Monatsarchiv für Juli 2011

4:0 – eine neues Traumpaar ist “geboren”

24. Juli 2011

Das war glatt. Bei strömendem Regen gewann der HSV am Sonntag das Testspiel beim FC Groningen in den Niederlanden mit 4:0. Ein überzeugender Auftritt der Hamburger vor allem in der Offensive, denn nach vorne wurde zügig, ideenreich und zielstrebig gespielt. Wobei sich besonders Mladen Petric, der erstmalig nach seiner Adduktoren-Operation von Beginn an zum Einsatz kam, und Heung Min Son, die jeweils ein Tor erzielen konnte, hervortaten. Petric spielte bis zur 65. Minute und zeigte deutlich auf, dass die HSV-Offensive durch ihn – natürlich – eine große Belebung erhält. Dieser Auftritt macht Mut für die neue Saison.

Der HSV begann dieses internationale Freundschaftsspiel mit folgender Aufstellung: Drobny; Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo; Tesche, Kacar; Töre, Son, Elia; Petric.

Das Spiel war von Beginn an temporeich, spannend und unterhaltsam, beide Mannschaften spielten frisch nach vorn. Unübersehbar aber war dabei, dass der HSV in der Defensive wieder die eine oder andere Schwäche offenbarte. Da taten sich Lücken auf, die in der Bundesliga ganz sicher gleich bestraft werden würden. Und es gab einige zu leicht verlorene Zweikämpfe, zudem auch einige Abspielfehler mehr als „erlaubt“. Trainer Michael Oenning dürfte einige graue Haare bekommen haben, aber gut: Es ist ja immer noch vor der Saison, an jedem Fehler kann bis zum ersten Spieltag gearbeitet werden, um ihn abzustellen . . .

Auffällig auch, dass die beiden „Abfangjäger“ vor der HSV-Viererkette, nämlich Robert Tesche und Gojko Kacar, ihre Aufgaben nicht wirklich zufriedenstellend erfüllten. Tesche spielte nicht souverän, Kacar wirkte gelegentlich wie ein tapsiger Bär – beide werden sich enorm steigern müssen, wenn sie am 5. August gegen Dortmund in der Stamm-Formation stehen wollen. Beiden fehlt noch einiges. Aber dabei stellt sich natürlich auch die Frage, was Michael Oenning mit David Jarolim vor hat? Ersatzbank? Denkpause? Oder sollte sich eher ein Kollege aus dem Team spielen? „Jaro“, so berichteten mir die Kollegen, soll wenig amüsiert durch Groningen gelaufen sein – kein Wunder, er war nicht gesetzt. Und ob sich das ändert, das weiß ganz allein der Trainer.

Zum Spiel: Der HSV ging in der 21. Minute durch ein kurioses Tor in Führung. Groningens Kappelhof hatte den Ball an den Pfosten des eigenen Tores befördert, Dennis Diekmeier stand goldrichtig und schoss den Abpraller ins Netz. Zehn Minuten hätte es auch 1:1 stehen können, denn der Schiedsrichter zeigte zur Überraschung aller Hamburger auf den Elfmeterpunkt im HSV-Strafraum. Gojko Kacar sollte Burnet gefoult haben, aber das war eher harmlos statt Strafstoß. Ausgleichende Gerechtigkeit: Jaroslav Drobny hielt den Schuss von Matavz.

Vor 10 000 Zuschauern stand es so im Duell zwischen dem Tabellenfünften (der Vorsaison) Groningen gegen den Tabellenachten (der Vorsaison) HSV 0:1.

In der zweiten Halbzeit ging dann die Post aber so richtig ab. Aus Hamburger Sicht. Nach glänzender Vorarbeite von Heung Min Son erzielte Mladen Petric das 2:0 (60.). Und keine Minute später hieß es sogar 3:0. Robert Tesche zu Son, der bediente Petric – Tor. Und ein neues Traumpaar im HSV-Sturm war „geboren“. Petric und Son. Da haben sich zwei gesucht und gefunden – das könnte tatsächlich ein tolles Duo werden. Petric nach dem Spiel: “Für mich war es ein fantastischer Einstand nach so langer Pause, ich habe viel Spaß gehabt, es war ein interessantes Spiel.”

In der 65. Minute kamen Marcell Jansen und David Jarolim für Kacar und Petric, und es gab ein Blitz-Tor. Jansen traf exakt nach elf Sekunden, er schoss nach einer Diekmeier-Ecke zum 4:0 ein. Gut für Jansen, dass er dieses Erfolgserlebnis feiern konnte, denn am Vortag, beim Turnier in Zwolle, konnte er nicht gerade überzeugen. War das nun die Wende für ihn?

Aus Hamburger Sicht hat sich dieser Ausflug nach Groningen gelohnt, denn der HSV begeisterte auch das niederländische Publikum und überzeugte vor allem durch seine Offensiv-Aktionen.

Ein kurzer Absatz noch zu einem, der in der Ferne für Furore sorgt: Paolo Guerrero. Nun schoss er drei Tore beim 4:1-Sieg Perus gegen Venezuela, es war das Spiel um Platz drei bei der Copa America. Da möchte man sagen: Na bitte, es geht doch! Fünf Treffer hat Guerrero bei dieser Meisterschaft erzielt, eine stolze Zahl. Zur Erinnerung: In der vergangenen Spielzeit absolvierte Guerrero 25 Bundesliga-Einsätze (1566 Spielminuten) für den HSV und erzielte dabei ganze vier Treffer, gab zudem vier Torvorlagen. Das war eher dürftig.
Wieso?

Kurz vor der Copa America war Guerrero noch lange und schwer verletzt, er hatte dem HSV gefehlt, niemand in Hamburg glaubte so recht daran, dass der Stürmer tatsächlich in Argentinien zum Einsatz kommen könnte – und dann diese Leistungsexplosion. Mir ist das ein Rätsel. Was läuft da falsch? Oder hat sich Paolo Guerrero nun endgültig „eingeschossen“ und spielt demnächst die Saison seines Lebens? Letzteres wäre dem HSV ja zu wünschen, obwohl es hier ja immer noch User gibt, die Guerrero am liebsten verkaufen würden . . . Vielleicht waren die fünf Tore ja die dementsprechende Eigenwerbung. Trotz der Tatsache, dass der HSV ja immer wieder betont, dass er Guerrero nicht verlaufen will. Aber es gibt überall eine Schmerzgrenze.

Zumal ja niemand etwas für Guy Demel und Mickael Tavares bietet . . .

16.29 Uhr

3:1 und 1:3 in den Niederlanden

23. Juli 2011

„Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend.“

Sagte einst Albert Einstein.

Der HSV ist noch nicht abgestiegen, der HSV spielt immer noch in Ersten Bundesliga – und ich bin immer noch guter Hoffnung. Trotz des „Schlachtfestes“. Ich will mich auch nicht groß rechtfertigen, ich will erst recht nicht zurückrudern, ich will nur sagen: Dieser HSV ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, Deutscher Meister zu werden. Richtig? Und dann möchte ich sagen, dass mir deswegen angst und bange wird, weil in der vergangenen Saison auch Klubs in Abstiegsgefahr waren, die damit niemals gerechnet hätten: Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, und, und, und. Und das könnte immerhin auch dem HSV passieren. Und das hat nichts damit zu tun, dass im Trainingslager Zillertal sehr gut gearbeitet wurde. Bundesliga ist kein Kindergeburtstag – lasst uns doch alle mal abwarten.

So, alles andere überlasse ich jedem von Euch.

Zum Turnier in den Niederlanden. Der HSV trat am Abend gegen den Viertliga-Vertreter VV Berkum mit folgender Mannschaft an:
Hesl, Götz, Labus, Sternberg, Jansen; Jarolim, Besic; Castelen, Nagy, Behrens; Ben-Hatira.
Dieses Team spielte auch gegen Zwolle, es gab keinen Wechsel.

Die erste Mannschaft des HSV hatte zuvor 90 Minuten lang im Stadion trainiert, mit von der Partie Mladen Petric, der morgen wohl gegen den FC Groningen spielen wird, und auch Robert Tesche, der zuletzt wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte.

Erfreulich: Romeo Castelen war erstmalig seit dem 20. September 2009 wieder einmal von Beginn an dabei, und der Niederländer war davon absolut begeistert. Vor dem Anpfiff schüttelte er jedem Bekannten lächelnd die Hand – es war vor nur 1200 Zuschauern (darunter 120 HSV-Fans) das Comeback des Jahres. Um es vorweg zu nehmen: Castelen spielte in den ersten 45 Minuten (so lange dauerte die Partie gegen Berkum) unauffällig.

Der HSV gewann diese Auftaktpartie, die teilweise einem Fehlpass-Festival glich, mit 3:1. Und führte dabei schon nach einer Minute und 39 Sekunden 1:0. Das Tor hatte Hanno Behrens erzielt, er nutzte die gute Vorarbeit von Marcell Jansen. Auch auf der Gegenseite klingelte es entsprechend schnell, denn nach zwei Minuten und 33 Sekunden hieß es schon 1:1. Der umjubelte Torschütze der niederländischen Amateur-Truppe war van der Meule. Er profitierte von einer Fehlerkette des HSV, an der Janek Sternberg, Robert Labus und Jansen beteiligt waren. Ohnehin machte die HSV-Defensive in diesem Kick eine denkbar schlechte Figur.

Und die Niederländer wirkten nicht nur übermotiviert, sie waren es auch. Sie gingen teilweise recht robust, überhart und auch unfair zur Sache. Höhepunkt dieser Treterei war ein böses Foul von van Egmond, der David Jarolim ganz übel von den Beinen holte. Der Tscheche musste einige Zeit behandelt werden.

Das zweite HSV-Tor erzielte Änis Ben-Hatira auf Vorarbeit von Daniel Nagy (13.), das 3:1 markierte Muhamed Besic (28.), der von Jarolim und Ben-Hatira in Co-Produktion bedient wurde.

Und nun noch das zweite Spiel:
Der irgendwie unmotiviert wirkende HSV hat gegen den FC Zwolle (Zweite Liga) mit 1:3 verloren. Das Ehrentor erzielte David Jarolim, der nach einem Foul (oder war es eine Schwalbe?) den Elfmeter zum 1:2 verwandelte (35.). Den 1:3-Endstand in diesem sehr mäßigen Spiel markierte der junge Ashton Götz (seit einer Woche 18) mit einem Eigentor.

Jarolim, so interpretiere ich das, spielte 90 Minuten in der „Reserve“, weil Sören Bertram, den eine Magen- und Darm-Grippe plagte, ausgefallen war.

Und noch etwas Erfreuliches:

Die Geburtstagskarte der „Matz-abber“ ist heute DOCH NOCH angekommen! Super. Frau M. hat sich sehr gefreut und bedankt sich ganz, ganz herzlich.

Gute Nacht!

20.18 Uhr

Erstes Spiel in Holland 3:1 gewonnen

23. Juli 2011

„Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend.“

Sagte einst Albert Einstein.

Der HSV ist noch nicht abgestiegen, der HSV spielt immer noch in Ersten Bundesliga – und ich bin immer noch guter Hoffnung. Trotz des „Schlachtfestes“. Ich will mich auch nicht groß rechtfertigen, ich will erst recht nicht zurückrudern, ich will nur sagen: Dieser HSV ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, Deutscher Meister zu werden. Richtig? Und dann möchte ich sagen, dass mir deswegen angst und bange wird, weil in der vergangenen Saison auch Klubs in Abstiegsgefahr waren, die damit niemals gerechnet hätten: Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, und, und, und. Und das könnte immerhin auch dem HSV passieren. Und das hat nichts damit zu tun, dass im Trainingslager Zillertal sehr gut gearbeitet wurde. Bundesliga ist kein Kindergeburtstag – lasst uns doch alle mal abwarten.

So, alles andere überlasse ich jedem von Euch.

Zum Turnier in den Niederlanden. Der HSV trat am Abend gegen den Viertliga-Vertreter VV Berkum mit folgender Mannschaft an:
Hesl, Götz, Labus, Sternberg, Jansen; Jarolim, Besic; Castelen, Nagy, Behrens; Ben-Hatira.

Die erste Mannschaft des HSV hatte zuvor 90 Minuten lang im Stadion trainiert, mit von der Partie Mladen Petric, der morgen wohl gegen den FC Groningen spielen wird, und auch Robert Tesche, der zuletzt wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte.

Erfreulich: Romeo Castelen war erstmalig seit dem 20. September 2009 wieder einmal von Beginn an dabei, und der Niederländer war davon absolut begeistert. Vor dem Anpfiff schüttelte er jedem Bekannten lächelnd die Hand – es war vor nur 1200 Zuschauern (darunter 120 HSV-Fans) das Comeback des Jahres. Um es vorweg zu nehmen: Castelen spielte in den ersten 45 Minuten (so lange dauerte die Partie gegen Berkum) unauffällig.

Der HSV gewann diese Auftaktpartie, die teilweise einem Fehlpass-Festival glich, mit 3:1. Und führte dabei schon nach einer Minute und 39 Sekunden 1:0. Das Tor hatte Hanno Behrens erzielt, er nutzte die gute Vorarbeit von Marcell Jansen. Auch auf der Gegenseite klingelte es entsprechend schnell, denn nach zwei Minuten und 33 Sekunden hieß es schon 1:1. Der umjubelte Torschütze der niederländischen Amateur-Truppe war van der Meule. Er profitierte von einer Fehlerkette des HSV, an der Janek Sternberg, Robert Labus und Jansen beteiligt waren. Ohnehin machte die HSV-Defensive in diesem Kick eine denkbar schlechte Figur.

Und die Niederländer wirkten nicht nur übermotiviert, sie waren es auch. Sie gingen teilweise recht robust, überhart und auch unfair zur Sache. Höhepunkt dieser Treterei war ein böses Foul von van Egmond, der David Jarolim ganz übel von den Beinen holte. Der Tscheche musste einige Zeit behandelt werden.

Das zweite HSV-Tor erzielte Änis Ben-Hatira auf Vorarbeit von Daniel Nagy (13.), das 3:1 markierte Muhamed Besic (28.), der von Jarolim und Ben-Hatira in Co-Produktion bedient wurde.

Zurzeit spielt der HSV gegen den Zweitliga-Klub FC Zwolle. Mit dem Resultat dieses Spiels melde ich mich nach dem Schlusspfiff.

19.39 Uhr

Viel Spaß bei Regen und Sturm

22. Juli 2011

Gluck, gluck, weg war er! Der HSV. Abgetaucht ganz hoch oben im Norden der Republik. Kurz vor Dänemark. Teambuilding auf der Insel Fehmarn, den Spielern wurde unter der Anleitung von der ehemaligen Surf-Weltmeisterin Andrea Höppner eine Wassersport-Olympiade angeboten. Surfen, rauf auf den Katamaran, stand up paddling, Beachvolleyball und einige Dinge mehr gab es zu bewältigen – und alle hatten ihren Spaß daran. „Ich kann sogar sagen, dass es allen einen Super-Spaß bereitet hat – trotz der schwierigen Witterungsbedingungen“, sagte HSV-Medien-Chef Jörn Wolf am Ende des Ausflugs. Und er ergänzte: „Alle haben sich wacker geschlagen, alle hatten auch viel Spaß miteinander, und es gab trotz der schwierigen Bedingungen durch Regen und Sturm nicht einen, der über diese Tour ins Nasse gemeckert oder gemosert hätte.“ Na, bravo! So soll es sein. War es in den vergangenen Jahren nicht immer, aber jetzt scheint es ja zu werden.

Morgen früh wird der HSV noch einmal um acht Uhr im Volkspark trainieren, um zehn Uhr hebt die Mannschaft dann mit OLT von Fuhlsbüttel ab, es geht nach Groningen. An diesem Sonnabend nimmt der HSV an einem Turnier in Zwolle teil, in den beiden Spielen gegen VV Berkum und den FC Zwolle werden, so erwarte ich es jedenfalls, ganz sicher die jüngeren Spieler eingesetzt werden, denn tags darauf steht die Partie beim niederländischen Erstliga-Vertreter FC Groningen auf dem Programm. Das dürfte dann der wesentlich ernsthaftere Test für den Stamm sein.

Michael Oenning wird dann noch ein weiteres Mal die Gelegenheit haben, die Spieler im Hinblick auf eine Anfangsformation in der Bundesliga (am 5. August in Dortmund! Jaha, 5. August! Mein Gott, jetzt hat er’s!) unter die Lupe zu nehmen. Noch steht die erste Elf nicht fest, noch gibt es ja auch noch einige Spieler die fehlen. Und von denen, die bislang schon ihre Visitenkarte haben abgeben können, hat sich noch keiner so weit in den Vordergrund gespielt, als dass man sagen könnte: „Der beginnt auf jeden Fall gegen Dortmund.“ Nicht einmal von Heung Min Son würde ich das zum jetzigen Zeitpunkt sagen, obwohl er auch bei mir weit, weit vorn ist. Aber noch ist ja auch ein wenig Zeit.

Und diese wenige Zeit können auch zwei gestandene Spieler noch zu ihren Gunsten nutzen: David Jarolim und Gojko Kacar. Noch läuft es mit ihnen nicht so ideal im defensiveren Mittelfeld, und das weiß auch Michael Oenning. Er macht aber nicht nur Kacar und Jarolim dafür verantwortlich, sondern alle Mittefeldspieler. Es muss (noch) mehr miteinander und auch mehr mit dem Auge für die Defensive gearbeitet werden.

Meine Meinung zu Kacar und zu Jarolim will ich aber auch nicht für mich behalten: David Jarolim begann zuletzt in beiden Spielen unheimlich „aufgekratzt“, gerade so, als wolle er jeden Gegner in Grund und Boden laufen. Er war voll motiviert, und er eroberte sowohl gegen die Bayern als auch gegen den BVB die meisten Bälle für den HSV. „Jaro“ kämpft für zwei, und er antizipiert unheimlich gut. Wie er die Pässe des Gegners scheinbar mühelos abfängt, weil er ahnt, wohin die Kugel gespielt wird, das ist schon eine echte Klasse für sich. Natürlich, bevor sich die „Jarolim-Gegner“ nun über die zu gute Kritik aufregen, füge ich hinzu: Natürlich ist mir nicht entgangen, dass „Jaro“ speziell gegen den Meister sehr, sehr viele Fehlpässe gespielt hat. Ich verbuche die unter dem Motto: „Übereifer.“

Nach wie vor, und dabei bleibe ich auch, halte ich David Jarolim für unersetzlich in dieser (neuen) HSV-Mannschaft. Weil er allen Kollegen vormachen kann, wie es ist, wenn man sich total in den Dienst der Mannschaft stellt. Und glaubt es mir, gerade die „jungen Dachse“ brauchen eine breite Brust, um sich dort anzulehnen – und „Jaro“ hat eine breite Brust – mit Waschbrettbauch. Ich denke zudem an die letzten Trainer des HSV, die allesamt vorhaten, Jarolim aus dem Team zu nehmen, aber sie alle haben früher oder später (die Kollegen sind meine Zeugen) gesagt: „Wenn er nicht spielt, dann merkt man erst, wie sehr er fehlt.“
Da können nun einige schimpfen und sonstwas heulen, ich bleibe dabei, ich kippe nicht um: David Jarolim wird auch in der kommenden Saison eine Stütze des HSV sein. Aber natürlich billige ich auch jedem HSV-Fan seine Meinung zu, mache mich auch nicht auf, ihn bekehren zu wollen.

Zu Gojko Kacar. Er hat ganz sicher noch keine gute Vorbereitung gespielt – und trainiert. Das liegt ganz sicher zu großen Teilen an seiner Verletzung. Der Serbe leidet schon seit Monaten an Kalkablagerungen im Knöchel, hat Schmerzen, beißt sich damit aber durch den Tag. Anscheinend aber wird Kacar nun doch nicht operiert (wie es im Zillertal noch angedeutet wurde), offenbar soll es auch ohne einen Eingriff weitergehen. Kacar selbst wird es wissen, ob er sich damit einen Gefallen tut.

Sein Spiel jedenfalls sieht nicht gerade souverän aus. Was vielleicht auch an der Umstellung liegen kann, denn in der vergangenen Saison spielte Gojko Kacar ja in der Innenverteidigung und war auf dieser Position die Entdeckung. Ich hätte, das gebe ich gerne zu, ihn auch lieber auf dieser Position gesehen, denn er hat dafür die nötige Aggressivität, er hat auch (eigentlich) die Ruhe, den Ball vernünftig nach vorne zu spielen, und er hat ein überragendes Kopfballspiel. Jetzt aber muss er erst seine Linie finden, wenn es darum geht, in der Defensive zu arbeiten und auch gefährliche Aktionen nach vorne zu starten. Bislang läuft er dieser Aufgabe noch hinterher. Dennoch bin ich bei ihm guter Hoffnung, dass er sich in diese Mannschaft boxen wird – egal auf welcher Position.

Und, das gebe ich zu bedenken, es gibt ja auch noch Per Ciljan Skjelbred, der Anfang August kommen wird. Der Norweger soll seine Qualitäten eher im offensiven Mittelfeld haben, aber mal abwarten. Dort hat bislang Gökhan Töre gespielt – und mich überzeugt. Der junge Mann (19) bringt alles mit, um Bundesliga-Spieler zu werden – ich sehe ihn, auch wenn es eine Überraschung wäre, eher im Team als auf der Bank. Aber auch das hat natürlich der Trainer zu entscheiden.

So, und da mir mein Laptop in der letzten Stunde gleich mehrfach abgestürzt ist (allein der Neustart kostet Nerven!), beende ich für heute meinen Beitrag.

Ich wünschen allen „Matz-abbern“ und ihren Lieben ein wunderschönes Wochenende.

PS: Die Karte, die einige aus dem Zillertal an Frau M. schicken wollten, die ist niemals angekommen. Ich sage das deshalb, weil es ansonsten ja schon länger einen Dank dafür gegeben hätte – so weiß sie von nichts. Und ich glaube auch nicht, dass diese Karte noch jemals ankommen wird. Trotz allem, ich sage danke für die sicherlich gut gemeinte Aktion.

19.44 Uhr

Oenning: “Die Talente können Bundesliga”

21. Juli 2011

Diese Niederlage war hilfreich. Sagen alle, die dem Bundesliga-Start gegen Dortmund nach wie vor optimistisch entgegenblicken. Diese Niederlage – gegen die B-Mannschaft von Dortmund – zeigte dem neuen HSV die Grenzen schon mal ganz deutlich auf. Sagen diejenigen, die der neuen Saison ohnehin skeptisch gegenüberstehen. Man dreht es sich ja immer so hin, wie man es braucht. Wer wüsste das besser als ich? Die Trainer haben damit schon Erfahrungen gesammelt, sie alle leben ja mit den Plattitüden des Fußballs. Wird ein Spieler des Gegners schon in Halbzeit ein vom Platz gestellt, aber das so dezimierte Team verliert nicht, sagt der Coach der vollständigen Elf später: „Uns hat der Platzverweis eher geschadet als geholfen, denn mit zehn Spielern gab der Gegner erst recht alles – dann wurde es schwer.“

Oder die Sache mit dem Führungstor. Jeder Trainer wünscht sich ein frühes Tor für seine Mannschaft. Jeder. Geht seine Mannschaft dann tatsächlich früh in Führung – und verliert dennoch, so sagt er bestimmt: „Das frühe Tor hat uns eher gelähmt denn beflügelt, wir haben uns schon auf der sicheren Seite gefühlt . . .“ Diese Form der Ausreden sind inzwischen längst standardisiert. Ich schreibe das deswegen, weil es ja auch hier bei „Matz ab“ hoch her ging. War diese 0:2-Niederlage gegen den Meister nun hilfreich, war sie weniger hilfreich, tat sie weh oder ist sie schnell abgehakt? Die Meinungen ging bei uns auseinander. Jeder dreht sich das eben so hin, wie er es braucht oder gerne hat.

„Dieses Turnier in Mainz hat keine Aussagekraft für die Bundesliga. Es war nur eine gute Standortbestimmung für uns, wir konnten sehen, wo wir noch Mängel haben“, sagte Dennis Diekmeier nach dem verlorenen Finale. Lassen wir es einmal so stehen. Übrigens sahen es fast alle HSV-Spieler so, wie Diekmeier. Und sagten auch – fast – unisono: „Jetzt wissen wir, dass wir bestens vorbereitet in das erste Spiel gegen Dortmund gehen müssen.“
Spätestens jetzt, würde ich sagen. Denn dass der 6. August ganz hart werden würde für den HSV, das steht ja seit längerer Zeit schon felsenfest, denn: es geht doch gegen den Meister. In der Höhle des Löwen. Kann es überhaupt schwerer sein? Nein! Selbst eine Auftaktpartie bei und gegen die Bayern wäre nicht schwerer gewesen.

Und nicht nur die Spieler wissen jetzt, dass sie für das Spiel gegen und in Dortmund in bester Verfassung sein müssen. Auch Michael Oenning weiß es. Der Trainer sagte in seinem Resümee: „Wir müssen auf jeden Fall ein noch höheres Laufvermögen zeigen.“ Stimmt. Aber damit allein dürfte es noch nicht getan sein. Es fehlten ja noch einige Stücke in diesem Puzzle. Spielerisch und auch taktisch gäbe es auch einige Mängel zu beheben. Und ich glaube zudem immer noch, dass der HSV, wenn er mit der Einstellung aus dem Bayern-Spiel zu Werke gegangen wäre, auch gegen Dortmund besser ausgesehen hätte. Aber das ist natürlich ganz allein Sache des Trainers . .

Und der wirkte nach den beiden Tagen von Mainz alles andere als unglücklich. Oenning sagte: „Ich bin zufrieden mit dem, was ich in den beiden Spielen gesehen habe. Und am Wochenende werden wir auch wieder einige Spieler sehen, die uns hier noch gefehlt haben.“ Mladen Petric, Tolgay Arslan, Jaroslav Drobny, vielleicht sogar Romeo Castelen (der heute mit der Mannschaft trainiert hat) zum Beispiel.

Dass Michael Oenning im Spiel gegen den BVB nur einmal wechselte (Marcell Jansen kam zu Pause für Gökhan Töre), das erklärte der Coach wie folgt: „Es ging hier nicht darum, dass jeder zu seinem Recht kommt, sondern darum, eine Wettkampfformation zu finden. In Holland am Wochenende wird das anders sein, da kommen auch andere Spieler wieder zum Einsatz.“ Oenning weiter: „Ich bin auch deshalb zufrieden, weil ich gesehen habe, dass die jungen Talente Bundesliga spielen können.“ Da kann es in erster Linie nur um Michael Mancienne und Gökhan Töre gehen, und natürlich auch um Heung Min Son, der ja schon einige Bundesliga-Partien gespielt hat. Wobei diese drei Spieler allesamt überzeugen konnten, was ich für sehr, sehr erfreulich halte, denn endlich scheinen auch junge Leute beim HSV eine wirkliche Perspektive zu haben.

Über zwei Dinge gab Michael Oenning dann auch noch Auskunft. In der Torwartfrage gibt es nichts Neues – und doch gibt es etwas Neues. Klingt paradox, ist es aber nicht: Jaroslav Drobny bleibt, obwohl er wegen einer Rippenprellung noch nicht gespielt hat, die unumstrittene Nummer eins. Für Oenning. Und Tom Mickel, der zweimal famos hielt, scheint die Nummer zwei zu sein, zu werden. Oenning: „Sehr wichtig zu sehen, dass Tom Mickel so exzellent gehalten hat. Er wird ein guter zweiter Mann hinter Drobny sein, falls der einmal ausfallen sollte.“ Ist damit der Kampf um die Nummer zwei schon entschieden? Oenning: „Das ist im Moment nicht das Hauptthema. Auch Wolfgang Hesl hat gute Spiele gezeigt . . .“

Das stimmt. Und auch die Trainingsleistungen im Zillertal war – ohne zu hoch zu greifen – sehr gut.

Und Michael Oenning sprach auch über die Art, wie er sich en Fußball beim HSV vorstellt: „Die 4:3:3-Taktik ist nicht in Stein gemeißelt. Man muss doch sehen, dass mir mit Heung Min Son bislang nur ein Stürmer zur Verfügung stand.“ Stimmt auch. Aber das ändert sichja nun hoffentlich bald. Und dann werden es alle erleben, wie der HSV tatsächlich zu seine Erfolgen kommen will.

Heute beim Training wurde dafür schon wieder geübt. Pässe in jeder Form. Vor allen Dingen Kurzpässe. Und den Ball nur einmal berühren. „Matz-ab-Reporter“ Benno Hafas im O-Ton: „Mir haben dabei besonders Son und Mancienne gut gefallen.“ Auffällig auch, dass Oenning den Serben Gojko Kacar oft lobte. Da wird ein Mann aufgebaut, oder besser, er soll aufgebaut werden.

Einer, der das auch nötig hätte, spielte gleich „nebenan“: Marcell Jansen. Der Nationalspieler sucht – in meinen Augen – im Moment noch seine Form. Und ich habe das Gefühl, dass er zurzeit auch ein wenig seine Rolle in der Mannschaft sucht. Er wirkt verunsichert. So kenne ich ihn eigentlich nicht, denn Jansen war immer sehr selbstbewusst. In der jetzigen Situation aber scheint ihm das Selbstvertrauen ein wenig abhanden gekommen zu sein: Das ist weder nach hinten etwas, noch ist etwas nach vorne. Jansen schwebt für mich momentan im luftleeren Raum. Und kann mit dieser für ihn höchst ungewöhnlichen Rolle nicht so recht etwas anfangen. Der Mann hatte in seinem Fußballer-Leben bislang unheimlich viel Glück. Er war oft verletzt, kann aber auf eine großartige Nationalmannschafts-Karriere zurückblicken: 36 Länderspiele, zwei Welt- und eine Europameisterschaft. Da ist doch bombig! Trotz der vielen, vielen Verletzungspause.

Und er will sicher auch die Karriere bei „Jogi“ Löw fortsetzen, keine Frage. Doch dafür muss er, ganz klar, wieder in Form kommen. Ob es ihm hilft, dass er nun beim FC Liverpool im Gespräch sein soll? Es ist nur ein Gerücht, ich glaube auch nicht, dass da etwas dran ist, aber es steht im Raum. Wir werden es aber erleben.

Morgen, am Freitag, ruht der Ball im Volkspark. Die sportliche Führung hat statt dessen eine Überraschung für die Mannschaft geplant. Eine „teambildende Maßnahme“ – und die finde ich immer gut. Und immer noch an die Skeptiker: Keine Sorge, die Mannschaft ist fit und wird auch zum nächsten Dortmund-Spiel noch fit sein. Ab und an ein freier Tag, der muss einfach mal sein. Und ich gönne es jedem einzelnen Spieler, denn sie haben in der Tat schwer geschuftet. Zudem: Selbst Felix Magath ist so gnädig, er brach das Trainingslager mit dem VfL Wolfsburg einen Tag früher ab – wenn das nichts ist.

Ein kurzer Schlenker noch zu Jeffrey Bruma. Achillessehnen-Schmerzen haben ihn zu Ärzten in den Niederlanden getrieben, am Wochenende, wenn der HSV „nachkommt“ (in Zwolle und in Groningen), stößt der Innenverteidiger wieder zur Mannschaft – und kommt mit ihr nach Hamburg zurück. Dann soll es – hoffentlich – bergauf gehen mit ihm. Und seiner Gesundheit.

So, einige Kleinigkeiten habe ich noch. Zum Beispiel diese Meldung:

Eine herbe Pleite musste Frank Rost mit den New York Red Bulls hinnehmen. Der 38-jährige Schlussmann, der bis zum Mai noch im Tor des HSV stand, kassierte in seinem zweiten MLS-Spiel bei den Colorado Rapids eine 1:4-Niederlage. Bereits nach 61 Minuten lagen die Gastgeber unter anderem durch drei Treffer von Sanna Nyassi mit 4:0 vorn. Thierry Henry gelang lediglich Ergebniskosmetik (67.). New York bleibt dennoch Tabellen-Zweiter.

Und dann erreichten mich zwei private Mails, die ich gerne hier hineinstelle – vielleicht könnt Ihr den beiden „Matz-abbern“ helfen?
Wäre schön.

Es geht los:

„Hallo Herr Matz oder Dieter?

Ich bin 1967 geboren und damit gehöre ich einer Generation an die sich eigentlich nicht duzt, ohne sich zu kennen (kann sich ja auch noch ändern). Außer man ist im selben Verein.
Darum schreibe ich Dir auch – unter anderem.

Zunächst möchte ich mich auch mal für die Blog-Beiträge bedanken. Ich bin seit meiner Jugend HSV-Fan und schon damals als Schiri kostenlos im Stadion. Den HSV richtig verfolgt und Leidenschaft für den Verein habe ich eigentlich erst in den letzten Jahren entwickelt. Grund war der Eintritt in eine Dauerkartengemeinschaft für zwei Plätze in 22B. Das erste Spiel in der Nordkurve und es war geschehen.

Irgendwann erfuhr ich dann auch von Deinem Blog und seit dem lese ich ihn täglich und gerne. Selten lese ich die vielen Leserbeiträge – das regt mich meistens nur auf. Noch seltener schreibe ich unter dem Nick „V-Twin-Skipper“. Manchmal wünsche ich mir mehr Souveränität von Dir. Denn Ihr habt es nicht nötig, Euch permanent persönlich angreifen zu lassen. Ihr müsst Euch also auch keinesfalls rechtfertigen.

Nebenbei gesagt halte ich den Umbruch für notwendig und seit mindestens zwei Jahren für überfällig. Ja, das ist ein Risiko für den Klassenerhalt. Welcher Erfolg ist schon ohne Risiko. Und wenn ein Projekt scheitert haben es hinterher immer einige besser gewusst. Und es gibt auch einige, die wissen sogar vorher schon immer alles besser, um dann hinterher darauf hinzuweisen. Wenn man das nur oft genug praktiziert, erhöht sich auch die Anzahl der Vorhersagetreffer.

Ich muss auch nicht alles verstehen und nicht alles wissen was das Team dort macht. Ich will nur Leidenschaft und Siegeswillen sehen. Ich saniere und restrukturiere seit 10 Jahren Unternehmen und weiß daher um die Schwierigkeiten und Rückschläge im Change-Management. Es gibt aber meines Erachtens keine Alternative dazu dieses Risiko konsequent und auch kompromisslos einzugehen. So eine Restrukturierung dauert mindestens 2-3 Jahre. Ob uns das gefällt oder nicht. Das bedeutet aber auch für denselben Zeitraum das uneingeschränkte Vertrauen (auch bei Rückschlägen) in die handelnden verantwortlichen Personen.

Im Juni habe ich mich dann entschlossen endlich auch Mitglied im HSV zu werden und den Neuanfang auch persönlich zu unterstützen. Damit kam dann die Ernüchterung. Eine Anmeldung ist nur per Fax oder in der Papierform möglich. Heutzutage kann man sich überall online anmelden, nur nicht beim HSV. Den Anmeldebogen habe ich dann ausgedruckt, ausgefüllt und sogar am 16. Juni persönlich beim HSV abgegeben. Nach ungefähr zwei Wochen habe ich dann im Servicecenter angerufen und gefragt ob meine Anmeldung denn eingegangen sei. Die auf der Internetseite angekündigte Postkarte habe ich bis heute nicht bekommen. Meine Anmeldung war nicht aufzufinden. Nachmittags erhielt ich einen Anruf mit der Information, meine Anmeldung sei gefunden worden. Ich könne aber frühestens zum Anfang September (!) mit der Mitgliedschaft rechnen. Solange bräuchte man schon für die Bearbeitung. Mein Fehler war: ich hatte den Antrag 1 Tag zu spät abgegeben. Aber auch dann wäre es nur bis zum 1.August möglich gewesen Mitglied zu werden. Das lässt nur Fans ohne Leidenschaft kalt!

Ich nehme nicht an, dass der HSV jeden Tag tausende von Mitgliedsanträgen zu bearbeiten hat. So was muss mit einem anderen Servicegedanken erheblich schneller und unkomplizierter möglich sein. Ich hatte auch schon vergeblich während eines Heimspieles versucht im Servicecenter im Tempel Mitglied zu werden. Warum ist das nicht möglich?
Hier hat der HSV auch noch großen Modernisierungsbedarf. Warum schreibe ich Dir das? Ich gehe davon aus, du kennst jemanden beim HSV der an solchen Informationen interessiert ist und der diesen Zustand verändern kann und will.

Ich warte also weiter auf meine Mitgliedschaft, freue mich auf die neue Saison und hoffe auf den Klassenerhalt im gesicherten Mittelfeld.

Viele Grüße
und NUR DER HSV“

Und die Mail Nummer zwei:

„Guten Morgen, Dieter,

es wurde im Blog schon oft nach der Matz-ab-Tipprunde gefragt.
Bist Du der Spielleiter? Und wenn nein, weißt Du zufällig, wer es ist?
Dieser könnte nämlich die alte Runde einfach neu starten. Es könnte aber auch sein, dass eine neue Runde gewünscht wird oder vielleicht sogar schon eröffnet wurde. Weißt Du dazu etwas?
Freue mich über ein kurzes Feedback, wenn Du Zeit hast.
Dankeschön und liebe Grüße.“

Zur Erklärung: Ich bin nicht der Spielleiter, habe auch nichts mit dem Tippspiel zu tun.

Ich kann es aber, bei dieser Gelegenheit, immer wieder nur schreiben: Bitte keine Mail, die eigentlich mich erreichen soll, an die Matz-ab-Gewinnspiel-Adresse schicken. Wenn ich sie überhaupt einmal zu lesen bekomme, dann erst nach einigen Tagen. Wenn Ihr mir privat schreiben wollt, dann bitte an die Abendblatt-Internet-Adresse, Eure Mail wird dann an mich weitergeleitet.

18.04 Uhr

0:2 – Mickel verhinderte Schlimmeres

20. Juli 2011

Der HSV hat es nicht geschafft, mit einem Titelgewinn in die Saison zu starten. Das Endspiel um den T-Home-Cup ging in Mainz mit 0:2 gegen den Meister Borussia Dortmund verloren – klar und verdient. Bis auf eine gute Möglichkeit hatten die Hamburger keine Chance, einen Treffer zu erzielen, Dortmund bestimmte über die meiste Spielzeit eindeutig das Geschehen. Zwei solche Spiele auf höchstem Niveau, also gegen den FC Bayern und gegen Dortmund, kamen in dieser Phase der Saison noch zu früh für den HSV, denn die ungewöhnlich harte Vorbereitung hat ganz sciher allen viel, viel Kraft gekostet. Dennoch: Es ging in Mainz um nicht viel, der HSV hat sich in beiden Auftritten nicht schlecht verkauft – nun muss der Feinschliff erfolgen, so dass es dann in der Bundesliga besser klappt. Und wer weiß, wofür diese Niederlage auch im Hinblick auf den 6. August gut war, wenn der HSV in Dortmund um Punkte kämpfen muss? Vielleicht sind die Borussen dann ja ein wenig überheblich – weil sie den HSV ja schon einmal in 60 Minuten 2:0 besiegt haben? Wer weiß?


Der mit Abstand beste Mann der ersten Halbzeit stand beim HSV im Tor: Tom Mickel. Wie der Keeper den Santana-Kopfball in der 6. Minute noch aus dem oberen Torwinkel fischte, das war schon sensationell. Danach parierte Mickel noch zweimal in höchster Not, und er lenkte einen Kagawa-Schuss noch mit viel Mühe über die Querlatte. Dem Torwart hatte es der HSV zu verdanken, dass es zur Pause noch 0:0 hieß. Die Dortmunder waren spielbestimmend, der HSV war nicht in der Lage, seine Linie so durchzuziehen, wie er es tags zuvor gegen die Bayern geschafft hatte.

Der BVB hatte sein Team gegenüber dem 1:0-Sieg gegen Mainz auf fünf Positionen verändert, der HSV begann in jener Formation, die auch schon in den ersten 45 Minuten gegen die Bayern begonnen hatte. Aber ich hatte den Eindruck, dass der HSV mit dem Meister mitspielen wollte. Was auch in den ersten fünf Minuten gut gelang, aber dann wurde Dortmund besser. Und der HSV stand lange nicht so geordnet und gestaffelt in den Räumen, wie 24 Stunden zuvor. Die Borussia war schneller, spritziger, beweglicher, engagierter, druckvoller und ideenreicher. Und der HSV leistete sich enorm viele, viele Fehlpässe. Aus solchen Fehlern sind Niederlagen gestrickt, aber Tom Mickel hatte etwas dagegen.

Wer weiß, wie es gekommen wäre, wenn Schiedsrichter Dr. Drees schon in Erstliga-Form gewesen wäre? Als Löwe in der neunten Minute Änis Ben-Hatira brutal umsenste, hätte es nur eine Karte geben müssen: rot! Aber der Unparteiische zog nur Gelb. Bitter.

Tormöglichkeiten für den HSV gab es im ersten Durchgang nicht, Heung Min Son stand meistens gegen drei, vier oder fünf Borussen total auf weiter Flur – und hatte natürlich keine Chance, sich da zu behaupten. Nur ein einziges mal „drohte“ ein HSV-Treffer, doch Son, der in der halblinken Position allein auf das BVB-Tor zulief, scheiterte an Keeper Langerak. Der HSV-Stürmer hatte seinen Schuss, den Ball in die lange Ecke zirkeln zu wollen, zu offensichtlich „angezeigt“ (11.).

Die Hauptlast hatte die HSV-Abwehr in diesem Spiel zu tragen. Und da gefiel mir besonders Michael Mancienne. Abgesehen davon, dass der Engländer das eine oder andere Mal zu viel zu Mickel zurückspielte, erledigte er seinen Defensiv-Job erstklassig. Für mich der beste Hamburger Feldspieler. Rechts ließ Dennis Diekmeier oftmals eine zu große Lücke, weil er sein Spiel in meinen Augen einen Tick zu offensiv ausgelegt hatte. Heiko Westermann war gegen Bayern München besser als diesmal, hatte auch einige Abspielfehler, die er sich tags zuvor nicht geleistet hatte. Dennoch, an seinem Engagement gibt es nach wie vor nichts auszusetzen, er kämpft, er rackert, er stellt sich total in den Dienst der Mannschaft – für die er auch diesmal als Kapitän auflief.

Links spielte Dennis Aogo einen souveränen Part, er beschränkte sich zumeist auf die Defensive und lag genau richtig damit. Zudem habe ich den Verdacht, dass Aogo dabei ist, sich eine „internationale Härte“ auch für die Spiele in Deutschland zuzulegen – gut so.

Vor der Abwehr verrichteten wieder Gojko Kacar und David Jarolim ihre Arbeit – mit Licht und Schatten. „Jaro“ eroberte so viele Bälle wie kein anderer Hamburger, aber er brachte nur jeden dritten dann auch an den eigenen Mann. Ähnlich sah es bei Kacar aus. Das geht ganz sicher effektiver, aber die Vorbereitung hat eben Kraft gekostet.

Vorne rechts begann Ben-Hatira unternehmungslustig – und viel besser als gegen die Bayern. Allerdings konnte er das von ihm vorgelegte Tempo nicht halten, er ließ stetig nach. Eljero Elia links konnte sich im Dribbling kaum einmal Richtung BVB-Tor durchsetzen, deswegen beschränkte er sich auch vornehmlich damit, sich im Mittelfeld aufzuhalten, um dort die Bälle zu halten und zu verteilen. Aber auch das gelang nicht so, wie es der Niederländer eigentlich könnte. Und wenn er nach hinten ging, dann offenbarte er doch einige Mängel, ein „defensives Auge“ wird Elia wohl nie bekommen. Siehe der verlorene Zweikampf vor dem 0:1, als er von Perisic ausgetanzt wurde (51.) – Santana köpfte unhaltbar ein (50.). Nur Sekunden später traf Zidan zum 0:2. Der ehemalige Hamburger, schoss, nachdem Mickel zuvor noch groß gehalten hatte, den Ball ins verwaiste Tor.

Zurück zu den Hamburgern: In der Mitte, zwischen Ben-Hatira und Elia, da versuchte sich auch diesmal Gökhan Töre – und er machte seine Sache in meinen Augen wiederum gut. Der Deutsch-Türke wurde zur Pause zwar ausgewechselt, für ihn kam Marcell Jansen, aber das hatte in meinen Augen nichts mit einer schlechten Leistung Töres zu tun. Im Gegenteil, so konnten alle sehen, wozu er in der Lage ist – und wozu Jansen. Bei dem deutschen Nationalspieler fehlt noch einiges.

Der HSV kehrt am Donnerstag aus Mainz zurück, das Training an der Arena ist für 12 Uhr geplant. Am Freitag geht es dann in die Niederlande, wo am Sonnabend in Zwolle ein Kurzturnier auf dem Programm steht. Gegner sind der VV Berkum und der FC Zwolle. Tags darauf steht dann um 14.30 Uhr das Testspiel beim FC Groningen an.

22.02 Uhr

Uwe Seeler: Ball ganz flach halten

20. Juli 2011

Heute werden sie wieder vor dem Fernseher sitzen, die HSV-Fans, und ihrem Klub im Finale des T-Home-Cups gegen Borussia Dortmund die Daumen drücken. Normal. Aber dieses Spiel wird erst um 20.30 Uhr angestoßen. Wo ich aber gerade bei Fernsehen und Fußball bin: Die Deutsche Presse-Agentur hat folgenden Meldung veröffentlicht:

Die Live-Übertragungen von der Fußball-WM der Frauen in Deutschland haben auch ausländischen Fernsehsendern Top-Quoten beschert. Am meisten Zuschauer fand das Turnier im Gastgeberland Deutschland, wo bis zu 17 Millionen Zuschauer die Spiele verfolgten – mehr als je zuvor bei einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Aber auch in den Heimatländern der Finalisten Japan und USA sowie in Frankreich, das im Halbfinale scheiterte, wurden Rekordeinschaltquoten erzielt, wie der Welt-Fußballverband FIFA mitteilte.

„Das sind schon für sich selbst genommen solide Zahlen“, sagte FIFA-TV-Direktor Niclas Ericson, „aber wenn man sie in Vergleich zu anderen großen Sportereignissen setzt, dann zeigt sich, dass die WM ein außergewöhnlich populäres Ereignis für die TV-Zuschauer war.“
Den Finalsieg ihrer „Nadeshiko“ (Prachtnelke) verfolgten in Japan trotz der Übertragung in den frühen Morgenstunden zeitweise bis zu 15 Millionen Zuschauer. Das sind 50 Prozent mehr als beim Finale der Fußballweltmeisterschaft der Männer 2010 in Südafrika.
In den USA erzielte der Sportsender ESPN mit 14,1 Millionen Finalzuschauern die höchste Quote seiner Geschichte für ein Fußballspiel. Während des Elfmeterschießens drückten zeitweise sogar mehr als 21 Millionen Amerikaner ihrem Team – vergebens – die Daumen. Durchschnittlich 2,3 Millionen Menschen verfolgten in Frankreich das Halbfinale zwischen dem französischen Team und den USA – mehr als je zuvor bei einem Frauenfußball-Spiel.

Ich möchte zu dieser Frauen-WM eigentlich nichts mehr sagen. Nur so viel: Ich frage mich, wieso es bei den Frauen dann, wenn es eine Verlängerung gab, keine (oder kaum) Wadenkrämpfe gegeben hat? Gelaufen sind die Frauen, das steht fest, enorm viel und lange, es kann also nicht daran liegen, dass sie sich während der 90 Minuten zuvor „geschont“ haben. Werden sie besser trainiert? Weiß jemand eine Antwort darauf?

Zum HSV. Und zum 2:1-Erfolg über die Bayern. Zum Überraschungssieg. Schon nach dem Schlusspfiff wurde ich mit den Ängsten eines HSV-Fans konfrontiert – das setzte sich an diesem Vormittag nahtlos fort. Alle fragten mich (oder verliehen ihrer Besorgnis Ausdruck): „Wenn nun Mladen Petric wieder fit ist, und wenn Paolo Guerrero von der Copa America zurück ist – was wird dann aus Heung Min Son?“

Gemach, gemach. Erstens ist Mladen Petric noch nicht restlos fit, zweites dauert es mit Paolo Guerrero noch, und auch Marcus Berg ist noch lange, lange nicht so weit. Und dann müsste Son ja auch seine tolle Frühform konservieren und noch lange halten. Es gibt also noch einige Fragezeichen.

Die grundsätzliche Frage aber, was mit Son wird, wenn die „Altmeister“ wieder an Bord sind, die hat Trainer Michael Oenning schon in meinem Interview beantwortet. Das Interview ist hier nebenan noch abrufbar, da hat der Coach schon über diese Problematik gesprochen – und Auswege aus dem „Dilemma“ aufgezeichnet.

Ich habe heute ganz kurz mit Uwe Seeler über den „neuen HSV“ gesprochen, und im Gegensatz zu früher, als „uns Uwe“ immer gern in die Luft stieg, um eine Dörfel-Flanke aus höchster Höhe mit dem Kopf ins gegnerische Netz zu befördern, bemüht er sich jetzt darum, den Ball flach, aber so etwas von flach zu halten.

Herr Seeler, Sie haben das Spiel gegen die Bayern sicher gesehen, was sagen Sie zur HSV-Leistung?

Uwe Seeler: Ich halte generell nichts davon, Ergebnisse der Vorbereitungsspiel zu bewerten, diese Spiele, diese Resultate haben noch überhaupt keine Aussagekraft. Dennoch muss ich sagen, dass mir dieses Spiel großen Spaß und Freude bereitet hat, denn der HSV trat erstmals seit langer. langer Zeit als Mannschaft, als echte Einheit auf. Weiter so, möchte ich sagen, aber ich bleibe auch dabei: nicht überbewerten, wir sind ja noch vor dem Beginn der Saison. Und ich bleibe trotz dieses schönen Sieges auch weiterhin dabei, dass der HSV vor einer schwierigen Spielzeit steht.

Herr Seeler, Sie haben ja aber auch sicherlich mitbekommen oder gelesen, dass beim HSV 2011 wesentlich härter trainiert wurde und wird, als in den Jahren zuvor?

Uwe Seeler: Das habe ich mitbekommen, natürlich, aber ein härteres Training halte ich im Profi-Sport für etwas absolut Selbstverständliches. Eine Mannschaft, die Erfolge feiern will, die muss über eine gesunde Fitness verfügen, denn das weiß doch jeder: ohne geht gar nichts.

Die Fitness scheint da zu sein, auch deswegen konnte die HSV-Mannschaft die Bayern besiegen. Was hat Sie am meisten dabei erfreut?

Uwe Seeler: Es war mir eine große Freude, die Spieler kämpfen zu sehen. Diesmal hat nicht einer allein für sich gekämpft, es haben alle für ihr Team gekämpft, das war wichtig. Es lief ein jeder für den Nebenmann, ich hatte das Gefühl, dass dort schon ein Rad ins nächste griff – und das war für mich absolut erfreulich zu sehen. Dennoch warne ich, daraus schon Rückschlüsse für die ganze Saison zu ziehen. Sicher gibt dieser Erfolg neues Selbstvertrauen, aber man darf nicht vergessen, dass bei den Bayern ja auch noch einige Spieler gefehlt haben. Und was wäre gewesen, wenn die Münchner ein, zwei Chancen, die sie in der ersten Halbzeit hatten, genutzt hätten? Ich sage das nur, weil ich damit nur verhindern möchte, dass der HSV nun schon wieder von vielen hochgejubelt wird. Ich habe einfach nur die Angst, dass man einen solchen Sieg überbewertet. Und: Lasst uns doch erst einmal das Finale gegen Dortmund abwarten . . .

Grundsätzlich ist es doch aber so, Herr Seeler, dass man nicht mit einem HSV-Sieg über den Rekordmeister rechnen konnte. Das müsste doch aber auch dazu führen, dass einige Skeptiker, die den HSV in diesem Sommer schon in Abstiegsgefahr versinken sahen, doch ein ganz klein wenig umdenken können, oder?

Uwe Seeler: Es wäre auch für mich ganz toll, wenn es in dieser Saison besser laufen würde, als viele Fans es nach der vergangenen Saison erwarteten – denn dann wird unser Herz nicht so sehr strapaziert.

So, kurz noch zum Sportlichen: Heung Min Son, der kurz vor Ende des Bayern-Spiel so übel von Holger Badstuber gefoult worden war, hat zwar eine Fußprellung erlitten, die am Abend auch noch Schmerzen verursacht hatte, aber am heutigen Vormittag konnte der Südkoreaner (der übrigens von Münchens Trainer Jupp Heynckes ehr gelobt wurde!) schon wieder ohne Einschränkung mit der Mannschaft trainieren. Also wird er (wohl) auch gegen Dortmund zum Einsatz kommen.

Wer im Tor stehen wird, das ließ Michael Oenning noch offen, die Entscheidung fällt zwischen Wolfgang Hesl und Tom Mickel, Jaroslav Drobny steht noch nicht zur Diskussion.

Ich melde mich nach dem Finale wieder.

PS: Im vorherigen Beitrag ist ein Video vom HSV-Ausflug (und -“Training”) während des Trainingslagers in Österreich auf den Hintertuxer Gletscher zu sehen.

16.16 Uhr

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