Ein besonderes T-Shirt für Jubilar Jarolim

29. Februar 2012

Gökhan Töre köpfte das Siegtor! Nein, das ist keine Wunschvorstellung für Sonnabend, der Deutsch-Türke traf heute im Vormittagstraining und sorgte so für den „Sieg der Roten“. Für die Truppe, die die roten Trainingshemdchen trug. War das ein Jubel. Wobei die Stimmung heute im Volkspark ohnehin sehr gut und ausgelassen war. Was sicher auch am Trainingsprogramm lag. Erst „Fünf-gegen-zwei-Spielchen“, dann Flanken von links und von rechts, in der Mitte wurde dann verwandelt (auch mit Nachschuss, dem zweiten Ball), es folgten auf kleinem Spielfeld Flanken von links und rechts, die zu Kopfballduellen lockten, denn es spielten Rot gegen Grün – und in diesem Duell schoss David Jarolim nicht nur das erste Tor, sondern gleichzeitig ein Traumtor. Der Bal sauste in den oberen rechten Winkel, sodass sich die Trainingskiebitze in den Armen lagen, jubelten und vor Freude sagten: „Mensch, der Jaro, ein solches Tor müsste er Sonnabend mal schießen . . .“ Ja, und zum Abschluss gab es ein neueres Spiel: Beide Team standen sich in etwa zehn Metern auf der jeweiligen Torlinie gegenüber, die Torhüter standen neben dem einen Gehäuse und warfen die Bälle zur Mitte, wo immer einer köpfen musste. Die Kugel musste entweder mit dem Fuß, dem Körper oder dem Kopf abgewehrt werden. Das war unterhaltsam, war spannend und lustig – so etwas schweißt zusammen.

Und es gab einige Erkenntnisse (für mich): Heung Min Son sollte dringend mal eine Kur am Kopfballpendel absolvieren, denn sein Kopfballspiel ist verbesserungsfähig. Mladen Petric und Marcell Jansen trafen mit dem Fuß am besten, Michael Mancienne versuchte sich mit einem spektakulären Fallrückzieher ohne Eckgelenkssprengung, der Ball stieg aber in den Himmel über dem Volkspark und gefährdete kurzfristig den Luftverkehr. Noch höher allerdings schossen Jansen und Son die Kugel, an beide Profis ging der heutige Hoch-und-weit-Preis“.

Den meisten Applaus des Tages von den Kollegen erntete Torwart Sven Neuhaus, der mit einer spektakulären Parade gegen Tolgay Arslan rettete – und der Schütze des 1:1 gegen Mönchengladbach ging diesmal früher in die Kabine, weil er schon beim Spiel am Freitag einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte, gestern nochmals zwei auf dieselbe Stelle – und heute einen. Deswegen das frühe Ende, ist aber nur eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Vorher hatte sich Arslan noch mit Trainer Thorsten Fink und Heung Min Son in einem extra anberaumten Liegestütz-Wettbewerb gemessen. Da hatte der Deutsch-Türke für mich gewonnen – Fink absolvierte die letzten Liegestütze (von 30, 40?) nur noch in Obama-Manier. Wer es kürzlich im Fernsehen gesehen hatte: Die Frau von US-Präsident Obama hatte in einer Talkshow die Moderatorin herausgefordert, beide machten Liegestütze, Michelle Obama konnte länger – machte zum Schluss aber auch nur noch „halbe Sachen“. So sah das bei Thorsten Fink zum Schluss auch (ein wenig) aus. . .

Apropos halbe Sachen: Wenn ich mir heute so mal den Marcus Berg angesehen habe, wie er sich so im Training gibt und bewegt, dann habe ich nicht so wirklich die Hoffnung, dass der Schwede in dieser Saison noch einmal ganz groß herauskommt. Da fehlt noch viel, fast hätte ich gesagt, da fehlt noch alles. Keine Traute in Zweikämpfe zu gehen, da fehlt Temperament und gewiss auch ein Stück weit (wer hat das einst noch immer gesagt?) Engagement. Das sollte mich wundern, wenn dass noch bis zum Sommer etwas wird. Aber vielleicht fühlt sich Marcus Berg ja auch jetzt ein wenig herausgefordert, oder Thorsten Fink fordert (und weckt) den Stürmer auf die eine oder andere Art und Weise. Vielleicht.

Einer, der in diesen Wochen voll wach ist, ist ja David Jarolim. Der Tscheche ist seit dem 28. Januar wieder für den HSV „tätig“, durfte erstmals beim Auswärtssieg in Berlin gegen die Hertha ran und ist seit dieser Zeit nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Wer hätte das gedacht? Ich! Und viele andere HSV-Fans natürlich auch. Führt „Jaro“ diesen HSV jetzt auch zum Erfolg gegen den VfB Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr im Volkspark)? „Unsere Heimspiel-Bilanz ist nicht gut, das wissen wir, aber wir hatten ja jetzt in der Rückrunde auch einige ganz spezielle Gegner, die nicht leicht zu spielen waren. Klar, wir können gegen jeden gewinnen, es hat nicht immer geklappt, deswegen wird es Zeit, jetzt mit Heimsiegen zu beginnen“, sagt Jarolim und ergänzt: „Wir müssen nur konzentriert spielen und an die Leistungen anknüpfen, die wir zuletzt gezeigt haben – Bremen einmal ausgenommen.“

„Jaro“ stand immer auf der Seite des damaligen HSV-Trainers Bruno Labbadia, nun gibt es ein Wiedersehen. Für den HSV-Profi, der auf seiner Abschiedstournee (vom HSV) ist, kein Grund, von seiner damaligen Meinung abzuweichen: „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Labbadia, er liefert meiner Meinung nach gute Arbeit beim VfB Stuttgart ab. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ich würde nie etwas Schlechtes über ihn sagen.“

Das zeichnet den Dauerläufer ja aus. Er hat nie etwas Schlechtes über einen Trainer geschweige denn über den HSV gesagt. Er hat stets vorbildlich gearbeitet, und wenn er dann doch nicht gespielt hat, dann hat er sich (leicht enttäuscht) gefügt. Wie jetzt auch. Er spielt zwar, weiß aber, dass er am Saisonende Hamburg verlassen wird, verlassen muss. „Ich sage es jede Woche, aber es stimmt: Ich genieße diese Zeit, es macht mir Spaß und bereitet mir Freude, dass ich wieder spielen darf, dieses Gefühl möchte ich bis zum Sommer immer haben. Und dann schauen wir mal, was kommt.“ Beim HSV haben Heiko Westermann, Dennis Aogo und auch David Jarolim jeweils vier Gelbe Karten auf ihrem Konto. Bremst eine solche Belastung? Jarolim: „Darüber denke ich während des Spiels nicht nach, wenn es erforderlich ist, muss man ein taktisches Foul machen. Und dann ist es passiert. Bitter wäre es nur, wenn man wegen einer unnötigen Sache Gelb kassieren würde, aber das liegt eben bei mir, mein Temperament zu zügeln. Aber das gelingt eben nicht immer – das ist Fußball.“

Elf Bundesliga-Spiele hat der HSV in dieser Saison noch „auf dem Zettel“. Elf „Gelegenheiten“ sich die fünfte Gelbe abzuholen. Ein Mopo-Kollege fragte den Tschechen, ob er sich vorstellen könne, bis zum Saisonende kein Gelb mehr zu erhalten? Gegenfrage von „Jaro“: „Gibt es auch Wunder?“ Nach dem anschließenden Gelächter sagte der HSV-Profi noch schmunzelnd: „Man kann es versuchen, aber es wird schwer . . .“ Eher würde „Jaro“ wohl mal ein Tor erzielen. 14 hat er bislang auf seinem Konto – bei über 300 Bundesliga-Einsätzen. In dieser Saison traf „Jaro“ noch nicht. Er trägt es mit Gelassenheit: „Wenn wir gewinnen, dann ist es mir egal, wer die Tore schießt.“ Sein 250. Bundesliga-Spiel für den HSV könnte David Jarolim am übernächsten Wochenende absolvieren, beim Auswärtsspiel auf Schalke. Zu diesem Ereignis bringt der HSV ein besonderes T-Shirt heraus: „250 Mal Jaro“. Diese Ausgabe ist auf 250 Stück limitiert – und bereits vergriffen! Der HSV wäre klug beraten, noch viele Stücke mehr davon aufzulegen, denn dieses „Ding“ würde weggehen wie warme Semmeln.

„250 ist eine Super-Zahl, 250 Spiele für einen Verein, das macht mich schon stolz. In der langen HSV-Geschichte gab es nicht so viele Spieler, die auf eine solche Zahl für den HSV gekommen sind. Und wenn man dazu noch alle anderen Spiele rechnen würde, dann wäre die Zahl natürlich noch ungleich höher.“ Zum Vergleich ein paar Namen: Manfred Kaltz brachte es auf 581 Spiele, Thomas von Heesen auf 368, Ditmar Jakobs auf 323, Peter Nogly 320, Felix Magath 306, Caspar Memering auf 303. In der Rangliste des HSV nimmt „Jaro“ schon jetzt den 13. Rang ein, zwischen Rudi Kargus (254) und Gert „Charly“ Dörfel (246).

Und vielleicht wird diese Zahl noch gesteigert. „650 Spiele schaffst du noch“, sagte HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf aus dem Hintergrund. Antwort „Jaro:“ „Die Frage ist, wo?“ Bis Mai, so der Mittelfeldrenner, möchte er gerne wissen, wie es sportlich mit ihm weitergeht, bei welchem neuen Klub er dann landen wird. Das wird aber alles von seinem Berater dezent im Hintergrund geregelt. Gäbe es dann aber nicht doch eine kleine Chance, dass David Jarolim bleibt? Er sagt: „Der HSV ist nicht zu mir gekommen, ob sie überlegen, mit mir doch zu verlängern, es wurde auch nichts angedeutet. Deswegen werde ich mir alles das, was kommt, anhören, das ist klar – aber am liebsten würde ich natürlich hier bleiben wollen. Aber ich rechne damit nicht mehr.“

Schade.

So, drei administrative Dinge noch:

Ich habe heute mit dem HSV-Museums-Chef Dirk Mansen telefoniert, er zeugte sich erfreut über die Dinge, die wir ins Laufen gebracht haben (Tassen. Becher, Autogramme). Wir werden uns am Montag treffen, dann alles Weitere besprechen. So lange bitte ich noch jene “Matz-abber”, die uns Dinge für das Museum angeboten haben, zu warten. Ich werde mich dann melden, wie es weitergehen wird. Ich hoffe, dass das okay ist für euch.

Und die zweite Sache:
Ich traf am Montag ja DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus und stellte ihm die Frage nach den vielen Sonntagsspielen des HSV (acht diese Saison). Der frühere Nationalspieler stöhnte auf und sagte: “Ein Spielplan für die Bundesliga zu erstellen, das ist fast schon eine Doktorarbeit. Weil es nicht nur die reinen Spiele zu bedenken gibt, sondern viel, viel mehr. Die Polizei mischt sich ein, weil es in den jeweiligen Städten Versammlungen, Konzerte oder Ausstellungen gibt, die betreut werden müssen – dann gibt es keine weiteren Möglichkeiten, Polizisten zu den Spielen zu entsenden.” Zudem müssen auch die An- und Ab-Reisewege der Fans bedacht werden, damit es unterwegs keine Treffen (und eventuell Schlägereien) mit anderen Fan-Gruppen geben kann, und, und und. “Es ist gewiss keine Schikane, dass der HSV so oft sonntags spielt, wir überlegen dabei hin und her und sind dabei in viele Zwänge gesteckt, die der Fan gar nicht alles sehen und ermessen kann”, sagt Holger Hieronymus.

Die dritte Geschichte:
Gefragt wurde ich ja auch, was der HSV machen würde, wenn er “Pyro-Techniker” mit dem Abbrennen von Bengalos erwischen würde. Das kann ich generell beantworten: Es könnte ein Stadionverbot geben, aber die härtere Variante ist, dass es eine Anzeige wegen Körperverletzung gibt. Zudem würden Geldstrafen, die der HSV von den verschiedenen Gerichtsbarkeiten erhalten könnte, an den jeweiligen Täter weitergegeben. Sollte sich also jeder “Fan” überlegen, was ihm am besten täte . . .

PS: Morgen ist erst um 15 Uhr Training im Volkspark, Achtung die Einheit wurde von zehn Uhr nach hinten verlegt.

PSS: Aufgrund eines Programmierfehlers in der Anzeige der Werbung wurden einige von euch gestern und heute arg strapaziert. Das Problem ist mittlerweile behoben und wir bitten um Entschuldigung.

16.55 Uhr

Dirk Mansen
Hieronymus

618 Reaktionen zu “Ein besonderes T-Shirt für Jubilar Jarolim”

  1. Rautenschälchen sagt:

    @WORTSPIELER, 16:13
    Dachte ich mir, dass Dich der Bericht interessiert ;-) Ich lese dort aber auch immer wieder gerne, da ich diese Seite sehr gut finde und ich gegen den FCK nichts habe, im Gegenteil. Würde mir wünschen, dass der FCK auch in der 1. Liga bleibt.
    .
    Scheiß xy finde ich noch tolerierbar, wenn es von Fans kommt, aber nicht von Spielern oder Offiziellen. Hier sollte es einen Unterschied geben.
    Beim Rest Deiner Aussage stimme ich Dir zu.

  2. Kurpfaelzer sagt:

    Die Kurpfalz meldet 15 Grad!
    .
    Mein Tipp: 3:1 ;-)

  3. Max_Merkel sagt:

    Vernichte die Schwätzer und Heuchler
    Mao Zedong

  4. Max_Merkel sagt:

    Kuri , haue nicht so auf den Putz, ich sitze hier bei 23 Grad……………….im Wohnzimmer auf der Couch :mrgreen:

  5. Hope sagt:

    Kuri, Daumen hoch ;-)
    .
    Randy, sehr gutes Zitat!
    Mit Deinem Tipp könnte ich auch leben ;-)

  6. Max_Merkel sagt:

    “Wo der Besen nicht hinkommt, wird der Staub nicht von selbst verschwinden”
    Zitat Mao Zedong :mrgreen:

  7. Kurpfaelzer sagt:

    Hope, es war mir eine Ehre!
    .
    Max, ich meinte auch mein Wohnzimmer, was dachtest Du :-)?

  8. Max_Merkel sagt:

    Kuri, ich dachte schon Du wärest auf Deinem Weingut ( Kurpfälzer Kieferbrecher ) gewesen ;)

  9. MrsMurphy sagt:

    @ Colt: Den Artikel 5 können wir gerne mal anderer Stelle diskutieren ;)
    @ Eisenwilli: Hey! :)
    @ alnipe: Ich warte noch …

  10. MrsMurphy sagt:

    An anderer Stelle … Weia. :roll:

  11. Kurpfaelzer sagt:

    Max, Wein wächst hier nicht, dafür ist es zu warm. Ich baue hier lediglich Kaffee und Reis an sowie Pflanzen, die ich besser nicht erwähne ;-).

  12. Max_Merkel sagt:

    Schön Kuri, bei mir wächst nur Gras :mrgreen:

  13. SWITT sagt:

    slobo zu aogo

    exakt! die die sich dem verschließen hilft auch dein kommentar
    nicht das zu realisieren
    wäre auch schade auf die beiträge derer verzichten zu müssen

  14. Finsen sagt:

    Lt. Abendblatt ist nicht “Drobny zu Bayern” die Ente, sondern das Dementi des FC Bayern:
    .
    “Der FC Bayern hat ein angebliches Interesse an der Verpflichtung des Hamburger Torwarts Jaroslav Drobny zwar dementiert. „Es gibt keinerlei Kontakte. Da ist nichts dran“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick am Donnerstag. Doch inoffiziell sollen beide Seiten längst eine Übereinkunft getroffen haben.”

  15. Bolitho sagt:

    Warum nicht Jansen links hinten, davor Ilicevic. Rechts mit Diekmeier und Sala resp. Töre? Dann hat DA mal eine Pause

  16. alnipe sagt:

    MM
    .
    scannerprobleme u die spobi hat ihre bedingungen geändert.
    kann hier über e-paper nichts mehr einstellen!
    muss also scannen !
    vllt morgen wieder…..,
    .
    .
    aber weiss der KICKER hier schon mehr ?
    .
    es wird angedeutet das ein verkauf von JANSEN ( vertrag bis 2013 ) nur noch dieses
    jahr sinn machen würde. dafür müsste sich aber wohl IVO steigern der dann seine pos.
    einnehmen könnte.
    .
    FINSEN,
    .
    ausserdem hat DIETER hier vor ca. 1 woche schon eine merkwürdige andeutung zu DROBO
    gemacht u weiss hier bestimmt mehr details.

  17. Dylan1941 sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=zPsZH0ub6Qs
    Da die Diskussion hier etwas einschläft wollte ich nochmal auf den kommenden Supastar
    und HSV Fan Buddy Ö hinweisen :mrgreen:

  18. Dylan1941 sagt:

    Alnipe
    der kicker hansel hat den einen Tag meinen Beitrag zu Jansen gelsen ,dann auf TM.de nachgeguckt ob ich Recht habe und Ihm fiel dann ein warum Fink jansen trotz Minusleistungen immer daddeln darf.ThoFi wartet noch auf 4 tore von dem und ein Angebot.Von jedem anderen hört man “ich werde verlängern,ich weiss noch nicht usw” bei jansen hört man von beiden Seiten nix.