Monatsarchiv für Februar 2012

Ein besonderes T-Shirt für Jubilar Jarolim

29. Februar 2012

Gökhan Töre köpfte das Siegtor! Nein, das ist keine Wunschvorstellung für Sonnabend, der Deutsch-Türke traf heute im Vormittagstraining und sorgte so für den „Sieg der Roten“. Für die Truppe, die die roten Trainingshemdchen trug. War das ein Jubel. Wobei die Stimmung heute im Volkspark ohnehin sehr gut und ausgelassen war. Was sicher auch am Trainingsprogramm lag. Erst „Fünf-gegen-zwei-Spielchen“, dann Flanken von links und von rechts, in der Mitte wurde dann verwandelt (auch mit Nachschuss, dem zweiten Ball), es folgten auf kleinem Spielfeld Flanken von links und rechts, die zu Kopfballduellen lockten, denn es spielten Rot gegen Grün – und in diesem Duell schoss David Jarolim nicht nur das erste Tor, sondern gleichzeitig ein Traumtor. Der Bal sauste in den oberen rechten Winkel, sodass sich die Trainingskiebitze in den Armen lagen, jubelten und vor Freude sagten: „Mensch, der Jaro, ein solches Tor müsste er Sonnabend mal schießen . . .“ Ja, und zum Abschluss gab es ein neueres Spiel: Beide Team standen sich in etwa zehn Metern auf der jeweiligen Torlinie gegenüber, die Torhüter standen neben dem einen Gehäuse und warfen die Bälle zur Mitte, wo immer einer köpfen musste. Die Kugel musste entweder mit dem Fuß, dem Körper oder dem Kopf abgewehrt werden. Das war unterhaltsam, war spannend und lustig – so etwas schweißt zusammen.

Und es gab einige Erkenntnisse (für mich): Heung Min Son sollte dringend mal eine Kur am Kopfballpendel absolvieren, denn sein Kopfballspiel ist verbesserungsfähig. Mladen Petric und Marcell Jansen trafen mit dem Fuß am besten, Michael Mancienne versuchte sich mit einem spektakulären Fallrückzieher ohne Eckgelenkssprengung, der Ball stieg aber in den Himmel über dem Volkspark und gefährdete kurzfristig den Luftverkehr. Noch höher allerdings schossen Jansen und Son die Kugel, an beide Profis ging der heutige Hoch-und-weit-Preis“.

Den meisten Applaus des Tages von den Kollegen erntete Torwart Sven Neuhaus, der mit einer spektakulären Parade gegen Tolgay Arslan rettete – und der Schütze des 1:1 gegen Mönchengladbach ging diesmal früher in die Kabine, weil er schon beim Spiel am Freitag einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte, gestern nochmals zwei auf dieselbe Stelle – und heute einen. Deswegen das frühe Ende, ist aber nur eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Vorher hatte sich Arslan noch mit Trainer Thorsten Fink und Heung Min Son in einem extra anberaumten Liegestütz-Wettbewerb gemessen. Da hatte der Deutsch-Türke für mich gewonnen – Fink absolvierte die letzten Liegestütze (von 30, 40?) nur noch in Obama-Manier. Wer es kürzlich im Fernsehen gesehen hatte: Die Frau von US-Präsident Obama hatte in einer Talkshow die Moderatorin herausgefordert, beide machten Liegestütze, Michelle Obama konnte länger – machte zum Schluss aber auch nur noch „halbe Sachen“. So sah das bei Thorsten Fink zum Schluss auch (ein wenig) aus. . .

Apropos halbe Sachen: Wenn ich mir heute so mal den Marcus Berg angesehen habe, wie er sich so im Training gibt und bewegt, dann habe ich nicht so wirklich die Hoffnung, dass der Schwede in dieser Saison noch einmal ganz groß herauskommt. Da fehlt noch viel, fast hätte ich gesagt, da fehlt noch alles. Keine Traute in Zweikämpfe zu gehen, da fehlt Temperament und gewiss auch ein Stück weit (wer hat das einst noch immer gesagt?) Engagement. Das sollte mich wundern, wenn dass noch bis zum Sommer etwas wird. Aber vielleicht fühlt sich Marcus Berg ja auch jetzt ein wenig herausgefordert, oder Thorsten Fink fordert (und weckt) den Stürmer auf die eine oder andere Art und Weise. Vielleicht.

Einer, der in diesen Wochen voll wach ist, ist ja David Jarolim. Der Tscheche ist seit dem 28. Januar wieder für den HSV „tätig“, durfte erstmals beim Auswärtssieg in Berlin gegen die Hertha ran und ist seit dieser Zeit nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Wer hätte das gedacht? Ich! Und viele andere HSV-Fans natürlich auch. Führt „Jaro“ diesen HSV jetzt auch zum Erfolg gegen den VfB Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr im Volkspark)? „Unsere Heimspiel-Bilanz ist nicht gut, das wissen wir, aber wir hatten ja jetzt in der Rückrunde auch einige ganz spezielle Gegner, die nicht leicht zu spielen waren. Klar, wir können gegen jeden gewinnen, es hat nicht immer geklappt, deswegen wird es Zeit, jetzt mit Heimsiegen zu beginnen“, sagt Jarolim und ergänzt: „Wir müssen nur konzentriert spielen und an die Leistungen anknüpfen, die wir zuletzt gezeigt haben – Bremen einmal ausgenommen.“

„Jaro“ stand immer auf der Seite des damaligen HSV-Trainers Bruno Labbadia, nun gibt es ein Wiedersehen. Für den HSV-Profi, der auf seiner Abschiedstournee (vom HSV) ist, kein Grund, von seiner damaligen Meinung abzuweichen: „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Labbadia, er liefert meiner Meinung nach gute Arbeit beim VfB Stuttgart ab. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ich würde nie etwas Schlechtes über ihn sagen.“

Das zeichnet den Dauerläufer ja aus. Er hat nie etwas Schlechtes über einen Trainer geschweige denn über den HSV gesagt. Er hat stets vorbildlich gearbeitet, und wenn er dann doch nicht gespielt hat, dann hat er sich (leicht enttäuscht) gefügt. Wie jetzt auch. Er spielt zwar, weiß aber, dass er am Saisonende Hamburg verlassen wird, verlassen muss. „Ich sage es jede Woche, aber es stimmt: Ich genieße diese Zeit, es macht mir Spaß und bereitet mir Freude, dass ich wieder spielen darf, dieses Gefühl möchte ich bis zum Sommer immer haben. Und dann schauen wir mal, was kommt.“ Beim HSV haben Heiko Westermann, Dennis Aogo und auch David Jarolim jeweils vier Gelbe Karten auf ihrem Konto. Bremst eine solche Belastung? Jarolim: „Darüber denke ich während des Spiels nicht nach, wenn es erforderlich ist, muss man ein taktisches Foul machen. Und dann ist es passiert. Bitter wäre es nur, wenn man wegen einer unnötigen Sache Gelb kassieren würde, aber das liegt eben bei mir, mein Temperament zu zügeln. Aber das gelingt eben nicht immer – das ist Fußball.“

Elf Bundesliga-Spiele hat der HSV in dieser Saison noch „auf dem Zettel“. Elf „Gelegenheiten“ sich die fünfte Gelbe abzuholen. Ein Mopo-Kollege fragte den Tschechen, ob er sich vorstellen könne, bis zum Saisonende kein Gelb mehr zu erhalten? Gegenfrage von „Jaro“: „Gibt es auch Wunder?“ Nach dem anschließenden Gelächter sagte der HSV-Profi noch schmunzelnd: „Man kann es versuchen, aber es wird schwer . . .“ Eher würde „Jaro“ wohl mal ein Tor erzielen. 14 hat er bislang auf seinem Konto – bei über 300 Bundesliga-Einsätzen. In dieser Saison traf „Jaro“ noch nicht. Er trägt es mit Gelassenheit: „Wenn wir gewinnen, dann ist es mir egal, wer die Tore schießt.“ Sein 250. Bundesliga-Spiel für den HSV könnte David Jarolim am übernächsten Wochenende absolvieren, beim Auswärtsspiel auf Schalke. Zu diesem Ereignis bringt der HSV ein besonderes T-Shirt heraus: „250 Mal Jaro“. Diese Ausgabe ist auf 250 Stück limitiert – und bereits vergriffen! Der HSV wäre klug beraten, noch viele Stücke mehr davon aufzulegen, denn dieses „Ding“ würde weggehen wie warme Semmeln.

„250 ist eine Super-Zahl, 250 Spiele für einen Verein, das macht mich schon stolz. In der langen HSV-Geschichte gab es nicht so viele Spieler, die auf eine solche Zahl für den HSV gekommen sind. Und wenn man dazu noch alle anderen Spiele rechnen würde, dann wäre die Zahl natürlich noch ungleich höher.“ Zum Vergleich ein paar Namen: Manfred Kaltz brachte es auf 581 Spiele, Thomas von Heesen auf 368, Ditmar Jakobs auf 323, Peter Nogly 320, Felix Magath 306, Caspar Memering auf 303. In der Rangliste des HSV nimmt „Jaro“ schon jetzt den 13. Rang ein, zwischen Rudi Kargus (254) und Gert „Charly“ Dörfel (246).

Und vielleicht wird diese Zahl noch gesteigert. „650 Spiele schaffst du noch“, sagte HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf aus dem Hintergrund. Antwort „Jaro:“ „Die Frage ist, wo?“ Bis Mai, so der Mittelfeldrenner, möchte er gerne wissen, wie es sportlich mit ihm weitergeht, bei welchem neuen Klub er dann landen wird. Das wird aber alles von seinem Berater dezent im Hintergrund geregelt. Gäbe es dann aber nicht doch eine kleine Chance, dass David Jarolim bleibt? Er sagt: „Der HSV ist nicht zu mir gekommen, ob sie überlegen, mit mir doch zu verlängern, es wurde auch nichts angedeutet. Deswegen werde ich mir alles das, was kommt, anhören, das ist klar – aber am liebsten würde ich natürlich hier bleiben wollen. Aber ich rechne damit nicht mehr.“

Schade.

So, drei administrative Dinge noch:

Ich habe heute mit dem HSV-Museums-Chef Dirk Mansen telefoniert, er zeugte sich erfreut über die Dinge, die wir ins Laufen gebracht haben (Tassen. Becher, Autogramme). Wir werden uns am Montag treffen, dann alles Weitere besprechen. So lange bitte ich noch jene “Matz-abber”, die uns Dinge für das Museum angeboten haben, zu warten. Ich werde mich dann melden, wie es weitergehen wird. Ich hoffe, dass das okay ist für euch.

Und die zweite Sache:
Ich traf am Montag ja DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus und stellte ihm die Frage nach den vielen Sonntagsspielen des HSV (acht diese Saison). Der frühere Nationalspieler stöhnte auf und sagte: “Ein Spielplan für die Bundesliga zu erstellen, das ist fast schon eine Doktorarbeit. Weil es nicht nur die reinen Spiele zu bedenken gibt, sondern viel, viel mehr. Die Polizei mischt sich ein, weil es in den jeweiligen Städten Versammlungen, Konzerte oder Ausstellungen gibt, die betreut werden müssen – dann gibt es keine weiteren Möglichkeiten, Polizisten zu den Spielen zu entsenden.” Zudem müssen auch die An- und Ab-Reisewege der Fans bedacht werden, damit es unterwegs keine Treffen (und eventuell Schlägereien) mit anderen Fan-Gruppen geben kann, und, und und. “Es ist gewiss keine Schikane, dass der HSV so oft sonntags spielt, wir überlegen dabei hin und her und sind dabei in viele Zwänge gesteckt, die der Fan gar nicht alles sehen und ermessen kann”, sagt Holger Hieronymus.

Die dritte Geschichte:
Gefragt wurde ich ja auch, was der HSV machen würde, wenn er “Pyro-Techniker” mit dem Abbrennen von Bengalos erwischen würde. Das kann ich generell beantworten: Es könnte ein Stadionverbot geben, aber die härtere Variante ist, dass es eine Anzeige wegen Körperverletzung gibt. Zudem würden Geldstrafen, die der HSV von den verschiedenen Gerichtsbarkeiten erhalten könnte, an den jeweiligen Täter weitergegeben. Sollte sich also jeder “Fan” überlegen, was ihm am besten täte . . .

PS: Morgen ist erst um 15 Uhr Training im Volkspark, Achtung die Einheit wurde von zehn Uhr nach hinten verlegt.

PSS: Aufgrund eines Programmierfehlers in der Anzeige der Werbung wurden einige von euch gestern und heute arg strapaziert. Das Problem ist mittlerweile behoben und wir bitten um Entschuldigung.

16.55 Uhr

Dirk Mansen
Hieronymus

Ruhe im Umfeld – aber im Training knallt es

28. Februar 2012

Ich weiß, dass hier ob der Trainingsberichte zweierlei Meinungen vorherrschen. Zum einen haben diese selten bis nie etwas über die darauf folgende Leistung in der Bundesliga ausgesagt. Das ist Fakt. Deshalb freue ich mich immer über gute letzte Trainingseinheiten, bewerte sie aber äußerst vorsichtig. Andererseits wird hier verständlicherweise großen Wert darauf gelegt, möglichst viel über das sportliche Geschehen unter der Woche zu erfahren. Und dem möchte ich heute aus einem bestimmten Anlass nachkommen. Denn, und das ist nicht mehr aber auch nicht weniger als eine Zustandsbeschreibung für heute, im Training ist richtig Dampf drin.

Auffällig viele Spieler waren heute im Training, trotz Länderspielwoche – was nicht zwingend für die Kaderqualität spricht, aber eben auch nicht zwingend gegen sie sprechen muss. Denn immerhin hat der HSV mit seinem Umbruch im Sommer genau davon Abstand genommen, teute arrivierte Spieler verkauft oder abgegeben und sich den jungen Talenten verschrieben, die irgendwann zu Nationalspielern reifen sollen. Wie beispielsweise Jacopo Sala, der von der italienischen U21 kurzfristig ausgeladen worden war und dementsprechend heute voll mittrainierte. Und das mit mächtig Adrenalin im Blut. Denn im Abschlussspiel auf vier kleine Tore war es der Italiener, der seinen Gegenspieler per Notbremse am Torschuss hinderte. Pikant: Sala trat ausgerechnet Ivo Ilicevic von hinten um. Jenen Mannschaftskameraden, der ihn am Sonnabend beim Heimspiel gegen Stuttgart ersetzen soll. Ein paar italienische Flüche hinterhergeschickt entwickelte sich nach dieser Szene ein hitziges Duell. „Ich war am Anfang nur sauer, weil der Tritt von hinten kam“, erklärte Ilicevic anschließend, „ich hatte anfangs gar nicht mitbekommen, wer das war. Oder besser gesagt: ich habe den Zusammenhang mit Sonnabend nicht hergestellt.“ Daran glaube er auch nicht. Stattdessen gab es nach Trainingsende ein faires, wenn auch nur sehr kurzes, gezwungen wirkendes Shakehands. „Sowas gehört im Training einfach mal dazu“, so Ilicevic, „da lässt man sich dann mal von den Emotionen treiben. Aber am Ende ist alles wieder gut.“

Zumindest für ihn. Denn er wird am Sonnabend spielen. Ob er überrascht war, dass sich Trainer Thorsten Fink schon am Montag auf den Wechsel von Sala zu ihm festlegte? „Nicht wirklich überrascht. Ich habe immer Kontakt mit dem Trainer gehabt. Er hat sehr viel mit mir gesprochen und mir immer ein Feedback gegeben, was er von mir erwartet.“ So sei es ein wenig leichter gewesen, die Reservistenphase zu überstehen. „Er macht das schon richtig gut“, lobt Ilicevic Fink, „gerade mit denen, die nicht berücksichtigt sind, spricht er viel und gibt ihnen das Gefühl, wichtig zu sein.“ Selbst er, der bei seinem Wechsel nach Hamburg mit allem gerechnet hatte, nur nicht mit so wenig Einsatzzeiten, sei irgendwann damit klar gekommen. „Es war aber nicht leicht. Gerade nachdem ich nach dem Berlin-Spiel eigentlich durchgehend schmerzfrei trainieren konnte, war es schwer auszuhalten. Allerdings musste ich auch realistisch bleiben und konnte sehen, dass die Mannschaft gut gespielt hat. Da war es auch für den Trainer nicht leicht, etwas zu verändern.“ Deshalb habe er auf seine Chance mehr oder weniger geduldig gewartet und freue sich umso mehr auf das Spiel am Sonnabend gegen Stuttgart.

Und für diese Partie hat sich Ilicevic eine Menge vorgenommen. Er will seine Schwächen bearbeiten („Ich muss defensiv noch deutlich besser werden, dort mehr Laufwege annehmen“) und vor allem seine Stärken zeigen. Und dabei legt er die eigene Messlatte mächtig hoch. Was sein persönliches Ziel sei? „Viel spielen und gut spielen“, so die normale Antwort, der er dann aber doch ambitionierte Ziele hinzufügt: „Mein Anspruch ist, dass ich in jedem Spiel treffe oder einen Assist mache. Am liebsten beides“, so der 25-Jährige, der noch immer darauf hofft, im Sommer für sein Heimatland Kroatien bei der EM aufzulaufen. „Es war schon sehr überraschend für mich, dass ich diese Woche beim Länderspiel in Kroatien gegen Schweden nicht dabei bin. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir deshalb im Hinblick auf die EM keine Gedanken machen würde.“ Dennoch, er habe sein Glück jetzt endlich wieder selbst in der Hand: „Ich habe jetzt mit dem HSV noch elf Endspiele. Und ich weiß, wenn ich hier Fuß fasse und der Mannschaft mit guten Leistungen helfe, dann sieht es gut aus. Für den HSV zum einen, für mich und die EM-Teilnahme auf der anderen Seite.“ Und trotz aller Rückschläge (Ilicevic: „Es ist schon eine kleine Seuchensaison“) blickt der dribbelstarke Offensivmann optimistisch nach vorn: „Ich setze auf das große Happy-End.“ Was noch für den HSV zu holen ist? „Wenn wir von Spiel zu Spiel schauen, ist nach oben noch alles möglich. Wir müssen geduldig sein, dann ist nichts unmöglich. Aber auch nur dann…“

Klingt logisch. Und gut. Allerdings, und das weiß auch Ilicevic, muss der HSV dafür schnell seine Heimbilanz von bislang erst elf Punkten (auswärts haben sie 16 geholt) deutlich verbessern. Trainer Fink plant gegen Stuttgart den noch offensiveren Gang, und die Mannschaft setzt auf die momentane Form: „Dazu die Zuschauer im Rücken, die uns noch den einen oder anderen Prozent mehr herauskitzeln – das muss gut werden. Wir wollen endlich wieder eine Macht im eigenen Stadion werden“, fordert Ilicevic – und spricht dem allergrößten Teil der HSV-Fans wohl aus der Seele.

Heute mal nichts Neues gibt es rund um das Thema René Adler. Der Keeper hatte am Montag im Universitätsklinikum Eppendorf seinen Medizincheck absolviert und soweit alles bestanden. Aktuell stehen nur noch die Blutuntersuchungen aus, die in München ausgewertet werden. Die Aufsichtsratssitzung, die für Mittwoch unter Vorbehalt angesetzt worden war, ist verschoben. Ich habe dazu heute mit dem Chefkontrolleur Otto Rieckhoff gesprochen, der die ganze Angelegenheit etwas entspannter angeht, als es im gestrigen Blog offenbar rübergekommen ist. „Bisher gibt es keine Aktivitäten“, so Rieckhoff, der mir erklärte, dass zunächst der Vorstand dem Aufsichtsrat bitten muss, zur Abstimmung eines bevorstehenden Transfers zusammenzukommen. Das ist bisher nicht geschehen. Auch, weil Rieckhoff den verständlichen Wunsch äußerte, bei der entscheidenden Sitzung Arnesen dabei haben zu wollen – der allerdings kehrt erst am Freitag nach Hamburg zurück.

Wobei der gesamte Adler-Transfer eher entspannt angegangen werden kann. Immerhin hat der HSV mit Jaroslav Drobny einen guten Keeper im Kasten unter Vertrag. Zudem sind sich der HSV und Adler einig und auch die Kontrolleure, die den Deal noch scheitern lassen könnten, sind grundsätzlich überzeugt. Zumal sich, und dieses Bild scheint sich hier im Blog fälschlich festgesetzt zu haben, die Aufsichtsräte nicht in sportliche Entscheidungen einmischen wollen. Vielmehr geht es nur darum, über das Gesamtpaket ausführlich informiert zu werden und die eine oder andere Frage beantwortet zu bekommen. Es geht eben darum, ihrem Amt nachzukommen und als Kontrolleure zu kontrollieren. Das ist ihr Job. Insofern sollten wir in diesem Fall fair bleiben.

Warum auch Vorwürfe machen, es ist momentan alles im Rahmen. Der HSV entwickelt sich mit jungen Leuten immer besser und verjüngt sich bei den bisherigen Zugängen weiter. Adler und auch Maximilian Beister kommen nahezu sicher zur neuen Saison. Wenn es Arnesen jetzt noch schafft, einen kreativen Mittelfeldspieler nach Hamburg zu holen, wäre ein großer Schritt getan. Allerdings, und dabei bleibe ich, der HSV hat im zentral-defensiven Mittelfeld ein größeres Problem. Mit Rincon und Jarolim stehen momentan nur zwei geeignete Spieler bereit, wobei der Vertrag des Letztgenannten aus verschiedenen und durchaus nachvollziehbaren Gründen wohl nicht über den Sommer hinaus verlängert wird. Insofern bräuchte der HSV hier aktuell drei Neue, sofern er jede Position doppelt besetzt haben will. Aber okay, noch ist ein wenig Zeit. Und Kacar und Tesche wären nicht die Ersten, die uns in dieser Saison positiv überraschen…

In diesem Sinne, alles wird – zumindest langsam – besser. Ruhig ist es nur im Umfeld – die Mannschaft gibt mächtig Gas. Und das ist gut so. Bis morgen! Da wird übrigens um 10 Uhr an der Arena trainiert.

Scholle

Ilicevic soll gegen Stuttgart Sala ersetzen ****ERGÄNZUNG: Adler war bereits heute zum Medizincheck im UKE****

27. Februar 2012

***ERGÄNZUNG: HSV-Trainer Thorsten Fink wollte sich heute uns gegenüber nicht äußern, als er um 14 Uhr auf Rene Adler angesprochen wurde. Bis es vermeldbare Neuigkeiten gibt, schweige er, so der Trainer. Was Fink verschwieg: Parallel zu seinem Interview absolvierte Adler im Universitätsklinikum Eppendorf seinen Medizincheck. Dieser beinhaltet auch Blutuntersuchungen. Und da die Ergebnisse dieser Proben frühestens heute ausgewertet sein werden, gilt der aufwendige, mehrstündige Medizincheck bislang noch nicht als bestanden.

Dabei ist alles vorbereitet. Zumindest fast alles. Für Mittwochabend wurde intern bereits eine Aufsichtsratssitzung anberaumt, in der zunächst nur über den Transfer von Adler gesprochen werden soll. Einige Aufsichtsräte sind ob der langen Verletztenakte Adlers vorsichtig geworden und fühlen sich bislang von Sportchef Frank Arnesen nur unzureichend über den bevorstehenden Millionentransfer informiert. Problem hierbei: Frank Arnesen ist von heute bis voraussichtlich Donnerstag unterwegs, will sich am Mittwochabend in Malaga das Länderspiel Spaniens gegen Venezuela ansehen. Für eine endgültige Entscheidung müsste Arnesen demnach telefonisch zugeschaltet werden (ob das den Kontrolleuren reicht, wage ich zu bezweifeln) oder gar früher nach Hamburg zurückreisen. Wohl auch deshalb hieß es von HSV-Seiten heute, dass nicht vor Ende der Woche mit der finalen Unterschrift Adlers gerechnet wird.****

Plötzlich war er wieder da. Und kaum einer bekam es anfänglich mit. Denn Jacopo Sala sollte eigentlich heute Abend für die U21 Italiens in Cannes gegen Frankreich sein Länderspielcomeback feiern, wurde jedoch in letzter Sekunde von seinem Nationaltrainer Ciro Ferrara ausgeladen und war überraschend schnell wieder zurück in Hamburg. Für HSV-Trainer Thorsten Fink kam die neue Situation sogar etwas zu schnell. Denn während der HSV-Trainer in unserer Presserunde gegen 14 Uhr noch verkündete, dass er für das Wochenende mit Ivo Ilicevic statt Jacopo Sala in der Startelf plane, weil dieser beim Länderspiel zu viel Kraft lassen könnte, twitterte Sala lustig via Internet, dass er bereits wieder in Hamburg sei und zum Training fahren würde.

Dennoch, Fink wäre nicht er selbst, würde er zu seiner Entscheidung plötzlich nicht mehr stehen. Und deshalb bestätigte seine Ankündigung auch in dem Moment als er erfuhr, dass Sala in Hamburg bleiben und die ganze Woche über mit der Mannschaft trainieren würde. Zumal die Entscheidung im wesentlichen einen sportlichen Hintergrund hat: Fink will im Heimspiel gegen den ehemaligen HSV-Trainer Bruno Labbadia offensiver auftreten als zuletzt, um endlich auch in der eigenen Arena so zu überzeugen wie zuletzt zumeist auswärts. „Unsere Heimspiele waren bislang nicht überzeugend“, gibt Fink zu, „aber da müssen wir hinkommen. Nur mit einem Sieg gegen Stuttgart ist der Punktgewinn in Mönchengladbach auch wirklich was wert.“ Was genau? „Das sehen wir dann. Zumindest aber sind es dann vier Punkte aus zwei Spielen, die uns wieder etwas mehr nach oben als nach unten blicken lassen würden.“

Dennoch, und auch das betonte Fink, der Wechsel vom defensivstärkeren Sala zum Offensivspieler Ilicevic sei nicht mit einem unkontrollierten Angriffsfußball verbunden. „Jacopo arbeitet defensiv sehr gut, hat dort Vorteile und ordentliche Leistungen gezeigt. Daran muss sich auch Ivo messen lassen. Aber von Ivo erwarte ich mir mehr Ideen nach vorn, einen offensiveren Auftritt unserer Mannschaft. Und das brauchen wir gegen Stuttgart, gerade auch in einem Heimspiel“, so Fink, der den zuletzt kaum berücksichtigen kroatischen Nationalspieler für dessen Verhalten ausdrücklich lobt: „Damit honoriere ich auch, dass Ivo immer ruhig geblieben ist und im Training gute Leistungen gezeigt hat.“

Und das stimmt. Ilicevic wirkte nie so, als würde er maulen. Im Gegenteil, von Einheit zu Einheit wirkte der 25-Jährige aggressiver und entschlossener, sich seine Startelfposition zurück zu holen. „Ich habe keine Wahl“, hatte Ilicevic zuletzt gesagt, „ich kann mich nur über gute Trainingsleistungen aufdrängen. Und das versuche ich. Mit allen erlaubten Mitteln.“ Dass er dabei wegen einer vermeintlichen Fehlentscheidung des Trainerteams bei einem Abschlussspiel im Training den Ball mit voller Wucht gen Aushilfsschiedsrichter feuerte – nicht mehr und nicht weniger ein Zeichen für den quasi überbordenden Ehrgeiz des Rechtsfußes.

Denn für Ilicevic wäre es erst die dritte Startelfnominierung seit seinem Wechsel aus Kaiserslautern nach Hamburg vor sechs Monaten. Zunächst warf ihn die Vier-Spiele-Sperre, die er aus Kaiserslautern mitgebracht hatte, aus dem Rennen. Und anschließend musste der dribbelstarke Offensivmann wegen verschiedener Muskelverletzung immer wieder passen. So auch nach seiner guten Wintervorbereitung. Pünktlich zum Rückrundenauftakt plagten Ilicevic Wadenprobleme. Der Kroate musste gegen Dortmund passen und Sala nutzte seine Chance. „So ist Fußball“, sagte Ilicevic, der mit seiner Reservistenrolle deutlich mehr zu kämpfen hatte, als er zugeben mochte, damals. „Ich werde meine Chance kriegen“ hatte der Rechtsfuß zuletzt vor dem Auswärtsspiel in Mönchengladbach gesagt – jetzt soll es soweit sein. Allerdings erhält der Kroate eine Chance mit Auflagen vom Trainer: „Ivo soll offensiv entscheidend sein, muss aber auch defensiv arbeiten.“ Zudem soll der 25-Jährige seinen Mannschaftskollegen Dennis Aogo unterstützen, der zuletzt alle Standards ausführen musste. Und das erledigte der Linksfuß mehr schlecht denn recht. „Ich werde Ivo im Training testen“, so Fink, „vielleicht kann er auch bei Standards eine Option sein.“

Allerdings wollte es sich Fink nicht nehmen lassen, den letzten aktuellen deutschen Nationalspieler ausdrücklich zu loben. Man merkt dem HSV-Trainer immer wieder an, dass er großen Wert auf mündige Spieler setzt. Zumindest auf die, die ihren Worten in seinen Augen auch Taten folgen lassen. „Dennis ist der zweite Mann auf links hinter Philipp Lahm – das ist schon mal nicht schlecht. Und er hat keine großen Schwankungen. Es gibt Spieler, die überragen heute und versagen morgen. Dennis schafft es, seinen Level auf einem schönen Niveau zu halten. Das gefällt mir und lässt ihn immer mehr unter der Rubrik ‚Führungsspieler’ laufen.“

Am Sonnabend gegen Stuttgart trifft Aogo auf einen der vielleicht formstärksten Offensivspieler aktuell: Martin Harnik. Der Österreicher, der beim SC Vier- und Marschlande in der Jugend brillierte und dem HSV vor der Nase von Werder Bremen weggeschnappt wurde, erzielte in den letzten vier Spielen sieben Treffer. Insgesamt bringt es der 24-Jährige bereits auf 13 Treffer und sechs Torvorbereitungen. Dennoch ist Fink nicht bange. Im Gegenteil: „Dennis hat am Freitag in Mönchengladbach sehr, sehr gut gegen Marco Reus ausgesehen. Und der ist im Moment wohl das Beste, was es in Deutschland auf der Position gibt. Harnik ist ein ähnlicher Spielertyp, seine Laufwege gleichen denen von Reus. Deshalb wird Dennis das schon lösen.“

Fink versteht es, seine Spieler für sich zu gewinnen. Mit der Ilicevic-Beförderung setzt der HSV-Coach seinen erfolgreichen Weg, auch die nicht berücksichtigten Spieler bei Laune zu halten, fort. Zuletzt hatte er david Jarolim, Heung Min Son und auch Slobodan Rajkovic über Monate bei Laune halten müssen, nachdem dieser wegen seiner harten Roten Karte gegen Kaiserslautern den Stammplatz an Jeffrey Bruma verloren hatte. Heute wiederum muss er den Niederländer bei Laune halten, weil sich Rajkovic festgespielt hat. Oder etwa nicht? „In der Innenverteidigung kann auch noch was passieren“, sagt Fink. Immerhin habe Rajkovic in dieser Woche ein Kurzturnier mit seiner serbischen Nationalmannschaft zu spielen und er wüsste noch nicht, wie fit sein Verteidiger zurückkäme. Dafür wolle er das machen, was er mit am besten beherrscht: „Ich werde mit dem Spieler reden und dann entscheiden.“ verrät der HSV-Trainer. Das würde er gerade mit denen machen müssen, die „gerade nicht spielen“.

Dazu zählt aus zweierlei Gründen Jaroslav Drobny nicht. Zum einen spielt der Tscheche, zum anderen sieht Fink bei dem viel diskutierten Torwart dafür keine Bedarf. Und das, obwohl heute noch mal bestätigt wurde, dass der Adler-Transfer über die Bühne gehen wird – einen ordentlichen Medizincheck vorausgesetzt. „Jaroslav bringt seine Leistung. Er macht auf mich nicht den Anschein, besondere Gespräche zu brauchen. Ich bin voll zufrieden mit ihm.“ Und obwohl auch Fink den Adler-Transfer einplant, wollte er sich heute noch nicht äußern. „Ich weiß, dass er ein sehr guter Torwart ist, die Nummer zwei in der Nationalelf war. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Das mache ich, wenn der Spieler tatsächlich zu uns wechseln sollte.“

Voraussichtlich sollte auch das schnell gehen können, da der Medizincheck Adlers für Mittwoch angesetzt wurde.

Eine Rückkehr ins Mannschaftstraining feierte heute Gökhan Töre. Gut sechs Wochen nach seiner Knie-Operation absolvierte er den Waldlauf mit der Mannschaft und soll auch am Dienstag und für den Rest der Woche mit der Mannschaft trainieren. Allerdings noch ein wenig eingeschränkt. „Gökhan werde ich immer wieder mal rausnehmen, wir bauen ihn behutsam auf. Er ist halt ein sensibles, wertvolles Rennpferd“, scherzte Fink, der sich immer mehr über die Auftritte seiner jungen Talente freuen darf. Nach Töre, Rajkovic, Sala, Lam, mit Abstrichen Mancienne und zuletzt Tolgay Arslan hat er gleich sechs junge Akteure am Start. Dazu gesellen sich noch der etwas bundesligaerfahrenere Heung Min Son und ab Sommer Maximilian Beister. Da ist sich Fink sicher: „Der Junge spielt ab Sommer bei uns, basta. Wie ich das verstanden habe, ziehen sich die Verhandlungen auch nicht, sondern die Verlängerung ist nur noch Formsache.“ Bis 2016 soll der an Düsseldorf verliehene Offensivmann unterschreiben – und das möglichst bald.

In diesem Sinne, der HSV geht seinen Weg unbeirrt weiter. Hin zu jungen Spielern. Und das macht er immer besser, wie ich finde.

Bis morgen!
Scholle

Und zum Schluss noch ein paar ausgewählte Beiträge von Euch, die sehr lesenwert sind. Viel Spaß all denjenigen, die sie noch nicht kennen.

Von Erhard Werthwein:

Hallo Dieter,
bin seit 55 Jahren HSVer. (Jahrgang 1946). Ich wurde durch ein Heftchen zum HSVer. Mein Bruder bekam diese Heftchen(so eine Art Stadionzeitung) und ich las diese. Die waren so faszinierend geschrieben, dass man nicht mehr davon los kam bis zum letzten Buchstaben. Habe mal bei einer Museumsführung danach gefragt, aber leider wusste man nichts davon.
Da war ein Artikel über ³Uns Uwe¹s² Vater Erwin zu lesen, wie er mit gebrochenem Fuß das Spiel zu Ende spielte. Vielleicht weiß Uwe oder die „Alte Garde“ noch von diesen Heften.
Auch das wäre interessant für’s Museum. Vielleicht auch Horst N. vom heutigen Blog. Vielleicht hat noch jemand so ‘nen alten Schinken auf’m Dachboden.
Wäre schön, wenn ich mal im Museum drin stöbern könnte. Ich kann leider nicht zu jedem Heimspiel in HH sein, wohne zwischen Stuttgart und Karlsruhe und sehe daher nur 1-2 Heimspiele p. Saison. Wie jetzt zum Spiel gegen meine Landsleute werde ich live dabei sein. Möchte mich für deine fachlich korrekte Blogs ganz herzlich bedanken. Man merkt ganz einfach, dass du schon aktiver Fußballer warst, das Spiel als
aktiver und nicht nur als „Fan und normaler Zuschauer“ das Spiel anschaust.

Von „altona“:

Dieter: Ich begrüße ganz außerordentlich, in welchem Stil hier im Blogüber Jaro und Drobny von Dir (und Scholle) berichtet wird. Seien wir doch ehrlich. Bei Jaro, Drobny und auch Petric stehen die Zeichen auf
Trennung. Wenn wir dafür Granit Xhaka (bitte Herr Kühne, schauen Sie sich doch noch einmal einige Basel-DVDs an, die Scouting-Abteilung ist sicher behilflich) , Rene Adler und Maxi Beister (zurück-) bekommen, kann ich gut damit leben. Allerdings haben Drobny und Jaro fast immer ihre Leistung gebracht, Petric einige wichtige, entscheidende Tore gemacht. Deswegen finde ich es super,wenn diese Spieler (sollten sie denn den Verein tatsächlich verlassen), bis dahin mit Anstand behandelt werden. Wir wollen ja nicht werden wie die Plastik-Clubs aus Leverkusen und Hoffenheim. Gott bewahre. Die Insider-Informationen über den sich anbahnenden Adler-Transfer sollen jaaus Leverkusen gekommen sein? Was machen denn einige Aufsichtsräte in Leverkusen? Gab es dort eine Werksbesichtigung mit anschließendem Champagner-Abend ?

Von slobocop:

troche, pit, torun, ben-hatira, elia kriegen auch in ihren neuen vereinen
nichts bis gar nichts gebacken, seitdem man sie abgegeben hat. dazu kommen die ausgemusterten alten herren ruud, joris, rost und zé, bei denen der lack nun endgültig ab ist. frank arnesen hat also alles richtig gemacht. wenn man diesen weg im sommer konsequent weiterverfolgt, muss man sich auch von petric, jansen, aogo, kacar, berg und tesche trennen. auch bei diesen spielern wartet man seit jahren darauf, dass endlich mal der knoten platzt. da dies aber faktisch unter diversen trainern nicht passiert ist, kann es wohl nur an den spielern selber liegen. sie sind halt einfach nur mittelmaß, auch wenn sie in unzähligen interviews immer wieder das gegenteil suggerieren wollen. mit jarolim und der ankündigung petric nicht mehr kohle zahlen zu wollen, hat man schon die ersten signale gesetzt. dazu die wahrscheinliche modernisierung auf der torwartposition. jetzt nur nicht nachlassen und den eingeschlagenen weg konsequent zu ende gehen. arslan, bruma, sala, diekmeier, son, lam, besic, töre, mancienne, skjelbred, rajkovic, rincon, ilicevic, beister, dazu adler, guerrero und westermann (wenn er seine klöpse endlich abstellt, er kann es ja) als erfahrene hört sich doch gar nicht mal schlecht an. es fehlen ein guter lv, ein spielstarker sechser (besser wären zwei) und ein laufstarker und schneller stürmer. mit den gehaltseinsparungen und kühne als sponsor sollte das ohne weiteres möglich sein. den rest macht dann thorsten fink. mit brauchbarem spielermaterial kann der mann garantiert einiges ausrichten.

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