Tagesarchiv für den 26. August 2011

Egal wie, der erste Dreier muss her!! ***Arsenal will Elia**

26. August 2011

****Eljrro Elia soll in den nächsten Tagen ein Angebot vom FC Arsenal London erhalten. Der Champions-League-Teilnehmer hatte in den letzten Wochen durch Verkäufe seiner Stammkräfte auf sich aufmerksam gemacht. Beim HSV ist bislang allerdings noch kein offizielles Angebot eingegangen. Es wird aber damit gerechnet*****

Heiß war es. Ohne Klimaanlage bei mehr als 30 Grad Außentemperatur im fünften Stock, da staunte selbst Dennis Diekmeier nicht schlecht. Allerdings, und das war dann auch der schnell gefundene Übergang, es soll ja auch heißhergehen. Oder besser: es muss endlich heißhergehen, wenn am morgigen Sonnabend der 1. FC Köln in Hamburg zu Gast ist. „Da gibt’s keine Ausreden, da muss von Beginn an gepowert werden“, sagt der Rechtsverteidiger. Es soll quasi der Saisonstart für den HSV erfolgen. Und für Diekmeier, für den es ein Déja vu sein dürfte, schließlich feierte er vor einem Dreivierteljahr ausgerechnet gegen den FC sein Comeback. Übrigens: Auch damals hatte der HSV direkt zuvor eine herbe Klatsche in München kassiert. Wie hoch, weiß ich nicht mehr.

Ich erwähne es zumindest bewusst nicht, weil ich es heute so halten will wie die Mannschaft. „Wir schauen nicht mehr zurück“, so Diekmeier, „weil wir wissen, dass wir es können. Wir haben in der Vorbereitung gezeigt, dass wir gut sind.“ Nein, das Spiel gegen Köln ist sehr wichtig, „auch wenn Diekmeier nicht von einem Endspielcharakter wissen will. Dennoch weiß auch Diekmeier, dass ein Sieg wichtiger denn je ist. Zum einen, um nicht zu früh hinterherzulaufen, zum anderen auch, um die kommenden zwei Wochen Länderspielpause auch mal wieder mit erfreulichen Themen begehen zu können und nicht weiter darüber diskutieren zu müssen, was alles nicht funktioniert. Geschweige denn eine Trainerdiskussion zu führen.

Von der will im Übrigen auch Oennings Musterschüler nichts wissen. Oder besser: Diekmeier blendet sie aus. „Weil sie mich auch nicht interessieren. Wir wissen alle, dass Michael Oenning ein guter Trainer ist. Und jetzt müssen wir als Mannschaft das zeigen.“ Mit einem Sieg gegen Köln. „Klar. Alle müssen wollen, auf dem Platz, auf der Bank – einfach alle. Und wir müssen gleich mit Volldampf ins Spiel kommen“, so Diekmeier, der dabei immer wieder die Hände zu Fäusten ballt, „wir müssen einfach viel, viel aggressiver sein als zuletzt.“

Klingt gut – muss allerdings auch endlich umgesetzt werden. Einer, der dabei helfen soll, ist Slobodan Rajkovic, der unmittelbar nach seiner Verpflichtung am Mittwoch nach drei Trainingseinheiten schon gegen Köln in der Startelf stehen wird. Neben Heiko Westermann in der Innenverteidigung und Diekmeier rechts. Links soll sich Dennis Aogo mit guten Leistungen wieder für die Nationalelf empfehlen will, aus der ihn Bundestrainer Jogi Löw gerade strich. Womit ich ’nen kurzen Abstecher wage: Vor einiger Zeit wurde Kevin Kuranyi ausgeschlossen, weil er das Stadion frühzeitig verlassen hatte. Eine Maßnahme, die ich damals hart aber absolut vertretbar fand. Bis heute. Oder besser, bis zu Philipp Lahms Buch und der Entscheidung, ihn nicht nur weiter als Nationalspieler dabei zu haben – als Kapitän zudem. Welches Maß legt dieser DFB bitte an?

Aber egal, das nur am Rande. Entscheidend für unser Wohlbefinden ist der Weltklasse-Außenverteidiger sicher nicht, das obliegt eher dem HSV. Und der begann heute 40 Minuten später mit dem Abschlusstraining. Im Stadion. Und , weil die Frage hier vermehrt danach gestellt wurde, zum ersten Mal in dieser Woche mit einem Abschlussspiel über den ganzen Platz. Dachten wir. Allerdings wurden lediglich Spieleröffnungen geübt. Mit vielen Unterbrechungen und Ansagen Oennings. Dabei agierte die oben bereits erwähnte Viererkette in der vermeintlichen A-Elf. Die hatte zudem Jarolim und etwas überraschen – auch wenn er es gestern schon so spielen ließ – Robert Tesche defensiv im Mittelfeld, Son auf rechts, Skjelbred zentral und Jansen links, während Petric als einzige Spitze agierte. Vier Änderungen gegenüber dem Bayern-Spiel, und die fünfte unterschiedliche Startaufstellung im fünften Spiel.

Rincon raus, Elia raus, Bruma und Töre raus – dazu Guerrero nicht dabei – das Gute an dieser Auflistung: Oenning hat so für alle Bereiche echte Verstärkungen auf der Bank. Und die wird er brauchen, sollte der HSV wie heute und in den letzten Tagen im Training bereits angedeutet, ein sehr laufintensives Pressing spielen wollen, das er auch heute üben ließ. Das und Standards. Wobei mit Guerrero und Kacar bei der B-Elf (nach Ecken von Castelen und Töre) sowie nach dem Seitenwechsel Westermann für die A-Elf (nach Ecke Jarolim) trafen. Die anschließenden Freistöße aus halblinker Position trat Aogo. Und von halbrechts – auch. Ohne, dass dabei Tore fielen.

„Wir haben im Training sehr viel Selbstvertrauen tanken können“, erzählte uns Diekmeier heute. auch Skjelbred sieht Fortschritte. Bei sich. „Ich bin jetzt zweieinhalb Wochen hier und habe meine Kollegen alle kennenlernen können. Es ist wichtig, dass man sich zu 100 Prozent auf dem Platz versteht“, so der Norweger vor dem Duell gegen seinen Landsmann Stale Solbakken, den er früher zunächst als Gegenspieler, dann als gegnerischen Trainer miterlebte. „Solbakken ist in Norwegen einer der größten Trainer des Landes.“ Aber all das sei unwichtig, so Skjelbred, „denn wir müssen zusehen, dass wir usnere Trainingsleistungen auf den Platz bringen.“

Mit Mladen Petric, der in Hamburg ein ähnlich hohes Ansehen genießt wie Solbakken in Norwegen. Sagt zumindest Diekmeier. „Über Mladens Wichtigkeit brauchen wir ja wohl nicht zu reden“, so der Rechtsverteidiger, „schon mal gar nicht in Hamburg.“ Auch nicht in Köln. Denn der FC durfte im März in der Imtech-Atena gleich drei Gegentreffer des Kroaten bestaunen. „Er ist sehr wichtig für die Mannschaft,“, ergänt Skjelbred, „jede Mannschaft braucht einen echten Goalgetter.“ Auch deshalb wird Petric auch diesmal von Beginn an spielen, wissend, dass er mit Guerrero und Berg zwei Spieler im Nacken hat, die die vielleicht Besten in dieser Trainingswoche waren.

Nach 40 Minuten Training war heute übrigens Schluss. „Fünf Minuten frei“, rief Oenning, der sich zuvor schon Westermann und Bruma und anschließend Jarolim zum Sechs- bzw. Vier-Augengespräch bat und zusammen mit der Mannschaft um 17.34 Uhr den Platz verließ. Und das mit dem besten Vorhaben gegen Köln. Und wie heißt es so schön, „manchmal ist weniger eben mehr“. Auch hier im Blog.

In diesem Sinne, bis zum ersten Dreier der Saison – wollte ich eigentlich so schreiben. Aber stattdessen tippe ich heute mal auf ein 0:1. Und bevor hier wieder meine Freunde anfangen, mich zu beschimpfen: ich mache das nur, weil ich in den drei bisherigen Spielen immer auf Sieg getippt habe und damit falsch lag. Vielleicht bringt so ein Tipp ja Glück. Einen Versuch ist es allemal wert.

Bis morgen!

Scholle
(18.07 Uhr)


So könnten sie spielen:
Drobny – Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo – Jarolim, Tesche – Son, Skjelbred, Jansen – Petric.
Zudem im Kader: Mickel, Bruma, Rincon, Kacar, Töre, Elia, Berg, Guerrero.

Und während aus dem vorläufig 19 Mann umfassenden Aufgebot bis zum Spiel noch einer gestrichen werden muss, ist Romeo Castelen überraschenderweise gar nicht erst im Kader.