Tagesarchiv für den 22. Juli 2011

Viel Spaß bei Regen und Sturm

22. Juli 2011

Gluck, gluck, weg war er! Der HSV. Abgetaucht ganz hoch oben im Norden der Republik. Kurz vor Dänemark. Teambuilding auf der Insel Fehmarn, den Spielern wurde unter der Anleitung von der ehemaligen Surf-Weltmeisterin Andrea Höppner eine Wassersport-Olympiade angeboten. Surfen, rauf auf den Katamaran, stand up paddling, Beachvolleyball und einige Dinge mehr gab es zu bewältigen – und alle hatten ihren Spaß daran. „Ich kann sogar sagen, dass es allen einen Super-Spaß bereitet hat – trotz der schwierigen Witterungsbedingungen“, sagte HSV-Medien-Chef Jörn Wolf am Ende des Ausflugs. Und er ergänzte: „Alle haben sich wacker geschlagen, alle hatten auch viel Spaß miteinander, und es gab trotz der schwierigen Bedingungen durch Regen und Sturm nicht einen, der über diese Tour ins Nasse gemeckert oder gemosert hätte.“ Na, bravo! So soll es sein. War es in den vergangenen Jahren nicht immer, aber jetzt scheint es ja zu werden.

Morgen früh wird der HSV noch einmal um acht Uhr im Volkspark trainieren, um zehn Uhr hebt die Mannschaft dann mit OLT von Fuhlsbüttel ab, es geht nach Groningen. An diesem Sonnabend nimmt der HSV an einem Turnier in Zwolle teil, in den beiden Spielen gegen VV Berkum und den FC Zwolle werden, so erwarte ich es jedenfalls, ganz sicher die jüngeren Spieler eingesetzt werden, denn tags darauf steht die Partie beim niederländischen Erstliga-Vertreter FC Groningen auf dem Programm. Das dürfte dann der wesentlich ernsthaftere Test für den Stamm sein.

Michael Oenning wird dann noch ein weiteres Mal die Gelegenheit haben, die Spieler im Hinblick auf eine Anfangsformation in der Bundesliga (am 5. August in Dortmund! Jaha, 5. August! Mein Gott, jetzt hat er’s!) unter die Lupe zu nehmen. Noch steht die erste Elf nicht fest, noch gibt es ja auch noch einige Spieler die fehlen. Und von denen, die bislang schon ihre Visitenkarte haben abgeben können, hat sich noch keiner so weit in den Vordergrund gespielt, als dass man sagen könnte: „Der beginnt auf jeden Fall gegen Dortmund.“ Nicht einmal von Heung Min Son würde ich das zum jetzigen Zeitpunkt sagen, obwohl er auch bei mir weit, weit vorn ist. Aber noch ist ja auch ein wenig Zeit.

Und diese wenige Zeit können auch zwei gestandene Spieler noch zu ihren Gunsten nutzen: David Jarolim und Gojko Kacar. Noch läuft es mit ihnen nicht so ideal im defensiveren Mittelfeld, und das weiß auch Michael Oenning. Er macht aber nicht nur Kacar und Jarolim dafür verantwortlich, sondern alle Mittefeldspieler. Es muss (noch) mehr miteinander und auch mehr mit dem Auge für die Defensive gearbeitet werden.

Meine Meinung zu Kacar und zu Jarolim will ich aber auch nicht für mich behalten: David Jarolim begann zuletzt in beiden Spielen unheimlich „aufgekratzt“, gerade so, als wolle er jeden Gegner in Grund und Boden laufen. Er war voll motiviert, und er eroberte sowohl gegen die Bayern als auch gegen den BVB die meisten Bälle für den HSV. „Jaro“ kämpft für zwei, und er antizipiert unheimlich gut. Wie er die Pässe des Gegners scheinbar mühelos abfängt, weil er ahnt, wohin die Kugel gespielt wird, das ist schon eine echte Klasse für sich. Natürlich, bevor sich die „Jarolim-Gegner“ nun über die zu gute Kritik aufregen, füge ich hinzu: Natürlich ist mir nicht entgangen, dass „Jaro“ speziell gegen den Meister sehr, sehr viele Fehlpässe gespielt hat. Ich verbuche die unter dem Motto: „Übereifer.“

Nach wie vor, und dabei bleibe ich auch, halte ich David Jarolim für unersetzlich in dieser (neuen) HSV-Mannschaft. Weil er allen Kollegen vormachen kann, wie es ist, wenn man sich total in den Dienst der Mannschaft stellt. Und glaubt es mir, gerade die „jungen Dachse“ brauchen eine breite Brust, um sich dort anzulehnen – und „Jaro“ hat eine breite Brust – mit Waschbrettbauch. Ich denke zudem an die letzten Trainer des HSV, die allesamt vorhaten, Jarolim aus dem Team zu nehmen, aber sie alle haben früher oder später (die Kollegen sind meine Zeugen) gesagt: „Wenn er nicht spielt, dann merkt man erst, wie sehr er fehlt.“
Da können nun einige schimpfen und sonstwas heulen, ich bleibe dabei, ich kippe nicht um: David Jarolim wird auch in der kommenden Saison eine Stütze des HSV sein. Aber natürlich billige ich auch jedem HSV-Fan seine Meinung zu, mache mich auch nicht auf, ihn bekehren zu wollen.

Zu Gojko Kacar. Er hat ganz sicher noch keine gute Vorbereitung gespielt – und trainiert. Das liegt ganz sicher zu großen Teilen an seiner Verletzung. Der Serbe leidet schon seit Monaten an Kalkablagerungen im Knöchel, hat Schmerzen, beißt sich damit aber durch den Tag. Anscheinend aber wird Kacar nun doch nicht operiert (wie es im Zillertal noch angedeutet wurde), offenbar soll es auch ohne einen Eingriff weitergehen. Kacar selbst wird es wissen, ob er sich damit einen Gefallen tut.

Sein Spiel jedenfalls sieht nicht gerade souverän aus. Was vielleicht auch an der Umstellung liegen kann, denn in der vergangenen Saison spielte Gojko Kacar ja in der Innenverteidigung und war auf dieser Position die Entdeckung. Ich hätte, das gebe ich gerne zu, ihn auch lieber auf dieser Position gesehen, denn er hat dafür die nötige Aggressivität, er hat auch (eigentlich) die Ruhe, den Ball vernünftig nach vorne zu spielen, und er hat ein überragendes Kopfballspiel. Jetzt aber muss er erst seine Linie finden, wenn es darum geht, in der Defensive zu arbeiten und auch gefährliche Aktionen nach vorne zu starten. Bislang läuft er dieser Aufgabe noch hinterher. Dennoch bin ich bei ihm guter Hoffnung, dass er sich in diese Mannschaft boxen wird – egal auf welcher Position.

Und, das gebe ich zu bedenken, es gibt ja auch noch Per Ciljan Skjelbred, der Anfang August kommen wird. Der Norweger soll seine Qualitäten eher im offensiven Mittelfeld haben, aber mal abwarten. Dort hat bislang Gökhan Töre gespielt – und mich überzeugt. Der junge Mann (19) bringt alles mit, um Bundesliga-Spieler zu werden – ich sehe ihn, auch wenn es eine Überraschung wäre, eher im Team als auf der Bank. Aber auch das hat natürlich der Trainer zu entscheiden.

So, und da mir mein Laptop in der letzten Stunde gleich mehrfach abgestürzt ist (allein der Neustart kostet Nerven!), beende ich für heute meinen Beitrag.

Ich wünschen allen „Matz-abbern“ und ihren Lieben ein wunderschönes Wochenende.

PS: Die Karte, die einige aus dem Zillertal an Frau M. schicken wollten, die ist niemals angekommen. Ich sage das deshalb, weil es ansonsten ja schon länger einen Dank dafür gegeben hätte – so weiß sie von nichts. Und ich glaube auch nicht, dass diese Karte noch jemals ankommen wird. Trotz allem, ich sage danke für die sicherlich gut gemeinte Aktion.

19.44 Uhr