6. August 2011
Danke.
Danke.
Danke.
Vielen Dank für alles. Die erste Gratulantin war heute „Rautenschälchen“. Um 1:52 Uhr gratulierte sie – gemeinsam mit unserer „Eva“ aus Dortmund zum zweijährigen Geburtstag von „Matz ab“. Ja, heute vor zwei Jahren erschien hier an dieser Stelle „Matz ab“ zum ersten Mal. Es gibt inzwischen – an diesem Tage – viele Glückwünsche, ich bedanke mich jetzt und hier dafür – Ihr seid wirklich allererste Sahne, einfach nur klasse. Vielen, vielen Dank. Frau M. hat den Tag natürlich auch nicht vergessen, sie gratulierte am Frühstückstisch und bemerkte fast nebenbei: „Erst zwei Jahre, mir kommt das schon wesentlich länger vor . . .“ Mir auch. Habe ich ihr auch gesagt. Das waren zwei intensive Jahre, ganz intensive Jahre, die mir viel Spaß gebracht haben, aber, das möchte ich dabei nicht verschweigen, auch einigen Ärger. Davon aber will ich heute nichts schreiben, vieles von dem habe ich seit Beginn des Jahres 2011 abgelegt, abgehakt, verdrängt und vergessen. Ich habe viel gelernt in diesen zwei Jahren, zum Beispiel, dass ich es nicht allen recht machen kann. Ich bin offener für die Sorgen anderer geworden, und ich bin, so glaube ich, auch demütiger geworden.
„Ich nehme nur Liebeserklärungen persönlich.“ Hat einst die Therapeutin Ute Lauterbach gesagt. Irgendwo, irgendwie, irgendwann. Ich kenne diese Dame nicht, dieser Spruch steht heute auf dem Springer-Kalender vom Abendblatt – und ich fand ihn passend zu Tage.
Danke – ich kann mich nur wiederholen. Ich habe durch Euch sehr viele schöne Zeiten erlebt, vor allem aber sehr viele nette und menschliche Menschen. Ja, menschliche Menschen. Das schreibe ich bewusst. Leute, die ihr Herz auf dem rechten Fleck haben, die einen Blick für die Umgebung neben sich haben, die freundlich sind, die nachsichtig, fair, tolerant (!) und herzlich sind. Die wie Freunde sind, echte Freunde. Davon gibt es inzwischen sehr, sehr viele Menschen – und die sind mir längst ans Herz gewachsen. Wenn ich so ans Trainingslager denke, oder an das tägliche Training im Volkspark – so viele Menschen bedanken sich für diesen Blog, geben mir die Hand und freuen sich über diese HSV-Nähe. Leute, die mir persönlich unbekannt sind, die sich trotz allem nicht scheuen, ihre Gefühle zu offenbaren. Auch dafür ein herzliches Dankeschön von mir.
Als wir am 6. August 2009 starteten, da hatten wir nicht einmal zehn Beiträge. Der erste war Florian Hebbel um 6:21 Uhr. Der allererste Beitrag kam von meinem ehemaligen Mitspieler (1. SC Norderstedt) Uli Lutkus unter „Autor“. Christian Pletz und ich, wir waren in den Anfangswochen froh, wenn die Beiträge langsam stiegen. Wir freuten uns über die ersten 20, die ersten 50, die ersten 100 – und es ging immer weiter nach oben. Unglaublich. Dass dieses „Matz ab“ so in den Himmelschießen würde, hätten wir alle nie für möglich gehalten – das seid Ihr, vielen Dank dafür.
Inzwischen haben wir hier in zwei Jahren 959 Beiträge veröffentlich, und die Firma Axel Springer freut sich über den großen Erfolg. Spricht oft vom „erfolgreichsten Fußball-Blog Deutschlands“. Ich halte den Ball flach, ich freue mich, dass Ihr so unglaublich toll dabei seid – und will von Zahlen und „Einschaltquoten“ nichts wissen. Alles unwichtig. Ich freue mich, dass Ihr mitmacht, ich freue mich, dass viele von Euch inzwischen untereinander befreundet sind – das alles hatten wir uns vorher nicht erträumt. Und ich glaube, dass wir noch lange nicht am Ende sind.
Hoffentlich.
Zwei Dinge möchte ich schnell noch abhandeln: Das Gewinnspiel. Wenn ich gestern hörte, dass das Spiel Dortmund – HSV in 199 Ländern live zu sehen war, so dachte ich immer an „Matz ab“. Da kommen wohl aus 200 Ländern und mehr Einsendungen zum „Matz-ab“-Gewinnspiel, die Beteiligung an dieser Rubrik ist unfassbar – hoch! Ihr könnt es Euch ganz sicher nicht vorstellen. Auch dafür sage ich Euch ganz herzlichen Dank – ich kann nur hoffen, dass wir auch in den nächsten Jahren (!?) genügend Trikots (und Eintrittskarten) haben, um dieses Spielchen fortsetzen zu können. Wenn es am letzten Spieltag der vergangenen Saison die Rekordmarke noch einmal in die Höhe schnellte (wegen des Trikots von Frank Rost!), so ist sie jetzt aktuell, mit dem Trikot von David Jarolim noch einmal in die Höge geschnellt. Wo es in dieser Welt überall HSV-Fans gibt – klasse. Einfach nur klasse! Weltklasse.
Und dann kurz noch zu dem Thema „Beiträge“. So viele „Matz-abber“ haben mir schon gesagt, dass sie diese „Anhänge“ längst nicht mehr lesen. Ich kann es verstehen, mir geht es gelegentlich ebenso. Aber, das habe ich inzwischen gelernt, mit etwas mehr Toleranz als sonst im Alltag üblich lässt sich auch das ertragen. Ich weiß inzwischen, wovon ich spreche.
Und halte mir dabei immer ein plastisches Beispiel vor Augen – immer wieder. Ehrlich. Als ich kürzlich von der Redaktion zur U-Bahn ging, war ich gerade auf Höhe Staatsoper, als es passierte: Drei ältere, nett gekleidete Damen gingen über eine Seitenstraße gegenüber der Oper. Sie wollte in die Oper, gingen zur Ampel. Plötzlich bog ein Wagen in Richtung dieser Nebenstraße – und der Fahrer musste nicht nur bremsen, er hupte auch wie wild. Und er gestikulierte, dass diese drei Damen nun möglichst schnell vor seiner Kühlerhaube verschwinden sollten. Die Damen waren natürlich maßlos erschrocken – aber sie wurden immerhin nicht überfahren . . .
Wobei ich mich gefragt habe, wie ich das wohl gelöst hätte?
Wohl so, indem ich die Damen in aller Ruhe über die Straße hätte gehen lassen – natürlich.
Aber es muss selbstverständlich auch einen solchen „Huper“ geben. Sonst wäre eine Hupe im Auto wohl überflüssig. Was ich aber damit sagen möchte: Es gibt solche und solche Menschen. Es gibt Leute, die nachsichtig und zurückhaltend sind, und solche, die hupen. Die auf sich aufmerksam machen, die wie „Don Krawallo“ durch das Leben gehen – die nur ihr Ego pflegen.
Ich bitte nun alle jene Leute, die zur ersten Gruppe gehören, weiterhin an das Gute in jedem Menschen zu glauben. Ich weiß, ich weiß, ein frommer Wunsch, aber anlässlich des Geburtstags wollte ich den noch einmal loswerden. Ich bitte nochmals darum, tolerant zu sein, Nachsicht zu üben – denn ich habe es mittlerweile gelernt (auch wenn es ein harter Lernprozess war).
Denn eines eint uns doch ohnehin alle: die drei großen Hamburger Buchstaben: HSV. Nur darum sollte es hier in erster Linie gehen, um den HSV und um den Fußball allgemein. Ich habe den Fußball nicht erfunden, ein jeder von Euch gewiss auch nicht. Es kann also immer auch verschiedene Meinungen geben, niemand sollte stets nur auf seiner beharren.
Deshalb möchte ich nun jeden von Euch bitten, sich (mal wieder) auf die Fairness im Miteinander zu besinnen. Natürlich weiß ich, dass ich bei einigen Usern damit auf wenig Gegenliebe stoßen werde, aber ein Versuch ist es mir immer wieder mal wert. Die Saison wird hart genug, das hat Dortmund gestern bewiesen, aber keinem HSVer ist damit gedient, wenn hier alles rigoros vernichtet wird. Mit Pfiffen und Beleidigungen wird kein Mensch aufgebaut, eher wird damit das Gegenteil erreicht. Kritik ist nach wie vor nicht nur erlaubt, sie ist auch willkommen, nur persönlich sollte sie niemals werden, nicht persönlich, nicht böse, nicht hässlich, nicht diffamierend.
Es wäre schön, wenn das hier ein jeder mehr und mehr beherzigen würde – dann könnte „Matz ab“ nämlich noch in Jahrzehnten bestehen.
Vielen Dank – ich kann mich nur noch einmal wiederholen – für Eure Treue. Das ist einzigartig. Ich bin stolz auf Euch, auf „Matz ab“ – auf die nächsten Jahre.
PS: Auch diese Bitte sei mir heute einmal erlaubt: Sie geht an „Grüß Gottle Schmidt“. Ich habe noch keine einzige Mail, die mich täglich so zahlreich erreicht, gelesen, ich habe es auch nicht vor, jemals eine zu lesen – vielleicht, zum Geburtstag, kann man das ja ganz einstellen – oder ein wenig reduzieren. Wäre eine Hilfe, weil ich dann nicht immer so viel überflüssigen Ballast löschen müsste. Danke.
15.59 Uhr
Tags: HSV