Tagesarchiv für den 3. Juni 2012

Dieser HSV wirft immer viele Fragen auf

3. Juni 2012

Früher war alles wie früher. Daran kann ich mich genau erinnern, denn als vor fast drei Jahren (mir kommt es viel, viel länger vor) Matz ab ins Leben gerufen wurde, da war sonntags immer mein Tag der Antworten gekommen. Ihr habt gefragt, ich habe geantwortet. So gut es ging, so oft wie möglich. Und irgendwann schlief es dann auch irgendwie ein. Keine Antworten auf keine Fragen? Auf jeden Fall gab es in der jüngeren Vergangenheit etliche Fragen und etliche Mails sowie Briefe, in denen sich mehr oder weniger besorgt über den Zustand des HSV geäußert wurde. Ich habe einige davon jetzt herausgegriffen, um sie euch zu präsentieren – und auch um die eine oder andere Antwort zu geben. Sofern ich diese Fragen dann beantworten kann. Und das ist gewiss nicht immer so. Wie in den ersten beiden Fällen, die sich noch einmal mit der Mitgliederversammlung im Volkspark beschäftigen. Ich möchte auch nicht in jedem Fall eine oder auch mehrere Antworten parat haben, ich denke, das ihr euch untereinander vielleicht viel besser helfen könntet. Eventuell ist das hier schon einmal der Fall.

Lieber Dieter Matz!

Ich bin ein ausgewiesen blinder HSV-Fan, der seine Mannschaft gerne siegen sehen will. Wenn sie denn nicht gewinnt, dann will ich sie kämpfen sehen.
Sie soll mir das Gefühl geben, dass meine von mir so geliebte Heimatstadt von ihr würdig vertreten wird. Dazu braucht’s gute Spieler, einen engagierten Trainer, einen beschlagenen Sportdirektor und eine versierte Vereinsführung. Dein Blog gibt mir viele Anregungen, auch lustige Momente und viel Kurzweil …
ABER: Ich möchte von dir nun endlich mal die Hintergründe erklärt bekommen. Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür?
BITTE jetzt mal einen Grundsatz-Artikel ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten!
Danke, dein treuer Leser D. R.

Und noch einmal Mitgliederversammlung. Wobei ich auf die hier vorstehende letzteFrage noch einmal eingehen möchte: Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür? Von der Bühne aus betrachtet, und zwar Richtung Tribüne sehend, saßen rechts die Realos, links die Supporters – oder? Also, um noch einmal konkret zu werden: Wenn rnst-Otto Rieckhoff und zum Beispiel auch Carl-Edgar Jarchow zur Tribüne blickten, dann waren es so wie eben beschrieben. Und ich hatte den Eindruck, dass die Realos diesmal (zum ersten Mal?) ein wenig aggressiver waren als die Supporters, denen das früher immer nachgesagt wurde. Oder täuscht mein Eindruck?

Auf jeden Fall möchte ich zur MV auch noch diesen Beitrag veröffentlichen:

Hallo Dieter,

anbei mein Post im Original. Vielleicht hilft er ja ein wenig in dieser verfahrenen Situation.
Müssen wir denn hier die Grabenkämpfe unbedingt weiterführen? HIER sollte es doch nicht um Macht gehen – wie in der realen Welt ;-) – sondern doch nur darum, über die MANNSCHAFT zu diskutieren. Und, ehrlich gesagt, ob wir mit dem Buntbetuchten, oder EOR Meister werden, ist mir so was von egal.

Den meisten von uns geht es doch um Sympathie oder Antipathie gegenüber den Protagonisten und um die eine oder andere Schlechtleistung im AR und Vorstand, die wir als Außenstehende aber nun mal nicht in letzter Konsequenz beurteilen können. Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat. Oder ob ein Jansen sich tatsächlich so entwickelt hat, dass er unbedingt einen neuen Vertrag haben muss (böse Zungen werden jetzt behaupten, wenn CEJ einen neuen Vertrag bekommt, hat Jansen auch einen verdient …).
Letztendlich liegt die Wahrheit auf dem Platz.

Sollten wir nicht versuchen, uns auf diesem Nenner zu begegnen? In der Regel hat das in der Vergangenheit doch ganz gut geklappt. Haben wir gewonnen, waren – fast – alle happy. Bei Niederlagen – fast – alle angefressen.
Ich denke die AOMV hat gezeigt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Lasst doch die, die die Macht brauchen darum kämpfen.

Bei dauerhaft guten Leistungen der MANNSCHAFT bekommen sie Sternchen, bei schlechten, mit der rostigen Fahrradkette eine aufs Maul (beides sinnbildlich).
Ich glaube, wenn wir alle diese machtgeilen Herren, von welcher Seite auch immer, einfach nicht mehr für so wichtig nehmen, sie mehr oder weniger als notwendiges Übel in dieser Vereinsstruktur sehen, ist uns allen mehr geholfen, als wenn wir wochenlang mit immer wieder den gleichen Argumenten aufeinander einhauen.
Grüße, Scorpion

Bei einem Satz horchte ich auf: „Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat.“ Dann wisst ihr mehr, dann weiß der Scorpion mehr. Wir haben auch nur (in anderen Zeitungen) gelesen, dass es so gewesen sein soll, aber der HSV hat es uns gegenüber immer bestritten, dass es ein solches Angebot (2,2 Mio.) jemals gegeben hat. Es ist wohl über Mittelsmänner eine lockere Anfrage bezüglich des Herrn Drobny „eingegangen“, aber nie etwas Offizielles vom FC Bayern – also auch keine 2,2-Mio.-Offerte.
Eines begrüße ich auf jeden Fall (in der Mail von Scorpion): alle gemeinsam.
Ich schrieb es bereits: es geht nur so. Alle gemeinsam. Wenn hier aber weiterhin drei Lager gegeneinander arbeiten, weil alle an die Macht wollen, dann kann der HSV nur daran zugrunde gehen.

Zu diesem Thema kam auch noch diese Mail:

Hallo Dieter,

sehr amüsant, deine letzten Beiträge. Egal ob zur Mitgliederversammlung oder dem Interview mit Herrn Jarchow. Doch will ich nochmals auf die MV eingehen und danach das Thema ruhen lassen. Du sprichst dich vor der Versammlung für die Fernwahl aus. Prima dachte ich, aber ca. 24 Stunden vor der Versammlung???
Was wolltest du denn mit so einer Aussage bewirken? Etwa, das sich der ein- oder andere Auswärtige doch noch dazu entschließt nach Hamburg zu kommen?

Genau so wie die Initiative Pro HSV oder die Initiative HSV Realos – das ich mich nicht
totlache!!! Ein Witz ist das. In den letzten Tagen und Stunden wird „Wahlpropaganda“ gemacht. Das Resultat konnte man sehen.
Aber knapp daneben ist halt auch vorbei!!!

Da kocht jeder sein Süppchen. Anstatt man eine gemeinschaftliche Initiative gründet und auch mal auf Fanclubs zugeht, die weit außerhalb von Hamburg kommen – so beispielsweise aus Hessen oder Bayern, oder Thüringen, oder, oder, oder.
Da gibt es viele Fanclubs – oder nennen wir diese doch auch mal HSV – Supporters, die ganz sicher nicht damit einverstanden sind, was mit ihrem HSV so abgeht!!!
Ich hatte die Gelegenheit, mich mal – leider erst nach der Versammlung – mit zwei Mitgliedern der HSV Senioren zu unterhalten. Was ist denn in ein paar Jahren beispielsweise mit einem Herr Dr. Krohn, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf eine Mitgliederversammlung gehen kann, hat er dann keine „Raute mehr in der Brust“??? Herr Dr. Krohn sollte nur explizit für viele HSV Senioren gelten, die nicht die Möglichkeit haben zur Mitgliederversammlung zu kommen, weil sie nicht die steile Treppe im Stadion gehen können!!!

Der Witz hat eine Fortsetzung.
Wo waren denn die HSV Mitglieder aus dem Behinderten Sport??? Dürfen die nicht mehr an einer Versammlung teilnehmen???
Universalsportverein – oder wie war dass?
Schade, ich hatte mich mal an die Initiative Pro HSV gewandt, wollte mal mit einigen Fanclubs in meiner Nähe in Kontakt treten, die „Werbetrommel“ rühren. Den Leuten mal die Wichtigkeit vor Augen führen!!!
Chance vertan. Bekam auf meine Mail keine Antwort. Nach der letzten Saison, die keiner mehr wieder erleben will, wieder eine Chance verpasst. Denn sollte der HSV wider erwartend eine bessere Saison hinlegen, werden noch weniger Fans zur Versammlung erscheinen – ganz nach dem Motto: Erfolgreich – also alles richtig gemacht.

So jedenfalls können einige – nennen wir sie mal HSV – getreue Fans oder auch Mitglieder Chosen Few – weiter ihr eigenes Süppchen kochen. Ist ja im Januar wieder eine Wahl. Da kann man dann vielleicht noch den ein oder anderen Kandidaten unterbringen.
Sind halt besser organisiert – so ist das halt. Ich für meinen Teil, werde mir überlegen, ob ich mir die mehr als 700 Kilometer noch mal antue, nur um bei einer Mitgliederversammlung teilzunehmen!!!

Auch auf das Interview mit Herr Jarchow will ich noch mal eingehen. Ob es gut war, mit seinen ehemaligen Mitstreitern, Herr Klüver, Herr Hunke und Freunden zu prahlen???
Für mich hat das einen bitteren Beigeschmack!!!

So, mal sehen wie du die Sache siehst.
Gruß Horst
Nur der HSV !!!

Ich habe dem Horst schon persönlich geantwortet. Zum Beispiel, dass ich nichts „damit bezwecken“ wollte – und will. Ich wurde hier schon mehrfach kritisiert, weil ich angeblich erst hinterher meine Meinung zu diesem oder jenem Thema geäußert hätte. Um nicht wieder in diesen Verdacht zu geraten, habe ich meine Meinung vorher (!) öffentlich gemacht. Ohne etwas damit für die eine oder andere Seite „bezwecken“ zu wollen . . .

Kurz noch zum Jarchow-Interview. Ich habe und hatte nie das Gefühl, dass Herr Jarchow mit den Herren Klüver, Hunke und Freunden geprahlt hat. Das hat Jarchow nicht nötig. Da steht er total über den Dingen – anders als (hier im Matz-ab-Blog) einige Leute, die immer mehr wissen wollen. Jarchow hat nicht geprahlt, Jarchow hat nur eine Tatsache angeführt, die leider immer wieder ins Gegenteil verdreht wird. Weil es dann so besser zur eigenen Meinung passt.

Ein ganz anderes Thema. Der abgemeldete Frauen-Fußball. Auch dazu gab es unheimlich viele Zuschriften. Ich stelle dazu eine einmal exemplarisch frei:

Lieber Herr Matz,

vielen Dank, Ihnen und Herrn Scholl, für den sowohl informativen als auch immer wieder sehr unterhaltsamen Blog. Seit Beginn des Blogs habe ich keinen Beitrag verpasst – glaube ich.
Ich möchte ein Mal kritisch anmerken, dass mich die Verärgerung über die Abmeldung der Damen aus der Bundesliga sehr, sagen wir mal, ärgert.

Wann bitte schön hat das Abendblatt (sowie andere Medien) mal ausführlich und regelmässig über HSV-Damen berichtet? Und falls Sie jetzt kontern, und nennen mir vllt. 3 bis 4 Beiträge in den letzten Monaten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie, die Medien, große Teilschuld mittragen.

Denn – wenn Sie, die Hamburger „Schreiberlinge” ;) , nichts berichten inklusive Fotos, dann ist klar, dass diese Sparte zum Tode verurteilt war. Denn welcher Sponsor buttert Geld in ein Projekt, dass ihm keine PR/Publicity bringt. Kein. Das sind einfachste Marketing-Regeln.
Es wäre, wie ich persönlich finde, selbstkritisch und fair, sich mit in das Boot zu setzen, in dem andere Parteien sitzen, die für die Abmeldung mitverantwortlich sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich gebe ganz sicher nicht nur Ihnen (Medien) die Schuld. Aber sich jetzt aufzuregen ist doch, verzeihen Sie mir den Ausdruck, etwas scheinheilig.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei Millionen von Zuschriften ;) gering ist eine Antwort zu bekommen, ist vielleicht möglich im Blog das Thema anzuschneiden, vor allem ist das Thema noch aktuell. Marcel Jansen möchte da ja was „spenden” um den Mädels zu helfen.
Trotzdem, nobody is perfect ;).
Selbst der Matz-ab-Blog nicht, wobei es fehlt nicht mehr viel.

Übrigens, diese Kritik an den Medien, wären auch bei anderen Sparten angebracht. Statt nur Missstände anzuprangern, wäre es doch mal zur Abwechslung interessant zu erfahren, was bei anderen Vereinen so los ist. Altona 93 z.B. Trauen Sie den Lesern mehr zu. Wir müssen nicht immer wieder die gleichen HSV-Gesichter sehen, die immer das gleiche erzählen. Berichten Sie doch auch mal über, im positiven Sinne, auffällig gewordene Jugendliche der kleinen Verein und bringen Sie so mehr Ihrer Leser in die kleineren Stadien.

Wir, die Leser, werden es Ihnen danken.

Ihnen und auch den Kollegen im Hintergrund möchte ich danken. Es bringt vor allem Spaß, Ihre Beiträge zu lesen.

Dazu möchte ich sagen, dass es schon seit vielen, vielen Jahren immer Diskussionen um den Frauen-Fußball gegeben hat. Auch bei uns in der Redaktion. Zeitungen zu machen ist aber auch immer eine Sache des Platzes. Man muss eben auch den Platz haben, um die Geschichten vom Frauen-Fußball unterbringen zu können. Und die Zeitung möchte ich (heute) sehen, die so viel Platz hat, dass sie sich den Frauen-Fußball tatsächlich und dazu auch noch üppig „gönnen“ kann. Gibt es nicht (mehr). Nirgendwo. Und Zeitungen berichten meistens von Ereignissen, die auch bekannt sind, die viele, viel Leser interessieren, wo viele Leser auch live dabei waren und sich in dem folgenden Artikel dann auch wiederfinden können – oder auch nicht.
Wenn beim Frauen-Bundesliga-Spiel aber 300 oder 400 Zuschauer waren, was dann? Dann zeugt es davon, dass sich dafür nicht sonderlich viele Fußball-Fans interessiert haben. Wären aber u diesem Spiel mehr gekommen, wenn die Zeitungen (Medien allgemein) darüber besser berichtet hätten? Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur umgekehrt. Wenn die Frauen (HSV) so sensationell spielen würden, dass zu jedem Spiel 10 000 und mehr Zuschauer kommen, dann würde jede Zeitung darüber berichten. Hundertprozentig. Aber bei 300 oder 400 Zuschauer? Und das auf Dauer? So wird das nichts. Und es ist ja nicht so, dass nur das Hamburger Abendblatt nichts (über die HSV-Frauen) berichtet. Es berichten andere Zeitungen (in Deutschland) kaum mehr.

Dazu mal ein Beispiel am Rande. Boxen war tot. In Hamburg und in Deutschland. Dann nahm es ein Mann (hier) in die Hand: Klaus-Peter Kohl. Der leistete Pionier-Arbeit – und heute berichten nicht nur die Zeitungen über das Boxen, nein, auch jeder Fernsehsender, der etwas auf sich hält, der zeigt Boxen. Weil Klitschko und Co nicht nur in sind, sondern auch Leistungen zeigen, die die Leute begeistern, die die Masse der Leute auch sehen will. Wenn nun die HSV-Frauen auch einen so sensationellen Fußball zeigen würden, dann würden sie auch im Mittelpunkt des Interesses sehen. Aber so ganz sensationell ist dieser Fußball offenbar noch nicht. Du damit ist nicht nur der HSV gemeint. Anderswo sind auch kaum mehr Zuschauer zu zählen. Und es ist ja nicht einmal so, dass „nur“ Frauen den Frauen-Fußball sehen wollen. Wenn das mal der Fall wäre – ist es aber nicht.

Nein, irgendwie scheint der Frauen-Fußball auf keinen grünen Zweig zu kommen. Ob nun mit Hilfe der Medien – oder ohne. Das wird so nichts. Obwohl die deutschen Frauen ja in der Welt eine absolut erstklassige Rolle spielen. Nur was ist, wenn, wie zuletzt in Bielefeld, bei einem EM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien mal gerade 9000 Zuschauer kommen? Das liegt nicht an der Vorberichterstattung, ganz sicher nicht. Das liegt am Frauen-Fußball. Und an den Leistungen – obwohl die DFB-Auswahl ja meistens überzeugend spielt. Aber ist es nicht so, dass der Männer-Fußball ganz anders ist? Total anders? Ich kann mich erinnern, dass wir mal mit einer Abendblatt-Auswahl (mit Jörn Wolf, mit „Scholle“ und Pletzi) gegen die HSV-Bundesliga-Frauen spielten. In Ochsenzoll. Ist schon lange her. Wenn ich mich richtig erinnere, so gewann wir 11:2. Und die deutschen Frauen spielten einst vor einer WM (als sie letztlich den Titel gewannen!) gegen die A-Jugend des VfB Stuttgart. A- oder B-Jugend. Auf jeden Fall gewannen die jungen Männer in drei Dritteln zweistellig – aber darüber durfte nie berichtet werden. Totgeschwiegen wurde dieser Kick.

Nein, nein, ich glaube ganz einfach, dass es in den nächsten Jahren keinen Aufschwung im Frauen-Fußball geben wird. Und das liegt nicht, ganz sicher nicht an der Aufmerksamkeit der schläfrigen und ignoranten Medien.

Dann gab es auch noch diese Mail (der Absender ist mir bekannt):

Am 29.05.2012 veröffentlichtest Du dann das mit Herrn Jarchow geführte Interview (Teil 1), in dessen Verlauf Herr Jarchow u.a. sagte:
„Ernst nehme ich Leute, die sich mit Namen und Ihrer wahren Identität bei mir melden, die bekommen auch immer eine Antwort.”
Nun, dieses Angebot möchte ich gerne annehmen, obwohl einer der Blogteilnehmer offensichtlich schon eine andere Erfahrung gemacht hat.

KhanSingh sagt:
29. Mai 2012 um 21:15

Also ich habe Herrn Jarchow eine lange E-Mail mit mehreren Fragen geschickt. Mir hat er nicht geantwortet. Auch wieder nur heiße Luft. Aber immerhin: der KUNDENservice hat mir geantwortet. Nämlich, dass Herr Jarchow nicht jede Anfrage beantworten kann.

Ich würde Herrn Jarchow gerne eine Kopie meines Schreibens sowie der direkt darauf bezogenen Reaktionen zukommen lassen und erfahren, wie Herr Jarchow zu diesem Thema steht.

Ist es wirklich im Sinne des HSV’s, wenn die Meinung des größten Teils der Mitglieder (Supporters) in deren Abteilung nicht berücksichtigt wird?

Wie wird denn überhaupt seitens der Supporters das Meinungsbild von 55.000 bzw. 70.000 Mitgliedern erfasst. Die heutige Technik lässt es zu, Raum und Zeit zu überbrücken. Warum nutzt man solche Möglichkeiten nicht? Es verlangt keiner, das bis zu EUR 38.500,00 an Portogeld verbrannt werden. Die Mitglieder sind registriert, eMail Kontakte daher bekannt. Wenn nicht, kann man in der Stadionzeitung um Ergänzung dieser Daten bitten.

Vielleicht könntest du mir neben den Kontaktdaten (eMail) von Herrn Jarchow auch die von Herrn Scheel mitteilen, der für Mitgliedsangelegenheit eigentlich zuständig ist. So hätte Herr Jarchow dann auch einen „Notausgang”, falls er doch nicht selbst antworten möchte.

Ich halte es einfach für zu wichtig – auch im Sinne des HSVs -, dass solche Dinge im Sinne ALLER Mitglieder geklärt wird. Und wenn die Supporters hierzu nicht in der Lage sind, sein wollen, dann muss man sich meiner Meinung nach an die nächst höhere Ebene wenden.

Also, ich werde mich hüten, hier irgendwelche Mail-Adressen oder auch Telefonnummern herauszugeben. Das wäre ja noch schöner. Wer genau gelesen hat, der wird wissen, dass der Herr Jarchow gesagt hat, dass er zu einem Matz-ab-Treffen kommen würde, um dort Rede und Antwort zu stehen.

Wenn der HSV-Boss nun auf jedes Schreiben antworten würde, dann hätten ja jene Kritiker recht, die dem Herrn Jarchow unterstellen, nichts für den HSV zu tun. Was natürlich absolut lächerlich ist. Aber mal angenommen, ihm würden jeden Tag so um die 100 Fans oder Mitglieder schreiben – wer soll dafür Zeit haben? Und an die Bundeskanzlerin kommen täglich 1000 Fragen – soll sie diese auch persönlich beantworten? Geht doch gar nicht.
Nix also von heißer Luft. So etwas geht einfach gar nicht, aus zeittechnischen Gründen schon nicht. Aber, wie gesagt, Herr Jarchow will ja mal (!) zu einem Matz-ab-Treffen kommen, und ich werde jetzt in nächster Zeit mit ihm absprechen, wann das (im Herbst) dann sein könnte. So lange müsstet ihr noch Geduld haben. Und eventuell kommt dann ja auch noch der eine oder andere HSV-Funktionär mit, dann könnte es ein netter Abend werden.

Dann gab es noch diese – wie ich finde sehr bedenkliche – Mail. Thema Nachwuchsarbeit im HSV.

Hallo Matz ab,

ich lese den Blog schon von Anfang an und zum Thema Nachwuchs möchte ich mal einen kleinen Gedankenansatz aus der Basis (Eltern von Talenten ;-)) geben.

Hier in Lüneburg z.B. gibt es einen Partnerverein des HSV, deren Top Nachwuchs wird regelmäßig von Werder Bremen eingeladen, die machen es so, dass sie einige Talente (ab U12) monatlich einladen zum Training und auch mal zu Turnieren und sie mit Material /Trikots usw.) „verarzten”… ein HSV Partnerverein lässt die Talente von Werder umsorgen…???

Wieso kann man nicht die Stützpunk Philosophie vom DFB auf einen Verein (HSV) übertragen, das würde doch dem HSV doch nicht mehr als ein paar tausend im Jahr kosten, die Talente im Umland einmal die Woche zusammenzurufen und dann in der Region vom HSV Coach trainieren zu lassen.

Das Problem der Fahrerei (A7) wäre nicht da, die Talente wären an den HSV „gebunden”, die HSV Trainings- und Fußball Philosophie könnte antrainiert werden, Werder wäre aus dem Spiel ;-) – kurz alle wären glücklich…

Wenn eines dieser Talente dann in 6 Jahren einschlägt, hat sich das doch sofort amortisiert…

Wenn, dann ja. Aber ich finde das ohnehin schon sehr interessant, was da über den HSV und auch über Werder geschrieben wurde. Sollte der HSV einmal kurz aufmucken – und sich dann der Sache annehmen. So kann das nicht im Sinne des Erfinders sein.

Dann schrieb „HSVseit1981“ zu dem Beitrag von „Raschi“:

Jarchow hingegen verweist darauf, dass der HSV in seiner Geschichte
eigentlich überwiegend erfolglos war, er aber „natürlich dem Zuschauer
etwas bieten” wolle. Das ist mit dem Abstiegskampf schon mal ganz
hervorragend gelungen. Ziele, oder auch Visionen, wie es hier immer
wieder genannt wird, sind in dieser Aussage aber nicht zu erkennen.
Absolut korrekte und auf den Punkt gebrachte Analyse. Wie heißt es so
schön „Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Wenn von oben derart lahme,
unambitionierte Vorgaben kommen, dann wird es nichts mit dem HSV als Spitzenmannschaft.

Das Potenzial in Hamburg ist für einen europäischen Top-Club da, man muss
es nur abrufen. Es gibt genug Fans, Zuschauer, Medieninteresse,
Einschaltquoten im Pay-TV und auch finanzkräftige Sponsoren.
Nur, wer sich nach dieser Horror-Saison ein gutes Zeugnis ausstellt, den
Vertrag verlängern lässt und meint, dass sei doch alles irgendwie dem
alten Vorstand zu verdanken, versenkt den HSV in der Bedeutungslosigkeit.
Der aktuelle Vorstand hat die Chance mich durch konsequentes Handeln in
Sachen Van der Vaart zu überzeugen. Nachdem uns Mönchengladbach Xhaka
„weggeschnappt” hat, sollte Van der Vaart nicht auch noch in den Westen
der Republik.

Aber hier wird mit Basti Reinhardt jemand zum Nachwuchschef befördert,
weil er sich damals als komplett überforderter Sportchef so loyal
enteiern lassen hat, und jetzt wird ihm mit Michael Schröder jemand
zur Seite gestellt, der in der Scouting-Abteilung nicht mehr gebraucht
wird. Und demnächst sollen Jarolim und Benjamin zurück, nicht weil sie
ihre Kompetenz irgendwo bewiesen hätten, sondern weil sie so
(verdiente) alte Spieler, liebe Kerle und loyale Kämpfer im Zeichen
der Raute sind oder waren. . Wir müssen endlich weg davon, Freunden
und alten Fanlieblingen wichtige, wenn nicht entscheidende Posten
zuzuschanzen, das gilt für Vorstand, Aufsichtsrat und Nachwuchsbereich
gleichermaßen. Wir müssen uns endlich wieder professioneller
aufstellen und unsere Arbeitsplätze mit Fachleuten besetzen anstatt
aus Dankbar- oder Gefälligkeit.

Auch das ist leider die furchtbare Wahrheit. Wir müssen uns konsequent von
denjenigen trennen, die es offensichtlich nicht geschafft haben, in den
vergangenen Jahren die Nachwuchsarbeit nach vorne zu bringen.
Ich frage mich, warum gerade ein so sensibler Bereich wie die Jugendarbeit
zur „Resterampe” für alt- und ausgediente Führungskräfte des HSV verkommt?
Ein professionelles Konzept, um gute Spieler zu entwickeln und an die
Bundesliga-Mannschaft des HSV heranzuführen, sieht anders aus.

Oha, da waren einige Dinger drin. Nachdem uns Xhaka weggeschnappt wurde . . . Nicht auch noch van der Vaart . . . Ja, das stimmt. Volltreffer! Und Messi und Ronaldo auch noch. Von Ronney würde ich mal absehen, der ist schon zu lange nicht mehr in Form . . .

Nein, liebe Leute, es wird wohl noch brauchen, ehe es alle begriffen haben:
FUSSBALL hängt mit GELD zusammen. Man muss Xhaka und van der Vaart, natürlich auch Messi und Ronaldo, auch BEZAHLEN können. Wann merkt es auch der letzte Fan? FUSSBALL HÄNGT MIT GELD zusammen, aber der HSV UND GELD NICHT. `
Der HSV hat fast NULL KOHLE. Deswegen schminkt euch doch solche Leute wie Xhaka und wohl auch van der Vaart (wenn nicht noch der Herr Kühne einspringt) ab. Die sind unbezahlbar, di sind nicht die Preisklasse HSV. Und nur wegen der so wunderschönen Raute kommt kein Profi, der etwas auf sich hält (international) nach Hamburg. Die wollen Geld sehen. Und davon hat der HSV eigentlich ein wenig zu wenig.

Beste Beispiele:
Hamit Altintop wurde hier gehandelt – und geht zu Galatasaray Istanbul. Weil der Klub die bessere „Raute“ hat? Nee, weil da mehr Geld vorhanden ist. Oder Dirk Kuyt. Den wollte Frank Arnesen haben. Sprach auch mit ihm. Und, was ist? Kuyt geht zu Fenerbahce Istanbul. Die haben auf jeden Fall die bessere Raute – nämlich viel, viel Geld in der Kasse.

Also, ich bitte jeden ganz eindringlich – hört endlich auf zu träumen. Sonst kommen Messi und Ronaldo eines Tages wirklich noch zum HSV.

Dann noch zu Bastian Reinhardt – der „enteiert“ wurde.
Dazu möchte ich mal fragen, wer zu jener Zeit nicht „enteiert“ worden ist? Christian Reichard? Dietmar Beiersdorfer? Oliver Scheel? Fragt mal bitte nach – diese drei Herren können sicher mehr erzählen. Deswegen ist es mir viel zu einfach, hier die Lanze über den „enteierten Sportchef Reinhardt“ zu brechen. Viel zu einfach. Aber gut, das können die meisten auch nicht so genau wissen, weil ihnen dieser Einblick ins Eingemachte natürlich auch verwehrt wurde. Logisch. Aber deswegen möchte ich doch darum bitten, mit solchen „enteierten“ Behauptungen sehr, sehr vorsichtig umzugehen. Das hat, das sage ich ganz deutlich, ein Bastian Reinhardt auch nicht verdient.

Dann schrieb „Freddie“ noch seine ganz persönliche Einzelkritik:

Tesche, Drobny, Berg, Guerrero, Skjelbred und evtl. Rajkovic stehen auf
der Verkaufsliste. Meiner Meinung nach sind alle Kandidaten unterschiedlich zu bewerten.
Tesche ist für mich so ein zweiter Fall „Albert Streit”, eine Klette, die
offensichtlich nicht gewillt ist, Leistung zu bringen. Egal, ob im Spiel
nach vorne mit/ohne Ball oder auf dem Weg nach hinten, es gibt nur ein
Einheitstempo.

Drobny, der sehr schlecht begann aber zum Ende der Saison zu Retter wurde.
Für mich bedauerlich, dass er gehen soll. Das soll aber nicht heißen, dass
ich grundsätzlich gegen die Verpflichtung von Adler bin. Ich hätte wohl
nur die Prioritäten anders gelagert. Erst mal das, was dringend notwendig
ist, eben zu Beginn . ein Kreativling im Mittelfeld.

Berg’s bisheriger Aufenthalt in Hamburg, mehr als unglücklich. Er hatte
seine beste Zeit, schien endlich in Fahrt zu kommen, ausgerechnet als van
Nistelrooy verpflichtet wurde. Und der hatte so eine Art Garantie.

Guerrero? Ein sehr guter Techniker, machte gute Spiele. Aber auf’s Jahr
gesehen ist das einfach zu wenig.

Skjelbred hatte nie eine ernsthafte Chance erhalten. Warum nicht? Waren
seine Trainingsleistungen so schlecht?

Rajkovic war der Fels in Brandung, brachte tatsächlich Sicherheit in die
Abwehr, nahm keine Rücksicht auf sich selbst und natürlich auch nicht auf
den Gegner. Hatte dann natürlich ein sehr unglückliches Spiel, als er
letztendlich mit Rot vom Platz gehen musste, weil ein Gegner unbedingt
gegen ihn laufen musste. Mir gefällt seine humorlose Art zu spielen. Er
setzt seinen Körper ein. Mir lieber, als dieses ewige Gegrätsche á la Bruma.
Offensiv fehlt ihm allerdings ein wenig.

Abraham muss wirklich gut sein, dass man sich so für ihn einsetzt.
Irgendwo war zu lesen, dass der Vorvertrag ein normales Mittel ist, um
sich einen Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber zu sichern, oder so.
Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Allerdings handelt es sich bei
beiden Parteien in der Regel immer um mündige Bürger. Er wurde
entsprechend beraten, d.h. aber nicht, dass man einem Rat unbedingt folgen
muss. Entscheiden tun doch immer noch die Spieler selbst. Für mich daher
auch zu einfach, die Schuld dem ehemaligen Berater in die Schuhe zu
schieben.

Wenn er sich für den HSV entschieden hat, aus welchem Grund auch immer, in
wie weit beteiligt sich der Spieler an den entstehenden Kosten, die im
Normalfall nicht angefallen wären, beteiligen?

Gute Frage, die letzte. Sehr gute Frage. Das habe ich allerdings höchst selten erlebt, dass ein Spieler selbst mal in die Tasche greift . . . Wird wohl auch in diesem Fall nicht passieren. Wenn ihr mich fragt, wie das ausgehen wird? Abraham kommt nicht zum HSV. Wenn Getafe mehr als zwei Millionen haben will, woher soll das denn kommen? Denn Abraham selbst will ja auch noch den einen oder anderen Knopf in seine ganz persönliche Kasse haben. Nein, nein, siehe Altintop und Kuyt . . .

Und dann gab es heute noch eine dpa-Meldung, die ganz gut zu Matz ab passt:

Joachim Löw ist kein Freund von Facebook oder Twitter. Im Gegensatz zum Großteil seiner Fußball-Nationalspieler nutzt der Bundestrainer die sozialen Netzwerke nicht zum Austausch mit Fans und Bekannten. „Für mich spielen sie nur eine ganz untergeordnete Rolle, weil ich teilweise auch schlechte Erfahrungen damit mache“, sagte der 52 Jahre alte Löw der Nachrichtenagentur dpa: „In Facebook gibt es ja Leute, die unter meinem Namen eine Seite betreiben. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Er habe aber Verständnis, dass viele seiner 23 EM-Spieler die modernen Kommunikationsmittel intensiv nutzen: „Das ist eine andere Generation. Für sie ist es vollkommen normal, dass sie Bilder rausschicken, dass sie Dinge in die Öffentlichkeit geben, was sie empfinden oder was sie so tun. Ich suche den Kontakt mit ihnen per Telefon oder E-Mail. Das ist mein Stil.“

Für die EM in Polen und der Ukraine hat DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die Spieler informiert, an welche Regeln sie sich für ihre Aktivitäten in den sozialen Medien zu halten haben. Die DFB-Ansage lautet zusammengefasst: „Es darf in Facebook und bei Twitter nichts geschrieben werden über Verletzungen, Taktik, einfach über Dinge, die nur die Mannschaft angehen.“ Bierhoff sprach von einem „Spagat“, der zu schaffen sei, zumal der Verband selbst via Facebook und Twitter mit dem Nationalteam aktiv ist: „Es geht nicht um eine Verneinung der Medien. Aber die Vertraulichkeit hat uns auch stark gemacht.“
Der seit Sonntag 20-jährige Dortmunder Mario Götze berichtete während des Trainingslagers in Südfrankreich, dass er „fast jeden Tag“ auf seiner Facebook-Seite nachsehe, „was meine Freunde posten“. Der Schalker Benedikt Höwedes (24) hat die Richtlinien verinnerlicht: „Wir dürfen nicht alles posten, keine intimen Geheimnisse.“
Ein Grund für den Facebook-Knigge war, dass der Leverkusener André Schürrle im November eigenmächtig seine Abreise aus dem DFB-Quartier vor dem Niederlande-Spiel publik gemacht hatte. „Kann heute Abend leider nicht spielen, wegen eines grippalen Infektes. Sehr, sehr schade, hatte mich schon richtig gefreut. Liebe Grüße“, twitterte Schürrle. Löw hätte den Ausfall lieber bis abends geheim gehalten . . .

So, das war es für heute. Denkt bitte, falls ihr noch die Gelegenheit dazu habt, die neue Ausgabe von “Hinz und Kunzt” zu kaufen. Da gibt es das eine oder andere Matz-ab-EM-Nähkästchen zu lesen.

Zum Schluss möchte ich euch noch einmal (und immer wieder) danken für die rege Teilnahme an diesem Matz-ab-Blog. Und gleichzeitig alle trösten die uns (und mir) auch noch geschrieben haben – aber nun nicht “behandelt” worden sind. Es ist einfach zu viel, glaubt es mir. Trotz allem: vielen, vielen Dank für eure Kritik, Anregungen und Fragen, die ihr uns schickt. Danke, danke, danke. Klasse!!!

17.53 Uhr