Tagesarchiv für den 14. Februar 2012

Thorsten Fink: “Toll, dass nun das Derby folgt” Ab Mittwoch kommt die Registrierung

14. Februar 2012

Europa wir kommen!
Das heißt, der HSV wir kommen. Natürlich. Wer denn sonst? Mit Thorsten Fink geht es wieder quer durch den europäischen Spitzen-Fußball, das ist doch klar. Nach einer solchen Erfolgsserie ist doch wirklich alles möglich. Da muss niemand mehr Angst vor dem Abstieg haben. Im Gegenteil, der HSV wird das Feld noch von hinten aufrollen. Wer denkt denn jetzt noch an die 1:5-Klatsche gegen Meister Dortmund? Die war zwar erst am 22. Januar, aber das ist doch Schnee von gestern. Oder? „Wir sollten auf dem Boden bleiben, wir sollten realistisch bleiben. Unser Ziel war in dieser Saison der Nicht-Abstieg, das war schwer genug. Jetzt sollten wir so schnell wie möglich versuchen, die 40-Punkte-Marke zu überschreiten, und was danach noch möglich ist, das werden wir dann sehen“, sagt Trainer Fink ganz gelassen. Und ergänzt ebenso sachlich: „Natürlich ist klar, dass jetzt eine gewisse Euphorie entsteht, aber wir dürfen jetzt nicht gleich wieder das Ziel Europa ausgeben. Nach dem Dortmund-Spiel hieß es noch von allen Seiten, dass mit dieser Mannschaft gar nichts zu erreichen ist, deswegen kann jetzt nicht gleich jeder was vom Europa-Pokal erzählen.“

Recht hat er da, der Torsten Fink. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein 1:1 gegen die Bayern und zwei Auswärtssiege in Folge auch nicht. Der Coach sagt auch: „Wir selber wissen, dass wir an einem guten Tag jede Mannschaft aus der Bundesliga schlagen können, aber auf Sicht eine gute Saison zu spielen, dazu gehört schon etwas mehr. Unser Ziel sollte weiterhin der einstellige Tabellenplatz und ein gesicherter Mittelfeldplatz sein. Dazu müssen wir weiter hungrig bleiben – und dann werden wir am Ende sehen, was dabei heraus kommt.“

Fink hält den Ball auf jeden Fall ganz flach. Und tut gut daran. Er weiß auch sehr genau, dass es noch hin und wieder Rückschläge geben wird. Das nächste Auswärtsspiel zum Beispiel führt den HSV zur Borussia in Mönchengladbach . . .

Dennoch muss natürlich festgehalten werden, dass der HSV sich erst einmal aus der unmittelbaren Abstiegsgefahr entfernt hat. Die letzten beiden Erfolge in der Fremde waren dabei überlebensnotwendig. Finks Kommentar: „Wir sind auf dem richtige Wege, die Mannschaft hat nun drei Spiele sehr konstant gespielt. Das ist erfreulich, aber wir wollen dennoch nicht sagen, dass wir schon alle zufrieden sind. Wir wollen nicht nachlassen, und deswegen finde ich es toll, dass es nun ein Derby gegen Werder Bremen gibt, denn in einem Derby kann man nicht nachlassen. Jeder Spieler weiß genau, dass es um sehr viel geht. Und jeder muss wissen, dass man nur dann gewinnen kann, wenn man genau so konzentriert in die Spiele geht, wie in den letzten drei Partien.“

Dann spricht Thorsten Fink einen Punkt an, der hier (und nicht nur hier) sehr kontrovers diskutiert wurde: „Mit unserer Leistung im Köln-Spiel war ich sehr zufrieden, das haben wir da sehr gut gemacht. Das war genau so, wie ich mir das vorstelle. Am Ende wird vielleicht der eine oder andere sagen, dass wir doch besser 5:0 gewonnen hätten, aber ich glaube, dass wir schon gut waren. Wir haben geduldig auf unsere Chancen gewartet, wir haben das Spiel absolut kontrolliert, wir haben die Stimmung aus diesem Hexenkessel genommen, wir haben mehr Zweikämpfe gewonnen als der Gegner, wir haben 31 Flanken geschlagen, hatten 19 Torschüsse – mehr geht doch nicht in einem Auswärtsspiel.“

Und Köln hatte in Halbzeit eins – als Heimmannschaft – nur 30 Prozent Ballbesitz. Trotz allem waren einige HSV-Fans unzufrieden mit dem Fink-Team. Weil der HSV eben der HSV ist. Da gibt es ganz andere Ansprüche. Immer noch. Obwohl damit sicherlich hin und wieder die Sachlage verkannt wird. Fink: „Leute, die dieses Spiel gesehen haben, und die Leute, die sich auch nicht von Zeitungen beeinflussen lassen, und alle Fußball-Fachleute, die auch wirkliche Fußball-Fachleute sind, die werden wissen, dass das von uns ein super Spiel war. Ich muss für mich als Trainer klären, wie meine Mannschaft gespielt hat, und meine Mannschaft hat in Köln hervorragend gespielt. Wir haben top gespielt, wir haben Ausstrahlung gehabt, der Gegner hatte Respekt vor uns – mehr kann ich mir nicht wünschen. Oder wollen die Leute, dass wir wie Barcelona spielen?“ Und: „Mir hat noch keiner etwas Schlechtes über unser Spiel in Köln erzählt, ich habe nur Gutes gehört.“ Und noch einmal: „Wir waren sehr gut, ich war sehr zufrieden. Es gab dann zwischendurch al zehn Minuten, in denen Köln 50 Prozent Ballbesitz hatte, also genau so viel wie wir, aber das haben wir dann wieder verbessert. Und natürlich kann man Kleinigkeiten auch immer mal verbessern. Wir hätten früher das 1:0 machen können, wir hätte nach den Chancen von Mladen Petric und Dennis Aogo auch 3:0 gewinnen können – aber das wäre dann auch schon das Optimale, wenn die Chancenauswertung hundertprozentig wäre.“

Themenwechsel. Jetzt gibt es auch Bestrebungen, dass der zum Saisonende auslaufende Vertrag von David Jarolim doch noch verlängert wird. Was ich grundsätzlich begrüßen würde. Und mit mir sicherlich auch eine riesige „Jaro“-Fan-Gemeinde. Thorsten Fink sagt als Verantwortlicher dazu: „Ich weiß, was Jaro kann, und er ist erst 32 Jahre alt, noch keine 38. Das ist ein gutes Fußballalter, und er hat geduldig auf seine Chance gewartet. Er hat immer an sich gearbeitet, hat seine Leistungen im Training gebracht, hat einen tollen Charakter gezeigt, ist vorbildlich in seinem Einsatz, er ist immer der erste Spieler beim Training und dann auch der letzte, der geht. Ich habe gewusst, dass er uns mit seiner Erfahrung helfen kann.“ Und ein neuer Vertrag für Jarolim? Fink: „Wir schauen, was alles geht, was alles noch machbar ist. Und wenn er bis zum Ende der Saison gut spielt, warum sollen wir dann sagen es ist Schluss? Mal sehen, was noch alles passiert.“

Dann sagt Thorsten Fink noch generell zum Ende einer Spieler-Karriere: „Gerade solche Spieler wie David, die muss man vernünftig verabschieden. Für ihn ist das doch jetzt das Schönste, wenn er solche Top-Leistungen bis zum Ende der Saison bringen kann, wenn er dem Klub nun weiter helfen kann und er dafür dann würdig verabschiedet wird – wenn denn geht. Von daher habe ich vor solchen Spieler größten Respekt, die alles für ihren Klub geben, die sich mit ihrem Klub identifizieren – und dazu gehört immer ein guter Abschied und ehrliche Worte.“ Fink gibt dann noch zu, dass er mit Sportchef Frank Arnesen noch nicht über den „Fall Jarolim“ gesprochen hat – ob Verlängerung ja oder nein.

Mein Gefühl sagt mir aber heute, am 14. Februar 2012: nein.

Noch einmal Themenwechsel. Zum Werder-Spiel. Fest steht für den Trainer, dass Tomas Rincon wieder in die Mannschaft kommen wird. Und damit Gojko Kacar wieder auf die Bank geht. Und fast hundertprozentig ist wohl auch, dass Slobodan Rajkovic in der Mannschaft bleiben wird. Und Jeffrey Bruma (er soll morgen wieder trainieren) wird dann neben Kacar Platz nehmen müssen. So ist das Profi-Leben in einem Spitzen-Team, in dem jede Position doppelt gut besetzt ist. Einer muss auf die Bank. Fink zur Problematik der Innenverteidigung: „Der Rajko hat jetzt zweimal sehr gut gespielt, ich sehe da keinen Anlass zu wechseln. Ich glaube, das wäre dumm von mir.“

So, zwei ganz interessante Dinge habe ich noch am Rande:

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den HSV zu einer Geldstrafe in Höhe von
10 000 Euro verurteilt. Der DFB ahndete damit zwei Vorfälle im Fanblock der Hamburger in den vergangenen Wochen. Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin hatten HSV-Anhänger am 28. Januar drei Knallkörper gezündet. Im Heimspiel der Norddeutschen gegen Bayern München am 4. Februar waren bengalische Feuer abgebrannt worden.

Aber schön war es doch . . .
Geld? Strafe? Das werden sich die Unverbesserlichen jetzt sicher fragen. Und: Was sind denn für den HSV schon lumpige 10 000 Euro? Unwichtig, total unwichtig. Geld hat der HSV doch ohnehin genügend in der Kasse.
Deswegen: das nächste Feuer kommt bestimmt . . . Oder doch nicht?

Der HSV wird sich jetzt, das wurde nun intern beschlossen, ganz energisch wehren, die Kontrollen (besonders im Block 25 A, werden deutlich verschärft, denn: In der Saison 2010/11 hat der HSV 25 000 Euro für ein heißes Stadion (und an Strafgelder) abdrücken müssen, in dieser Spielzeit beläuft sich das Strafgeld schon auf 26 000 Euro. Und noch ist die Saison nicht beendet. Deswegen greift der Klub nun durch. Es wird nicht nur durchsucht, sondern auch gefilmt.

Und alle Zündler sollten sich daran orientieren, dass erst kürzlich der Zweitliga-Klub Greuther-Fürth die gesamte Summe (Strafe) an den ermittelten „Feuerteufel“ weitergereicht hat. Bengalos sehen vielleicht ganz gut aus, können aber auch arm machen. Und vielleicht sogar eine ganze Zukunft nach allen Regeln der Kunst „versauen“. Wäre doch eventuell mal überdenkenswert, ob man sich das alles wirklich antun muss. Und eventuell könnte man ja doch mal so lange warten, bis eines Tages diese Feuer in irgendeiner Form tatsächlich zugelassen werden sollten. Wenn es denn so sein sollte . . .

Und noch ein ganz ernstes und brisantes Thema: REGISTRIERUNG.

Im HSV gibt es gewisse Kreise, die dem Matz-ab-Blog die gesamte Anonymität entziehen wollen. Notfalls die Raute sogar entziehen. Weil es beim HSV keine Anonymität mehr gibt. Und hier, bei Matz ab, wird teilweise – nur anonym – recht heftig gegen den HSV geschossen, dass es nun dem einen oder anderen HSV-Mitglied keine reine Freude mehr ist.

Jetzt aber kommt die Registrierung, lange angekündigt, lange erhofft, und nun wollen wir die Entwicklung mal abwarten, wohin die Reise geht.

Und so soll es laufen:
Ab morgen früh (Mittwoch, 15. Februar 2012) ca. 8 Uhr wird sich die Verfahrensweise für das
Kommentarschreiben ändern.
Das Hinterlassen von Kommentaren ist nur noch auf vier verschiedene Arten
möglich: Über eine Registrierung hier im HSV-Blog „Matz ab”, über Ihren
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oder über Ihren persönlichen Hotmail-Account.

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