Tagesarchiv für den 22. Mai 2011

Die Inhalte einer Info-Versammlung

22. Mai 2011

„Die Uhren wurden auf Null gestellt, und es war spontan eine konstruktive Aufbruchsstimmung zu spüren.“ Das sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff zu Beginn seiner Rede über jene Zeit im März, die dem HSV eine neue Klubführung bescherte. Gesagt hat es EOR auf der Informationsveranstaltung, die am Sonntag in der Arena stattfand. Im Westen nichts Neues – so könnte dieser Tag nach dieser Versammlung umschrieben werden.

Was sollte dieses Treffen im Volkspark eigentlich?

Damals, als Bernd Hoffmann und Katja Kraus im Mittelpunkt standen, da wurden die Uhren also auf Null gestellt, und es war spontan eine konstruktive Aufbruchsstimmung zu spüren. Das hatte ich ganz anders in Erinnerung. Es roch ganz stark nach einer Palast-Revolution. Aus der Opposition kam noch eine Opposition hervor, die wollte es dem Aufsichtsrat, vor allem und ganz besonders dem Aufsichtsrat mal zeigen. Was Sache ist, wie es geht, vor allen Dingen wie es nicht geht. Und es ging damals vor allem nicht, Hoffmann und Kraus vor die Tür zu setzen. Dieser Aufsichtsrat sollte nicht nur weg, der musste auch weg! Deswegen sollte es doch, oder irre ich mich, eine Außerordentliche Mitgliederversammlung geben. Und aus der war nun plötzlich diese ganz harmlose Info-Versammlung geworden. Nichts, wirklich nichts von dem, was die Leute damals auf die Palme gebracht hatte, wurde an diesem Sonntag geklärt. Aber nett war es trotz allem.

Es war eben nur eine Info-Versammlung . . .

Die Hoffmann-„Fans“ haben sich längst wieder beruhigt. Es wurde heute weder gepöbelt noch hitzig diskutiert, es gab viel Beifall, manchmal auch nur artigen Applaus, dazu auch einige Unmutsäußerungen, aber die waren an diesem Tag echte Raritäten. Alles scheint, naja, fast alles scheint in diesem HSV wieder ganz normal zu sein.

Und das finde ich auch gut, damit keiner auf dumme Gedanken kommt. Es ist Ruhe eingekehrt, und das ist eine Voraussetzung, wenn nicht die Voraussetzung dafür, dass es tatsächlich eine konstruktive Aufbruchsstimmung gibt. Zu gerne allerdings hätte ich jene Frage beantwortet gehabt, die zweimal gestellt worden war: Warum mussten Bernd Hoffmann und Katja Kraus eigentlich wirklich gehen? So richtig beantwortet wurde das bis jetzt nie. Da wurde viel um den heißen Brei herum gesprochen. Und die Opposition, das hatte ich so nicht erwartet, gab sich damit auch zufrieden.
Friede, Freude, Eierkuchen beim HSV. So geht es doch auch.

Obwohl: Ernst-Otto Rieckhoff ist in diesen Tagen (und Wochen) offenbar die Hutschnur geplatzt. Weil es wiederholt Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat gab, die im Hamburger Abendblatt standen. Gratulation an die Kollegen, die das geschafft haben – denn es ist die Aufgabe eines Journalisten, so etwas zu schaffen. Womit ich gleich eine kurze Anmerkung auf Carl-Edgar Jarchow einfügen möchte: Der neue HSV-Vorstandsvorsitzende hatte kritisiert, dass die Meldung, dass Physiotherapeut Uwe Eplinius nach sieben Jahren vom HSV entlassen wird (!), bereits einen Tag vor der Entlassung im Abendblatt zu lesen war. Das sei unmenschlich, sagte Jarchow. Man stelle sich mal vor: Das Abendblatt erfährt, dass morgen Angela Merkel gehen muss – und es ist dann auch tatsächlich im Abendblatt zu lesen. Weil es die Pflicht von Journalisten ist, so etwas zu vermelden. Ist dann, wenn Merkel tatsächlich entlassen wird, das auch eine unmenschliche Tat vom Abendblatt gewesen?

Wenn Eplinius entlassen werden sollte, dann macht man das gleich. Dann gäbe es keinen Informanten, der mit dieser Nachricht hausieren gehen könnte. So einfach ist das. Intern eine Entlassung anzukündigen, sie dann aber Tage später erst vorzunehmen, ist in jedem Bereich – nicht nur im Sport und beim HSV – ein gefährliches Unterfangen. Ein Journalist, der von einer solchen geplanten Entlassung erfährt, der wäre ein schlechter Journalist, wenn er dies nicht veröffentlichen würde. Dann sollte er sich doch bitte um eine Stellung beim Stadionblatt „HSVlive“ bewerben, dort dürfte davon ganz sicher nicht (von der Entlassung) geschrieben werden.

Dass aber, und damit bin ich wieder beim Aufsichtsrat, immer wieder Geheimnisse des HSV an die Presse gegeben werden, das hat doch auch schon Tradition. Dazu musste es nicht erst den Aufsichtsrat geben. Ich kann mich erinnern, dass der damalige Präsident Drt. Wolfgang Klein einmal von der fast versammelten Medien-Landschaft angeprangert wurde (öffentlich, nach einem Spiel im Volksparkstadion), weil er einer gewissen Zeitung immer wieder bevorzugt Meldungen gesteckt hatte. Dr. Klein sah sich massiven Vorwürfen ausgesetzt, beendete diese öffentliche Diskussion aber mit dem Satz: „Ich werde mir auch weiterhin das Recht heraus nehmen, gezielte Informationen zu verbreiten.“ Dieser Satz ist seit Jahrzehnten in meinem kleinen Hirn verinnerlicht.

Und „gezielte Informationen“ verteilt der eine oder andere Aufsichtsrat des HSV doch auch nur. Und zwar seit 14 Jahren. Seit des diesen Rat gibt. Immer und immer wieder gelangten die größten Geheimnisse ans Tageslicht, mit Jürgen Hunke, ohne Jürgen Hunke. Und auch schon jahrelang ohne Manfred Ertel. Die Menschen sind eben alle mal ganz gerne eine Plaudertasche, der eine mehr, der andere weniger. Ernst-Otto Rieckhoff allerdings will das nicht so einfach hinnehmen. Er war sauer. Berechtigt, aber er wird nie etwas ändern können – NIE!! Weil die Menschen nun einmal so sind. Egal ob es der eine oder andere Rat nicht ist, egal auch, ob es die Fans und Mitglieder nun einmal wahrhaben wollen – oder auch nicht.

„Wo stehen wir jetzt?“, fragte Ernst-Otto Rieckhoff die Mitglieder, gab sich dann aber selbst die Antwort: „Der HSV wieder voll handlungsfähig, die Saisonvorbereitungen verlaufen nach Plan. Alte und neue Projekte werden mit Elan angegangen, der Aufsichtsrat wird den Vorstand bei diesen komplexen Aufgaben begleiten.“ Rieckhoff weiter: „Und das in einer nicht wirklich einfachen Ausgangsposition. Jetzt sind intelligente und kreative Wege zu suchen und zu beschreiten. Für mich darf für mich aber nicht in eine Mittelmäßigkeit führen. Der HSV muss mittelfristig eine gute Rolle in Europa spielen.“ Davon allerdings war er zuletzt ein gutes Stück weit entfernt, der HSV sich davon immer weiter entfernt (mit Platz acht), und er wird nun bekanntlich kleine Brötchen backen müssen – schon deswegen war der AR-Boss gut beraten, von „mittelfristig“ zu reden.

„Wenn wir uns mit allen unseren Kräften miteinander und nicht gegeneinander mächtig für unseren HSV ins Zeug legen, wird der gesamte Verein davon profitieren und ein Vorbild für das Unikat Universalsportverein sein – ich bin dabei“, sagte Rieckhoff. Er hatte zuerst einmal die Geschichte der personellen Veränderungen in der Klub-Führung aufgearbeitet, kam dann zum Abschluss seiner Rede aber noch einmal auf die Indiskretionen im Aufsichtsrat zurück. Rieckhoff: „Ich habe mich seit Januar immer wieder schützend vor diesen Aufsichtsrat gestellt, habe um Einheit geworben – manchmal auch gegen meine Überzeugung, aber immer zum Wohle des HSV. Ich bin aber nicht mehr bereit, mich zum Deppen machen zu lassen. Ich bin nicht mehr bereit, meinen Kopf hinzuhalten und die Verantwortung für die ungeheuren Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat und deren Folgen zu übernehmen.“ Der Boss weiter: „Mein bisheriges Schönreden über diesen Aufsichtsrat werde ich in eine offensivere und echtere Einschätzung umwandeln.“ Für diese Sätze erhielt Rieckhoff mehrere Male sehr viel Beifall. Rieckhoff salopp: „Ich kann über diese Leute, die dem Aufsichtsrat so schaden, nur mit den Ohren schlackern.“

Wie schwer es ist, einen Geheimnisträger zum Schweigen zu bringen, verriet Rieckhoff aber auch noch. Nicht wie schwer, sondern dass es fast unmöglich ist: „Einst war mal wieder ein Geheimnis aus dem Rat verraten worden, es konnte nur einer von den zwölf Herren gewesen sein. Udo Bandow, der AR-Boss, hatte die Nase voll, jeder der zwölf Herren sollte eine Eidesstattliche Versicherung unterschreiben, dass er es nicht war. Und? Alle unterschrieben. Obwohl es einer gewesen sein muss.“
Gute Nacht, liebe Wahrheit.

Ernst-Otto Rieckhoff klang dabei schon ein wenig verzweifelt, als er sagte: „Ich bin inzwischen so weit, dass ich dem Vorstand empfehle, mit personellen Entscheidungen so wenig wie möglich mit dem Aufsichtsrat zu besprechen.“ Und ewig spielt das Misstrauen beim HSV mit . . .

Der Aufsichtsrats-Boss abschließend: „Es gibt in diesem Klub kein Feindbild mehr, dafür aber viele große Herausforderungen. Es ist höchste Zeit für eine schonungslose Selbstkritik, auch über persönliche Eitelkeiten, Verhaltensweisen und über persönliche Interessen nachzudenken. Es ist höchste Zeit, die Frage über unsere Strukturen zu stellen. Andernfalls werden wir sehenden Auges – gerade nach der Überwindung einer schweren Vereins-Krise – eine neue Krise haben.“

Ernst-Otto Rieckhoff erhielt für seine Rede viel Beifall, er war nach Ex-Sportchef Bastian Reinhardt, der schon fast begeistert gefeiert wurde, der zweite Gewinner des Tages. Mit Rieckhoff traf es auch den Richtigen, denn er hat gerade in der ersten Zeit nach dem Amtsantritt als AR-Boss alles dafür getan, damit der HSV wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Rieckhoff hatte Tag und Nacht dafür gearbeitet, dass wieder Ruhe in den Klub kommt, dass wieder die sportliche Seite der Raute im Vordergrund steht. Und letztlich hat er es auch geschafft, der Opposition den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sollte es zu Beginn der Krise noch und vor allem dem Aufsichtsrat an den Kragen gehen, so war diese Informationsveranstaltung ein Treffen, zu dem offenbar alle, wirklich alle, viel, viel Weichspüler getrunken hatten. Hier jedenfalls wollte eigentlich keiner mehr dem anderen an den Kragen.

Und das war auch gut so!

Info war angesagt. Und nebenbei gab es auch das eine oder andere Pläuschen. Dr. Peter Krohn zum Beispiel sagte: „Ernst-Otto Rieckhoff hat hier die große Harmonie ausgerufen, und das ist auch richtig so.“ Aber Krohn sagte auch: „Kritik aber, untereinander, in Versammlungen, die sollte es geben. Verzeihen Sie einem alten Mann, wenn er sagt, dass Dinge in allen Lebensbereichen durch fruchtbare und auch kontroverse Diskussionen vorangetrieben werden. Und nicht dass man Händchen hält und gemeinsam Weihnachtslieder singt.“

Dann lobte Krohn die Arbeit des „alten“ Vorstandes: „Man kann auch einen Klub übernehmen, der ein nicht fertiges Stadion hat, der einen Buckel voller Schulden hat, Negativ-Kapital, wie man das heute sagt. Bernd Hoffmann hatte damals nicht die günstigsten Voraussetzungen, als er sein Amt antrat, seine Nachfolger, das ist meine Meinung, haben heute bessere.“ Und: „In den acht Jahren von Bernd Hoffmann ist im HSV einiges bewegt worden. Ich sage das deswegen, weil ich bis heute noch keine klare Aussage gehört, warum dieser Wechsel erfolgt ist. Einige Dinge sind mir bis zum heutigen Tage nicht klar, warum sie geschehen sind.“

Krohn wollte damit aber nicht als Hoffmann-„Fan“ gelten: „Ich hatte mit ihm und Katja Kraus viele Diskussionen, aber am Ende haben wir uns immer wieder die Hand gegeben – so wie sich das für einen HSVer gehört.“

Der ehemalige „HSV-General“ Krohn bemängelte, dass der jetzige Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow nur ein „Interims-Chef“ ist, weil somit ja wieder keine Kontinuität gewahrt worden ist. Rieckhoff erklärte aber später, dass dieser Vertrag so abgeschlossen wurde, wie es in den Satzungen des HSV steht: „Ein Interim-Vorsitzender darf längstens drei Jahre im Amt sein, er kann aber, sollte eine andere Lösung gefunden werden, eher gehen.“ Drei Jahren sind als kein „Muss“ für Jarchow, sondern nur für den Fall gegeben, wenn der HSV keinen anderen Nachfolger für Bernd Hoffmann findet. Wobei ich ja fest glaube, dass Jarchow dennoch lange – über die drei Jahre hinaus – im Amt bleiben wird, denn er liebt es ja jetzt schon sehr.

Dr. Peter Krohn bemängelte auch, dass Bernd Hoffmann von Seiten des Vereins nicht genügend für die acht Jahre gedankt worden ist. Dazu Ernst-Otto Rieckhoff: „Das habe ich sehr wohl in allen meinen Erklärungen in allen Medien gemacht.“ Vielleicht aber war ja auch ein Abschiedsspiel für Hoffmann gemeint. Übrigens: Bernd Hoffmann hat in den acht Jahren beim HSV sehr gut verdient, und er hat eine schöne Summe zu seinem Abschied erhalten. Ich würde mich freue, wenn ich nach über 30 Jahren Springer, die ich am Ende eventuell hätte, auch mehr als ein Dankeschön erhalten würde, aber wer weiß, wie sich das gestaltet? Ich habe da so meine Zweifel, so mancher „Matz-abber“ hätte sicher einiges dagegen, wenn ich auch noch, nachdem ich jahrelang mein tolles Gehalt hier abgeschleppt habe, fürstlich entlohnt werden würde – aber das nur mal am Rande.
(Jetzt bitte alle aufregen, die es wollen)

Wo ich gerade bei Danksagungen bin: Bastian Reinhardt wurde an diesem Sonntag mehrfach gedankt, und ich fand es großartig, wie die meisten der 402 Besucher der Info-Versammlung dazu standen. Sie klatschten lange und anhaltend. Bravo. Das hat dieser Mann verdient. Denn es war für ihn ganz sicher kein leichtes Jahr, das letzte. Und wer genau, ganz genau hinhörte, der wird das auch von ihm erfahren haben. Sekunden nämlich, bevor er vom Rednerpult wegtrat, da sagte er so etwas in Richtung Oliver Scheel. In etwa so, dass es ja für beide Vorstandsherren kein Zuckerschlecken war – in der alten Zusammensetzung des Vorstandes. Da klang zwischen den Zeilen doch schon so mancher Unmut durch . . .

Zumal Reinhardt vorher schon gesagt hatte: „Es war sicherlich nicht leicht für mich in den vergangenen Jahren, es war eine lehrreiche Zeit. In der habe ich nicht immer nach meinen persönlichen Vorstellungen gearbeitet, aber immer zum Wohle des HSV.“ Sehr vielsagend.

Reinhardt, der nun ins zweite Glied zurücktritt (weil am Montag Frank Arnesen seinen Job antritt), gab zu: „Wir sind unseren Ansprüchen nicht gerecht geworden, weil es uns nicht gelungen ist, aus diesem Kader eine Mannschaft zu formen. Und dafür sind nicht nur die Spieler verantwortlich. Wir haben in der Vergangenheit einige kleine Dinge verschlafen, wie das laufintensivere Spiel, das Tempo im Spiel und einige spiel-taktischen Dinge. Ich bin mir aber sehr sehr sicher, dass Michael Oenning das Potenzial dieser Mannschaft in Zukunft viel besser ausschöpfen wird.“

Carl-Edgar Jarchow sprach über die Zukunft des HSV, der neue Mann an seiner Seite, Joachim Hilke (Marketing-Bereich) versprach: „Wir werden unsere Strukturen leistungsfähiger machen, und unsere Mitarbeiter bekommen mehr Verantwortung übertragen.“ Und: „Wir werden unsere Wettbewerbsfähigkeiten verbessern denn das ist eine gute Vermarktung und unerlässlich im Kampf, an der Spitze zu spielen.“

Jarchow kündigte einen finanziellen Verlust von drei Millionen Euro an und sagte weiter: „Wir stehen vor den Fragen, wer bleiben soll, wer gehen sollte – doch alle diese Fragen sind mit einer weiteren Frage verbunden: was können wir uns leisten? Was können wir uns leisten, ohne unsolide zu werden?“ Das dürfte die Kardinalfrage dieses Sommers werden. Jarchow zur Zielsetzung: „Da unterscheide ich mich nicht von meinen Vorgängern, sie wollten alle, dass wir oben in der Bundesliga mitspielen, und auch in Europa. Das allerdings dürfte im nächsten Jahr nicht möglich sein. Dennoch erwarte ich, dass wir ein Team zusammenstellen werden, das um Platz sechs mitspielen kann.“

Jarchow bat um Geduld, und er verreit über seine bisherige Arbeit im HSV: „Wir alle im Vorstand, wir sind in den zurückliegenden zwei Monaten sehr offen und vertrauensvoll miteinander umgegangen, und so offen und vertrauensvoll wollen wir auch mit den Mitgliedern umgehen.“ Und Jarchow versprach auch: „Wir werden uns mit allen Mitteln auf allen Ebenen für den HSV einsetzen. Das ist meine auch meine Motivation. Ich werde hier nicht mit allen Mitteln meine Job verteidigen, ich werde, das habe ich auch dem Aufsichtsrat erklärt, alles geben was ich kann für den HSV. Ich werde nicht an meinem Sessel kleben, ich mache das alles auch nicht aus Selbstzweck. Ich möchte nur erreichen, dass wir mit mehr Gemeinsamkeit im HSV etwas erreichen.“ Gemeinsam ist das Stichwort. Und „Wir“. Ist der Klub auf dem Wege zu einem neuen Wir-Gefühl? Schön wäre es.

Zurück zu Dr. Krohn. Der zitierte zum Schluss noch einen großen Deutschen, nämlich Alfred Herrhausen. Der hat einst gesagt: „Wir müssen sagen, was wir denken, wir müssen tun, was wir sagen, und wir müssen sein, was wir tun. Das möchte ich der neuen Führung und dem Aufsichtsrat mit auf den Weg geben.“

Heiß diskutiert wird in Zukunft wohl jene Tatsache, dass einige Aufsichtsratsmitglieder gerne ein Mitgliederbefragung durchführen würden. Da ging es heute schon ein wneig zur Sache, das wird in naher Zukunft noch heftiger – ganz sicher. Alexander Otto vom AR befürwortet das, Manfred Ertel vom AR ist strikt dagegen: „Das wäre ein Satzungsverstoß.“ Jürgen Hunke vom AR ist auch dagegen: „Weil das eine unheimlich komplizierte und auch teure Angelegenheit wäre. Meine Zustimmung dafür würde es geben, wenn uns zum Beispiel der FC Bayern oder auch andere Vereine so etwas vorgemacht hätten. Wir aber, so denke ich, haben im Moment ganz andere Sorgen.. Wir müssen daran denken, dass wir eine neue Mannschaft für die nächste Bundesliga-Saison aufbauen müssen, wir müssen erst unsere sportlichen Probleme klären und in den Griff bekommen, bevor wir uns mit einer Mitgliederbefragung beschäftigen.“

So ist es. Und Dr. Krohn hat schon angekündigt: „Im Januar werden wir fragen, was besser geworden ist im HSV – gegenüber den acht Jahren unter der Regie von Bernd Hoffmann.”

Übrigens, und das ist ein schöner Schlusspunkt dieser Info-Versammlung, gefiel mir der Auftritt des ehemaligen Vorstandsmitgliedes Christian Reichert. Der hatte im Abendblatt ein Interview mit Bern Hoffmann gelesen und fragte nun die Klub-Führung, ob Hoffmann nicht jenen Passus in seinem Abfindungsvertrag hätte, nach dem über Dinge, die während der Amtszeit im HSV passiert sind, nicht gesprochen werden darf? Hätte Bernd Hoffmann diesen Passus nicht, dann würde Reichert auch gerne auf diesen Passus in seinem Vertrag haben, denn dann hätte auch er noch einige interessante Dinge aus seiner Zeit als HSV-Vorstandsmitglied auszuplaudern.

Das wäre doch etwas. Dann gäbe es sicher das eine oder andere Detail, über das sich dann die Fan-Gemeinde würde total aufregen würde. Und damit wäre dann auch wieder Leben in der Bude.
So aber, ohne neue Enthüllungen, dürfte es doch ziemlich langweilig durch diese Sommerpause gehen.

Viel Spaß mit Eurem/unseren HSV!

19.42 Uhr

PS: Montag kein Training, auch kein Spielchen – vielleicht eine Neuerwerbung.