmern im Blog aufzuzeigen, dass der Ball zwar rund
ist, aber ganz sicher nicht beim HSV. Ganz zu schweigen von den
Trillionen-Lesern, die sich nicht aktiv beteiligen.

Jeder andere Verein in Europa wäre glücklich über so einen Internet-Blog,
würde diesen als Bibel für das tägliche Handeln eins zu eins umsetzen und
binnen kürzester Zeit unaufhaltsam an die Spitze des europäischen
Vereinsfußballs stürmen. Aber was gilt schon der Prophet im eigenen
Lager ??????

Nein, im Grunde ist es Perlen vor die Säue schmeißen. Die kommende Saison
kann nur im sicheren Abstieg enden. Wenn nicht sportlich, dann sicher im
wirtschaftlichen Zwangsabstieg. Es wird nichts aber auch gar nichts
beachtet, was in diesem Blog, zum Teil schon seit Jahren, bekannt ist und
angeprangert wird. Keiner der verantwortlichen im Verein ist auch nur
ansatzweise bereit, sich mit der im Blog stetig aufgezeigten schonungslosen
Wahrheit auseinanderzusetzen.

Ein Sportdirektor der weder selbst im Stande ist wertvolle Spieler für den
Verein zu rekrutieren, noch unnütze dem Verein und den sportlichen Zielen
negativ gegenüber stehende Spieler (fast alle) zu verkaufen. Wenn dieser
Sportdirektor es noch nicht mal selbst schafft, wird es um so
unverständlicher, dass er sich nicht mal um mindestens 3-4 Spieler kümmert,
die ihm in diesem Blog doch täglich als wirkliche Verstärkungen präsentiert
werden und diese würden dann auch sofort helfen. Wobei es sowieso
unverständlich ist den Sportdirektor jährlich mit ca. 2 Mio EURO zu
entlohnen, wenn es doch offensichtlich ist, dass jeder „Blog-Experte”
diesen Job zwischen 12 und Mittag erledigen würde – und das auch noch
erfolgreich.

Und dann der Trainer! Trainer für was????? Vielleicht Hallenhalma, aber
sicher nicht für bezahlten Profifußball. Vorbereitung noch nicht mal
begonnen und redet schon wieder von „Qualität im Kader”. Qualität beim
Auslaufen oder Qualität auf Malle vielleicht. Aber was will man schon
verlangen von einem Trainer, der einen ehemaligen Türsteher zum Training
von Kraft und Kondition einsetzt???

Der mit seinem manipulierten Bayern-Gen ist ein Fall für das europäische
Landwirtschafts-Ministerium, aber nicht für den Profifußball.

Der Restvorstand inklusive Vorsitzenden? Na, die kannst du schon gleich
vergessen. Ist ganz egal zu welchem Lager du da gehörst, sie können nichts,
gar nichts. Entweder auf Grund des, den Verein noch in hundert Jahren
lähmenden, unsäglichen Erbe Hoffmanns oder aber weil diese Flachpfeifen
sowieso nichts, aber auch gar nichts können. Aber was will man verlangen??
Ein FDP-Politker mit der CDU-Taktik des Aussitzens, ein wirtschaftlicher
Manager der das Wort Sponsorvertrag vermutlich nicht buchstabieren kann und
ein Vorstand für Mitglieder der sowieso nur das Wohl von ca. 1500 SC’lern
im Auge hat. Nicht mal Ochsenzoll kriegt der aufgelöst. Aber die Wurst im
Stadion schmeckt und bleibt preisstabil. Ist doch schon mal was.

Beim Aufsichtsrat kannst Du Dir auch ein Bild wie Jesus mit seinen Jüngern
beim letzten Abendmahl vorstellen und dann immer mit Dartpfeilen drauf, da
triffst Du nie den Falschen.

Ja Leute, so sieht es aus, schonungslos, der HSV ist am Tor zur Hölle
angekommen. Eine Umkehr kaum noch möglich. Nicht verschollen im Meer des
Mittelmaßes, nein abgesoffen im tiefen Meer des Dilettantismus. Eine Umkehr
kaum noch möglich, der Abgrund schon überschritten und nur noch an einer
Hand hängend quasi dem Tode geweiht.

Es sei denn: ALLE MACHT DEN ca. 20 ” BLOG-EXPERTEN ” !!!!!!!!

Oder vielleicht doch nur für Ruhe im Verein sorgen, selbst Ruhe bewahren,
selbst keine Unruhe stiften, die Vorbereitung und den Start und die
Entwicklung der neuen Saison abwarten. Vor allem aber endlich den
handelnden Personen trauen, zu trauen und unterstützen.
Zum Glück ist dieser Blog informativ, kurzweilig, zuweilen lustig und auf
jeden Fall von HSV-Fans bestimmt.

Ein noch größeres Glück aber ist es, dass dieser Blog nicht der Nabel der
Welt ist!!!!!!!!!!!!!!

Darauf trinken wir heute einen. Und noch einen auf den deutschen Sieg über Griechenland – auch wenn das ähnlich zäh werden dürfte, wie die derzeitige Berichterstattung über den HSV.

Nun werde ich mich aufmachen ins “Champs”, wo wir nachher auf Sendung sein werden. Ich gehe jedenfalls ganz fest davon aus, denn wir haben nun ein (Übertragungs-)Equipment, mit dem wir auch vom Mond senden könnten – oder so ähnlich weit. Wir würden uns auf jeden Fall sehr freuen, wenn ihr als Zuschauer mit von der Partie sein würdet Bis dann.

17.52 Uhr

Was wird das bitte für ein Freitag….?

21. Juni 2012

David Jarolim ist entspannt. Zurecht. Immerhin hat er schon Jahrzehnte als so genannter Vorkämpfer seinen Kollegen als Beispiel für unermüdlichen Einsatz gedient. Dass er beim HSV ausgedient hat – okay. Ansichtssache. Aber dass er weitermacht – sicher. Nur wo ist noch offen. „Ich hatte schon einige Gespräche und gute Angebote, die sich teilweise wieder zerschlagen haben.“ Aus sportlichen, familiären und monetären Gründen. Aber auch, weil sich die potenziellen Interessenten anders orientiert haben. „Das ist auch okay“, sagt Jarolim, der momentan in Prag bei seiner Familie zu Besuch ist, „warum sollten sich nur Spieler entscheiden? Ich komme damit gut klar. Letztlich will ich einen Klub der zu 100 Prozent von mir überzeugt ist, und von dem ich 100-prozentig überzeugt bin. Nur so kann es funktionieren. Und dabei lasse ich mir die nötige Zeit.“

Klingt logisch. Und dennoch erwartet auch Jarolim, dass es in den nächsten Tagen zum Abschluss kommen könnte. „Es laufen Gespräche. Gute Gespräche“, so der Tscheche, der seinen Tschechen vor der EM nicht zugetraut hätte, über die Gruppenphase hinauszukommen – sich allerdings über diese Fehleinschätzung nicht ärgert. Im Gegenteil: „Schon das Viertelfinale ist für uns ein riesiger Erfolg, der uns vielleicht auch wieder ein wenig Aufschwung geben wird.“ Auf dem Weg zur nächsten Goldenen Generation? „So weit sind wir sicher noch nicht. Das ist eher Deutschland. Aber warum sollten wir uns in den nächsten Jahren nicht erheblich steigern können?“

Dennoch, wenn man sich mit Jarolim unterhält, merkt man, dass er mit dem Thema HSV nie komplett abschließen können wird. „Fußballerisch war es das erst einmal. Das ist mir klar und damit komme ich auch klar. Aber warum sollte ich nicht irgendwann wiederkommen?“ Um eine Goldene Generation beim HSV im Nachwuchs heranzuziehen? „Das wäre optimal. Und der HSV hat dafür gute Voraussetzungen.“ Zumindest infrastrukturell dürfte Jarolim hierbei Recht haben. Personell wird sich das nach der Umbesetzung des Jugendleiters (Schröder ersetzt Meier) erst noch zeigen müssen.

Ziemlich sicher ist, dass Tolgay Arslan am Freitag seinen neuen Vertrag bis 2015 unterschreiben wird. Ich habe gestern länger mit ihm telefoniert und muss mich wiederholen: dieser Junge ist super. Sportlich hat er (bis auf den Sprint) alle Voraussetzungen. Charakterlich gilt der 21-Jährige, der jetzt schon wieder im Kraftraum der Imtech-Arena unterwegs ist, als tadellos. Der Rechtsfuß leistet sich zudem den Luxus, einen Mentalcoach zu beschäftigen. „Ich werde nie alles wissen und bin immer darauf angewiesen, von außen dazuzulernen. Das Mentaltraining hilft mir dabei, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sagt Arslan, der zuletzt einige Tage in Paderborn bei seiner Familie verbracht hat. Allerdings nicht allein, um Urlaub zu machen. Vielmehr hat er dort mit dem Jens Schulze trainiert. „Jens und ich kennen uns schon sehr lang. Er war Olympiateilnehmer im Zehnkampf und weiß, wann ich was brauche, um richtig fit zu werden.“

Auf jeden Fall aber ist Arslan fit genug, um am Freitag nach dem Deutschland-Spiel gegen Griechenland als Gast in unsere Sendung Matz ab live“ zu kommen. Diese wird wieder im Champs produziert und wird – sollten keine ungeahnten Naturgewalten dazwischenfunken – auch live gesendet. Unsere IT-Fachleute haben den Fehler im Übertragungsgerät in Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma ausfindig gemacht und eliminiert.

Als Verstärkungen ausfindig gemacht hat Frank Arnesen bislang Rudnevs, Adler und Beister. Zudem werden die Verträge mit Arslan und Jansen sehr kurzfristig verlängert. Und glaubt man den Agenturen, dann ist René Adler topfit. Zumindest äußerte er sich heute gegenüber dem Sport-Informations-Dienst wie folgt:
„Körperlich fühle ich mich so fit wie noch nie in meiner Karriere. Wenn man ein Dreivierteljahr Reha macht, sollte das auch so sein. Man lernt auch ein bisschen Gelassenheit. Alles, was zu verbissen ist, führt zu Verkrampfungen. Ich denke, ich habe einen Plan und werde jedes Training und jedes Spiel dazu nutzen, um an meine alte Leistung anzuknüpfen.“
Auch die Gründe, weshalb er einen Fünfjahresvertrag unterschrieb, erläuterte er: „Dieser Vertrag ist wirklich ein Vertrauensbeweis. Das ist mir auch wichtig. Ich bin kein Spieler, der Vereine als Sprungbrett sieht. Das zeigt meine Vita. Ich war zwölf Jahre in Leverkusen. Jetzt möchte ich Teil des neuen HSV sein, um wieder europäischen Fußball nach Hamburg zu holen.“
Ich habe daraufhin heute bei Adler angerufen. Und ihn auch erreicht. Wo? „Beim Training“, so Adler, der gerade dabei ist, seinen Umzug nach Hamburg zu finalisieren. Und darauf freut er sich: „Hamburg war die Stadt unter den großen deutschen Städten, die ich am wenigsten gekannt habe. Zuvor hatte ich nur das Stadion und das Hotel gesehen. Jetzt war ich öfter da, bei Regen und bei Sonne. Ich muss sagen: Hamburg ist bei Sonne eine der schönsten Städte in Europa. Ich komme auch mit der Mentalität gut klar. Was mich am meisten fasziniert, ob reich oder arm, jung oder alt, was die Hamburger vereint, ist der HSV.“

Allerdings, und das stellte der ehemalige Nationaltorhüter sofort klar, er ist auch nach Hamburg gekommen, um sich wieder an die Nationalelf heranzuarbeiten. „Natürlich ist die Konkurrenz größer geworden mit vielen jungen Torhütern, die ihre Sache wirklich gut machen. Dessen bin ich mir bewusst. Aber im Endeffekt entscheidet die Leistung. Ich denke, ich habe schon bewiesen, was ich kann. Alles andere wird von alleine kommen.“
Dann fragt der SID: „Wie sehr fiebern Sie mit der Nationalmannschaft?“ Adler: „Ich kann nur sagen, dass ich den Jungs von zu Hause die Daumen drücke. Der Titel wäre natürlich das Nonplusultra. Das wäre die Krönung der Entwicklung der letzten Jahre. Ich glaube, das wäre der logische Schritt, der demnächst kommen sollte.“

Ohja, bitte! Dann müsste Dieter sich aber ne Menge einfallen lassen. Zumindest lautete unsere Wette vor Turnierbeginn so, als er die Deutschen nach der Vorrunde nach Hause wähnte…

Aber okay, zurück zum HSV. Der macht momentan personell nicht die Fortschritte vergangener Jahre. Was allerdings nur logisch ist. Denn zum einen wurde der internationale Wettbewerb verpasst, zum anderen konnte der HSV bislang noch keine Spieler verkaufen. Ich sprach darüber mit Frank Arnesen, der als Experte fürs dänische Fernsehen (TV1) die Spiele kommentiert. Ob er im Turnier schon Kandidaten für die vakante Position im Mittelfeld gefunden hat? „Oh ja. Ich habe hier einige gesehen, die uns helfen könnten. Aber die kommen leider nicht. Woran es liegt? Auch an den zu geringen Verdienstmöglichkeiten. „Das ist ein wesentlicher Punkt, genau. Ich unterhalte mich sehr viel mit den Beratern. Aber mehr als ‚Wir müssen abwarten, bis wir Spieler verkauft bekommen’ kann ich denen leider noch nicht sagen. Unsere Finanzen lassen leider nicht mehr zu. Ich bin immer in Gesprächen. Aber noch kann ich nichts konkretisieren.“ Weil eben noch kein Spieler abgegeben werden konnte.

Dennoch hat der HSV Attribute, mit denen er Spieler locken kann. Das weiß auch Arnesen. Wie die Berater reagieren, wenn er sie kontaktiert? „Sehr positiv, weil der HSV ein großer Verein ist. Im Ausland muss ich uns aber vor allem unsere Situation häufiger mal erklären. Aber wenn wir mit etwas locken können, dann mit unserem Verein, unserer Stadt, unserer Tradition. Und mit unserer Philosophie.“ Wie die aussieht? Arnesen: „Wir planen langfristig, weil wir wissen, dass wir aktuell keine großen Sprünge machen können. Oder besser: wir wissen, dass es vermessen wäre, jetzt den Sprung an die Spitze zu planen. Obgleich unser Kader definitiv stark genug ist, eine deutlich bessere Saison als zuletzt zu spielen. Wir haben alle gelernt. Die jungen Spieler sind um ein Jahr Erfahrungen reicher, und auch der Trainer und ich haben die Bundesliga jetzt ein Jahr lang kennengelernt.“ Und wir wissen, was wir wollen. Was genau? Arnesen: „Ich bin hergekommen, um etwas zu erreichen. Wir wollen wieder nach Europa, ganz klar. Aber das ist im Moment schwer. Dafür müssen wir den aktuellen Stand verwalten. Wir werden in zwei Jahren unsere finanziellen Fesseln gelockert und in teilen sogar abgelegt haben. Aktuell wäre es ein Traum, wenn wir es schaffen. Aber in zwei Jahren wird es realistisch sein, mit diesem Klub wieder über europäischen Fußball zu sprechen.“

Dann sprach Arnesen noch kurz über die Gerüchte um Paolo Guerrero „Gehört haben wir auch davon, aber nie offiziell. Bisher ist es das branchenübliche Blablabla…“ mehr eben nicht. Noch nicht.

Aber egal, was wird das wieder für ein Freitag? Ich freue mich auf jeden Fall darauf. Hoffentlich mit einem Sieg der Deutschen, den unser Gast vor einer Woche, Dennis Aogo, übrigens live vor Ort verfolgen wird. „Ich wäre lieber auf dem Platz“, so der Linksverteidiger, „das gebe ich zu. Aber wenn das nicht geht, dann fiebere ich als Fan mit. Und das geht am besten vor Ort.“ Sollte die Deutsche Mannschaft weiterkommen, würde er zudem am Sonnabend seine Kollegen im Mannschaftshotel besuchen.

Also: Daumen drücken, dass es für Aogo Anlass zum Mittagessen im Team-Hotel gibt!

Bis morgen,
Scholle

Wenn Stark Elfmeter gegeben hätte . . .

20. Juni 2012

„Vielen Dank für das große Interesse, das Sie an den Schiedsrichtern zeigen.“
„Die zwölf Schiedsrichter, die hier sind, gehören zu den Besten in Europa.“
„Sie haben recht, der Ball war hinter der Linie. Es war ein menschlicher Fehler, verursacht durch einen Menschen.“
„Wenn wir jetzt über einzelne Fälle von Schiedsrichterentscheidungen sprechen würden, säßen wir Weihnachten noch hier.“
Aussagen von Uefa-Schiedsrichter-Chef Pierluigi Collina am Mittwoch in Warschau.

Das Interesse an den Schiedsrichtern dürfte spätestens nach England gegen die Ukraine sprunghaft angestiegen sein. Wobei ich die Diskussion um dieses nicht gegebene Tor irgendwie auch unfair finde. Ich habe nämlich damals, als diese Torschiedsrichter eingeführt wurden, gleich gesagt habe, dass es auch mit diesen Herrn, denen ich den Spaß an diesen Dienstreisen durchaus gönne, zu Fehlentscheidungen kommen wird. Ist doch klar. Der Mann sieht diese Szene auch nur einmal. Soll der innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde sagen: „Ja dieser Ball war ganz drin.“ Das kann der doch gar nicht. Ich habe Gerd Gottlob, den ARD-Kommentator bewundert, dass der gleich gerufen hat: „Dieser Ball war drin!“ Ich habe es vermutet, aber erst später, nämlich dann, als die Szene angehalten wurde, gesehen, dass das tatsächlich ein Tor gewesen ist. Künstlerpech.

Was hätten wir wohl alle gesagt, wenn dieser Torrichter auf Tor entschieden hätte, die Kugel aber tatsächlich nur zu einem Dreiviertel und damit nicht im vollen Umfang „drin“ gewesen wäre? Das Fernsehen hätte das bewiesen, ganz sicher – aber der arme Kerl da an der Seite? Der sieht das doch auch nur einmal, wäre aber total zerrissen worden. Obwohl er natürlich nicht mal eine Zeitlupe oder ein Standbild da draußen hat. Ich behaupte, dass nur eine Spielunterbrechung und der Kamerabeweis helfen können. Und so viele strittige Szenen, ob nun Tor oder kein Tor, gibt es zum Glück ja auch nicht. Was also würde es wohl ausmachen, wenn eine solche Szene tatsächlich „draußen“ noch einmal durchleuchtet wird? Das ist doch nur eine (Verletzungs-)Pause mehr. Und es ist ja so: In einem solchen EM-Turnier geht es doch um Millionen, da wäre es doch nur okay, wenn man sich einer solchen professionellen Hilfe bedienen würde. Das würde nicht mal eine Minute kosten. Und das hätten nicht nur die Mannschaften verdient, sondern auch die Fans. Zudem wäre es ein zusätzlicher Nervenkitzel (wie beim Eishockey), und alle wären zufrieden. Alle. Denn alle, Freund und Feind, wüssten, dass das tatsächlich auch ein reguläres Tor gewesen ist. Oder auch nicht.

Und komme mir dabei niemand mit der „Gleichbehandlung“ im Fußball. Dass Profis und Amateure gleich zu behandeln wären, und dass es dann auch Torkameras bei den Amateuren geben müsste. Hirnrissig ist ein solches Argument, denn der Profi-Fußball hat sich heutzutage doch schon sehr weit, meilenweit von den Amateuren abgesetzt – das gibt es inzwischen doch viel zu viele Unterschiede. Und auf diese Unterschiede nimmt schon lange keiner mehr Rücksicht oder prangert sie an. Nein, solche umstrittenen Tor-Szenen sind nur durch eine Kamera zu lösen. Und da das Fernsehen ja jetzt schon auf der „Torlinie“ steht, wie gestern bewiesen, wäre es doch ganz leicht gewesen, auf Tor zu entscheiden. Anstatt dieses Männlein, das sich Torrichter nennt, den Fußball-Fans in aller Welt zum Fraß vorzuwerfen.

Aber das ist natürlich Sache der Uefa oder auch der Fifa. Und da dauert es manchmal . . . Weil die Herren inzwischen schon mein Alter erreicht haben – oder noch viel älter sind.

Das gilt übrigens auch für das Thema „Wolfgang Stark“. Den möchte ich bei der Gelegenheit einmal in Schutz nehmen. Wer mag nur auf die Idee gekommen sein, Stark für ein Spiel Spanien gegen Kroatien anzusetzen? Auch das war hirnrissig. Und zwar total. Was wäre wohl gewesen, wenn Stark diesen Elfmeter gegeben hätte – und Spanien wäre dadurch ausgeschieden? Dann hätte ganz Spanien „gejubelt“: „Ein deutscher Schiedsrichter eliminiert Spanien und macht den Weg frei für Deutschland.“ So wäre es doch gewesen. Nun schreit „nur“ Kroatien auf, aber die unterstellen Stark ja auch nur „Blindheit“, nicht aber Parteilichkeit.
Aber wenn Spanien wegen des Elfmeters hätte nach Hause fahren müssen, dann wären die Deutschen ganz sicher ihr 17. Bundesland losgeworden: Mallorca. Die Insel hätten sie uns deswegen, nur wegen des Elfmeters, hundertprozentig wieder weggenommen. Kurz und schmerzlos und ohne großartig die Bürokratie zu bemühen – einfach nur wech! Deswegen war es eigentlich nur logisch, dass Wolfgang Stark nicht auf Strafstoß entschieden hat.

Wobei ich von dieser ominösen Lippen-Ableserin doch schon mal ganz gerne erfahren hätte, was der „28. Mann“ da draußen an der Seite, nämlich Florian Meyer (er war wohl der Torrichter auf dieser Seite!?) unmittelbar nach diesem Foul an dem Noch-Wolfsburger Mandzukic in sein Mikrofon (in Richtung Wolfgang Stark) gesprochen hat. Hat er nun gesagt: „Du musst nicht pfeifen, Wolfgang, diesen Tritt hättest auch du überlebt, alles ganz harmlos. “ Oder hat er gesagt: „Wenn ich du wäre, würde ich nun auf den Elfmeterpunkt zeigen – aber ich bin ja nicht du.“ Vielleicht verrät es mir Florian Meyer ja später mal, wenn er, der Mann aus Burgdorf, mal wieder in Hamburg angesetzt ist, um ein HSV-Spiel zu pfeifen. Vielleicht.

Apropos Schiedsrichter. Es sind nur zwölf (erste) Herren in Polen und der Ukraine zugegen. Also zwölf Männer, die das Ding auch tatsächlich pfeifen. Bei der nächsten EM müssen es zwangsläufig mehr werden, dann wird die EM ja kräftig aufgestockt. Dann starten 24 Länder – man gönnt sich ja sonst nichts, bei der Uefa. Dann wird aus einer Europameisterschaft, die bislang fußballerisch wertvoller als jede Weltmeisterschaft war, doch eher ein verwässertes Turnier. Aber da bin ich ja wohl der letzte Mensch, der sich darüber (viel zu spät) aufregt. Aber es geht ja auch nicht um den Fußball an sich, sondern viel mehr ums Geld. Ist schon okay. . . Geld regiert die Welt.

Womit ich zur deutschen Mannschaft kommen möchte. Speziell zu Mesut Özil. Ich kann nämlich nicht begreifen, wieso dem ehemaligen Schalker unterstellt wird, bislang eine schlechte EM gespielt zu haben. Er war zwar in den ersten drei Spielen nie so überragend, wie er es aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten hätte sein könnte, aber dennoch gehörte er für mich stets zu den besseren deutschen Spielern. Was dieser Mann an und in den Beinen hat, ist unfassbar. Und dazu hat er es auch im Kopf, denn er denkt vor, legt vor, hat viele, viele kluge Ideen. Ich könnte mit dem Özil, so wie er sich bislang präsentiert hat, sehr gut leben, hoffe aber auch darauf, dass er noch „ein wenig explodiert“ – so wie es der Bundestrainer in Aussicht gestellt hat. Wäre aber ganz sicher nicht verkehrt, wenn dazu dann andere noch viel mehr explodieren würden. Wenn das passieren sollte, dann wäre Deutschland tatsächlich ein heißer Kandidat auf den Turniersieg. Aber bevor Özil explodieren „muss“, da sollten sich andere (Podolski, Gomez, Müller, Schweinsteiger . . .) doch schon mal etwas eher aufgerufen fühlen, ebenfalls noch kräftig zuzulegen.

Auch Toni Kroos gehört zu diesem Kreis, der noch zulegen sollte. Der Bayern-Spieler ist ja bekanntlich sauer über seine Reservistenrolle, aber in meinen Augen hat er nicht den geringsten Grund dazu. Im Gegenteil, Kroos sollte eher in sich gehen. Was er beim letzten Test vor dem EM, dem Länderspiel in Leipzig gegen Israel, geboten hat, das war gar nichts. Für mich war er bei diesem Kick der schlechteste deutsche Spieler, und mit einer solchen Leistung bietet man sich als ein Spieler, der „auf der Kippe steht“, nicht gerade an. Aber damit sind wir schon wieder bei dem leidigen Thema Selbstkritik. Ist leider schon lange zu einer Seltenheit verkümmert, wird auch immer mehr zu einer absoluten Seltenheit.

So, zum Abschluss dann etwas, was ich bei dieser EM noch nicht gesehen habe. Und irgendwie kann ich es auch immer noch nicht glauben. War es tatsächlich so? Oder habe ich etwas verpasst? Seitenwahl beim Spiel England gegen die Ukraine. Die beiden Kapitäne begrüßen die Schiedsrichter um den Ungar Kassai. Timoschtschuk gibt den Unparteiischen die Hand, dann auch Gerrard. Die Wahl wird vorgenommen, die Münze fällt, die Seiten werden verteilt und wer Anstoß hat. Dann gibt Gerrard den fünf Schiedsrichtern noch einmal die Hand – aber Timoschtschuk nicht mehr! Er drehte ab und ging. Lag es daran, dass Timoschtschuk nur der „Ersatz-Kapitän“ für Schewtschenko war und es nicht besser kannte? Oder hatte der Bayern-Profi einfach keine Lust mehr auf diese ganze „Schüttelei“? Denn, und das konnte und kann man während dieser EM sehr gut beobachten: Schon in den Katakomben der jeweiligen Stadien geben sich die Kapitäne und die Schiedsrichter schon mal zu Begrüßung die Hände. Auf dem Platz dann noch zweimal – bis auf Timoschtschuk. Endlich einmal bringt einer den Mut auf, sich zu verweigern – und deshalb bekommt er auch garantiert keinen „Tennisarm“.

So, einen kleinen, ganz, ganz kleinen Abstecher zum HSV habe ich auch noch. In dieser Woche wird noch etwas in Sachen Vertragsverlängerung passieren – aber neue Spieler sind noch nicht in Sicht.

Dafür gibt es ein „dickes Millionen-Ding“ von einem Ex-Hamburger:
Änis Ben-Hatira soll laut Medienberichten beim Absteiger Hertha BSC vor dem Absprung stehen. Der Club Baniyas SC aus Abu Dhabi soll dem Stürmer angeblich sechs Millionen Euro für einen Vier-Jahres-Vertrag geboten haben.
Sechs Millionen. Und immer fein die schöne Sonne auf dem lockigen Haar. Wer würde da schon nein sagen (wollen)? Man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

In diesem Sinne, einen fröhlichen und ruhigen EM-freien Feierabend.

18.09 Uhr

« Vorherige Einträge - Nächste Einträge »