Tagesarchiv für den 26. April 2011

Oenning und das zweite Gesicht des HSV

26. April 2011

Na bitte, es gibt doch noch erfreuliche Nachrichten rund um den HSV. Wer sagt es denn? Die Agenturen vermelden heute:

Der HSV hat positive Nachrichten von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten. Die DFL-Geschäftsführung hat den „Rothosen“ im Lizenzierungsverfahren die Spielberechtigung für die Saison 2011/2012 erteilt, gab der norddeutsche Bundesliga-Klub am Dienstag auf seiner Homepage bekannt. Der HSV, der die Ausgaben für seinen Bundesliga-Kader zur kommenden Spielzeit von derzeit 48 auf rund 35 Millionen Euro senken will, erhält die Lizenz damit bereits zum sechsten Mal nacheinander ohne Auflagen.

So, und weil ich gestern mit ihm begonnen habe, so muss ich das auch heute tun. Es ging und geht um Michael Oenning. Ich hatte ihn kritisiert, dass er uns am Freitag nichts über die Laufzeit seines Vertrages verraten hatte (verraten wollte), hatte den HSV-Trainer dann aber angekreidet, dass er es sehr wohl (am Sonntag!) beim Pay-TV-Sender Sky gesagt hatte. Ich habe Michael Oenning heute bei unserem Gespräch gesagt, dass ich so (nämlich kritisch) über ihn berichtet habe, und er stellte es gerade. Die vertraglichen Details seines Vertrages mit dem HSV wurden erst am Abend vor dem Spiel (!) in Stuttgart besprochen – im Mannschaftshotel. Er konnte also mir (und uns) am Freitag in den Mittagsstunden noch gar nichts über die Laufzeit verraten. Deshalb sage ich nun: „Sorry, Herr Oenning, ich nehme alles zurück und entschuldige mich in aller Form.“ Diese Entschuldigung hat Michael Oenning auch schon angenommen – und er empfand es auch als gut, dass wir sofort an diesem Dienstag darüber gesprochen haben.
So soll es bleiben.

Apropos Trainer-Vertrag: Der sollte heute eigentlich unterschrieben werden, unterschrieben sein, aber das wird nun auch heute noch nicht passieren, weil sich erst der Aufsichtsrat ein wenig intensiver mit dem Stückchen Papier beschäftigen möchte.

Und nun zum Fußball. Den gab es heute tatsächlich wieder, denn im Volkspark wurde trainiert. Aber hallo! Erst die hohe Laufschule von Günter Kern, dann ein Spiel ohne Tore (aber Mann gegen Mann), und zum Abschluss ein kleines Turnier (halber Platz) von drei Mannschaften. Es ging zur Sache! Ich weiß, ich weiß, es kann keiner von Euch mehr lesen und mehr hören, aber so war es tatsächlich. Wenn Ihr das Stuttgart-Spiel noch in Erinnerung habt, dann sah das ja eher ein wenig nach Beamten-Mikado aus, aber wer diese Einheit heute gesehen hat, der wird sich fragen: „Warum bewegt sich diese Truppe an diesem Dienstag so, als wolle sie Weltmeister werden, und warum stellt dieselbe Truppe am Sonnabend bereits nach 90 Sekunden die Arbeit ein?“ Es ist und bleibt ein riesiges Rätsel. Dass Ihr es nicht mehr hören könnt, das kann ich sehr, sehr gut verstehen – aber es ist wieder einmal Tatsache.

Schon bei den Lauf-Übungen waren die meisten hundertprozentig bei der Sache. Mir gefielen, wenn ich das einmal sagen darf, besonders Heung Min Son, Piotr Trochowski, David Jarolim und Mladen Petric – beim Laufen! Jawoll, sehr wohl beim Laufen. Später dann, bei den Spielchen, überzeugten mich Frank Rost, Dennis Diekmeier, Paolo Guerrero Tomas Rincon (!), teilweise auch Guy Demel – vor allen Dingen aber Piotr Trochowski. Kay, 50 Prozent des Blogs werden nun in di Luft gehen, aber es ist so, wie es ist. Und wenn „Troche“ gut und sogar auffällig trainiert, dann werde ich es auch immer nennen – so lange es noch geht. Übrigens: Die beiden schönsten Tore des Vormittags schossen zwei – ich nenne sie mal „Exoten“: Zuerst traf Collin „Collo“ Benjamin mit links in den oberen Torwinkel (gegen Frank Rost), dann auch noch Romeo Castelen, ebenfalls ein „Tor des Monats“. Ihr habt richtig gelesen: Romeo Castelen. Es geht langsam bergauf mit ihm, aber ich will es nicht heraufbeschwören . . .

Zur Verletztenfront: Mladen Petric zog sich genau um 11.48 Uhr bei einem Pressschlag eine Adduktorenverletzung zu, er musste vom Golf-Car (und Fahrer Uwe Eplinius) in Richtung Kabine gefahren werden – das sah nicht gut aus, da droht dem HSV der nächste Ausfall für das Freiburg-Spiel am Sonnabend. Auf dem Rasen „nebenan“ trainierte Marcell Jansen mit Reha-Coach Markus Günther, später gesellte sich auch Eric-Maxim Choupo-Moting dazu, der bis zu den Spielen das volle Programm mitgemacht hatte. Es fehlte diesmal Tunay Torun, der in Stuttgart eine Gesäßmuskelzerrung erlitten hat.

Ganz kurz noch zur Intensität des Trainings. Michael Oenning bezeichnete es später als „Steinzeit-Übung“, was er im Mittelteil der Einheit veranstalten ließ. Es hieß Mann gegen Mann ohne Tore, teilweise mit Aufgaben (zweimal berühren). Es waren Mann gegen Mann fest eingeteilt. Zum Beispiel spielten Guerrero gegen Rincon, Jarolim gegen Trochowski. Warum „Steinzeit-Übung“? Weil sie tatsächlich uralt ist. Mit dieser Übung hielt der damalige Meister-Trainer Günther Mahlmann seine Mannschaft von 1960 fit. Es wurde damals mehrfach die Woche stets über den gesamten Platz (!) am Rothenbaum gelaufen, und zwar Mann gegen Mann. Und jeder sah, nicht nur der Trainer und die Kollegen, sondern auch die Trainingskiebitze, wer etwas drauf hatte (läuferisch), und wer nicht. Stand nämlich ein Spieler oft allein, war sein eingeteilter Gegenspieler ganz offensichtlich nicht in der Lage, ihm zu folgen – also hatte derjenige auch nichts drauf! Bei der heutigen Übung fiel in meinen Augen mindestens einer krass ab: Jonathan Pitroipa. Aber das nur am Rande.

Die erste Frage, die ich Michael Oenning heute gestellt habe, war die: „Kann sich eigentlich noch ein Spieler, der eigentlich für die kommende Saison gesetzt war, noch in den letzten vier Spielen, also inklusive Stuttgart, aus dem Kader spielen?“ Der Trainer sagt: „Davon muss man sich frei machen. Mein großer Vorteil ist ja, dass ich diese Mannschaft nun schon seit einem Jahr kenne, ich kann Dinge bewerten, und ich nehme sie als Grundlage für meine Bewertung. Ich setze sie auch immer in Bezug darauf, was wir für Möglichkeiten haben. Für mich ist doch klar: Ich will die best mögliche wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenbauen. Ich unterliege da auch Sachzwängen, wie auch der Verein – das wird man sehen Es kann Spieler geben, die ich gerne, die mir aber sagen, dass sie nicht bleiben wollen. Und es gibt die finanziellen Dinge, wenn ich jemanden haben möchte, den wir aber nicht bekommen, weil das Geld nicht reicht. Das ist normal.“ Oenning sagt aber auch: „Das ist in diesem Jahr aber insgesamt ei wenig schwieriger, weil wir klar gesagt haben, dass wir ein wenig kleiner, werden ein wenig jünger werden und wir werden auch anders. Weil sich die Truppe verändert. Und wenn es nach mir geht, dann muss das alles nun in Fahrt kommen, dann müssen wir jetzt ganz schnell Tempo aufnehmen.“ Meine Frage beantwortete Oenning aber auch noch: „Manchmal runden sich auch Bilder ab. Und dann kann es natürlich sein, dass man sich sagt: Hm, hm, hm, jetzt, wo sich der Spieler eigentlich zeigen müsste, da kommt dann zu wenig. Dann mag diese Bewertung eventuell noch mit einfließen – aber wir sind eigentlich schon relativ klar, wie wir es machen wollen. Aber, das sage ich auch, auszuschließen ist nichts.“

Um noch einmal auf Stuttgart und den Kontrast zu heute zurück zu kommen: Das muss einen Trainer doch maßlos ärgern, dass die Truppe heute Bäume ausgerissen, sich im Ländle aber nur „verpieselt“ hat – oder? Oenning: „Und wie. Deswegen haben wir das Spiel heute noch einmal ganz genau analysiert – und diese Problematik auch zur Diskussion gestellt. Es kann doch nicht sein, dass man fünf, sechs Tage den Eindruck hat, dass alle ganz genau wissen, um was es geht, und dann, im entscheidenden Moment, dann sind sie wie ausgewechselt. Und dass sie dann wieder anfangen – wie heute. Da wird hart trainiert, und das wird hingenommen, es wird akzeptiert, und es wird sich bemüht. Nur: Wenn nur ein bisschen von dem Bemühen, was heute gezeigt wurde, am Sonnabend mit eingebracht worden wäre, dann hätten wir das Problem gar nicht gehabt.“

Oenning sagt – oder rätselt – auch noch weiter: „Dann muss man sich fragen, woran das liegt? Wollten sie nicht, konnten sie nicht? Das ist genau das Spannende, das herauszufinden. Warum fällt es uns so schwer, diese Widerstände zu überwinden? Und warum schaffen sie es nicht, sich als Gruppe zu helfen? Das ist für mich die spannendste Frage überhaupt.“ Michael Oenning gibt dann noch zu: „Natürlich bin ich sauer, ich bin nach wie vor sogar sehr sauer. Und dazu kommt, dass auch noch einige Spieler sauer auf sich selbst sind – was ja eigentlich ein gutes Zeichen ist. Trotz allem müssen wir Lösungen finden. Es nützt uns nichts, sie zu verdammen und ihnen zu sagen, dass sie nicht mehr mitspielen dürfen. Wir müssen sie ja weiterentwickeln. Wenn wir aber zu dem Schluss kommen, dass sie sich nicht weiterentwickeln lassen, ja dann muss man sich eben trennen.“

Im Moment stehen die Zeichen deshalb auf Trennung. Hört man die Trainingskiebitze, zieht man alle Stimmen unter einem Strich zusammen, dann haben die meisten von dieser HSV-Mannschaft die Nase gestrichen (!) voll – und wollen ein total runderneuertes Team. 80 bis 90 Prozent des jetzigen Kaders auswechseln, dann auf neue Leute setzen – und hoffen.

Michael Oenning hat heute von einem zweiten Gesicht seiner Mannschaft gesprochen. Und er sagt: „Das kommt immer an bestimmten Stellen wieder. Wenn Druck entsteht, wenn sich die Spieler selber Druck machen, oder wenn ein Stück Unbekümmertheit mit im Spiel ist. Aber das herauszufinden, und dann herauszufiltern, wer in der Lage ist, in solchen Situationen doch das Heft in die Hand zu nehmen – das fehlt uns ja. Ist es vielleicht auch diese Frage, dass wir eine gewisse Unausgewogenheit im Kader haben? Es passiert ja oft so: Man gerät in Rückstand, und dann rennt alles nach vorne, um das zu reparieren. Plötzlich rennt alles nach vorne. Und dann passiert genau das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll, man rennt in Konter und sieht sehr dumm aus.“ Der Coach weiter: „Es sind ja alles gute Fußballer, die wir bei uns haben, aber speziell in diesen schwierigen Situationen musst du stehen und gerade sein. Und das ist schon meine Aufgabe, das zu sehen, ob einer das kann oder auch nicht. Und das unterscheidet dann letztlich auch einen guten von einem sehr guten Spieler, und einen sehr guten Spieler zu einem Weltklassemann. Für mich ist ein guter Fußballer einer, der einen gravierenden Fehler begeht und trotzdem auf einem guten Niveau weiter spielen kann.“

Aber hat der HSV solche Spieler? Die auch voller Selbstbewusstsein stecken und jeden noch so harten Rückschlag verarbeiten? Ich meine, dass es davon herzlich wenige gibt, viel zu wenige. Und sieht man die jetzt noch in den drei verbliebenen Spielen? Oder wird da nur noch Dienst nach Vorschrift gespielt? Oenning: „Wenn man jetzt abschenkt, wenn man es jetzt nur so laufen lässt, dann offenbart man sich ja auch. Jetzt ist es doch noch viel schwieriger, finde ich. Wenn man seinen ganz konkreten Zielen nicht mehr nachhängen kann, dann musst du trotz allem schon zeigen, dass du es begriffen hast um was es geht. Ich glaube, dass sind nicht zuerst jene Spieler, die schon begriffen haben, dass die Reise beendet ist. Wenn ich sehe, wie Piotr Trochowski trainiert, wie er sich anbietet – er trainiert seit zwei Wochen überragend. Normal muss ich sagen, ich lasse ihn laufen, aber dann kommt sofort berechtigt die Frage, dass er ja gar nicht mehr da ist, und ob ein solcher Einsatz denn noch sinnvoll ist? Und da muss ich eine Lösung finden. Ich muss sehen, ob er diese Leistung dann auch im Spiel umsetzen und abrufen kann.“

Vor dieser Frage wird Michael Oenning an diesem Sonnabend stehen. Trochowski trainiert, wie der Coach sagt, überragend, also müsste er eigentlich spielen. Eigentlich. Aber wer spielt den „eigentlich“ derzeit überragend? Eigentlich doch niemand. Also muss sich Oenning doch vor die Frage stellen, was er falsch machen kann, wenn er einen Spieler bringt, der im Training sehr gut ist, der am Saisonende aber weg sein wird? Ich bin gespannt, wie sich Oenning entscheiden wird – eine schwere Aufgabe. Der Trainer sagt aber auch klar: „Eindeutig, es geht hier nicht um irgendwelche Abschiedstourneen. Eigentlich gilt das Leistungsprinzip. Wobei ich das einschränkende Wort eigentlich eigentlich gar nicht benutzen dürfte. Aber wenn es dann so kommt, dann werde ich das auch zu kommunizieren wissen.“

Was noch hinzukommt: Die Spieler sehen doch alle, wer im Training seine Leistung bringt, wer sich reinhängt, wer sich gehen lässt. „Warum habe ich denn heute diese Steinzeit-Übung machen lassen? Weil ich etwas sehen will“, sagt der Trainer. Klar. Er will Leistung sehen, und er will sehen, wer sich engagiert, wer noch alles für den HSV und diese Mannschaft gibt. Und, sagt er: „Die Gruppe muss es ja auch sehen. Die Spieler haben schon ein feines Gespür dafür, wer hier was zeigt.“ Und wer nicht. Oenning: „Wir müssen diese Mentalität ausbilden, wir dürfen uns nichts mehr wegnehmen lassen, wir müssen mehr machen als andere. Wir müssen das auch wollen. Und das müssen alle auch spüren, das muss man auch bei jedem, der auf der Bank sitzt, spüren. Da darf keiner leblos sitzen. Du musst dir Begeisterung erarbeiten und sie dann auch ausleben, sonst geht das nicht.“

Jetzt aber ist es ohnehin zu spät. Diese Saison ist faktisch beendet. Aber für die nächste Spielzeit klingt das echt gut. Es sind Oenningsche Vorhaben und Vorsätze, die Hoffnung machen. Wenn sie dann tatsächlich in die Tat umgesetzt werden. Gespannt sind wir nur darauf, wer von der jetzigen Mannschaft dann noch dabei ist.

Einer ist es auf jeden Fall: Dennis Aogo. Auch mit ihm haben wir heute wieder einmal gesprochen. Und, um auch das noch einmal zu sagen: Es gibt längst HSV-Profis, die sich diesen Gesprächen nicht mehr stellen, nicht mehr stellen wollen. Dennis Aogo aber stellt sich immer, und darauf möchte ich einmal verweisen. Er kommt, wenn er gefordert wird, er drängt sich aber keineswegs auf. Zu loben aber ist diese (seine) Einstellung auf jeden Fall, denn er könnte es sich auch leicht machen – und gar nichts mehr sagen. Er sagt aber, weil er dabei an die Fans denkt. Und zwar in erster Linie. Und deswegen soll bitte keiner von Euch nun auf Dennis Aogo einhauen, wenn er wieder einmal etwas sagt.

Der Nationalspieler auf die Frage, was sich nun ändern sollte, was sich ändern muss? „Wie oft standen wir schon vor dieser Frage? Das ist wirklich schwierig. Langsam kommt man sich schon dumm vor, denn es ist doch immer wieder dasselbe. Ich will auch gar nicht mehr auf das Stuttgart-Spiel eingehen, denn das wäre in meinen Augen Schwachsinn. Jeder hat gesehen, was wir falsch gemacht haben – das war einiges. Wir müssen gegen Freiburg vieles besser machen, und wir sollten uns vielleicht an die letzten Heimspiele orientieren, die waren doch gar nicht so schlecht. Hannover war nicht so schlecht, Dortmund auch, daran sollten wir denken.“

Ich habe den Nationalspieler dann gefragt, ob er nachvollziehen könne, dass den Fans solche Vorhaben, solche Lippenbekenntnisse schon seit einiger Zeit zum Hals heraushängen? Aogo: „Natürlich, das kann ich, das weiß ich, klar habe ich auch dafür Verständnis. Ich habe doch gerade gesagt, dass ich mir schon dumm dabei vorkomme. Weil ich weiß, dass die Fans es schon so oft gehört haben. Deswegen sage ich das ja, aber was sollen wir machen? Ich könnte hier nichts mehr sagen, klar, aber das wäre auch Schwachsinn. Ich könnte sagen, dass schon alles gesagt worden ist, aber was hilft das? Wir müssen doch etwas versuchen, wir müssen etwas rüberbringen zu den Fans . . .“ Wenn es schon im Spiel nicht gelingt. Dann ergänzt der Abwehrspieler noch: „Es gibt aber sicher auch für uns Situation, in denen wir uns fragen, warum dies oder das passiert ist – und für finden darauf keine Antwort mehr. Einiges ist für mich, für uns auch einiges unerklärlich, wie etwas zustande kommt, aber irgendwann ist man da auch als Spieler überfragt. Ganz besonders dann, wenn man schon so oft dieselben Fragen gestellt bekommen hat. Irgendwann wird man dann auch unglaubwürdig, ganz klar.“ Und: „Eigentlich wäre es das Beste, nichts mehr zu sagen. Aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache . . .“

Natürlich nicht. Und da denke ich nicht an mich, an die Journaille – ich denke an das Zusammenspiel Spieler – Fans.

Dennis Aogo weiß, dass der HSV hinter den Erwartungen geblieben ist. Natürlich weiß er es. Seine Erklärung: „Man spricht ja von einer Mannschaft. Es geht ja nicht um Einzelspieler, es geht auch nicht um die individuelle Qualität einzelner Spieler, es geht vielmehr um die Qualität, die man als Mannschaft rüber bringt. Und diese Qualität spiegelt sich dann wider in der Tabelle. Eine Qualität ist ja nicht nur die individuelle Qualität eines Spielers, sondern wie man diese individuelle Qualität in die Qualität der Mannschaft einbringt.“ Und in diesem Punkt, genau in diesem Punkt, ist der HSV eben weit, weit zurückgeblieben. Aogo: „So etwas kann man nicht künstlich herstellen, das muss ich ergeben.“

Und beim HSV ergibt es sich schon seit Jahren nicht. „Wir hoffen es, dass wir es in den nächsten Jahren hinbekommen werden“, sagt Aogo. Und hofft dabei wohl auch auf einen Umbruch, denn er befindet: „Ich glaube, dass nun der richtige Schritt gemacht wird. Es ist der richtige und auch der logische Schritt des Vereins, denn in den letzten Jahren sind wir ein bisschen auf der Stelle getappt. Etwas anderes konnte man jetzt nicht machen, es musste etwas passieren – und die vertragliche Situationen einiger Spieler lassen es ja auch jetzt zu.“
So ist es. Bleibt nur die Frage, inwieweit der Klub davon auch Gebrauch machen wird.

Vielleicht trennt sich ja schon am Sonnabend weiter die Spreu vom Weizen, wenn es gegen Freiburg um die „goldene Ananas“ geht. Man wird sehen . . .

PS: Training um 10 Uhr (Mittwoch) im Volkspark.

18.21 Uhr