Tagesarchiv für den 16. Oktober 2011

2:1-Erfolg in Freiburg – Drobny, Son und Ilicevic sichern den zweiten Saisonsieg ***Korrigiert: Fink gelandet***

16. Oktober 2011

2:1 in Freiburg gewonnen – endlich mal wieder ein Dreier. Nach Stuttgart der zweite in dieser Saison, und ein immens wichtiger. Denn so konnte der HSV in einem wechselhaften Spiel am Ende dennoch nicht unverdient zum SC Freiburg punktetechnisch (beide sieben Zähler) aufschließen.

Und es ging auch gleich gut los. Mladen Petric legt sehenswert mit der Hacke weiter auf Heung Min Son, der aus 18 Metern knapp drüber zielte. Ein Blitzstart – aber jetzt kam Freiburg. In der zehnten Minute hatte Freiburgs Schuster aus 20 Metern per Freistoß die Chance zur Führung – scheiterte aber an Jaroslav Drobny, der mit einer starken Parade zur Ecke klärte. Diese landete auf dem Kopf des torgefährlichsten Freiburgers, Cissé. Allerdings konnte der Top-Torjäger mit seinem harmlosen Kopfball den besten Hamburger am heutigen Tag, Jaroslav Drobny, nicht gefährden.

Im Gegenteil, jetzt war wieder der HSV dran. Mladen Petric nahm sich bei seinem Freistoß aus knapp 30 Metern ein herz und zog direkt aufs Topr der Gastgeber, Dort stand Keeper Baumann – und konnte nur hinterhersehen, wie der scharfe Freistoß des HSV-Kroaten an der Latte landete und anschließend zur Ecke geklärt wurde. Diese trat wie schon am Freitag im Training Gökhan Töre. Allerdings schärfer und gefährlicher als am Freitag. Sehr zur Freude Jeffrey Brumas, der gefährlich aufs Tor köpfte. Dort konnte SC-Torwart Baumann den Ball nur kurz abgewehren – eine Chance, die sich Son nicht nehmen ließ. Der Südkoreaner befördete den Nach„schuss“ per Kopf zum 1:0. Die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung in der 12. Minute.

Allerdings kamen jetzt nur noch die Freiburger zu gefährlichen Aktionen. Immer wieder mit Cissé, der in der 22. Minute knapp an Drobny scheitert und in der 31. Minute per volley knapp verzieht. Die größte Freiburg-Chance vergab in der ersten Hälfte allerdings Makiadi, der aus sieben Metern frei mit dem Kopf zum Abschluss kam, diesen aber direkt auf Drobny zielt.

Halbzeit.

Zeit zum Durchatmen blieb allerdings kaum, denn die zweite Halbzeit war gerade etwas mehr als 60 Sekunden alt, da wars geschehen. Cissé nutzte den Kollektivschlaf der HSV-Abwehr, die eine flache Hereingabe nach dem Motto „Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher“ passieren ließ. Als letzter in dieser Fhelerkette pennte Rajkovic und Freiburgs Tormaschine (bereits der 7. Saisontreffer) netzte freistehend ein. Der erste Fehler des bis dahin ordentlich spielenden Rajkovic. Aber leider einer, der ihn anschließend partiell verunsichert zu haben schien.

Auch deshalb kam es, dass die Freiburger vermehrt Chancen bekamen. Einen vertändelten Konter von Heung Min Son (58.) außen vor gelassen, gab es nur noch für die Breisgauer Chancen zu notieren. In der 56. Minute scheiterte Cissé im Nachschuss, in der 64. Minute zirkelt Abdessadki aus 17 Metern nur sehr knapp rechts drüber, ehe Makiadi eine Minute später aus 13 Metern freistehend im Sechzehner den Pass in die Mitte einem eigentlich logischen Abschluss vorzog – und Bruma rettete. Gefährliche Aktionen, die ohne Folgen blieben. Deutlich effektiver war dagegen – zum Glück – der HSV. Der gerade erst eingewechselte Ivo Ilicevic setzt sich über links durch, passt zum Sechzehner auf Töre, der wieder auf den durchstartenden Debütanten – das 2:1.

Es war ein komisches Spiel. Der HSV kombinierte nur phasenweise gut, verteidigte nur phasenwiese gut, offenbarte hinten zuletzt ungewohnte Unsicherheiten und führte dennoch. Weil dieser HSV bei Rückschlägen nicht auseinanderfiel wie noch zu Saisonbeginn. Und er gewann, weil er mutig blieb, auf seine Chance lauerte – in meinen Augen durchaus verdient.

Natürlich auch, weil Cissé in der 80. Minute das Gastgeschenk Brumas nicht zu nutzen wusste. Der HSV-Verteidiger hatte unbedrängt im eigenen Strafraum den Ball an Freiburgs Reisinger verloren und zog an dessen Trikot. Der SC-Profi nahm das Geschenk an, sank wie erschossen zu Boden und der gute Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Elfer. Ein „Kann-muss-aber-nicht-Elfer“ würde ich behaupten. Aber am Ende war auch das egal, denn Cissé verzog rechts drüber.

Es blieb am Ende beim 2:1 für den HSV, der nach den etwas überraschenden Siegen von Lautern und Augsburg gestern zwar nicht vom Tabellenende abrücken, dafür aber punktetechnisch wieder zu Lautern und eben Freiburg aufschloss – und ganz nebenbei HSV-Sport- und Teamchef in Personalunion Frank Arnesen somit zum erfolgreichsten HSV-Trainer aller Zeiten machte.

Besondere Erwähnung verdiente sich dabei ausgerechnet der, der in den letzten Wochen (auch zurecht) am meisten auf die Augen bekommen hatte: Jaroslav Drobny. Der Tscheche rettet mehrfach, zeigte beim Herauslaufen keine Schwäche und wirkte sicher. „Ein ganz starker Auftritt von ihm. Das freut mich besonders“, lobte Vorstandsboss Carl Jarchow und bekam Unterstützung von Ilicevic: „Kompliment an die Mannschaft, die heute riesig gefightet hat. Und auch wenn es sicher nicht das beste Spiel von uns war, muss ich einen Spieler herausheben: unseren Torwart. Was Jaroslav Drobny hinten rausgeholt hat, war überragend. Selbst Arnesen, der nach sechs Siegen als Cheftrainer für PSV Eindhoven somit seinen siebten Sieg im siebten Cheftrainerspiel einfuhr, war zufrieden: „Jaro hatte zuletzt Selbstvertrauen verloren und heute wieder ein Stück zurückgewonnen. Er war sehr sicher, was gut für uns war.“ Der Ein-Spiel-Chef war zufrieden: „20 Minuten waren wir gut, haben uns dann zu weit zurückdrängen lassen und nach der Halbzeit das 1:1 kassiert. Aber insgesamt war es ein sehr gutes Spiel.“

Eines mit drei Punkten, die den neuen Chef Thorsten Fink in seiner Heimat in Basel vor dem TV zufriedengestellt haben dürfen. Denn so beginnt der 43-Jährige, der um 20.35 Uhr in Hamburg gelandet und anschließend ins Hotel Elysee gefahren ist, ab Montag mit sieben Punkten auf dem Konto und zwei nicht zu unterschätzende aber dennoch machbaren Heimspielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern vor der Brust sein neues Amt. Und er wird – da lege ich mich fest, nach diesen zwei Wochen den HSV vom Tabellenende in den Nichtabstiegsbereich geführt haben.

In diesem Sinne, morgen treffen wir Fink im Stadion und ich werde Euch ausführlich davon berichten.

Euch allen einen weiterhin erfreulichen, erfolgreichen und schönen Rest-Sonntag.

Scholle (17.43 Uhr)

Das Stenogramm:

SC Feiburg: Baumann – Hinkel (82.Nicu), Barth, Krmas, Bastians – Flum, Schuster – Putsila (74.Reisinger), Makiadi, Abdessadki (76.Dembele) – Cissé.
HSV: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Kacar, Tesche – Lam (66.Ilicevic), Töre – Petric, Son (87.Jansen).
Tore: 0:1 Son (12.), 1:1 Cissé (47.), 1:2 Ilicevic (74.). – Zuschauer: 23000. – Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach). – Gelbe Karten: Schuster (24.) / Kacar (21.), Petric (45.), Drobny (90.).