Tagesarchiv für den 3. September 2011

2:2 – zwei Torwartfehler in Luzern

3. September 2011

Der erste „Auswärtspunkt“ ist da. Beim Tabellenführer der Schweiz, dem FC Luzern, gab es für den HSV ein 2:2. Vor 17 000 Zuschauern führte der HSV bei Dauerregen mit 2:1 zur Pause, kam aber doch nicht zu einem erhofften Sieg, der Mut für das nächste Bundesliga-Spiel gemacht hätte. Dieses Unentschieden wird für die Auswärts-Partie in Bremen kein Selbstvertrauen bringen, denn die Leistungen beider Mannschaften passten sich den schwierigen Witterungsbedingungen an. Es war mies. Und eher niveauarm.

Der HSV trat in der Schweiz mit Mickel; Mancienne, Westermann, Sternberg, Aogo; Jarolim, Tesche; Skjelbred, Jansen; Petric und Berg an. In der 30. Minute musste der Norweger Skjelbred mit einer Fußverletzung vom Platz, für ihn kam Kacar, der sich fortan auf der rechten Seite abmühte, dort aber keinerlei Impulse geben konnte.

Luzern ging in der elften Minute durch einen 20-Meter-Schuss von Renggli in Führung, Tom Mickel im HSV-Tor hätte die Kugel unbedingt halten müssen, ließ ihn aber durch seine Hände ins Netz rutschen. Schon wieder sorgte ein Torwartfehler für einen Gegentreffer.

Bis zur 27. Minute war der HSV chancenlos, bestimmte Luzern das Geschehen. Dann aber spritzte Mladen Petric in einen Fehlpass von Sally, lief allein auf das Luzerner Tor zu und traf mit einem sehenswerten Heber. Zehn Minuten später traf erneut Petric, der eindeutig der beste Hambruger an diesem Abend war. Petric zog aus 18 Metern und halblinker Position ab, und der Ball sauste knallhart in das linke Toreck – ein „Tor des Monats“ und das Highlight der ersten Halbzeit. In der der HSV erneut Abwehrschwächen zeigte, und in der über rechts kaum etwas nach vorne ging (Skjelbred, Mancienne, Kacar), und in der über links nur ganz selten offensiv etwas gelang (Jansen).

Im zweiten Durchgang gab es zwei weitere Wechsel beim HSV. Castelen kam für Petric (56.), und Lam (aus der Zweiten) für Berg. Mit der Herausnahme von Petric war auch zugleich der Zahn der Hamburger Offensive gezogen worden, es gab lediglich noch eine Tormöglichkeit. Die hatte Kacar in der 79. Minute, als der Serbe nur das Außennetz traf.

Zu diesem Zeitpunkt hieß es bereits 2:2. Der Ausgleich war in der 77. Minute gefallen, wieder nach einem Mickel-Fehler, der einen Schuss von Malbasic abprallen ließ, sodass Neziraj abstauben konnte – der Endstand in Luzern.

Beim HSV fehlte Guerrero, der wegen muskulärer Probleme passen musste. Überraschend war Neuzugang Ilicevic mit in der Schweiz. Er konnte zwar nicht spielen (leicht verletzt, zudem gesperrt), aber er hatte die Reise mitgemacht, um seine neuen Kollegen kennen zu lernen.

Insgesamt eine langweilige Partie, bei der auf den Rängen kaum einmal Stimmung aufkam. Der HSV wird in dieser Woche noch viel, viel im Training tun müssen, um für das Werder-Spiel gut gerüstet zu sein. Luzern jedenfalls machte keinem Hamburger (300 Fans waren mitgereist) Mut auf einen Auswärtssieg in Bremen . . .

22.23 Uhr

Ergänzung um 22.50 Uhr: Dieses 2:2 machte wenig Mut auf einen erfolgreichen Abstecher in Bremen, aber nur bei den Beobachtern. Vom HSV wurde dieses Unentschieden anders gewertet. Mladen Petric sagte zum Beispiel: “Wir haben mit diesem 2:2 und in der vergangenen Woche Selbstvertrauen für das Werder-Spiel getankt.” Und Trainer Michael Oenning befand: “Ich bin mit unserem Spiel zufrieden gewesen.”

Ich danke dem Kollegen Kai Schiller, der für das Abendblatt in Luzern war.

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