Tagesarchiv für den 13. März 2012

Personell wird es ganz eng

13. März 2012

Dennis Aogo hat heute nicht trainiert, Marcell Jansen auch nicht. Und so wie es zurzeit aussieht, wird keiner von beiden morgen trainieren – und damit dürfte es ganz eng werden für sie, sich noch für das Sonnabend-Spiel gegen den SC Freiburg zu qualifizieren. Übrigens hat auch Paolo Guerrero nicht trainiert. Immer noch nicht. Er soll, das gebe ich mal völlig wertfrei weiter, in diesen Tagen an „Achillessehnen-Problemen“ leiden, stünde aber ja ohnehin nicht zur Diskussion und zur Disposition. Personell könnte es am Wochenende den ersten richtigen Engpass geben, denn auch Kapitän Heiko Westermann ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Weil es deswegen Umstellungen geben wird, ließ Trainer Thorsten Fink heute einmal ganz anders trainieren: Nach der Aufwärmphase gab es direkt ein kleines Spielchen. In der A-Mannschaft spielten: Florian Stritzel; Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Jeffrey Bruma, Slobodan Rajkovic; Tomas Rincon, David Jarolim; Ivo Ilicevic, Heung Min Son; Tolgay Arslan; Mladen Petric. Im Tor der Reservisten stand Jaroslav Drobny. Er musste auch das einzige Tor des Tages schlucken, Tolgay Arslan traf mit der Pike.


Auffällig an diesem 30-Minuten-Spiel: Marcus Berg gewann für die B-Vertretung kaum einen Zweikampf, wirkte insgesamt sehr blutleer. Was mich ein wenig beunruhigt: Berg wird offenbar immer dünner. Vielleicht hat er deswegen auch nicht genügend Kraft, in die Zweikämpfe zu gehen. Aber der HSV wird ja auch ausreichend Daten gespeichert haben, um auch das beste „Kampfgewicht“ des Schweden zu wissen und überprüfen zu können. Auffällig auch: Ilicevic läuft weiter seiner Form hinterher, ihm gelang nicht so sehr viel in diesem Kick – aber auf der Gegenseite war auch nicht viel von Gökhan Töre zu sehen. Eine besondere Fleißnote verdiente sich (bei mir) Co-Trainer Frank Heinemann, der bei den Reservisten rechts verteidigte, einen Schlag auf die rechte Wade bekam und trotzdem (Humpelnd) bis zum Ende durchhielt. Nachahmenswert. Toll übrigens, wie Heinemann (früher als Bochumer Profi der HSV-Schreck schlechthin) einmal in den Nahkampf mit Tomas Rincon ging. Da fehlte zum Abschluss – es ging aber um Fußball (!) – nur noch ein „Köllerbacher“. Der Venezolaner war der Punktsieger dieses Duells auf Augenhöhe, aber beide klatschten sich nach dieser Szene freundschaftlich und leicht lächelnd ab – und weiter ging’s. So muss es doch sein!

Ziel des Trainingsspiels war natürlich, dass sich die A-Truppe schon einmal ein wenig einspielen sollte – für Sonnabend. Und Thorsten Fink wollte sicher auch sehen, wie sich Rajkovic hinten links gibt. Das war ganz okay, auch wenn er nicht alle Aktionen (und eine Flanke) von Per Ciljan Skjelbred unterbinden konnte.
Nicht viel in Erscheinung trat übrigens Mladen Petric, über den ich mir zuletzt auch privat (spät abends oder auch nachts) einige Gedanken gemacht habe. Ich denke inzwischen auch, dass er ein wenig enttäuscht über das ist, was ich im Offensivspiel des HSV tut. Und das ist ja – schon traditionell – herzlich wenig. Irgendwie scheint er, so habe ich jedenfalls den Eindruck, auch enttäuscht darüber zu sein, wie viel wenig Qualität um ihn herum ist. Es kann so sein, muss aber nicht – deswegen fallt bitte nicht gleich wieder über ihn her. Es sind meine Gedanken. Er muss nicht so ticken. Aber er hat im Moment auch wenig Lust, mit uns zu sprechen, und auch dafür habe ich Verständnis. Eine Szene, die sich ganz zuletzt im Spiel ergab, ist aber vielleicht vielsagend (für meine Theorie): Petric stand vor dem Tor von Drobny, sah neben sich den noch etwas besser stehenden Son, es kam der Pass – aber es kam kein Schuss, Son vertändelte die Kugel noch – und Petric blickte ein wenig genervt und entsetzt zu Boden. Kein Schrei, kein saurer Blick, keine abwertende Handbewegung. Ruhe herrschte im Karton.

Schnell noch eine Personalie: Jacopo Sala fehlte heute auch im Training, der Italiener liegt daheim mit einem grippalen Infekt im Bett. Hoffentlich wird er bis Sonnabend noch fit, sonst fehlt dem HSV noch ein Mann . . .

Wobei ja auch einer zurückkehren wird: David Jarolim. Der tschechische Dauerläufer absolviert am Sonnabend sein 250. Bundesliga-Spiel für den HSV – herzlichen Glückwunsch! Deswegen hat es eine besonders T-Shirt gegeben, das bereits nach wenigen Stunden vergriffen war Ich habe aber eines davon noch bekommen, habe es heute von „Jaro“ signieren lassen – und werde es an Euch weitergeben. In diesem Bericht sollte – so hoffe ich – ein Foto (das HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf gemacht hat!) von „Jaro“ und dem T-Shirt sein. Wer von euch dieses besondere Exemplar haben möchte, der schreibt bitte an die Matz-ab-Gewinnspiel-Adresse und meldet sich so an, es wird dann mit dem Freiburg-Gewinnspiel an den Mann oder an die Frau gebracht. Versprochen.

Dieter Matz und David Jarolim

Und gesprochen wurde mit Jarolim heute natürlich auch noch einmal. „Es ist höchste Zeit, dass wir mal wieder drei Punkte einfahren. Wir spielen gegen einen direkten Konkurrenten, da wäre es gut, wenn wir uns mit einem Sieg von denen absetzen könnten. Es liegt an uns, jeder weiß, was zu tun ist, und wir sind unseren Fans einiges schuldig. Das ist Abstiegskampf pur, aber wenn wir gewinnen, dann würde es schon wieder ganz anders aussehen“, sagt David Jarolim.

Wie aber kann der HSV gewinnen? David Jarolim: „Wir müssen konzentriert arbeiten, kompakt stehen, nichts zulassen wollen. Fußballspielen können wir, denn wir haben gute Spieler, das haben wir auf Schalke auch bewiesen. Wir müssen aber gut verteidigen. Es kann nicht sein, dass wir immer mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause gehen, da müssen wir besser stehen, erst einmal das 0:0 halten wollen – unsere Chance vorne bekommen wir ganz sicher.“ Hoffentlich . . . Vielleicht erhält ja sogar „Jaro“ eine Torchance – und nutzt sie dann auch. Das würde ja haargenau zu diesem Tag passen.

Ich habe „Jaro“ mal gefragt, ob er sich an sein letztes Tor erinnern kann? Wie aus der Pistole geschossen antwortete er: „Berlin.“ Und an ein besonders schönes Tor? Jarolim: „Berlin.“ Es war nicht sein einziges, Jarolim hat in seiner großartigen Karriere insgesamt 14 Treffer erzielen können. „Ein Kopfballtreffer war dabei, in Bremen“, erinnert er sich. Wahrscheinlich läuft „Jaro“ gegen Freiburg als HSV-Kapitän auf. „Es ist etwas Besonderes, aber es würde nichts an meiner Einstellung ändern. Egal ob Kapitän oder nicht, ich versuche mit meiner Einstellung zu helfen“, sagt der Vorbild-Profi. Mir wäre wohler, wenn der HSV noch einige Spieler mehr mit dieser vorbildlichen Einstellung hätten. „Jaro“ ist schon ein besonderer Mann.

Wie einst (oder auch bis heute) auch Dr. Peter Krohn. Der ehemalige Präsident und Generalmanager des HSV, der für die gesamte Bundesliga sehr, sehr viel getan hat, wird am Freitag (16. März) 80 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, Herr Doktor, bleiben Sie dem HSV weiterhin so eng (und auch mitunter herzerfrischend kritisch) verbunden.

Einige Dinge noch am Rande:

Trainr Thorsten Fink, Sportchef Frank Arnesen und der Vorstands-Vorsitzende Carl-Edgar Jarchow sind heute beim Champions-Legaue-Spiel zwischen dem FC Bayern und dem, FC Basel in München. Die drei Herren sehen sich wahrscheinlich ganz besonders Basels Spieler Granit Xhaka an, der ja beim HSV auf der Wunschliste steht. Vielleicht gibt es ja sogar – nach dem Spiel – ein kurzes Gespräch.

Morgen, am Mittwoch, gibt es um 15 Uhr ein kleines Spielchen. Die A-Mannschaft trifft auf eine Kombination U 23/A-Jugend.

Noch ein Ausblick auf Sonnabend: Der HSV setzt im Abstiegskampf auf die Unterstützung seiner Fans. Nachdem die Arena zuletzt nicht immer ausverkauft war, erhält jeder Zuschauer beim Kauf einer Karte für das wichtige Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) zusätzlich einen Zehn-Euro-Gutschein für einen der HSV-Fanshops in der Arena, im City-Store und im Fanshop im Norderstedter Herold-Center. Die Gutscheine sind nur am Spieltag gültig. Für die Partie des Tabellen-14. gegen den 17. sind noch 9000 Tickets verfügbar.

Und dann noch eines. Ich bekomme ja auch immer viel, viel Post in mein privates Mail-Fach. Daraus kommt heute der Spruch des Tages:

Guten Morgen Dieter,

danke für Deine email und den Blog. Das Schlimme ist ja, dass die beim HSV irgendwie nur ihren Job machen (wie lange auch immer), wir aber Tag für Tag mit Herzblut ohnmächtig daneben stehen, fassungslos staunend ob der Ahnungslosigkeit.

18.07 Uhr