Tagesarchiv für den 7. März 2012

Arslan begeistert, Kacar ist heiß aufs Déja-vu beim FC Schalke ***AKTUALISIERT: 3:1-Sieg bei Victoria***

7. März 2012

*****Schlechtes Wetter, schlechtes Spiel. So einfach diese Gleichung klingt, so ärgerlich war sie für die anwesenden 678 Zuschauer im Stadion Hoheluft beim 3:1-Sieg des HSV gegen den Oberligisten SC Victoria. Tolgay Arslan (2.) besorgte die Führung, Marcus Rabenhorst glich aus, ehe Gojko Kacar eine Kopfball-Verlängerung von Heung Min Son zur schmeichelhaften 2:1-Pausenführung einschob und Ivo Ilicevic in der 87. Minute den Endstand besorgte. Schmeichelhaft, weil der HSV bis zur 70 Minute zwar deutlich mehr Spielanteile hatte – aber bei Kontern stets anfällig war und so Victoria Chancen ermöglichte.
Neben dem schwachen Gesamtauftritt besonders auffällig waren die Lustlosigkeit von Jeffrey Bruma (Beispiel: Er diskutierte nach einem Foul noch mit dem Schiedsrichter, als sein Gegenspieler bereits frei vor Neuhaus knapp scheiterte, 58.) – und Marcus Berg. Der Niederländer spielte mit Schal, was zunächst verwunderte, sich allerdings ob der mangelnden Bewegung über die gesamten 90 Minuten schnell erklärte. Und Berg? Er war auf dem Platz – und quasi unsichtbar. Dass er die Chance hat, für den Langzeitgesperrten Paolo Guerrero reinzurutschen war jedenfalls in keinem Moment zu erkennen.

Erfreulich: Gökhan Töre feierte nach seiner Knie-OP in der zweiten Halbzeit sein Comeback, wobei ihm die fehlende Spielpraxis und mangelnde Spritzigkeit noch deutlich anzumerken war. Aber, und das ist die Hauptsache: Er ist wieder da. „Es ist eine lange Trainingswoche, die wir glücklicherweise kurzfristig mit diesem Spiel zweier Traditionsteams bei toller Atmosphäre kurzweilig gestalten können“, zog Trainer Thorsten Fink zunächst ein positives Fazit, um dann nachzuschieben: „Es ging hier darum, den Spielern Spielpraxis zu ermöglichen, die zuletzt nicht so zum Zug gekommen sind. Aber wir hätten konsequenter sein müssen, hätten mehr Tore erzielen müssen“, so Fink mit Worten, die auch Victoria-Trainer Lutz Göttling hätte benutzen können. Denn auch der SC ließ insbesondere in der zweiten Halbzeit durch den starken Ex-Paulianer Maurizio d’Urso gute Gelegenheiten aus.
HSV: Neuhaus – Lam (45. Besic), Bruma, Mancienne, Westermann (60. Jansen) – Skjelbred, Tesche, Kacar (60. Ilicevic), Son – Arslan (45. Töre), Berg.
Tore: 0:1 Arslan (2.), 1:1 Rabenhorst (18.), 1:2 Kacar (22.), 1:3 Ilicevic (87.). – Schiedsrichter: Andreas Bandt (ETV). – Zuschauer: 678.*****

Heute wird es zwei Blogs geben – oder besser: heute am späteren Abend wird es vom Testspiel beim SC Victoria eine kurze Aktualisierung des ersten Blogs geben. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass der erste Blog heute anfänglich von einem Spieler dominiert wird, der auf dem Platz einen guten Eindruck macht und diesen außerhalb noch deutlich übertrifft: Tolgay Arslan. Eben jener Spieler, der sieben Monate nach einem ganz üblen Tritt von Wolfsburgs Ashkan Dejagah in einem unbedeutenden Testspiel (!) pausieren musste. Apropos: Auch dieses Foul und insbesondere deren Folgen sind ein Beispiel für die Unverhältnismäßigkeit bei Guerreros Acht-Spiele-Sperre (am Ende dazu zwei sehr lesenswerte Beiträge von Dylan und Eiche!), denn Dejagah bekam nur Gelb.

Aber gut, die Strafe für Guerrero ist nicht mehr abzuändern und in wenigen Tagen steht wieder Bundesliga-Fußball auf dem Programm. Ausgerechnet bei dem Klub, mit dem Arslan „Hass-Duelle“ in der Jugend verbindet. Immerhin spielte der intelligente Dribbler in der C-, der B- und der A-Jugend für Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund. „Auf dem Platz ging es zur Sache und an den Zuschauern war zu erkennen, dass das kein normales Spiel war“, erinnert sich Arslan an die kleinen Ruhrgebiet-Derbys. „Schon deshalb würde ich mich natürlich besonders darauf freuen, am Sonntag auf Schalke aufzulaufen. Für mich ist das ein besonderes Spiel.“

Und danach sieht es aus. Zumindest hat Trainer Thorsten Fink sehr früh angekündigt, dass Arslan aktuell im Kampf um die vakante Guerrero-Position die Nase vorn hat. So früh, weil Arslan damit sehr vernünftig umzugehen weiß. Trotz seiner gerade 21 Jahre Lebenserfahrung und seiner ersten echten Erstliga-Saison wirkt Arslan sehr reif. Und das hat seine Gründe. Nicht allein die schmerzlich lange Pause hat ihn wichtige Erfahrungen sammeln lassen. „Ich bin in dieser Phase eindeutig gewachsen. Ich habe eben etwas früher die Erfahrung gemacht, dass ich mir nie zu sicher sein darf. Die Verletzung hat mir verdeutlicht, wie schnell alles anders sein kann. Eben noch gefeierter Bundesliga-Spieler – und plötzlich ganz raus.“ Sorgen, dass das bei ihm so kommen könnte, hat er jedoch nicht. „Nein, ich glaube an mich und arbeite dafür auch zu hart.“

Der Offensivspieler nutzt dabei außerhalb des normalen Trainings das komplette Spektrum an Trainingsmöglichkeiten. Er trainiert nebenbei. „Mit unserem Physio Nikola Vidovic mache ich zweimal die Woche vor dem Training 30 Minuten Krafttraining. Im Moment ist Beinmuskulatur und Sprungkraft dran“, erzählt Arslan, der beeindruckend offen über sich spricht. „Ich bin offen für alles, was mir gegenüber gut argumentiert wird. Gutes nehme ich doch gerne an, da kann ich doch nichts verlieren.“ So auch bei seinem Mentaltrainer: „Ich nutze diese Möglichkeit schon länger. Und es hilft. Ich bin im Kopf schon deutlich weiter als vor einem Jahr. Ich bin deutlich ruhiger geworden, bin nicht mehr so hektisch. Ich habe gelernt, den Fußball voll zu genießen. Ich liebe diesen Sport und meinen Beruf. Und Spaß ist bekanntlich die beste Motivation…“

Arslan wirkt geerdet. Ebenso wie sein bester Kumpel und Bald-Wieder-HSVer Maximilian Beister, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt – aber eben viel von sich selbst erwartet. Beide verkörpern nicht nur den Umbruch beim HSV, sondern sind das Gegenteil von der oft zitierten „verzogenen Jugend“. Beide zeigen sich devot gegenüber ihren Privilegien und leiten aus ihrem (Luxus-)Leben eher Pflichten denn Rechte ab. Richtig gesund wird das alles – sportlich betrachtet – wenn dazu eine gesunde Portion Selbstvertrauen kommt.

Und die ist da. Bei beiden ehemaligen WG-Partnern. „Ich habe lange warten müssen, aber dann auch gut gearbeitet“, sagt Arslan, „deshalb habe ich zuletzt dreimal die Chance vom Trainer bekommen. Und ich glaube, ich konnte der Mannschaft jedes mal helfen. Wenn ich jetzt weiter dran bleibe, weiter hart und extra trainiere, wird es für jeden schwer.“ Zunächst am Sonntag auf Schalke für seinen ehemaligen Aachen-Teamkollegen Marcel Höger („Wenn ich die Form aus dem Training beibehalte, wird’s schwer für ihn“), der entweder rechts hinten oder auf der Sechs mit Arslan zusammenstoßen könnte. Aber auch für jeden Konkurrenten im eigenen Team. Dass sich der HSV gerade im Angriff nach dem beschlossenen Ende von Arslans Vorbild Mladen Petric („Er ist sehr torgefährlich und bewegt sich sehr gut zwischen den Innenverteidigern. Wir werden gut harmonieren“) beim HSV nach potenziellen Kandidaten umsieht – für Arslan kein Problem. Im Gegenteil: „Ich schaue von Spiel zu Spiel und bin offen für jede Konkurrenz. Sollen sie doch zwei oder drei Neue holen! Am Ende spielt immer der Bessere. Und sollte ich das mal nicht sein, arbeite ich noch länger und noch härter, bis ich es wieder bin.“ Im Moment ist er es. Auch weil Guerrero bekanntermaßen gesperrt ist. Zudem zeugen Heung Min Son und noch deutlich weniger Marcus Berg Anstalten, Arslan zu verdrängen.

Auch wieder obenauf ist Gojko Kacar. Der Serbe wird am Sonntag die Rolle vom gelbgesperrten David Jarolim einnehmen. „Ich hatte schon gegen Stuttgart damit gerechnet, dass ich spiele. Der Trainer hatte mir gesagt, dass es gut sein könnte“, so Kacar, dem am Ende dennoch Rincon vorgezogen wurde, obgleich dieser ein hartes Länderspiel mit Venezuela gegen Spanien (0:5) hinter sich hatte. Nachdem Rincon aber damals versicherte, topfit zu sein, setzte Fink überraschend doch auf den Venezolaner, neben dem Kacar jetzt das Mittelfeld dicht machen will. „Ich will mir meinen Platz zurückerkämpfen“, sagt der oft zurückhaltend wirkende, aber heute betont zielbewusst auftretende Serbe, „ich habe ja in der Hinrunde fast alles gespielt, bis ich in der Vorbereitung und dann auch noch in Köln das Pech hatte, einen Schlag zu bekommen. Aber jetzt bin ich gesund.“

Und mächtig geladen. Wer am Sonnabend beim 0:4 mal auf die HSV-Reservebank geachtet hat, der wird gesehen haben, dass Kacar in seiner schwarzen Winterjacke und dem langen Trainingsanzug fast schon aktiver war als ein Großteil der HSV-Spieler auf dem Platz. Immer wieder gestikulierte er wild. Einmal gegen eine Schiri-Entscheidung – aber vermehrt, um seine Kollegen auf dem Platz zu motivieren, sie anzustacheln. Kurzum: Er machte genau das, was sich die meisten bei ihm vermissen und sich von ihm auf dem Platz wünschen. „ Das Team ist das Wichtigste. Und wenn die Mannschaft zu ruhig wird, versuche ich, sie zu wecken.“ Das stimmte gegen Stuttgart. Aber auf dem Platz habe ich das von ihm noch nicht so oft gesehen – vorsichtig formuliert. Warum das so ist? Kacar zögert, lächelt – und sagt: „Ich will der Mannschaft immer helfen. Auf dem Platz und als Reservist. Mal sehen, was jetzt passiert…“

Zehn Spiele hat Kacar noch Zeit, seinen bisherigen Eindruck beim HSV aufzupolieren. Denn, und das sage ich, obgleich ich Gojko als ausgesprochen sympathischen Teamplayer kennenlernen durfte, bislang konnte Gojko in den bisherigen eindreiviertel Jahren noch nicht überzeugen. Das lag zum einen an Verletzungen, zum anderen an Positionsverschiebungen – aber ganz sicher am meisten an ihm selbst. Das weiß auch Kacar, der sich von seinem Comeback auf Schalke ein Deja-vu-Erlebnis erhofft. Immerhin hatte er beim letzten Spiel auf Schalke erstmals als Innenverteidiger gespielt. Der HSV gewann und Kacar zählte dabei zu den großen Stützen, indem er seinen Gegenspieler aus dem Spiel nahm. Dessen Name? Raul, seines Zeichens Weltklassefußballer von Real Madrid. „Ich habe mit dem Handy anschließend ein Foto gemacht. Damals wurde mir eine Statistik nach dem Spiel vorgelegt, in der die beiden Topstürmer Raul und Ruud van Nistelrooy miteinander vergleichen wurden. Es wurde verglichen, wer mehr Wirkung für seine Mannschaft erzielen konnte. Und alle Daten sprachen mehr als deutlich für unseren Ruud, der damals ja auch das Siegtor gemacht hatte“, freut sich Kacar, der Grund für Rauls schlechte Daten.

Und nach dem sehr überzeugenden Arslan, überzeugte uns Kacar heute mit seinem Optimismus. „Wir werden nach der schmerzhaften Niederlage gegen Stuttgart eine Reaktion zeigen. Und Schalke ist mental nicht wirklich gut drauf. Die haben gesperrte und verletzte wichtige Spieler. Für Kacar ein guter Moment, die eigene Tabellensituation zu verbessern. „Unsere Situation ist schlecht. Das ist nicht unser Tabellenplatz. Wir müssen noch höher kommen. Oder besser: Wir werden noch höher kommen. Dafür gibt es noch etliche Spiele, um das zu verbessern.“ Allerdings, das betont Kacar, müssten er und seine Kollegen dafür eine mächtige Steigerung bei Heimspielen hinlegen: „Wenn wir zu Hause so spielen würden wie auswärts, wäre alles gut. In der Heimtabelle sind wir Letzter – das ärgert mich tierisch.“ Nur gut, dass es am Sonntag zunächst wieder ein Auswärtsspiel ist.

In diesem Sinne, nachher (so gegen 21.30 Uhr) ergänze ich diesen Artikel mit dem Spielverlauf des (Auswärts-)Testspiels beim SC Victoria. Und ich setze Euch – wie versprochen – wieder zwei sehr lesenswerte Blogbeiträge, stellvertretend für die vielen anderen sehr interessanten Posts, ans Textende.

Scholle

Anbei die Beiträge. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber in beiden Posts finde ich mich irgendwo wieder! Aber lest selbst:

Von Dylan:

Hier nochmal etwas zu der Geschichtsverklitterung und der Meinung „früher war alles nicht so wild” – allein das man 30 Jahre danach noch dieses Foul kennt…
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Dann, nach dem gewonnenen Elfmeterschießen, nach dem Jubel, der grenzenlos war, weil das Team von Bundestrainer Jupp Derwall einen 1:3-Rückstand in der Verlängerung ausgeglichen hatte in diesem Jahrhundertspiel, der zweite folgenreiche Fehler. Noch auf dem Rasen sprach ihn ein Journalist auf Battiston an, der Franzose habe zwei Zähne verloren. Daraufhin sagte Schumacher diesen berühmten Satz: „Wenn es nur das ist, bin ich gerne bereit, ihm Jacketkronen zu kaufen.“ Das sei nicht böse gemeint gewesen, sagt er heute, „ich war einfach nur erleichtert, dass nicht mehr passiert war.“ Doch die Presse reagiert entsprechend. „Toni Schumacher, Beruf Unmensch. Er ist ein kleiner armseliger Wicht, ein Schwächling, der es nötig hat, andere zu verletzen“, schrieb beispielsweise die Sportzeitung L’Equipe.

Von diesen Dimensionen ahnt von den Spielern und Funktionären an diesem Abend keiner etwas. Keiner vom DFB-Stab bittet Schumacher zur Entschuldigung ins Krankenhaus, wo Battiston mit Wirbelbruch und Gehirnerschütterung liegt. Sie fliegen sofort nach Madrid, zum Finale. Erst dort erkennt Schumacher, was er angerichtet hat – während eines Telefonats mit seiner Mutter. „Es war schlimm, Harald. Es hat ganz übel ausgesehen, Junge.“ Sie hat diese vielen Wiederholungen im Fernsehen gesehen, die ihren Sohn als Unmensch zeichneten. Dass die Deutschen danach das Finale mit 1:3 gegen Italien verlieren, geriet zur Nebensache. Waren doch, so schrieb der Fußballhistoriker Schulze-Marmeling später, „die Bösewichte der Weltgeschichte mit diesem Spiel auch zu den Bösewichten des Weltfußballs
geworden“. Auch angesichts des vorangegangenen Skandalspiels von Gijon, als die Deutschen durch einen Nichtangriffspakt gegen Österreich (1:0) die
Zwischenrunde erreichten.

Als sich Schumacher ein paar Wochen später bei Battiston entschuldigte, erschienen in Metz mehr als 100 Journalisten, 20 Kameras filmen den Händedruck. Bis sich der Zorn des Publikums legte, dauerte es jedoch Jahre. Schumacher wurde „mit Psychoterror am Telefon verfolgt. In Briefen drohte man mir die Entführung meiner Kinder und Terroranschläge gegen meinen Klub an“ – Deutsche wohlgemerkt, nicht Franzosen.
http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball/fussball-geschichte-das-monster-von-sevilla/980238.html
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Unten der Satz “Deutsche wohlgemerkt keine Franzosen” sollte wohl deine Aussage Trapper widerlegen es kam damals nur etwas von französischer Seite …auch in D haben nicht alle oder die wenigsten Beifall geklatscht. Aber in HH gab es ja paar verirrte die Paolo noch angestachelt haben sollen wie man las.

Und der von Eiche:

So so, Guerrero braucht psychologische Hilfe. Die Medien machen Meinung, ganz tolle Trainer und offizielle geben ihre Einschätzungen ab. Wie kann so etwas vorkommen? Ja, unglaublich, oder?.
Die Fans denken in Teilen schon, Guerrero ist in unserer Gesellschaft stigmatisiert, nicht mehr tragbar. Am besten, er verlässt Deutschland. Im Gegensatz zu U-Bahnschlägern, die grundlos Menschen totschlagen, Kinderschändern, Mördern und Vergewaltigern, die dürfen alle wieder in unsere Gesellschaft nach Verbüßen ihrer Strafe integriert sein. Guerrero sollte Deutschland verlassen. Er schadet dem HSV und bekommt eh keine faire Chance mehr in unserem Land.
Thomas Schaaf hat sich gestern empört über das Foul. Und Herr Fink verteidigt seinen Spieler noch, so wie ich jetzt auch. Ich gehöre also temporär mit Thorsten Fink zu einer Randgruppe unserer Gesellschaft. Wie kann man nur Guerrero verteidigen? Herr Schaaf, können Sie sich erinnern was vor einige Jahren so los war in
der Bundesliga? Da gab es einen kleinen Brasilianer, der war gut. Regelmäßig trat er aber fies hinter dem Rücken der Schiedsrichter teilweise auch vor deren Augen,auf ganz linke Art in seine Gegenspieler. Bis eines Tages das Fass überlief. Er rastete aus und würgte einen Gegenspieler auf dem Platz. Rot und Sperre! So weit, so gut. Sie Herr Schaaf, verteidigten diesen Jungen. Er musste regelmäßig einstecken, wurde getreten. Einmal brannte ihm die Sicherung durch. Das war menschlich und die gesellschaftliche Verurteilung ging ihnen zu weit, Herr Schaaf.
Ja, so war das. Und wissen Sie was? Ich konnte ihren Standpunkt nachvollziehen.
Der Herr Klopp, unsere Trainerkoryphäe! Ein Spieler muss sich unter Kontrolle haben, hat Vorbildfunktion. So etwas geht nicht, wie kann mansich nur so vergessen. Ja, Herr Klopp, wie kann man nur seine Fassung verlieren. Kann man sich gar nicht vorstellen, oder Herr Klopp?
Kennen Sie einen Trainer, der regelmäßig total aus der Fassung gerät? Der wie ein Irrer den 4. Offiziellen bepöbelt, völlig außer sich vor Wut. So dermaßen außer Kontrolle, dass es bis hin zu einer körperlichen Attacke gegen den 4. Offiziellen ging. Kann man, wenn man voll mit Adrenalin ist tatsächlich so dermaßen neben der Kappe liegen, dass man sich so vergisst, Herr Klopp? Ein Trainer, der einen Schiedsrichter, einen der noch nicht mal selbst entscheidet in dem Moment, sondern nur von außen zusieht, körperlich attackiert, ist so ein Trainer tragbar in der Bundesliga? Wie sieht’s aus Herr Klopp?
Langer Rede, kurzer Sinn. Es ist eine Schweinerei was da jetzt abläuft. Und alle die Klopps und Schaafs dieser Welt sollten mal ihre eigene Geschichte nicht vergessen, bevor sie sich zu Moralaposteln aufspielen und die Gesellschaft so beeinflussen, dass ein Mensch besser Deutschland verlassen sollte wegen eines rüden Foulspieles.

Unfassbar!