Tagesarchiv für den 12. April 2012

Fußball-Nachrichten – heute etwas länger

12. April 2012

Es gibt ja so viele Nachrichten vom und über den Fußball. Richtig gute Nachrichten, oder eben nur Nachrichten, die man aus der Entfernung betrachten kann. Also abseits des Hamburger Aspektes. Zum Beispiel die hier:

Dietmar Beiersdorfer hat dem abstiegsbedrohten 1. FC Köln als Nachfolger von Sportdirektor Volker Finke eine Absage erteilt. „Ich habe Herrn Horstmann angerufen und informiert, dass ich nicht zur Verfügung stehe“, sagte Beiersdorfer dem Kölner Express.

Und dann noch eine Nachricht zum und vom 1. FC Köln: Trainer Stale Solbakken hat heute – wie immer – ganz normal das Training des FC geleitet.

Das ist die Nachricht. Eigentlich nichts Besonderes, aber beim zweiten Hinsehen bemerkt man dann – ganz still für sich: „Hey, noch immer kein Trainerwechsel in Köln, die gehen also auch baden . . .“

Mit wem baden? Mit Kaiserslautern, natürlich. Alles andere darf sich jeder selbst ausrechnen.

Irrtum. Alles mein Irrtum. Solbakken ist nun doch entlassen worden. Und nun könnten die Kölner vielleicht ja doch noch anfangen, guten Fußball zu spielen. Um damit dem HSV gefährlich werden zu können.

Aber weiter mit den Nachrichten:

„Der FC Bayern ist der absolute Branchenführer. Sie haben uns die Erfolge und die wirtschaftlichen Voraussetzungen voraus. Wir sind nicht so vermessen, zu behaupten die Bayern abzulösen. Doch wir schicken uns an, die Lücke zu schließen.“ Sagt Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen Bayern München.
Wenn man bedenkt, dass Dortmund vor einigen Jahren noch am Hungertuch genagt hat. Das ist mal ‘ne Aussage von Watzke.

Oder auch das Wort zum Donnerstag vom Kaiser:

„Bei mir als Trainer hätte er nicht geschossen. Er war der Gefoulte. Es stand ihm nicht zu, den Elfmeter zu schießen. Aber vielleicht ist das noch nicht bis nach Holland vorgedrungen“, monierte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer nach der Niederlage in Dortmund. Gemeint war Elfmeter-Versager Arjen Robben.
Zum Glück ist Beckenbauer ja kein Trainer des FCB.

Und zu Robben, der das Gegentor mitverschuldete, in der Nachspielzeit noch das 1:1 vergab (neben dem Elfmeter): Seine stärkste Szene hatte Robben erst nach dem Spiel. Trotz seiner schwachen Vorstellung stellte sich der WM-Zweite den Fragen der TV-Journalisten. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe in den letzten Jahren zehn oder elf Elfmeter in Serie verwandelt. Heute war es der erste, den ich verschossen habe. Ja, das ist peinlich, Entschuldigung“, räumte er niedergeschlagen ein.

Bei nun sechs Punkten Rückstand auf den BVB schreibt FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Meisterschaft nahezu ab: „Ich schätze, dass der BVB zu 99 Prozent deutscher Meister ist. Aber mit der Gratulation warten wir lieber, bis das auch tatsächlich perfekt ist.“

Und dann nach Hannover – auch nette Fußball-Nachrichten:

Die 96-Fans hatten nach dem Sieg gegen den reichen Nachbarn aus der Autostadt (VfL Wolfsburg) entsprechend viel Spaß und sangen fröhlich: „Wir sind die Nummer eins im Norden.“ Besonders deutlich wird das auch mit Blick auf das nächste Nachbarschafts-Duell am Samstag beim HSV. Der vermeintlich kleine HSV hat den großen im zweiten Jahr hintereinander deutlich abgehängt, der Hannoversche Sportverein von 1896 fährt am Sonnabend als klarer Favorit nach Hamburg.

Der 96-Coach blickte wie die meisten Spieler schnell nach vorne. „Beim nächsten Derby am Samstag müssen wir wieder eiskalt zuschlagen und nachlegen“, sagte Mirko Slomka und forderte: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, sondern müssen unsere Position verteidigen.“
Trotz des 46. Pflichtspiels in dieser Saison haben die Hannoveraner offensichtlich noch Kraftreserven.

„Wir ziehen die letzten drei Wochen voll durch“, kündigte Mittelfeldspieler Jan Schlaudraff an: „Das fängt am Sonnabend in Hamburg an.“

Ja, so viele Nachrichten um die schönste Nebensache der Welt.

Und dann gibt es ja noch den „großen HSV“. Die Nachrichten um die Raute sind in diesen Tagen, Wochen und Monaten nicht so besonders schön, aber immerhin, es gibt noch Nachrichten von diesem Klub, der in dieser Saison so richtig und nach allen Regeln der Kunst klein gemacht wurde – und wird.

Es gibt übrigens noch 1500 Karten für das Spiel gegen Hannover 96. Das mal als erste Nachricht von der Raute. Ja, es gibt sie doch noch, die guten Nachrichten aus dem Volkspark.

Ihr merkt vielleicht, wie geladen ich immer noch bin.
So, wie sich diese Mannschaft gegen Hoffenheim abschlachten ließ, so muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Man muss dem Abstieg einfach schon mal in die Augen blicken, denn wo ist denn noch ein noch so kleiner Hoffnungsschimmer? Ich sehe keinen. Keinen mehr. Dieses Team hat restlos versagt. So, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Wenn Hoffenheim in den letzten 30 Minuten nicht auf „Trainingsspielchen“ umgeschaltet hätte (Danke, Markus Babbel!), dann hätte es auch ein 0:7 oder 0:8 geben können. Dieser HSV ist von allen guten Geistern verlassen, in dieser desolaten Verfassung verspielt die Mannschaft auch noch den letzten Kredit bei ihren letzten treuen Fans. Es ist einfach nur noch erbärmlich – ich bin zutiefst schockiert. Und das wird sich so schnell auch nicht wieder legen.

Dazu passt dann auch diese Nachricht vom HSV:

Der HSV zeigte vor allem in der Defensive eine indiskutable Leistung. Diesen Schuh musste sich auch Kapitän und Abwehrchef Heiko Westermann anziehen. „Wir haben dumme Fehler gemacht. Das Ergebnis ist eine Katastrophe. In unserer Situation können wir so etwas einfach nicht abliefern“, sagte der Innenverteidiger und schob dann noch eine Abstiegskampf-Phrase hinterher: „Am Wochenende müssen wir eine Reaktion zeigen.“

Oder auch die: Sportchef Frank Arnesen nach dem 0:4-Debakel: „Wir hatten vorher darüber gesprochen, dass wir mit einem Sieg einen großen Schritt machen können. Im Nachhinein müssen wir jetzt froh sein, dass die Konkurrenten verloren haben. So sind wir glücklicherweise noch in einer guten Position. Aber wir können nicht hoffen, dass alle anderen am Wochenende wieder verlieren. Am Sonnabend haben wir schon ein Endspiel. Da muss eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stehen. Das 0:4 war sogar noch glücklich. Wir haben nur zehn Minuten gut gespielt. Mit 70 oder 80 Prozent können wir kein Spiel gewinnen. Das ist absolut nicht das, was ich erwarte. So können wir nicht auftreten. Wir haben in manchen Szenen gewirkt wie Statisten.“
Oder wie Anfänger.

Dann gab es noch die DPA-Meldung, in der die Kollegen von der Bild zitiert werden. Die hatten sich mit Uwe Seeler unterhalten, und „uns Uwe“ sag Sachen wie diese: „Wenn man so in den Abstiegskampf geht, dann wird das nichts. Wenn wir so weitermachen, habe ich keine Hoffnung mehr. Nicht mal ein Fünkchen. Das ist einfach jämmerlich.“
Seeler sagte auch – fassungslos: „Alle anderen Rivalen im Abstiegskampf rennen, kämpfen. Und wir?“

Ja, gute Frage.

Ich würde mal spontan antworten (wie schon ach dem Leverkusen-Spiel geschrieben): Der HSV spielt gegen den Abstieg, ganz einfach. Warum sich den Hintern aufreißen, wenn es auch ganz einfach geht?

Ein kurzes Gespräch gab es heute auch mit „Altmeister“ Horst Schnoor. Der erhielt zu seinem 78. Geburtstag ja ein ganz besonders schönes Geschenk von der Mannschaft – dieses 0:4. Und trotz dieses Debakels gab es auch von Schnoor, zwölf Jahre die Nummer eins des HSV (und Meister 1960) eine gute Nachricht, denn er dachte – das machen in diesen Tagen nicht so sehr viele – an Thorsten Fink: „Mir tut der Trainer Leid, das muss ich klar sagen. Er versucht so viel, gibt immer wieder mal dem und dem eine Chance, aber alle enttäuschen sie ihn.“ Und was wird das gegen Hannover am Sonnabend? Schnoor: „Daran mag ich gar nicht denken, denn 96 hat eine tolle, eine überragende Saison gespielt, tritt immer als Einheit auf, das ist eine Super-Truppe – und dann wir dagegen . . . Ich kann nur hoffen, dass 96 irgendwann mal einbricht, weil die schon so oft gespielt haben – vielleicht brechen sie ja sogar am Sonnabend in Hamburg mal kräftemäßig ein.“
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Ich habe eine ganz besondere Horror-Vorstellung: Die Abwehr des HSV präsentiert sich wie immer, wenn der HSV im Ballbesitz ist. Rechts verteidigt Michael Mancienne, links verteidigt Heiko Westermann, in der Mitte sichert David Jarolim ab, Linksverteidiger Dennis Aogo stürmt über die Linksaußen-Position, Rechtsverteidiger Jeffrey Bruma kreuzt rechts am 96- Strafraum auf (so geht Abstiegskampf!) – und dann kommt Hannover in Ballbesitz und kontert. Dann mal gute Nacht.
Aber muss ja auch nicht so kommen. Vielleicht bricht Hannover ja auch kräftemäßig ein wenig ein.

Wobei ich einigen meiner Kollegen heute einen Schwank aus meinem Trainer-Leben erzählt habe. Wer es noch nicht weiß, ich habe (früher mit der B-Lizenz) sechs Herrn – und sieben Jugend-Teams (in drei Vereinen) trainiert – alle Jugend-Mannschaften wurden Meister. Das nur nebenbei. Und wenn es jetzt einen von mir trainierten Jugendspieler geben sollte, der nicht Meister mit mir geworden ist, der sollte sich melden.
Also, zur Geschichte: Mit dem 1. SC Norderstedt wurde ich mit der B-Jugend (oder C-Jugend?) Staffelmeister, es gab Aufstiegsspiele. Das erste gewannen wir 2:0. Dann gab es die Partie gegen St. Pauli. Diese Truppe hatte das erste Aufstiegsspiel mit – so glaube ich – 21:0 gewonnen. Wir hatten also eigentlich keine Chance. Was sagte ich meiner Truppe (pfui, wie gemein, es war doch nur Jugend-Fußball!): „Leute, wir haben gegen St. Pauli eigentlich keine Chance, aber wir versuchen es natürlich. Wir stehen tief hinten drin, wollen nur St. Paulis Spiel zerstören. So viele Bälle, wie wir heute über den Zaun schießen, können die gar nicht haben. Und nicht jede Minute wird nachgespielt. Und wenn wir eine oder zwei Chancen bekommen, dann müssen wir eine nutzen. Und lasst euch bei Abstößen, Eckbällen und Einwürfen Zeit – wir haben heute viel, ganz, ganz viel Zeit.“
Wir haben gegen St. Pauli 1:0 gewonnen- und die Väter der Norderstedter Knaben haben mich auf den Schultern vom Platz getragen. Eine wahre Geschichte. Auf die ich natürlich nicht stolz bin, weil ich darauf ja nicht stolz sein darf, denn die Jungs sollten ja Fußball spielen – nicht Fußball zerstören. Klar. Es stimmt schon, und ich – das meine ich ehrlich – empfehle das auch nicht zur Nachahmung für Jugendtrainer.

Aber für Herren-Trainer!

Und auch für Bundesliga-Trainer! Und vor allem für Bundesliga-Trainer, deren Mannschaften sich in argen Abstiegsnöten befinden, die zudem kaum Heimsiege einfahren, die auch gegen Ende der Saison immer schlechter werden.

Und ich erinnere mal daran, was der gute Huub Stevens (nie mein Freund, wird auch nie mein Freund werden) gemacht hat, als er im Frühjahr 2007 den Tabellenletzten HSV übernommen hatte. Er war noch keine 24 Stunden im Amt (noch ohne eigenes Training), als der HSV in Berlin 1:2 verlor (und eigentlich hätte gewinnen müssen). Stevens kam, sah und stellte um. Weil er riesige Löcher im Mittelfeld des HSV entdeckt hatte. Und was passierte? Die Null stand in Hamburg (ganz plötzlich, keiner weiß wie es geschah?! Oder lag es doch eher an Frank Rost?), der HSV kam noch über den UI-Cup in den internationalen Wettbewerb – ein Wunder. Das Stevens bewirkt hatte. Mit seinem guten Auge. Vor allem für die Defensive.
Danke Herr Stevens, nochmals. Sie hätten hier ein Denkmal verdient (gehabt).

Ich will damit nur sagen: so geht es doch auch.
Oder so ginge es doch auch.

Ach ja, dann habe ich in der Bild noch folgende Nachricht zum HSV gelesen: Diese Saison gibt es ein Sechs-Millionen-Minus für den HSV. Zuvor gab es ein 4,87-Millionen-Minus für den HSV, dazu, so schreiben die Kollegen, gibt es die Alt-Lasten von 16 Millionen, die noch an Ablösesummen abgestottert werden müssen.
Das sind bestimmt keine guten Nachrichten. Und der HSV hat ja auch schon vor längerer Zeit offen gesagt, dass der Etat auch zur neuen Saison, also für die Spielzeit 2012/13, noch einmal gekürzt werden muss.
Woraus ich schließe, das muss ich mal so hart sagen, dass weder die Kollegen der Bild noch die netten Herren vom HSV wohl Bilanzen lesen können. Denn die Bilanzen des HSV sagen ja eigentlich schon seit Jahrzehnten aus, dass der Verein immer noch im Geld schwimmen müsste. Vielleicht, und das ist mein Vorschlag zur Güte, sollten sich alle diejenigen, die Bilanzen bestens lesen können, mal beim HSV melden. Also ich meine, um das ganz klar zu sagen: Nicht beim mir, sondern direkt beim HSV! Immer den direkten Weg zum Tor. Warum der Umweg mit der Pöbelei bei Matz ab? Direkt bei Frank Arnesen melden. Damit der weiß, wo noch Gelder versteckt sind. Damit er nicht erst beim Herrn Kühne nachfragen muss, ob der noch mal etwas an Millionen in den Klub pumpen könnte. Damit Arnesen dann auch recht schnell über das entsprechende Kleingeld verfügt, um endlich mal die absolut richtigen Stars, die nicht nur elf Millionen kosten, für den HSV einkaufen zu können.
Also, ran, die Herren Bilanzleser, ran an die Buletten, der HSV wird es Ihnen danken!

Wobei ich zugebe, gerne immer wieder zugebe: ich kann absolut keine Bilanzen lesen. Das schließe ich schon mal daraus, dass ich immer behaupte, dass der HSV kein Geld hat. Dabei hätte er in der Bilanz sehr wohl . . .

Nun gut, damit hab ich immerhin, das müsst Ihr zugeben, gekonnt und ganz nebenbei von der sportlichen Misere des HSV abgelenkt. Und die gibt es ja tatsächlich, aber jetzt wird zunächst wieder über die finanzielle Situation geschrieben, gemeckert, vernichtet und gepöbelt was das Zeug hält – und das ist auch gut so.
Besser jedenfalls, als von Abstieg zu reden. Auf jeden Fall. Bei der Gelegenheit: Ich habe kürzlich einen HSV-Verantwortlichen (hinter vorgehaltener Hand) gefragt, ob er sich denn vorstellen könne, dass der HSV irgendwann einmal wieder einen Spieler verpflichten wird, der elf Millionen Euro kostet? Und? Was hat er mir geantwortet? Ich will es euch verraten: „Das kann ich mir nicht vorstellen, absolut nicht. Eher kauft der HSV elf Spieler für eine Million.“

Glaube ich irgendwie auch eher.

Zum Sportlichen.

Trainer Thorsten Fink sagte heute, mit einer Nacht Abstand von dieser 0:4-Pleite: „Wir haben gestern nicht die Leistung gezeugt, die man im Abstiegskampf zeigen muss. Die Mannschaft hat die Lage nicht erkennt, dass man mit einem Sieg einen richtig großen Schritt aus der Abstiegszone hätte machen können. Das haben wir nicht gezeigt. Wir haben versucht, schönen Fußball zu zeigen. Aber wir stehen noch im harten Abstiegskampf. Vielleicht hat der eine oder andere Spieler die Situation nicht so richtig wahrgenommen, weil die Ergebnisse vom Vortag so gut für uns waren.“

Vielleicht. Vielleicht hat der eine oder andere HSV-Profi aber auch nur so gespielt, wie er zu spielen imstande ist.

Zu diesem Punkt hat Thorsten Fink heute gesagt: „Wir stehen da, wo wir stehen, weil wir nicht besser sind. Aber wir stehen auch nicht auf einem Abstiegsplatz, so schlecht sind wir auch nicht.“

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Das werden die nächsten vier Spiele zeigen.

„Wir haben doch schon gezeigt, dass wir es können. Wie gegen Kaiserslautern, wie gegen Leverkusen. Das war für mich so, wie ich mir das vorstelle. Gegen Hoffenheim aber war das nichts, so stelle ich mir das nicht vor, deswegen müssen wir die Mannschaft wieder aufrichten, damit sie den Abstiegskampf wieder aufnimmt.“ Fink sagte auch: „Das war diesmal das, was wir schon mal hatten, trotz allem denke ich, dass die Mannschaft die Qualität hat – das haben wir auch schon gezeigt.“

Wobei ich dem Trainer schnell und kurz einmal widersprechen möchte. Gegen Kaiserslautern wurde 1:0 gewonnen, gegen Leverkusen 1:1 gespielt – aber guter Fußball? Das war doch in beiden Fällen nicht der Fußball, den wir uns erhoffen, erträumen, erwarten. Okay, im Abstiegskampf ist das etwas anderes, das weiß ein jeder, aber zum Beispiel wurde doch gegen Leverkusen nicht so gefightet, wie es ein Abstiegskandidat eigentlich machen muss, machen müsste. Da wurde doch auch Abstiegskampf schön gespielt, oder?
Was hat Uwe Seeler in der Bild noch gesagt: „Alle anderen Rivalen im Abstiegskampf rennen, kämpfen. Und wir?“

Thorsten Fink vertraut auf etwas anderes: „Am Ende müssen wir die besten Nerven haben.“

Ich sage dazu: „Vielleicht.“ Eventuell aber ist es auch etwas anderes, was den Ausschlag geben wird: die besseren Fußballer?

So, nun bin ich gerade dabei, ein Buch zu schreiben. Deswegen Ende für heute.

Einige Dinge am Rande habe ich aber trotz allem noch.

Beim gestrigen „Matz-ab-live“ fehlte der von mir (und den großen Fernseh-Illustrierten – nein ein Scherz!) angekündigte Victoria-Manager Ronald Lotz. Er hatte leider kurzfristig wegen einer starken Erkältung, die ihm die Stimme geraubt hatte, absagen müssen. Ich bin mir aber sicher, dass er in einer der nächsten Sendungen dabei sein wird.

Apropos: Einige User hatten diesmal Schwierigkeiten beim Empfang der Sendung, dafür entschuldige ich mich. Wir „basteln“ weiter an der optimalen Übertragung herum, und in spätestens drei Wochen werden wir neue Geräte haben, um noch einmal viel besser zu werden. Also, nicht verzweifeln, wie geben unser Bestes.
Und zu hoffen haben wir in diesen Tagen ja alle sehr gut gelernt . . .

Zu diesem Thema gab es heute diese Zuschrift, die uns (die HA-Internet-Abteilung und mich) sehr gefreut hat.

Der Matz-abber „Beiersdorfer“ (Didi, bist Du es?) schreibt:

„Der Matz Ab Live Talk ist jedenfalls eine Super Sache. Danke dafür. Das ist großes Kino und ein klasse Service. Bin mir sicher das wird Schule machen. Das ist ein Hauch von Doppelpass .. nur besser .. weil endlich für HSVer. Weiter so Dieter, Scholle und Redaktion. Nochmals Danke.“

Und dann gab es noch eine Mail eines Kollegen aus dem Ländle, über die ich mich auch gefreut habe (vielen Dank!):

„Sehr geehrter Kollege Matz,
zunächst einmal Kompliment zu Ihren (leider seltenen) Auftritten im „Doppelpass“. Ich sehe Sie dort sehr gerne, weil Sie viel Sachverstand beweisen und immer Klartext reden. Ich beobachte von Stuttgart aus als neutraler Fußballfan (mein Lieblingsclub ist Kickers Offenbach) Ihren HSV schon seit Jahren sehr genau, weil mein Onkel seit seiner Marine-Bundeswehrzeit im Norden seit mehr als 40 Jahren HSV-Fan ist.

Was mir als krasses Paradoxon bei Ihrem Club auffällt, ist die Tatsache, dass Herr Fink seit Wochen vollmundig optimistisch vom Klassenverbleib redet und trotzdem jede Woche mindestens zwei Defensivspieler einsetzt (Mancienne, Bruma, Rajkovic, Jarolim), die von deutscher Erstligatauglichkeit Lichtjahre entfernt sind.
Sieht das die Hamburger Presse ähnlich?
Ich wünsche Ihnen als Schreiber zur Sicherung ihrer Hauptaufgabe den Klassenverbleib und bin auch ganz guten Mutes, dass es zumindest zu Rang 16 reicht, weil Köln eine noch schlechtere Abwehr als der HSV hat, auch wenn das eigentlich kaum möglich ist.

PS: Morgen, am Freitag, wird um 15.30 Uhr in der Arena trainiert. Wenn dem tatsächlich so ist, geschieht das unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es kann so sein, muss aber nicht – wie die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt haben.

Nur der HSV!

18.03 Uhr