Tagesarchiv für den 17. Juni 2011

Collo zu 1860, Mathijsen weg, Rennes legt nach ***aktualisiert mit Stimmen von Collo****

17. Juni 2011

Eine überwältigende Reaktion. 90 Prozent Ablehnung wurden errechnet. Der Blog wurde als der schlechteste von allen betitelt, begleitet von Beleidigungen einiger. So funktioniert anonymes Posting, und das muss ich mir – darauf war und bin ich tatsächlich eingestellt – gefallen lassen. Schlechte Nachrichten führen fast immer dazu, dass hier Verschwörungstheorien gepaart mit Beleidigungen, aber eben auch gehaltvolle Kritik Eurerseits angeführt werden. Letzterem stelle ich mich. Dennoch, jetzt hier in die Diskussion einzusteigen und alles neu aufzurollen machte keinen Sinn. Die Zeit wird die Antworten bringen und Zahlen offenbaren. Warten wir darauf.

Deshalb beschäftigen wir uns doch mit anderen Dingen. Damit zum Beispiel, dass Collin Benjamin bereits seinen Medizincheck in München absolviert hat und in der kommenden Saison aller Voraussicht nach nur ein- statt 17-mal am Millerntor auflaufen soll – und das als Spieler der Löwen von 1860 München, bei denen der 32-Jährige Anfang nächster Woche für ein Jahr Jahre unterschrieben soll. “Wir hatten ein sehr gutes Gespräch”, bestätigte 1860-Sportdirektor Florian Hinterberger, “wir werden uns Anfang kommender Woche noch mal hinbsetzen und sprechen. Klar ist, beide Seiten haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit.”

******AKTUALISIERUNG*********

Collo selbst habe ich gerade eben sprechen können. Er wirkte begeistert und tatenfreudig. Collin: “Ich werde, wenn ich am Wochenende nicht tot umfalle, am Montag bei 1860 meine erste Trainingseinheit absolvieren. Ich hatte eine Woche Kontakt und habe mir alles sehr genau angehört. Der Klub vermittelt Aufbruchstimmung und ich möchte zusammen mit einigen anderen, erfahreneren Spielern dazu beitragen, dass die Löwen an alte Erfolge anknüpfen. Auf jeden Fall, und das hat mich letztlich überzeugt, ist bei 1860 München wieder richtig Leben drin. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.”

Dass er gern in Hamburg geblieben wäre, daraus macht er kein Geheimnis. München sei zwar auch eine sehr schöne Stadt, “aber an Hamburg kommt in Deutschland einfach nichts ran”. Auch deshalb werden seine Frau und Kinder zunächst in Hamburg bleiben. “Ich werde mich heute Abend und am Wochenende mit meiner Frau abstimmen und besprechen. Ihre Meinung ist mir sehr wichtig. Aber wenn alles normal läuft, unterschreibe ich zunächst für ein Jahr. Und klar ist auch – ich werde wiefder nach Hamburg zurückkehren. Früher oder später…”

Auf jeden Fall zum Spiel bei Pauli. Denen war Collo sogar angeboten worden. Allerdings lehnten Manager Helmut Schulte und der neue Trainer Andre Schubert letztlich ab, weil Collo nicht in die neue (Alters-)Struktur passt. Und ohne dem Nachbarn etwas Böses zu wollen, hoffe ich, dass der FC schon bald merkt, was für einen Fehler er gemacht hat. Spätestens dann, wenn Collo am Millerntor in hellblau-weiß aufzieht…

Abgelehnt hat der HSV unterdessen den Halbbruder von Guy Demel. Der heißt Yannik Sagbo, ist Stürmer, 22 Jahre alt, wurde gerade für die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste berufen und stürmt auf Leihbasis 8er gehört dem AS Monaco) für den französischen Zweitligisten FC Evian, der gerade den Aufstieg in die erste Liga realisieren konnte. Neun Ligatore in 31 Spielen erzielte der 1,83-Meter-Mann, dessen Bruder den HSV auf jeden Fall verlasen will und soll. Im gestrigen Treffen der Berater Demels mit Sportchef Frank Arnesen einigten sich die Parteien darauf, weiter nach einem Verein zu suchen, der die vom HSV gewünschte Ablösesumme bezahlen will. Sollte sich hierbei nichts finden, wird Demel am 26. Juni zum Trainingsauftakt erscheinen und vorab ein klärendes Gespräch mit Trainer Michael Oenning führen. Dabei wird zwar keine Versöhnung erwartet/bezweckt, dafür aber der professionelle Umgang miteinander. Immerhin haben beide Seiten noch bis zum Ende der Transferfrist am 31. August Zeit.

Frank Arnesen ist unterdessen dieses Wochenende noch mal mit seiner Familie unterwegs, ehe es „ab Montag keine Familie mehr gibt“, wie Arnesen mit einem Augenzwinkern ankündigt. Zuletzt hatte sich der Däne bei der U-21-EM umgesehen, dort auch das tschechische Talent Jan Lecjaks angesehen. Der Linksverteidiger aus Pilsen ist aktuell an den RSC Anderlecht ausgeliehen, die gerade eine Kaufoption über 900000 verstreichen ließen. Allerdings gilt der 19-Jährige beim HSV nur als möglicher Backup, sollte Marcell Jansen entgegen aktueller Erwartungen doch noch den Klub wechseln.

Bei Jonathan Pitroipa gibt es indes neue Bewegung. Der schnelle Außenstürmer wird von Stade Rennes umworben: Die Franzosen sind sogar bereit gewesen, bis zu 4,5 Millionen Euro für den Burkinaben zu zahlen. Allerdings lehnte der HSV ab, forderte mindestens sechs Millionen Euro. Jetzt sollen die Franzosen ihr Angebot aufstocken wollen. Demnach soll der HSV in den nächsten Tagen ein verbessertes Ablöseangebot erhalten, zudem Leistungsprämien zugesichert bekommen für den Fall, dass sich Rennes für den internationalen Wettbewerb qualifiziert.

Klar ist, und damit gehe ich heute aus diesem Blog raus und wünsche ich schon mal vorab ein schönes Wochenende, klar ist, dass Joris Mathijsen zu Malaga wechselt. Heute unterschrieb der Niederländer einen Vertrag bis 2013, nachdem auch letzte Details zwischen dem HSV und den Spaniern geklärt worden waren. Mathijsen, der 2006 zum HSV wechselte und in 210 Spielen (davon 148 x Bundesliga) sieben Tore erzielte, bringt dem HSV rund 1,5 Millionen Euro Ablösesumme ein. Der 31-Jährige, der vor fünf Jahren von AZ Alkmaar zum HSV gewechselt war, folgt damit seinem Landsmann und Freund Ruud van Nistelrooy, der wie er von Rodger Linse beraten wird, an die Südspitze Spaniens. „Wir wünschen Joris für die kommenden sportlichen Aufgaben beim FC Malaga und für seine private Zukunft alles Gute“, sagt Sportchef Arnesen zum Abschied. Worte, denen ich mich anschließen möchte. Wer in fünf Jahren 148 Ligaspiele absolviert, also aufgerundet 30 von 34 Spielen pro Saison im Schnitt, der hat sich definitiv um den Verein verdient gemacht und einen würdigen Abschied verdient.

In diesem Sinne, Joris und Euch alles Gute,

Scholle

16.30 Uhr