Tagesarchiv für den 8. Mai 2012

Heute grünes Licht für Adler und Rudnevs

8. Mai 2012

Das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung steht am Ende des Berichtes!

Allmählich geht es ans Eingemachte. Heute tagte bereits der HSV-Vorstand, am Abend dann der Aufsichtsrat, der sich mit den Vorlagen der Vorstandsherren beschäftigen wird – und sie wahrscheinlich auch absegnen wird. Es geht in erster Linie um die Verpflichtungen von Rene Adler und Artjoms Rudnevs. Beide werden nicht gerade billig sein, beide sind – der eine mehr, der andere weniger – ein wenig umstritten. Bei den Räten. Aber beide Profis, der Torwart und der Stürmer, werden, so meine Informationen, vom Aufsichtsrat dennoch „grünes Licht“ bekommen, nur die Mehrheit ist noch umstritten. Es wird dabei ganz sicher auch einige (zwei?) Gegenstimmen geben.

Was mich dabei beruhigt: Die Führungsherren, alle Führungsherren des HSV, gehen es jetzt endlich an. Wenn ich mir heute einmal die Mopo von heute zu Gemüte führe, so bin ich doch erstaunt, dass dort Frank Arnesen wie folgt zitiert wird: „Wir müssen sehen, was finanziell machbar ist.“
Jetzt schon?

Der Sportchef spricht doch seit gefühlten acht bis zehn Wochen schon mit und über Dirk Kuyt. Ohne zu wissen, was „finanziell machbar“ ist? Das sorgt bei mir schon für Erstaunen, denn Adler wird nicht billig, und Rudnevs wird nun noch etwas teurer als ursprünglich gedacht (jetzt wohl 3,5 Millionen Euro – statt 2,5 ) – und dann soll ja noch ein – mindestens ein – Mittelfeldspieler geholt werden, der Fußball auch mit der Birne spielen kann. Und genau solche Leute werden nicht in den Regalen von Aldi, Lidl oder Rewe liegen. Soll heißen: auch nicht gerade billig.

Und wenn man sich dann „schon“ heute Gedanken macht, was finanziell machbar ist, dann ist das wesentlich später, als ich (Laie) es mir bislang vor Augen geführt habe.

Zum Thema Neuverpflichtungen gab es heute übrigens eine Agentur-Meldung, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Nach der schwächsten Saison in der 49-jährigen Fußball-Bundesliga-Geschichte des Hamburger SV (Rang 15) pocht Trainer Thorsten Fink auf Verstärkung im Spielaufbau der Hanseaten. „Bis zum Trainingsauftakt Anfang Juli will ich meinen zentralen Mittelfeldspieler haben, damit wir mehr spielerische Struktur kriegen“, sagte der Coach laut Sport Bild (Mittwoch-Ausgabe).

In der Offensive soll der Peruaner Paolo Guerrero gehalten werden, mehr Torgefahr als zuletzt verspricht sich Fink vom Artjoms Rudnevs (Lech Posen): „Er ist ein laufstarker Spieler, ein Torjäger, eine Maschine. Er wird uns mit seinem intensiven Spiel verbessern.“ Noch hat der Lette allerdings bei den Norddeutschen keinen Vertrag unterschrieben.

Wie hieß es früher doch so schön? Kinder mit ‘nem Willen, die kriegen was auf die Brillen . . .

Und noch einmal die Agentur von heute. Es geht dabei ums liebe Geld. Ich als „Nicht-Bilanz-Versteher“ verstehe die folgenden Zahlen einmal so, dass der HSV im Gegensatz zur sportlichen Tabelle hier doch glatt fünf bis sechs Plätze gutgemacht hat. Alle Achtung:

TV-Geldrangliste der 1. Bundesliga 2011/12

1. Bayern München 30,935
2. Borussia Dortmund 28,111
3. FC Schalke 04 26,854
4. Bayer Leverkusen 26,624
5. Werder Bremen 24,988
6. Hannover 96 23,164
7. VfB Stuttgart 23,048
8. 1899 Hoffenheim 20,889
9. FSV Mainz 05 20,566
10. Hamburger SV 20,516
11. Bor. Mönchengladbach 19,916
12. VfL Wolfsburg 19,003
13. 1.FC Nürnberg 17,801
14. 1. FC Köln 16,470
15. SC Freiburg 15,733
16. 1. FC Kaiserslautern 14,996
17. Hertha BSC 14,983
18. FC Augsburg 13,523
* Angaben in Millionen Euro * Gesamterlös aus Inlands- und Auslandsvermarktung

Alle Achtung habe ich auch deswegen geschrieben, weil dann der HSV ja doch noch viel Geld in der Kasse haben muss. Zumal ja von Real Madrid noch viel Geld nach Hamburg fließen wird (für Rafael van der Vaart), zumal ja nun kürzlich auch die Fernsehgelder noch ganz kräftig erhöht wurden.
Ich verstehe bei diesen Zahlen nicht (und das ist jetzt ein wenig sarkastisch gemeint – ich bitte um Nachsicht!), dass die hohen Herren beim HSV immer herumstöhnen, dass sie kein Geld in der Kasse hätten. Das stimmt doch so gar nicht! Und wenn diese hohen HSV-Herren erst lernen, die eigenen Bilanzen besser zu lesen, dann wüssten sie, wie sehr der Verein doch noch immer in Geld schwimmt . . .
Ich gebe jedenfalls nichts mehr darauf, wenn die Herren Arnesen und Jarchow immer und immer wieder in die Kameras und Mikrofone stöhnen, dass der HSV kein Geld hätte. Alles Vortäuschung falscher Tatsachen.

Und wenn sich der HSV nun Adler doch neben (!) Drobny erlauben kann, dazu Rudnevs und ein kreativer Mittelfeldmann verpflichtet wird, dann ist ja auch noch – und das ganz offensichtlich – viel Geld in der HSV-Kasse. Genau so, wie es jene „Matz-abber“ schon immer behaupten, die auch die Bilanzen (des HSV) richtig lesen, deuten und verstehen können.

Aber Geld ist zum Glück ja nicht mein Thema . . .

Falls heute am späteren Abend noch etwas Außergewöhnliches beim HSV passieren sollte, so werde ich es noch vermelden – in diesem Blog (als Ergänzung).

Ansonsten möchte ich mich an dieser Stelle einmal für die vielen, vielen Mails bedanken, die ich im Blog und auch ganz privat bekommen habe. Einige davon möchte ich jetzt stellvertretend hier veröffentlichen, vielleicht erkennt sich ja der eine oder der andere darin wieder.

Sehr geehrter Herr Matz,

wir leben hier im südlichsten Teil von Hessen (Grenze zu Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) und bekommen leider nicht allzuviel vom HSV mit. Die Berichtserstattungen in der Zeitung belaufen sich immer auf Mainz, Kaiserslautern, Hoffenheim und Frankfurt. Daher waren wir glücklich, als wir (mein Sohn, 11 Jahre und ich) vor gut einem Jahr ihren Blog durch Zufall beim Hamburger Abendblatt entdeckt haben.

Wir möchten Ihnen hiermit mal danken, dass Sie in diesem Blog immer das Neueste um und über den HSV einstellen. So können wir uns hier täglich über den HSV informieren und uns ein Bild machen. Schön ist es auch, dass sie es so schreiben wie es ist und nichts irgendwie besser reden. Leider macht es im Moment nicht so großen Spaß die Zeilen zu lesen (bitte nicht persönlich nehmen).

Es ist sehr erschreckend, was da gerade passiert ist. Unser Sohn fieberte jedes Wochenende mit und saß am Ende mit Tränen in den Augen mal wieder vorm Fernseher und konnte es nicht verstehen, warum es nicht endlich mal eine Wende gibt. Mittlerweile hat er den HSV schon fest in sein Abendgebet eingeschlossen und hofft, dass es endlich wieder besser wird.
Ich bin seit der Zeit von Manfred Kaltz ein großer Fan vom HSV und kann aufgrund der weiten Entfernung leider viel zu selten ein Spiel mal live sehen.

Die Freunde unseres Sohnes sind fast alle Bayern Fans, aber er wollte partout nicht zu ihnen gehören ( bin ich heute noch stolz auf ihn) und so hat er sich ganz nach der Mama für den HSV entschieden. Er verteidigt hier tapfer den HSV gegen alle Hänseleien und ich würde mir wünschen, dass die Spieler etwas von seiner Einstellung hätten, denn dann würden sie nicht da stehen wo sie im Moment in der Tabelle sind. Noch dazu wäre es nicht schlecht wenn sie mal vor Augen geführt bekämen, wie die kleinen Fans sich für sie groß machen. Ich glaube wenn die Spieler einmal die traurigen Augen der enttäuschten Kinder sehen würden, müssten sie gar nicht mehr darüber nachdenken wo ihre Motivation her kommen soll.

Unser Sohn hat einen großen Wunsch, er möchte einmal im Stadion des HSV sein und dort ein Spiel live erleben. Eigentlich haben wir daran gedacht, ihm diesen Wunsch dieses Jahr in den Herbstferien zu erfüllen……. mal sehen . . .

Doch nun Schluss, eigentlich wollte ich Ihnen gar nicht so viel schreiben, sondern nur danken für Ihr Schreiben im Blog, damit auch Sie wenigstens mal was Positives hören. Bleibe Sie weiter hin dabei und halten Sie uns auf dem Laufenden, wir sind froh darüber, dass Sie das für die Fans so machen.

Mit freundlichen Grüßen nach Hamburg, UvD

Dazu dann noch folgende Mail:

Hallo Dieter,

ich wende mich heute an Dich, weil ich mir Sorgen um den Matz-ab-Blog mache.
Ich bin mit meinen fast 71 Jahren seit meinen 6. Lebensjahr HSV- Anhänger, nicht mehr und nicht weniger.

Vor ca. eineinhalb Jahren bin ich dann zufällig auf den Matz-ab-Blog gestoßen. Seitdem hat sich mein Verhältnis zum HSV grundsätzlich geändert. Ich bekam fortan Informationen und Hinweise über den (meinen) HSV. Natürlich gibt es immer Leute, die mit ihrem Verhalten, durch Verunglimpfungen und Beleidigungen solch einen Blog stören. Ich habe diese Erfahrung auch machen müssen, doch das sind wenige. Der größte Teil sind, wie ich feststellen durfte, anständige Leute. Ich bin froh und glücklich, dass ich etliche Leute schon persönlich kennenlernen durfte. Man ist füreinander da, das ist schön.

Wir, meine Frau und ich waren beim letzten Matz-ab Treffen zum ersten Mal dabei. Es war ein wunderbarer Abend, ich konnte endlich die Leute kennenlernen. Am Ende, ca. 1:30 Uhr, standen wir vor der Arena und wussten nicht wie wir ins Hotel kommen sollten, eine Taxi-Nr. hatte ich nicht. Da sprach uns auf einmal ein Herr an und sagte, ihr wollt ins Hotel, kein Problem, ich bringe euch dahin. Es ist für mich kein großer Umweg. Leider hatte ich den Kerl in der Raute nicht kennen gelernt. Es war Ju aus Qu! Ich hatte schon fast vergessen, dass es solche (wie man hier sagt) Kumpels gibt.

Heute bin ich Mitglied beim HSV, bin Fan und fühle mich wie in einer großen Familie. Das verdanke ich Matz-ab, danke Dieter.

Nun zu meinen (und nicht nur meinen) Sorgen,

Dieter, es ist ja nicht zu überlesen, Du wirst in der letzten Zeit oft hart, zu Teil auch beleidigend angegangen. Das ist schlimm, leider konnte dass das Moderatoren Team bis jetzt nicht verhindern. Ich hoffe, es findet sich bald eine Lösung.

Ist das auch der Grund, dass kein Matz-ab Treffen mehr stattfindet? Mir ist so etwas zu Ohren gekommen. Wenn dem so sei, währe das schade, denn bedenke, gerade wir, die nicht öfter zum Training und zu allen Heimspielen kommen können, sind auf eure Infos angewiesen, dazu gehört auch ab und an ein Treffen, um sich auszutauschen.

Meine Bitte: Lass Dich nicht von ein paar Idioten runterziehen. Wir, und da spreche ich für den allergrößten Teil, stehen hinter Dir. Bleib wie Du bist – und bleib vor allem uns erhalten!!!

Zum Schluss: Ich finde die TV-Sendung nach den Auswärtsspielen schon gelungen. Würde gern beim nächsten Spiel in Dortmund mal dabei sein.

Schnell einmal zu einem möglichen „Matz-ab-Treffen“. Es hat mehrere Überlegungen gegeben, dass wir uns wieder einmal treffen. Ich habe diesen Ball aber nicht angenommen, weil mir bei diesen Gedanken (an ein Treffen) – gelinde gesagt – leicht mulmig wird. Die Stimmung im Blog ist mir viel zu aggressiv, und ich male mir voller Angst und Schrecken immer wieder folgendes Szenario aus: Wir treffen uns alle friedlich, und plötzlich kommen einige HSV-Fans dazu, die es nicht ganz so friedlich und stimmungsvoll lieben. Was dann? Wir haben keinen Ordnungsdienst dabei . . .
Und ich möchte nicht, dass das Hamburger Abendblatt nach einem eventuell misslungenem Matz-ab-Treffen, bei dem es eventuell zu der einen oder anderen Handgreiflichkeit gekommen ist, zum Gespött der Konkurrenz wird. Deswegen habe ich bislang (in diesem Jahr) einen ziemlich großen Abstand von einer solchen Veranstaltung genommen.
Wobei ich auch zugebe, da will ich gar nicht kneifen, dass ich ein ungebetenes Wiedersehen mit einige „netten, viel zu netten Matz-abbern“ , die mich mit überaus freundlichen und sympathischen Titulierungen bedacht haben, auch gerne aus dem Wege gehen möchte.
Damit ich nicht als beleidigte Leberwurst gelte, das schnell noch zur Aufklärung: Jeder darf mich kritisieren, wenn er dazu Lust hat, jeder darf mich auch beschimpfen, vielleicht sogar beleidigen, aber mir muss dann auch zugestanden werden, mit wem ich mich an einen Tisch setze, mit wem ich feiern möchte. Okay?

Wie gesagt und geschrieben, von dieser Art Zuschriften (wie ihr sie eben gelesen habt) haben Scholle und ich zuletzt sehr, sehr viele erhalten – vielen Dank dafür. Mir zeigt das immer wieder, dass ihr unheimlich eng mit der Raute verbunden seid. Klasse, das ist einfach nur klasse. Ich kann aber nicht alle Mails persönlich beantworten, möchte aber allen „Matz-abbern“ versichern, dass ich alles lese. Danke dafür.

So wie ich auch natürlich diese Mail gelesen habe – die ebenfalls symptomatisch ist für die jetzige Zeit. Solche Zuschriften, die an uns aus Sorge um den HSV geschickt werden, erreichen uns dieser Tage und Wochen auch vermehrt. Stellvertretend dafür nun hier diese Zeilen:

Sehr geehrter Herr Matz,

wie Sie und viele HSV-Fans bin ich auch sehr froh, dass diese unsägliche Saison vorbei ist. Mit Ihrem Blog haben Sie ein tolles und interessantes Medium entwickelt – dieses verfolge ich seit Beginn an. Ich schreibe auch persönlich dort. Es ist wirklich toll, jeden Tag so mit Informationen über den Verein informiert zu werden. Nun werde ich zu dem wesentlichen kommen, denn ich mache ich mir um die Zukunft des HSV große Sorgen.

Nach dem Champions-League-Halbfinale haben Sie im Abendblatt den Bogen zu Bayern München geschlagen und aus Ihrer Sicht geschildert warum der HSV niemals an Bayern München rankommen wird. Ich sehe dies etwas differenzierter – der erste Grund warum der HSV niemals an Bayern München herankommen wird sind eine hochprofessionelle Führung und moderne, dem Bundesligafußball angepasste Strukturen. Inhaltlich bedeutet dies, dass dort keine Hobbysportchefs im Aufsichtsrat sitzen und mit Hoeneß, Rummenigge und Nerlinger dort im Vorstand höchste Fußballkompetenz herrscht. Durch diese im Vorstand vorhandene Kompetenz kann man dann auch sehr gerne Ehemalige einbauen. Dies ist mein erster Punkt, der mir auf die Zukunft des HSV große Sorgen macht. Die Strukturen – sie passen einfach nicht mehr zum heutigen Bundesligafußball.

Ihr Kollege Scholle hat in seinem Blog am Freitag erstmals über strukturelle Änderungen geschrieben. Es wäre schön, wenn Sie diesen Ball aufnehmen könnten und Ihre Sicht schildern könnten im Blog – was strukturelle Änderungen angeht. Denn wir alle wünschen uns Kontinuität – nur leider wird diese auch durch die Strukturen verhindert. Kontinuität gab es in den vergangenen Jahren zur Genüge – leider nur in Sachen Selbstzerfleischung. Köln und Berlin sollten warnende Beispiele zur Genüge sein wohin die Reise mit antiquierten Strukturen führt. Das Beispiel Adler setzt momentan dem Ganzen die Krone auf: Hier versucht eine Fraktion aus dem Aufsichtsrat mit Herrn Jarchow – ich werde auch noch einige kritische Worte später über ihn schreiben – Sportchef zu spielen. Sollte der Wechsel irgendwie noch platzen hätte dies einen erheblichen Imageschaden für den HSV. Dann nämlich werden gute Spieler kein Interesse mehr haben, zu einem Verein zu kommen, der so unprofessionell geführt ist und in dem alle meinen, mitreden zu können und zu wollen. Es wäre schön, wenn auch hier von Ihrer Seite kritische Worte zu hören wären.

Ein zweiter wichtiger Punkt über den am 20.05 entschieden wird ist der Antrag von Ingo Thiel. Die Saison hat gezeigt, dass dieser Antrag unbedingt abgelehnt werden muss. Sollte der Antrag durchkommen, werden wir wieder einen neuen Sportchef suchen dürfen und haben den Titel „Lachnummer der Nation“ erfolgreich verteidigt. Ein Herr Kühne wird sicherlich in seinem Leben mehr erreicht haben als ein Herr Thiel – er möchte seinem Verein helfen und braucht sicherlich keine großartige Rendite mehr aus seiner finanziellen Unterstützung für den HSV. Der Mann wird doch auch die Saison über gelitten haben – und wäre sicherlich eher Heute als Morgen bereit Geld für Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Sollte der Antrag durchkommen baut sich der Verein eine weitere unnötige Bremse ein. Glatte 3 Transferperioden sind dem Verein durch diesen Antrag durch die Lappen gegangen.

Jetzt zu Herrn Jarchow. Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung Ruhe in den Verein gebracht zu haben. Dies darf bei der Saisonbewertung von Ihnen aber nicht ein alleiniges Kriterium sein. Aus meiner Sicht war der Vorstandswechsel – besonders nach der Zeit von 2009 – 2011 – nachvollziehbar und auch richtig, da diese ständigen Grabenkämpfe einfach den Verein haben nicht zur Ruhe kommen lassen. Nun gibt es nach knapp vierzehn Monaten Amtszeit kein Konzept von Herrn Jarchow bzw. irgendeine Vision. Es war klar, dass gespart werden musste nach der erneut verpassten EL-Teilnahme. In der Volkswirtschaftslehre gibt es einen Satz: „Sparen ist volkswirtschaftlich ungesund“ – dieser Satz auf einen Verein wie den HSV projiziert bedeutet, dass eine Mannschaft wie der HSV mehr und mehr an Konkurrenzfähigkeit verliert und erneut eine solche Saison wie diese droht. Generell war es klar, dass ein Sparkurs eingeschlagen werden musste – nur bei dem Adererlass mit so wenig Geld ins Rennen zu gehen bzw. keine Risikobereitschaft zu zeigen war mehr als fatal.

Nun war es klar, dass keine 10 Millionen Transfers mehr getätigt werden können – außer man fragt Herrn Kühne – dessen Namen einige Aufsichtsräte in den Schmutz gezogen haben meiner Meinung nach. Nun gibt es in Hamburg auch noch den Hafen, wo sich sicherlich mehr als 3 rostige Knöpfe generieren lassen. Im Hamburger Hafen machen beispielsweise mit CMA-CGM, Evergreen, Hapag-Lloyd, Hanjin, China Shipping, APL einige Reedereien fest, die zu den weltweit führenden Containerreedereien führen. Natürlich geht es der Containerschifffahrt nicht gut, dennoch lässt sich hier einiges generieren. Mit der Arbeit von Herrn Hilke bin ich zufrieden – nur drängt sich die Frage mir auf, ob ein Herr Jarchow nicht überfordert ist mit der Bundesliga?

Gerne würde ich jetzt einen Herrn Hartmann im AR sehen, neben einem Kortmann und Kober. Leider wurde dies 2011 glorreich verhindert – es stimmt mich stutzig, dass es im HA keine kritische Bemerkung über den Ablauf dieser Mitgliederversammlung damals gab. Ich habe mich damals fremdgeschämt wie mit Aufsichtsratskandidaten umgegangen worden ist. Nach der Entwicklung von 2009 bis heute bin ich der Meinung, dass bis auch einen Rieckhoff und Alexander Otto die 2009 gewählten AR Mitglieder nicht zur Wiederwahl stellen dürfen. Wie Ihr Kollege Scholle schrieb ist eine Verschlankung des Kollegiums mehr als notwendig. ABER: Schafft der HSV es nicht endlich professionelle Strukturen zu schaffen, wird es ihm wie der Titanic ergehen: Die galt als unsinkbar – bis ein Eisberg kam….Sollte jedoch auf einige Ebenen ein Face-Liftig stattfinden, bin ich frohen Mutes für die Zukunft.

Gruß ein von der Saison erschöpfter HSV-Fan

Ganz nebenbei: mit dem Wort „erschöpfter“ kann ich mich auch identifizieren. Diese Saison hat Spuren hinterlassen. Wobei mir im Moment Dennis Aogo am meistens Leid tut, denn er hat ganz sicher auch unter diesem schwachen und erschütternden HSV zu leiden gehabt – bezüglich der verpassten EM-Nominierung. Welcher (Bundes-)Trainer aber nimmt einen Spieler von einem Fast-Absteiger mit, wenn er Spieler nominieren kann, die voller Selbstbewusstsein (nach einer starken oder auch nur ordentlichen Saison) zur Nationalmannschaft kommen? Ich hoffe sehr, dass Aogos Nationalmannschafts-Karriere nur kurz unterbrochen ist, und dass er nach dieser EM wieder zum Kreis der besten deutschen Fußballer dazugehören wird.
Auch deshalb, weil ich mich über jeden HSV-Spieler freue, der für Deutschland spielen darf.

Am Mittwoch ist kein Training, am Donnerstag dann um 15.30 Uhr im Volkspark.

17.32 Uhr

Ergänzt um 22.30 Uhr:

Wie erwartet hat der Aufsichtsrat des HSV beide Verpflichtungen genehmigt. Rene Adler und Artjoms Rudnevs können nun verpflichtet werden. Um kurz nach zehn Uhr erhielt Sportchef Frank Arnesen diese erfreuliche Mitteilung. Der Däne sagte: “Die Räte haben uns das Vertrauen ausgesprochen, jetzt beginnt meine Arbeit – die Verträge müssen nun wasserdicht gemacht werden. Bis auf die Unterschriften der beiden Spieler ist aber eigentlich alles klar.”