Tagesarchiv für den 15. Mai 2012

Von limitierten Spielern und dem HSV-Virus

15. Mai 2012

Heute einmal die etwas andere Eröffnung:

Unser Matz-ab-Blogger „Das Ungeheuer” schreibt:

„Sorry, ich muss jetzt etwas machen, was ich eigentlich an vielen Beiträgen hier nicht mag: Dieter Matz kritisieren. Und zwar, weil ich inzwischen den Eindruck habe, dass der Blogvater einen systematischen Fehler macht in seiner Beurteilung von Spielern. Er geht immer rein nach dem, was er einen “guten Charakter” hält. Und das führt leider dazu, dass zu nahezu 100 Prozent seine Positivurteile Spielern gelten, die im Fußballerischen limitiert sind und das durch Einsatz, Rhetorik, Kampeswillen wettmachen. Namen? Nun neben dem offensichtlichen David Jarolim Westermann, Rincon, Aogo, Drobny. Ja, ich gebe zu, diese Spieler haben sich “reingehängt”. Und dennoch sind es genau solche Spieler, die den Unteres-Mittelmaß-HSV dieser Zeit von dem von vor fünf Jahren unterscheiden. Westermann, Jaro und eben auch Aogo sind fußballerisch EXTREM LIMITIERT. Mit Spielern dieser Art werden wir auch in 10 Jahren nicht um internationale Plätze mitspielen. Dafür braucht es nun mal Spieler, die – böser Charakter hin oder her – mehr können als andere. Und das sind bei uns nun einmal Spieler wie Töre, Ilicevic, Guerrero. So schwer zu führen die auch immer sind. Es ist am Trainer, sie zu führen und zu disziplinieren.“

Das ist ja ungeheuerlich, Du Ungeheuer. Nein, nein, vielleicht hätten es einige gerne, wenn ich so reagieren würde, aber ich finde diese Kritik ja super, sensationell – und bedanke mich dafür. So soll es doch sein. Nichts von Ar . . .loch, Wi…er, H….sohn, sondern sachlich und fachlich – das ist ja schon immer mein Traum.

Und ich gehe gerne mal darauf ein. Auf welch hohem Niveau bewegen wir uns eigentlich alle, wenn man bei David Jarolim, Heiko Westermann, Tomas Rincon, Jaroslav Drobny und Dennis Aogo von „fußballerisch extrem limitierten Spielern“ spricht? Ich wollte früher, als kleiner Knabe, mal Nationalspieler werden, habe es aber nicht ganz geschafft. Ich weiß nicht, ob Du, liebes „Ungeheuer“, es geschafft hast, aber ich vermute mal – das nein. Aber diese fünf von Dir genannten Spieler waren und sind alle Nationalspieler. Weil sie fußballerisch limitiert sind? Was sind denn erst die anderen HSV-Spieler (auch die, die in der Vergangenheit hier spielten – als Nicht-Nationalspieler?), die es nicht bis ganz nach oben geschafft haben? Alles Krampen – außer Uwe?

Nein, nein, da machst Du es Dir ein wenig zu einfach. In Hamburg spielt eben noch kein Messi, kein Ronaldo, kein Rooney. Letzterer aber, so denke ich, wäre wahrscheinlich auch schon leicht „fußballerisch limitiert“ . . . Wenn aber schon Jarolim, Westermann, Drobny, Aogo und Rincon „fußballerisch limitiert“ sind, wer ist es dann nicht (von dieser HSV-Mannschaft)? Jeffrey Bruma, Jacopo Sala, Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic, Ivo Ilicevic? Nur um mal einige Namen zu nennen. Von einigen wird hinter vorgehaltener Hand behauptet, dass sie nicht unbedingt die Raute in der Brust vor sich her tragen . . . Mag sein, dass sie „fußballerisch nicht so limitiert“ sind, aber zählt da nur das, was sie am Ball können? Ganz sicher nicht. Und genau die von Dir genannten fünf Spieler haben in dieser Saison (so lange sie es durften) immer alles gegeben – für den HSV.

Und, eine Gegenfrage sei mir noch gestattet: Wenn es diese fünf Spieler sind, die „den Unteres-Mittelmaß-HSV dieser Zeit von dem von vor fünf Jahren unterscheiden“, was haben dann die anderen Spieler der Saison 2011/12 an guten oder herausragenden Leistungen vollbracht? Oder sind die eventuell nur von diesen „Weicheiern“ ausgebremst und behindert worden?

Nein, nein, die Mischung macht es.
Und ich habe nicht das Gefühl, dass zum Beispiel David Jarolim ein „Weichei“ war und ist. Der ging immer dorthin, wo es (ihm) wehtat.

Ich möchte auch nicht wieder davon anfangen, dass ich selbst ja einst Trainer (B-Lizenz) war, aber neben sieben Jugendmannschaften (in drei Vereinen), die alle Meister wurden, habe ich auch fünf Herren-Teams (in drei Klubs) trainiert – drei davon wurden Meister (mit einem Verein wäre ich allerdings am letzten Landesliga-Spieltag fast abgestiegen, ein Elfmeter in der 92. Minute rettete uns – sollte nicht verschwiegen werden). Da habe ich auch ältere Spieler trainiert, die älter waren als ich, und nicht alle waren „Weicheier“ oder als pflegeleicht zu bezeichnen. Dennoch glaube ich, dass es stets eine gewisse Harmonie in jedem Team gab, und ein einheitliches Denken, wenn es um Erfolge ging.

Ich gebe aber durchaus zu, dass ich Spielertypen wie Stefan Effenberg oder Mario Basler, oder auch Oliver Kahn, nicht unbedingt so gerne in einer meiner Mannschaft gehabt hätte (fußballerisch natürlich, das ist schon klar, aber nicht von einer gewissen Aufsässigkeit her), weil sie doch irgendwie Querköpfe waren und sind. Aber hatte der HSV einen solchen in der abgelaufenen Saison in der Mannschaft? Oder wie lange ist es her, dass der HSV einen solchen ganz besonderen Spielertypen in seinem Team hatte? Wen würdet ihr als einen „Querdenker“ bezeichnen? Mir fällt da eigentlich nur Frank Rost ein, aber der dachte „quer“, weil er unbedingt mehr Erfolg haben wollte. Und, das sei nicht verschwiegen, er schoss dabei ganz sicher auch das eine oder andere Mal etwas (oder etwas mehr) über das Ziel hinaus.

Kurz noch zu dem Begriff „Rhetorik“. Den im Zusammenhang mit Jaroslav Drobny zu bringen, ist etwas das Thema verfehlt. Ich habe mit Drobny zuletzt im Trainingslager Längenfeld (bei Armin Veh) (korrigiert, danke Manfred) gesprochen, und fast allen anderen Kollegen dürfte es ähnlich gehen, denn der Tscheche redet nicht mit der Presse. Dennoch aber muss doch seine gute Leistung, auch sein Durchhaltevermögen, Anerkennung finden. Und nur das wurde auch gemacht – von allen Zeitungen. Völlig berechtigt, wie ich finde, Drobny ist mein HSV-Spieler der Saison. Wie er zur Raute hielt, obwohl ihm hier schon der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde – das macht nicht jeder. Zumal Jaroslav Drobny oft mit dem „Kopf unterm Arm“ zwischen den Pfosten stand.

Es ist sicher auch die Kunst eines Trainers, „etwas schwierigere“ Typen mit „charakterlich einwandfreien Menschen“ zu verbinden, um daraus ein echtes Team zu formen. Und da wird Thorsten Fink jetzt in seiner zweiten Saison, die ja eigentlich erst seine „erste richtige“ Saison sein wird, gefragt sein. Dennoch glaube ich, dass es besser wäre, wenn man eine Mannschaft (einen Kader) hätte, der sich gut oder auch sehr gut versteht – auch privat. Als Nationalspieler Dennis Aogo vor Monaten von der Nati zurückkehrte, machte er mich total neidisch. Weil er von den Dortmundern erzählte, die sich wie Freunde gaben und benehmen, die alles miteinander gemeinsam machen – die viel lachen, Blödsinn machen sich einfach nur gut verstehen. Das ist der Ideal-Fall.

Als Oliver Kahn am Sonnabend (nach dem 2:5-Debakel der Münchner!) gefragt wurde, ob Jürgen Klopp nicht irgendwann auch beim FC Bayern vorstellbar wäre, da antwortete der ehemalige Keeper wie folgt: „Das ist nicht miteinander zu vergleichen. Bei Bayern müsste er ja Erwachsene trainieren, und ich weiß nicht, wie gut er im Umgang mit Stars ist – die er in München ja hätte. In Dortmund sind das meistens jugendliche Spieler, der sicherlich ganz anders zu führen sind.“ Da habe ich dem Oliver Kahn, den ich bei der Nationalmannschaft über Jahre genossen habe (und der gewiss nie mein Freund sein wird), innerlich Beifall gespendet. Deswegen sage ich ja auch, dass Klopp alles richtig gemacht hat, als er damals nicht zum HSV kam – und nach Dortmund ging. An Hamburg und dem HSV sind doch schon ganz andere Trainer, gestandene Männer, so richtig gut und nach allen Regeln der Kunst verzweifelt. Deswegen kann man der verpassten Chance, dass Klopp zum HSV gekommen wäre, eigentlich niemals so hundertprozentig nachtrauern. Irgendetwas wäre ihm hier (in Hamburg) ganz sicher auch in die Quere gekommen, was den Erfolg verhindert hätte. Ich nenne da ja schon seit Jahrzehnten den
HSV-Virus.

In München soll es ja auch ab und an den „FC Hollywood“ geben, aber dann ist da kurz mal Ärger unterm Dach, und dann geht es wieder. In Hamburg (und beim HSV) spielen sich aber immer regelrechte Dramen ab, und die sorgen mit ihrer Nachhaltigkeit stets für monatelange, oftmals auch jahrelang dicke Luft. Oder glaubt ihr, dass ein Boxkampf in der Kabine zwischen Mladen Petric und Dennis Aogo so schnell abgehakt gewesen wäre, wie der zwischen Ribery und Robben? Niemals. In München aber war das schon nach zwei, drei Tagen kein Thema mehr . . . Und Robben hat inzwischen schon seinen Vertrag verlängert.

Es kommt auch immer auf die Teamkollegen an, und auch auf die Führung. Beim HSV gab es auch schon mal die eine oder andere Handgreiflichkeit. Entweder wurde die vertuscht, oder damals vertuschte der Erfolg alles. Felix Magath gab einst dem ehemaligen Bremer Werner Dreßel eine Ohrfeige und einige nette Worte mit auf den Weg vom Training in die Kabine (Verpi.. dich, du Blindfisch!), aber weil der HSV erfolgreich war, und weil der HSV damals ein Team hatte, das sich prächtig verstand, war das kein Thema, was an die große Glocke gehängt wurde. Der Erfolg heilt eben viele Dinge – wenn auch nicht alles. Die damalige HSV-Mannschaft blieb übrigens größtenteils zwischen Vor- und Nachmittags-Training beisammen (meistens scherte nur „Jimmy“ Hartwig aus), aß oft im Tennis-Club am Falkenberg zu Mittag. Ohne Trainer, ohne Betreuer. Und ohne dass es jemand angeordnet hatte. Man verstand sich ganz einfach – und eilte – ganz nebenbei – von Sieg zu Sieg.
Und das alles gibt es ja schon seit Jahren nicht mehr.

So, gleich geht es nach Lüneburg, zum letzten Freundschaftsspiel dieser Saison. Über diesen Kick werde ich nach Spielschluss etwas Ergänzendes anfügen – am Ende des Berichtes.

Da im Blog schon über einen Spieler namens Hakan Calhanoglu geschrieben wurde: „Scholle“ hat diesen Namen bereits vor einigen Wochen in Zusammenhang mit dem HSV gespielt. Und es ist wohl auch etwas dran, dass der HSV Interesse an dem 18-jährigen Deutsch-Türken (geboren in Mannheim) des Zweitliga-Absteigers Karlsruher SC hat. Es soll allerdings nicht kurz vor der Vollendung sein, denn der offensive Mittelfeldspieler hat einen Vertrag mit dem KSC, der noch bis 2016 läuft. Also: Interesse ja, ein Schnellschuss aber kaum. So war aus dem HSV zu vernehmen – kann aber auch schon morgen alles wieder hinfällig (was mich dann aber auch sehr, sehr wundern würde).

Ganz zum Schluss noch ein längeres Teil der Agentur „dapd“ über einen Neu-HSVer namens Artjoms Rudnevs. Für alle, die noch nicht so sehr im Bilde sind, was die sportliche Seite des Letten betrifft. Ich gehöre zu jenen, die noch nicht so viel wissen.

(dapd). Der Mann musste Ahnung haben. Schließlich hatte er ja auch zum Kreis derer gehört, die wissen, wo das Tor steht. „Ich glaube, dass Artjoms Rudnevs ohne Probleme Robert Lewandowski ersetzen kann“, sagte also Andrzej Juskowiak. Auf 56 Treffer hatte der es als Spieler in der Bundesliga gebracht. Nun, im September 2010, adelte er in seiner Funktion als Assistenztrainer des polnischen Erstligisten Lech Posen den lettischen Stürmer seines Klubs.

Eine Prognose mit Weitsicht. Als der ehemalige Wolfsburger Rekordtorschütze die lobenden Worte sprach, hatte Rudnevs gerade vier Tore erzielt für Lech. 29 Ligatore und knapp zwei Jahre später wechselt Rudnevs – wie sein Vorgänger Lewandowski – nach Deutschland, zum Hamburger SV. Juskowiaks Einschätzung hat der 24 Jahre alte Lette längst bestätigt.

Die Fans von Lech Posen erleben ein Deja-vu. „Bleib bei uns, bleib bei uns“, hatten sie im Mai 2010 verzweifelt gesungen. Damals feierte der Eisenbahnerklub aus Westpolen die erste Meisterschaft seit 1993. Doch vor dem nächsten großen Ziel, der Qualifikation für die Champions League, ging der beste Torjäger von Bord. Robert Lewandowski ging für 4,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Ohne ihn war die Champions League eine Nummer zu groß, Artur Wichniarek, der Lewandowski ersetzen sollte, zeigte bei seiner Rückkehr in die Heimat die gleichen schwachen Leistungen wie in den Monaten zuvor bei Hertha BSC.

Hinterher meldeten sich polnische Fußball-Experten und behaupteten, der Traum von Europas Elite hätte wahr werden können, hätten sich die Verantwortlichen von Lech zunächst nicht so knauserig gezeigt. 600 000 Euro, einen Bruchteil des Lewandowski-Erlöses, hatte der ungarische Erstligist Zalaegerzsegi für seinen lettischen Stürmer verlangt. Doch statt zu Beginn der Vorbereitung entschied sich Posen erst kurz vor Beginn der Ligasaison zum Kauf von Artjoms Rudnevs.

Dessen erster ganz großer Auftritt kam zwei Tage nach dem Lob von Juskowiak, in der Europa League gegen Juventus Turin. Beim 3:3 gegen das italienische Starteam erzielte der Lette alle Treffer für die Polen. Nach einer halben Stunde führte Lech dank zweier Rudnevs-Treffer mit 2:0. Nachdem Juve in der zweiten Halbzeit das Spiel gedreht hatte, gelang dem Neueinkauf in der Nachspielzeit mit einem großartigen Distanzschuss der verdiente Ausgleich.

Ab dem Tag an hatte Polens Fußball einen neuen Star. Robert Lewandowski blieb zwar weiterhin der Liebling der Fans, doch in der heimischen Liga wurde Rudnevs zum alles überstrahlenden Stern. Während die Sportpresse den Letten fast jede Woche mit Teams aus den europäischen Topligen wie dem FC Porto in Verbindung brachte und dabei über Ablösesummen von bis zu sieben Millionen Euro spekulierte, stritten Fußballexperten darüber, wer von den beiden der bessere Stürmer sei: Lewandowski oder Rudnevs.

Wenn es um die Tore in den europäischen Wettbewerben geht, dann spricht die Statistik jedenfalls für den Letten. Allein im Spiel gegen Juventus erzielte Rudnevs so viele Treffer, wie Lewandowski im Trikot von Lech Posen und des BVB zusammen. Insgesamt hat der Lette zwei Tore mehr auf seinem Konto. Auch die Torquote in der polnischen Ekstraklasa spricht knapp für den Neu-Hamburger. In 53 Spielen erzielte Rudnevs 33 Treffer, Lewandowski brauchte dafür fünf Spiele mehr. Im Abschied waren beide vereint: Sie verließen Polen nach zwei Jahren – und als Torschützenkönig.

Und so geht in Polen die Diskussion derzeit in eine etwas ungewöhnliche Richtung. Nicht ob der Lette sich in Hamburg durchsetzt, wird diskutiert. Sondern ob er sich mit dem Wechsel eigentlich einen Gefallen tut. „Ich rate von diesem Transfer ganz entschieden ab“, erklärte vor einigen Wochen kein Geringerer als Miroslaw Okonski, der 1986 in den goldenen HSV-Zeiten von Posen nach Hamburg ging. „Der Hamburger SV ist nicht mehr die Klassemannschaft wie zu meiner Zeit“, sagte der ehemalige Mittelfeldspieler. „Ich ging zu einem Spitzenklub in Deutschland, und Artjoms Rudnevs sollte das auch tun.“

Das war es nun erst einmal, nach dem Spiel in Lüneburg melde ich mich dann noch einmal in Kürze – es sei denn, es fallen 13 oder mehr Tore, dann natürlich nicht ganz so kurz.

16.22 Uhr

6:1 in Lüneburg:

Letztes Spiel vor Grenze. Der Betriebsausflug nach Lüneburg endete mit einem 6:1-Erfolg für den HSV. Ein HSV, der mit Tino Dehmelt; Dennis Bergmann, Muhamed Besic, Janek Sternberg, Angelo Langer; Christian Norgaard, Robert Tesche, Jacopo Sala, Matti Steinmann, Heung-Min Son und Manuel Pulido spielte. In dieser Formation trat der HSV von der 57. Minute an. Der unbekannte, der junge HSV. Zuvor spielten Neuhaus, Besic, Bruma, Mancienne, Aogo; Sala, Steinmann, Tesche; Son, Berg, Jansen.
Vor 2500 Zuschauern ging der Oberliga-Achte (Niedersachsen) mit 1:0 in Führung, Sebastian Klepatz traf nach einem schnell ausgeführten Freistoß (11.). Es dauerte bis zur 26. Minute, ehe es 1:1 hieß: Son auf Aogo, sehr gute Linksflanke, Kopfball Marcus Berg. Halbzeit. Der HSV hatte bis dahin sehr, sehr gute Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder am Teufelskerl im LSK-Tor, dem überragenden Alexander Walter.

Berg traf nach Wiederbeginn zum 2:1 (52.), dann begann das Torfestival (weil der LSK mehrfach gewechselt hatte!). Dennis Aogo erzielte das 3:1, weil der auf der Torlinie stehende Lüneburger Krasnikov über den Ball trat (54.). Drei Minuten köpfte Michael Mancienne das 4:1 – der einzige Fehler von Walter. Dann schlug die Stunde der jungen Knaben. Angelo Langer profitierte bei seinem 5:1 von der prächtigen Vorarbeit Sons (69.), und der agile Manuel Pulido nutzte die gekonnte Vorarbeit von Robert Tesche zum 6:1-Endstand.

Wenn ich kurz das Positive hervorheben darf: Heung-Min Son war für mich der beste Hamburger, auch wenn er kein Tor schoss. Der Südkoreaner hatte aber ganz offensichtlich Spaß an diesem Kick, er lief viel und kämpfte großartig. Klasse! Weil eine lobenswerte Einstellung. Gefallen hat mir auch Robert Tesche – und der junge Pulido, der schnell, äußerst beherzt, einsatzfreudig aufspielte. Das ist offenbar ein großes Talent – auch wenn er die kleine Statur wie einst ein Uwe Seeler hat. Nur noch nicht so kräftig. Aber das kann ja noch kommen.

„Die Jungen spielen ja besser als die Alten –weil die Jungen viel mehr laufen und kämpfen“, meinte ein HSV-Fan während der zweiten Halbzeit, Ganz so war es nicht, aber die Talente haben bewiesen, dass sie wollen. Und das ist auch gut so. Sehr gut so.

Ergänzt um 21.36 Uhr