Tagesarchiv für den 29. September 2011

Drei Punkte für Hermann Rieger

29. September 2011

Der kleine Lam lahmt. So ein Pech. Den Shootingstar des HSV zwickt es an der Leiste. Und er kann deshalb nicht trainieren. Aber, so Trainer Rodolfo Cardoso, es sind ja noch zwei Tage bin, bis zum Schalke-Spiel. Und diese Zeit soll genutzt werden, um den jungen Mann doch noch auf die Beine stellen zu können. Denn eines ließ Cardoso erneut durchblicken: Er würde schon gerne mit jener Formation beginnen, die auch in Stuttgart beim Anstoß auf dem Rasen stand. Würde ja auch Sinn machen, denn je besser sich eine Mannschaft einspielt und versteht, umso größer ist die Chance, dass sich Erfolge einstellen.

Heute wurde im Volkspark nur „auf lau“ trainiert. Fußballtennis. Weil, so der Coach, „die Woche hart“ war. Für die Spieler. Cardoso wollte ein wenig Tempo herausnehmen, damit seine Jungs am Sonntag von 17.30 Uhr an so richtig schön Gas geben können.

Es ist ja Hermanns Geburtstag. Der Kult-Masseur wird 70 – und der HSV will ihn zu diesem großen Tag einen Dreier schenken. Hoffentlich klappt das Vorhaben. „Die Euphorie in der Mannschaft ist groß, wir haben gut trainiert. Und es sind fast alle an Bord. Marcell Jansen ist nach seiner Erkältung wieder dabei, Gojko Kacar war trotz des ausgekugelten Fingers dabei – Cardoso kann in diesem Spiel aus dem Vollen schöpfen.

Die Frage, ob er mit zwei Spitzen spielen lassen wird, ließ Rodolfo Cardoso noch offen. Er ließ in dieser Woche auch mit dem Duo Mladen Petric/Paolo Guerrero stürmen, aber wenn die Stuttgart-Elf fit werden sollte, wird Guerrero wohl zunächst wieder nur auf der Bank sitzen. Ob Rodolfo Cardoso auch nach dem Spiel noch auf der Trainerbank des HSV sitzen wird, ist weiter offen – wahrscheinlich ist es so, dass Schalke sein vorerst letztes Spiel bei den Profis sein wird. So fordern es die DFL-Statuten. Und da wird es wohl keine Ausnahme geben. Auch für den HSV nicht, auch für Rodolfo Cardoso nicht.

Ich weigere mich zurzeit, neue Namen zu spielen, ich will mich überraschen lassen. In meinen Augen bringt es überhaupt nichts, wild mit irgendwelchen Namen zu spekulieren, denn ich denke, dass der neue HSV-Coach bislang noch überhaupt nicht gehandelt wurde. Von niemandem hier – und überall. Aber das ist nur meine ganz persönliche Annahme.

Ich drücke nur Cardoso die Daumen, dass er am Sonntag ebenso Erfolg haben wird, wie zuletzt im Ländle. Dass er der Mannschaft gut getan hat, das sagt auch Heiko Westermann. Der Kapitän heute: „Man merkt schon, dass es ganz anders zur Sache ging in dieser Woche, wir haben wieder mehr Selbstvertrauen getankt, sind ein bisschen lockerer geworden. Und die Lockerheit müssen wir am Sonntag auch mit ins Spiel nehmen. Wir spielen zu Hause, müssen Spielfreude ausstrahlen, müssen uns zeigen, dass jeder den Ball haben will – und dann werden wir dieses Spiel positiv gestalten.“

Dass Schalke für den Tabellenletzten ein harter Brocken werden wird, dass steht auch für Westermann fest. Der Rechtsverteidiger gibt aber die Marschroute vor: „Wir müssen nicht zu sehr auf Schalke blicken, wir müssen unser Spiel durchziehen.“ Genau das gibt Cardoso vor. Er gab es schon in Stuttgart vor. Nicht zu sehr auf den Gegner schauen, mehr die eigenen Linie durchziehen. Auch das hat sich bei diesem HSV unter Cardoso geändert – vielleicht ist das sogar die wichtigste Änderung überhaupt. Dass der HSV wieder mehr an die eigene Stärken glaubt, statt vor zu großer Ehrfurcht vor dem Gegner zu erstarren. Wenn wir uns erinnern: So war es am Anfang der Saison, als der HSV sich immer als krasser Außenseiter bei den Spielen in Dortmund und in München bezeichnete. Es gab damals Spieler, die mir sagten: „Dann sollten wir die Punkte dort mit er Post hin schicken, denn wenn wir ohnehin chancenlos sind, dann macht doch ein Spiel gar keinen Sinn . . .“ Und so sah es dann ja auch aus.

So, ich mache heute einmal eher Schluss mit meinem Bericht, weil ich gleich etwas ganz Großes, für mich auch Einmaliges vorhabe. Ich darf und werde eine Laudatio auf Ernst Happel halten, dessen Füße heute am Uwe-Seeler-Fuß enthüllt werden. Geehrt werden heute auch Dr. Wolfgang Klein, Dr. Peter Krohn, Kevin Keegan, Ditmar Jakobs und Uli Stein.

Am Abend werde ich mich dann erneut melden, dann sicher auch mit Stimmen von dieser Veranstaltung.

Zunächst einmal aber möchte ich mich bei allen jenen Usern bedanken, die mir Glückwünsche zu meinem Geburtstag übermittelt haben – „Aufkleber-Uwe“ war heute wohl der letzte Gratulant – vielen, vielen Dank dafür. Das war super und überwältigend. Eine neue Erfahrung war es für mich, das muss ich schnell noch loswerden, dass sogar User gratulierten, die mir vorher ordentlich zugesetzt haben. Trotz aller persönlichen Anfeindungen dann noch Glückwünsche – das ist eine ganz neue Erfahrung. Für mich jedenfalls.

Nun aber ist Ende – vorerst. Am Abend, es könnte allerdings später werden (das sage ich gleich!), melde ich mich dann noch auf jeden Fall. Bis dann also.

14.11 Uhr