Tagesarchiv für den 25. Juni 2012

Italien kommt – Elm noch nicht

25. Juni 2012

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Über Fußball auch. Das ist mal sicher. Und wenn ich hier meine Meinung verbreite, dann weiß ich, dass es viele, viele Fußball-Fans gibt, die das total anders sehen als ich. Ist doch klar. Und dass es dafür dann auch die eine oder andere Kritik gibt, ist ebenso eindeutig – und das ist auch gut so. Solange es alles sachlich bleibt. Und das bleibt es ja auch größtenteils. Aber ich gebe hier nur das zum Besten, was ich über den Fußball weiß, was und wie ich über ein Spiel denke. Und wenn ich in diesen Tagen etwas härter mit Schweinsteiger, Podolski, Klose und Co ins Gericht gehe, dann ist es deshalb, weil ich so denke. Das kann ich nicht ändern. Das ist meine Meinung. Sonst würde ich es ganz sicher anders schreiben. Ich weiß nur, dass ich es ja meistens gleich dann schreibe, wenn ich etwas sehe. Nicht erst lange rückversichern, wie andere (Experten) darüber denken. Das ist auch im Falle der EM so. Ich weiß aber von vielen Freunden und Bekannten, dass sie oft ähnlich denken wie ich. Vor allem die Hamburger Amateurtrainer, mit denen ich Kontakt habe, denken meistens ähnlich. Und glaubt mir, es sind keine Leute dabei, die ahnungslos sind. Die verstehen alle viel vom Fach (Fußball), haben oft nur das Pech, dass sie niemals Profis waren – und deswegen nicht bei einem Profi-Klub landen, somit auch nicht „groß“ herauskommen können. Das soll aber nicht heißen, dass sie nicht auch Fußball-Experten sind. Und für diese Leute ist es, genau das ist der Kernpunkt, ebenfalls unverständlich, wie zum Beispiel ein Weltkasse-Fußballer wie Bastian Schweinsteiger ein solches Spiel wie gegen Griechenland abliefern kann. Und damit Ende (von meiner Seite aus) mit diesem Thema. Nur eines noch: Immerhin hat der „Schweini“ ja selbst eingeräumt, über seine Fehlpässe entsetzt gewesen zu sein.

Wo ich gerade bei „Experten“ war. Die, die ich gemeint habe (aus dem Amateurbereich), die sind ähnlich frustriert über die Spielerei der Spanier wie ich. Ballbesitz. Das ist ja heutzutage (auch im Amateurfußball) das Zauberwort. Motto: „Wenn wir den Ball haben, dann kann der Gegner keine Tore schießen.“ Schön und gut, es langweilt halt nur. Vor, zurück, quer, zurück, quer – Schlafwagen-Fußball. Spanien kann diese Art von Fußball perfekt, aber er ist eben nicht gerade dynamisch – und damit nicht immer schön anzusehen.
Dazu schrieb der Sport-Informations-Dienst (SID) heute einen mir aus der Seele sprechenden Bericht. In dem auch die „wahren“ Experten ihren Unmut über diese Spielerei kundtun.

„Tiki-Taka“ als Valiumtablette: „Die Spanier wollen einschläfern“

Mitte der zweiten Halbzeit hatte das Publikum die Nase gestrichen voll. Mit Pfiffen und Buhrufen machte ein Großteil der Zuschauer in der Donbass-Arena in Donezk seinem Unmut Luft. „Die Spanier wollten mit ihrer Spielweise die Franzosen und die Zuschauer einschläfern, das ist ihnen leider gelungen. Das war ein Unspiel mit viel Ballbesitz“, nörgelte hinterher Arsene Wenger, Teammanager des FC Arsenal, ein Fußball-Ästhet und ein Lehrmeister des „One-Touch-Football“.

Spanien gewann gegen Frankreich (2:0), aber die Zuschauer fühlten sich wie Verlierer. Sie hatten sich auf ein unterhaltsames Duell zweier Weltklasseteams gefreut. Stattdessen erlebten sie ein nahezu leidenschaftsloses und ermüdendes Ballgeschiebe des Titelverteidigers gegen seelenlose Franzosen. Der Erfolg gibt den Spaniern Recht, sie stehen im Halbfinale der EM gegen Portugal (Mittwoch, 20.45 Uhr/ZDF). Der Nächste, der die Schlaftablette „Tiki-Taka“ verabreicht bekommen soll, ist das personifizierte Aufputschmittel Cristiano Ronaldo.

„Tiki-Taka“ ist die spanische Bezeichnung für Klick-Klack-Kugeln. Und der Begriff beschreibt den spanischen Stil, der vor nicht allzu langer Zeit noch als revolutionär und Nonplusultra des modernen Fußballs gefeiert wurde. Bei der EM hat „Tiki-Taka“ eine einschläfernde Wirkung. Ein „Hallo-Wach“ war dagegen der torlose Schlagabtausch im Viertelfinale am Sonntagabend zwischen Italien und England mit einer Verlängerung und einem Elfmeterschießen (4:2) als Zugabe.

Es gibt nach wie vor Menschen, die sind von den Spaniern beeindruckt. „Wenn man die Raumaufteilung sieht, dann ist das beeindruckend. Genauso, wie sie gegen den Ball arbeiten. Frankreich hat so gut wie keine Möglichkeit gehabt“, sagte der deutsche Mannschaftskapitän Philipp Lahm anerkennend. Erfolgreich und effektiv, aber keineswegs attraktiv sind die Auftritte des Welt- und Europameisters aus Spanien, dessen Fußball-Philosophie auf schneller Balleroberung und viel Ballbesitz basiert, die Gegner zur Verzweiflung treibt und die Zuschauer zunehmend nervt.

„Ballbesitz und Spielkontrolle“, betont Spaniens Vicente del Bosque, seien das Wichtigste. Pass nach hinten, Pass nach vorn, danach zweimal seitwärts und wieder nach hinten – aber nur selten steil in die Tiefe. Anders ausgedrückt: zu viele Ballkontakte, zu wenig Risiko, zu wenig Tempo, zu wenig Torszenen. Kurzum: zu wenig Attraktivität, zu wenig Flair und Fußball-Zauber. Lahm: „Also, das ist schon beeindruckend, wie sie arbeiten, gegen den Ball, wie sie den Gegner vom Tor weghalten, vom eigenen.“

Dabei ergötzen sich die Fans am Spiel des FC Barcelona, der diesen Stil zur Perfektion entwickelt hat. Doch im Gegensatz zum Nationalteam dient dort das schnelle Passspiel um den Strafraum des Gegners, das oft an einen Angriff im Handball erinnert, primär dazu, den Offensivkünstlern wie Lionel Messi oder Cesc Fabregas die beste Position zum erfolgreichen Abschluss zu eröffnen. Del Bosque hingegen ließ die Furia Roja gegen Frankreich sogar ohne Stürmer mit sechs Mittelfeldspielern auflaufen. Die „Blauen“ waren völlig überfordert.

„Spanien wird die Rivalen spielerisch ermüden“, kündigte der ehemalige Nationaltrainer Luis Aragones 2008 schon vor dem Finale gegen Deutschland an – und gewann. Ein probates Gegenmittel gegen das spanische Narkotikum scheint noch immer nicht gefunden.

Nun gut, Spanien bekommen wir erst im Finale. Erst einmal ist Italien angesagt. Und das wird schwer genug. Fußball ist ja kein Wunschkonzert, aber ich hätte lieber gegen die schlaffen Engländer gespielt. Mein Gott, wie sind die in der zweiten Halbzeit über ihren Hintern abgebrochen! Da hat sie eigentlich nur der überragende Abräumer John Terry gerettet. Ich bin mal gespannt, wie die Italiener die Verlängerung verkraften, denn sie stellen die älteste Mannschaft des Turniers. Obwohl Mehmet Scholl, der ARD-Experte, ja gesagt hat, dass die Erholungsphase drei Tage dauert, mit Verlängerung vier. Und abends wird dann am vierten Tag gespielt. Sollte also kein Problem sein für diese italienische Mannschaft, die ja schon recht feinen Fußball spielt . . .

Die machen mir aber schon ein wenig Angst. Auch deshalb, weil Deutschland in einem Turnier-Spiel noch nie gegen Italien gewonnen hat. Obwohl: Am 23. März 1994 hat die deutsche Mannschaft bei einem Dreiländerturnier in der Schweiz mit 2:0 gegen Italien gewonnen. In Zürich. Aber das zählt wohl nicht so ganz . . .

Hier sind mal alle Länderspiele zwischen diesen beiden Nationen aufgeführt. Wobei ich sagen muss, dass ich zwei frühe Begegnungen live miterlebt habe. Das erste Spiel fand am 13. März 1965 im Volksparkstadion statt, als Deutschland ohne einen Hamburger 1:1 spielte. Ich war damals 16 Jahre alt und ich weiß noch genau: Mein Platz war in der Westkurve, und ich entdeckte in diesem Spiel den Außenristpass. Der Italiener Rivera, damals eine große Nummer im europäischen Fußball, schlug auf der halblinken Position (genau auf meiner Höhe) einen Ball über 30, 40 Meter genau in den Lauf eines italienischen Stürmers. Der Ball hatte so viel Effet, dass ich dachte, er würde ins Seitenaus segeln, aber er drehte dann doch genau in den Lauf des Mitspielers, so wie dieser Pass auch angedacht war. Herrlich. Ich staunte minutenlang. Und noch tagelang. Und habe danach immer und immer wieder versucht, auch solche „langen Dinger“ zu schlagen – mit dem Außenrist.
Für alle Experten, die noch mehr über dieses damalige Spiel wissen möchten: Mönchengladbachs Abwehrmann Klaus-Dieter Sieloff erzielte in der 39. Minute das deutsche 1:0 per Elfmeter, der große Sandro Mazzola glich in der 76. Minute aus, als Italien in Unterzahl spielte (Platzverweis für Burgnich). Bei Deutschland spielten neben anderen Tilkowski, Piontek, Höttges, Weber, Küppers, Brunnenmeier, Konietzka und Hornig.

Mein zweites Italien-Länderspiel war dann ein ganz besonderes, denn es war mein erstes als Reporter für das Hamburger Abendblatt. 18. April 1987, ein 0:0 in Köln. Hinter mir saß Harald „Toni“ Schumacher, es war das erste Länderspiel ohne ihn – weil er damals sein Enthüllungsbuch „Anpfiff“ über den deutschen Fußball und über die Nationalmannschaft auf den Markt „geschmissen“ hatte. Das war für den Kölner Keeper der „Abpfiff“ – Rot!

Hier nun die Länderspiele zwischen Deutschland und Italien:

26.11.1939 Berlin Deutschland – Italien 5:2
05.05.1940 Mailand Italien – Deutschland 3:2
30.03.1955 Stuttgart Deutschland – Italien 1:2
18.12.1955 Rom Italien – Deutschland 2:1
31.05.1962 Santiago Deutschland – Italien 0:0 WM-Gruppenspiel
13.03.1965 Hamburg Deutschland – Italien 1:1
17.06.1970 Mexiko-Stadt Italien – Deutschland 4:3 n. V. WM-Halbfinale
26.02.1974 Rom Italien – Deutschland 0:0
08.10.1977 Berlin Deutschland – Italien 2:1
14.06.1978 Buenos Aires Deutschland – Italien 0:0 WM-2. Finalrunde
11.07.1982 Madrid Italien – Deutschland 3:1 WM-Endspiel
22.05.1984 Zürich Deutschland – Italien 1:0
05.02.1986 Avellino Italien – Deutschland 1:2
18.04.1987 Köln Deutschland – Italien 0:0
10.06.1988 Düsseldorf Deutschland – Italien 1:1 EM-Gruppenspiel
25.03.1992 Turin Italien – Deutschland 1:0
23.03.1994 Stuttgart Deutschland – Italien 2:1
21.06.1995 Zürich Deutschland – Italien 2:0
19.06.1996 Manchester Italien – Deutschland 0:0 EM-Gruppenspiel
20.08.2003 Stuttgart Deutschland – Italien 0:1
01.03.2006 Florenz Italien – Deutschland 4:1
04.07.2006 Dortmund Deutschland – Italien 0:2 WM-Halbfinale
09.02.2011 Dortmund Deutschland – Italien 1:1

Daraus lässt sich wahrscheinlich erahnen, wie schwer dieser Kick am Donnerstag wird. Obwohl der Assistent von „Jogi“ Löw, der Hansi Flick, gestern nicht zu Unrecht bemerkte: „Statistik ist ja schön und gut, diesmal treffen aber zwei Mannschaften aufeinander, die nichts mit dieser Statistik zutun haben.“ Fast nichts, jedenfalls.

Zum HSV. Da hielt sich heute bei „Matz ab“ ja das Gerücht, dass der Schwede Rasmus Elm zum HSV kommen wird, kommen könnte. Der EM-Teilnehmer wäre der Kreativspieler, der ja noch dringend gesucht und benötigt wird. Der Mann spielt in den Niederlanden für AZ Alkmaar, er steht wohl auch auf der Liste des HSV, aber ich glaube, dass er erst dann ein Thema werden wird (werden könnte), wenn sich alle anderen Versuche zerschlagen würden, einen anderen „Klassemann“ zu finden und unter Vertrag zu nehmen.

Dann gab es noch die folgende Zuschrift:

„Moin, Moin,

ich würde gerne mal ein Thema anregen, das in den Blogartikeln leider noch gar keine Erwähnung gefunden hat: das meiner Meinung nach problematische Verhalten einiger deutscher Fans.

Besonders negativ aufgefallen ist es mir zuletzt beim Spiel gegen Griechenland. In der zweiten Halbzeit wurde lauthals “Hurra, Hurra, die Deutschen sind da” gesungen, kurz vor Spielende dann auch noch “Sieg! Sieg!”. Auch wenn das sicherlich Standard-Fußballgesänge sind (beim HSV stört mich das “Sieg! Sieg!” auch), halte ich es schon für ziemlich unangebracht, solche Gesänge in Danzig anzustimmen. Jeder Mensch mit angemessener Bildung und Sensibilität sollte da entsprechende Assoziationen sehen. Umso mehr hat es mich gestört, dass mit keinem Wort in der Berichterstattung, die ich verfolgt habe, darauf eingegangen wurde. Und es scheint ja gerade bei Länderspielen der deutschen Mannschaft im Ausland so zu sein, dass dort “Fans” mit zweifelhaften Ansichten Dinge ausleben können, die in Deutschland verboten bzw. geächtet sind (wie Nazi-Gesänge, Hitlergrüße, eindeutige Kleidung o.ä.) ohne dass etwas unternommen wird.

Ich finde, dass es in der Verantwortung des DFB, des Fanclubs der DFB-Elf und vor allem jedem Einzelnen liegt, hier klare Zeichen zu setzen und zu handeln.

Europa- und Weltmeisterschaften sind tolle Turniere und es macht Spaß, mit den Mannschaften mitzufiebern, aber ich denke, dass man sich auch immer über das bewusst sein sollte, was man so von sich gibt. Ich bin auch gespannt, ob jetzt zum Halbfinale wieder der chronische Italien-Hass von 2006 bei so vielen durchkommt, den ich damals schon sehr bedenklich fand. Wenn ich in der S-Bahn eine Horde aggressiv “Deutschland, Deutschland”-gröhlender, mit zahlreichen Flaggen und schwarz-rot-goldenen Utensilien ausgerüsteten Fans sehe, fühle ich persönlich mich da nicht wirklich zugehörig. Das Gefühl, dass das, was 2006 als etwas fröhliches begann, seitdem immer ernster geworden ist, ist glaube ich nicht ganz unbegründet.

Ich würde es gut finden, wenn ihr das Thema im Blog (oder auch im HA) mal ansprecht!

Viele Grüße.“

Ich gebe zu, dass ich um diese Thema gerne einen ganz, ganz großen Bogen machen würde. Einen riesigen Bogen. Denn man kann (ich kann) nur verlieren dabei. Egal, was man auch immer dazu sagt. Generell möchte ich mal schreiben, wie ich diese EM nun wahrgenommen habe. Vorher war ja viel davon zu hören, zu sehen und zu lesen, dass die Hooligans im Osten Europas viel Angst und Schrecken verbreiten würden. Dass es im Osten noch viel, viel härter zugeht, als bei uns. Davon habe ich nichts mitbekommen. Ich habe es vorher wohl auch befürchtet, weil ich auch einige Mal im Osten unterwegs war (und einiges miterlebt habe), aber erfahren und gelesen habe ich in diesen EM-Tagen nichts. Was aber nichts bedeuten muss, denn ich weiß von diversen Großveranstaltungen, dass da der Ball in Sachen Berichterstattung über Schlägereien und sonstige Auseinandersetzungen total flach gehalten wurde. Einiges davon wurde bewusst verschwiegen, um den Hooligans erstens kein Forum zu bieten, zweitens um den anderen Zuschauern nicht noch zusätzlich Angst zu machen.

Man wird aber, so sehr ich jeden „normalen Fan“ verstehe, niemals eine Atmosphäre schaffen können, in der es zu 100 Prozent friedlich zugeht. Das schafft man nie. Denn sonst hätte man es längst geschafft. Selbst wenn es nur noch Sitzplätze in den Stadien geben würde – das würde nichts ändern. Ich habe nun wirklich viele, viele Länderspiele erleben dürfen, und ich habe dabei unglaublich viele handgreifliche und höchst brutale Auseinandersetzungen erlebt. Immer wieder wurde im Vorfeld versucht, all das zu unterbinden. Mit Einreiseverboten, mit einem riesigen Polizeiaufgebot, mit „Fan“-Betreuern und, und, und. Und was hat es bis heute gebracht? Kaum etwas. Ich will bewusst nicht von „nichts“ schreiben, aber der entscheidende Punkt ist doch, dass sich das niemals hundertprozentig unterbinden lässt.

Leider sind da auch immer viele Trittbrettfahrer mit von der Partie, die oftmals gar nicht wissen, was sie machen, was sie da schreien. Sie machen einfach nur mit, weil es in der Gruppe natürlich viel mehr Spaß macht, zu provozieren. Und was machen denn auch schon die Vereine gegen solche „Randalierer“? Stadionverbote! Lächerlich. Das hat doch kürzlich erst Frankfurts Boss Heribert Bruchhagen im Fernsehen erklärt: „In Frankfurt brüsten sich die jungen Fans damit, erst dann ein richtiger Eintracht-Fan zu sein, wenn man mindestens einmal ein Stadionverbot hatte . . .“

Wobei ich einst anmerken muss: „Deutschland, Deutschland“ zu grölen, das finde ich okay. Das sehe ich so wie „HSV, HSV“. Schlimm wird es erst, wenn da gewisse Lieder gesungen werden – aber die werden auch (fast) bei jedem Bundesliga-Spiel gegrölt. Und wird das unterbunden? Nein. Ich durfte mal in einem Zug (nach einem HSV-Spiel) Richtung Hannover fahren, was da gesungen wurde – unfassbar. Aber niemand schritt dagegen ein. Wer auch? Die Polizei? Die kann nicht überall sein. Und die Bahn-Mitarbeiter werden sich hüten, denn die würden so etwas von auf die Glocke bekommen, wenn sie etwas dagegen machen würden.

Und noch eines: Schwarz-rot-goldene Fahnen, Spiegelschoner, Schals, deutsche Trikots und, und, und – was ist daran schlecht? Das hat doch nichts mit „nationalem Denken“ zutun. Da sind so viele Frauen mit ihren schwarz-rot-goldenen Autos unterwegs – alles national denkende Frauen? Da machen wir uns doch lächerlich. In Berlin sollen ja Spiegel abgetreten worden sein, Fahnen an Autos umgeknickt, weil sie angeblich „nationales Denken“ schüren. Das ist doch nur arm und engstirnig, wer so denkt. Ich habe in Hamburg auch viele ausländische Bürger (mit eventuell einem deutschen Pass) gesehen, die deutsche Flaggen an ihren Autos haben. National Denkende? Bestimmt nicht. Da sollte man die Kirche schon mal im Dorf lassen, das ist die Freude pur über eine erfolgreiche Nationalmannschaft. Mehr nicht.

Aber nun bin ich doch ein wenig abgedriftet – was ich gar nicht wollte. Denn diese Thema ist eigentlich viel zu heiß (und zu schwer), um es hier in einigen Zeilen abzuhandeln.

18.41 Uhr

Nächste Einträge »